Hygiene99 - Private`s Base

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Thema 1:
Desinfektion
- Definition, Ziel
- laufende Desinfektion, Schlußdesinfektion
Desinfektion:
 Verfahren zur gezielten, aber nicht notwendigerweise vollständigen Reduktion pathogener Keime, z.B. auf Händen, Hautoberflächen oder Materialoberflächen, z.B. medizinischen Geräten.
 Abtöten und Entfernung aller pathogenen Mikroorganismen
Ziel:
 Unterbrechung der Infektionskette
 Infektionen erst gar nicht aufkommen lassen
Desinfektionsverfahren:
1. physikalische Verfahren
 thermische Desinfektion
 Filtration (auch mechanische Desinfektion genannt)
 Strahlen
2. chemische Verfahren
 nutzen die keimschädigende Wirkung vieler Chemikalien aus
 Grundsubstanzen
 Alkohol
 Halogene :
 Chlor / Chlorkalk
 Brom
 Jod
 Fluor
 Aldehyde
 oxidierte Alkohole
 Formaldehyd: Fromalin
 sonstige
 Wasserstoffsuperoxyd
 Oxydationsmittel (Ozon) /Kaliumpermanganat
 Metallsalze
 Phenol - Perivate
 Säuren und Laugen
Unterscheidung in:
1 : Grobdesinfektionsmittel
 Aldehyde und Halogene
 Flächendesinfektion
 Inventardesinfektion
 Wäschedesinfektion
 Faekaldesinfektion
 Instrumente und Geräte
2 : Feindesinfektionsmittel
 Alkoholbasis
Desderman; Kodan; Sterillium
zur Hände, Haut und Schleimhautdesinfektion
 hygienische und chirurgische Händedesinfektion
 Gebrauchsfertige Präparate im Spender fertig vorhanden
Die Wirkung des Desinfektionsmittels ist abhängig von
1. der angewandten Temperatur
2. dem angewandten Verfahren
3. den chemischen Mitteln
4. der Einwirkungszeit
5. dem Durchdringungsvermögen des Mittels
6. der Keimzahl
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Richtlinien zur Auswahl des Desinfektionsmittels:
1. Zeitfaktor
 Je kürzer die Zeit, die zur Desinfektion zur Verfügung steht, desto höher ist die Konzentration des Mittels.
2. Konzentration
 Wie empfindlich ist das zu desinfizierende Material
3. Wirkungsspektrum
 Welche Keime, Bakterien, Pilze, Viren (nicht alle D.- Mittel haben eine volle keimtötende Wirkung)
 Bakterizid  abtötend
 Bakteriostase  im Wachstum gehemmt
4. Temperatur
 Umgebungstemperatur
 positiv
 Temperatur der Lösung
 negativ
 Können den Erfolg des Desinfektionsmittels beeinflussen.
5. Eiweißfaktor
 Nicht jedes Mittel kann Eiweiße durchdringen. Eiweiß kann den Erfolg des Desinfektionsmittels in Frage stellen (Vorhandene Eiweißreste müssen durchdrungen werden : Blut, Eiter, Sputum)
 Das Desinfektionsmittel darf keinen Eiweißfehler haben.
 Seifenfaktor : reinigende und desinfizierend Wirkung
6. Benetzungsfähigkeit
 gleichmäßige Benetzung der Gegenstände
7. Luft und Lichtbeständigkeit
 Wirksamkeit muß bei Licht und Luft erhalten bleiben
8. Geruchsfaktor
 soll angenehm riechen
9. allergene Wirkung
 soll keine Allergien hervorrufen
10. Giftigkeit
 Schutzmaßnahmen, Desinfektionsmittel sind Zellgifte
Die Laufende Desinfektion :
 Vermeidung einer Infektion durch ausgeschiedene Krankheitskeime, während des Aufenthaltes des Patienten im
Krankenhaus
 die Keime werden direkt an der Quelle vernichtet, die Gefahr der Weiterverbreitung ist damit eingedämmt
 täglich wiederkehrende Desinfektionsmaßnahmen
 Maßnahmen:
 feuchtes Wischen (Fußböden, Stühle, Tische, Wagen)
 Einlegen in Desinfektionslösung (Instrumente, Steckbecken, Tabletts)
 absprühen mit Desinfektionslösung
 als Grundlage gilt der Desinfektionsmittelplan
Die Schlußdesinfektion :
 bei meldepflichtigen Erkrankungen nach dem BundesSeuchenGesetz
 Pocken
 Cholera
 Kinderlähmung
 Typhus
 offene TBC
 der Verdacht der Erkrankung
 wenn der Patient an einer meldepflichtigen Erkrankung verstarb
 Grippe
 Masern
 Keuchhusten
 3%tige Performlösung
Maßnahmen die nach :
 der Genesung
 der Entlassung
 einer Verlegung (Station o. Krankenhaus)
 dem Tod des Patienten durchzuführen sind
Ziel : Krankheitskeime/ pathogene Keime zu Vernichten, die auf
 Einrichtung
 Gebrauchsgegenstände
 Raumluft
 auf den Boden
 Wände, Bad, WC, Wäsche, Matratzen, Decken usw. zurückgeblieben sind
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Durchführung:
 Vorbereitung durch das Pflegepersonal
 tragen von Schutzkleidung
 Bett wird abgewaschen und durch einen roten Punkt gekennzeichnet und der Bettzentrale zugeführt
 Entsorgungscontainer bereitstellen
 Reinigen bis Augenhöhe ca. 1,50m
1. Sprühdesinfektion
2. Wischdesinfektion
3. Scheuerdesinfektion
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Thema 2:
Desinfektion
- hygienische und chirurgische Händedesinfektion
- Hautdesinfektion: vor Injektion, vor operativen Eingriffen (Wie?, wann?, Warum?, Womit?)
Desinfektion:
 Verfahren zur gezielten, aber nicht vollständigen Reduktion pathogener Keime, z.B. auf Händen und Hautoberflächen oder Materialoberflächen
 Abtöten bzw. entfernen von Mikroorganismen
hygienische Händedesinfektion:
 ca. 3 ml alkoholisches Händedesinfektionsmittel auf den Händen verreiben und einwirken lassen, bis das Mittel
verdunstet ist (mind. 30 Sekunden)
 Spenderbetätigung immer mit Ellenbogen oder Unterarm
 Nagelfalz und Fingerzwischenräume berücksichtigen
 waschen der verschmutzen Hände erst nach der Desinfektion
 Hautpflege um Hautverletzungen zu vermeiden (fördert Wachstum pathogener Keime)
 Zeitpunkte der Durchführung:
 vor Betreten und Verlassen des Patientenzimmers
 vor Kontakt mit Patienten die vor Infektionen geschützt werden müssen
 vor dem Zubereiten des Essen
 vor dem Verabreichen und Zubereiten von Medikamenten
 vor Invasiven Eingriffen
chirurgische Händedesinfektion:
 besteht aus Waschen und Desinfektion der Haut
 wird vor allen operativen Eingriffen durchgeführt
 Hände und Unterarme sind Keimarm nicht Keimfrei
 um die Vorgebenden Zeiten einzuhalten sollte ein Kurzzeitwecker im Waschraum vorhanden sein
1. Waschen:
 Hände und Unterarme werden mit einer Seifenlösung ca. 3 Minuten gewaschen
 Fingernägel und Handinnenfläche werden ggf. mit einer sterilisierten Nagelbürste gereinigt
 Wasserhähne, Desinfektionsmittel-, und Seifenspender werden mit den Ellenbogen bedient
 Hände werden mit sterilisierten Handtüchern abgetrocknet
2. Hautdesinfektion:
 nach Abtrocknen der Hände und Unterarme werden diese 5 Minuten lang immer wiederholend (mind. 2x) mit
Sterillium o.ä. benetzt
 Hände und Unterarme sollten sich über dem Ellenbogengelenk befinden um ein Zurücklaufen des Desinfektionsmittels aus dem unsterilen Bereich zu verhindern
Stufenschema zur Hautdesinfektion:
 Die Durchführung der Desinfektion wird dem Infektionsrisiko des Eingriffs angepaßt:
1. Geringes Infektionsrisiko:
 Intra-, subkutane und intravenöse Injektionen und Blutentnahmen
 gebräuchliche Methode:
 Hautdesinfektionsmittel auftragen, entweder aufsprühen oder mit einem satt getränkten Tupfer. Die Einwirkzeit von 30 Sekunden beachten (bzw. Herstellerangaben beachten).
 optimale Methode:
 Punktionsstelle mit desinfektionsmittelgetränktem Tupfern mehrfach abreiben und Einwirkzeit beachten.
2. mittleres Infektionsrisiko:
 Venenverweilkanülen/- katheter, intramuskuläre Injektion, Blutkulturen
 Punktionsstelle mit sterilen, desinfektionsmittlegetränktem Tupfern mehrfach abreiben. Einwirkzeit beachten
(30 sec), dann erneut auftragen und wieder Einwirkzeit beachten
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3. hohes Infektionsrisiko:
 z.B. Punktionen von Körperhöhlen
 Haut reinigen, ggf. enthaaren und entfetten
 Desinfektionsmittel zweimal auftragen
 nur sterile Tupfer verwenden
 für den Arzt sterile Handschuhe und evtl. Mundschutz richten
 z.B. Operationen:
 Haut wird in der Regel schon auf der Station gereinigt und enthaart
 durch das alkoholhaltige Desinfektionsmittel wird die Haut entfettet und gleichzeitig desinfiziert
 durch die Färbung (meist auf Brombasis) des Desinfektionsmittels kann genau beurteilt werden, ob die Haut
vollständig bedeckt wird
 bei Anwendung von HF- Geräten (Diathermie) muß unbedingt darauf geachtet werden, das keine Feuchtkammern entstehen  Kriechstrom  Verbrennungen
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Thema 3:
Sterilisation
- Definition, Ziel
- Sterilisationsverfahren: Heißluft, Autoklav, Gassterilisation (Formalin)
Sterilisation :



Verfahren mit dem Ziel der absoluten Keimfreiheit
alle Mikroorganismen in und an der Oberfläche eines zu sterilisierenden Gegenstandes werden einschließlich
ihrer Überlebensformen (Sporen) abgetötet oder irreversibel geschädigt, sie sind also inaktiv vorhanden
Alle Gegenstände und Substanzen, die bei ärztlichen und pflegerischen Eingriffen verwendet werden
Voraussetzungen:
 Das Sterilisationsgut muß sauber, trocken und funktionsfähig sein
 Geräte müssen soweit wie möglich zerlegt werden
 Sterilgutcontainer und Sterilisierkammer dürfen nicht überfüllt sein
 Das Sterilisationsgut sollte immer in kleinen Einheiten zusammengepackt werden, da sonst kalte Inseln entstehen
können, die Temperatur ist somit nicht in jedem Bereich gleich, die Sterilisation ist demnach nicht gewährleistet.
 Verpackung besteht aus Material das Keimabweisend, aber dampfdurchlässig ist
Verpackung:
1. Einfach- Verpackung:
 kurzfristige und gut geschützte Lagerung
2. Zweifach- Verpackung:
 längere Lagerdauer
 aseptisches Anreichen
 Für den Transport und die Lagerung von sterilisiertem Material ist eine Metallbox notwendig
 Die Operationsabteilung ist als sogenannte "Dritte- Verpackung" anzusehen
3. Physikalische Verfahren :

Heißluftsterilisation: trockene Hitze
 umspülen des Sterilisationsgutes mit heißer Luft
 Temperaturen von 160- 200°C
 Temperatur - Überprüfung
 mit Maximaltherometer
 Klingekontaktthermometer
 Thermo - elektrische - Messung
 Sterilisationszeit 10- 200 Minuten abhängig von Temperatur und Sterilisationsgut
 Anwendungsbeispiele: Metalle, Glas (200°C hitzebeständig), Porzellan, Puder, Öle, Salben
 keine Textilien und Papier
 Das Vorgehen bei der Heißluftsterilisation
 Material gründlich reinigen und trocknen
 Chargenzeit / Betriebszeit
 Erwärmungszeit (um in der Kammer die gewünschte Temperatur zu erreichen)
 Ausgleichszeit  Sicherheitszuschlag beginnend am Ende der Erwärmungszeit
 Abtötungszeit
 bei 200°C 20min
 bei 180°C 30min
 bei 160°C 90min
 Auskühlzeit
 öffnen wenn Temperatur um 100°C ist
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
Dampfsterilisation: Feuchte Hitze  Autoklavierung
 Eindringen von gespanntem gesättigten Wasserdampf in die Mikroorganismen, die dadurch aufquellen
 Dampfdruck von 2- 3 bar
 Temperatur von 121- 134°C
 Sterilisationszeit ist abhängig von Druck und Temperatur von 3- 15 Minuten
1,0 bar 120°C 30min
2,0 bar 134°C 10min
3,0 bar 134°C 3min
 dem Dampf- Luft- Gemisch wird die Luft entzogen  Vakuum
 Anwendungsbeispiele: Instrumente, Textilien, Verbandsstoffe, Glaswaren
 keine Puder, Öle, Salben und Optiken
 Biologische Überprüfung
 mit Erdsporen / Sporenerde
 Indikationsstreifen = verändern die Farbe bei o.K.

Ionisierende Strahlen: z.B. Gammastrahlen
 Einwirkung energiereicher Strahlung auf das Sterilisationsgut
 keine hohe Temperatur und kurze Einwirkzeit
 Anwendungsbeispiele: Einmalartikel aus Kunststoff, Latex, Gummi, Nahtmaterial
 ultraviolette Strahlen
 geringe Eindringtiefe evtl. Keimreduzierung
 Alpha - Strahlen
 geringe Energie geringe Tiefenwirkung
 Beta - Strahlen
 Lebensmittelsterilisation
 Arzneimittel
 Gamma - Strahlen
 Sterilisation von Einmalartikeln
 Kobalt 60 als Strahlenquelle
 hohe Energietiefe
 keine Verstrahlung der Gegenstände
2. Chemisch- physikalische Sterilisation :
 Gassterilisation
 Gasarten:
Formalin
Ethylenoxyd
 Formalinsterilisation d.h. mittlere Temperatur (55-60°C) = mittlere Einwirkzeit
 Kunststoffe die hohen Temperaturen nicht ausgesetzt werden können
 Gefäßprothesen
 Herzklappen
 Schrittmacher
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Thema 4:
Immunisierung
- Ziele
- aktive und passive Schutzimpfung
- empfohlene Schutzimpfungen für das Pflegepersonal
Definition:
 Herbeiführen einer Immunität des Organismus
 Immunität:
 Unempfänglichkeit des Organismus für eine Infektion mit pathogenen Mikroorganismen und der Toxinen.
 Kann angeboren oder erworben sein.
 Stille Feigung: Immunisierung ohne Impfung oder Erkrankung
 Nestschutz: von der Mutter übertragene Immunität, hält nur kurz an
Schutzimpfung:
 künstliche Immunisierung gegen bestimmte Erkrankungen, ohne das der Betroffene zuvor die Erkrankung durchmachen mußte
 Dokumentation von Schutzimpfungen in einem Impfausweis
 Empfohlene Schutzimpfungen:
 Diphterie
 Tetanus
 Poliomyelitis
 Influenza (bei Älteren Menschen oder Pandemien)
 Cholera, Typhus, Gelbfieber, FSME bei einem Aufenthalt bzw. Reise in Infektionsgebiete
 Tollwut, Hepatitis A und B, Tuberculose bei bestimmten Berufsgruppen
passive Schutzimpfung:
 Übertragung von spezifischen Antikörpern gegen bestimmte Erreger oder Toxine, die von einem anderem Organismus gebildet worden sind.
 heterogene Impfseren stammen von Tieren
 homologene Impfseren stammen von Menschen
 Immunglobuline werden immer dann geben, wenn der Verdacht einer Infektion besteht und ein sofortiger Schutz
erforderlich ist.
 Komplikationen: anaphylaktischer Schock da Reaktion auf die Körperfremden Eiweiße
aktive Schutzimpfung
Verabreichung von:
 Lebendimpfstoffen  abgeschwächte Krankheitserreger
 Totimpfstoffen  Antigene toter Krankheitserreger
 Toxoidimpfstoffen  "entschärfte" Giftstoffe
Der Organismus des Geimpften bildet aktiv Antikörper und Gedächtniszellen gegen die Erreger und ist im Falle eines
tatsächlichen Eindringens des Erregers in der Lage, diese schnell und meist ohne erkennbare Krankheitszeichen zu
vernichten.
Simultanschutzimpfung:
 die gleichzeitige aktive und passive Schutzimpfung
 Antikörper stehen zur akuten Immunisierung zur Verfügung
 Antikörper werden vom Körper eigenständig gebildet während ein wirksamer Schutz schon besteht.
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Empfohlene Schutzimpfungen für das Krankenpflegepersonal:
Hepatitis B:
 auch Serum- oder Spritzenhepatitis genannt
 Übertragung durch Körpersekrete: Blut, Blutprodukte, Speichel, Samenflüssigkeit und Vaginalsekret
 gefährdete Personengruppen sind: Krankenpfegepersonal, vor allem Berufsanfänger
 Inkubationszeit beträgt: 1- 6 Monate
 chronischer Verlauf bei ca. 10% der Erkrankten








eine der häufigsten Berufs- Infektionskrankheiten im medizinischen Bereich
Impfstoff: Gen-H-B-Vax oder Engerix
aktiv und passive sowie Simultanschutzimpfung möglich, z.B. bei einem Arbeitsunfall
Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor einer Hepatitis D
Verabreichungsform: 3 i.m. Injektionen
 1. Impfung
 2. Impfung nach 4 Wochen
 3. Impfung nach 6 Monaten
Immunisierung hält ca. 10 Jahre an
Nachimpfungsempfehlung: nach einem Jahr und nach 5 Jahren, Titerabhängig
Dokumentation der Impfung im Impfpaß
Andere empfohlene Schutzimpfungen
 betreffen Pflegepersonal die in speziellen Bereichen eingesetzt sind:
 Tropenmedizin
 Meningitis
 TBC
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Thema 5:
Individualhygiene
- persönliche Hygiene und Berufskleidung im Krankenhaus
- Richtlinien Rückenschonender Arbeitsweise
Definition:
 Die persönlicher Körperhygiene beinhaltet im Krankenhaus den Selbstschutz und den Schutz dritter vor Infektionen
 Ziel die Vermeidung der Übertragung von Keimen jeglicher Art
persönliche Hygiene:
 steigern des persönlichen Wohlbefinden
 unterstützt die keimreduzierenden Maßnahmen des Krankenhauses, werden diese vernachlässigt ist der Patient
und das Pflegepersonal gefährdet
1. Körperpflege:
 Schweiß- und Körpergeruch sollte entfernt werden
2. Hände:
 unlackierte, kurze und nicht spitz gefeilte Nägel
 Hautschutz und Pflege der Hände
3. Haare und Gesicht:
 zusammenbinden und nicht berühren  Haare sind Keimträger
 Schutz von Haaren und Gesicht, wenn mit Kontamination durch Spritzer zu rechen ist
Berufsbekleidung des Pflegepersonal:
 Unfallverhütungsvorschrift wurde durch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
erstellt um ein Unfallrisiko zu minimieren
1. Berufbekleidung:
 tragen von sauberer Bekleidung
 mindestens 2x wöchentlicher Wechsel oder nach Beschmutzung
 kochbar und desinfizierbar
 Baumwolle und Kunstfasergemisch (70%:30%)
 muß Luftdurchlässig sein
 keine elektrostatische Aufladung
2. Schutzkleidung
 Unterscheidung in Patienten- und Bereichsbezogene Schutzkleidung
 muß vom Arbeitgeber gestellt und gereinigt werden
 bei Kontaminationsgefahr
 ablegen wenn Kontaminationsgefahr vorüber ist
 ablegen bei betreten von Aufenthalts- bzw. Speiseräumen
 anlegen von Schutzschürzen oder -kitteln wenn mit Durchnässung zu rechnen ist
 besteht aus: Haube, Mundschutz, Handschuhen
 Arbeitsbereiche in denen immer Schutzkleidung zu tragen ist
 Sterilisation, Intensivstation, Endoskopie-, OP- und Infektionsbereich
 Zytostatikazusamensetzungen
 sachgerechte Entsorgung und Aufarbeitung der Schutzkleidung
3. Reinigung und Desinfektion der Hände
 bei Dienstbeginn
 vor und nach Pflegeverrichtungen
 vor dem Umgang mit Medikamenten
 vor dem Zubereiten von Speisen
4. Handschuhe
 tragen zum Schutz vor Ausscheidungen, Blut, Sekreten
 tragen bei Anwendung von hautschädigenden Stoffen zum Reinigen und Desinfizieren
5. Schuhe
 sollten gut zu reinigen und zu pflegen sein
 eine rutschfeste Sohle besitzen
 Fersenriemen
 Flüssigkeitsdichte Schuhe wenn mit durchnässen zu rechen ist
 volldesinfizierbare Schuhe im OP- Bereich
6. Schmuck:
 ablegen von Schmuck im Hand-, Arm- und Halsbereich
 erhöht Unfallgefahr
 erhöht Infektionsübertragung
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Rückenschonende Arbeitsweisen:
 Prophylaxe möglicher Rücken-, Wirbelsäulen- oder Gelenkschäden
 die eigene Gesundheit zu erhalten und die Kräfte zu schonen ist genauso wichtig wie den Patienten zu aktivieren
Prophylaxen sind:
 Eigenverantwortung für sich selbst zu tragen
 physiologische Belastung der Wirbelsäule (keine kombinierte Bück-Drehbewegung)
 Patientenressourcen ausschöpfen
 Hilfsmittel wie Patientenlifter, Roll/Zugbrett einsetzen
 Rhythmik und Koordination bei der Bewegung
 Entspannungstechniken einüben
 Ausgleichssport betreiben
 Rückenschule besuchen
Prinzipien:
 Patientenressourcen nutzen
 Umfeld organisieren
 einschätzen ob Hilfe erforderlich ist
 Raum zur Bewegung schaffen
 Hilfsmaterialien bereitstellen
 tragen von geeignetem Schuhwerk (Rutschfeste Sohle, Fersenriemen)
 Arbeitshöhen anpassen
 Standfläche und Stabilität vergrößern
 gebeugte Knie
 Schritt- Grätschstellung
 Verlagerung des Körperschwerpunktes
 Korrekt heben, tragen, bücken
 Lasten einschätzen
 körpernahes Tragen von Lasten
 richtige Atmentechnik
 keine Bück- Drehbewegung durchführen
 Günstige Sitzhaltung einnehmen
 Kutschersitzhaltung
 Entlastung und Entspannung suchen
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Thema 6:
Krankenhaushygiene:
- Definition
- Maßnahmen, Überwachung
- allgemeine Isolierungsmaßnahmen, Umkehrisolierung
Definition:
 Maßnahmen zur Bekämpfung von Erregern die im Krankenhaus durch Personen, Instrumente und Geräte übertragen werden und den Kranken zusätzlich gefährden
 Maßnahmen zur Verhütung von Erkrankungen
Maßnahmen:
 Antiseptische Maßnahmen:
 richtiges Einsetzen von Desinfektionsmittel: Hände, Instrumente, Utensilien und Oberflächen
 Einhalten der Hygienerichtlinien (Desinfektionsmittelplan)
 Aseptische Maßnahmen
 richtiger Umgang mit Sterilgut
 Einhalten aseptischer Regeln
 chirurgische Händedesinfektion
 Sterilisationsverfahren
 Organisation und Planung
 Hygienefachkraft
 Hygienekommission: Hygeniker, ärztlicher, technischer und pflegerischer Leiter, Apotheker
 Ausführung
 alle Personen
Überwachung und Kontrolle
 optische Inspektion
 Erfassung von Sekundärinfekten
 Überwachung der Antibiotikatherapie
 Kontrolle von Risikopersonalgruppen (Küchenpersonal)
 Kontrolle von Lüftungs- und Klimaanlagen
 gezielte Umgebungsuntersuchung: Abklatsch
Gesetzesgrundlagen:
 BSeuchG
 Gesundheitsamt
 DGHM: Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie
 BGA: Robert- Koch- Institut
Isolationsformen:
Isolierung:
um Übertragungen von Infektionen zu vermeiden
1. Standartisolierung
 meist auf chirurgischen Stationen
 Patienten mit infizierten Wunden
 Beachten der Trennung in septische und aseptische Bereiche
 Kennzeichung des Zimmers mittels rotem Punkt
 Patient darf des Zimmer nur mit der Erlaubnis des Arztes verlassen
 bei direktem Kontakt tragen von Schutzkitteln ggf. Handschuhe und Mundschutz
 Händedesinfektion vor Verlassen des Zimmers
2. strikte Isolierung
 betrifft Patienten mit übertragbaren Erkrankungen z.B. Gelbfieber, Tollwut, offener Tbc
 Infektionsabteilung
 Patient darf das Zimmer nicht verlassen
 Immer tragen von Schutzkittel
 bei fehlender Immunität oder aerogenen Keimen tragen eines Mundschutzes
 Händedesinfektion vor Verlassen des Zimmers
 seperates Eßgeschirr bzw. Einmalgeschirr
 Kennzeichnung des Zimmers
 spezielle Entsorgungscontainer
 Notar und Seelsorger dürfen auf jeden Fall das Zimmer betreten
 sonst gilt: Minimum an Besuchern
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3. Schutzisolierung
 auch Umkehrisolierung genannt
 notwendig bei Immundefekten, vor und nach Knochenmarkstransplantationen
 schützt den Patienten vor Keimen seiner Umgebung
 Reduktion der Keime in der Umgebung
 Ein- und Ausschleusen
 tragen von Schutzkleidung und Mundschutz
 Händedesinfektion vor Betreten des Zimmers
 sofortige Entfernung benutzter Materialien
 ggf. Verwendung steriler Wäsche oder ein steriles Bett
 Verminderung der körpereigenen Keime
 Körperpflege mit Desinfektionsmitteln
 sofortige Entfernung von Aussscheidungen
 täglicher Wechsel der Wäsche
 Früherkennung und Frühbehandlung trotzdem auftretender Infektionen
 2x tägliche Temperaturkontrolle
 sorgfältige Inspektion der Haut auf Defekte
 jegliche Krankheitssymptome egal welcher Art sollt der Patient sofort mitteilen
 Schutz vor Verletzungen
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Thema 7:
Abfälle im Krankenhaus und ihre Entsorgung
Neben den vielen Materialien und Geräten, die nach der Verwendung am Patienten wieder aufbereitet werden, gibt
es zahlreiche Stoffe, die als Abfall anfallen. Diese Stoffe sind häufig stark mit Krankheitserregern belastet, die innerhalb des Krankenhauses nicht verbreitet werden dürfen, auf einer öffentlichen Deponie jedoch keine Gefahr darstellen.
Gesetzesgrundlagen für die Entsorgung:
 BseuchG
 BGA = Robert - Koch - Institut
 Abfallbeseitigungsgesetz
 Merkblatt der zentralen Abfallbeseitigung
 Um die vorgegebenen Richtlinien zu erfüllen, ist der Krankenhausträger und der zuständige Kreis bzw. die Gemeinde verantwortlich.
Stufen der Abfallbeseitigung:
1. Sammlung:
2. Transportieren und Lagern innerhalb oder außerhalb des Krankenhauses, ggf. vorbehandeln
3. Beseitigung und Vernichtung:
 Deponieren
 Verbrennen
Einteilung der Abfälle im Krankenhaus:
A Hausmüll
 alle organischen Abfälle von Küche, Kantine und Pflegestationen
 Essensreste werden entweder verbrannt oder speziell desinfiziert und zur Mast von Tieren verwendet
B Krankenhausspezifischer Müll:
 Gefahr der Kontamination und der Keimverschleppung
 Blut, Eiter, Sekrete
 infektiöses Verbandsmaterial
 Abfälle von Infektionsabteilungen sind laut Richtlinien des Robert- Koch- Institut zu entsorgen
C Sondermüll
 Labor
 radioaktive Abfälle, Chemikalien
 Medikamente
 Baterien
 Organe  Beseitigung ist eher ein ethisches Problem: Sondermüllverbrennungsanlage
Behälter:
1. Einwegbehälter
 verschließbar, geruchsdicht, feuchtigkeitsbeständig und transportfest
 für Abfälle der Gruppe C
 für Abfälle die zu Verletzungen führen können:
 Einmalkanülen,- nadeln,- skalpelle  stichfeste Behältnisse
2. Rücklaufbehälter
 Zur Sammlung von Papier und Glas
3. Säcke
 Fassungsvermögen von 70L sollte nicht überschritten werden
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Thema 8:
Einflüsse von Wetter und Klima auf die Gesundheit des Menschen
Wetter und Klima
Wetter:
 Gesamtprodukt aus verschiedenen Einflußgrößen an einem bestimmten Punkt auf der Erde
 Sonneneinstrahlung
 Temperatur
 Niederschläge
 es ist den Jahreszeiten entsprechend unterschiedlich
 die Witterung ist das Wetter über mehrere Tage
Klima
 ist der gemessene Mittelwert eines geographisch umschriebenen Raum über ein Jahr hinaus
 ergibt sich aus der langjährigen Beobachtung der registrierten Wetterstände der Erde
 Klimazonen:
 Tropische Zonen
 Subtropische Zonen
 Gemäßigte Zonen 0 -20°C / regelmäßiger Wechsel der Jahreszeiten
 Polar Zonen
 Nordpol -60 C
 Südpol - 80 C
Klimaarten :
Schonklima
Mittelgebirge
Reizklima
Nordsee
Schon/Reizklima
Ostsee
Reisen in eine andere Klimazone wirkt auf das vegetative Nervensystem  der Körper muß sich erst aklimatisieren
Klimafaktoren :
1. Lufttemperatur
 abhängig von der Klimazone und Jahreszeit
2. Luftbewegung
 Luftdruck und - strömungen
 durch Erwärmung entstehen aufsteigende Luftmassen
 es entsteht ein Sog
 "Tiefdruckgebiet"
 abgekühlte Luftmassen sinken auf die Erdoberfläche herab
 es entsteht ein hoher Luftdruck
 "Hochdruckgebiet"
3. Luftfeuchtigkeit
 abhängig von Jahreszeit und Klimazone
4. Strahlungstemperatur
 Temperatur wird in Abhängigkeit von der Luftbewegung und der Sonneneinstrahlung gemessen
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Reaktionen des Körpers
1. physiologische Körperreaktionen
 Sonnenlicht hat eine therapeutische Wirkung auf den menschlichen Körper
 Vitamin D - Synthese
 Positive Wirkung auf die menschliche Psyche und das Nervensystem
 steigert das Wohlbefinden
2. pathologische Körperreaktionen
 Zu hohe Luftfeuchtigkeit, hohe Umgebungstemperaturen und zu geringe Luftbewegung können die Wärmeregulation des Körpers behindern  Hitzschlag
 Langanhaltende Kälte unter 0°C führt zur Abkühlung des Körpers und kann ein Absinken der Körpertemperatur zur Folge haben bishin zu Erfrierungender Akren
 Meteorotrope
 durch das Wetter oder Klima bedingte Erkrankungen
 Inversionswetterlagen
 Smog: Bronchitis, Asthma
 Föhn  Fallwind: Depressionen, Euphorie, Migräne, allgemeine Abgeschlagenheit, Leistungstief
 der Körper reagiert auf verschiedene Klimata mit vegetativen Veränderungen
 Hämatopoese : pro 1m³ Blut/ 4,5mio Blutkörperchen
 Höhentraining für Sportler (physiologisch)
 Wetterfühligkeit
 An Narben oder verheilten Frakturen "erkennen" die Patienten den Wetterumschwung
 Asthma und Herzerkrankte sind Wetterfühlig
jahresspezifische Erkrankungen:
Abhängig vom Verhalten der gesamten Bevölkerung
1. Frühjahr:
 Müdigkeit  Begriff aus früherer Zeit, durch Vitaminmangel entstandene körperliche Abgeschlagenheit
 Erkältungen
 Allergien
2. Sommer:
 Allergien
 Magen- Darm- Erkrankungen  meist durch Lebensmittel hervorgerufen
 Meningitis (FSME  "Vermehrungszeit" der Zecken)
 Poliomyelitis  Infektion in Frei- und Schwimmbädern
3. Herbst:
 Erkältungen
 Enzephalitis (SSME  "Vermehrungszeit" der Zecken)
4. Winter:
 Erkältungskrankheiten
 grippale Infekte
Klimatherapie:
 Reizklima: Bronchitis, Asthma, Hauterkrankungen
 Schonklima: zur Erholung und Entspannung
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Thema 9:
Lärm und seine Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen
Lärm :
 ein unerwünschter, belästigender und ggf. schädigender Schall
 wird in Dezibel (dB(A)) gemessen (A)  Filtergröße
 entsteht an einer Emissionsquelle
 wirkt nicht nur auf den Gehörapparat und Gehörsinn
 wirkt auch über zentralnervöse Impulse auf den Gesamtorganismus
Körperliche Reaktionen auf Lärm:
 indirekte Wirkung: reversibel
 Blutdruckanstieg
 Pupillenerweiterung
 Ausschüttung von Katecholaminen
 Verringerung der Magensaft- und Speichelproduktion
 Erhöhung der Atem- und Pulsfrequenz
 Veränderung des Hirnstrombildes, der Muskelaktiviät und des elektrischen Hautwiderstandes
 direkte Wirkung: irreversibel:
 Störungen des psychichen Wohlbefindens, z.B. Schlafstörungen
 kann zu Gehörschädigungen und Schmerzreaktionen führen
 Lärmtrauma: verursacht durch einmalige Einwirkung z.B. Explosion, plötzlich hoher Lärmpegel
Emissionsquellen
 Umwelt
 Arbeitsplatz
 Schwerindustrie
 Großraumbüro
 Innenraum
 Diskothek
 Aussenraum
 Verkehr
 Flugzeuge
Immission
 Schallreiz
 Stärke
 Häufigkeit
 Dauer
 Zeitpunkt
Empfindliches Individuum
 Reaktion
 85dBA Hörschädigungen
 85dBA vegetatives ZNS
 70dBA Psyche
 35dBA Schlaf /Entspannung
Lärmstufen
Stufe 1 :
 30 - 65 dB(A) : psychische Belästigung (hängt von der individuellen Einstellung ab)
 Nervös, Reizbar, Leistungs- und Konzentrationsverlust
Stufe 2 :
 65 - 90 dB(A):
 Lebensumgebung
 z.B.: Hypertonie, Herzklopfen, Hypotonie
 Erhöhung von Atem- und Pulsfrequenz, Stoffwechselstörungen
 diese Faktoren sind reversibel
Stufe 3 :
 90 - 120 dB(A):
 Außer der Schäden von 1 - 2 kann das Hörorgan betroffen werden, erst noch reversibel, schließlich irreversibel , Durchblutungsstörungen über Jahre.
 z.B. 10 Jahre arbeiten bei einem Lärmpegel von 90 - 95 dBA 5% der Mitarbeiter erleiden eine Lärmschwerhörigkeit oder Taubheit.
 Kumulation : Anhäufung von Symptomen
Stufe 4 :
 über 120 dB(A)
 Schmerzschwelle ist überschritten / Lärm = Schmerz
 Irreversible Schädung des Innenohres
Direkte Schädigung durch Extrem laute Geräusche
120 dBA
- akutes Lärmtrauma
- Berufschwerhörigkeit
- Explosion Taubheit (Knalltrauma)
hYgiene
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Beeinflußung des Schlafes ?
 das Gehör schläft nicht
 schon ab 36 dBA
 Es können Gesundheitsschäden auftreten
 wird man durch Geräusche mehrmals in der Nacht erweckt
 man ist gereizt, Leistungsfähigkeit nimmt ab
 Schlafdefizite kann man nicht ausgleichen
 Gewöhnung an immer wiederkehrende, leise und monotone Geräusche ist möglich
Schlaf und Lärm im Krankenhaus :
 technischer Lärm
 Unterhaltung des Personals untereinander !
 sensible Geräuschempfindungen des Patienten
Lärmschutz:
Emissionsschutz:
 Reduzierung der Schallerzeugung
und -abstrahlung
 Schalldämmende Technologie
 Schallisolierung
 Baulärmgesetz
 Verkehrslärmgesetz
Immissionsschutz:
 Schutz gegen die Einwirkung vorhandenen Schall
 Lärmreflektierende Hindernisse
 Wände und Fenster
 Wellen im Straßenverkehr
Mensch
 Individueller Schutz

Gehörschutz
hYgiene
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Thema 10:
Sucht und Mißbrauch
- Suchtmittel
- Bedeutung, Wirkung, Gefahren
Sucht und Mißbrauch:
Sucht:
 Zustand periodischer und chronischer Vergiftungen
 das übermäßige Verlangen nach dem Suchtmittel
 die Tendenz zur Erhöhung der Dosis
 psychische und physische Abhängigkeit von Suchtmitteln
 Abstinenzerscheinungen nach Absetzen des Mittels
 nachteilige Folgen für das Individuum und die Gesellschaft
Suchtmittel:
1. Tabletten:
 Analgetika  Schmerzmittel
 Tranquilizer  Beruhigungsmittel
 Sedativa  Schlaf und Beruhigungsmittel
 Weckamie  Aufputschmittel
 Laxantien  Abführmittel
2. Nikotin
3. Alkohol
4. halluzinogene Drogen
 Kokain
 Heroin
 LSD
 Cannabis
Mißbrauch:
 die nicht sachgemäße oder über das sachgerechte Maß hinausgehende Anwendung von Arznei- oder Genußmitteln
 erstes Stadium der Sucht
Bedeutung von Drogen:
Alkohol und Nikotin:
 Gesellschaftlich sind Alkohol und Nikotin "anerkannte" Drogen
 Werden diese Genußmittel allerdings über einen längeren Zeitraum in größeren Mengen konsumiert, gelten auch
sie in der Gesellschaft als Droge
Halluzinogene Drogen:
 Canabis und LSD sind bewußtseinsverändernde Drogen, die noch bis in unser Jahrhundert hinein im medizinischen Bereich zur Schmerztherapie eingesetzt wurden.
 Heute sind beide Stoffe durch das Betäubungsmittelgesetzt aus dem Verkehr gezogen worden
 Gesellschaftlich sind diese Drogen, egal in welcher Konsummenge nicht akzeptiert
Wirkung:
psychische Abhängigkeit
 Beschaffung der Droge steht im Vordergrund
 alle damit verbundenen Gefahren sind unrelevant
 unkontrollierter Konsum
 berauschender angenehmer Zustans soll beibehalten werden
körperliche Abhängigkeit
 zeigt sich durch Entzugserscheinungen bei Wegfall der Droge
 körperliche Symptome: Schwitzen, Zittern, Darmkrämpfe und epileptische Anfälle
hYgiene
20
Gefahren bzw. Folgen:

Persönlichkeitszerfall
 Konzentrationsstörungen

soziale Folgen:
 Zerrüttung von Partnerschaften und Familie
 Verlust des Arbeitsplatzes
 sozialer Abstieg

organische Folgen:
 ZNS- Störungen
 Blutbildveränderungen
 Herz- Kreislaufveränderungen
 Stoffwechselstörungen
 Beeinträchtugung des Immunsystem
Therapie bei Alkoholikern:
 Therapieziel ist die dauernde Abstinenz
1. Motivationsphase:
 Eigeninitiative des Patienten
2. Entgiftungsphase:
 stationäre Aufnahme in einem Akutkrankenhaus da extrem lebendsbedrohliche Entzugerscheinungen auftreten können, z.B. zerebrale Krampfanfälle.
3. Entwöhnungsphase:
 in spezialisierten Langzeiteinrichtungen
 Erkennung des süchtigen Fehlverhaltens
 Abbau der Realitätsflucht
4. Nachsorge- und Resozialisierungsphase:
 berufliche und soziale Rehabilitation
 Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen:
 Blaues Kreuz
 Anonyme Alkoholiker
 Berratungsstellen für Suchtkranke

Rückfallquote 70- 80%
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Thema 11:
Verhütung und Bekämpfung nosokomialer Infektionen
- Definition
- Erreger
- gefährdete Personengruppen
- begünstigende Faktoren für die Entstehung nosokomialer Infektionen
- Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung
Definition:
 im Krankenhaus erworbene Infektion
 Jede durch Mikroorganismen hervorgerufene Infektion, die im ursächlichen Zusammenhang mit dem Krankenhausaufenthalt steht, unabhängig davon, ob Krankheitserscheinungen vorliegen oder nicht.
 Fast jede zweite Infektion, die stationär behandelt wird, ist auch dort entstanden und ist für den Patienten nicht
selten lebendsbedrohlich.
 Synonym gebrauchte Begriffe:
 infektiöser Hospitalismus
 Krankenhausinfektion
 Hospitalinfektion
Entstehungsarten:
1. Direkter Übertragungsweg:
 Kontakt- und Schmierinfektionen
 Tröpfcheninfektionen
 Nahrungsmittel und Wasser
 Blut
2. Indirekter Übertragungsweg:
 Hände
 Zwischenwirte
 Unbelebte Infektionsquellen
Erreger:
 Staphylokokkus aureus: Besiedelung im oberen Nasen- Rachenraum, Abzeß, Haut- und Wundinfektionen, Gastro-, Enteritis, Sepsis
 Staphylokokkus epidermis: Besiedlung der Haut und Schleimhäute, Erreger von Endokarditiden, Wundinfektionen, septischer Krankheitssymptome bei dauernd oder vorübergehend in den Körper eingebrachten Kunststoffen
(ZVK)
 Streptokokken: grampositive Ketten- Kugelbakterien, keine Sporenbildner, Scharlach, HNO - Infektionen,
Wundinfektionen
 Pseudomonas: Boden- und Wasserkeim, sog. Erreger des blaugrünen Eiters, Sepsis, Endokarditis, Wundinfektionen
 Escherischa coli: Harnwegsinfekt, Lebensmittelvergiftung, Wundinfektion, Meningitis
 Salmonellen : Lebensmittelvergiftung, Typhus, Gastroenteritis
 Serratia marscenszenz: Multiresistent, Wund-, Harnwegs- und Lungeninfektion
gefährdete Personengruppen:
 herabgesetzte Körperresistenz: Zytostatikatherapie, Alte Patienten, AIDS- Patienten
 herabgesetzte psychische Resistenz
 durchbrochener natürlicher Schutz (Verletzung, liegende Sonde oder Katheter)
 diagnostische, therapeutische und pflegerische Eingriffe
 Antibiotikabehandlung: verminderte Immunabwehr, Resistenz
 Früh- und Neugeborene  nur geringe Abwehr vorhanden
begünstigende Faktoren:
 Mißachtung der Antiseptischer Maßnahmen: Kontamination der Hände des Pflegepersonal
 Mißachtung der Aseptischen Maßnahmen: unsteriles Instrumentengut
 langandauernde Invasive Maßnahmen zur Diagnostik und Therapie (Katheter, Langzeitbeatmung)
 Mangelnde Aufklärung des Personals und des Patienten
hYgiene
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Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung:
 Hygienegerechtes Verhalten im Patientenumgang kann die Häufigkeit von Nosokomialinfektionen um bis zu 30%
vermindern.
 Dazu gehört:
 laufende Desinfektion
 persönliche Hygiene
 konsequentes Einhalten aseptischer und antiseptischer Richtlinien
 Erkennung und Beseitigung von möglichen Infektionsquellen  Abklatsch
 rechtzeitige Isolierung von Patienten mit Infektionskrankheiten
 gehäuft auftretende Infektionen müssen durch die Hygienefachkraft dem Gesundheitsamt gemeldet werden
hYgiene
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Thema 12:
Grundnährstoff: Eiweiß
Aufbau von Eiweißen:
1. Aminosäuren
2. Proteine
3. Proteide
Aminosäuren
 Aminosäuren sind die einfachsten Eiweißstoffe und bestehen aus bestimmten Grundelementen:
 C: Kohlenstoff
 O: Sauerstoff
 H: Wasserstoff
 P: Phosphor
 S: Schwefel
 N: Stickstoff

*
*
*
*
Es gibt 20 verschiedene Aminsosäuren, von denen 8 für den Körper essentiell sind  er kann sie nicht selber
synthetisieren und muß sie mit der Nahrung zu sich führen
1. Phenylalanin
2. Isoleucin
3. Tryptophan
4. Methionin
5. Leucin
6. Valin
7. Lysin
8. Threonin
 Phänomenale Isolde trübt mitunter Leutnant Valentins liebliche Träume
Histin und Tyrosin  nur im Säuglingsalter
nicht essentielle Aminosäuren werden über die Nahrung zugeführt oder können vom Körper aufgebaut werden
Aminosäuren können vom Körper nicht gespeichert werden
Der Körper benötigt Aminosäuren als Bausteine für:
1. Enzyme
2. Hormone
3. Antikörper
4. Bindegewebe
5. Muskelfasern
Proteine
 Eiweiße sind große Moleküle, die aus einzelnen Aminosäuren aufgebaut sind.
 Das kleinste Eiweißmolekül ist das Protein:
 Gruppe der Proteine:
1. Albumine
 wasserlöslich  hydrophil: sichtbar durch den Schaum der beim Kochen von Nahrungsmittel entsteht
 Hülsenfrüchte, Eier, Milch, Fleisch und Blut
2. Globuline
 nicht wasserlöslich  hydrophob
 Hülsenfrüchte, Eier, Milch, Fleisch, Fisch
 im menschlichen Blut: Firbin, Antikörper
3. Klebereiweiß
 quellfähig
 elastisch
 Mehl
4. Gerüsteiweiß
 kein Nahrungseiweiß
 Mensch und Tier
 Kollagene:
 Knorpelgewebe
 Skelett, Haut, Bindegewebe
 Keratine:
 Hornstoff
 Nägel, Haare, Wolle, Federn
Proteide:
hYgiene



1.
2.
3.
4.
5.
24
In der Natur viel weiter verbreitete Eiweißformen sind die Proteide. Das sind Verbindungen von Proteinen mit
anderen Stoffen
zusammengesetzte Eiweiße
Hauptgruppen sind:
Chromoproteide
 Aminosäure (AS) + Farbstoff (Eisen)
 Hämoglobin
Nukleoproteide
 AS+ Neukleinsäure
 in allen Zellkernen
Phosphorproteide
 AS + Phospohor
 wichtig für die Ernährung
Glykoproteide
 AS + Kohlenhydrate
 Zuckereiweißstoffe
Lipoproteide
 AS + Fettsäuren
 Cholesterin
 Transport von fettlöslichen Vitaminen E, D, K, A
Eigenschaften der Eiweiße:
 Die Mehrzahl der Eiweiße ist in Wasser oder verdünnter Salzlösung löslich.  Dialyseverfahren (Trennung der
durch Salze gelösten Eiweiße und Rückführung)
 Durch Erhitzung denaturieren Eiweiße  sie verändern die Struktur
 Große Eiweißmoleküle werden durch die Fermente in Peptide und weiter bis in Aminosäuren aufgespalten
 Peptide sind also Zwischenstufen im Eiweißauf- und abbau
 Stoffwechselschlacke der Eiweiße ist das Ammoniak, dies wird gespalten in Harnstoff und Creatinin und über die
Nieren ausgeschieden
Eiweißbedarf:
 Erwachsene: 1g/kg Körpergewicht
 Säuglinge und Kinder: 1,5- 2g/ kg Körpergewicht
 Mindestbedarf eines Menschen liegt bei 35g Eiweiß, entspricht 0,5g/kg Körpergewicht
Vermehrter Eiweißverbrauch:
 in der Schwangerschaft
 Rekonvaleszenz (Genesung)
 bei großen Blutverlusten
 Stoffwechselsteigerung
Störungen bei Eiweißmangel:
 Konzentrationsstörungen
 Entwicklungsstörungen  Wachstumsstörungen
 Anämie  Störungen der Hämoglobinbildung
 Ödeme durch ungebundene Salze
Purinstoffwechselstörungen
Wird zuviel Eiweiß aufgenommen, kann das langfristig zu Gichtanfällen führen, da Harnstoffe in Gelenken und deren
Umgebung eingelagert werden
Biologische Wertigkeit:
 Wieviel g arteigenes Eiweß aus 100g Nahrungsmittel aufgebaut werden kann.
 Milch 64, Käse 88, Getreide 60, Kartoffeln 100
hYgiene
Thema 13:
Grundnährstoff: Fett
Fett:
 Lipide
 ist in der menschlichen Ernährung wichtigster Engerielieferant
 hat einen hohen Energiegehalt:
 9,3kcal/g, mehr als doppelt soviel Energie wie 1g Eiweiß oder Kohlenhydrate
Aufbau der Fette:
 Fette sind chemische Verbindungen aus dem dreiwertigen Alkohol Glyzerin und verschiedenen Fettsäuren
 Stearinsäure
 Palmitinsäure
 Linolsäure
 Linolensäure, ...
 jedes Glyzerinmolekül kann drei Fettsäuren an sich binden
 Die Art des Fettes ist somit abhängig von den Fettsäuren, mit denen sich das Glyzerin verbunden hat.
 müssen vom Körper wieder aufgespalten werden
 Tagesbedarf ist 1g/kg Körpergewicht, sollen etwa 25% des Kalorienbedarf ausmachen
Grundelemente:
 C: Kohlenstoff
 H: Wasserstoff
 O: Sauerstoff
Aufgaben der Fette:
1. dienen als Fettdepot
* Fettsäuren + Glycerin
2. braunes Fett dient der Wärme- Isolation
3. Organschutz
* z.B. die Nieren und Augen umgebendes Polster
4. Strukturbestandteil der Zellmembran
5. Träger essentieller Wirkstoffe
* essentieller Fettsäuren
* fettlöslicher Vitamine
* Aroma- und Geschmacksstoffe
Herkunft der Fette:
1. pflanzliche Fette:
 Ölfrüchte: Kokosnüsse, Erdnüsse, Oliven, Raps, Sesam, Sojabohnen, Sonnenblumenkernen
2. tierische Fette:
 Butter, Sahne, Talg, Lebertran
weiche und harte Fette:
 weiche sind besser verdaulich, da sie schneller emulgiert werden können
Lipoide:
 fettähnliche Substanzen, wichtig für die Zellstruktur
versteckte Fettsäuren
 Fleisch- und Wurstwaren  5- 45%
 Nüsse  10- 60%
 Käse bis zu 60%
Unterscheidung der Fettsäuren
1. gesättigte Fettsäuren:
 Stearin- und Palmitinsäure
 kann der Körper selber aufbauen
2. ungesättigte Fettsäuren
 essentielle Fettsäuren
 Linol- und Linolensäure
 müssen mit der Nahrung zugeführt werden
 in Maiskeim-, Sonnenblumen-, Soja- und Leinöl enthalten
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hYgiene
26
Cholesterin:
 Grundsubstanz der Steroidhormone: Testosteron und Östrogen
 Bestandteil der Zellmembran
 Vorläufer der Gallensäure
 wird mit der Nahrung aufgenommen
 wird endogen produziert
 Ein zuviel an Cholesterin unterstützt die Bildung einer Arteriosklerose und von Gallensteinen
Fettmangel:
 bei fettfreier Diät oder fettfreier parenteralen Ernährung
 Hautveränderungen  Hyperkeratose
 Thrombozytopenie
 Wachstumsstörungen
 Mangelerscheinungen da fettlösliche Vitamine fehlen
erhöhte Fettzufuhr:
 Ablagerung im Fettgewebe als Reserve bzw. Depotfett
 Entstehung von Adipositas
Vorgang der Aufnahme:
Aufgenommene Fette werden durch die Enzyme der Bauchspeicheldrüse in Glycerin und Fettsäuren aufgespalten
und durch die Gallensäure in kleinste wasserlösliche Tröpfchen verteilt. Diese werden von der Darmwand aufgenommen und erneut zu Fett zusammengeschlossen. Es gelangt über die Blutbahn in die Leber, wird dort verstoffwechselt und zu den Körperzellen transportiert. Dort erfolgt die Verbrennung von Fett.
hYgiene
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Thema 14:
Grundnährstoff: Kohlenhydrate
Aufgabe:
1. Brennstoff
 Energielieferant
2. Vorratsstoff
 werden in Form von Glycogen in der Leber und Muskulatur gespeichert
3. Fettbildner
 überschüssige Kohlenhydrate werden in Fett umgewandelt
4. Ballaststoffträger
 Anregung der Darmbewegung und -entleerung
Grundelemente:
 C: Kohlenstoff
 H: Wasserstoff
 O: Sauerstoff
Entstehung:
 Photosynthese der Pflanzen
 Assimilation: angleichen, Umwandlung von anorganischen in organische Stoffe
 Prozeß bei dem Kohlendioxid und H2O unter Ausnutzung des Sonnenlichtes und der katalytischen Wirkung
des Chlorophyll in Kohlenhydrate umgewandelt werden
 Dabei entnehmen die Pflanzen CO2 aus der Umgebung und geben O2 ab.


Kohlenhydrate kommen vorwiegend in pflanzlicher Nahrung vor sind aber auch in tierischen Produkten enthalten.
Tagesbedarf liegt bei 5- 6g/kg Körpergewicht, 4,1 kcal/g
Einteilung:
1. Monosaccharide
 Einfachzucker
 Glucose: Traubenzucker
 Fructose: Fructzucker
 Galaktose: Milchzucker
 enthalten in: Obst, Honig, Möhren
2. Disaccharide
 Zweifachzucker
 Saccharose:
 Rüben- oder Rohrzucker
 Glucose + Fructose
 Laktose:
 Milchzucker
 Glukose + Laktose
 Maltose:
 Malzzucker
 Glukose + Maltase
 enthalten in: Haushaltszucker, Milch
3. Polysaccharide
 Vielfachzucker
 Stärke: Reservekohlenhydrat
 Glycogen: Speicherform der Kohlenhydrate
 Zellulose und Chitin: Gerüstsubstanz für Pflanzen, Pilze und Insekten, notwendig als Balaststoff, für die
Darmperistaltik
 Pektin: Gelierstoffe in Früchten
 bestehen aus großen Molekülgruppen
 enthalten in: Kartoffeln, Mais und Weizen
Stoffwechselschlacken sind: CO2 und H2O
hYgiene
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Aufnahme des Organismus:
Kohlenhydrate werden durch Speichelenzyme (Amylase) im Mund sowie im Dünndarm, durch die Enzyme der
Bauchspeicheldrüse (Amylase, Diastase) und des Dünndarm in Zwei- und Einfachzucker aufgespalten.
Der menschliche Organismus nimmt die Kohlenhydrate im Laufe des Verdauungsprozesses in Form von Einfachzucker auf. Diese gelangen zur Leber, wo sie unter Einwirkung von Insulin zu Glycogen aufgebaut werden.
Im Bedarfsfall wird unter Einwirkung von Adrenalin das Glycogen wieder zu Traubenzucker (Glucose) abgebaut und
den Körperzellen zur Verbrennung zugeführt.
Überschüssige Kohlenhydrate lassen sich jedoch nicht nur als Glycogen im Körper lagern, sondern auch in Fett umwandeln.
Kohlenhydrate und Ernährung:
 Langkettige Kohlenhydrate (Polysaccharide) werden im Körper relativ langsam bis zur Glukose abgebaut.
Dadurch werden nur schrittweise Glucosemoleküle ins Blut abgegeben, und der Körper muß nicht mit einem Insulinstoß reagieren.  Diabetes Diät
 Mono- und Disaccharide werden rasch gespalten und resorbiert und führen zu einem Überangebot von Glukose
im Blut. Der Blutzuckerspiegel paßt sich der Situation an, und übersteigt seinen oberen Normalwert. Nach 30- 60
Minuten sinkt der Blutzuckerspiegel ebenso rasch wieder ab und der Körper bildet ein erneutes Hungergefühl und
Konzentrationsmangel aus.
 Zuckeraustauschstoffe: sind kohlenhydrat- und kalorienhaltige Ersatzstoffe für Monosaccharide: Xylit, Sorbit,
Nutra sweet
hYgiene
Thema 15:
Die Bedeutung der Mineralstoffe für den Organismus
Mineralstoffe:
 sind anorganische Stoffe aus der unbelebten Natur
 werden über Wasser, Pflanzen und tierische Lebensmittel aufgenommen
 gehören zu den essentiellen Bestandteilen der Nahrung
 machen ca. 4- 5% des Körpergewichtes aus
 liegen als Element in gelöster Form vor
 sind als Salze im Skelett und in den Zähnen vor
 sind essentielle Bestandteile
Aufgaben:
allgemeine:
 Eingriff in den Wasserhaushalt
 Aufrechthaltung des Osmotischen Druckes
 Reizbarkeit und Reizweiterleitung in den Zellen
 Schaffen und Erhalten eines pH- Milieu durch Pufferung
generelle:
 Knochenaufbau und damit Stabilität
 Aufbau und Erhalten des Zahnschmelz
 Erregbarkeit der Herzleitung
 Beteiligung an der Gerinnung
 Bildung von Erythrozyten
 Biosynthese von Hämoglobin
Einteilung:
1. Mengenelemente
2. Spurenelemente

Mengenelemente
3. Natrium
 Bedarf: 2-3g/Tag
 erhält die Gewebespannung
 hält Wasser im Gewebe zurück
 als NaCl in Lösung
 im Extrazellularraum vorhanden
 Spender:
 Kochsalz, bzw. in allen Nahrungsmitteln enthalten
 Mangel:
 Störungen des osmotischen Drucks
 nach starkem Wasserverlust durch Schwitzen, Durchfälle und Erbrechen
4. Kalium
 Bedarf: 2- 2,5g/kg Körpergewicht
 Aufgabe:
 erhält die Gewebespannung
 fördert den Wasserentzug aus dem Gewebe
 Muskelkontraktion, besonders des Herzens
 im intrazellularraum vorhanden
 Spender:
 z.B. Bananen und Tomaten
 Mangel:
 entsteht bei vermehrte Ausscheidung durch Medikamente
 Herzhythmusstörungen
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hYgiene
5. Kalzium
 Bedarf: 800mg/Tag
 Aufgabe:
 Baustoff der Knochen und Zähne
 leitet die Bltugerinnung ein
 normale Erregbarkeit der Muskeln
 Spender:
 Milch und Erzeugnise aus Milch, Eigelb, Getreide, Fisch, Hülsenfrüchte
 Mangel:
 Entkalkung der Knochen: Osteomalazie, Rachitis
 Überregbarkeit von Nerven und Muskeln
6. Chlor
 Bedarf: 1,5g/Tag
 Aufgabe:
 erhält die Gewebespannung
 Bestandteil der Salzsäure im Magen
 als NaCl in gelöster Form vorhanden
 Spender:
 Kochsalz
 Mangel:
 nach starkem Wasserverlust durch Schwitzen, Durchfälle und Erbrechen
 Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Kreislaufversagen
7. Phosphor
 Bedarf: 800mg/Tag
 Aufgabe:
 Baustoff der Knochen
 Energiegewinnung und Energieverwertung im Körper
 Spender:
 Milch und Erzeugnisse aus Milch, Quark, Getreide, Fisch, Hülsenfrüchte
 Mangel:
 nicht bekannt
 zuviel stört den Kalziumstoffwechsel
8. Magnesium
 Bedarf: 800mg/Tag
 Aufgabe:
 Aufbau der Knochen und Zähne
 Bestandteil von Enzymen
 Erregbarkeit der Muskeln
 Spender:
 vor allem pflanzliche Lebensmittel, sowie Fisch und Käse
 Mangel:
 Stoffwechselstörungen, Überregbarkeit der Muskeln

Spurenelemente
 Bestandteile der Hormone und Enzyme
 sind essentiell und müssen zugeführt werden
 sind in den Nahrungsmitteln in Spuren enthalten
1. Eisen
 Bedarf: 12- 18mg/Tag
 Aufgabe:
 Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin
 wird gespeichert als Ferritin
 Spender:
 Fleisch, Leber und andere Innereien, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte
 Mangel:
 Anämie, Müdigkeit, Muskelschwäche
30
hYgiene
2. Fluor
 Bedarf: 1mg/Tag
 Aufgabe:
 härtet den Zahnschmelz
 Spender:
 Seefisch, schwarzer Tee, Getreideerzeugnisse
 Mangel:
 Zahnschäden
3. Jod




Bedarf: 0,1- 0,2mg/Tag
Aufgabe:
 Aufbau der Schilddrüsenhormone
Spender:
 Seefisch, Innereien, Eier, Milch
Mangel:
 Struma
4. Kobalt
 Bedarf: 0,01mg/Tag
 Aufgabe:
 als Bestandteil von Vitamin B12
 Mangel:
 perniziöse Anämie
 Spender:
 Innereien, Eier, Milch
5. Chrom, Kupfer, Mangan, Selen, Zinn und Zink:
 sind in Zellenzymen enthalten

Quecksilber, Blei, Cadmium, Arsen und Thallium sind für den Menschen toxisch
31
hYgiene
32
Thema 16:
Vitamine
Vitamine:
 organische Stoffe, die zur Aufrechterhaltung von Körperfunktionen lebensnotwendig sind
 essentielle Bestandteile die in der pflanzlichen Nahrung enthalten sind
 einige können gespeichert werden
 die Wirkung fast aller Vitamine kann durch Antivitamine verringert oder aufgehoben werden
 die meisten Vitamine sind empfindlich gegen Luftsauerstoff und Licht
 Hitzeeinwirkung können die Wirkung von Vitaminen erheblich beeinflussen
Entstehung:
 Bildung in der Pflanze unter Mitwirkung der Sonne
 Vorkommen:
 Getreide, Kartoffeln
 Obst und Gemüse
Einteilung:


Vitamine: voll ausgebildete Vitamine
Provitamine: Vorstufen die der Körper noch umbaut
1. fettlösliche Vitamine:
 können gespeichert werden
1. Vitamin E  Tocopherol
 Bedarf: 15mg/Tag
 Funktion:
 Schutz der Nahrungs- und Körperfette
 wichtig für die Muskulatur
 Vorkommen:
 Fette, Öle
 Mangel:
 Sponatanabort, Sterilität, Muskeldysthropie
2. Vitamin D  Calciferol
 Bedarf: 0,05mg/Tag
 Funktion:
 Knochenbildung
 Aufnahme von Kalzium und Phosphaten
 Vorkommen:
 Fisch, Eier, Paprika
 erhebliche Anteile werden auch im Körper selbst gebildet  durch Sonneneinstrahlung
 Mangel:
 Rachitis
 Osteomalazie  Entmineralisierung
3. Provitamin D  Ergosterin
4. Vitamin K  Phyllochinon
 Bedarf: 1mg/Tag
 Funktion:
 Förderung der Blutgerinnung: Bildung von Prothrombin
 Vorkommen:
 grünes Gemüse
 erhebliche Anteile werden auch im Körper selbst gebildet  gespeichert in der Leber
 Mangel:
 beim Verschlußikterus ist die Resorption von fettlöslichen Stoffen gestört und somit auch von Vitamin K 
Blutungsneigung
5. Vitamin A  Retinol
 Bedarf: 1- 1,5mg/Tag
 Funktion:
 Einfluß auf den Sehvorgang
 Eiweißstoffwechsel  Infektabwehr
 Vorkommen:
 Spinat, Innereien, Fischöl, Milch
 Mangel:
 Hyperkeratose, Nachtblindheit
hYgiene
6. Provitamin A  - Carotin
2. wasserlösliche Vitamine:
 werden über den Urin ausgeschieden
 können nicht gespeichert werden
 Vitamin B- Gruppe
1. B1  Thiamin
 Bedarf: 1- 2mg/Tag
 Funktion:
 Einfluß auf den Abbau der Kohlenhydrate
 Einfluß auf Herzfunktion und Nierentätigkeit
 Vorkommen:
 Fruchtwand von Getreidekörnern, Fleisch
 Mangel:
 BeriBeri- Krankheit (hauptsächlich Ostasien  polierter Reis enthält kein Vit. B1 mehr
 Nervenentzündungen  Polyneuropathie
2. B2  Riboflavin
 Bedarf: 1,5- 2mg/Tag
 Funktion:
 Einfluß auf den gesamten Stoffwechsel und die Hormonproduktion
 Vorkommen:
 Milchprodukte
 Mangel:
 Wachstumsstörungen, Brüchigkeit der Nägel
3. B6  Pyridoxin
 Bedarf: 2mg/Tag
 Funktion:
 Einfluß auf den Stoffwechsel
 Bestandteile vieler Enzyme
 Vorkommen:
 Getreide Gemüse, Innereien
 Mangel:
 Störungen im Eiweißstoffwechel
4. B12  Cobalamine
 Bedarf: 5- 10g/Tag
 Funktion:
 Bildung der roten Bltukörperchen
 ermöglicht den Aufbau von Aminosäuren
 Vorkommen:
 Fleisch, Innereien
 Mangel:
 perniziöse Anämie
5. Niacin
 Bedarf: 15- 20mg/Tag
 Funktion:
 zentrale Stellung im Stoffwechsel
 Leberfunktion
 erhebliche Anteile werden auch im Körper selbst gebildet
 Vorkommen:
 Nüsse, Milchprodukte
6. Vitamin C  Ascorbinsäure
 Bedarf: 75mg/Tag
 Funktion:
 Beteiligung am Aufbau von Bindegewebe, Hormonen und Wundheilung
 Vorkommen:
 Kartoffeln, Gemüse, Obst
 Mangel:
 Infektanfälligkeit, Skorbut
7. Folsäure
 Bedarf: 0,1mg/Tag
 Funktion:
 Aufbau von Nukleinsäure im Stoffwechsel
 Vorkommen:
 Gemüse, Obst
33
hYgiene
8. Vitamin H  Biotin
 Funktion
 Entwicklung und Erneuerung der Haut
 Vorkommen
 Getreide, Gemüse, Fisch
Vitaminmangelerscheinungen:
 Hypovitaminose
 d.h. Anfangsstadien der Vitaminverarmung
 Avitaminose
 d.h. ausgeprägte Vitaminmangelerscheinung
 Hypervitaminose:
 übermäßig gespeicherte fettlösliche Vitamine, Vitamin D  Osteomalazie
34
hYgiene
Thema 17:
Allgemeine Richtlinien für die Erstellung von Diäten
Diäthetik
die Lehre von der gesunden Lebensweise
Diät:




Krankenkost, therapeutische Kost
an eine bestimmte Erkrankung angepaßt
bestimmte Nahrungsanteile werden vermindert oder ganz weggelassen
bestimmte Nährstoffe werden vermehrt verzeht
Kost:
 bewußt gewählte Form der Ernährung
 abhängig von gesundheitlichen, weltanschaulichen und religiösen Motiven
Allgemeine Grundlagen der Ernährung:
1. abwechslungreich und leicht verdaulich
2. weniger Fett und fettreiche Lebensmittel
3. wenig Süßes
4. ausreichende Nährstoffe, Mineralstoffe und Vitamine
5. Verwendung frischer Nahrungsmittel
6. weniger tierisches Eiweiß
7. ausreichende Flüssigkeitszufuhr  mind. 2 Liter/Tag
8. mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt  5- 7x/Tag
9. Nährstoffschonend und geschmackstofferhaltend zubereiten
Aufklärung
 damit die Diät erfolgreich wird
 des Patienten
 der Angehörigen
 Diätassistentin
Diätassistentin:
 Die Ernährungsberatung informiert den Patienten und Angehörige über die Diät und deren Richtlinien
 berät wie der Patient sich zu Hause verhalten soll
Kost- und Diätformen:
Einteilung nach Dauer und Erkrankung
1. Kurzfristige
 über wenige Tage
 z.B. prä- oder postoperativ
2. langfristige
 über mehrere Wochen oder Monate
 z.B. Schwangerschaft, Reduktionskost
3. Lebenslange Diät
 z.B. Diäbetesdiät, Gicht
35
hYgiene
36
Kost- und Diätformen:
Merkmal
Indikationen
Vollkost
Schonkost




 Patient der alles essen darf
 Patient mit eingeschränktem Kau- und
Schluckvermögen
 z.B. Nach Hals-, Nasen-, Zahn- und
Mundoperationen
normale Kost
leicht verdaulich
nicht blähend
Zubereitung ohne Backen, Braten und scharfes Würzen
Fettarm
evtl. Balaststoffarm
reduzierter Kaloriengehalt
individuelle Festlegung des Kaloriengehaltes
festes Schema
schluckweise Tee
Tee und Zweiback
Milchsuppe oder Brühe
passierte Kost
Schonkost
Kochsalz ist z.B. reduziert bis aufgehoben
Eiweißgehalt ist reduziert
Eiweiß- und natriumarme Diät












Diabetesdiät

Fettarme Diät

Individuelle Anpassung der Kohlenhydratzufuhr
Fettarm
Purinarme Kost





wenig Fleisch und Fisch
keine Hülsenfrüchte, Spinat und Pilze
wenig Kaffee
kein frisches Obst, Gemüse
nur Gekochtes
Reduktionskost
Aufbaukost/
Karte
1.
sterile, Keimarme
Kost




Adipositas
Gewichtsreduktion
Operationen im Magen- Darmbereich
Operationen an der offenen Bauchhöhle  Gyn.- OP
 Nach sehr langer Nahrungskarenz
 Steigerung je nach Verträglichkeit





Hypertonie
Ödeme
chron. Niereninsuffizienz
Leberzirrhose
Diabetes mellitus
 Fettstoffwechselstörungen
 z.B. erhöhter Cholesterinspiegel im Blut
 Hyperurikämie
 Schwer abwehrgeschwächte Patienten
 z.B. vor und nach Transplantationen
 HIV- Infizierte
hYgiene
37
Thema 18:
Isolierungsmaßnahmen: Salmonelleninfektion
Salmonellose:
Erreger:
1. Typhus- Paratyphus Salmonellen
2. Enteritis Salmonellen
Übertragungsweg:
 Mangelhafte Hygiene durch fäkale- orale Schmierinfektion
 indirekt durch verseuchte Lebensmittel, vor allem Geflügel, Eier, Milch und die daraus hergestellten Produkte
Inkubationszeit: 2 Stunden bis 48 Stunden
Symptome:
 breiig- wässrige Durchfälle
 kolikartige Schmerzen
Prophylaxen:
 Beachtung der Hygienerichtlinien
 Händedesinfektion
 kontinuierliches Kühlen
 sorgfältige Küchenhygiene
 gründliches Erhitzen von Speisen
 Verzicht auf den Genuß von Rohei und Roheiprodukten
 Beachtung der Trinkwasserhygiene
Isolierungsmaßnahmen:
 Sind nur bei Krankheitsuneinsichtigen Patienten, Kindern, und alten Menschen notwendig
 Krankheitseinsichtige Patienten müssen nicht stationär Aufgenommen werden, solange keine Komplikaitonen
auftreten (z.B. Exsikose, dann Standard Isolierung: eigene Toilette)
 strikte Isolierung:
 Einzelzimmerisolierung und Kennzeichnung des Zimmers
 Patient darf das Zimmer nicht verlassen
 sorgfältige Küchenhygiene
 Durchführung:
 Desinfektion der Ausscheidung
 Umgebungshygiene
 Schutzkittel für Personal und Besucher
 Desinfektion der Geräte bzw. des Geschirr
 Händesdesinfektion
Dauerausscheider:
 dürfen nicht in Lebensmittelverarbeitenden Betrieben arbeiten
 müssen jeden Wohnungswechsel dem Gesundheitsamt bekannt geben
Gesetze:
 meldepflichtige Infektionserkrankung  Gesundheitsamt
 Lebensmittelgesetz
 Trinkwasserschutzgesetz
 BSeuchG
hYgiene
38
Thema 19:
Infektionsquellen, -wege und Eintrittspforten
Infektionen :
 Die Übertragung, Haftenbleiben und Eindringen von Mikroorganismen in den menschlichen Organimus und die
Vermehrung in ihm und schließlich die Reaktion darauf.
 Wird bestimmt von den infektiösen und pathogenen Eigenschaften des Mikroorganismus
 Entstehung und Verlauf einer Infektionskrankheit hängt außerdem von der Empfänglichkeit bzw. Unempfänglichkeit (Basisimmunität) und Immunität des Menschen ab
 Eigenschaften von Krankheitserregern:
 Pathogenität / Krankmachend
 Virulenz / Giftig
 Keimzahlmenge / wieviel Erreger dringen ein
 Eigenschaften des Organismus :
 Resistenz
 Anfällikeit
 die Immunität ( spez. Unempfindlichkeit) muß herabgesetzt sein
 Disposition / Krankheitsbereitschaft
Infektionsquellen:
1. Endogene Infektion:
 durch körpereigene Keime
 bei lokaler oder systemischer Abwehrschwäche gelangen körpereigene Keime in für sie untypische Körperregionen und rufen dort Infektionen hervor, Autoinfektion
 Harnwegsinfektion durch Escherichia coli
2. Exogene Infektion:
 Exogen durch Keime aus der Umwelt des Patienten
1. Mensch
 Ausscheidungen
 Stuhl, Urin, Sptutm, Sekrete
 Haut
 Kontakt-, Tröpfchen- und Schmierinfektionen
2. tierische Infektionsquellen
 tierische Lebensmittel  Würmer
 durch Verletzungen die dem Menschen durch Tiere entstehen (Malaria, Tollwut)
3. unbelebte Umwelt
 Gegenstände (Türklinke, Geschirr,...)
 Geräte
 Staub und Erde
 Medien (Zeitschriften, Bücher, ...)
Infektionsweg
 reicht von der Infektionsquelle bis zur Eintrittspforte
 Schmierinfektionen
 Kontaktinfektion
 fäkal- oraler Infektion
 Händeschütteln
 Aerogene Infektionswege:
 Tröpfchen- und Staubinfektionen
 Anhusten, Niesen
 oraler Infektionsweg
 kontaminierte Lebensmittel, Medikamente
 parenteraler Infektionsweg
 über den Blutweg
 Trans- bzw. perkutaner Infektion
 Infusionen, Injektionen und Transfusionen
 Stich oder Biß von Tieren
 sexueller Infektionsweg:
 Schleimhautkontakt und kleinste Schleimhautverletzungen
hYgiene
Eintrittpforten:
1. natürliche Eintrittspforten:
 über den Gastrointestinaltrakt
 Harnwege
 Geschlechtsorgane
 Atemwege
 Augenhöhlen
2. Verletzungen des natürlichen Körperschutzes:
 parenteral: über den Blutweg
 z.B. Tierbiß, Insektenstich, Injektionsnadel, Op- Wunde
 obere Atemwege durch Intubation
 Harnwege durch liegenden Katheter
39
hYgiene
40
Thema 20:
Gesundheit: Begriff und Bedeutung
Definition:
 WHO- Definition:
 Gesundheit ist der Zustand körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens
 Ganzheitliche Betrachtungsweise:
 Krankheit betrifft den Körper und die Psyche und den Geist
 Gründungsdatum der WHO ist heute der Weltgesundheitstag: 7. April
 dynamisches Gleichgewicht
 dynamischer Lebens-, Gestaltungs- und Anpassungsprozeß
 Gesundheit ist von Krankheit nicht scharf zu trennen
 umfaßt den Lebens- und Umweltbezug des Menschen
 Gesundheit ist lernbar
 Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen
Gesundheitsvorsorge
ist eine umfassende Bezeichnung der Krankheitsverhütung und der Früherkennung von Krankheiten
Prävention
1. primäre:
 gesunde Lebensführung: angepaßte Ernährung in jedem Alter
 Hygiene: körperlicher und psychische Hygiene
 Gesundheitsbildung: lebenslange Aufgabe
2. sekundäre
 Erfassung und Bewältigung von Risikofaktoren:
 Risikofaktoren ausschalten: z.B. Streß, Lärm, Unfallgefahren, Belastung am Arbeitsplatz
3. tertiäre
 Ausgleich von Gesundheitsbeeinträchtigungen: Kuren, Ruhe und Erholung
 Wiederanpassung: Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, Alte Menschen nehmen individuell am gesellschaftlichen Leben teil
 Rehabilitation: Zurückführung, Eingliederung
Gesundheitswesen:
 Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung
Gesundheitsbehörden
 Weltgesundheitsorganisation
 Gesundheitsamt
 Bundesgesundheitsamt  Robert- Koch- Institiut
 DGHM  Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie
Gesundheitsvorschriften
 Bundes Seuchen Gesetz
 Mutterschutzgesetz
 Unfallverhütungsvorschriften
 Vorsorgeuntersuchungen
 Kinder
 Krebsvorsorge
 Jugendarbeitsschutzgesetz
hYgiene
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Thema 21:
Krankheitserreger: Bakterien
Definition:
 Einzellige Kleinlebewesen ohne echten Zellkern
 zählen zu der Gruppe der Prokaryonten (Zellkern ist nicht durch eine Kernmembran vom Zytoplasma getrennt)
 Fortpflanzung über Querteilung nach Längenwachstum
 Mitochondrien und Chloroplasten fehlen  Photosynthese nicht möglich
 Wachstum auf unbelebten Nährböden möglich (Erregernachweis)
Aufbau:
 Zellwand  ist verantwortlich für das unterschiedliche Färbeverhalten
 Geißeln dienen der aktiven Fortbewegung
 Kapseln:
 Schleimhülle
 Schutz vor phagozytose der "Freßzellen" des menschlichenKörpers
 Schutz vor anderen äußeren Einflüssen (Hitze, Trockenheit)
Einteilung der Bakterien:
1. Bakterienform
2. Verhalten gegenüber Sauerstoff
3. Fähigkeit zur Sporenbildung
4. Verhalten in der Färbung nach Gram
1. Bakterienformen:
1. Kugeln
 Kokken
 rund und unbeweglich
 häufig zu charakteristischen Verbänden zusammengesschlossen
 Trauben: Staphylokokken  Eitererreger
 Ketten: Streptokokken
 Paaren:
 Diplokokken: Meningokokken
 gekapselte Diplokokken: Pneumokokken
2. Stäbchen
 längliche, gleichmäßig oder ungleichmäßig dicke Zellkörper
 Clostridien: Milzbrand und Gasbrand Erreger
 Säurefeste Stäbchen: Mycobaterium, Tubercelbakterien
3. Schraubenförmige:
A) Vibrinonen
 Kommaförmig
 gebogene oder einfach gekrümmte Stäbchen mit Geißeln
 Cholera- erreger
B) Spirillen
 Korkenzieherförmig
 Malaria, Rattenbißkrankheit
C) Spirochäten
 Schraubenbakterien, spiralförmig
 schraubenförmig gekrümmte Stäbchen mit oder ohne Geißeln
 Syphillis- Erreger
2. Verhalten gegenüber Sauerstoff:
 Aerobe
 können nur bei Anwesenheit von Sauerstoff wachsen
 Anaerobe
 fakultativ anaerobe
 können mit und ohne Sauerstoff leben
 obligat anaerobe
 können nur ohne Sauerstoff wachsen
 Sauerstoff stellt für diese Bakterien ein Gift dar
3. Sporenbildner:
 Bazillen
 Bakterien die regelmäßige hitz- und trockenresistente Dauerformen bilden
 vegetative Überlebensformen, nicht teilungsfähig
 z.B. Clostridien
hYgiene
4. Verhalten in der Färbung nach Gram:
 das Mureingerüst (Aminosäuerengerüst der Zellwand) wird angefärbt
 Grampositive Bakterien:
 erscheinen unter dem Lichtmikroskop dunkelviolett
 Gramnegative Bakterien
 haben eine dünne Mureingerüst
 erscheinen unter dem Lichtmikroskop rot
Toxinproduktion der Bakterien:
1. Exotoxine:
 Ausscheidungsprodukt der lebenden Bakterien
 zerfällt bei Hitze
 besitzt eine stark giftige Wirkung
2. Endotoxine:
 Zerfallsprodukte der abgestrobenen Bakterein
 bei vielen gramnegativen Bakterien
 hitzestabiles Gift
 Lebensmittelvergiftung
Behandlung bakterieller Infektionen:
1. Antibiotikatherapie:
 Antibiogram: Resistenznachweis des Erregers um individuelle Behandlung anzusetzen
2. Antitoxische Therapie:
 Verabreichung eines Antitoxin (Gegengift), möglich bei Diphterie
3. Symptomatische Behandlung des Patienten
 Abwehrreaktionen des Körpers verursachen Fieber, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, ...
42
hYgiene
Thema 22:
Krankheitserreger: Pilze und Viren
Pilze:
 Fungi oder Myzeten
 wenig differenzierte Lebewesen mit einem Zellkern
 Fäden: Hyphen
 Geflecht der Pilze: Myzel
 Zellwände bestehen aus Chitin: Polysaccharid
 Vermehrung durch Sporen
 Ernährung durch die Aufnahme von gelösten Salzen
 das Pilzgeflecht der pathologischen Pilze wächst in oder zwischen den Zellen des Wirtes
D-H-S- Klassifikation:
1. Dermatophyten
 Fadenpilze
 befallen die Haut und ihre Anhangsgebilde
2. Hefen
 Sproßpilze
 meist pathogen
 Candida albicans  Soorpilz
 Cryptococcus neoformans  therapieresistente Erreger der europä. Blastomykose
 verursachen Infektionen der Haut und Schleimhaut
 können bei Immungeschwächten auch die Inneren Organe befallen
3. Schimmelpilz:
 pathogene: befallen Innere Organe
 apathogene: Käse
Infektionsquellen:
 Schwimmbäder
 Sauna
Infektionswege:
 Schmierinfektionen
Krankheitsbilder der Pilze:
1. lokale Mykosen
 umschriebener Befall der Haut oder Schleimhaut
 beginnen schleichend
 in der Regel harmlos
 Therapie durch Lokalpräparate
 häufig rezidivierend
2. opportunistische systemische Mykosen:
 bei stabiler Abwehr apathogener Pilz
 kann auftreten bei einer hochgradigen Abwehrschwäche
 führen häufig zu einer Pilzsepsis
 können lebensbedrohlich Verlaufen
 Therapie mit Antimykotika
3. primär systemische Mykosen
 Vorkommen in Nord- und Südamerika
 Befall von inneren Organen und ZNS
43
hYgiene
Viren:
 lat. Gifte
 besitzen keine Zellstruktur
 besitzen keinen Stoffwechsel
 verändern immer wieder die Oberflächenstruktur
 Vermehrung durch Mitbenutzung der Stoffwechselleistung der Wirtszelle
 heftet sich an die Rezeptoren der Wirtszelle an
 "schleust" seine Erbsubstanz in die Wirtszelle ein
 setzt eigene DNS frei und steuert somit die Wirtszelle
a) schließlich Bildung und Zusammensetzung neuer Viren durch die befallene Wirtszelle
b) Freisetzung neuer Viren durch das Absterben der Wirtszelle
 verborgene Infektionen durch Viren
 Wirtszelle gibt bei der Zellteilung über Jahre hinweg Erbsubstanz des Virus an die Tochterzelle weiter
 Ausbruch der Erkrankung erst nach Jahren oder Jahrzehnten
 Epstein- Barr- Virus
 Umprogramierung der Wirtszellen- DNA zur unkontrollierten Vermehrung der Zelle
 Entstehung bösartiger Tumoren
 auch Zervixkarzinom
 Mononukleose: Lymphknotenschwellung
 von Mensch zu Mensch
Wirtgebiete:
 Dermatotrop:
 Haut  Herpes
 Pneumotrop:
 Lunge
 neurotrope:
 Nerven  Poliomyelitis
 pantrope:
 der ganze Körper  HIV
Therapie:
symptomatische Behandlung
Virale Infektionen :
z.B.:
1. Herpes- simplex
 Typ 1: Herpes labialis
 Typ 2: herpes genitalis
2. Varizellen- Zoster
 Windpocken
 Gürtelrose
3. Röteln
4. Pocken
5. Mumps
6. Poliomyelitis
7. Tollwut
8. Hepatitis A- G
9. HI- Virus
44
hYgiene
45
Thema 23:
Gesundheitsvorsorge: Erwachsene
Gesundheitsvorsorge:
 umfassende Bezeichnung der Krankheitverhütung und der Früherkennung von spezifischen Krankheiten in
bestimmten Lebensjahren
1. Krankheitsverhütung:
 präventive Maßnahmen
2. Früherkennung von Krankheiten:
 sog. Vorsorgeuntersuchungen
Prävention
1. primäre:
 gesunde Lebensführung
 Hygiene
 Gesundheitsbildung
2. sekundäre
 Erfassung und Bewältigung von Risikofaktoren
3. tertiäre
 Ausgleich von Krankheitsfolgen
 Wiederanpassung
 Rehabilitation
präventive Maßnahmen:
 Gesundheitserziehung
 gesunde Lebensweise
 Körperhygiene: Einstellung zur Gesundheit und zum Körper
 Gleichgewicht zwischen körperlicher Anspannung und Entspannung
 Schule/ Kindergärten
 Jugendzahnhygiene
 geistige und körperliche Hygiene
 Aufklärung über Nikotin-, Alkohol- und Drogenabusus
 Medien
 medizinisches Personal Gesundheitsämter
 Aufklärung: Broschüren
 Impfungen
 Fort- und Weiterbildungen
Vorsorgeuntersuchungen
dienen der frühstmöglichen Erkennung von Krankheiten
1. Herz- und Kreislauferkrankungen:
 klinische Untersuchung mit Puls- und Blutdruckmessung
 Verminderung der Risikofaktoren
 Nikotin
 Übergewicht
 Bluthochdruck
2. Diabetes mellitus
 regelmäßige Blutzuckerkontrollen
 Aufklärung über Risikofaktoren
 Adipositas
 Diabetes mellitus in der Familie
hYgiene
3. Krebsvorsorge:
 Vermeidung Krebsauslösender Stoffe
 Aufklärung über die Gefahren von
 Nikotin
 Sonneneinstrahlung
 Alkohol
 sekundäre Prävention
 Früherkennung von Brust-, Genital-, Prostata- oder Darmkrebs
 Frauen: ab dem 20.LJ
 Männer ab dem 40. LJ
 Zeichen die zur Früherkennung hilfreich sind
 jede nichtheilend Wunde, jedes Geschwür
 Knoten oder Verdickungen in der Haut
 Veränderngen von Pigmentnävus, Muttermal, Leberfleck
 anhaltende oder wiederkehrende Schluck-, Magen- und Darmbeschwerden
 ungewöhnliche Absonderungen aus einer Körperöffnung
 unregelmäßige Monatsblutungen
Altersvorsorge:
 Gerontologie:
 Alterserkrankungen
 Parkinson
 Alzheimer
 können auch in jüngeren Lebensjahren auftreten
 individuelle Vorsorge:
 Ernährung
 Lebensführung
Gesetzliche Vorsorgerichtlinien:
 Arbeitsschutzgesetz
 Mutterschutzgesetz
 Jugendarbeitsschutzgesetz
 Unfallverhütungsvorschriften
 Einstellungs- und Personaluntersuchungen
46
hYgiene
47
Thema 24:
Die wichtigsten Luftverunreinigenden Stoffe und ihre Wirkung auf die Gesundheit des Menschen
Aufgaben der Lufthygiene :
 Der Aufgabenkatalog der Lufthygiene setzt sich aus folgenden Punkten zusammen :
 natürlichen Luftzusammensetzung
 O2 (21%)
 N (78%)
 CO2 (0,03%)
 Edelgase (0,07%)
 Organische Bestandteile:
 Mikroorganismen
 Pollen
 Anorganische Bestandteile:
 Stäube
Luftatmosphäre um die Erde:
1. Troposphäre bis 12 km
 unterste Schicht der Atmosphäre
 hier spielen sich Wetterereignisse ab
Luftverunreinigungen:
WHO:
"Eine Luftverunreinigung liegt vor, wenn ein Stoff in so großer Menge in der Außenluft vorhanden ist, daß er für
Mensch, Tier und Pflanzen schädlich ist oder zur Schädigung und Beeinflussung des Wohlbefindens führt."
Emission
 Schadstoffe und Abfallstoffe, die in die Luft gelangen
 Gase
 Dämpfe oder Nebel
 Stäube
 Emissionsquellen :
 Industrie
 Kraftwerke
 Kleingewerbe
 Haushalte
 Verkehr
Immission:
 Schadstoffe, die bis zu 1,50m atembar zur Erdoberfläche zurückgehen
 wirken auf
 Menschen
 Tiere
 Pflanzen
 leblose Dinge (Gebäude, z.B. Kölner Dom)
 Partikelgröße :
von 0,001mm bis 0,010mm
Grenzwerte:
1. MAK- Werte:
 maximale Arbeitsplatz- Konzentration
 Arbeitsschutzbestimmungen besagen, daß in Fabriken, Werkstätten und Laboratorien diese MAK- Werte nicht
überschritten werden dürfen
 Betreffen den jeweilig dort arbeitenden Menschen
 Maximalwerte die während der Arbeitszeit (8Std.) nicht belastend sind
2. MIK- Werte:
 maximale Immissions- Konzentration
 unfreiwillig eingeatmete Immission innerhalb von 24h
 Umgebungsluft
 sind niedriger als die MAK- Werte
 betreffen jeden Menschen der sich an dem entsprechenden Immissionsort befindet
hYgiene
Verunreinigungsstoffe:
 Schwefelverbindungen:
 Schwefeldioxid: SO2
 Schwefelsäure: SO3
 Stickoxide: NO2
 Kohlenmonoxid: CO
 Kohlendioxid: CO2
 Ozon: O3
 Schwebstoffe
1. Schwefeldioxid SO2
 entstehen bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen
 Atemwegserkrankungen
 Bronchitis
 Schleimhautentzündungen
2. Stickoxide
NOx
 entstehen bei Verbrennungen mit hohen Temperaturen
 Atembeschwerden
 Behinderung der Sauerstoffabgabe an das Blut, da Erythrozyten belegt sind
 Halsschmerzen
 Reizungen der Augenbindehaut
3. Kohlenmonoxid
CO
 blockiert die Aufnahme von O2 ins Blut / Zyanose
 bei 0,015% in der Inspirationsluft
 Kopfschmerzen
 Schwindel
 Übelkeit
 bei 0,07% in der Inspirationsluft
 Bewußtlosigkeit
 Atemlähmung
 Herzstillstand
4. Kohlendioxid CO2
 Umweltschäden
 Konzentratonseinschränkung
 Müdigkeit
 Treibhauseffekt
 Temperaturanstieg
 Nordsee im Jahr 2300 vor Dortmund
5. Staub und Schwermetalle
 Atemwegserkrankungen
 Krebserkrankungen
 Alveolarstaub: Feinstaub, Alveolen
 Luftallergene: Stäube, Metalle, Pollen, Ruß, Mikroorganismen
 Selbstreinigungsmechanismus der Lunge wird gestört
 bei Blei
 Knochenablagerungen
6. organische Verbindungen
 Erbrechen Übelkeit
 Atemwegserkrankungen
 Krebserkrankungen
Aggregatzustände der Stoffe :
 fest
 anorganische Stoffe: Sand, Quarzsand, Asbest, Silikat, Metallsalze
 organischer Staub: Ruß, Pollen
 organismischer Staub: Mikroorganismen
 flüssig
 Nebel (Wasser - Dampf - Tröpfchen)
 Dampf - Öl
 gasförmig
 Rauch (Smoke) + Nebel (Fog) = Smog
 Smogkatastrophe vom 5.- 9.12.1952 in London forderte ca. 4000 Tote
48
hYgiene
Abwehrmechanismen der Lunge:
 Mucin = Schleim
 Zillien = feinste Härchen
 90% der Schadstoffe werden vernichtet oder ausgeschieden
 10% bleiben in der Lunge
49
hYgiene
50
Thema 25:
Die Ernährung, wichtigste Voraussetzung für die Gesundheit des Menschen
Defintion:
 Ernährung dient dem Aufbau und Erhalt der Körperfunktionen über den ganzen Tag und somit zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit.
 Wir Essen um zu Leben
 dient der Eßbefriedigung und der Sättigung
Die Zusammensetzung der Ernährung:
 Nahrungsmittel werden aufgespalten und in körpereigene und arteigene Stoffe umgewandelt
 tierische und pflanzliche Produkte
 Grundnährstoffe:
 Eiweiß:
 Bausteine für Enzyme, Hormone, Antikörper, Muskelgewebe
 Kohlenhydrate
 Brennstoff, Vorratsstoff, Fettbildner, Ballaststoffträger
 Fette
 Energielieferant, Träger essentieller Stoffe
 Mineralstoffe
 wichtig zum Aufbau des Körper und Stoffwechselaufgaben
 Vitamine
 essentiell, können teilweise selbst produziert werden, Biokatalysatoren
 Ergänzungsstoffe
 Wasser als Lösungsmittel und für den Tansport von Stoffen
 abhängig von gesundheitlichen, weltanschaulichen und religiösen Motiven
 abhängig vom Klima
 abhängig vom Sozialprodukt, Angebot
Allgemeine Grundlagen der Ernährung:
1. abwechslungreich und leicht verdaulich
2. weniger Fett und fettreiche Lebensmittel
3. wenig Süßes und Alkohol
4. ausreichende Nährstoffe, Mineralstoffe und Vitamine
5. Verwendung frischer Nahrungsmittel
6. weniger tierisches Eiweiß
7. ausreichende Flüssigkeitszufuhr  mind. 2 Liter/Tag
8. mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt  5- 7x/Tag
9. Nährstoffschonend und geschmackstofferhaltend zubereiten
10. gründliches Kauen/ 30x einen Bissen
hYgiene
Fehlernährung :
 Gründe für eine Ernährungsstörung:
 Arbeitsbedingungen
 Angebot
 weltanschauliche Motive
 Unterernährung:
 Entwicklungsländer
 potentielle Mangelernährung (Anorexia nervosa)
 Eiweiß- und Vitaminmangelstörungen
 Infektionskrankheiten
 Leistungsabfall
 Müdigkeit
 Überernährung:
 Industrieländer
 Adipositas
 Mast- und Fettsucht
 durch pathologische Körperfunktionen (Hormone, SD, Cortison)
 durch:
 zuviel Nahrungsmittel
 zu fette Nahrungsmittel
 zu süße Nahrungsmittel
 daraus folgen:
 Zivilisationskrankheiten
 Stoffwechselstörungen
 Gelenkschäden
 Gefäßwandveränderungen
51
hYgiene
52
Thema 26:
Die Ernährung eines Diabetikers
Diabetes mellitus:
 Durch Insulinmangel oder verminderte Insulinempfindlichkeit des Körper bedingte, chronische Störung des Glucosestoffwechsels mit Erhöhung des Blutzuckerspiegels.
 Störung der Kohlenhydratverwertung
Einteilung in:
 Diabetes Typ I: insulinabhängig: jugendlicher Diabetes
 Diabetes TypII:insulinabhängiger: alters Diabetes
Richtlinien
 Grundsäule der Diabetesbehandlung ist das Einhalten einer Diät.
 Die Diät bei Diabetes mellitus entspricht im wesentlichen einer gesunden Vollwertkost, wie sie auch für Gesunde
wünschenswert ist.
Einteilung der Grundnährstoffe/Tag
 ca. 50% Kohlenhydrate
 Mono- und Disaccharide sind zu vermeiden da sie nicht oder sehr schnell aufgespalten werden können
 Polysaccharide sind bevorzugt zu essen
 30- 35% Fette
 15- 20% Eiweiße
Kohlenhydratbedarf:
 ältere, normalgewichtige Patienten: 15- 17 BE
 stark übergewichtige Patienten 10- 12 BE
 normal große, arbeitende Patienten und Schwangere: 16- 21 BE
Ernährungsberatung
 des Patienten und der Angehörigen
 erfolgt durch die Diabetikerberatung
 Unterstützung durch das Pflegepersonal
Patient muß aufgeklärt sein über
1. Kohlenhydratmenge
 keine Mono- und Disaacharide: außer Fructose da es langsamer abgebaut wird
2. Broteinheiten
 Berechnung der Nahrungsmittel in BE  Broteinheiten
 1BE  10- 12g Kohlenhydrate
 250ml Milch
 1 kleiner Apfel: 100g
 ½ mittelgroße Banane: 90g
 ½ Scheibe Mischbrot: 25g
 zu Beginn der Diät und später auch zwischendurch ist das abwiegen der NM sinnvoll
3. Austauschmöglichkeiten der Nahrungsmittel
 Austauschtabelle
 Auflistung der austauschbaren Nahrungsmittel
4. Zahl und Zeitpunkt der Mahlzeiten
 6- 7 x tgl.
 konstante Essenszeiten
 Frühstück
 2. Frühstück
 Mittagessen
 Zwischenmahlzeit
 Abendessen
 Spätmahlzeit
5. selbständige Blutzuckerkontrollen
6. Berechnung der notwendigen Insulindosis
 pro 30mg/dl BZ wird 1 Insulineinheit berechnet
hYgiene
Ernährungseinstellung
 Anpassung der Nahrung an die vorhandene körpereigene oder zugeführte Insulinmenge
 die individuelle Stoffwechsellage ist bei der Ernährungseinstellung zu berücksichtigen
 dazu gehören:
 Alter
 Geschlecht
 Ernährungszustand
 Ernährungsgewohnheiten
 Arbeitskalorienbedarf
 Begleiterkrankungen oder Komplikationen
Lebensmittelgruppen
 Kohlenhydrathaltige Lebensmittel:
 Brot und Nährmittel (Reis, Nudeln, Mehl)
 Milch und Milchprodukte
 Kartoffeln
 Gemüse (Mais)
 Obst
 Süßungmittel:
 Süßstoffe
 Zuckeraustauschstoffe:
 Kalorien- und Kohlenhydrathaltig und müssen mitberechnet werden
 Sorbit
 Xylit
 Zucker:
 Fructose, da es langsam abgebaut wird
 Getränke
 Fruchtsäft werden den BE zugerechnet
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hYgiene
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Thema 27:
Hygienemanagment im Krankenhaus
- Hygienekommission
- Hygienefachkraft
- Hygieneplan
Hygienekommission:
 durch das Robert- Koch- Institut vorgeschlagene Organisationsinstitution, 1978
Mitglieder:
1. Hygienefachkraft
 eine für je 300 Betten
 Sr. Marlene
2. Hygieniker bzw. hygienebeauftragter Arzt
 Dr. Scheidgen
 Beratung der Ärzte in allen Fragen der Krankenhaushygiene
 Stellt fest und untersucht alle möglichen Gesundheitsgefährdungen beim Patienten und beim Personal
 Schlägt Maßnahmen zur Infektionsverhütung vor und stellt die Kontrolle sicher
3. ärztlicher Leiter
 Dr. Weber
 ist gleichzeitig Vorsitzender der Kommission
 Verantwortlich für die gesamte Krankenhaushygiene
 Vertritt das Krankenhaus nach außen
 kann einige Aufgaben an die Hygienefachkraft übertragen
4. Pflegedienstleitung
 Fr. Reinersmann
 Unterstützt und kontrolliert die krankenhaushygienischen Aufgaben im Krankenpflegebereich und bei den
Hebammen
5. technischer Leiter
 Hr. Oberhaus
 Verantwortlich für die ständige Funktionsfähigkeit aller technischen Einrichtungen
 Termingerechte Wartung und Kontrolle der hygienisch wichtigen technischen Aufgaben
6. Verwaltungsleiter
 Hr. Köster
 Zuständig für das notwendige Personal und finanziellen Voraussetzungen zur Erfüllung der Hygieneaufgaben
7. Apotheker
 Hr. Fälsch
 Medikamentöse Überwachung und Schutz der Medilamente
Aufgaben der Hygienekommission:
1. Analyse der hygienischen Verhältnisse, davon abgeleitet werden die hygienischen Maßnahmen  Hygieneplan
2. Kontrolle der Ver- und Entsorgungsbereiche in regelmäßigen Abständen
3. Bewertung dieser Informationen nach ihrer Bedeutung für den weiteren Verlauf des Krankheits- oder Genesungsprozesses
4. Beratung über bauliche Veränderungen
5. Beratung bei der Beschaffung technischer Einrichtungen
6. Organisation von Aus- und Fortbildung des Krankenhauspersonals in Hygiene
7. Abwehrmaßnahmen bei gehäuftem Auftreten von Krankenhausinfektionen
8. Mehrfach auftretende Infektionen müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden
Hygienefachkraft:
 Krankenschwester mit zusätzlicher Qualifikation
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Fachweiterbildung zur Hygienefachkraft:
 Nachweis einer 3- jährigen Berufspraxis
 Qualifikation kann in 2 Jahren berufsbegleitend oder einem Jahr als Vollzeitweiterbildung erworben werden
 Ausbildung an Universitäten: Köln, Freiburg, Stuttgart
 720 Stunden Theorie
 6 Monate Praxis:
 Infektionsabteilung/ chirurgische Abteilungen
 14 Tage Hygieneinstitut
 Intensivabteilung/ operative Wachstation
 OP- Bereich
 Versorgungsbereich (Küche)
 4 Wochen bei einer Hygienefachkraft in einem fremden Krankenhaus
 staatliche Anerkennung
Aufgaben der Hygienefachkraft:
1. Mitwirkung bei der Einhaltung der Regeln der Krankenhaushygiene  optische Kontrolle, Abklatsch
2. Mitwirkung bei der Erkennung von nosokomialen Infektionen
3. Unterrichtung der Verantwortlichen über Verdachtsfälle
4. Mitwirkung bei der Infektionsprophylaxe durch Beratung
5. Schulung und praktische Anleitung des Personals
6. Mitwirkung bei der Auswahl hygienerelevanter Verfahren und Produkte (z.B. Desinfektionsmittel, Einmalartikel,
technische Geräte)
7. Mitwirkung bei der Planung funktioneller und baulicher Maßnahmen
8. Vorbereitung der Sitzungen der Hygienekommission
9. Erstellung von Hygienerischtlinien: Personalhygiene, Eigenblutspende, Blutkonserventransport und - lagerung
Hygieneplan:
 Desinfektionsmittelplan
 Genaue Angaben
 zur Dosierung
 zur Anwendung
 Einwirkungszeit
 zum Desinfektionsmittel
 Was wird Wann, Womit und Wie desinfiziert?
 Richtlinien bei der Desinfektionsmittelanwendung:
 tragen von Handschuhen
 Desinfektionsmittel sind Zellgifte
 Wirkstoffkonzentrat wird in das Wasser gegeben
 verspritzen und Schaumbildung vermeiden
 kein warmes Wasser verwenden
 Entstehung von ggf. giftigen Dämpfen
 Dosierung genau einhalten
 vermehrte Toxität bei Überdosierung
 Unwirksamkeit bei Unterdosierung
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Thema 28:
Umwelt und Krebs
Krebs:
 Allgemeine Bezeichnung für eine bösartige und unkontrollierte Zellneubildung
 steht an 2. Stelle der Todesursachen
 von 8000 Toten sind 2160 an Krebs verstorben (entspricht 27%)
Ursachen:
 bisher konnten noch keine genauen Ursachen festgestellt werden
 man vermutet das 70% der Krebserkrankungen vermeidbar sind
Krankheitsursachen können sein:
 persönliche Lebensform
 soziale und psychische Umwelt
 Umwelt als Belastung der Gesundheit
 Mikroorganismen als Belastung der Gesundheit
persönliche Lebensform:
 Lebenstempo
 Ernährung
 Konsumgenuß
 Idealvorstellungen: Sonnenbräune durch UV- Strahlungen
Einflüsse der sozialen Umwelt
 Familie
 Arbeitsplatz
 Gruppe
 Nachbarschaft und Wohnbedingungen
 Lebensstil
Umwelt:
 Boden
 Pestizide
 Wasser
 Quecksilber
 Luft
 Verbrennungsrückstände
 Stäube
 Ruß
 Schwermetalle
 Lebensmittel:
 mit Noxen belastete Lebensmittel, die über die Nahrungskette aufgenommen werden
 Konservierung der Nahrung durch Strahlen, Räuchern und Zugabe chemischer Mittel
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karzinogene Substanzen:
1. chemische Karzinogene:
 Kohlenwasserstoff:
 Teer
 Hautkarzinome
 chlorierte Kohlenwasserstoffe
 Lösungsmittel
 Leber
 Medikamente:
 Zytostatika
 Fenazitin
 Isoniazid:
 Neoteben
 Tuberkulostatika
 schädigende Einflüsse auf die Leber und Nieren
 Endoxan:
 Cyclophosamid
 Immunsupressiva
 eingesetzt bei schweren Fällen, wegen der schädigenden Wirkung auf das Knochenmark, Keimdrüsen
und Schleimhäute
2. natürliche Karzinogene:
 Mykotoxine:
 Nüssen, Getreide, Mandeln, Kastanien
 geräucherter Schinken
 festgelegte Grenzwerte in Lebensmitteln
 Leber
 Alkohol
3. anorganische Karzinogene:
 Metallsalze:
 Arsen, Cadmium, Chrom
 Asbest
4. physikalische Karzinogene
 ultraviolette Strahlen
 Röntgenstrahlen
 Nukleardiagnose
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Thema 29:
Arbeit, Erholung und Schlaf
Arbeit:
 Der Mensch verbringt im arbeitsfähigen Alter den größten Teil der Zeit bei der Arbeit
 Arbeitsmotive :
 Betriebsklima (hängt von den Führungskräften ab)
 Geld
 Selbstverwirklichung
 Sicherheit
 aus Freude an der Arbeit
 sich etwas leisten können
 Bestätigung
 Weiterbildung
 Unabhängigkeit
 akzeptiert zu werden
berufliche Arbeit :
 körperliche Arbeit  Anspannung und Muskelarbeit
 geistige Arbeit
Ermüdung des Körpers
 die Grenze der Arbeitsleistung wird unterschieden in :
1. lokale Ermüdung:
 einzelne Organe (Lunge)
 die Muskulatur (einzelne Muskelgruppen)
2. allgemeine Ermüdung: der ganze Organismus
3. Übermüdung/ Erschöpfung: Streß, Schlaflosigkeit
Gründe für die Ermüdung :
1. liegen im Organismus selbst
 Mangel an Betriebsstoffen/ Energie/ Nährstoffe
 zunehmende Störung im Stoffwechsel / Anhäufung von Stoffwechselschlacken oder Abfallprodukten
 mangelnde Durchblutung des Organismus
 verspannte Muskulatur
2. Arbeitstempo:
 ruhig & gleichmäßiges Arbeiten / langsame Ermüdung
 hektisches Arbeiten / schnelle Ermüdung
3. Vorbeugen: frische Luft, Bewegung und Ernährung umstellen
Arbeitsmedizinisch:
Unterteilung in:
1. dynamische Arbeit:
 Anspannung und Erschlaffung der Muskulatur
 Folge: bessere Durchblutung
 Die Muskulatur ermüdet später
2. statische Arbeit
 Kennzeichen: Angespannte Muskulatur (Dauerkontraktionen) stehende, angespannte Arbeit
 Folge: zu schnelle Ermüdung
Arbeitssystem:
1: Akkordarbeit:
 Bezahlung abhängig von der geleisteten Produktion  Leistungsdruck
 Verlockung des Lohnreizes
 Überforderung
 Gruppenakkord:
 Entlohnung nach Gruppenleistung, der einzelne kann von der Gruppe auf gefangen werden
2: Fließbandarbeit:
 Monotonie; Arbeit unter Zeitdruck
 nicht generell Gesundheitsschädlich
 nach einer gewissen Zeit entwickelt sich ein reflexartiger Ablauf
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hYgiene
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3: Schichtarbeit:
 Arbeit in 3 Schichten
 kein Rhythmus, Umstellung dauert ca. 1 Woche
 Abgrenzung in der Freizeit
4: Nachtarbeit: umhgekehrter Biorhythmus
Erholung:
 das Arbeitszeitgesetz schreibt nach festgelegte Zeiten und Pausen vor
1. Kurzzeitunterbrechung
 Erholungspausen
 dienen der laufenden Regerneration
 unentbehrlich zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit
 arbeitsfreie Zeit von mindestens 11 Stunden
 körperlicher Ausgleich je nach Berufsausübung
2. Pausen
 nach der Arbeitszuordnung
 sind gesetzlich vorgeschrieben und einzuhalten
 zählen sich zur Arbeitszeit
 Kurzpausen von ca. 5 min besitzen keinen Erholungswert. Dieser Erholungswert tritt erst bei Pausen ab 15
min ein. Pausen sollten nicht am Arbeitsplatz sein.
3. Langzeitunterbrechung
 Urlaub
 sollte mindestens einmal im Jahr für 3- 4Wochen erfolgen
 Aktivurlaub als Gegensatz zur geistigen Arbeit
 Entspannungsurlaub als Gegensatz zur körperlichen Arbeit
Schlaf:



Grundlage für die tägliche Leistungsfähigkeit und Erhaltung der Gesundheit
Langschläfer/ Kurzschläfer
Schlaf ist abhängig vom Alter
 Kleinkind 18
 Schulkind 10- 12 h
 Erwachsener 7- 8 h
 alte Menschen 3- 4 h
Gesunden Schlaf fördern:
 großes Bett
 nicht zuviel und zu schwer essen
 wenig Kaffee, schwarzen Tee, Nikotin
 Gedanken ruhigstellen
 Ruhiges und kühles Zimmer (10°C)
 frische Luft
 Ausgeschlafen sein:
 15 in nach dem Erwachen dürfen keine objektiven und subjektiven Ermüdungszeichen mehr vorhanden sein
Funktionsänderung im Schlaf:
 Schlafhaltung
 Lidschluß
 Atmung verlangsamt und ruhig
 Organismus arbeitet auf Sparflamme
 Reflexe verlangsamt
 Pupillen verengen sich
 Muskeltonusänderungen (liegt locker)
 vegetative Änderungen z.B. Puls wird eher bradykard
Schlafstörungen:
 Einschlafstörungen
 Durchschlafstörungen
 frühes Erwachen
 Umkehr des Schlafwachrhythmus
 fremde Umgebung, bzw. fremdes Bett
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Thema 30:
Isolierungsmaßnahmen: offene Lungentuberculose
Tuberculose:
 Schwindsucht
 Weltweit verbreitete, bakterielle Infektionskrankheit mit chronischem Verlauf.
 Meist in den Atmungsorganen lokalisiert, jedoch grundsätzlich Befall aller Organe möglich
 Besonders gefährdet sind Ältere, Alkoholkranke und Abwehrgeschwächte (HIV- Infizierte)
 Erkrankungen und Todesfälle sind meldepflichtig
Erreger:
 Mycobacterium tuberculosis
Übertragungsweg:
 Tröpfcheninfektionen:
 Husten, Niesen oder Sprechen
Symptome:
 Husten, Auswurf, Fieber, Nachtschweiß
Risikogruppen.
 Milieugeschwächte
 Immungeschwächte
 Patienten die schon an einer Tbc erkrankten
 Übersiedler aus anderen Ländern, da geringere Resistenz gegen die Erreger
Einteilung offener und geschlossener Tuberculose:
 offenen Tuberculose: Erregernachweis im Sputum, Magensaft, Liquor oder Urin
 geschlossene Tbc: Erregernachweis nicht möglich
Prophylaxen
1. Vermeidung von Kontakt mit Tbc- Erkrankten:
 Isolierung Betroffener bei einer offenen Tbc
2. Einhalten hygienischer Richtlinien
3. Förderung der allgemeinen Abwehrlage:
 Ernährung
 gesunde Lebensweise
4. Förderung der spezifischen Abwehrlage:
 Immunisierung  BCG- Impfung, gewährleistet jedoch nur einen Schutz für ca. 5 Jahre
Isolation:
 Anordnung durch den Arzt
 gesetzliche Grundlage: BSeuchG  meldepflichtig
 Patient wird über die Erkrankung, die Risikofaktoren und Hygienemaßnahmen informiert
 Isolierung erfolgt meist über 2-3 Wochen, bzw. wenn Erreger nicht mehr nachweisbar sind
 Patientenzimmer wird von außen gekennzeichnet (roter Punkt)
 Patient darf sein Zimmer nicht verlassen
 alle Gebrauchsgegenstände verbleiben im Zimmer (Thermometer)
 Mundschutz beim Husten, alle 2- 3 Stunden Wechsel (Durchfeuchtung)
 Pflegepersonal trägt zum Eigenschutz
 Mundschutz
 Schutzkittel tgl. Wechseln, nach Innen gestülpt aufhängen
 Handschuhe
 Desinfektion der Hände vor Verlassen des Zimmers (z.B. Desderman)
 Desinfektion der Flächen mit Performlösung, Eínzelabpackung/ Anwendung
 Besucher werden vor Betreten des Zimmers
 über das Infektionsrisiko aufgeklärt
 in die Schutzmaßnahmen eingewiesen
 nach der Entlassung, Verlegung oder Tod des Patienten erfolgt eine Schlußdesinfektion des Krankenzimmers
 Entsorgung in seperaten Kontainern
 Trennung von Ver- und Entsorgenden Bereichen
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