Aufschlüsselung des Tests vom 21.7.05 - Universität Duisburg

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Kirchliche Zeitgeschichte.
Modul 2: Quellen und Entwicklungen – Das Christentum in seiner Geschichte
Universität Duisburg-Essen, Vorlesung Sommer-Semester 2005, Prof. Dr. E. Stöve
Abschlusstest (21.7.2005). Name (mit Studiengang): ..................................................................
A Multiple Choice (max. 3 Punkte je Frage)
1. Was ist dialektische Theologie? (3 Antworten sind richtig)
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x
x
x
die Theologie, die Hegels Dialektik zugrunde legt
eine Theologie, die ihre Inhalte in der Volkssprache und in Dialekten formuliert
kulturkritische Offenbarungstheologie im 20. Jh.
die Theologie Karl Barths
verwirft die Verbindung von Christentum und Kultur und betont den absoluten Gegensatz von
Gott und Mensch
2. Was versteht man unter Gesinnungsethik im Gegensatz zur Verantwortungsethik? (1 Antwort
ist richtig)
x
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

eine Handlung wird begründet durch Rückbezug auf die jeweilige Überzeugung ohne
Rücksicht auf die Folgen
der Unterschied ist genderspezifisch: Frauen neigen zur Gesinnungsethik, Männer zur
Verantwortungsethik
eine Ethik, die dem kategorischen Imperativ folgt
der Unterschied entspricht der Differenz von materialer und formaler Ethik
der Unterschied entspricht der Differenz von Individualethik und Sozialethik
3. Was bezeichnet das Schlagwort Thron und Altar? (2 Antworten sind richtig)
x
x
Formel, die auf die sakrale Wurzel der Monarchie verweist
polemischen Schlagwort des Liberalismus und Sozialismus gegen das enge Bündnis von
Monarchie und Geistlichkeit
 bezeichnet die Prinzipalstücke im Chor einer Bischofskirche: Altar und Bischofsstuhl
 bezeichnet die doppelte Herrschaft des Papstes: die weltliche und die geistliche
 ist eine Spottname für den Evangelischen Oberkirchenrat (EOK)
4. Was impliziert die Zwei-Reiche-Lehre? (3 Antworten sind richtig)
im Gegensatz zur reformierten „Königherrschaft Christi“ trennt sie scharf zwischen
geistlichem und weltlichem Bereich
 eine Apologie der geistlich-weltlichen Doppelherrschaft des Papstes
x nur im geistlichen Reich gilt ohne Einschränkung das Liebesgebot der Bergpredigt.
 eine Legitimation der Obrigkeit, veraltete Dogmen der Gegenwart anzupassen
x wird vor allem von der lutherischen Theologie vertreten. Die reformierte Theologie vertritt
stärker die Idee der „Königsherrschaft Christi“ über die ganze Welt
x
5. Was ist das Ziel des Kulturprotestantismus? (3 Antworten sind richtig)
x
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x

x
eine Synthese von Christentum und Kultur
die Kirche durch das Theater zu ersetzen
eine präsentische Auffassung der biblischen Botschaft vom Reich Gottes (Albrecht Ritschl)
die Begründung einer arischen Religion
eine protestantische Erneuerung "im Einklang mit der gesamten Kulturentwicklung" (Satzung
des Deutschen Protestantenvereins, 1863)
Abschlusstest (21.7.05): Kirchliche Zeitgeschichte. - Modul 2: Quellen und Entwicklungen - Seite
1
A Multiple Choice, Forts.
6. Was bedeutet der Begriff Existentialismus? (2 Antworten sind richtig)
x
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x
die Unauflösbarkeit des Besonderen gegenüber dem Allgemeinen
eine grundsätzlich atheistische Lebenshaltung
die Tendenz zur Wiederbelebung der Scholastik in der Gegenwart
er bezeichnet die Grundeinstellung der Erweckungsbewegung
die Vorrangigkeit des Daseins gegenüber dem Wesen
7. Was versteht man unter der Erweckungsbewegung? (1 Antwort ist richtig)
x

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eine evangelische Erneuerungsbewegung, basierend auf schlichter, emotionaler, konservativer
Frömmigkeit, oft verbunden mit sozialem Engagement
eine theologische Schule, die an die Auferstehung glaubt
die gegen den Modernismus gerichtete katholische Jugendbewegung
eine radikale Gruppierung innerhalb des Kommunismus
die Friedensbewegung in ihrer ersten Phase
8. Was umfasst der Begriff Modernismus? (2 Antworten sind richtig)
 eine moderne Richtung im Kirchenbau
 die Ersetzung des Lateinischen durch die Landessprache in der Liturgie
x Streben nach einem Ausgleich zwischen kirchlicher Lehre und modernem Denken in der
katholischen Theologie des 19. Jh.
x der historisch-kritische Ansatz in der katholischen Bibelexegese im 19. Jh.
 die Bewegung, die das Priesteramt der Frau anstrebt
9. Was ist der Ultramontanismus? (2 Antworten sind richtig)
x
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x
Strömung, die den päpstlichen Zentralismus verteidigt
die Italiensehnsucht der religiösen Malerei im 19. Jh.
die religiös künstlerische Gruppe der Nazarener
die Sympathisanten des Risorgimento nördlich der Alpen
Schlagwort für einen streng papsttreuen Katholizismus
10. Was ist der Altkatholizismus? (1 Antwort ist richtig)
 die katholische Kirche vor der Reformation
 die römische Kirche der Antike und des frühen Mittelalters
x ein von Rom unabhängiger Katholizismus, der das Infallibilitätsdogma sowie die neueren
Mariendogmen ablehnt
 die Anhänger von Bischof Lefèvre
 der konservative Katholizismus, der das II. Vaticanum ablehnt
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B. Antwort in Stichworten (max. 4 Punkte je Frage)
11. Was bedeutet der Begriff Säkularisation? – Nennen Sie Beispiele!
Die Überführung von Sakralem (kirchliche Institutionen oder Personen) in Weltliches
(Säkulares); über die engere juristische Bedeutung hinaus seit dem 19. Jh. auch im
übertragenen, kulturgeschichtlichen Sinne verwandt.
Beispiele: Ordensstaat Preußen wird Herzogtum Preußen (1525); Klöster werden Schulen
(Reformationszeit); Einzug allen kirchlichen Vermögens, dass nicht der Seelsorge und dem
Gottesdienst dient (Josephinismus; frz. Revolution); Reichsdeputationshauptschluss 1803:
Einzug aller kirchlichen Territorien zur Entschädigung der Fürsten, die ihre Gebiete links des
Rheins an Frankreich verloren hatten.
12. Was bezeichnet der Begriff Apostolische Sukzession und auf welchen
Personenkreis bezieht sie sich?
a) Die Legitimation des Bischofsamtes durch die Einsetzung durch einen der Apostel (Petrus,
Johannes etc.).- b) Die Personen, die in Apostolischer Sukzession stehen, sind die Bischöfe
(nach römisch-katholischer, anglikanischer, teilweise – in Schweden – auch nach lutherischer
Auffassung)
13. Was ist die Goldene Regel und wo ist sie zu finden?
„Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz
und die Propheten.“ (Mt 7,12; letzes Kap. der Berpredigt).
(Der Hinweis, der in den meisten Tests zu finden war, es handele sich um das Beispiel einer
formalen Ethik, ist absolut richtig)
14. Worum geht es im so genannten Kulturkampf?
um die Auseinandersetzung von Staat und Kirche um den Einfluß im Bildungsbereich (Schule,
Hochschule) und Familie; staatlicherseits geht es insbesondere um die Durchsetzung der
staatlichen Schulaufsicht und die Zivilstandsehe.
Die heftigsten Formen nahm der Kulturkampf in Preußen bzw. im Deutschen Reich an; als
Protagonisten standen sich der Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident Bismarck und
Papst Pius IX. gegenüber.
15. Was ist der Unterschied von Antijudamismus und Antisemitismus“?
Antijudaimus ist eine religiös begründete Judenfeindschaft (z.B. Juden sind Christusmörder,
die Juden werden von Gott dafür bestraft, dass sie seinen Sohn verworfen haben).
Antisemitismus ist eine biologisch rassistischen Judenfeindschaft, unabhängig vom religiösen
Bekenntnis des Juden.
(der Hinweis auf wirtschaftliche und politische Motive bei dieser Form der Judenfeindschaft,
den die meisten gegeben haben, ist richtig, nicht hingegen die Eingrenzung auf Deutschland;
richtig ist, dass diese Form der Judenfeindschaft in Deutschland unglaublich grausame Folgen
hatte).
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C. Beantworten Sie die Fragen zu den folgenden Zitaten in Stichworten! (max. 5 Punkte pro
Zitat)
1. Zitat
Mit jenen, die durch die Taufe der Ehre des Christennamens teilhaftig sind, den vollen
Glauben aber nicht bekennen oder die Einheit der Gemeinschaft unter dem Nachfolger Petri
nicht wahren, weiß sich die Kirche aus mehrfachem Grunde verbunden. Viele nämlich halten
die Schrift als Glaubens- und Lebensnorm in Ehren, zeigen einen aufrichtigen religiösen Eifer,
glauben in Liebe an Gott, den allmächtigen Vater, und an Jesus Christus, den Sohn Gottes und
Erlöser, empfangen das Zeichen der Taufe, wodurch sie mit Christus verbunden werden; ja sie
anerkennen und empfangen auch andere Sakramente in ihren eigenen Kirchen oder
kirchlichen Gemeinschaften.
1) Wer ist die „Einheit der Gemeinschaft unter dem Nachfolger Petri“?
Nach römisch-katholischer Tradition hat Petrus das römische Bischofsamt gestiftet und alle
römischen Bischöfe sind damit Nachfolger Petri (vgl. oben Apostolische Sukzession). Also
kann mit dieser Formulierung nur die römisch katholische Kirche gemeint sein.
2) Wer gehört zu den „vielen“, die „die Schrift als Glaubens- und Lebensnorm in Ehren“ halten?
alle christlichen Kirchen außerhalb der römischen Jurisdiktion, also Anglikaner, Protestanten,
Orthodoxe etc.
3) Wer hat wohl diesen Text verfasst oder beschlossen?
beschlossen wurde der Text vom Zweiten Vatikanischen Konzil bzw. von den dort
versammelten Bischöfen; verfasst wurde er von einer Konzilskommission, die im Auftrag des
Konzils den Text erarbeitet hat; mithin kann man das Konzil auch als Verfasser bezeichnen.
2. Zitat
1. Ich verpflichte mich, mein Amt als Diener des Wortes auszurichten allein in der Bindung an
die Hl. Schrift und an die Bekenntnisse der Reformation als rechte Auslegung der Hl. Schrift.
2. Ich verpflichte mich, gegen alle Verletzung solchen Bekenntnisstandes mit rückhaltlosem
Einsatz zu protestieren.
3. Ich weiß mich nach bestem Vermögen mit verantwortlich für die, die um solchen
Bekenntnisstand willen verfolgt werden.
4. In solcher Verpflichtung bezeuge ich, dass eine Verletzung des Bekenntnisstandes mit der
Anwendung des Arierparagraphen im Raum der Kirche Christi geschaffen ist ...
1) Welcher Personenkreis soll durch die Verpflichtungserklärung gewonnen werden?
Die Formulierung „mein Amt als Diener des Wortes“ identifiziert den Personenkreis eindeutig
als protestantische Geistliche oder Pfarrer
2) Was bedeutet der Arierparagraph?
Der Begriff wurde der Reichsgesetzgebung vom April 1933 beigelegt, die den Ausschluss der
Juden aus dem öffentlichen Dienst dekretierte.
Nach dem überwältigenden Sieg der Deutschen Christen im Juli 1933 sollte diese
Gesetzgebung auch in den Kirchen Anwendung finden. Gegen den entsprechenden Beschluss
der preußischen Synode (APU) ruft Martin Niemöller mit der Bildung des Pfarrernotbundes
zum Widerstand auf; das zitierte Formular ist die Beitrittserklärung zu dieser Keimzelle der
künftigen Bekennenden Kirche.
3) Gegen wen richtet sich diese Erklärung?
gegen die Deutschen Christen und ihren Gleichschaltungsbestrebungen
4) Wann ist diese Verpflichtungserklärung entstanden?
im September 1933
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C. Zitate Forts. (max. 5 Punkte pro Zitat)
3. Zitat
Wenn ich den Armen zu essen gebe, nennen sie mich einen Heiligen. Wenn ich frage, warum
die Armen kein Essen haben, nennen sie mich einen Kommunisten.
Wenn einer alleine träumt, dann bleibt es ein Traum. Wenn wir aber alle gemeinsam träumen,
dann wird es Wirklichkeit....
1) Welcher Bewegung ist der Autor zuzuordnen?
•
der Theologie der Befreiung (die meisten wussten auch den Bischof zu nennen, dem diese
Aussagen zugeschrieben werden: Dom Hélder Câmara, 1909-1999, 1964-85 Erzbischof
von Olinda und Recife, Brasilien)
4. Zitat
Fragt man mich: ob es in meiner Natur sei, ihm [der Person Christi] anbetende Ehrfurcht zu
erweisen? so sage ich: durchaus! - Ich beuge mich vor ihm, als der göttlichen Offenbarung des
höchsten Prinzips der Sittlichkeit. - Fragt man mich, ob es in meiner Natur sei, die Sonne zu
verehren, so sage ich abermals: durchaus! Denn sie ist gleichfalls eine Offenbarung des
Höchsten, und zwar die mächtigste, die uns Erdenkindern wahrzunehmen vergönnt ist. Ich
anbete in ihr das Licht und die zeugende Kraft Gottes, ...
1) Welcher religiösen Position ist der Autor zuzurechnen?
der natürlichen Theologie; für die ist die Natur Offenbarungsträger, der sich der
Offenbarungsanspruch der historischen Religionen unterzuordnen hat (die meisten wussten
auch den Autor zu nennen: Johann Wolfgang Goethe, bzw. seinen Sekretär: Johann Peter
Eckermann, der die Weisheiten des alten Dichters aufgeschrieben hat)
2) Welcher Epoche ist das Jesusbild zuzuordnen?
der Aufklärung, die in Jesus nicht den Sohn Gottes oder den Messias verehrt, sondern den
Tugendlehrer (die meisten haben hier „Sturm und Drang“ oder „Klassik“ genannt; obwohl
dies literaturgeschichtliche und keine kultur- oder theologiegeschichtliche Kategorien sind,
habe ich diese Antwort gleichwohl als richtig gewertet)
5. Zitat
Wie der Mensch denkt, wie er gesinnt ist, so ist sein Gott: soviel Wert der Mensch hat, so viel
Wert und nicht mehr hat sein Gott. Das Bewusstsein Gottes ist das Selbstbewusstsein des
Menschen, die Erkenntnis Gottes die Selbsterkenntnis des Menschen. Aus seinem Gotte
erkennst du den Menschen, und wiederum aus dem Menschen seinen Gott; beides ist eins.
Was dem Menschen Gott ist, das ist sein Geist, seine Seele, und was des Menschen Geist,
seine Seele, sein Herz, das ist sein Gott ...
1) Um welche Textsorte handelt es sich (Abhandlung, Rechtstext, Bekenntnis, liturgischer Text)?
Abhandlung (viele wussten auch Autor und Titel zu nennen: Ludwig Feuerbach, Das Wesen
des Christentums, 1841)
2) Welcher Strömung ist der Autor zuzuordnen?
der linkshegelianischen, philosophischen Religionskritik
3) Wie nennt man die These, Gott sei die Vergegenständlichung des Inneren des Menschen?
Projektionsthese (manche haben hier Anthropologie, d.h. Theologie ist Anthropologie
geantwortet, was im Grunde dasselbe besagt)
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D Bildkommentare und Bildanalyse in Stichworten
Bild 1 (max. 5 Punkte)
1) Was stellt das Bild dar?
Die Menschenrechte, die von der französischen Nationalversammlung 1789 verabschiedet
wurden
2) An was erinnern die beiden bogenförmigen Tafeln?
an die gängigen Abbildung des Dekalogs (10 Gebote)
3) Erläutern Sie mit Pfeilen und Stichworten die symbolischen Figuren über den Tafeln!
das Auge im Strahlenkranz als Symbol des höchsten Wesens, der Verkündigungsengel, der
dem Volk das Szepter (Symbol für die Herrschaft) überreicht, dargestellt als Allegorie der
französischen Nation (in den Farben der Tricolore), die von den Ketten der Knechtschaft
befreit wird
(von allen richtig entschlüsselt)
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Bildkommentare und Bildanalyse, Bild 2 (max. 5 Punkte)
1) Was sind Pontifikalien?
die Insignien eines Bischofs; abgeleitet vom lat. Wort pontifex (=Priester, kirchl. Bischof); der
Papst wird lateinisch als Pontifex Maximus bezeichnet
2) Welche drei Pontifikalien sind deutlich zu erkennen?
Mitra (liturgische Kopfbedeckung eines Bischofs), Pallium (Halzschleife mit herabhängendem
Band, Erzbischöfe und dem Papst vorbehalten), Ferula (dem Papst vorbehalten: Stab mit
Kruzifix anstelle der Krümme des gewöhnlichen Bischof- oder Krummstabes)
3) Warum handelt es sich hierbei um die Abbildung eines Papstes?
wegen der Ferula (die Tiara, eine dreifache Krone, die früher von den Päpsten bei öffentlichen
Anlässen getragen wurde, wird seit Papst Paul VI. nicht mehr verwendet)
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Bildkommentare und Bildanalyse, Bild 3 (max. 5 Punkte)
1) Wer sind die beiden Figuren im Zentrum?
Maria und der Jesusknabe
2) Wer sind die übrigen Figuren?
Joseph, Anna (die Mutter Marias), die Geschwister Jesu, die linke Figur könnte auch ein
Geselle sein
3) Welcher Ort wird dargestellt?
die Werkstatt eines Schreiners bzw. Zimmermanns in ländlicher Umgebung
4) Weshalb hat das Bild seinerzeit in frommen Kreisen heftige Kritik ausgelöst?
wegen des arme Leute Milieus (die Personen laufen barfuss, die Großmutter muss Hand
anlegen), in das Jesus hineingestellt wird; „Gottes Sohn“ wird als ein verhätscheltes Kind im
Nachthemd, dem die Mutter ein Küsschen auf die Wange drückt dargestellt, während seine
Geschwister hart arbeiten müssen
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Bildkommentare und Bildanalyse, Bild 4 (max. 5 Punkte)
1) Wer sind die beiden Spieler?
Reichskanzler Bismarck und Papst Pius IX.
2) Um was geht es in diesem Spiel?
das Schachspiel symbolisiert die Auseinandersetzung zwischen Preußen (bzw. Deutschem
Reich) und der katholischen Kirche um den vorherrschenden Einfluss im Bildungsbereich
(Schule, Hochschule) und in der Familie (Zivilstandsehe), auch Kulturkampf genannt
3) Was sind die Waffen des linken Spielers?
Paragraphen (Verweis auf die Kulturkampfgesetze), Klostergesetz (Aufhebung des
Jesuitenordens, später aller Klöster, soweit sie nicht karitativen Zwecken dienten), Germania
(deutsche Nationalgesinnung), Tintenfass (liberale, antirömische Presse)
4) Was sind die Waffen des rechten Spielers?
ein verbliebener Bischof (die anderen wurden bereits geschlagen, d.h. interniert), Enzyklika
(feierliches päpstliches Schreiben, in diesem Falle: Aufforderung, den staatlichen Gesetzen
nicht zu gehorchen), Syllabus (Hinweis auf die Verurteilung des Liberalismus in einer Liste
von Irrtümern als Anhang zur Bulle: Quanta cura, 1864, Interdict (Exkommunikation eines
ganzen Territoriums) als Drohung
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Bildkommentare und Bildanalyse, Bild 5 (max. 5 Punkte)
1) Welche biblische Szene ist dargestellt?
die Frauen vor dem leeren Grab, also die Auferstehungsgeschichte nach dem Evangelium des
Lukas; links: die beiden Engel („zwei Männer mit glänzenden Kleidern“), die die
niedergeschlagenen Frauen („Sie aber erschraken und neigten ihr Angesicht zur Erde“) an die
Worte ihres Meisters erinnern („der Menschensohn muss ... gekreuzigt werden und am dritten
Tage auferstehen“)
2) Was unterscheidet das Bild von traditionellen Kirchenbildern?
keinerlei sakrales Beiwerk, Engel sind ohne Flügel dargestellt, kein triumphierender Christus,
der als Held dem Grab entsteigt
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