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Artikel über Epilepsie
Hintergrund I: Epidemiologie, Ätiologie & Verlauf
Epidemiologie, Ätiologie & Verlauf
Jeder zwanzigste erlebt einmal in seinem Leben einen epileptischen Anfall. Oftmals handelt
es sich dabei um so genannte Gelegenheitsanfälle, die beispielsweise durch Schlafmangel,
Stress oder eine akute Schädigung des Gehirns – etwa durch eine Kopfverletzung oder eine
Entzündung – ausgelöst werden können. Bei kleinen Kindern treten häufig Fieberkrämpfe
auf, die meist eine günstige Prognose haben.
Per Definition liegt dann eine Epilepsie vor, wenn es wiederholt zu unprovozierten Anfällen
kommt. Hinter dem Begriff Epilepsie verbergen sich die unterschiedlichsten Krankheitsbilder.
Mehr als 30 verschiedene Epilepsieformen sind bekannt. Allen gemeinsam ist, dass Anfälle
auftreten.
0,5 bis 1 % der europäischen Bevölkerung leiden an einer aktiven Epilepsie – in Deutschland
sind insgesamt ungefähr 800.000 Menschen betroffen. Jährlich wird bei etwa 35.000
Menschen eine Epilepsie diagnostiziert. Damit zählen die Epilepsien zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Im ersten Lebensjahr und ab 60 ist das Risiko besonders groß,
zu erkranken. Je nach Art der Epilepsie gibt es oftmals ein charakteristisches
Erkrankungsalter. Idiopathisch fokale Epilepsien beginnen beispielsweise überwiegend im
frühen Schulkindesalter, idiopathisch generalisierte Epilepsien während der Kindheit bzw.
Jugend. Eine Epilepsie fokalen Ursprungs kann in jedem Alter entstehen.
Epilepsien werden durch eine funktionelle Störung des Gehirns ausgelöst. Häufig ist jedoch
die genaue Ursache nicht auszumachen. Zu den bekannten Auslösern zählt die Schädigung
des Gehirngewebes z. B. durch Hirnentzündung, Hirnblutung, Sauerstoffmangel unter der
Geburt, Unfallverletzungen, Schlaganfall; auch können eine degenerative oder Stoffwechselerkrankung, ein Tumor oder eine Fehlbildung bei der Hirnentwicklung zugrunde liegen.
Auf welche Weise solche Schäden zu einer Epilepsie führen, ist nicht genau bekannt. Bei
den Epilepsien handelt es sich nicht um Erbkrankheiten; eine höhere Bereitschaft zu Anfällen
kann vererbt werden. Die Anfallsbereitschaft kann darüber hinaus z.B. durch unregelmäßigen Schlaf erhöht werden. Prinzipiell addieren sich die Anfallsbereitschaft und die
Hirnschädigung, bis eine gewisse Schwelle überschritten wird und es zu einem Anfall
kommt.
Der Verlauf einer Epilepsie ist sehr unterschiedlich. Angefangen bei der Zahl der Anfälle:
Während manche Patienten nach der erstmaligen Diagnose und der anschließenden Therapie anfallsfrei bleiben, kann es bei anderen zu mehreren hundert Anfällen pro Tag kommen.
Ein Anfall kann wenige Sekunden bis zu Minuten dauern. Naturgemäß können die Anfälle
sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Sie spiegeln die Funktion des betroffenen Gehirnareals wider. Lang andauernde oder sich sehr schnell wiederholende Anfälle führen zum Eintritt
des so genannten Status epilepticus. Folge kann eine dauerhafte Hirnschädigung oder sogar
der Tod sein. Aber auch bei einzelnen Anfällen besteht durch den Bewusstseinsverlust und
ggf. Hinstürzen ein Verletzungsrisiko.
Nach dem ersten Anfall erlebt mindestens ein Drittel der Betroffenen in den kommenden drei
Jahren einen weiteren Anfall. Nach zwei Anfällen steigt das Rezidivrisiko in den folgenden
drei Jahren auf 50 %. Die Prognose hängt ab von der Ursache und der Zuordnung zu einem
spezifischen epileptischen Syndrom.
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Bei einer medikamentösen Therapie wird initial mit einer Monosubstanz begonnen. In der
klinischen Praxis wird jedoch nur etwa ein Drittel der Patienten mit schweren, chronischen
Epilepsien mit einer Monotherapie ausreichend kontrolliert. Etwa die Hälfte der
verbleibenden Patienten mit nicht ausreichend wirksamer Monotherapie profitiert von Kombinationen verschiedener Medikamente (Peter Berlit: Klinische Neurologie, Springer-Verlag,
Berlin/Heidelberg, 1999).
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