Prüfungsfragen Erste Hilfe

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Prüfungsfragen Erste Hilfe
1. Welche Schritte sind beim Auffinden eines reglosen Notfallpatienten
durchzuführen, um die Situation bzw. den Bewusstseinszustand des Patienten
einzuschätzen?

Absichern:
Straße: Warnblinkanlage, Pannendreieck (Ortsgebiet 50m, Landstraße
100m, Autobahn 200m) Auch in der Gegenrichtung absichern!
Piste: gekreuzte Schier od. aufgestelltes Snowboard in ausreichender
Entfernung, bzw. oberhalb der Kuppe

Bergen: notwendig, falls Verunglückte in Gefahrenzone liegt, wegziehen oder
wegtragen

Bewusstseinskontrolle:
Ansprechen, Berühren, Schmerzreiz setzen (zwicken..)
Bewusstsein vorhanden: weitere Erste Hilfe (zB. Starke Blutungen stillen,
Schockbekämpfung, ...)
Bewusstlosigkeit: Atemkontrolle
2. Wie führt man eine korrekte Atem- und Kreislaufkontrolle durch?

Atemkontrolle:
Öffnen beengender Kleidung
Inspektion der Mundhöhle
Entfernen eventueller Fremdköper
Überstrecken des Kopfes
Sehen: Brustkorbbewegungen
Fühlen: Luftstrom an der Wange
Hören: Atemgeräusche
Atmung vorhanden: Stabile Seitenlage
Keine Atmung:

Kreislaufkontrolle:
Fühlen des Pulses mit 4 Fingern an der Halsschlagader (Daumen
wegstrecken)
Beidseits 5 sek, hintereinander
Puls vorhanden: beatmen
Kein Puls: beatmen und Herzmassage
3. Nach der Notfalldiagnose eines Kreislaufstillstandes ist die Erste Hilfe welche?
Wie wird sie exakt durchgeführt?

Beatmung und Herzmassage 2:15

Beatmung:
Mund zu Mund od. Mund zu Nase (bei Kindern beides gleichzeitig)
1

Überstrecken des Kopfes
Verschließen der Nase mit Daumen und Zeigefinger
Beatmung in Eigenfrequenz
Nach Atemspende Kopf abheben, Frischluft atmen und
Zurücksinken des Brustkorbes beachten
Herzmassage:
Harte Unterlage
Druckpunkt Mitte der unteren Hälfte des Brustbeines
Mit gestreckten Armen (Hände übereinander gelegt) 4 – 6 cm eindrücken
Handballen nicht abheben
Frequenz 80 – 100/ min
Minütlich: Kreislauf- und Atemkontrolle
4. Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind bei Bewusstlosigkeit durchzuführen? Was
ist dabei zu beachten?
Gefahr zu Ersticken durch Zurücksinken der Zunge, durch Erbrechen oder durch
Fremdkörper daher:

Stabile Seitenlage:
näheren Arm seitl wegstrecken, Knie und Handgelenk der
gegenüberliegenden Seite zu einander führen (stabiles Dreieck bilden), dann
langsam auf die Seite drehen
Kopf überstrecken
Regelmäßige Kontrolle von Atmung und Kreislauf
5. Bei einem Unfall erleidet ein Beteiligter eine große Wunde am Oberarm, aus der
im Schwall Blut austritt. Welche Maßnahmen kann man als Ersthelfer
durchführen, um die Blutung zum Stillstand zu bringen und den Kreislauf des
Patienten zu stabilisieren?

Fingerdruck:
Verletzten niedersetzen oder niederlegen
Keimfreie Wundauflage
5 min drücken

Druckverband:
Nur dort, wo Körper es zulässt und geeignetes Verbandmaterial zur
Verfügung steht
Hochhalten od. hochlagern verstärkt Wirkung des Druckverbandes
Keimfreie Wundauflage
Druckkörper
Z.B. mit Dreieckstuch Verband anlegen

Abbinden: Nur im äußersten Notfall bei
Abtrennung einer Gliedmaße
Verletzung der Oberschenkelarterie
Einklemmung einer Gliedmaße
Ausgedehnten, zerfetzten Wunden an Arm oder Bein
2
-
Massenanfall von Verletzten
6. Nenne einige Maßnahmen zur Schockbekämpfung!

Begünstigung der Atmung:
Öffnen beengender Kleidungsstücke
Für Frischluftzufuhr sorgen
Den Patienten zu tiefer, ruhiger Atmung anhalten (voratmen!)

Begünstigung des Kreislaufs:
Rasche, exakte Blutstillung bzw. Wundversorgung
Hinlegen bzw. Schocklagerung (etw. unter Knie/Beine legen)
Ausnahme: Brustkorb, Kopf verletzt: Oberkörper erhöhen
Zudecken (oben und unten schützen)
Guter Zuspruch, für Ruhe sorgen
7. Wie kann man als Ersthelfer einen Knochenbruch erkennen? Welche
unmittelbaren Gefahren drohen durch einen Bruch eines größeren Knochens?

Bruch erkennen:
Schmerzen, Schwellung, Schonhaltung, Bewegungseinschränkung,
-unfähigkeit, Stufenbildung, Achsenabweichung

Gefahren:
Schock
Infektionsgefahr
Blustverlust
8. Ist es sinnvoll, als Ersthelfer einen Knochenbruch mit einer Schienung (mit
Schistöcken, Ästen, Brettern od. ähnl.) zu versehen? Begründe die Antwort kurz!
Es ist nicht sinnvoll, da eine Schienung nur durch die Rettung zum Transport durchgeführt
wird.
9. Wo liegt die Unterschied zwischen Verstauchung und Verrenkung eines Gelenks?
Welche Maßnahmen der Ersten Hilfe sind sinnvoll zur Versorgung einer
Verrenkung?

Verstauchung (Distorsion):
Gelenksenden kurz gegeneinander verschoben oder verdreht, aber wieder in
ursprüngliche Stellung zurückgekehrt
Erkennen: Schmerzen (v.a. bei Bewegung), Schwellung, Blauverfärbung
(Bluterguss)

Verrenkung: (Luxation):
Gelenksenden verschoben, verlieren aber Zusammenhalt und bleiben in
abnormer Stellung fixiert
3
-
Erkennen: Scherzen, Bewegungsunfähigkeit, abnorme Stellung
Erste Hilfe: kein Bewegungsversuch, kein Einrenkungsversuch, vorsichtiges
Ruhigstellen in der vorgefundenen Stellung, Schockbekämpfung, Notruf
10. Mit welchen Maßnahmen versorgt man in der Ersten Hilfe kleinere, nicht stark
blutende Wunden?
-
Verletzten hinsetzen od. hinlegen
Wunden nicht berühren, keimfrei verbinden
Keine Reinigung od. Desinfektion
Keine Salben, Puder, Hausmittel
Fremdkörper in Wunde belassen
Ruhigstellung des verletzten Körperteils
Arzt od. Krankenhaus aufsuchen (innerhalb von 6 Stunden)
Wundverband: Wundauflage, Polsterschicht, Befestigung
11. Wo liegen die prinzipiellen Unterschiede zwischen Schock und Kreislaufkollaps
(„Ohnmacht“)?


Schock:
-
Lebensbedrohleche Kreislaufstörung
In Folge von Minderversorgung der lebenswichtigen Organe
Ursache vielfältig: Blutung, Allergien, Herzerkrankungen...
Puls steigt, Blutdruck sinkt
Kreislaufkollaps:
Selbstheilende Erkrankung
Ursachen: Fehlregulation des Kreislaufs – Blutdruckabfall, z. B. beim
Aufrichten, Abmagerungskuren, Blutarmut (Anämie)...
Keine Lebensgefahr
12. Welche Angaben sind beim Absetzen eines Notrufes unbedingt zu machen? Wie
lauten die Telefonnummern von Rettung, Feuerwehr und Polizei/Gendarmerie
bzw. wie lautet der europäische Notruf?


Angaben:
Wo? (...ist der Unfall passiert)
Was? (...ist passiert)
Wieviele? (...Verletzte)
Wer? (...ruft an)
Evt. Zusatzinformationen
Rufnummern:
122 – Feuerwehr
133 – Polizei/Gendarmerie
144 – Rettung
112 – Europäischer Notruf (Mobiltelefon!)
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