Thema der Arbeitsgruppe

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Seminar „Rom im Mittelalter“
Rom ohne Päpste
Rom ohne Päpste (14. Jh.)
Voraussetzung für ein Rom ohne Päpste: römische Kommune, stadtrömischer Adel und der
französische König Philipp der Schöne
(Matthias Pape)
Die Übersiedlung der Papstresidenz nach Avignon im 14. Jahrhundert und ihre
Auswirkungen auf die Stadt Rom
(Sevda Kayataş)
Cola di Rienzo
(Johannes Osterberg)
Das große abendländische Schisma und Neubeginn
(Karoline Kouril)
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Seminar „Rom im Mittelalter“
Rom ohne Päpste
Voraussetzung für ein Rom ohne Päpste: römische
Kommune, stadtrömischer Adel und der französische
König Philipp der Schöne
Matthias Pape
1.
Einleitung
Mit dem folgendem Essay soll gezeigt werden, in welcher Situation sich Rom im zwölften
und dreizehnten Jahrhundert befand; und welche Parteien in Rom und im Latium
Herrschaft ausübten. Dies soll den Kontext bilden für das Verständnis des abendländischen
Schismas der Kirche und dessen Grundlagen. Die Streitigkeiten und Verwirrungen, die vor
der Abwanderung der Kurie nach Avignon zwischen den betroffenen Parteien herrschten,
sollen beleuchtet werden. Zuerst wird die Bürgerschaft von Rom behandelt, deren
Geschichte und Begehren. Als Zweites wird der römische Adel beschrieben anhand zweier
Beispiele. Zuletzt wird die Einflussnahme des französischen Königtums auf das Papsttum
in der Zeit Bonifaz VIII. behandelt, der das abendländische Schisma einleitete.
2.
Hauptteil
2.1.
Zustand der Komme in Rom
Die herrschenden Personen und Personenverbände des Mittelalters hatten andere politische
Vorstellungen als in der heutigen Zeit. Ihr Verständnis für Macht und Einfluss war häufig
sehr egoistisch und von Nepotismus geprägt. Dies gilt auch in gewisser Weise für die
mittelalterlichen Städte, soweit diese eine halbwegs selbstständige Politik treiben konnten.
Das mittelalterliche Rom machte hierin keine Ausnahme. Es befand sich aber in einer
besonderen Lage, denn einerseits war Rom Erbe der Antike und deren Machtaustrahlung,
andererseits war von dieser Pracht Roms nur noch wenig zu sehen. Es war zu jener Zeit
eher eine Gemeinschaft von Dörfern und Adelsburgen, mehr oder weniger zerstreut
innerhalb eines riesigen Gebietes verteilt. Zusätzlich hatten die Römer, die erst spät zu
einer richtigen Kommune zusammen gewachsen sind, das Glück und zugleich Unglück,
geistliche Hauptstadt der lateinischen Christenheit zu sein. Einerseits profitierte die Stadt
Rom von der Anwesenheit der Kurie wirtschaftlich. Andererseits gab es den Papst mit
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seinen Interessen, der der Kommune zu schaffen machte. Somit kann man auf jeden Fall
ein Konfliktpotenzial zwischen Papsttum und Kommune nachweisen; dessen Ergebnis ein
jahrhundertelanges Bestreben, die päpstliche Macht abzuschütteln herbeiführte. Dazu
kamen noch die nicht seltenen Streitigkeiten mit den Adelsfamilien und den Städten des
Umlandes, sowie die seltenen, aber oft schwerwiegenden Konflikte mit den deutschen
Kaisern. In dieser „Zwickmühle“ zwischen Papst, Kaiser, Adel und anderen Städten blieb
der Kommune nichts anderes übrig als zu versuchen ihre Stellung auszubauen. Dies lässt
sich durch die Architektur der Stadt zu dieser Zeit in Form von Bauwerken belegen, die die
Kommune errichten ließ oder alte Stellen der Antike für offizielle Akte nutzte (Lex Regia,
Aurel Statue, etc.). Die Kommune Rom entstand nach der stadtrömischen Revolution von
1143/44, nachdem sich damals das besitzende und bewaffnete Bürgertum Roms gegen die
päpstliche Herrschaft und gegen die „alte“ Aristokratie erhoben hatten. Ab dieser Zeit
machten sie ihre Ansprüche geltend.
2.2.
Die Adelsfamilien in Rom und deren Einfluss auf den Papst
Der stadtrömische Adel, der sich seit der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts „Senatus“
nannte, begann zu dieser Zeit nicht nur mit einer Politik, die sich nicht nur darauf
beschränkte die lokalen Angelegenheiten mit dem Papst gemeinsam zu regulieren, sondern
auch versuchten durch Eingliederung von Familienmitgliedern in die Kurie Einfluss auf
das Papsttum zu erlangen. Im späten 8. und 9. Jahrhundert gingen verschiedene Päpste aus
diesem Milieu hervor, die ihre Karriere im Lateranenpalast gemacht hatten. Die
Bestrebungen der Familien, das Papsttum von innen heraus zu manipulieren gab es auch zu
der Zeit Bonifaz VIII. in Rom. In dieser Zeit kristallisierten sich zwei um die Vorherrschaft
ringende, römische Adelsgeschlechter besonders heraus. Zum einen das Geschlecht der
Orsini und das der Colonna. Die römische Familie Orsini ist erstmals Ende des zwölften
Jahrhunderts als großer Einfluss innerhalb der stadtrömischen Partei zu belegen. Sie
versuchte den Papst zu bekämpfen. Die Familie erhielt von Innozenz III. Kastelle zum
Pfand, fürchtete aber diese wieder unter Bonifaz zu verlieren. Den ersten politischen
Aufschwung erlebte die Familie in den vierziger Jahren des dreizehnten Jahrhunderts, als
Nachkommen des „Ahnherrn“ Orso häufiger das Senatorenamt bekleideten. Die
Monopolisierung des Senatorrats wurde für den stadtrömischen Adel zum Vehikel des
politischen Aufstiegs. Ein Höhepunkt des Geschlechtes war es als Giangaetano 1277 als
Nikolaus III. den päpstlichen Thron bestieg. Von diesem Zeitpunkt an, bis weit ins
fünfzehnte Jahrhundert, war mindestens ein Orsini im Kardinalskollegium. Seit der
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Thronbesteigung Nikolaus III. konnte die Familie stets ihre Macht und ihre Territorien
ausweiten. Dies zählte aber nur für einen Teil der Familie, die seit 1244-66 ihren Besitz auf
zwei Linien aufgeteilt hatte. Ab dem vierzehnten Jahrhundert entstand eine dritte Linie des
Geschlechts außerhalb von Rom im Viterbesse. Dies zeigt, dass sich die Adelsfamilien in
einer Entwicklung befanden. Durch ihre Expansionspolitik entstanden in der Zeit Linien
der
Familie
die
unterschiedliche
Interessen
hatten,
infolge
von
lokalen
Unterschiedlichkeiten und politischen Interessen. Man kann sagen, dass die Familie Orsini
in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts und in den ersten Jahrzehnten des vierzehnten
Jahrhunderts ihre Machtgrundlage infolge ihrer Position in der Kurie gefestigt hat. Somit
konnten Sie ihre Interessen von innen und außen an den Papst tragen. Auch mit der
Familie Colonna verhält es sich ähnlich. Dieses bedeutende Adelsgeschlecht, welches in
Rom und Umgebung eine führende Stellung innehatte, erscheint auch zu beginn des
zwölften Jahrhunderts in Verbindung mit den Aufständen, bei dem Papst Paschalis II die
Kontrolle über zahlreiche Orte in der Umgebung Roms verlor. Auch ihr Aufstieg erfolgte
im
dreizehnten
Jahrhundert.
Als
ein
Familienmitglied,
dass
das
Amt
eines
Kardinalspriesters innehatte einen Zwist mit dem Papst Gregor IX hatte änderte sich die
politische Richtung des Hauses Colonna. Nach 1241 teilten sich die Colonna in zwei
Linien. Nach dieser Stagnation im politischen Bereich, ist ein
wiedererstärken der
Colonna unter Papst Nikolaus III zu verzeichnen. 1278 war Giacomo zum Kardinal
erhoben worden, und benutzte diese Position, um Familienmitglieder in die Kurie
einzugliedern. Des Weiteren wurde Giacomo vom Papst zum Kardinaldiakon erhoben,
auch betraute der Papst Familienmitglieder mit Regierungsämtern. Und die Colonna
gewannen an Einfluss. Doch dies änderte sich drastisch unter dem neuen Papst Bonifaz
VIII, der es sich zur Hauptaufgabe gemacht hatte das Colonnische „Natterngezücht“ zu
vernichten. Die Familienmitglieder der Colonna führten mit Bonifaz VIII heftigen Streit.
Vor allem Kardinal Giacomo und die Söhne des verstorbenen Giovanni. Dieser Streit
zwischen dem Adelsgeschlecht der Colonna und dem Papst wird die Colonna bewegen,
folgend gegen den Papst zu handeln. Dies ist ein Grund des Schismas, das innere Kräfte
aus Rom sich gegen den Papst stellten. Auch die Familie Colonna versucht von innen und
außen auf das Papsttum einzuwirken und ihre politischen Interessen durchzusetzen. Dies
funktioniert mit dem einen Papst besser, mit dem anderen weniger. Aber auch hier wird
das Vehikel des Kardinalsamts benutzt um in der Kurie „Fuss zu fassen“. Außer dem
Papsttum gab es ja auch noch andere Adelsfamilien, die einen stärker die anderen
schwächer; gegen die es sich zu behaupten galt.
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Auch die Kommune Rom hatte ihre Daseinsberechtigung, und somit war es für die
Adelsfamilien ein Dreieckspiel. Auf der einen Seite das Papsttum auf der anderen die
Kommune und an dritter Stelle der andere Adel. Jede dieser Gruppen hatte eigene
Interessen, die Sie vertraten und Mittel und Wege diese durchzusetzen.
2.3.
Der Einfluss des französischen Königs auf den Papst
Zur Zeit Bonifaz VIII regierte in Frankreich König Philipp IV mit dem Beinamen der
Schöne. Seine Politik entsprach neuen Richtlinien und war nicht mehr von der hochadligen
Umgebung bestimmt. Nach anfänglichen Plänkeleien wurde die Auseinandersetzung
zwischen römischen Papsttum und französischem Königtum von 1296 an immer härter.
Philipp IV belegte die Kirche in Frankreich mit Steuern. In einer Bulle reagierte Bonifaz
VIII empört über diese Steuerpraxis und verbot diese. Doch Philipp der schöne ließ sich
nicht beeindrucken, sondern stellte jegliche Abgaben nach Rom ein, und traf Bonifaz VIII
damit an seiner empfindlichsten Stelle, da Frankreich und England bezüglich der Abgaben
an das Papsttum die wichtigsten Länder waren. Diese Ereignisse sind im Kontext zu
betrachten, dass im dreizehnten Jahrhundert sich das Verhältnis zwischen Kirche und Staat
grundlegend
zu
verändern
begann.
Innozenz
III
musste
noch
vor
allem
Expansionsbestrebungen weltlicher Herrscher eindämmen, und konnte hierbei oft durch
politisches Wirken bei den Konkurrenten Gefahr abwehren, nicht so Bonifaz VIII. Dieser
musste sich in der Situation zu Recht finden, dass Frankreich und England nicht mehr so
auf Expansionspolitik wertlegten; stattdessen konzentrierten sich die Staaten auf die innere
Konsolidierung. Dazu gehörte auch die genannte Besteuerung der Kirche in Frankreich,
die zum Auslöser des Streites zwischen Philipp den schönen und Bonifaz VIII maßgeblich
beitrug. Der Einfluss des französischen Königtums auf das Papsttum ist in großen Teilen
finanzieller Natur. Da der Papst auf die Einnahmen der Länder Frankreich und England
nicht verzichten konnte.
3.
Zusammenfassung
Als Fazit kann man sagen, dass Rom als Machtbereich drei Instanzen innehatte: Das
Papsttum, die Bürgerschaft und den Adel, die Ihre jeweiligen Interessen geltend machen
wollten. Diese Konstellation in Rom, und das Verhalten der einzelnen Parteien, hat
letztendlich den Weg zum abendländischen Schisma bereitet. Die egoistische Weise, wie
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jede Partei versucht hat, ihre Interessen durchzusetzen; und die politischen Wandel
zwischen Kirche und Staat hat letztendlich das Fass zum überlaufen gebracht.
4.
Quellen- und Literaturverzeichnis
Bernhard Schimmelpfennig, Das Papsttum. Grundzüge seiner Geschichte von der Antike
bis zur Renaissance, Darmstadt 1984.
Bretscher-Gisinger, Charlotte; Meier, Thomas (Hrsg.): Lexikon des Mittelalters, Stuttgart
u.a. 2000.
Das Papsttum, hg. von Martin Greschat, 2 Bde., Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1985.
Georg Denzler, Das Papsttum. Geschichte und Gegenwart (C.H.Beck Wissen), München
1997.
Horst Fuhrmann, Von Petrus zu Johannes Paul II. Das Papsttum: Gestalt und. Gestalten,
München 1980.
Horst Fuhrmann, Die Päpste, München 1998.
Johannes Haller, Das Papsttum. Idee und Wirklichkeit, 5 Bände, 2. Auflage, Stuttgart
1950-1953.
Rom im hohen Mittelalter, Studien zu den Romvorstellungen und zur Rompolitik vom 10.
bis zum 12. Jahrhundert Reinhard Elze zur Vollendung seines siebzigsten
Lebensjahres gewidmet, hrsg. Bernhard Schimmelpfennig und Ludwig
Schmugge, Sigmaringen 1992.
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Seminar „Rom im Mittelalter“
Rom ohne Päpste
Die Übersiedlung der Papstresidenz nach Avignon im 14.
Jahrhundert und ihre Auswirkungen auf die Stadt Rom
Sevda Kayataş
1. Einleitung
Seit undenkbaren Zeiten ist Rom die Residenz der Päpste, dort wo der Apostel Petrus
begraben war, als dessen Nachfolger sie amtieren. Doch seit Papst Clemens V. (1305 –
1314) verlagert sich der päpstliche Sitz in die südfranzösische Stadt Avignon, in welcher
der Bischofspalast neben der Kathedrale zu einem prunkvollen Palast ausgebaut wird. Das
Ansehen des Papstes lässt deutlich nach, die päpstliche Autorität wird gar in Frage gestellt,
und es wird vielseits als Skandal empfunden, dass sich das Papsttum mit der Übersiedlung
unter den Einfluss des übermächtigen französischen Königs begibt. Am Ende dieser
Epoche kommt es zum sogenannten Schisma, zur Spaltung, bei dem mehrere Päpste
parallel den Anspruch erheben, das legitime Oberhaupt der Kirche zu sein. Im Folgenden
soll dargestellt werden, wie es zur Übersiedlung des Papsttums nach Avignon kam;
mithilfe einer Darstellung des Papstpalastes in Avignon soll ein Einblick zu den Ausgaben
gewährleistet werden. Im Rahmen der Zielsetzung unseres Seminars sollen natürlich auch
die unmittelbaren Auswirkungen der Verlagerung der Papstresidenz auf die Stadt Rom
festgehalten werden. In einer kleinen Zusammenfassung sollen die wichtigsten Ergebnisse
festgehalten werden, um die Relevanz der sogenannten „Babylonischen Gefangenschaft“
zu verdeutlichen.
2.
Hauptteil
2.1.
Die „babylonische Gefangenschaft“ der Päpste in Avignon
Mit dem Terminus „Avignonesisches Papsttum“ bezeichnet man den Zeitraum, in der das
Papsttum seinen Sitz in der französischen Stadt Avignon einnimmt. Dieser Periode wird
der Zeitraum von 1309 bis 1377 zugrunde gelegt, in dieser Zeit werden sieben von der
Kirche anerkannte Päpste gezählt: Clemens V. (1305-1314), Johannes XXII. (1316-1334),
Benedikt XII. (1334-1342), Clemens VI. (1342-1352), Innozenz VI. (1352-1362), Urban
V. (1362-1370) und Gregor XI. (1370-1378) , mit dem das avignonesische Exil
grundsätzlich beendet wird, da sich dieser zu einer Rückkehr nach Rom überreden lässt.
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Rom ohne Päpste
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In der Jahrhundertwende zum 13. Jahrhundert ist der französische König der wohl
einflussreichste und mächtigste Herrscher in Europa. Ihm gelingt es, Frankreich zu einem
zentralistischen Staat auszuweiten, in Folge dessen er weiter das Interesse verfolgt, die
Grenzen auszuweiten und die päpstliche Macht für sich zu gewinnen.
Logischerweise gefällt dies wohl am wenigsten dem Papst selbst, zu dem Zeitpunkt
Bonifatius VIII., der den französischen König in einer Bulle (Siegel, Urkunde) auf seinen
Anspruch der päpstlichen Weltherrschaft verweist. Bonifatius VIII. scheint sich nicht
bewusst darüber zu sein, dass sich Philipp IV. von Frankreich nicht um Machtansprüche,
auch nicht die des Papstes, sorgt. Dieser lässt ihn im Jahre 1303 umgehend aus seiner
Sommerresidenz in Anagni entführen. Für dieses sogenannte „Attentat von Anagni“
schließen sich Vertreter des französischen Adelsgeschlechts der Colonna und eine mit dem
Papst verfeindete italienische Adelsfamilie zusammen und stürmen am 7. September 1303
die päpstliche Residenz mit Rufen wie „Frankreich und Colonna“. Diese Rufe und die
Festnahme entgegnet Papst Bonifatius VIII. allein mit den Worten „«Hier ist mein Nacken,
hier mein Haupt»“ und scheint entschlossen, eher zu sterben, als abzudanken. Obwohl ihm
mit Hilfe der Bürger von Anagni nach zwei Tagen die Vertreibung der Fremdlinge gelingt,
erliegt Bonifatius VIII. im Alter von 73 Jahren nach einer apathischen Phase dem Tod.
Sein Nachfolger Clemens V. (Benedit XI. hielt das Amt des Papstes nur ein Jahr lang inne)
zeigt deutlich mehr Kooperation und lässt sich angesichts angespannter Verhältnisse in
Rom dazu überreden, den Sitz nach Frankreich zu verlegen, wo er sich ab 1309 dauerhaft
in Avignon niederlässt, trotz aller Beteuerungen, nach Rom zurückkehren zu wollen. Mit
dieser Verlagerung des Papsttums beginnt die sogenannte Babylonische Gefangenschaft
der Päpste, die bis zum Jahre 1377 dauern soll.
Da die Italiener lautstark die Rückkehr des Papstes nach Rom fordern, die Franzosen
hingegen den Verbleib in Avignon, vergehen zwei Jahre, bis sich die untereinander
zerstrittenen Kardinäle mehrheitlich auf einen Anwärter des Amtes einigen können. Diese
Entscheidung resultiert aus einer List des französischen Königs, bei der er die Kardinäle
einzeln, ohne das Mitwissen der anderen, nach Lyon einlädt, sie vierzig Tage einsperrt und
unter diesem Druck die Wahl des Johannes XXII. (1316-1334) erwirkt, der aufgrund seiner
kleinwüchsigen und kränklichen Art eigentlich nur als Übergangspapst dienen soll,
dennoch neunzig Jahre alt wird und somit 18 Jahre im Amte des Papstes verweilt. „Mit
ihm kam eine der unwürdigsten Persönlichkeiten auf den päpstlichen Thron.“
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Bezüglich des Verhältnisses des Papsttums zu Frankreich ist auszuführen, dass die
Eröffnung eines Prozesses gegen den toten Papst Bonifaz VIII. ein ausschlaggebendes
Druckmittel des französischen Königs gegen das Papsttum darstellt. In der Folgezeit
erhalten die Könige Frankreichs ansehnliche Kredite, die Befugnis zur Steuererhebung auf
kirchliche Veranstaltungen und weitere diverse Vergünstigungen. Dennoch weiß Papst
Johannes XXII. seine Unabhängigkeit gegenüber dem König zu wahren, besonders in
Angelegenheiten, die die rechtliche Kompetenz betreffen. Aus der Verlegung der
Papstresidenz nach Avignon resultiert gleichsam eine tiefgreifende Modifizierung des
Kardinalkollegiums; 111 von 134 Kardinälen sind Franzosen. In ihrem Interesse steht
keineswegs die Rückverlegung der päpstlichen Residenz nach Rom, ihr Hauptanliegen ist
das Aufrechterhalten der Kurie auf französischem Boden.
So kommt es zur Erhebung einer massiven Opposition gegen den Aufenthalt der Päpste in
Avignon. Die heilige Brigitta von Schweden, eine Mystikerin und Ordensgründerin (13031373), bedrängt den Papst mit der Ankündigung eines schrecklichen Strafgerichts, eine
ihrer Visionen, woraufhin Papst Innozenz VI. (1352 – 1362) mit der Vetternwirtschaft
aufräumt. Der Kaufmann Boccaccio, der im Jahre 1354 als Gesandter des Stadtstaates
Florenz nach Avignon kommt, bestärkt den Papst in seiner Idee bezüglich der Rückkehr
nach Rom, die Papst Urban V. (1362 - 1370) umsetzt, wenn auch nur vorübergehend.
Schließlich fasst Gregor XI. (1370 – 1378), der letzte französische Papst, den Entschluss,
nach Rom zurückzukehren, und tut dies im Jahre 1977.
Zunächst erlebt der Papstpalast einen besonderen Tiefpunkt in seiner Geschichte. Nach der
Rückkehr des Papstes nach Rom wählen die in Avignon zurück gebliebenen Kardinäle auf
Anordnung des französischen Königs einen Gegenpapst, im Jahre 1378 Clemens VII. und
Benedikt XIII. im Jahre 1394, womit er das große abendländische Schisma
heraufbeschwört. Dieses Schisma spaltet das katholische Christentum und damit die
lateinische Kirche jahrzehntelang und fügt dem Ansehen der Kurie großen Schaden zu.
2.2.
Der Papstpalast in Avignon
Als Papstresidenz wird zunächst der Palais Vieux südlich der Bischofskirche, der sich in
vier Flügeln und einem Kreuzgang gruppiert, gewählt. Er ist später von einem Hauptportal
im Hof des späteren Palais Nouveau zugänglich. Für den Bau der neuen Palastanlage muss
die Pfarrkirche der Stadt neben der Bischofskirche abgebrochen werden, an deren Stelle
die Kapelle Benedikts XII. tritt.
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1
Die Westfront der neuen Palastanlage verfügt über Blendarkaden, die über alle Stockwerke
des Gebäudes reichen. Diese Westfront des Palais Nouveau stellt heute die eigentliche
Schauseite der Palastanlage dar, der Haupteingang des Komplexes wird durch den Anbau
von zwei kleinen Türmen hervorgehoben.2
Zwar orientiert sich die Architektur der Palastanlage an den Behausungen des Adels,
dennoch ist die äußere Anlage eher funktional und nüchtern. Neben der hierarchischen
Gliederung der Innenräume mit abgegrenzten Privatbereichen wurden keine Kosten für die
prachtvolle Innenausstattung gescheut. Künstler und Maler wurden engagiert, um die
Innenausmalung der Räume zu gestalten. Viele Fresken sind verloren gegangen, einige
Wandmalereien sind dennoch erhalten geblieben, unter anderem solche, die unter Matteo
Giovanetti entstanden sind und auch die päpstlichen Gemächer umfassen.
Bedauerlicherweise sind aufgrund der schlechten Behandlung der Räumlichkeiten nur
noch Teile der einst prunkvollen Innenausstattung erhalten. Während der Französischen
Revolution im Jahre 1789 wurde der Palast geplündert, anschließend als Gefängnis und
Archiv genutzt, was den Innenräumen folglich Schaden zufügte.
„Statt nach Rom zurückzukehren, baute er zur Kränkung Petrarcas und aller Italiener die
päpstliche Burg zu Avignon in so kolossalen Verhältnissen aus, als sollte der Sitz des
1
2
www.eckart-winkler.de/reise/frankr/p_papst.jpg - Stand: 19. Juli 2007, 16:59 Uhr.
http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/w3/provence/avignon/texte/avignon1.htm - Stand: 20.
Juli 2007, 11.35 Uhr.
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Papsttums dort in Ewigkeit fortdauern.“3 Insgesamt besteht Einigkeit darüber, dass die
eindrucksvolle Palastanlage für die verschwenderische Art des damaligen Papsttums steht.
Vor allem Johannes XXII. scheut keine Mühen und Kosten, um sich sein Wohlbefinden
und das seiner Familie zu sichern. Die Erscheinung der Palastanlage vermittelt ein Bild
von Abgeschlossenheit und Widerstandsfähigkeit, demnach nimmt er neben der Funktion
einer Festung auch eine repräsentative ein.
2.3.
Auswirkungen auf die Stadt Rom
„Die (...) Verlegung der Kurie nach Avignon erschütterte den Primat Roms.“ Diese
Erschütterung erreicht in der Mitte des 14. Jahrhunderts ihren Höhepunkt und äußert sich
zum Einen in einer langanhaltenden wirtschaftlichen Krise und gleichzeitig im deutlichen
Rückgang der Bevölkerungszahl. Folge dieser Krise ist unter anderem die Übersiedlung
von Kaufleuten, Bankiers, Kriegsleuten, Literaten, Rechtskundigen, Kardinälen und hohen
Prälaten in die neue päpstliche Residenzstadt Avignon. Festgehalten werden muss das
relative Ausmaß der wirtschaftlichen Krise, von der die Stadt Rom betroffen ist: die
Wirtschaftskrise hat weitreichendere Folgen als die Pest im Jahre 1348.
Ebenso erschütternd ist die ausbleibende Finanzierung der Stadt Rom durch Gelder aus
dem Peterspfennig, der Geldfluss richtet sich zu diesem Zeitpunkt ausschließlich auf
Avignon, in Folge dessen kirchliche Bauvorhaben aufgegeben werden, die wiederum zum
Verfall der Kirchen in Rom führen. Für die Stadt selbst ist die Gewährung eines
Jubeljahres für das Jahr 1350 durch den avignonesischen Papst von äußerst großer
Bedeutung, der aufkommende Strom von Menschen soll Impulse geben und zu einem
möglichen Aufschwung der Wirtschaft der Stadt Rom beitragen.
Jedoch bringt die Abwanderung der päpstlichen Residenz nicht ausschließlich Nachteile
für die Stadt mit sich. Die zur Mitte des 14. Jahrhunderts bereits lang anhaltende
Abwesenheit des Papstes führt zur Stärkung der kommunalen Selbstständigkeit und
verhilft dem Popolo zu beträchtlichem Einfluss. In diesem Popolo sind Gruppen von
aufsteigenden sozialen Schichten vertreten, wie beispielsweise die Bovattieri, in der sich
Kaufleute, wohlhabende Geldleiher, Grundbesitzer und Großbauern einfinden. Die Gruppe
der Cavallerotti bilden untere Ränge des stadtrömischen Adels. Ebenso steigen Vertreter
der Arti auf, größtenteils Händler und Bankiers.
3
siehe: Kampf, Waldemar (Hg.): Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter. Vom V bis XVI. Jahrhundert.
Band II (Siebentes bis zwölftes Buch), München 1978.
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Die Rückkehr des Papsttums nach Rom unter Papst Gregor XI. im Jahre 1377 hätte der
großen wirtschaftlichen Krise, der die Stadt unterlag, eine Erleichterung geben können,
doch
durch
das
folgende
abendländische
Schisma
wird
Rom
in
innere
Auseinandersetzungen und Kriege verwickelt. In dieser Zeit stellt die Amtszeit des Bonifaz
IX. (1389-1404) eine positive Wende in der Entwicklung der Wirtschaft Roms dar: Er
verlegt das Jubeljahr um 10 Jahre vor, auf das Jahr 1390, nimmt die Instandsetzung und
Verbesserung der Infrastruktur in Angriff und sorgt für große Restaurationsarbeiten der
Kirchen. Mit den positiven Auswirkungen seiner Entscheidungen trägt Papst Bonifaz IX.
in hohem Maße zur Wiederherstellung der päpstlichen Oberherrschaft über Rom bei.
Anschließend folgende Verschwörungen und Revolten können diese Hegemonie kaum
noch in Gefahr bringen.
Mit dem Ende der Kirchenspaltung (1417) und der endgültigen Rückkehr des Papsttums
nach Rom wird für die Wirtschaft Roms eine Phase des Aufschwungs ermöglicht – Rom
wird als Zentrum des Konsums zu einem Brennpunkt von Finanzgeschäften. Neben den
steigenden Bevölkerungszahlen wird die Stadt wieder künstlerisches und kulturelles
Zentrum. Der wieder nach Rom geleitete Geldfluss ermöglicht den Päpsten die
grundlegende Veränderung des Stadtbildes. Viele Päpste des 15. Jahrhunderts führen
Veränderungen bezüglich der Bausubstanz und der Erweiterung der Straßen durch. Die
moderne Gestaltung des Stadtbildes und die Aufgabe der Bipolarität der offiziellen
Residenz der Päpste folgen. Man entscheidet sich für den Vatikan als offizielle
Papstresidenz.
3.
Zusammenfassung
Te Das Attentat von Anagni ist ein besonderes Schlüsselereignis in der Geschichte des
Papsttums, da dieses jahrelang in die Abhängigkeit Frankreichs gerät. Mit der
Übersiedlung nach Avignon blüht die Argumentation auf, dass der Papst nur bedingt
seinen Sitz in Rom haben müsse und durchaus auch an anderen Orten, somit auch in
Frankreich,
residieren
könne. Aufgrund der bereits
vorangegangenen häufigen
Abwesenheiten wird die Idee gepflegt, dass Rom dort anzutreffen sei, wo sich Papst und
die Kurie befänden. Dennoch kann die Umsiedlung der Anziehungskraft der Zugkraft
Roms mit seinen Apostelgräbern und Hunderttausenden Besuchern zu den Jubeljahren
nicht standhalten.
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Ebenso deutlich sind die Auswirkungen der Umsiedlung der päpstlichen Residenz auf die
Stadt Rom zu beachten, die sich nicht nur negativ, sondern auch überaus positiv äußern.
Ein deutlich negativer Aspekt der Umsiedlung nach Avignon ist die aufkommende Phase
der wirtschaftlichen Krise. Der ausbleibende Geldfluss führt zum Abbruch von
Bauvorhaben und Zerfall der Kirchen. Dennoch stellen die von den Päpsten ernannten
Jubeljahre Impulse für die römische Wirtschaft dar. Weitere positive Aspekte der
Abwesenheit der Päpste sind die Verselbstständigung der Kommunen und die Ausweitung
des Einflusses der Popolo.
Die Rückkehr des Papsttums nach Rom unter Papst Gregor XI. im Jahre 1377 bedeutet
zeitweilig eine weitere Verschlechterung der Wirtschaft, da die Stadt Rom in Folge des
abendländischen Schismas in innere Auseinandersetzungen und Kriege verwickelt wird.
Eine positive Wende für die Entwicklung der Stadt Rom stellt das Pontifikat des Bonifaz
IX. dar. Neben der Vorverlegung des Jubeljahres um 10 Jahre nimmt er die Instandsetzung
und Verbesserung der Infrastruktur in Angriff und sorgt für große Restaurationsarbeiten
der Kirchen, womit er in hohem Maße zur Wiederherstellung der päpstlichen
Oberherrschaft über Rom beiträgt.
Mit dem Ende der Kirchenspaltung erlebt Rom einen wirtschaftlichen Aufschwung und
wird erneut zum Brennpunkt von Finanzgeschäften, kulturellen und künstlerischen
Zentrum.
4.
Quellen- und Literaturverzeichnis
FUHRMANN, Horst: Die Päpste. Von Petrus zu Johannes Paul II. München, 1988.
DENZLER, Georg: Das Papsttum. Geschichte und Gegenwart, 2., aktualisierte Auflage,
München 2004.
ANGERMANN, Norbert; BAUTIER, Robert-Henri; AUTY, Robert (Hrsg.): Lexikon des
Mittelalters. Band I. Aachen bis Bettelordenskirchen, München, Zürich 1980.
ANGERMANN, Norbert; BAUTIER, Robert-Henri; AUTY, Robert (Hrsg.): Lexikon des
Mittelalters. Band V. Hiera-Mittel bis Lukanien, München, Zürich 1980.
ANGERMANN, Norbert; BAUTIER, Robert-Henri; AUTY, Robert (Hrsg.): Lexikon des
Mittelalters. Band VI. Lukasbilder bis Plantagenêt, München, Zürich 1980.
ANGERMANN, Norbert; BAUTIER, Robert-Henri; AUTY, Robert (Hrsg.): Lexikon des
Mittelalters. Band VII, München, Zürich 1980.
HEIMANN, Heinz-Dieter: Einführung in die Geschichte des Mittelalters, Stuttgart 1997.
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KESSLER, Herbert L.; ZACHARIAS, Johanna: Rome 1300. On The Path Of The Pilgrim,
Yale 2000.
KAMPF, Waldemar (Hrsg.): Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter. Vom V. bis XVI.
Jahrhundert, Band II (Siebentes bis zwölftes Buch), München 1978.
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Cola di Rienzo
Johannes Osterberg
1. Einleitung
Rom ohne Papst ist ein Zustand den wir uns heute relativ schwer vorstellen können. Wie
schwerwiegend und fatal dieser Zustand für die Römer im 14. Jahrhundert gewesen sein
mag, können wir nur erahnen. Der Papst war nicht nur das geistige Oberhaupt der
Christenheit, sondern auch ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor für Rom und die Römer. Der
Papst verbesserte und wartete die Infrastruktur der Stadt mit dem Bau von Straßen,
Hospitälern etc. Das Geld zirkulierte, der Handel blühte, die Bevölkerung wuchs an.
Der französische König und das Papsttum konkurrierten um die Macht in Italien und um
die Steuereinnahmen der Kirche in Frankreich. Durch das „Attentat von Anagni“ wurde
der damalige Papst Bonifatius VIII. in seiner Sommerresidenz in Anagni als Geisel
genommen und starb wenig später an den Folgen. Der neue Papst war nun ein Franzose
und residierte in Avignon. Fast 70 Jahre gab es in Rom keinen Papst (1309 – 1377); mit
allen Folgen und Chancen für die Bürger Roms.
Ich möchte nun erklären wie sich die politische und wirtschaftliche Situation in Rom
entwickelte, während es keinen Papst in Rom gab. Das Machtvakuum, welches der Papst
hinterließ, musste gefüllt werden. Hierbei möchte ich besonderen Wert auf Cola di Rienzo
legen, der die Idee der Römischen Republik gegen die Ansprüche der Adelsfamilien
durchsetzte. Cola di Rienzo konnte sich nicht lange als Volkstribun halten; seine Amtszeit
betrug weniger als 7 Monate und zwar vom 22. Mai1347 bis zum 15. Dezember desselben
Jahres.
2. Hauptteil
2.1.
Die Probleme, die sich für Rom durch die Abwesenheit der Päpste
ergab.
Durch die Abwanderung der Kurie und des neu gewählten Papstes in Avignon ergaben
sich viele Probleme für die Stadt Rom. Durch die Tatsache, dass der Papst der wichtigste
Wirtschaftsfaktor der Stadt Rom war, folgte durch seine Abwesenheit eine wirtschaftliche
Depression. Die wirtschaftliche Situation erlaubte es nicht, infrastrukturelle Bauten wie
Straßen, Wasserleitungen und Hospitäler weiter instand zu halten. Durch die Abfuhr des
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„Peterspfennigs“ nach Avignon konnten die großen Kirchenbauten und Kardinalspaläste
nicht weiter gebaut oder gar vollendet werden.
Die Abwanderung von Kardinälen und hohen Prälaten, Ärzten, Notaren, Bankiers,
Kaufleuten sowie Prostituierten nach Avignon verschlechterte die wirtschaftliche Lage in
der Mitte des 14. Jahrhunderts extrem. Man muss also statt von einer Depression von einer
wirtschaftlichen Krise sprechen. Die Bevölkerungsdichte sank rapide.
Zu der sich immer weiter verschlechternden wirtschaftlichen Situation kam der Kampf der
beiden großen Adelsfamilien Colonna und Orsini um die Stadt Rom hinzu. Diese beiden
Familien bekämpften sich schon länger. Nach dem Tod Bonifatius VIII. und dem nun
vorhandenen Machtvakuum, kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen;
gekämpft wurde um die Vorherrschaft in Rom. Dabei ist zu bedenken, wie Ronald G.
Musto anmerkt: „To see the barons of Cola`s Rome as simply a collection of medieval
gangster families set upon dividing up the city into their own territories would be only part
of the truth“4 Es geht nicht nur um die territoriale Macht, sondern auch um die wirtschaftliche Vorherrschaft in Rom. Bedingt durch die Streitigkeiten der Familien kam es auch zu
einer enormen Rechtsunsicherheit. Pilger, die immer einen wichtigen Wirtschaftsfaktor
bildeten, wurden auf offener Strasse erwürgt; Bauern, die ihr Feld bestellen wollten,
mussten sich auf ihren Feldern bewaffnen um nicht von Banditen überfallen zu werden.
2.2.
Cola di Rienzo unter der Gesandtschaft nach Avignon
Der Sohn aus einfacher Herkunft (seine Mutter war eine Wäscherin, sein Vater ein
Schankwirt) konnte trotz dieser relativ schlechten Startbedingungen ein hoch gebildeter
Mann werden. Nach dem Tod seines Vaters musste er als Bauer bei seinen Verwandten in
Anagni leben; er kehrte jedoch 20 Jahre später nach Rom zurück. Cola waren die antiken
Texte von Cicero, Livius, Seneca, Valerius sowie allerlei Inschriften bekannt. Diese
Kenntnisse verschaffte er sich wahrscheinlich durch das Selbststudium dieser Texte. Die
einzigen beiden Möglichkeiten für einen „Plebejer“ eine höhere Laufbahn einzuschlagen
bestanden darin, das Priester –oder Notarsamt zu wählen. Cola entschied sich für die
Laufbahn eines Notars; er machte wohl schon früh durch rhetorisch perfekte Reden auf
sich aufmerksam. So ist es nicht verwunderlich, dass Cola di Rienzo 1334 als Mitglied der
Delegation der „13 Männer“ nach Avignon reiste. Ziel dieser Delegation war es, den Papst
dazuzubewegen wieder nach Rom zurückzukehren; oder wenigstens ein Jubeljahr für 1350
4
Muston, Ronald: 2004, S.88.
Seite 16
Seminar „Rom im Mittelalter“
Rom ohne Päpste
statt 1400 auszurufen. Beide Bitten würden die Wirtschaft Roms wieder stärken. Papst
Clemens VI. bewilligte das Jubeljahr, nicht aber die Rückkehr nach Rom.
Cola blieb noch ein wenig in Avignon; hier entwickelte sich auch eine Freundschaft
zwischen ihm und dem Dichter Petrarca. Die Willkürherrschaft und die Anarchie in Rom
wurden von Cola di Rienzo angeprangert und er machte die Adelsfamilien verantwortlich.
Diese Vorwürfe wurden von dem Kardinal Johann Colonna mit Missmut aufgefasst; er
verlangte, dass Cola nicht weiter am Hofe des Papstes weilen durfte, sodass Cola an einer
anderen Stelle in Avignon Obdach suchen musste. Petrarca versuchte den Papst
zu
verleiten, Cola wieder aufzunehmen, was ihm auch gelang.
Durch das Aufsehen, welches Cola in Avignon sowie in Rom erregt hatte, wurde er am 13.
April 1344 zum Notar der städtischen Kammer in Rom befohlen. Ab Ostern führte er
dieses Amt dann in Rom auch aus.
2.3.
Cola di Rienzo als Volkstribun
In Rom angekommen begann er sofort die hohen
Adeligen anzuklagen. Mit Argwohn wurde dies von
den Fürsten betrachtet; bei den Bürgern hingegen
wurde er immer beliebter. Durch Zufall entdeckte
Cola
im
Lateran-Palast
die
„lex
de
imperio
Vespasiani“; durch diese Gesetze wurde Vespasian
am 22. Dezember 69 n. Chr. die Kaiserwürde
übertragen. Cola ließ die Bronzetafel im „Lateran“
einbauen.
Um die Tafel malte er den Römischen Senat bei der
Übergabe der Kaiserwürde an Vespasian. Zweck
Cola di Rienzo Abbildung 1.
dieses Aufwandes war es, den alten römischen Senat
und damit die alte römische Republik zu verherrlichen. In einer Rede, die er vor diesem
Arrangement hielt, verkündete er, dass es bis zum baldigen Jubeljahr der Stadt weder an
Frieden noch an Nahrung mangeln dürfte. Cola erhielt Beifall von beiden Seiten; dem Adel
und den Bürgern Roms. Durch solche und andere Reden wurde der Einfluss Cola`s immer
größer, sodass er bald in allen Schichten der Bevölkerung Bewunderer fand; darunter
waren auch einige Bischöfe.
Nun konnte Cola mit seinen vielen Anhängern einen Putsch gegen den jetzigen „bösen“
Senat bzw. die zwei adeligen Senatoren, Robert Orsini und Petrus Colonna, durchführen.
Seite 17
Seminar „Rom im Mittelalter“
Rom ohne Päpste
Am 19. Mai 1347 marschierten die unbewaffneten Anhänger Colas zum Kapitol. Am
Kapitol angekommen hielt Cola eine überwältigende Rede; er sprach davon, dass die
öffentlichen Zölle der städtischen Kammer gehörten und nicht weiter von den Baronen
geschöpft werden sollten. Die Aristokraten dürften keine Festungen mehr besitzen und
Banditen keinen Schutz
gewähren, wie sie es zu diesem Zeitpunkt noch taten. Das
„Parlament“ erhob Cola zum Diktator und setzte seine neuen Gesetze fest. Dann wurde er
noch vom Volk zum Tribun gewählt. Dieses alte Amt aus der Römischen Republik sprach
seit jeher für das einfache Volk. Zusätzlich zu der Rezeption der Antike, die man auch
deutlich auf der Abbildung 1. erkennen kann, nannten sie Cola nun aus dem christlichen
Verständnis des Mittelalters heraus: „Nicolaus, durch die Autorität unseres gnädigen Herrn
Jesus Christus der Gestrenge und Gnädige, der Tribun der Freiheit, des Friedens und der
Gerechtigkeit und erlauchter Befreier der Heiligen römischen Republik“5. Er verstand sich
als Befreier von den Tyrannen.
Als erste Amtshandlung verwies Cola die Fürsten auf ihre Güter. Die kleinste Straftat der
Fürsten wurde mit hohen Geldbußen geahndet. Um die Versorgung der Stadt mit Getreide
zu sichern befohl er in jedem Stadtteil Roms Kornspeicher anzulegen.
Am 26. Juli wurde ein für die Fürsten wie auch für den Klerus folgenschweres Gesetz
erlassen; alle Ämter und Privilegien, die das römische Volk jemals verliehen hatte, sollten
wieder an das solche zurückfallen. Dies hätte also nicht nur adelige Richter oder Juristen
getroffen, sondern auch die Kirche und zwar mit der Zurückforderung der
„Konstantinschen Schenkung“. Diese Anmaßung ist nur durch die Selbstsicherheit und das
Selbstverständnis der Römer jener Zeit
zu erklären. Cola agitierte natürlich in diese
Richtung, sodass das römische Volk sich als alleinige, fortdauernde Machtquelle der Welt
darstellte und verstand. Zur gleichen Zeit schickte Cola Boten in viele Städte und verlangte,
dass sich die anderen italienischen Republiken unter Rom zusammenschlossen; so sollte
ein neues Römisches Reich entstehen. Das erregte natürlich die Gemüter der anderen
Städte; sie bangten um ihre Autonomie. Cola konterte, indem er jeder Stadt das Römische
Bürgerrecht verlieh.
Durch das am 26. Juli erlassene Edikt lud Cola alle, die irgendeinen Anspruch auf den
Kaiserthron oder ein anderes durch das Römische Volk vergebende Amt erhoben, ein.
Somit wurden Ludwig von Bayern, Karl König von Böhmen und die Erzbischöfe von
Mainz, Trier und Köln eingeladen. Alle diese Personen kamen natürlich nicht zu dem
gesetzten Termin. Die Ideenwelt Colas wurde immer fantasievoller. Nun erwog er es, sich
5
Übersetzt: Gregorovius, Ferdinant, Buch 11, S. 689.
Seite 18
Rom ohne Päpste
Seminar „Rom im Mittelalter“
selbst zum Kaiser über die Welt zu krönen. Diesen Gedanken verwarf er aber wieder aus
Angst vor den Konsequenzen durch den Papst. Stattdessen ließ er sich nun zum Tribun
krönen (gewählt war er schon). Dies geschah aber nicht mit einer, sondern mit sechs
Kronen. Seit diesem Zeitpunkt verglich er sich auch mit Jesus, der wie er in 33 Jahren seine
Taten vollbracht hatte. Dies und seine ausschweifenden Feste im Lateran-Palast dürften
auch für seine Unterstützer und Anhänger zuviel gewesen sein. Am 1. August verkündete
Cola ein Edikt, welches verlangte, dass der Papst nach Rom zurückkehren sollte, da Rom
und die Kirche eins seien. Weiter sagte Cola, dass die Einheit Italiens kurz bevor stände.
Der Papst musste handeln, da er sonst viel Boden in Italien verlor und sollte Cola Erfolg
mit seinen Plänen haben, so würde das Papsttum in die Abhängigkeit der Römischen
Republik geraten. Oder aber sollte die Kurie in Avignon bleiben, viel historische
Legitimität verlieren. Alle Kardinäle, darunter natürlich auch Orsini und Colonna,
verlangten, dass Cola abgesetzt werden sollte. So verkündete der Papst, dass dies
geschehen solle und beauftragte den Legaten Bertrand de Deus, der sich in Neapel befand,
nach Rom zu reisen und neue Senatoren zu ernennen. Der Papst exkommunizierte Cola.
Viele Briefe wurden an hohe Adelige verschickt; die besagten, dass sie den Legaten des
Papstes unterstützen sollten. Den Bannspruch des Papstes fasste Cola mit Bestürzung auf.
So verfasste er einen Brief, in dem er all seine Verdienste aufzählte und er empfinde es als
ungerecht, so von dem Papst behandelt zu werden.
2.4.
Der Sturz Colas
Durch viele seiner Gesetze und Edikte sowie sein Handeln wurde der Hass der Adeligen
und das Unwollen des Papstes auf Cola di Rienzo derart groß, dass sich die römischen
Adeligen zu einer Allianz zusammenschlossen. Danach wurde Rom öfters belagert um die
Nahrungsversorgung zu blockieren. Schließlich griff die Allianz der Fürsten am 2.
November 1347 an. Cola konnte allerdings nicht besiegt werden, da ihn seine selbst
gegründete Miliz verteidigte. Viele Adelige, darunter auch Colonna, starben an diesem
Tag. Durch die vielen Toten in der von Petrarca verehrten Familie Colonna wendete sich
auch sein Freund von Cola ab. Am Tag nach der Schlacht taufte di Rienzo seinen Sohn in
der Blutlache eines Colannas zum Ritter; durch diese Tat verspielte Cola den Rückhalt
seiner Ritter, die sich fortan weigerten ihm zu folgen. Die Soldaten der italienischen StädteAllianz konnten lange Zeit nicht bezahlt werden, deswegen erhöhte der Tribun die
Salzsteuer drastisch. Die Bürger Roms wurden missmutig gestimmt. Nun wurde Cola
Seite 19
Rom ohne Päpste
Seminar „Rom im Mittelalter“
anscheinend etwas kraftlos und er erlaubte dem päpstlichen Legaten den Zutritt nach Rom
und fügte sich der päpstlichen Anordnung. Alle Dekrete und Erlasse wurden
zurückgenommen. Es wurden 39 Beiräte für di Rienzos Stadtregiment gewählt; diese
wurden aber schnell wieder von dem römischen Volk samt päpstlichen Legaten vertrieben.
Der Rückhalt in der Bevölkerung ging zurück, was vor allem auch mit der
Exkommunizierung Colas zu tun hat. Cola flüchtete in ein 3 Jahre andauerndes EremitenExil. Nun betrieben die Fürsten wieder eine Restaurations-Politik und die Allianz der
Städte zerfiel.
Er kehrte zwar später mit der Unterstützung Innozenz VI. nach Rom zurück, konnte sich
aber nicht lang in Rom halten, da er nun seine Macht und Autorität noch gewaltsamer
durchsetzten wollte. Des Weiteren war Cola nur noch einer von zwei Senatoren und nicht
mehr alleiniger Herrscher. Im Oktober 1354 setzte sich die Stadtbevölkerung zur Wehr und
überrannte das Kapitol. Cola versuchte verkleidet zu entkommen, schaffte es aber nicht. Er
wurde hingerichtet und sein Leichnam quer durch die Stadt geschliffen.
3. Fazit
Bei Cola die Rienzo finden wir viel Typisches für das Mittelalter in Rom, aber auch neue
Entwicklungen oder welche, die so umgedeutet wurden. So ist es nicht verwunderlich, dass
Ferdinant Gregorovius, der die „Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter“ in der Mitte des
19. Jahrhunderts schrieb, in Cola di Rienzo zwar einen größenwahnsinnigen Tyrannen sah,
ihn aber auch als einen Vordenker der Renaissance beschrieb. Dabei wird die nationale
Einheits-Idee auf Cola gemünzt. Heute sieht man dies etwas anders; die nationalstaatliche
Deutung von Gregorovius wandelte sich in den Begriff der „Rom-Idee“6. Diese Rom-Idee
mit all ihren Idealen war wohl unter den Zeitgenossen des Cola di Rienzos weit verbreitet.
Dies kann man an den frühen Gedichten Petrarcas sehen.7 Während der kurzen Amtszeit
Cola die Rienzos wurde zwar viel bewegt, aber nicht viel erreicht. Eine vorübergehende
wirtschaftliche Verbesserung ist zu bemerken; sie ist aber nur bis zur Pestwelle 1348
spürbar. Die politische Idee einer römischen Großrepublik wurde schon während Colas
Amtszeit nur rudimentär erreicht. Die erreichte Allianz der Römischen Republiken zerfiel
kurze Zeit später während der Restauration der Fürsten. Cola bekämpfte den Adel zwar
erfolgreich, aber während seinem Exil wurden erneut zwei Hochadelige zu Senatoren
6
Struve ,Tilman: 2004, S. 205.
Seite 20
Rom ohne Päpste
Seminar „Rom im Mittelalter“
ernannt. Interessant ist auch, dass während der Zeit Colas die Streitigkeiten zwischen
Orsini und Colonna, die es schon seit Bonifatius VIII. in dieser Intensität gab, weiter
gingen.
4. Quellen- und Literaturverzeichnis
Abbildung:
Gregorovius, Ferdinant: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter, hg. W. Kampf, 1981 S.
681.
Quellen:
Burdach, Konrad: Kritische Darstellung der Quellen zur Geschichte Rienzos, mit einer
Abhandlung über die Briefsammlung Petrarcas , In. Vom Mittelalter zur
Reformation, Bd 2. 1913 – 1928.
Literatur:
Baumgärtner, Ingrid: Rat bei der Rechtsprechung, die Anfänge der juristischen
Gutachterpraxis zwischen römischer Kommune und päpstlicher Kurie im 12. und
beginnenden 13. Jahrhundert, Kassel 2007.
Baumgärtner, Ingrid: Kommunale Bauplanung in Rom Urkunden, Inschriften und Statuten
vom 12. bis 14. Jahrhundert ; Winfried Stelzer zum 60. Geburtstag, Kassel 2007.
Consenza, Mario Emilio: Petrarch, The Revolution of Cola di Rienzo, New York 1996.
Gregorovius, Ferdinant: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter, hg. W. Kampf, 1981.
Mustin, Ronald G.: Apocalypse in Rome, Cola die Rienzo and the Politics of the New Age.
2003.
Struve , Tilman: Cola di Rienzo: Ein Traum von der Erneuerung Roms und die antike lex
regia. In: Tilman Struve, Staat und Gesellschaft im Mittelalter. Berlin 2004, S.
204–229.
Seite 21
Seminar „Rom im Mittelalter“
Rom ohne Päpste
Das große abendländische Schisma und Neubeginn
Päpste in Avignon (1309 -1376)
Karoline Kouril
1.
Einleitung
Durch das Verlassen und die spätere Rückkehr nach Rom wurden für das Papsttum
neue Inhalte und Strukturen, eine leistungsfähige Verwaltung, große Internationalität
sowie Impulse für die Kunst und die Wissenschaften mit „heimgebracht“. Es wird zu
zeigen sein, dass das Papsttum in Avignon keine bloße Kopie Roms ist, sondern viel
Neues und neue Standards entwickelt.
Mein Thema bezieht sich in sofern auf das Oberthema Rom im Mittelalter, als dass
sich die Probleme und Machtverschiebungen so sehr zuspitzten das dass Papsttum
Rom verlässt, dem Adel entzieht und sich in Avignon weiterentwickelt, somit auch
den Neubeginn des Papsttums in Rom erheblich beeinflusst. Mein Schwerpunkt liegt
auf den Veränderungen des Zeremoniells in Verbindung mit der Architektur und der
Finanz- und Verwaltungspolitik.
Am Ende des Aufenthalts der Päpste in Avignon beginnt das große abendländische
Schisma, dass wohl als letzte Kritik der Gesellschaft am avignonesischen Aufenthalt
der Päpste verstanden werden kann.
2.
Hauptteil
2.1
Wie die Päpste nach Avignon kamen
Der Nachfolger von Bonifaz VIII., Benedikt VI., war der letzte der seine kurze
Amtszeit von nur 8 Monaten in Rom verbrachte. Nach seinem Tod wählte das
Kardinalskolleg während eines elfmonatigen Konklaves (Konklave von Perugia) den
Erzbischof von Bordeaux, Bertrand de Got, als Kompromisskandidaten zum Papst. Er
nahm die Wahl an und nannte sich Clemens V.
Das für die Wahl Clemens V. verantwortliche Kardinalkolleg bestand aus zwei
rivalisierenden Fraktionen: Matteo Rosso Orsini und die Bonifazianer einerseits und
sein Neffe Napoleon Orsini und die profranzösische Richtung andererseits. Die
Seite 22
Rom ohne Päpste
Seminar „Rom im Mittelalter“
Bonifazianer hielten den Erzbischof von Bordeaux irrtümlich für einen der Ihren und
glaubten das römische Papsttum gesichert.
Clemens V. ließ sich aufgrund der Nachricht von römischen Unruhen in Lyon krönen,
was zwar zum römischen Kaiserreich gehörte, aber unter französischem Einfluss
stand. Er äußerte immer wieder seinen Willen nach Italien zurückzukehren.
Tatsächlich hielt er sich aus politischen und gesundheitlichen Gründen in Mittel- und
Südfrankreich, nur zeitweilig in Avignon, auf.
Schon der Erste der französischen Päpste geriet unter den Druck des französischen
Königs Philipp des Schönen, der ihn wegen der Prozessdrohung, aufgrund des
Vorwurfes der Ketzerei gegen Bonifaz XIII., erpresste. Philipp brauchte den Papst um
speziell den Orden der Templer, bei dem er hoch verschuldet war, auflösen zu lassen.
Clemens V. löste, gegen den Widerstand etlicher Kardinäle, den Templerorden „(…)
auf dem Verwaltungswege auf; im Gegenzug verzichtete der König auf einen Prozeß
gegen Bonifaz (…)“8
Immerhin gab es in Avignon keine Adelsfraktionen als potentielle Kontrahenten wie
in Rom und die stets drohend-präsente Einbindung des Papsttums in die Adelsfehden
und die Machtpolitik der Herrscher in der italienischen Staatenwelt. Da aber mit dem
traditionellen Sitz in Rom gleichzeitig die Legitimation und die Tradition des
Papsttums verbunden war, drohte ihr in Avignon Gefahr.
Bevor Papst Clemens V. starb, sorgte er dafür, dass im Kollegium der Kardinäle ein
Übergewicht an Franzosen herrschte. „Schon dies zeigt die enge Bindung des
Papsttums an Frankreich. Verständlich das die Päpste bemüht waren mit den
französischen Königen auf gutem Fuß zu stehen.“9
Die Nachfolger Clemens V. sollten sich alle in Avignon ansiedeln. Bis es dazu kam
vergingen jedoch zwei Jahre. Die Probleme, die schon bei der Wahl Clemens V.
aufgetreten waren, wurden durch das Ungleichgewicht im Kardinalskolleg potenziert,
bis die italienischen Kardinäle das Konklave in Capentras verließen und für 2 Jahre
boykottierten. 1316 kam es in Lyon zu einer Einigung. Erneut bewirkte Napoleon
Orsini die Entscheidung für Jaques Dueze aus Cahores, Bischof von Avignon (13101312), der sich nach seiner Wahl Johannes XXII nannte Dieser zog „nach seiner
pompösen Krönung in Lyon in seine ehemalige Bischofstadt, erhob den amtierenden
Bischof ( …) zum Kardinal, ernannte diesen zum Administrator der Diözese und
8
9
Schimmelpfennig , B. IV: Das Papsttum in Avignon 1303 bis 1378, S. 234
Schimmelpfennig , B. IV: Das Papsttum in Avignon 1303 bis 1378, S. 233
Seite 23
Rom ohne Päpste
Seminar „Rom im Mittelalter“
machte den Bischofspalast zu seiner eigenen Residenz.“10. Damit begann für die
nächsten sechs Jahrzehnte, was aus national-italienischer Sicht als Epoche der
„babylonischen Gefangenschaft der Päpste“ bezeichnet wurde.
2.2
Avignon als päpstliche Residenz
Die südfranzösische Stadt Avignon gehört zum römischen Reich, steht aber unter
französischem Einfluss, da die Stadt umschlossen war von der Grafschaft Venaissin,
die dem Papsttum unterstand und französisch war.
Avignon war im Jahre 1316 eine befestigte Stadt mittlerer Größe mit ca. 5000-6000
Menschen. Die zahlenmäßige Stärke des päpstlichen Hofes kann mit ca. 500 Personen
angesetzt werden, dazu kommen 20-25 Kardinäle, die jeweils 30-50 Familiaren im
Gefolge hatten. Der unmittelbare Bevölkerungszuwachs für Avignon kann mit ca.
1300-1500 Menschen beziffert werden, dazu kamen Kaufleute, Banken, Bettler etc..
Avignon entwickelte sich rasant zu einer europäischen Metropole.
Die Stadt schien die Bedingungen für eine zeitweilige oder auch endgültige
Verlagerung des Sitzes des Papsttums zu erfüllen. Sie war sicherer als Rom und
strategisch verkehrgünstiger gelegen11. Der häufige Ortwechsel der Päpste aufgrund
des Investiturstreits endet mit der Papststadt Avignon, was den Aufbau einer
kontinuierlichen Verwaltung erst ermöglichte.
2.3
Hofordnung als Raumordnung
Der Papstpalast - wohl der schönste und größte des Mittelalters- auf dem Felsen über
der Rhone errichtet wurde erheblich aus- und umgebaut, während des avignonesischen
Papsttums. Er war Zentrum der päpstlichen Regierung.
Anhand des Baus des Palastes lassen sich die damaligen Veränderungen der Tradition
und Zeremonielles der Kirche sehr gut erkennen und nachvollziehen. Er
veranschaulicht aber auch die ungeheuren Reichtümer des Papsttums. In dem Maße
wie sich das Zeremoniell veränderte, musste auch ihr Gehäuse verändert werden.
Ebenso wie der Hof selbst anwuchs, wuchs auch der Palast. Nach dem Motto `Wo der
Papst ist, ist auch Rom ` ersetzte der Palast zunehmend Rom , da hier sowohl das
Zeremoniell als auch alle wichtigen Regierungsfunktionen konzentriert waren.
Johannes XXII. bezog den bestehenden Bischofspalast und lies nur eine weitere Halle
10
Schimmelpfennig , B. IV: Das Papsttum in Avignon 1303 bis 1378, S. 224
Die Rhone war eine bedeutende Nord-Süd-Verbindung, eine wichtige Ost-West-Straße kreuzte den Fluss
(Pont d`Avignon)
11
Seite 24
Rom ohne Päpste
Seminar „Rom im Mittelalter“
anbauen. Benedikt XII., ein Zisterzienser12, baute 1335 die Pfarrkirche der Kathedrale
zur Palastkapelle um und schloss dieser südlich drei Flügel an. Der östliche
Palastflügel wurde verlängert, in ihm befanden sich der päpstliche Wohnturm und die
Repräsentationsräume. Clemens VI. lässt einen weiteren Wohnturm bauen, einen
neuen Trakt mit einer zweiten Kapelle und eine neue Audientia-Halle und er lässt den
westlichen Flügel verlängern, der den Eingang darstellt. Clemens VI. siedelte in
seinen Neubauten die beiden geistlichen Gerichtshöfe, die Rota und den auditor
litterarum contradictarum an. Spätere Ergänzungen und Erweiterungen erfolgten
vornehmlich unter Papst Innozenz VI. und Papst Urban V. Das Palastgebäude war
hierarchisch strukturiert und in öffentliche und interklerikale Bereiche gegliedert.
„Der öffentliche Teil enthielt die für das päpstliche Zeremoniell und die `Funktion`
oder Aufgaben der Kurie wichtigen Räume, etwa das Konsistorium13 und die
Palastkapelle.“14 Um den privaten Bereich des Papstes herum befanden sich, schnell
für ihn zugänglich, der Kämmerer, der Schatz, die Zeremonialräume und
entsprechende Säle, die dem Papst und hohen Würdenträgern vorbehalten waren.
Daraus folgt, desto öffentlicher ein Bereich oder Raum ist, je größer ist die Entfernung
zum Papst. Selbst Wege, Flure, Treppen und Eingänge unterliegen dem hierarchischen
Prinzip. „Die Hofordnung entspricht der Raumordnung im baulichen Bereich.“15
Wahl und Krönung eines Papstes fanden meist im Dominikanerkloster und der
Kathedrale statt, jedoch in Avignon wurden diese grundlegenden Akte ausschließlich
im Palast vollzogen, so wie auch die ehemals für Bischof, Klerus und Volk konzipierte
Liturgie 16. Der Papst entzog sich zunehmend der Öffentlichkeit; hier wurde eine neue
Tradition für die nächsten 5 Jahrhunderte begründet.
2.4
Kirchlicher Zentralismus und Fiskalismus
War der Papstpalast Spiegelbild des neuen Regierungsstil, so war der Ausbau der
Kurie Ausdruck vermehrter Geschäftigkeit. Mit der Verwaltung, päpstlicher
Hofhaltung und der Verwicklung in die politisch-kriegerischen Auseinandersetzungen
in Europa wuchs der Finanzbedarf der Kurie. Politische Hauptprobleme des Papsttums
12
Zisterzienser: Der einfußreichste Orden im 12. Jhd. , lebten nach strenger Askese, befürworteten
Handarbeit und lehnten Einnahmen aus Verpachtung von Ländereien ab, lebten ein patriachial geprägtes
Mönchstum, welches sich der Regel der Liebe, der Carta caritatis verschrieb. Sie verbreiteten die gotische
Architektur in ganz Europa.
13
Konsistorium: Der Raum, in dem sich das Kardinalskolleg versammelt
14
Kerscher, G.: IV. Höfische Architektur in Avignon (Zusammenfassung 1), S. 220
15
Kerscher, G.: IV. Höfische Architektur in Avignon (Zusammenfassung 1), S. 24
16
Liturgie: Gesamtheit der gottesdienstlichen Handlungen
Seite 25
Rom ohne Päpste
Seminar „Rom im Mittelalter“
dieser Zeit waren der 100 jährige Krieg (1338 – 1453) und der Konflikt mit dem
deutschen König Ludwig, dem Bayern.
„Die Organisation der einzelnen Behörden schloss an die Entwicklung des
vergangenen Jahrhunderts an, wurde jedoch in Avignon weiter ausgebaut.“17
Fiskalisch setzte sich die Bezahlung in Geld und nicht mehr in Naturalien durch.
Neben den ordentlichen Abgaben, den Servitien und Annaten, die bislang freiwillig
waren, werden jetzt mehr und mehr auf die vielen Benefizien und Pfründe 18 der
Gesamtkirche ausgeweitet. Dazu kamen seit Urban V. (1362-1370) Spolien19 und
Interkalarfrüchte20, die mit den anderen genannten Einkommensarten den Hauptteil
der päpstlichen Einnahmen ausmachten.
Daneben gab es auch außerordentliche Forderungen wie den Zehnten und die
Subsidien21. Etwa 50 % der Servitien und anderer Einnahmen kamen gewöhnlich aus
Frankreich. Beispielsweise hat Johannes XXII. (1316-1334) für einen italienischen
Feldzug, ein in Frankreich erhobenes Subsidium von über 200 000 Florenen
eingenommen, das entsprach der Höhe eines Jahreseinkommens der Kurie unter
diesem Papst.
Eine weitere Einnahmequelle stellten die offiziellen Gebühren der Kurie dar, die
Zahlungen für Dispense22, Privilegien, Strafgelder, sowie eine auffällig hohe Summe
an Bestechungsgeldern. Speziell neu eingeführt wurden die Statuten der Rota und das
Ablasswesen.
Das eingenommene Geld wurde je nach päpstlicher Vorliebe
und
politischer
Zielsetzung ausgegeben:Johannes XXII. (1312-1334) gab das meiste Geld für Kriege
aus (63%), sein Nachfolger Benedikt XII. (1334-1342) gab 20 % für Almosen und
25% für Bauten und Immobilien aus. Alles in allem hatten diese beiden Päpste mehr
Einnahmen
als Ausgaben. Johannes XXII. hinterließ nach seinem Tod „den
ungeheuren Schatz von 800 000 Goldgulden. Unter Clemens VI. (1342-1352) nahm
der höfische und zeremonielle Aufwand zu, während unter Innozenz VI. (1352-1362)
17
Schimmelpfennig , B. IV: Das Papsttum in Avignon 1303 bis 1378, S. 228
Benefizien/Pfründe: Recht aus der Vermögensmasse der Kirche festes Gehalt zu beziehen. Es beinhaltet
auch innerkirchliche Rechtsicherheit, Sevitien: die Abgaben, die für die Pfründe zu zahlen waren, Annaten :
Abgaben, die aus der Übertragung feudaler Lehnsverhältnisse hervorgingen.
19
Spolien: der Nachlass aller Bischöfe, Äbte, Pröbste, Dekan und Rektoren , aller Kardinäle und Kurialen
geht an den Papst.
20
Interkalarfrüchte: alle freigewordenen Pfründe an der Kurie während ihrer Vakanz
21
Subsidien: Geldmittel, die für eigene Aufgaben oder Vorhaben von anderen Quellen herangezogen werden
um die eigenen Mittel zu schonen
22
Dispense: Ausnahmegenehmigungen zur Aufhebung einer Rechtsvorschrift , für die der Papst die
universelle Vollmacht hatte.
18
Seite 26
Seminar „Rom im Mittelalter“
Rom ohne Päpste
ca. 45% der Einnahmen für die Rückeroberung des Kirchenstaates aufgewendet
wurden. Sein Haushalt war jedoch defizitär.
Urban V. (1362-1370) und Gregor XI. (1370-1378) vergrößerten das Defizit, so dass
sie immer häufiger Anleihen bei den Hofbankiers nehmen mussten, eine schwere
Hypothek für die folgenden Epochen. „Avignon wurde als `Babylon`, als Sitz des
Lasters und des Luxus gegeißelt“23. Von daher war es nicht verwunderlich, dass es
zahlreiche Konflikte mit den so genannten
Bettelorden
gab, hauptsächlich die
Franziskaner bestanden darauf das von Franziskus geforderte Armutsgebot zu erfüllen.
Obwohl die Päpste Rom in Avignon anwesend machten, obwohl sie neue Standards
schufen, die Kritik an ihrem Aufenthaltsort außerhalb der Ewigen Stadt ebbte nicht ab,
im Gegenteil.
2.5
Die Rückkehr nach Rom
Die römische Regierung musste mit den Päpsten in Konflikt geraten, sobald diese
nach Italien zurückkehrten. Als erster versuchte Urban der V. in Rom einzuziehen, er
restaurierte Kirchen und erweiterte in Sankt Peter den Palast nach avignonesischem
Vorbild. Politisch wollte Urban die in Italien aufgestiegen Herrscher, besonders die
Mailänder Visconti, entmachten. Da er keine Unterstützung des Stadtstaates Florenz
erhielt, blieben seine militärischen Versuche erfolglos. 1368 verließ der Papst Rom
und weilte in der italienischen Provinz, bis er 1370 gedrängt von seinen Kardinälen
nach Avignon zurückkehrt. 2 Monate später starb er als letzter Papst in Avignon und
wurde wie seine Vorgänger dort begraben. Sein Nachfolger Gregor XI. plante die
erneute Rückkehr nach Rom, er suchte1371 neue Verbündete gegen die Visconti.
Diesmal von vielen Kardinälen unterstützt, reiste er 1375 nach Rom. Auch er wurde
wieder im Stich gelassen und musste einen wenig günstigen Frieden mit den Visconti
schließen. Diplomatisch ungeschickt stellt Gregor XI. hohe Subsidien als
Forderungen, die dazu beitragen das sich Mailand, Florenz und andere Städte der
Toskana gegen ihn verbünden. Gregor droht Florenz mit Waffengewalt und verlässt
1376 Avignon für immer. Aus wirtschaftlichen Interessen ist Florenz letztlich doch
am Frieden gelegen. Ausgerechnet die Visconti vermitteln zwischen Florenz und
Papst, welcher am 27. März 1376, noch vor Abschluss der Verhandlungen, in Rom
stirbt.
23
Kerscher, G.: Materielle und konzeptionelle Voraussetzungen , Die Päpste und Avignon, S. 57
Seite 27
Seminar „Rom im Mittelalter“
Rom ohne Päpste
3.
Zusammenfassung
Wer erwartet, dass in der Geschichte der Päpste die christlichen Werte, wie
Nächstenliebe, Ehrlichkeit, Keuschheit und Verzicht im Vordergrund stehen, wird
eines Besseren belehrt. Besonders die avignonesischen Päpste sind auf die Sicherung
und Vergrößerung von Vermögen aus um ihre machtpolitischen Interessen zu
verwirklichen.
Ihre
Regentschaft
ist
durch
Raffgier,
Geldverschwendung,
Vetternwirtschaft, Luxus und Laster bestimmt. Es zeigen sich hier schon
frühkapitalistische Züge. Die einzigartige Architektur ist hier Abbild der
hierarchischen Gesellschaftsordnung des Papsttums, das in Avignon eine Stadt in der
Stadt bildet. Trotzdem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass hier viel Neues,
Traditionsstiftendes entsteht: die Weiterentwicklung der Verwaltung und des Fiskus,
aber auch die Förderung von Kunst und Handwerk.
4.
Quellen- und Literaturverzeichnis
4.1.
Quellen
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& documents (I.R.E.B.M.A.( = Institut de recherche et d `études du bas Moyen
Age Avignonnais)), Avignon 1988, S. 45-51 ; in : Kerscher, Gottfried,
Architektur als Repräsentation, Spätmittelalterliche Palastbaukunst zwischen
Pracht und zeremoniellen Voraussetzungen, Avignon – Mallorca – Kirchenstaat,
Berlin 2000, freie Übersetzng des Verfassers, S.199-204.
4.2.
Monographien
Fink, Karl August, Papsttum und Kirche im abendländischen Mittelalter. München 1980.
Fuhrmann, Horst, Die Päpste, Von Petrus zu Johannes Paul II, München 1998.
Goetz, Hans-Werner, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3.Aufl., Stuttgart 2006.
Heimann, Heinz-Dieter, Einführung in die Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 1997.
Seite 28
Rom ohne Päpste
Seminar „Rom im Mittelalter“
Kerscher, Gottfried, Architektur als Repräsentation, Spätmittelalterliche Palastbaukunst
zwischen Pracht und zeremoniellen Voraussetzungen, Avignon – Mallorca –
Kirchenstaat, Berlin 2000.
Schimmelpfennig, Bernhard, Das Papsttum, Von der Antike bis zur Renaissance, 4.
Auflage, Darmstadt 1996.
Seebaß, Gottfried, Geschichte des Christentums III. Spätmittelalter – Reformation –
Konfessionalisierung, Stuttgart 2006.
Weiß, Stefan, Die Versorgung des päpstlichen Hofes in Avignon mit Lebensmitteln (13161378), Studien zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte eines mittelalterlichen
Hofes. Berlin 2002.
4.3.
Lexika
dtv - Atlas, Weltgeschichte, Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Das Ende der
päpstlichen Weltherrschaft, hg. v. Kinder, H., Hilgemann, W., Hegt, M., 38.
Aufl., München 2006, S.181.
Lexikon des Mittelalters, auf CD-ROM, hg. v. Metzler Verlag, Stuttgart/Weimar.
4.4.
Internetrecherche
www.kath.de, 19.07.2007.
4.5.
Bildnachweis
Kerscher, Gottfried, Architektur als Repräsentation, Spätmittelalterliche Palastbaukunst
zwischen Pracht und zeremoniellen Voraussetzungen, Avignon – Mallorca –
Kirchenstaat, Berlin 2000, S. 211.
Seite 29
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