Global City Frankfurt/Main

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Klassenarbeitsvorschlag zum Lernvorhaben
SB-Seiten 93–110
Sachtexte analysieren und bewerten
Sabine Rabourdin:
Der Klimawandel treibt den Klimawandel voran
Die Erderwärmung ist selbstgemacht. Für eine nachhaltige Entwicklung muss der Mensch seine
Emissionen an klimaschädlichen Gasen bis 2050 um drei Viertel senken. Wenn das nicht gelingt,
könnte sich die Klimaveränderung dramatisch beschleunigen.
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Seit vielen Millionen Jahren ist das Klima der Erde mit einem ziemlich gut regulierten Kohlenstoffhaushalt verknüpft. Als hätte der Umweltminister Gottes sein Kohlendioxid-Budget im Laufe
der Zeit mal in festem, mal in gasförmigem Zustand angelegt und es von der Biosphäre in die
Atmosphäre und wieder zurückverschoben. Die industrielle Revolution, die nur durch die
massenhafte Verbrennung von Erdöl, Kohle und Gas möglich war, hat sich in diese Verteilung
eingemischt und Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die bis dahin als Kohle, Öl und Gas unter der
Erde und in den Ozeanen lagerten, in gasförmiges CO2 verwandelt und in die Atmosphäre
geblasen. Doch während der Minister des Herrn sich für seine Transaktionen jeweils Millionen
Jahre Zeit ließ, haben die industriellen Revolutionäre nur einige Jahrzehnte gebraucht, um die
Gewichte zu verschieben.
Im globalen Kohlenstoffkreislauf wirken Kräfte, die dieser Verschiebung entgegenwirken und
einen Teil des vom Menschen freigesetzten Kohlendioxids wieder einfangen: Die Biosphäre und
die Ozeane absorbieren CO2 aus der Atmosphäre und lagern es wieder in den Boden ein oder
wandeln es in feste Verbindungen um und deponieren es auf dem Meeresboden. Diese Kohlenstoffreservoirs haben bereits die Hälfte des vom Menschen freigesetzten Kohlendioxids absorbiert.
Man bezeichnet den Boden und die Meere deshalb als natürliche Kohlenstoffdeponien.
Aber die Deponien werden langsam voll, vor allem die Meere. Der pH-Wert der Ozeane ist durch
das seit 1750 aufgenommene Kohlendioxid bereits um 0,1 Punkte gesunken – die Ozeane sind
also saurer geworden. Gleichzeitig nimmt das Aufnahmevermögen des Meeres mit steigenden
Wassertemperaturen – wie sie im Zuge des Treibhauseffektes prognostiziert werden – ab. Je höher
die globale Durchschnittstemperatur steigt, desto weniger Kohlendioxid nehmen die Meere auf;
desto schneller steigt die Temperatur. Ein Teufelskreis.
Die ausgleichende Wirkung der Biosphäre wird zusätzlich durch das Abholzen der Tropenwälder
und die Nutzung der Böden für Landwirtschaft und Siedlungen gemindert. Auch die Ausbreitung
der Wüsten, die sich mit der Klimaerwärmung vor allem in Subsahara-Afrika beschleunigt,
verschärft das Problem.
Man schätzt, dass die Biosphäre heute zwischen drei und vier Milliarden Tonnen Kohlendioxid
jährlich aufnehmen kann. Das ist auch die Obergrenze dessen, was der Mensch noch emittieren
darf, wenn er das heutige Weltklima bewahren will. Diese Menge sinkt jedoch, wenn der Temperaturanstieg den Kohlenstoffkreislauf durcheinanderbringt und die Umweltzerstörung das Vermögen der Biosphäre, CO2 aufzunehmen, weiter vermindert.
Die natürlichen Kohlenstoffdeponien werden also das Klimaproblem nicht aus der Welt schaffen.
Der Mensch muss den Ausstoß von Treibhausgasen an der Quelle reduzieren. Und um die Aufnahmefähigkeit der Biosphäre nicht zu überlasten, müssen die Treibhausgasemissionen innerhalb
der nächsten fünfzig Jahre weltweit um drei Viertel zurückgefahren werden.
Wie wird diese Aufgabe verteilt? Muss jedes Land seinen Ausstoß auf drei Viertel reduzieren?
Soll man eine maximale CO2-Menge pro Kopf und Jahr festlegen – etwa auf 0,5 Tonnen
Kohlenstoff oder 1,8 Tonnen Kohlendioxid? Diese Fragen müssen in den Verhandlungen zu
einem neuen Klimaabkommen beantwortet werden.
Dabei werden, selbst wenn die Menschen in den Industriestaaten ihr Soll erfüllen, auch die
aufstrebenden Länder Asiens und Südamerikas ihren Klimabeitrag leisten müssen. Im KyotoProzess haben sie sich für die Zeit bis 2012 keine Verpflichtungen auferlegt. Welchen Wert
© Ernst Klett Verlag, Stuttgart 2009. | www.klett.de |
Alle Rechte vorbehalten. Von dieser Druckvorlage ist die Vervielfältigung für den
eigenen Unterrichtsgebrauch gestattet. Die Kopiergebühren sind abgegolten.
Online-Link: 313936-0006
zu deutsch.punkt, Lehrerband
ISBN: 978-3-12-313936-9
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die Selbstverpflichtungen der Klimakonferenz von Bali im Dezember 2007 haben, wird sich in
den Verhandlungen zum Kyoto-Folgeabkommen zeigen. Dass die Regierungen sich in Indonesien
nicht auf feste Vorgaben einigen konnten, zeigt, dass der Mensch sich seiner Verantwortung noch
nicht bewusst ist.
1.
Welche primären Funktionen können Sachtexte haben? Nenne diese primären Funktionen und
gib zu jeder Funktion zwei Textsorten an, bei denen diese Funktion vorherrschend ist.
2.
Nenne drei Diagrammarten und erläutere kurz, für welche Art von Daten sie besonders geeignet
sind.
3.
Der Text ist in einem Sonderheft der Zeitung „Le monde diplomatique“ zum Thema Klima
erschienen. Im Original ist diesem Text eine Visualisierung hinzugefügt. Welche Form und
welchen Inhalt könnte diese Visualisierung haben? Begründe deine Meinung.
4.
Formuliere eine Verstehenshypothese zum Text, in der deutlich wird, welche Absicht die Autorin
mit ihrem Text verfolgt. Zitiere aus dem Text.
5.
Schreibe die Einleitung zu einer Sachtextanalyse zum Text.
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Erwartungshorizont zum Klassenarbeitsvorschlag
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Aufgabe 1
richtig / falsch
Punkte
(sich) informieren: Protokoll, Bericht usw. – argumentieren: Stellungnahme,
Bewerbungsschreiben usw. – appellieren: Werbetext, Einladung usw.
Funktion
Sachtexte
Aufgabe 2
richtig / falsch
Diagrammarten
Punkte
Kurvendiagramm (zur Darstellung einer Entwicklung), Balkendiagramm (zum Vergleich
statischer Werte), Kreis- und Tortendiagramm (zur Darstellung von Prozentwerten)
Aufgabe 3
richtig / falsch
Visualisierung
Punkte
Begründung durch die Schüler steht im Vordergrund (tatsächlich ist dem Text ein
Schaubild zum Thema „Der globale Kohlenstoffkreislauf“, vergleichbar dem Schaubild
„Der Treibhauseffekt“ im Buch auf S. 106, beigefügt)
Aufgabe 4
richtig / falsch
Verstehenshypothese
Punkte
Der Text will zum einen über die durch die Erderwärmung abnehmende Fähigkeit der
Biosphäre, Kohlendioxid zu absorbieren, informieren, appelliert aber zugleich an mehr
Verantwortungsbewusstsein (vgl. den Schlusssatz: „… zeigt dass der Mensch sich seiner
Verantwortung noch nicht bewusst ist.“).
Aufgabe 5
gelungen / in Ordnung / nicht gelungen
Einleitung
Punkte
Aufgabe 1
Punkte
Autorin, Titel, Textart (Essay) und Quelle benannt; Hauptthema des Textes
(vgl. Überschrift) umrissen
Punkte
Aufgabe 2
Punkte
Aufgabe 3
Punkte
Aufgabe 4
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Punkte
Aufgabe 5
sprachl. Richtigkeit/
Grammatik
Gesamtpunkte/
Note
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