Internationale Auszeichnung für Salzburger Sportmediziner

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Internationale Auszeichnung für
Salzburger Sportmediziner
Prim. Univ.-Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer ist der erste Nicht-Amerikaner, der von
der American Association of Cardiovascular and Pulmonary Rehabilitation
ausgezeichnet wurde. Der Salzburger Mediziner ist Vorstand des
Universitätsinstituts für präventive und rehabilitative Sportmedizin am
Salzburger Universitätsklinikum und bekam die einzige und somit höchste
wissenschaftliche Auszeichnung dieser Fachgesellschaft – den Michael L.
Pollock Established Investigator Award. Ausschlaggebend war seine
Forschung, die nach Meinung der Gesellschaft von übergeordneter Bedeutung
für den klinischen Alltag im Bereich der Rehabilitation von PatientInnen mit
kardiovaskulären Erkrankungen ist.
Professor Niebauer untersucht wie körperliches Training bei PatientInnen mit koronarer
Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und/oder Diabetes mellitus Typ 2 die sonst fortschreitende
Verkalkung der Gefäße aufhalten kann und welche Mechanismen dem zugrunde liegen. „Bei
meiner Forschung in Deutschland, den USA, in England und nun auch in Österreich konnte
ich gemeinsam mit Kollegen die positive Wirkung des regelmäßigen körperlichen Trainings
nachweisen“, sagt Niebauer. Dank dieser Erkenntnisse, sowie den Arbeiten anderer
Arbeitsgruppen, konnten Therapieempfehlungen erstellt werden, die sowohl in den klinischen
Alltag, als auch in aktuelle nationale und internationale Therapielinien Einzug fanden.
„Erleben eine Epidemie der körperlichen Inaktivität“
Professor Niebauer ist überzeugt: „Sport als Therapeutikum für Prävention und Rehabilitation
hat einen ganz zentralen Stellenwert. Wir erleben gerade eine Epidemie der körperlichen
Inaktivität und es ist eine Aufgabe, aber auch eine Chance für die Sportmedizin, einen
bedeutenden Beitrag zu leisten.“
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Ein solcher Beitrag könnte es sein, Sport als Therapie zu verordnen. Selbst bei Menschen
mit Herzproblemen ist Sport ein wichtiges Therapeutikum. „Sporttreiben trotz Herzinfarkt ist
kein Widerspruch“, ist Niebauer überzeugt. „Im Gegenteil: Ausdauersport ist die beste
Medizin.“ Mittlerweile steht laut Niebauer fest: „Herzkranke Sportler haben eine bessere
Prognose als herzkranke Nichtsportler.“ Nachdem über mehrere Jahrzehnte nach einem
Herzinfarkt körperliche Schonung empfohlen wurde, wird dieser Rat nun revidiert.
„‚Sport wird unterdosiert eingesetzt“
Der steigende Bewegungsmangel der Kinder und Jugendlichen wird in den westlichen
Industrieländern in absehbarer Zeit zu einem dramatischen Anstieg bei Herzinfarkten und
Schlaganfällen führen. Vom präventiven Nutzen der Ausdauersportart wie dem Laufen sind
mittlerweile viele Menschen überzeugt – auch wenn sie sich selbst nicht dazu motivieren
können. Ausdauersport als Therapeutikum hat sich hingegen noch wenig durchgesetzt„‚und
wird nach wie vor unterdosiert empfohlen“, sagt der Sportmediziner Niebauer.
Ausdauersport stabilisiert „Verkalkungen“
Beim Ausdauertraining schlägt das Herz schneller und pumpt mehr Blut in die Gefäße. Für
die verkalkten Blutgefäße eines klassischen Herz-Kreislaufpatienten bedeutet ein stärkerer
Blutfluss eine erhöhte Scherkraft an den Gefäßinnenwänden. „Die Verkalkungen, die
Mediziner auch Plaques nennen, verschwinden dadurch zwar nicht“, erklärt Niebauer. „In der
Gefäßwand werden jedoch Substanzen freigesetzt, die zu einer Stabilisierung dieser
Plaques führen.“ Bei einem akuten Herzinfarkt reißen diese Plaques auf, die Blutgerinnsel
bleiben daran hängen und die Gefäße sind plötzlich nicht mehr durchgängig. „Daher ist der
Effekt eines stabilen Plaques bereits ein nachhaltiger“, sagt der Mediziner. „Für Menschen,
die ihren ersten Herzinfarkt schon hinter sich haben, kann regelmäßiges Laufen einen
zweiten Infarkt sogar verhindern.“
Studien von Professor Niebauer sowie amerikanische Arbeitsgruppen zeigen, dass es bei
einzelnen PatientInnen sogar zu einer Verringerung der Plaques gekommen ist. Über die
Dauer und die Intensität des Lauftrainings entscheidet Niebauer immer erst nach einer
genauen individuellen Diagnostik. Für ihn steht fest: „Regelmäßiges Ausdauertraining macht
Herz-Kreislaufkranke belastbarer und die Freude darüber, dass körperliche Beschwerden
verschwinden, stellen eine tolle Belohnung und Motivation dar.“
Jeder weiß es, kaum einer tut was
Dass Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck schlecht für den Körper ist, wissen fast alle.
Nur wenige ändern jedoch ihren Lebensstil entsprechend. Welche Bedeutung körperliche
Aktivität für die Gesundheit hat, ist noch wenig bekannt und ist selten Gesprächsthema
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zwischen ÄrztInnen und PatientInnen. Der inaktive Lebensstil ist häufig bereits in einem
stabilen Verhaltensmuster gefestigt. Eine Änderung dessen wird aus einer Vielzahl von
„Gründen“ abgelehnt: Berufliche Belastung, Zeitmangel, Mangel an geeigneter Umgebung
etc. Viele überschätzen ihre körperliche Aktivität bei Hausarbeit oder Spazierengehen völlig.
Risikofaktorenmanagement
Regelmäßiges körperliches Training hilft PatientInnen mit bestehenden Risikofaktoren diese
zu behandeln, und das Erkrankungsrisiko an den Spätfolgen zu verhindern. PatientInnen
müssen hinsichtlich Lebensstilveränderungen wie Gewichtsabnahme, Umstellung der Diät
oder Nikotinverzicht beraten werden. Gemeinsam mit konsequenter medikamentöser
Therapie der Risikofaktoren Hypertonie, Hyperlipidämie und Diabetes können diese
Maßnahmen wesentlich zu einer höheren Überlebenschance beitragen. „Neben den
klassischen Therapie hat sich körperliches Training in den letzten Jahrzehnten als ein
effektives Therapeutikum erwiesen, auf das bei keinem Patienten verzichtet werden sollte“,
sagt der Vorstand des Universitätsinstituts für präventive und rehabilitative Sportmedizin der
PMU. „Denn nur Lebensstilveränderungen, die Ernährungsumstellung und regelmäßiges
körperliches Training beinhalten, greifen an der Ursache der Erkrankung an.“
Bildrechte: SALK / Wild&Team
Abdruck honorarfrei!
Kontakt:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin PR und Klinikmarketing, Pressesprecherin
SALK – Salzburger Landeskliniken
Universitätsklinikum Salzburg
Müllner-Hauptstraße 48
A-5020 Salzburg
Tel: +43 (0) 662 4482 -1007
Mobil: +43 (0) 664 604141 1007
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www.salk.at
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