Inhaltsangabe

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Inhaltsangabe
1. Charakterisierung der Einrichtung
2. Einleitung und Projektdarstellung
3. Triale Methode im Bezug zum Projekt
3.1 Theorie – methodischer Gesichtspunkt
3.2 Praxis – praxisorientiertes lernen in Form einer Projektarbeit
3.3 Kunst – künstlerisch, kreativer Ansatz
4. Theoretische Erarbeitung des Lernfeldes „spazieren gehen mit
heilpädagogischen Kindern“
4.1 Die Bewegung
4.2 Naturerleben und Naturbetrachtung
4.3 Gemeinschaftserlebnis
5. Handlungsorientiertes lernen
Darstellung der Projektarbeiten der Auszubildenden
6. Stichpunktartige Kurzfassung von drei weiteren Themen die ähnlich bearbeitet
wurden.
7. Evaluation
8. Fazit Schlussbetrachtung
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1. Charakterisierung der Einrichtung
Das Kinder- und Jugendheim Friedrichshulde liegt am westlichen Rand von Hamburg
in ländlicher Umgebung. Das ehemalige Gutsgelände mit altem Baumbestand bietet
ein ideales Umfeld für unsere heilpädagogische Gemeinschaft.
Gemeinsam leben
In denn familienähnlichen geführten Wohngruppen leben ca. 50 Kinder und
Jugendliche mit unterschiedlichen und unterschiedlich hohem Hilfebedarf. Die
entsprechend qualifizierten Mitarbeiter gestalten gemeinsam mit ihnen ein
therapeutisches Milieu. Von dem in § 39 Abs. 1 BSHG sowie in der
Eingliederungsverordnung genannten Personenkreis können folgende Kinder und
Jugendliche aufgenommen und gefordert werden:
-
wesentlich geistig Behinderte
wesentlich Mehrfachbehinderte mit überwiegend geistiger Behinderung
wesentlich seelisch Behinderte.
Kinder die einer geschlossenen Unterbringung bedürfen, können nicht aufgenommen
werden. In der Regel können wir Jungen und Mädchen mit Eintritt der Schulpflicht
aufnehmen und bis zum Abschluß der 12.Klasse führen, in Ausnahmefällen, wenn es
die individuelle Entwicklung erfordert, auch darüber hinaus. Anfragen nach
Förderung in unserer Einrichtung erhalten wir von Eltern und Behörden
hauptsächlich aus Schleswigholstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen. Wir
,sind eine überregionale Einrichtung. In familienähnlichen Gruppen werden sechs bis
sieben Jungen und Mädchen unterschiedlichen Alters betreut. Das gemeinsame
Leben und Wohnen von Betreuten und Betreuern wird als Grundlage für jede
erzieherische, heilpädagogische und therapeutische Arbeit angesehen. Großen Wert
wird dabei auf eine harmonische Atmosphäre des Lebensbereiches und die
rhythmische Gestaltung des Tages- , Wochen- , und Jahreslaufes gelegt.
Freizeitaktivitäten und Kulturelle Veranstaltungen verstärken den therapeutischen
Ansatz des gemeinsamen Lebens. Dazu gehören auch die medizinische Betreuung
durch die Heimärztin sowie die gezielten therapeutischen Angebote:
-
Heileurythmie
Krankengymnastik
Rhythmische Massage
Künstlerische Therapien
Der Grundgedanke einer ganzheitlichen Förderung bedingt, dass auch über den
Gruppenrahmen hinausgehenden Förderungen mit dem Gruppenbereich und
untereinander in bestmöglicher Abstimmung zusammenarbeiten. In diesem
Zusammenhang kommt der Einbeziehung der heimeigenen Sonderschule eine
wesentliche Bedeutung zu.
Gemeinsam lernen
Unsere heilpädagogische Schule ist staatlich genehmigt für die integrative schulische
Förderung von Kindern und Jugendlichen mit geistigen Behinderungen sowie Lernund Verhaltensschwierigkeiten. Die Grundlage der schulischen Arbeit ist der
modifizierte und vertiefte Lehrplan der Waldorfpädagogik, der als Entwicklungsplan
für den heilpädagogischen Unterricht besonders geeignet ist. Die Unterrichtsinhalte
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werden dabei in den altersgemäß zusammen gestellten zwölf Klassen in Epochen
angeboten und den jeweiligen Schwierigkeiten der Schüler methodisch und
didaktisch angepasst. Neben den künstlerischen und handwerklichen Fächern wird
auf die insgesamt künstlerische Gestaltung des Unterrichtes Wert gelegt.
Gemeinsam arbeiten
Eine besondere Bedeutung hat die Förderung der Eigenaktivität und
Selbstgestaltungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen. Dies reicht von der
Selbständigen Bewältigung des Alltages bis zur gemeinsamen Gestaltung und Pflege
von Gruppenwohnung und –garten. Durch die frühe Forderung von Handfertigkeiten
können Unterrichtsinhalte bewusst in die Praxis umgesetzt werden. Der gemeinsame
Werkunterricht geht in der 11. und 12. Klasse in die Werkstufe über. Hier lernen die
Jugendlichen den künstlerischen – handwerklichen Umgang mit Stein, Eisen, Kupfer,
Holz, Textilien, Papier, Korbweiden, Farben etc. Durch die Erfahrungen mit den
verschiedenen Materialien und den entsprechenden Arbeitsprozessen werden
Arbeits- und Sozialkompetenzen als Vorbereitung für das Leben nach der Schule
geübt. Die Kinder- und Jugendlichen sollen in ihrer Persönlichkeit und in ihren
Fähigkeiten so gefördert werden, dass ihnen die Teilnahme am Leben in der
Gesellschaft ermöglicht oder erleichtert wird. Um sie soweit wie möglich von Pflege
unabhängig zu machen, wird besonders die Selbständigkeit intensiv gefordert. Ihren
Möglichkeiten entsprechend werden sie darauf vorbereitet, als Erwachsene einen
angemessenen Platz in einer Lebens- und Arbeitssituation zu finden.
Die heilpädagogisch qualifizierten und geschulten Mitarbeiter legen großen Wert auf
den ganzheitlichen pädagogischen Ansatz, der sich durch die Zusammenarbeit von
Wohngruppe, Schule und Therapien ergibt. Für junge Menschen mit sozialem
Interesse bieten wir Möglichkeiten für Sozialpraktikum, Freiwilliges Soziales Jahr und
Zivildienst an. Seit über 30 Jahren bilden wir Menschen für den Beruf des
Heilpädagogen aus. Diese Ausbildung wurde in Zusammenarbeit mit weiteren
norddeutschen Einrichtungen übergeführt in eine Fachschule für
Heilerziehungspflege auf anthroposophischer Grundlage, in der in drei Jahren
praxisintegriert ausgebildet wird.
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2. Einleitung und Projektdarstellung
Zumeist gehen wir als Heilpädagogen von heilpädagogischen, d. h. diagnostischen,
therapeutischen und medizinischen Gesichtspunkten für das einzelne Kind aus. In
diesem Projekt möchte ich jedoch auf die heilpädagogischen Fördermöglichkeiten
eingehen, die sich durch die Gestaltung des Zusammenlebens in einer Wohngruppe
mit Kindern ergeben. Ich möchte dabei auf wesentliche Maßnahmen eingehen und
deren therapeutischen Gesichtspunkte herausarbeiten. Das Leben selbst gibt
genügend Anlässe zum lernen. Alltagsbezogene Hilfen und Lebenssituationen
lassen sich vielfach dort am besten fruchtbar machen, wo sie unmittelbar gebraucht
werden. Im Haus, im Garten usw. In Alltagssituationen gibt es viele Förderansätze,
die therapeutischen Charakter haben, wie zum Beispiel die auf den ersten Blick
einfache Aufgabe ein gekochtes Ei zu schälen. Diese Aufgabe erfordert unter
anderem die Konzentration, an einer Sache zu bleiben, sich nicht ablenken zu
lassen; man muss abschätzen lernen wann das Ei ausreichend abgekühlt ist damit
es geschält werden kann, wobei das Wärmeempfinden angesprochen wird; beim
eigentlichen Schälen brauchen wir Fingerspitzengefühl, die Feinmotorik wird in
hohem Maße angesprochen, eine Hand-Augen-Koordination ist erforderlich usw. Ein
Ei zu schälen scheint zunächst nicht sehr bedeutsam zu sein, aber gerade solche
alltäglichen, lebenspraktischen Fähigkeiten haben eine große Bedeutung. In der
heilpädagogischen Arbeit werden sie oft zu wenig beachtet. Ein anderes Beispiel aus
dem Leben mit einem autistischen Kind: Der rhythmisch geführte Zeitverlauf war für
Sophie von großer Wichtigkeit. Dazu gehörte die Strukturierung des Lebens
hinsichtlich wiederkehrender Ereignisse und Abläufe zB. Tageslauf und
Wochenverlauf, aber auch das Feiern der Jahresfeste. Wichtig dabei war nicht nur
die äußere Zeiteinteilung, sondern dass Sophie sich mit seelischen Erfahrungen
verbinden konnte. So gaben z.B. Dass Morgen- und Abendlied Sophie nicht nur ein
zeitliches Verständnis, sondern auch eine seelische Qualität, die ihr durch den
ganzen Tag hindurch Sicherheit und Vertrauen gaben. Diese Art der Kulturbildenden
Lebensgestaltung (zu der vor allem auch die soziale Hülle im Sinne der inneren
Haltung der Bezugspersonen gehört) gaben Sophie ein Gefühl grundlegender
Sicherheit und Verlässlichkeit.
In der schriftlichen Ausarbeitung meines Projektes möchte ich zunächst eine
Überschau geben über die heilpädagogische Bedeutung des Zusammenlebens mit
den Kindern. Ich möchte dabei die therapeutische Bedeutung des Alltages
hervorheben. Für das Arbeiten mit den Auszubildenden möchte ich aus dem großen
Umfang der möglichen Arbeitsfeldern jedoch nur einen Schwerpunkt herausgreifen:
das spazieren gehen mit einem Seelenpflege bedürftigen Kind.
Die Umsetzung des Projektes begann im April 2006 und endete im Dezember 2006.
Zielgruppe waren die Auszubildenden im 1. Ausbildungsjahr. Theoretische Inhalte
wurden im Fach Methoden der Heilpädagogik erarbeitet. Wir haben uns ein Thema
aus dem komplexen Lernfeld herausgegriffen und haben uns 8 Std. mit dem
„Spazieren gehen mit Seelenpflegebedürftigen Kindern“ beschäftigt.
Die Auszubildenden sollten die gemeinsam theoretisch erarbeiteten Inhalte bewusst
in die Praxis umsetzen. In Form eines praxisrelevanten Projektes sind Übfelder in der
eigenen Wohngruppe geschaffen worden.
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Zur Gestaltung der Projekte der Auszubildenden gehörte:
- Vorgespräch mit dem Praxis Anleiter (Planung, zeitlicher Rahmen.
Ausbildungsaspekt)
- Tatsächliche Durchführung
- Dokumentation (Aufgabe, kurze Tätigkeits- und Verlaufsberichte,
notwendige Veränderungen, Schwierigkeiten)
- Nachgespräch (Ist es gelungen, hat es mich ein Stück weiter gebracht ?)
Durch die praktische Umsetzung sollten die Auszubildenden in ein kreatives Tun
kommen und in einen Vertiefungsprozess eintreten, der den eigentlich künstlerischen
Anteil der Arbeit mit den Kindern darstellte.
3. Triale Methode im Bezug zum Projekt
Besondere Ansätze im Rahmen der trialen Methode:
Insbesondere die tägliche Arbeit im Rahmen eines heilpädagogischen
Gruppenlebens droht durch die ständig wiederkehrenden Notwendigkeiten zur
Bewältigung des Alltags zur Routine zu werden. Eine solche Routine aber lässt die
Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder verdorren und die Arbeitsfreude der
Mitarbeiter ersticken. Eine künstlerisch- kreative Gestaltung des Alltags hingegen
belebt das Zusammenleben in einer heilpädagogischen Wohngruppe, fördert die
Entwicklung des einzelnen Kindes sowie das Engagement der Mitarbeiter. Vor allem
im heilpädagogischen Alltag kann sich die triale Methode in der kreativen
Umsetzung von diagnostischen Einsichten in therapeutische Gestaltungen beweisen.
3.1Methodische Gesichtspunkte (Theorie) des Unterrichts der
Auszubildenden
Die theoretische Erarbeitung von Inhalten erfolgte im Fach Methoden der
Heilpädagogik, wobei die Inhalte vor allem unter methodischen Gesichtspunkten
vermittelt werden, um die jeweiligen Qualitäten des Zusammenlebens als
Wirkfaktoren erlebbar zu machen. Das Lernen mit den Auszubildenden erfolgt in
Lernfeldern und wird über Lernsituationen organisiert und strukturiert.
Lernsituationen sind didaktisch ausgewählte praxisrelevante Aufgaben. In unserem
Falle stellt das Lernfeld die Freizeitgestaltung, im besonderen das Spazieren gehen
mit Seelenpflege bedürftigen Kindern dar Lernen in Lernsituationen ist
handlungsorientiertes Lernen. Die Entwicklung einer umfassenden
Handlungskompetenz erfordert die Orientierung des Unterrichts an der Bearbeitung
beruflicher Aufgaben. In diesem Zusammenhang wird mit Handlungsorientierung das
didaktische und lernorganisatorische Konzept für die Gestaltung des Unterrichtes
Bezeichnet. Der Unterricht soll die Auszubildenden zunehmend in die Lage
versetzen, die Verantwortung für ihren Lern- und Entwicklungsprozess selbst zu
übernehmen. Handlungsorientierte Lernprozesse sind gekennzeichnet durch das
Lernen an inner beruflichen Aufgaben, die zum Handeln auffordern. Die Handlung
knüpft an Erfahrungen der Auszubildenden an. Da diese ständig in der alltäglichen
Praxis stehen, ist die Verknüpfung mit Erlebnissen und Erfahrungen vorhanden und
bildet eine positive Grundvoraussetzung.
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3.2 Praxisorientiertes Lernen in Form einer Projektarbeit der
Auszubildenden
Wie kann das im Unterricht vermittelte Thema mit dem im Alltag erfahrene
zusammenkommen?
Die Inhalte sollen in Form von Übungen, bei welchen auch Selbsterfahrung möglich
wird, ins praktische Tun umgesetzt werden. Es sollen praktische Übfelder in der
eigenen Wohngruppe geschaffen werden, in denen der Auszubildende die
theoretischen Inhalte in die Praxis umsetzten kann. Gemeint sind überschaubare
Aufgaben, die im Fach Methoden der Heilpädagogik vorbereitet, begleitet und
nachbesprochen werden. Es soll sich um Tätigkeiten handeln ,die im Alltag integriert
sind bzw. sich integrieren lassen und für die der Auszubildende bewusst die
Verantwortung übernimmt. Diese Aufgaben / Projekte sind eine gute Möglichkeit
bestimmte Aufgaben des Alltagslebens vorübergehend der drohenden Routine zu
entreißen und stärker ins Bewusstsein zu heben.
Die Projektarbeit der Auszubildenden liefert den lernorganisatorischen Rahmen, in
dem, losgelöst von Zuordnungen zu anderen Fächern oder Lernfeldern, erworbene
Kompetenzen bei der Durchführung eines berufsrelevanten Projektes angewandt
und weiterentwickelt werden können.
3.3 Künstlerischer Gesichtspunkt (Kunst)
Um den Alltag mit Seelenpflege bedürftigen Kindern sowohl für eine Gruppe von
Kindern als auch gezielt für einzelne Kinder therapeutisch zu gestalten, bedarf es
eines hohen Maßes an Kreativität, da die Qualitäten des räumlichen, zeitlichen und
sozialen Umfeldes in eine bewusste Beziehung zu den Fördermöglichkeiten des
Kindes gebracht werden müssen. Diesen Zusammenhang bis in die scheinbar
unbedeutenden Aktivitäten des Alltags herzustellen ist eine im umfassenden Sinne
künstlerische Tätigkeit. So wie Rudolf Steiner aus dem Gebiet der Pädagogik von
„Erziehungskunst“ spricht, kann hier im Hinblick auf die heilpädagogische Aufgabe im
Gruppenleben von „Lebenskunst“ gesprochen werden.
Erziehungskunst besteht darin, die Qualitäten von Unterrichtsfächern,
Unterrichtsinhalten so zu erfassen, dass ich sie methodisch-didaktisch zur Förderung
der harmonischen Entwicklung eines Kindes einsetzen kann, wie es R. Steiner z.B.
anhand einer Pädagogik der Temperamente entwickelte. Heilpädagogische
Lebenskunst im Sinne einer „Vertiefung der Waldorfpädagogik“ (R. Steiner im 12.
Vortrag HPK) arbeitet in derselben Weise, aber im Hinblick auf die therapeutischen
Erfordernisse urbildlicher und wesenhafter.
Therapeutische Kreativität im Alltag zu entwickeln bedeutet, sich auf einen
Entwicklungsweg zum Wesen des Kindes und zugleich zu den urbildlichen
Qualitäten des Lernfeldes zu begeben und diese in eine innere Beziehung zu
einander zu setzen. Diesen Weg beschreibt R. Steiner im 5. Vortrag des HPK
folgendermaßen: „...wenn man für Formen, für Anschaubares Sinn entwickelt, dann
lebt man sich allmählich in eine Seelenstimmung hinein, bei der einem etwas einfällt,
wenn die Veranlassung da ist.“
In der Ausbildung gilt es daher, die Auszubildenden auf einen Weg zu bringen der
diese von R. Steiner geschilderten Schritte im Sinne eines seelischen
Verdichtungsprozesses beinhaltet und künstlerisches Geschehen ist, dessen
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Ergebnis nicht ein künstlerisch gestaltetes Objekt oder eine entsprechende
Inszenierung, sondern eben der therapeutische Einfall bzw. dessen Umsetzung ist.
Entsprechende Verdichtungsschritte lassen sich mit Begriffen beschreiben wie die
Entwicklung von Aufmerksamkeit, Interesse, innerer Beziehung sowohl für und zu
den Förderbedürfnissen des Kindes als auch den Umfeldqualitäten von Materialien,
Gestaltungen und Situationen, die schließlich im Einfall für eine therapeutisch
wirkende Handlung zu einer Wesensbegegnung kommen.
Deutlich ist dabei, dass die ersten Schritte ausbildungsmäßig geweckt und angeleitet
werden können, der weitergehende Prozess aber zunehmend individualisiert werden
muss, um persönliche Fähigkeiten zu entwickeln. Der Anleitungsweg für die ersten
Schritte der Entwicklung von Aufmerksamkeit und Interesse wird in meiner
Projektarbeit beschrieben.
Heilpädagoge
für Entwicklungsbedürfnisse
des Kindes
Entwicklung von
Aufmerksamkeit
für Qualitäten
der Umwelt
Interesse
Innere Beziehung
Wesensbegegnung
als therapeutischer
„Einfall“
„Will man das Wesen der Seele durchschauen, so muss man das Gesetzmäßige
mit künstlerischer Gestaltungskraft in der Erkenntnis durchdringen.
Der Erkennende (Erzieher) muss zum künstlerisch schauenden werden.“
(R. Steiner nach Barz 1993)
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4. Theoretische Erarbeitung des Lernfeldes „Spazierengehen mit
seelenpflege bedürftigen Kindern“
Auszüge aus dem Unterricht mit den Auszubildenden:
Das Spazieren gehen ist ein Thema, das zunächst recht unbedeutend zu sein
scheint. Aber gerade solche alltäglichen Situationen können eine große Bedeutung
bekommen, wenn man ihnen mehr Aufmerksamkeit schenkt.
Was ist eigentlich ein Spaziergang?
Auch wenn es seltsam klingt, ist zunächst der Spaziergang eine Aktivität, deren
Bedeutung und Intention darin besteht, keinen bestimmten Sinn und Zweck zu
verfolgen. Es wird weder eine Körperliche Leistung erbracht, wie es zum Beispiel bei
einer Sportart der Fall ist, noch wird eine Zielgerichtete Beschäftigung verrichtet. Ich
kann zum Beispiel die Umwelt wahrnehmen, meinen Gedanken nachhängen, oder
mich mit jemanden unterhalten. Goethe beschreibt dies in seinem Gedicht:
„Gefunden“ mit folgenden Worten:
Ich ging im Walde
So für mich hin
Um nichts zu suchen
Das war mein Sinn
Wir können dem Spaziergang aber auch einen Inhalt geben. Besonders wenn wir mit
Kindern spazieren gehen können wir:
-
unterwegs sein, ohne dass ein bestimmter Sinn und Zweck beabsichtigt
wird oder
ich kann bewusst einen Sinn und Zweck vorplanen und ansteuern, zum
Beispiel Naturbetrachtungen, Geschicklichkeitsspiele usw.
Als Erzieher sollte man zwischen diesen beiden Möglichkeiten des Spazierengehens
wechseln, also Freiräume zulassen im Sinne von Goethes Gedicht, aber auch
gewollte Vorhaben umsetzen. Ein Beispiel: Kinder reden beim Schlendern durch den
Wald und bemerken den Käfer nicht, der gerade über den Weg läuft. Der Erzieher
kann die Kinder darauf hinweisen und ihr Interesse wecken, bevor sie ihn vielleicht
sogar zertreten. So kann das ungelenkte (freie) und das gelenkte spazieren gehen
durch Vermittlung des Erziehers zusammenfließen.
Ich habe drei Gesichtspunkte unter vielen herausgesucht um deutlich zu machen,
warum wir mit Seelenpflege bedürftigen Kindern spazieren gehen können.
1. Die Kinder bewegen sich
2. Die Kinder erleben die Natur
3. Die Kinder erfahren Gemeinschaft
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Die drei Gesichtspunkte erschienen geeignet, um beispielhaft zu zeigen wie durch
einbeziehen menschenkundlicher Grundlagen Erkennen und Einbindung von
heilpädagogischen Maßnahmen möglich werden können.
Ich habe die genannten Punkte mit der Sinneslehre in Verbindung gesetzt. Gerade
die Sinnespflege Gerade die Sinnespflege ist besonders wichtig für das seelenpflege
bedürftige Kind, um seine Weiterentwicklung zu fördern und zu unterstützen.
Insbesondere geht es dabei um das bessere Erfassen des eigenen Leibes, um über
ihn einen Bezug zur Umwelt aufnehmen zu können. Der Spaziergang lässt sich als
geeignetes heilpädagogisches Mittel einsetzen, um die Sinne zu pflegen und zu
schulen, um sich selbst zu erleben und die Außen- und Umwelt richtig
wahrzunehmen.
1. Die Kinder bewegen sich:
Hier werden in der Hauptsache die vier unteren Sinne angesprochen
- Tastsinn
- Lebenssinn
- Gleichgewichtssinn
- Eigenbewegungssinn
2. Kinder erleben die Natur:
Hier werden die mittleren Sinne angesprochen, mit denen man der Umwelt
entgegen tritt.
- Sehsinn
- Geruchssinn
- Geschmacksinn
- Wärmesinn
3. Die Kinder erfahren Gemeinschaft:
Hier werden primär die oberen vier Sinne angesprochen
- Gehörsinn
- Sprachsinn
- Gedankensinn
- Ichsinn
Wenn ich mich im folgenden vorwiegend auf die Sinnesorganisation beschränke, will
ich doch darauf hinweisen, dass diese drei Gesichtspunkte auch unter dem der
Dreigliederung des Menschen und damit auch vor dem Hintergrund aller
Entwicklungsschritte der ersten drei Lebensjahrsiebte betrachtet werden können.
Diesen Kontext habe ich in einer Tabelle nebeneinander gestellt.
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Sinne
Die Kinder
Untere Sinne
bewegen sich! (Willenssinne)
Seelenleben Leibesorganisation Entwicklung
Wollen
- Tastsinn
- Lebenssinn
- Gleichgewicht
- Eigenbewegung
StoffwechselGliedmaßenSystem
Unterer Mensch
Arme, Beine,
Stoffwechsel
1.Jahrsiebt
Organe werden
ausgeprägt
Substanzielle
Individualisierung
Vorbild und
Nachahmung
Die Kinder
Mittlere Sinne
erleben Natur! (Gefühlssinne)
Fühlen
- Sehsinn
- Geruchsinn
- Geschmacksinn
- Wärmesinn
Rhythmisches
System
Mittlerer Mensch
Brust, Rumpf
2. Jahrsiebt
EmpfindungsMäßige
Individualisierung
Gewissen,
Gedächtnis,
Charakter,
Temperament
Erstes
Urteilsvermögen
Autorität und
Nachfolge
Die Kinder
Obere Sinne
erfahren
(Erkenntnissinne) Denken
Gemeinschaft! - Gehörsinn
- Sprachsinn
- Gedankensinn
- Ichsinn
Nerven-Sinnes
System
Oberer Mensch
Kopf
3.Jahrsiebt
freie Urteilskraft
selbständiges
Denken
Urteile bilden
Bildung von Idee
und Weltinteresse
„Geburt“ des Ich
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4.1 Der Gesichtspunkt: Die Bewegung
Größtenteils werden wie bereits erwähnt die vier unteren Sinne angesprochen:
- Tastsinn: Mit dem Tastsinn begegnen wir der Außenwelt, wir erfahren so die eigene
Leibesgrenze.
- Lebenssinn: Durch den Lebenssinn erfahren wir unser Wohl- und Unwohlsein. Er
vermittelt uns, ob wir müde, durstig oder hungrig sind.
- Eigenbewegungssinn: Über ihn können wir wahrnehmen, ob wir in Ruhe oder in
Bewegung sind, zum Beispiel ob wir ein Bein gestreckt oder
gebeugt halten. Alle Bewegungen unseres Körpers werden
vom Eigenbewegungssinn wahrgenommen.
- Gleichgewichtssinn: Durch ihn nehmen wir wahr, ob wir uns im Gleichgewicht befinden, damit wir nicht umfallen; dazu müssen wir wissen wo
oben und unten, vorne, hinten, rechts und links ist.
Durch die Verkehrsdichte und das Angewiesensein auf Verkehrsmittel wird
selbstverständliche Bewegung immer mehr verhindert. Besonders heilpädagogische
Kinder kommen wenig in die Eigenbewegung. Vielfach ist durch die
Bewegungsentwicklung gestört. Außerdem werden die Kinder durch Fahrdienste, die
sie überall hinfahren, immer mehr fremdbewegt. Andere Kinder müssen oft
Gehstrecken in Kauf nehmen: der Weg zur Bushaltestelle, der Weg zu Freunden, der
Weg zum Einkaufen. Behinderte Kinder können oft nicht alleine losziehen, wie es
anderen Kindern vergönnt ist. So müssen wir uns umso mehr Zeit dafür nehmen.
Beim Spaziergang lassen sich viele Bewegungsübungen einflechten: Balancieren auf
Baumstämmen, Klettern, über Äste hüpfen, über Gräben springen, durch eine Hecke
kriechen, einen Hügel hinabrennen, einen Kleinen Felsen erklimmen. Viele Kinder
finden überhaupt erst in der Natur den Mut auf einem Stein frei zu stehen, auf einem
gefällten Baumstamm zu balancieren, und nicht auf dem Stuhl oder der Bank im
Sportunterricht. Diese Mutproben zeigen, dass der Lebenssinn des Kindes so
gestärkt werden kann, dass es seine Ängste überwinden kann.
Bewegung fördert und stabilisiert, wie allgemein bekannt, die Gesundheit. Die
Regelmäßigkeit solcher Spaziergänge kann die Gesundheit im allgemeinen kräftigen:
eine regelmäßige Atmung und Durchblutung stellen sich ein. Dieser Gesundheitliche
Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Wie oft sind die heilpädagogischen Kinder bleich,
ihre Atmung unregelmäßig, die Muskeln schlaff oder überspannt. Viele werden häufig
durch andauernde Erkältung geplagt. So kommt der Spaziergang mit seiner
allgemein kräftigenden Wirkung Kind zu gute.
Der aufrechte Gang ist unter den Bewegungen etwas ganz besonderes und nur dem
Menschen möglich. Im Tierreich finden wir zwar Perfektionen einzelner Bewegungen:
im klettern des Affen, im Rennen des Windhundes oder im schwimmen des
Delphines. Aber der aufrechte Gang ist nur dem Menschen gegeben. Die Gangart
eines Menschen ist individuell und charakteristisch, es fällt uns sofort auf, ob sein
Gang plump oder gehoben ist. Hier kann der Erzieher besonders deutlich
wahrnehmen, wie ein heilpädagogisches Kind in seiner Leiblichkeit zu Hause ist. Der
Gang lässt uns ein Bild des Inkarniertseins des betreffenden Kindes wahrnehmen.
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Mit den Worten des Dichters Peter Handke, der das Gehen sehr eindrucksvoll
beschreibt, möchte ich das Feld der Bewegung verlassen.
„Ganz aus eigenem Schaukeln ...... Nur im Gehen öffnen sich die Räume und tanzen
die Zwischenräume! Nur im Gehen drehe ich mich mit den Äpfeln im Baum. Nur dem
Gehenden wächst ein Haupt auf den Schultern. Nur der Gehende erfährt die Ballen
an seinen Füßen. Nur der Geher spürt einen Zug durch den Körper. Nur der Geher
erfasst den hohen Baum im Ohr – die Stille! Nur der Geher holt sich ein und kommt
zu sich ......... Das Gehen ist das freieste Spiel Auf jetzt, weg hier. Der Segen des
Ortes gilt nur für die Reise.
4.2 Der Gesichtspunkt Naturerleben
Gehen wir regelmäßig auch nur einige Stunden mit den Kindern spazieren, sammeln
sie in ihrem Innern, ohne es zu bemerken, tiefste Geheimnisse der Welt.
(Gesetzmäßigkeiten) Die Bedeutung solcher Spaziergänge in der Natur, die zugleich
ein „durch die Welt gehen“ sind, können nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Betrachtet man den Spaziergang im Bezug auf das Naturerleben und
Naturwahrnehmen, so treten besonders die mittleren Sinne in den Vordergrund.
- Sehsinn: mit den Augen nehmen wir die Welt wahr als Licht, Finsternis und Farbe
- Geruchsinn: mit ihm nehmen wir die Welt als Geruch wahr. Wir sind diesen Gerüchen, ob sie angenehm sind oder unangenehm, ausgeliefert durch
die Notwendigkeit zu atmen .
- Geschmacksinn: wir können mit ihm durch Zunge, Gaumen, Rachen die Welt erschmecken als süß, sauer, salzig, bitter. Wir prüfen was wir von
der Welt in uns aufnehmen, um uns zu ernähren.
- Wärmesinn: er vermittelt uns über die Haut, ob wir schwitzen oder Frieren, er lässt
uns wahrnehmen ob der Wärmehaushalt in Ordnung ist.
Eindrücke und Erlebnisse:
- Sommerluft fühlt sich anders an als winterliche Kälte.
- In einem Laubwald am See, den wir auf dem Spaziergang durchqueren,
können wir deutlich die frische und kühle Luft spüren.
- Im Wald riecht es nach feuchtem Moos
- An einer Hecke riecht es nach Rosen
- Wir können Tiere beobachten, einem im Flug schaukelnden
Schmetterling, eine Posthornschnecke, die sich mit ihren Fühlern den
Weg ertasten, den Ameisen beim arbeiten zuschauen, der
Ameisenhaufen an sich ist schon etwas besonderes.
- Der Weg führt an einer Brombeerhecke vorbei, wo wir das süße Aroma
der Beeren schmecken können.
- Usw.
Wir können immer wieder beobachten, dass viele heilpädagogischen Kinder wenig
Kraft und Aufmerksamkeit in diese mittleren Sinne schicken wollen oder schicken
können. Werden diese aber mit Phantasie gepflegt, können wir erreichen, dass ein
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Kind wacher in diesen Sinnen lebt. Der Erwachsene muss sich jedoch Zeit nehmen
und die Kinder auf alles hinweisen, was er sieht. Die Art und Weise wie er es tut,
spielt dabei eine große Rolle. Dazu muss der Erwachsene Kenntnis haben über die
Jahrsiebte, die das Kind in seiner Entwicklung durchläuft, um Fragen und
Erläuterungen geben zu können, die dem Kind gerecht werden. Vor dem 9.
Lebensjahr fühlt sich das Kind mit der Natur verwandt, das Kind nimmt sich nicht von
der Welt getrennt wahr. Dieses Gefühl lebt auch noch in dem 10 und 11 Jahre alten
Kindern. Die Kinder beginnen aber auch die Natur immer mehr als Gegenstand
wahrzunehmen. Das sich Eins- und Verwandt fühlen mit der Natur ist im Abklingen,
die Instinkte erlöschen, das sich gegenüber und getrennt Erleben, ist im Erwachen
begriffen, die Urteilskraft kündigt sich an. Das Kind steht sozusagen in der Mitte
zwischen Altem und dem Neuen.
Ich habe in diesem Kapitel versucht einige wenige Gesichtspunkte zur
Naturbetrachtung darzustellen. Es gibt noch viele weitere Gesichtspunkte.
Maler, Komponisten und Dichter stellten immer wieder der vom Menschen
erschaffenen Welt die Natur gegenüber, die sie als von Gott erschaffen in ihren
Werken künstlerisch darstellten. Denken wir an den Maler C.D. Friedrich Einsamer
Baum, den Komponisten A. Vivaldi Die vier Jahreszeiten und an den Dichter J: W: v
Goethe: Hymnus an die Natur.
Sollten wir Erzieher nicht auch etwas von diesem künstlerischen Schaffen des
Malers, Komponisten und des Dichters in unserer Arbeit einfließen lassen und die
Natur so in uns leben lassen, dass das Kind über seine Sinne die Natur in ihrer
wahren Tiefe erleben kann?
4.3 Der Gesichtspunkt: Gemeinschaftserlebnis
Erfahren wir Gemeinschaft, so werden besonders die vier oberen Sinne
angesprochen.
- Gehörsinn: über das Ohr nehmen wir Geräusche der unbelebten und die Stimmen
der belebten Welt wahr. Der Gehörsinn wird auch als Ton- und
Klangsinn bezeichnet.
- Sprachsinn: der Sprachsinn lässt uns die Sprache eines anderen Menschen wahrnehmen. Er wird auch Laut-Wort-Sinn genannt.
- Gedankensinn: mit Hilfe des Gedankensinns kann ich die Gedanken eines anderen
Menschen aufnehmen.
- Ichsinn: mit ihm kann ich das Ich eines anderen Menschen wahrnehmen. Man muss
unterscheiden zwischen Ich-Wahrnehmung, ich nehme mein inneres wahr,
und Ich-Erlebnis, ich nehme das Ich eines anderen Menschen wahr.
Auf einem Spaziergang wird der Hörsinn vielfach angesprochen: der Bach plätschert,
der Wind braust, die Biene summt, der Kuckuck ruft. Passende Lieder und Sprüche
können das ganze noch verstärken. Die Kinder können durch ihren Gehörsinn des
Ruf des Kuckuck wahrnehmen und durch den Wort- und Lautsinn so in sich
aufnehmen, dass aus ihrem Gesang der Kuckuck ruft.
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Gelenkte Gespräche aus einer Beobachtung heraus können aktiviert werden. Sich
mitteilen und zuhören spielt dabei eine Rolle. Miteinandergehen ist oft ein großer
Anspruch und doch sehr wertvoll und verbindend.
Ich habe versucht das Thema zu durchleuchten. Mir ist klar geworden welchen Wert
Spaziergänge haben können und unter wie vielen Gesichtspunkten ein Spaziergang
betrachtet werden kann, um heilpädagogische Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern.
Der Erzieher sollte den Spaziergang für sich entdecken und entwickeln und durch
Engagement seine Wirkung entfalten, damit er für die Kinder eine fördernde Rolle
spielen kann. Gefragt sind Phantasie und Ideen im Augenblick, aber auch aus der
Vorbereitung: Lieder, Geschichten, Spiele, kindgerechte Erklärungen der Natur, und
vieles mehr können in allen Spaziergängen eingeflochten werden. Dennoch sollte
der Spaziergang nicht überfrachtet werden mit therapeutischen Vorstellungen und
Maßnahmen des Erzzieher, sondern er muss seine befreiende, oft unerwartete und
überraschende Wirkung für das Kind behalten.
Spaziergang
Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten,
den Weg den ich kaum begann, voran.
So fasst uns das, was wir nicht fassen konnten,
voller Erscheinung, aus der Ferne an. –
und wandelt uns, auch wenn wirs nicht erreichen,
in jenes, das wir, kaum es ahnend sind
ein Zeichen weht, erwidern unserem Zeichen......
Wir aber spüren nur den Gegenwind.
R. M. Rilke
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5. Handlungsorientiertes lernen
Darstellung der Projektarbeiten der Auszubildenden
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6. Stichpunktartige Darstellung von drei weiteren Themen
die ähnlich bearbeitet wurden
Neben dem Thema
- Gestaltung des Empfindungsleibes – Freizeitgestaltung: Spazierengehen
habe ich noch drei weitere Themen in ähnlicher Weise mit den Auszubildendden
bearbeitet:
-Pflege des Zeitenleibes – Gewohnheiten
-Pflege des Physischen Leibes
-Gestaltung des räumlichen Umfeldes – Wirkung von Ordnung und Sauberkeit
Kurze Darstellung:
1. Lernfeld: Gewohnheiten
Theorie:
IN vier Unterrichtseinheiten im Fach Methoden der Heilpädagogik sind wir dem
Begriff Gewohnheitsbildung näher gekommen: Was sind Gewohnheiten? Woher
kommt der Begriff Gewohnheiten? Wie sehen unsere eigenen Gewohnheiten aus?
Was bedeutet Gewohnheit für die kindliche Entwicklung? Wie lege ich Gewohnheiten
an? Zwang und Gewohnheiten, wie können wir schlechten Gewohnheiten
entgegenwirken? Usw..
Praxis:
Die Auszubildenden sollten in einer Zeit von vier Wochen, im Lebensumfeld des
Kindes eine Gewohnheit anlegen oder bereits angelegte Gewohnheiten hinterfragen
und weiterführen.
Nach diesen vier Wochen und nach Abgabe der schriftlichen Dokumentation hat ein
Erfahrungsaustausch stattgefunden.
Kunst:
Auch hier sollten die Auszubildenden in der praktischen Umsetzung in ein kreatives
Arbeiten kommen Dieser Vertiefungsprozess ist der eigentlich künstlerische Anteil
des Projektes. „Arbeits- und Lernfelder im Sinne einer künstlerischen Gestaltung des
Alltags“. Es sollen dadurch Ansätze für eine „Lebenskunst“ im sozialen erfahrbar und
erfassbar werden.
2. Lernfeld: Körperpflege
Theorie:
In acht Wochenstunden haben wir uns mit dem Thema Körperpflege
auseinandergesetzt. Hier stand die Selbsterfahrung im Vordergrund. Wie fühlt es sich
an, wenn ich gewaschen werde? Gegenseitiges Zähneputzen, Fingernägel
schneiden Haare kämmen, Jacke an- und ausziehen, eincremen usw......Durch
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Selbsterfahrung das Kind besser verstehen lernen, sich besser in die hilflose Lage
des Kindes versetzen können und dadurch Ansätze zur praktischen Umsetzung
finden.
Innere Haltung des Erziehers. Vermeidung von Krankheiten durch entsprechende
Körperpflege. Aber auch ganz praktische Themen wurden behandelt. Wie oft soll ein
Kind gebadet werden? Wenn die Füße riechen? Zahnpflege? Wasche ich zuerst den
Intimbereich?
Eigene Hygiene, Sinnespflege und Körperpflege, Selbständigkeitserziehung und
vieles mehr...
Praxis:
In Form von Praxisberichten der Auszubildenden sind Beobachtungen und
Wahrnehmungen täglich beschrieben worden.
3.Lernfeld: Räumliches Umfeld des Kindes
Wirkung von Ordnung und Sauberkeit
Theorie:
Praktische Fragestellungen. Wie mache ich ein Bett? Wie gestalte ich den Abwasch?
Wie putze ich eine Toilette?.......
Welche Wirkung haben Ordnung und Sauberkeit auf die kindliche Entwicklung?
Andacht zum Kleinen. Innere und Äußere Haltung des Erziehers.
Gruppenatmosphäre. Raumgestaltung. Farben und Formen. Gesetzmäßigkeiten......
Praxis:
Die Auszubildenden sollten in Form eines Berichtes ihre Gruppenordnung
hinterfragen und Umgangsweisen und besondere Intention bei der Gestaltung und
Pflege der Gruppenräume verdeutlichen. Des weiteren sollten sie durch alle sieben
Gruppen des Hauses gehen und die Atmosphäre durch die äußere Gestaltung der
Gruppen wahrnehmen und dokumentieren. Sich selbst wahrnehmen lernen wenn ich
einen Raum betrete. Was lebt in diesen Räumlichkeiten und wie setze ich mich damit
in Beziehung.
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