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Hintergrundinformation Koronare Herzkrankheit (KHK)
Die häufigste Todesursache in Industrienationen wie Deutschland sind Herz-KreislaufErkrankungen. Dazu trägt insbesondere die koronare Herzkrankheit (KHK) bei. Laut
Todesursachenstatistik von 2007 waren 43,4 Prozent aller Todesfälle in Deutschland auf
eine Krankheit des Herz-Kreislaufsystems zurückzuführen. Bei 40,0 Prozent davon war KHK
die Ursache1
Ursache der KHK – Arteriosklerose
Die Ursache einer KHK sind Verengungen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße
(Koronararterien), die den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Wird der
Blutstrom in den Herzkranzgefäßen durch einen Engpass (Stenose) behindert, so kommt es
zu einer Mangeldurchblutung (Ischämie) des Herzmuskels.2
Die Verengungen der Herzkranzgefäße sind meist durch eine Arteriosklerose bedingt. Bei
dieser im Volksmund auch als Arterienverkalkung bezeichneten Veränderung kommt es zu
einer Ablagerung von Fetten und anderen Substanzen in die Gefäßwand. Diese Ablagerungen werden auch als Plaques bezeichnet. Erst in späteren Stadien der Erkrankung
kommt es zu Verkalkungen der Plaques.3 Eine Arteriosklerose ist eine chronische,
fortschreitende Erkrankung, das heißt, sie ist unheilbar und hat die Tendenz, mit der Zeit
immer schlimmer zu werden.
Abbildung A:
Gesunde Arterie mit normalem Blutfluss
Abbildung B:
Arteriosklerotisch veränderte Arterie mit
eingeschränktem Blutfluss aufgrund einer
Stenose (Plaque).
Bildnachweis: Website www.bbraun.com
Folgen einer KHK
Die Folgen und Komplikationen einer KHK können sehr weitreichend sein. Bleibt die Plaque,
die das Gefäß einengt, stabil, macht sich die Mangeldurchblutung des Herzens lediglich
durch ein Engegefühl und Schmerzen in der Brust bemerkbar. Diese Symptome treten
immer dann auf, wenn das Herz viel Sauerstoff benötigt, also vor allem unter körperlicher
Belastung. Sie werden als Angina pectoris bezeichnet. Es kann aber auch vorkommen, dass
diese Symptome nicht auftreten, obwohl ein Sauerstoffmangel vorliegt. Man spricht dann von
einer stummen Ischämie oder asymptomatischen KHK. Auf Dauer gesehen kann der
Sauerstoffmangel des Herzmuskels zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und zu
Herzrhythmusstörungen führen.2
Akutes Koronarsyndrom / Herzinfarkt
Akutes Koronarsyndrom ist ein Sammelbegriff für verschiedene Phasen von akuten Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, solange zwischen einem akuten Herzinfarkt und
„instabiler Angina pectoris“ noch nicht unterschieden werden kann. Eine instabile Angina
pectoris kann der Vorbote eines Herzinfarktes sein. Sie verursacht aber auch ohne diesen
eine nachhaltige Schädigung des Herzmuskels.2 Der Herzinfarkt kommt dadurch zustande,
dass eine Plaque aufplatzt. Der Körper versucht daraufhin, die verletzte Gefäßinnenhaut zu
reparieren, was zur Entstehung eines Blutgerinnsels führt. Dieses Blutgerinnsel kann das
betroffene Gefäß komplett verstopfen. Das von der betroffenen Arterie versorgte Herzmuskelgewebe stirbt aufgrund der plötzlichen Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr ab.
Risikofaktoren und Prävention
Für die Entstehung einer Arteriosklerose und damit einer KHK sind einige Risikofaktoren
bekannt. Nicht beeinflussbar sind dabei erbliche Faktoren und beispielsweise zunehmendes
Alter. Als im Sinne der Prävention beeinflussbare Faktoren gelten Fettstoffwechselstörungen
(z. B. erhöhte Cholesterinwerte), Bluthochdruck, Nikotinkonsum, Übergewicht und Diabetes.
Das Gesamtrisiko für das Entstehen einer KHK ist umso höher, je mehr Risikofaktoren bei
einer Person vorhanden sind. Das individuelle Risiko lässt sich mittels verschiedener
Punktesysteme (Scores) abschätzen.2
Eine KHK lässt sich nicht heilen.4 Deshalb hat die Prävention hier eine hohe Bedeutung. An
erster Stelle steht eine Veränderung des Lebensstils, um bestehende Risikofaktoren zu
minimieren. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und ein
Nikotinverzicht.
2
Medikamentöse Behandlung
Wenn bereits eine KHK vorliegt, ist die Basis einer jeden Behandlung ebenfalls eine
Lebensstiländerung. Darüber hinaus sollten Risikofaktoren durch Medikamente minimiert
werden, die die Lebenserwartung von KHK-Patienten verbessern können. Acetylsalicylsäure
(ASS) soll die Bildung von Blutgerinnseln und damit die Entstehung eines Herzinfarktes
verhindern. Statine (Lipidsenker) senken das LDL-Cholesterin, das maßgeblich am Aufbau
der Gefäßablagerungen bei der KHK beteiligt ist. ACE-Hemmer senken den Blutdruck und
schützen die Gefäße und den Herzmuskel. Sie kommen vor allem bei KHK-Patienten mit
Bluthochdruck, Diabetes, Herzschwäche oder hohem Infarktrisiko zum Einsatz. Betablocker
(Blutdrucksenker) können bei allen Patienten mit KHK eingesetzt werden. Sie senken die
Herzfrequenz und lindern gleichzeitig die Beschwerden einer Angina pectoris.4
Bypass-Operation
Wenn Medikamente nicht mehr ausreichend helfen, dann müssen die verengten Gefäße
durch einen Eingriff wieder durchgängig gemacht werden oder es muss eine „Umgehung“
geschaffen werden. Die älteste Methode hierfür ist die Bypass-Operation. Sie wird seit rund
40 Jahren routinemäßig angewendet. Bei einer Bypass-Operation wird eine Stenose durch
eine Ader überbrückt, die dem Körper des Patienten an anderer Stelle entnommen wurde.
Für das Festnähen der Enden des Ersatz-Gefäßes muss der Brustkorb eröffnet werden. Der
Eingriff wird daher in Vollnarkose durchgeführt. Damit der Chirurg die feinen Nähte setzen
kann, wird der Herzschlag angehalten und die Herzfunktion durch eine sogenannte HerzLungen-Maschine ersetzt.5 Weil es sich bei einer Bypass-Operation um einen relativ
schweren Eingriff handelt, wurde schon früh nach schonenderen Methoden gesucht.
Ballondilatation
Im Jahre 1977 gelang es erstmals, Patienten mit einer sogenannten Ballondilatation zu behandeln. Dabei wird ein kleiner länglicher Ballon, der an einem langen und dünnen Katheter
sitzt, durch einen Einschnitt in der Haut in eine größere Arterie eingeführt. Die Spitze des
Katheters wird dann entgegen dem Blutstrom in Richtung Herz und schließlich in die
verengte Koronararterie geschoben. Ist die Engstelle erreicht, wird der Ballon mit hohem
Druck aufgeblasen, so dass er die Engstelle aufdehnt. Diese Methode kann unter lokaler
Betäubung durchgeführt werden und erfordert keinen langen Krankenhausaufenthalt. Sie hat
allerdings den Nachteil, dass sich 30 bis 50 Prozent der so behandelten Gefäße nach
spätestens sechs Monaten wieder verengen.6
3
Stents
Um die Gefäße nach dem Aufweiten auf Dauer offen zu halten, wurden kleine metallische
Gefäßstützen (Stents) entwickelt, die an der Engstelle eingesetzt werden und dort
verbleiben. Sie kamen 1986 erstmals zum Einsatz. Der Stent ist auf einem Ballonkatheter
bereits vormontiert und wird mit diesem an die Engstelle befördert. Dort wird der Ballon
aufgedehnt und expandiert den Stent. Dann wird der Druck aus dem Ballon abgelassen und
der Katheter wird entfernt. Der Stent bleibt in der Koronararterie zurück und hält diese
mechanisch offen. Mit dieser Methode kommt es nur noch in 15 bis 30 Prozent der Fälle zu
einer erneuten Verengung (Restenose).6
Eine weitere Senkung der Häufigkeit von Restenosen gelang durch die Beschichtung von
Stents mit Medikamenten, die das Zellwachstum hemmen. Mit diesen Stents kommt es in
nur noch zehn bis 15 Prozent der Fälle zu einer erneuten Verengung des betroffenen
Gefäßes. Allerdings wurde bei den Medikamente freisetzende Koronarstents (DES) häufiger
eine
Bildung
von
Blutgerinnseln
in
den
Stents
beobachtet.
Diese
sogenannten
Stentthrombosen führen zu den gleichen Symptomen und Folgen wie ein Herzinfarkt. 6 Um
diesem Effekt entgegenzuwirken, wurde die Dauer der therapiebegleitenden Gabe von
Medikamenten,
die
die
Verklumpung
von
Blutplättchen
minimieren
(Thrombozytenaggregationshemmer), deutlich verlängert. Heute muss ein DES-Patient in
den meisten Fällen bis zu zwölf Monate diese Medikamente zu sich nehmen.7
Medikament-freisetzender Ballonkatheter (DEB)
Um dieses Problem zu umgehen, kamen zwei engagierte Professoren aus Homburg an der
Saar und Berlin auf die Idee, die wachstumshemmenden Medikamente ohne die
Implantation eines Stents in die aufgeweitete Engstelle zu bringen. Dieser Ansatz führte zur
Entwicklung einer neuen Behandlungsoption von Gefäßverschlüssen – dem Medikamentfreisetzenden Ballonkatheter SeQuent® Please (siehe Produktinformation SeQuent® Please).
Quellen:
1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
Todesursachenstatistik 2007, Statistisches Bundesamt, Zweigstelle Bonn via: gbe-bund.de
Löwel H.: Koronare Herzkrankheit und akuter Myokardinfarkt. Gesundheitsberichterstattung des Bundes
Heft 33 (2006)
Roche Lexikon Medizin, 2. Auflage (1987), Seite 130: Stichwort Atherosklerose sowie Seite 116:
Stichwort Arteriosklerose
Meinertz T.: Therapie der koronaren Herzkrankheit. In Deutsche Herzstiftung (Hrsg.): Medikamente,
Stents, Bypass Therapie der koronaren Herzkrankheit. Deutsche Herzstiftung, Frankfurt/Main, 2007
Beyersdorf F.: Die Bypass-Operation: was heute möglich ist. In Deutsche Herzstiftung (Hrsg.):
Medikamente Stents Bypass Therapie der koronaren Herzkrankheit. Deutsche Herzstiftung,
Frankfurt/Main, 2007
Voigtländer T.: Therapie der koronaren Herzkrankheit: Stents. In Deutsche Herzstiftung (Hrsg.):
Medikamente Stents Bypass Therapie der koronaren Herzkrankheit. Deutsche Herzstiftung,
Frankfurt/Main, 2007
Leitlinie perkutane Koronarinterventionen (PCI), Clin Res Cardiol 97:513–547 (2008)
4
Herausgeber
B. Braun Melsungen AG
Unternehmenskommunikation
Carl-Braun-Straße 1
34212 Melsungen
www.bbraun.de
März 2009
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