Erasmus SMP D Berlin Hedwig 2013

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Bericht für das St. Hedwigkrankenhaus-Berlin.
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Ich entschied mich um meinen Horizont zu erweitern dazu, ins ferne Ausland zu begeben. Im
Zeichen des interkulturellen Austausches verschlug es mich in die deutsche Bundeshauptstadt.
Für die Suche verwendete ich hauptsächlich „www.pj-ranking.de“
Man kann hier nach Stadt, Fachrichtung und Ländern sein Wunschpraktikum suchen.
Ich suchte nach einem kleinen Haus, in dem ich die beiden großen Fächergruppen besuchen
konnte. Daher schrieb ich ganz problemlos einige Häuser an. Ich bekam prompt eine Zusage
und das trotz der eher kurzen Vorlaufzeit von 9 Monaten. Ohne Probleme konnte ich beide
Tertiale am St. Hedwig Krankenhaus Berlin absolvieren.
Kontaktpersonen:
Marion Burkard für Innere Medizin
Ursula Hillebrecht für Allgemeinchirurgie
Siehe:
http://www.alexianer-berlin-hedwigkliniken.de/home/
Allgemeines zu SMP:
Mindestens 3 Monate Aufenthaltszeit; Fristen zur Beantragung einhalten, das gab bei mir
einige Probleme.
Wohnen in Berlin:
Ich hatte das Glück Freunde in Berlin zu haben, bei denen ich für die Zeit unterkommen
konnte. Ansonsten habe ich über www.wg-gesucht.de einige Angebote gefunden.
Das Problem in Berlin ist, dass zur Zeit die Wohnungsmieten doch stark steigen, daher muss
man mit leicht höheren Mieten als in Graz rechnen.
Empfehlenswerte Wohn-Gegenden: Friedrichshain, Moabit, Neukölln; (Prenzlauer Berg und
Kreuzberg werden immer teurer)
Tipp für Öffis:
Radfahren, ist am günstigsten und in Berlin sehr angenehm. Keine Polizei die einen ständig
aufhält und kooparative Fußgänger. Kein Vergleich mit Graz.
Azubi-Ticket:
Im Krankenhaus eine Bestätigung beantragen, dass man sich in einem Praktikum befindet.
Mit diesem zur BVG gehen und sich einen Ausweis ausstellen lassen. Mit demselben kann
man eine Azubi-Monatskarte beantragen die um circa 20 Euro günstiger ist.
In Berlin:
Wir waren zwei Studenten von der MUG. Wir hatten das Vergnügen im frisch eingeweihten
Neubau eingesetzt zu werden. Unsere Stationen waren die orange-sonnige Hämato/Onkologische, sowie die cholestase-grüne Diabetologie und Gastroenterologie.
Wie sieht der Tagesablauf eines PJ-Studenten aus?
Der Stationsalltag beginnt pünktlich um 7:30 Uhr mit den anstehenden Blutabnahmen.
Anschließend findet um 8 Uhr die Röntgen-Besprechung der gesamten Inneren Medizin statt,
wo Röntgen, CTs und MRTs präsentiert und intensiv besprochen werden. Danach ist genug
Zeit die restlichen Blutabnahmen zu erledigen und allfällige Braunülen zu legen. Um 9 Uhr
beginnt die alltägliche Morgenvisite, die variabel je nach Station von 11 bis 13 Uhr andauern
kann. Etwaige Fragen werden meist sehr geduldig und hilfsbereit beantwortet. Einmal
wöchentlich, meist dienstags, findet auf wechselnden Stationen eine ausführliche
Chefarztvisite für alle Famulanten und PJ’ler statt. Dabei ist die Anwesenheit aller Studenten
obligat. Der Chefarzt persönlich geht hier ausführlich auf bestimmte Krankheitsbilder ein und
stellt sie unmittelbar anhand von Patienten vor. Auf Neu-Deutsch bed-side teaching.
Der Aufenthalt für uns Österreicher ist etwas kürzer. Wir müssen 240 Stunden pro
Fachrichtung absolvieren, was etwas zu Verwunderung über unsere Wechselrhythmen geführt
hat.
Auf der Chirurgie war der Tag etwas anders strukturiert.
Tagwache um 7Uhr für die Visite
Danach Röntgenbesprechung.
Später spricht man sich normalerweise mit den anderen PJ’lern ab, wer in den OP geht und
wer auf die Notauhname oder Station.
Anschliessend sind diefälligen Blutabnahmen und andere Stationsarbeiten zu erledigen.
Weiters muss man entweder in den OP gehen. Hier wird viel laparoskopisch operiert, wo man
leider nicht sehr viel anpacken kann. Dafür sind die Gefässchirurgischen Eingriffe eine
Abwechslung wo man viel Nähen darf.
Wenn man nicht im Op steht geht man in die Rettungsstelle wo man vorstationär Patienten
aufnimmt oder Ambulanzdienst leistet. Es befindet sich leine Traumatologie im Haus
wodurch sehr wenig zu nähen oder Frakturen zu behandeln sind.
Zur Abwechslung kann man auch immer auf die Station gehen und Arztbriefe diktieren oder
Allfälliges.
Auf der Chirurgie kann ich besonders das entspannte Team und die freundlichen
Assistenzärzte erwähnen mit denen die Arbeit richtig Spass macht.
Ein wichtiger Teil in unserem PJ waren auch die Fortbildungen, die regelmäßig im St.
Hedwig Krankenhaus stattgefunden haben. Von EKG-Kurs über verschiedene Fachrichtungen
waren diese in der Regel durchwegs interessant und lehrreich. Besonders möchte ich hierbei
die Radiologie Fortbildung bei Prof. Kissig jeden Donnerstag erwähnen. In einer erstaunlich
entspannten Atmosphäre hat es Prof. Kissig geschafft uns teilweise sogar an den Studientagen
in den abgedunkelten Hörsaal zu locken und unser Interesse am Befunden von
Röntgenbildern zu wecken.
Wir sind sehr froh, dass wir die Möglichkeit hatten das deutsche Gesundheitssystem auf so
unmittelbare Art und Weise kennenzulernen. So verschieden ist es ja nun nicht zum
österreichischen, aber doch gibt es kleine feine Unterschiede.
Ich war ganz verblüfft als man mir erzählte, dass hier im Krankenhaus geordnete
Arbeitszeiten herrschen und, dass ein Nachtdienst nicht automatisch einen 24Stunden Dienst
bedeutet. Diese Regelung wird in Österreich leider nach wie vor so gehandhabt. Müde,
überarbeitete und nicht besonders lehrbegeisterte Ärzte sind die logische Folge.
Sehr wichtig erschien mir immer der Umgang mit den Menschen, gerade in einem
Krankenhaus, wo sich Leute in Ausnahmesituationen befinden. Daher sind mir
die respektvolle Art und der wertschätzende Umgang mit Patienten aber auch unter dem
Personal und Disziplinen übergreifend positiv aufgefallen. Jeder kennt sich in diesem kleinen
Haus und jeder grüßt sich. Man wird von allen freundlich empfangen und als Teil des Teams
begrüßt.
Auch ein wesentlicher Unterschied zu Österreich ist wohl zweifelsohne die flachere
Hierarchie unter den Ärzten. Es scheint ein kollegialer Umgangston zu herrschen, was es auch
einfacher macht Kritik oder Verbesserungen zu äußern.
Während unserem Aufenthalt konnten wir sehr spannende, intensive, teilweise traurige aber
durchwegs positive Eindrücke sammeln.
In diesem Sinne sind wir dankbar für die Möglichkeit über den österreichischen Tellerrand
hinauszublicken und freuen uns über die Erfahrungen, die wir in diesem Haus machen
konnten.
Bei Rückfragen einfach Schreiben:
[email protected]
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