22/2012 Übersicht: Häufige Medikamente mit hohem Sucht

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Übersicht: Häufige Medikamente mit hohem Sucht- und Missbrauchspotential
Medikamente mit hohem Suchtpotential
Schmerzmittel
(Analgetika)
Opiate und Opioide: Diese Medikamente haben eine
schmerzhemmende, beruhigende und mitunter auch aufputschende
Wirkung, z. B. Tramadol® oder Morphin®. Werden diese in immer
höheren Dosen verabreicht, kann dies im fortgeschrittenen Stadium zu
Schlaflosigkeit, Abmagerung, Impotenz, Koordinations- und psychischen
Störungen führen.
Nichtopioide Schmerzmittel: zu diesen Medikamenten zählen u. a.
rezeptfreie Mischpräparate mit Wirkstoffen wie Azetylsalizylsäure,
Paracetamol oder Ergotamin. Werden diese Medikamente zu lange
eingenommen, besteht die Gefahr eines Dauerkopfschmerzes, der
ausschließlich auf diese Medikamente zurückzuführen ist. Daneben
besteht aber auch die Gefahr von irreversiblen Leberschäden.
Beruhigungsmittel
(Tranquilizer)
Muskelrelaxantien
Schlafmittel
Tranquilizer sind Beruhigungsmittel. Eingesetzt werden sie
hauptsächlich zur Beruhigung und Muskelentspannung sowie zur
Lösung von Ängsten und Einschlafproblemen. Zu diesen Medikamenten
zählen beispielsweise Diazepam-ratiopharm®, Adumbran®, Tavor®,
Oxazepam-ratiopharm®, Bromazanil Hexal®, Normoc®, Lexotanil®,
Faustan®. Tranquilizer bergen Gefahren und Nachteile wie
beispielsweise:

Sie lösen keine Ursache – die Patienten fühlen sich zwar besser,
unternehmen aber nichts, um ihre Probleme zu lösen.

Sie führen schon nach wenigen Wochen zur Abhängigkeit.

Ihre Patienten laufen durch die Schläfrigkeit und Benommenheit
Gefahr, schneller zu stürzen, nicht angemessen auf
Gefahrensituationen zu reagieren oder immobil zu werden.
Muskelrelaxantien werden oftmals bei Rückenschmerzen verordnet, da
sie dazu dienen, die Skelettmuskulatur zu entspannen. Häufig
eingesetzte Medikamente sind Methocarbamol®, Tetrazepam®,
Musaril®, Flupirtin® und Tolperison®. Häufige unerwünschte
Arzneimittelwirkungen sind Verlangsamung, Müdigkeit, aber auch
Halluzinationen. Muskelrelaxantien führen schon nach kurzer Zeit zur
Abhängigkeit.
Viele ältere Menschen leiden beispielsweise aufgrund eines
eingeschränkten Aktionsradius‘ unter Schlafschwierigkeiten. Um hier für
Entlastung zu sorgen, werden oftmals Schlafmittel genommen. Zu den
bekannten Medikamenten zählen beispielsweise Radedorm®,
Noctamid®, Lendormin®, Flunitrazepam ratiopharm®, Remestan®,
Planum®, Rohypnol® und Dalmadorm®. Viele Schlafmittel bergen
Gefahren in sich. Hierzu gehören insbesondere:
 Psychische Abhängigkeit, die schon nach wenigen Tagen eintritt:
Ihre Patienten werden nervös und bekommen Angstbei dem
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Gedanken, das Medikament nicht mehr zu nehmen.
 Es tritt schnell eine körperliche Gewöhnung ein und die Wirkung
setzt nur noch ein, wenn die Dosis permanent gesteigert wird.
 Körperliche Abhängigkeit tritt innerhalb von 1 bis 4 Wochen ein. Wird
das Schlafmittel nicht mehr genommen, führt dies zu
Entzugserscheinungen, wie z. B. Schwitzen, Zittern, Angstzustände,
Konzentrationsschwierigkeiten oder Kopfschmerzen.
Hustenblocker
(Antitussiva)
Codein- bzw. dihydrocodeinhaltige Arzneimittel werden in ganz
unterschiedlichen Indikationsbereichen angeboten, vor allem aber in
den Bereichen Schmerz-, Migräne- und Hustenmittel. Bei der Einnahme
von codeinhaltigen Mitteln kommt es schnell zu einer euphorisierenden
Wirkung, die psychisch und physisch abhängig macht.
Medikamente mit hohem Missbrauchspotential
Abführmittel
Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden regelmäßig unter
"Darmträgheit" und Verstopfung (Obstipation). Frauen und ältere
Menschen sind besonders häufig betroffen und greifen deshalb schnell
zu Abführmitteln. Werden Abführmittel über einen längeren Zeitraum
genommen, bewirken sie genau das Gegenteil: Die Verstopfung wird
nicht gelöst, sondern verstärkt. Die Betroffenen versuchen, mit noch
mehr Abführmitteln eine Besserung herbeizuführen, und geraten so
über kurz oder lang in eine Abhängigkeit. Gefährlich hierbei ist, dass
dem Körper durch das Abführmittel große Mengen an Wasser und
Mineralstoffen entzogen werden. Dies kann dazu führen, dass dem
Körper zu viele lebenswichtige Mineralstoffe fehlen und es zu HerzRhythmus-Störungen kommen kann.
Blutdrucksenker
(Betablocker)
Betablocker werden zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Da
sie aber auch eine ausgleichende und beruhigende Wirkung haben,
werden sie oftmals bei Angstzuständen missbräuchlich eingenommen.
Bei einer Überdosierung kann es zu schweren Blutdruckabfällen und
niedriger Herzfrequenz bis zum Herzstillstand kommen.
Blutdrucksteigernde
Mittel
Medikamente, die bei niedrigem Blutdruck genommen werden, sind
oftmals rezeptfrei und wirken wie Adrenalin, d. h. die Gefäße in Armen
und Beinen verengen sich, das Herz schlägt schneller und die
Leistungsfähigkeit wird gesteigert. Die Gefahr hierbei ist, dass die Dosis
bei mehrwöchiger Einnahme laufend gesteigert werden muss und sich
beim Absetzen der niedrige Blutdruck verschlimmert. Auch hier kann es
bei einer Überdosierung zu schweren Blutdruckabfällen und niedriger
Herzfrequenz bis zum Herzstillstand kommen.
 pdl.kompakt ambulant , Verlag PRO PflegeManagement, www.ppm-online.org
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