Medical Applications: The Living Body beneath the Skin Zu unserer

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Medical Applications: The Living Body beneath the Skin
Zu unserer bereits bestehenden Einleitung
Visuelle Kommunikation kann als zentrale Komponente einer historischen oder
sozialwissenschaftlichen Analyse von Wissenschaft und wissenschaftlichem Wissen angesehen werden
(so argumentiert Martin Rudwick 1976). [Eine Möglichkeit Bildern in Wissenschaft/Medizin näher zu
kommen, ist sich mit dem Kontext der ersten Einführung einer spezifischen Bildtechnologie in die
medizinische Wissenschaft auseinander zu setzen.] (Pasveer 362)
Gegenwärtige medizinische Praxis ist auf entscheidende Weise um das Machen und Interpretieren von
Bildern organisiert (Pasveer 362).
medizinische Bilder als „new, visual way of rendering the world“ (Pasveer 362)
Bilder werden in wissenssoziologischen Arbeiten oft als austauschbare Produkte bzw. Effekte immer
weiter entwickelter Technologien angesehen, so Pasveer. Eine andere Vorstellung ist, dass Bilder
intrinsisch Bedeutung in sich tragen – von Anfang an – so dass WissenschaftlerInnen (MedizinerInnen)
nur lernen müssen diese Bedeutungen zu dekodieren. Es gab allerdings, so argumentiert Pasveer in
Bezug auf Röntgenbilder, bei der Einführung dieser Bilder keinen bereits bestehenden, fertig
vorbereiteten Körper medizinischen Wissens, der einfach auf die Bilder angewandt werden konnte. Es
gab kein bestehendes Wissen, auf Basis dessen gesunde/kranke bzw. normale/pathologische
Erscheinungen in diesen Bildern erkannt werden hätten können. Um Gesundheit und Krankheit in einer
sachkundigen und brauchbaren Art und Weise zu repräsentieren, mussten die Bilder in einen Kontext
eingebettet werden und der Inhalt dieser Bilder erst verständlich gemacht werden. Zum „Lesen“ der
Bilder brauchte es eine spezifische Art zu sehen sowie eine spezifische Sprache, die erste entwickelt
werden musste. Pasveer ist der Meinung, dass visuelle Darstellungen Realität nicht von vorneherein
und durch sich selbst wiedergeben. Vielmehr, zumindest im Fall von Röntgenbildern, verändern sich
Wissen und Praxis zusammen mit der repräsentierten Welt. So wurden Röntgenbilder durch sich
verändernde Praxis und sich veränderndes Wissen zu einer Abbildung dieser neuen Realitäten
konstruiert (Pasveer 362-363).
Instrumentalisierung von Röntgenbilder für die Entwicklung der wissenschaftlichen Medizin
Obwohl der Markt für Röntgentechnologie ständig wuchs, verwandelte sich die Technologie nicht von
heute auf morgen in eine Goldgrube. Im krassen Gegenteil zu der Faszination, mit der die Presse die
neue Technologie aufgriff, reagierte das medical establishment relativ langsam. Der Einsatz von
Röntgen im medizinischen Bereich war gekennzeichnet von großer Skepsis. Viele ÄrztInnen eigneten
sich die Technologie vor allem nur bei Fällen an, bei denen sie Kunstfehlerklagen befürchteten. Es gab
allerdings wichtige Ausnahmen. Eine kleine Anzahl von einflussreichen ÄrztInnen war schnell von der
neuen Technologie eingenommen. Sie setzten sich für die Anschaffung von Röntgengeräten in ihren
Krankenhäusern oder Universitäten ein und vernetzten sich, so dass sie um die Jahrhundertwende
wiederkehrende Treffen abhielten, in denen sie Notizen verglichen, die neuesten Instrumente
besprachen und sich über ihre Erfahrungen mit der Technologie austauschten. Diese ÄrztInnen waren
FürsprecherInnen der neuen scientific medicine, einer Bewegung, die sich in den 1870ern herausbildete
um Medizin zu einer klinischen Wissenschaft zu machen. Sie wollten die Behandlungsorte für
PatientInnen Laboratorien angleichen, in denen geplannte Prozeduren auf kontrollierte Art und Weise
durchgeführt werden konnten. In diesem Sinne schien Röntgentechnologie für diese ÄrztInnen eine
Möglichkeit zu sein, ihren Vorstellungen Gesicht zu verleihen. Mit Röntgentechnologie sollten andere
MedizinerInnen überzeugt werden, dass Technologie einen neuen Zugang zu medizinischer Arbeit und
Diagnostik einleiten könne. In diesem Zusammenhang kam auch das Verfahren der retrospectography
auf, das in den USA bis circa 1913 angewandt wurde. Das Verfahren, das dazu da war, die
diagnostischen Fähigkeiten von ÄrztInnen zu verbessern, wurde von einem Arzt begonnen, der
Röntgenbilder eines Patienten an KollegInnen weitergab ohne eine Diagnose auszusprechen. Die
Person, die das Röntgenbild gemacht hatte, nahm bei diesem Verfahren an der Operation – falls eine
nötig war – oder an der Autopsie – wenn der/die PatientIn gestorben war – teil. Bei der Operation oder
der Autopsie wurden dann Röntgenbilder der betroffenen Organe erstellt. Der Person, die die Bilder
gemacht hatte, wurde dann weiters erläutert, was die richtige Diagnose bezüglich der/des PatientIn
gewesen wäre. Erst dann wurden die ursprünglichen Röntgenbilder unter die Lupe genommen um
herauszufinden, wie eine bessere Diagnose auf Basis dieser Bilder möglich gewesen wäre. Die
Retrospectographen legten auch eine Bibliothek von Bildern an, die schwierige Diagnosefälle
illustrieren sollte. Weiters brachten sie Bilder in Umlauf, so dass SpezialistInnen von diesen Bildern
lernen konnten. Es war das erste Mal, dass ÄrztInnen einen Konsensus über die Behandlung von
einzelnen Fällen herstellen konnten. Später, würden akademische MedizinerInnen Röntgenbilder, die
vor und nach einer Operation gemacht wurden, dazu heranziehen um ihren KollegInnen und
StudentInnen die Ergebnisse der Operation zu beschreiben und darzustellen. Dieser Zugang stand
allerdings im Widerspruch zu der medizinischen Idee des 19. Jahrhunderts, dass Krankheit bei jedem/-r
PatientIn einzigartig ist. Damit retrospectography sinnvoll ist, mussten ÄrztInnen ihre PatientInnen
nicht als komplett einzigartige Individuen ansehen, sondern die Gemeinsamkeiten von
Krankheitsbildern wahrnehmen. Krankheiten mussten somit abgelöst werden von den Einzelpersonen.
Wenn das nun der Fall ist, dann würden PatientInnen davon profitieren, von einem Team von
SpezialistInnen behandelt zu werden, dass bereits ausgiebige Erfahrungen mit ähnlichen Fällen
gemacht hatte. Der Widerspruch zwischen diesen beiden dichotomen Sichtweisen verschwand im
letzten Drittel des 20. Jahrhunderts als Genetik auf den Plan trat um erbliche Zusammenhänge zu
erklären und Spezifiken in einzelnen PatientInnen auf deren Erbanlagen zurückzuführen (Kevles 3839).
Letztendlich wurde Röntgentechnologie von MedizinerInnen als wichtiger Bestandteil von Diagnostik
akzeptiert. ÄrztInnen konnten damit gesunde und kranke Organe bei unterschiedlichen Menschen
sehen, miteinander vergleichen. Aber auch PatientInnen konnten zum ersten Mal ihre eigenen kranken
Organe sehen und in den Behandlungplan inkludiert werden. Mit der Entwicklung von Röntgenbildern,
wurde das Ideal einer objektiven Diagnose ein zentrales Element in der Veränderung von Medizin als
Kunstform zu Medizin als Wissenschaft.
In den 1920ern waren Röntgenaufnahmen bereits fest in der medizinischen Kultur verankert. ÄrztInnen
verwendeten diese um gebrochene Knochen oder Knochenfrakturen zu diagnostizieren und nicht mehr
wie zu Beginn um anhand der Bilder ihre ursprüngliche Diagnose nach der Behandlung zu bestimmen.
In den USA wurde das Ausbleiben von Röntgenaufnahmen bei möglichen Frakturen als Kunstfehler
(und somit klagbar) bestimmt. Mit Hilfe der Gerichte eigneten sich die RadiologInnen die Aufnahmen,
die sie machten und interpretierten, an. Dadurch wurde Röntgen von dem Bereich des Mysteriösen,
Unvorhersagbaren in einen neue Arena verschoben, definiert durch die Notwendigkeit von
ExpertInnenwissen zur Erklärung der Aufnahmen (Kevles 77).
Scientific medicine – in den 1920ern – bedeutete: „objektiv“ sein, eine Vielzahl von Meinungen von
SpezialistInnen einholen, Krankheiten behandeln (nicht Individuen)
Maschinen wurden mit bestimmten wissenschaftlichen Idealen assoziiert. Sie schienen objektiv zu sein.
Der Gedanke war, dass jede/-r sehen konnte und sich alle darauf einigen konnten, was abgebildet war
(Kevles 81). PatientInnen wiederum nahmen an, dass medizinische ExpertInnen wussten, was sie taten,
wie mit Röntgenstrahlung umzugehen sei, welche Dosierung, etc. Die medizinische Community
allerdings musste all diese Dinge erst herausfinden – noch lange war Röntgentechnologie nicht ein
fertig beforschtes Feld. Die Medizin war erfolgreich darin, die KonsumentInnen (=PatientInnen) davon
zu überzeugen, dass Röntgenbilder wissenschaftliche Bilder waren. Die Folgen der Röntgenstrahlung,
vor allem auf lange Sicht, waren allerdings bei Weiten noch unklar und mysteriös (Kevles 82).
Röntgenbilder als Abbild der Realität? Doing Images
Röntgenbilder entwickelten sich zu einer Macht-Quelle von Wissen über Krankheiten. In den
Anfangsjahren, -jahrzehnten wurde Röntgentechnologie auch als new photography bezeichnet.
Operationen waren der Haupteinsatzort von Röntgentechnologie in der ersten Zeit. Schließlich konnten
durch Röntgenaufnahmen Knochenbrüche visualisiert werden, Fremdkörper entdeckt werden, etc.
(Pasveer 361).
„[...] 'under the guidance of exact knowledge of the anatomical conditions obtained by the new
radiation (. . .) the patient can now see with his own eyes the real condition of his abnormality before
having a part of his body removed . . .' (Rowland 1896: 362).“ (Pasveer 361)
Von Anfang an existierte die Idee, dass Röntgenbilder (körperliche) Realität zu Tage bringen.
Allerdings sah Realität in der Prä-Röntgen-Zeit noch ganz anders aus als die Schattenbilder, die
angeblich die Realität der inneren Organe hervorbrachten. Bis zur Entdeckung von Röntgenstrahlung
hatte es keine Bilder eines lebendigen, schlagenden Herzens, einer atmenden Lunge etc. gegeben
(Pasveer 361).
Unterschiedliche Postionen: Röntgenbilder als Verzerrung der Wirklichkeit vs. Röntgenaufnahmen
bringen das Reale ans Licht, das Darunterliegende – das menschliche Auge kann nur einen Ausschnitt
sehen, aber durch Röntgentechnologie wird die Wirklichkeit vollständig. Eine dritte Position
vermerkte, dass Röntgenaufnahmen weder die Wirklichkeit verzerren, noch die Wirklichkeit darstellen.
Röntgenaufnahmen seien Schatten von wirklichen Objekten, die mit bloßen Auge nicht gesehen
werden könnten (Kevles 93-94).
Veränderung (Verbesserung) der Technologie – Veränderung der Bilder (Kevles Kapitel 5)
„After many attempts with exposures of half an hour, three-quarters of an
hour, and even longer, a successful result was obtained, and although
nowadays the indifferent, hazy plate would be consigned without further
ado to the broken glass department, at that time it was considered, and
rightly so, a triumph, and by its aid the small bullet was located in the
wrist. Well I remember the excitement this caused amongst us, and the
feeling of awe and respect with which we looked at the plate. (Holland,
1904: 26/7).“ (Pasveer 368)
As a contemporary X-ray worker wrote:
a good radiograph in some respects may be said to resemble a painting
by Turner. Without intuition or previous study the one is almost as
incomprehensible as the other, but as we gaze the wealth of detail rises
before our vision until finally we are able to interpret the meaning of
streaks and shadows that to the untrained eye are meaningless. (Dally
1903: 1806)
(Pasveer 363)
Die inneren Organe des Körpers zu visualisieren – wie Herz und Lunge – war in den ersten Jahren und
Jahrzehnten keine einfache Aufgabe: unscharfe Abbildungen; Organe waren für die ExpertInnen
schwer zu erkennen, hatten das Innere so noch nie gesehen
Und selbst wenn Röntgen-TechnikerInnen für sich selbst zufriedenstellende Aufnahmen machen
konnten, war damit nicht gesagt, dass andere potentielle AnwenderInnen, wie ÄrztInnen, diese Bilder
lesen konnten. Alle Beteiligten mussten, so Pasveer, erst lernen medizinische Phänomene aus einer
visuellen, radiologischen Perspektive zu sehen. Pasveer schreibt dazu, dass die Probleme, die durch
Röntgentechnologie gelöst werden konnten, bis dato noch nicht existierten – sie entstanden im
Zusammenspiel mit der Entstehung der Radiologie (Pasveer 368).
„'[I]t is clear that the so-called physical signs are really the results
obtained by the use of the physical method' (Halls Dally 1903: 1800).“ (Pasveer 368)
Pasveer schreibt, dass die spezifischen Formen und Inhalte der Röntgenbilder geformt wurden durch
ihren Bezug zu bereits existierendem Wissen sowie durch ihre Einbettung in ein sich veränderndes
Umfeld um die Bilder zur gleichen Zeit über dieses Umfeld erheben zu können (Pasveer 377).
Mit der Verbesserung der Röntgentechnologie und vor allem der Aufnahmen, erhielten RadiologieExpertInnen unglaubliche Bilder von Teilen des Körpers. Was allerdings LaiInnen in den Bildern sahen
(z.B. Jurymitglieder) ist schwer zu sagen. Die Frage der Expertise (wer kann Röntgenbilder „lesen“) ist
in den ersten Jahren nach der Einführung der Technologie noch kaum Thema. Jede interessierte Person,
die Zugang zu den Geräten hatte, konnte mit der Technologie arbeiten. Erst in den späteren Dekaden
(beginnend ab der Jahrhundertwende) trat diese Frage auf (Pasveer 364-365). Es gab immer wieder
Stimmen, auch innerhalb der medizinischen Community, die in Frage stellten, was z.B. die
Verwendung von Röntgenaufnahmen im Gericht für einen Zweck haben soll. Sie meinten, dass die
Bilder selbst ja nicht die Geschichte erzählen (Kevles 92).
Die Geschichte von Röntgen ist also auch eine Geschichte von Aushandlungsprozessen über Expertise.
Die Institutionalisierung und Professionalisierung von Radiologie ist hierbei ein wichtiger Aspekt bei
Verleihung von Röntgenbildern mit wissenschaftlicher Autorität (Pasveer 364).
Kevles spricht von einer Veränderung in der Art und Weise wie sowohl LaiInnen als auch medizinische
ExpertInnen ihre Augen verwenden. Die Aura der Expertise, die von den VertreterInnen der scientific
medicine entworfen wurde, überzeugte die Öffentlichkeit, dass sie nicht einfach Röntgenbilder „lesen“
oder interpretieren konnten. Sie konnten nicht mir nichts dir nichts das Sehen, was medizinische
SpezialistInnen sehen konnten. Das neue visuelle Verständnis privilegierte „trainierte, gut ausgebildete
Augen“ gegenüber LaiInnen-Augen in Bezug auf das Verstehen von Röntgenbildern. Und obwohl
LaiInnen nun diese Bilder nicht mehr lesen konnten, so vertrauten sie den Bildern Wirklichkeiten (wie
Krankheiten oder Todesursachen) verlässlich zu Tage bringen zu können (Kevles 96).
auch ein interessanter Punkt: Veränderung von „Krankheit“ durch Röntgenbilder
„[...] We have a perfect right
to say that the Rontgen diagnostics has here enlarged our diagnostic
abilities and makes it possible in certain instances, long before other
clinical symptoms appear, to make a diagnosis. (Dietz 1918: 62)“ (Pasveer 377)
Überbleibsel
Im ersten Jahr nach Röntgens Entdeckung waren Röntgenbilder von Händen besonders beliebt. Jede/-r,
so schreibt Holtzmann Kevles, mit Zugang zu Zeitungen hatte das berühmte Bild von Frau Röntgens
geröntgter Hand mit ihrem Ehering gesehen (Kevles 35).
Vor allem durch Sensations-Journalismus wurde die Röntgentechnologie popularisiert. Die
Öffentlichkeit war fasziniert von den Berichten über diese neue Technologie – so lange diese Berichte
auch von Bildern begleitet wurden (Kevles 36).
Schon in den ersten Monaten nach Einführung, traten Fälle auf, die nahelegten, dass Röntgenstrahlen
nicht nur positive Effekten haben konnten (Kevles 47). Röntgen-Verbrennungen unterschieden sich
deutlich von z.B. Sonnenbrand, weil sie kaum abheilten. Allerdings waren weder SpezialistInnen noch
die Öffentlichkeit schnell bereit, die negativen Folgen von Röntgenstrahlung anzuerkennen – mit
einigen Ausnahmen (Kevles 49). In fast jedem europäischen Land gab es bald ein Journal of
Roentgenology sowie Foren, in denen die Technologie von SpezialistInnen besprochen wurde. Obwohl
immer wieder kritische Stimmen auftauchten, wurden diese meist von den EnthusiastInnen übertönt.
Viele ÄrztInnen arbeiteten weiter ohne jegliche Schutzkleidung oder -vorrichtungen in Annahme, dass
die Beschwerden, die sie erlitten, der Preis für wissenschaftlichen Fortschritt waren (Kevles 52).
Bereits in 1905, wurde in wissenschaftlichen Berichten unterschiedlicher Länder angemerkt, dass
obwohl Röntgenstrahlung bemerkenswert sei, in ihrer Fähigkeit Bilder des Inneren des menschlichen
Körpers zu erstellen, so verändere sie auch auf unvorhersagbare und oftmals unerwünschte Weise das
Gewebe, durch das sie durchdringt. Paradoxerweise war Röntgenstrahlung – die das Unsichtbare
sichtbar macht – selbst die erste unsichtbare Substanz, die von WissenschaftlerInnen hervorgebracht
wurde und die menschliche Wahrnehmung in substantieller Weise veränderte (Kevles 53).
In der ersten Dekade der Röntgentechnologie, war Zahnmedizin (abseits der militärischen Verwendung
von Röntgen) das einzige medizinische Spezialgebiet, das Röntgentechnologie sofort in die
medizinische Praxis eingebunden hat. Die ersten zahnmedizinischen Röntgenbilder wurden 1896 in
Deutschland erstellt (Kevles 43).
WAS MACHEN WIR MIT RÖNTGEN IM MILITÄR?
ZahnmedizinerInnen stellen die ersten Archive von Röntgenbildern und -aufzeichnungen zusammen,
die für Identifizierung von Personen verwendet werden konnten. Sie arbeiteten dadurch relativ bald mit
GerichtsmedizinerInnen zusammen. Persönliche zahnmedizinische Geschichten, auf Film
aufgezeichnet, konnten Tote identifizierbar machen und in immer mehr Fällen auch Hinweise darauf
geben, wie die Toten gestorben waren. Der ersten Einsatz von Röntgentechnologie in einem Mordfall
passierte auch schon 1896 – ein Jahr nach Röntgens Entdeckung (Mord an Elizabeth Anne Hargreaves
in England) (Kevles 43).
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