Leitlinien_COPD

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MQNK Gesundes Kinzigtal GmbH:
Leitlinie COPD
Nach Nationaler Versorgungsleitlinie Asthma Version 1.1(Februar 2006)
LL obstruktive Atemwegserkrankungen
COPD
COPD ist eine chronisch Erkrankung der unteren Atemwege mit progredienter
und nach Gabe von Bronchodilatatoren und/oder Corticosteroiden nicht
vollständig reversibler Atemwegsobstruktion auf dem Boden einer
chronischen Bronchitis und/oder eines Lungenemphysems. Hauptprobleme
sind chronischer Husten, Auswurf und Atemnot, anfangs nur unter Belastung
und akute Exacerbationen der COPD.
Die COPD ist eher eine Erkrankung des mittleren und vor allem des höheren
Lebensalters (ab der 6. Lebensdekade). In der Regel ist sie Folge des
Tabakrauchens.
Ihre Praevalenz in Deutschland ist nicht genau bekannt. Die Praevalenz der
chronischen (noch nicht) obstruktiven Bronchitis wird bei der erwachsenen
Bevölkerung auf 10% bis 15% geschätzt. Weltweit ist die COPD die vierthäufigste
Todesursache, in Deutschland 2002 die siebthäufigste, prognostisch 2020 die
dritthäufigste, wegen der deutlichen Zunahme des Tabakkonsums ab den
Fünfzigerjahren.
Ein kleiner Exkurs: Während der Mensch durchschnittlich 25ml FEV pro Lebensjahr
verliert, nimmt die Lungenfunktion beim Tabakrauchempfindlichen um 125ml pro
Raucher-Jahr ab.
50% aller Raucher sterben an den gesundheitlichen Folgen des Rauchens.
Durchschnittlich verkürzt eine Zigarette die Lebenserwartung um 8’.
Weltweit werden täglich 15 000 000 000 (Milliarden) Zigaretten angezündet.
DIAGNOSTIK:
Anamnese:
- Husten, Auswurf, Belastungsdyspnoe,
-Tabakmissbrauch (ca. 80% der COPD Patienten sind oder waren Raucher)
- inhalativen Belastungen am Arbeitsplatz
- Anzahl der Exacerbationen /Jahr,
- Komorbidität,
- Gewichtsverlust,
Klinischer Befund:
- Giemen, Pfeifen, Brummen, verlängertes Exspirium,
- in späteren Stadien: Zyanose,
- Rechtsherzinsuffizienz mit peripheren Ödemen,
- pulmonale Kachexie.
Objektive (LF) Messungen/Untersuchungen zur Diagnosesicherung:
- spirometrischer Nachweis der pulmonalen Funktionseinschränkung über
das forcierte exspiratorische 1-Sekundenvolumen (FEV1), die Vitalkapazität (VK) und
dem Verhältnis FEV1/VK < 70%,
- Ausschluss der Reversibilität der pulmonalen Obstruktion:
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Dr. med. Ulrich Traunecker, Leutkirchstraße 13, 77723 Gengenbach
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Nach Nationaler Versorgungsleitlinie Asthma Version 1.1(Februar 2006)
- Zunahme der FEV1 um weniger als 15% (200ml) 15’ bzw. 30’ nach Gabe von 4
Hüben eines rasch wirksamen Beta-2-Sympathomimetikums,
- Zunahme der FEV1 um weniger als 15% (200ml) nach 20 bis 40mg
Prednisolonaequivalent/Tag oral über 2 bis 3 Wochen oder inhalativ 1000mcg
Beclomethasonaequivalent/Tag / (400mcg Budesonid oder 250mcg Fluticason) über
4 Wochen.
Noch einmal: Die Lungenfunktionsprüfung - FEV1 sollte immer auch als
Bronchospasmolysetest durchführt werden:
4 x 100mcg = 1 Hub Salbutamol über einen Spacer - Volumatic-Glaxo im Abstand von 30’’ und/oder
4x40mcg = 1Hub Atrovent (bei Atrovent Wartezeit bis zum Test 30’).
- bei Exacerbationen der Bronchitis Laboruntersuchungen wie BB und CRP, bei
Patienten unter 45 Lebensjahren mit Zeichen eines Lungenemphysems ggf.
Nachweis eines Alpha-1-Protease (Antitrypsin)-Inhibitor-Mangels.
- Durchführung einer Blutgasanalyse (wo im Rahmen des MQNK?) mit Nachweis
einer
partiellen respiratorischen Insuffizienz arteriellen pO2 < 60 mmHg,
globalen respiratorischen Insuffizienz zusätzlich arterieller pCO2 > 50 mmHg
und als einfache praxisnahe Methode die
Pulsoxymetrie zur einfachen Kontrolle der arteriellen Sauerstoffsättigung.
- Röntgenuntersuchung des Thorax zur Differentialdiagnose und Erfassung von
Emphysemblasen,
- ggf. Ganzkörperplethysmografie, CO2 Diffusionskapazität, Belastungstests,
strukturierte Fragebogen zur Lebensqualität s.u.
Verlaufskontrollen:
- Selbstdokumentation der Atembeschwerden (Dyspnoe, Husten, Auswurf,
Exacerbationen) (vgl. Anhang: Dyspnoe_ und Husten_ Fragebogen.pdf) und der
Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit.
- Dokumentation der Anzahl der Infektexacerbationen und der
- Dokumentation der Anzahl der Hospitalisierungen.
- Die Lungenfunktion dient zur diagnostischen Schweregradeinordnung maximal 1
bis 2/Jahr und nicht zur Kontrolle der Therapieeffektivität.
- als Verlaufskontrolle eignet sich am Besten (Professor Dr. Wieshammer, Klinikum
OG) der so genannte 6-Minuten Gehtest, ggf. in Verbindung mit der Messung der
Sauerstoffsättigung vor und nach der Gehbelastung.
Mit Stoppuhr auch in der Praxis durchführbar: Gehstrecke in ca. m in 6 Minuten.
DD:
Asthma, Bronchiektasien, zystische Fibrose….
Noch mal DD Asthma gegenüber COPD:
Asthma: Krankheitsbeginn in Kindheit, Jugend, wenig Kausalzusammenhang zum
Rauchen, Anfallsatemnot, Reversibilität der Bronchialobstruktion, regelhaftes
Ansprechen auf Corticosteroidbehandlung
COPD: Krankheitsbeginn überwiegend 6. Lebensdekade, starker
Kausalzusammenhang zum Rauchen, Belastungsatemnot, , Irreversibilität der
Bronchialobstruktion, nur gelegentliches Ansprechen auf Corticosteroidbehandlung.
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Klassifikation der stabilen COPD:
Einteilung anhand der FEV1 in % vom Sollwert ggf. und als FEV1/VK (Verhältnis des
1Sekundenwertes in Prozent der Vitalkapazität) nach Gabe eines Bronchodilatators.
Schweregrad 0 (Risikogruppe):
- normale Spirometrie,
- persistierende Symptome wie Husten und Auswurf.
Schweregrad I (leichtgradig):
- FEV1 < 80% Soll,
- FEV1/VK < 70%
- meist persistierende Symptome wie Husten und Auswurf,
- Atemnot eventuell bei starker körperlicher Belastung
Schweregrad II (mittelgradig):
- 50% < FEV1 < 80% Soll,
- FEV1/VK < 70%
- meist persistierende Symptome wie Husten und Auswurf,
- meist Atemnot
Schweregrad III (schwergradig):
- 30% < FEV1 < 50% Soll,
- FEV1/VK < 70%
- meist persistierende Symptome wie Husten und Auswurf,
- Atemnot eventuell bei starker körperlicher Belastung
Schweregrad IV (sehr schwergradig):
- FEV1 < 30% Soll,
- FEV1/VK < 70%
Oder
- FEV1 < 50% Soll und chronische respiratorische Insuffizienz
- pO2 < 60mmHg, pCO2 > 50mmHg
- persistierende Symptome wie Husten und Auswurf,
- Atemnot in Ruhe
SCHNITTSTELLEN:
Zunächst Versorgungskoordination durch den Hausarzt am Besten im Rahmen
eines strukturierten Behandlungsprogrammes (DMP im eigentlichen Sinn):
- regelmäßige, zumindest halbjährliche Untersuchung durch den Hausarzt je nach
Krankheitsschwere mit Erfassung des
- klinischen Bildes, der Lungenfunktion, der körperlichen Leistungsfähigkeit, des
Risikostatus, der Anzahl Notfallbehandlungen oder Exacerbationen in der
vergangenen Periode,
- Überprüfung ob Tabakkarenz erreicht wurde, ob die Inhalationstechnik adäquat ist,
wie mit Exacerbationen umgegangen wurde, ob Teilnahme an Schulungen
erforderlich ist.
Facharzt (Spezialisten)- Schnittstelle:
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- ggf. zur Diagnosebestätigung bei der Erstdiagnose,
- bei unzureichendem Therapieerfolg trotz intensivierter Behandlung,
- Indikationsstellung zur stationären oder ambulanten Sauerstoffdauertherapie,
- wenn Therapie mit oralen Corticosteroiden notwendig wird,
- nach vorausgegangenen Notfallbehandlungen,
- vor Beenden einer antientzündlichen Therapie,
- bei schweren Begleiterkrankungen – bedeutsamer Komorbidität,
- bei Verdacht auf berufsbedingte Atemwegserkrankung.
- regelmäßige Überprüfung durch den Spezialisten, ob Patientenzustand eine
Rückverweisung an den Hausarzt erlaubt.
Klinikschnittstelle:
- in allen lebensbedrohlichen Situationen,
- bei schwere Exacerbationen der COPD,
- bei rasch progredientem Verlauf trotz intensivierter ambulanter Behandlung,
- bei unzureichender häuslicher Versorgung
Chirurgische Intervention:
- spezielle Indikationen zur Bullektomie, Lungenvolumenresektion,
Lungentransplantation,
- bei allen anderen Eingriffen ab mittlerem Schweregrad: perioperatives COPDManagement im Zusammenwirken von Hausarzt, Pulmonologe und Operateur
REHA-Schnittstelle:
- schwere persistierende COPD Symptomatik,
- bei Gefährdung der Erwerbsfähigkeit,
- bei drohender Pflege- oder Hilfsbedürftigkeit,
- bei Notwendigkeit von rehaspezifischen, nichtmedikamentösen Therapieverfahren
wie Trainingstherapie, Physiotherapie, Schulungen, Tabakentwöhnungsprogramme,
psychosoziale Unterstützung, welche ambulant nicht Erfolg versprechend erreicht
werden können,
- als AHB nach notwendiger akutstationärer Behandlung einer schweren COPD
Exacerbation.
COPD MANAGEMENT/THERAPIE
Bausteine des COPD Managements:
- aktuelle Diagnose und Stadium als Grundlage der differenzierten Therapie,
- Langzeittherapie der stabilen COPD
- Prophylaxe und Therapie der akute Exacerbation der COPD,
- Ausschaltung von Noxen/Risikofaktoren – auch beruflicher,
- Schulung und Rehabilitation.
Ziele des COPD Managements/Therapie:
- ist nicht Verbesserung der Lungenfunktion, diese kann bei der COPD nicht über
den aktuellen Stand hinaus verbessert werden.
- Vermeidung von Exazerbationen der COPD und damit Vermeidung eines weiteren
Zerstörungsschritts des Alveolar- und Bronchialsystems.
- Verminderung der Progression der COPD zur pulmonalen Insuffizienz,
- Vermeidung von Hospitalisation.
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- Vermeidung und Behandlung von Komplikationen und Komorbidität,
- Verbesserung der COPD bezogenen Lebensqualität,
- Verringerung der krankheitsbedingten körperlichen, psychophysischen, mentalen,
sozialen Beeinträchtigungen im Alltag und Beruf,
- Reduktion der COPD bedingten Letalität.
Behandlungsplan:
besteht aus
- medikamentöser Therapie,
- Physiotherapie/Atemtherapie, körperlichem Training, Gewichtsreduktion,
- Schulung in Inhalationstechniken, Apparategebrauch, ärztlich kontrollierter
Selbstmedikation,
- Management der akute COPD Exacerbation,
- ggf. operativer Intervention,
- Rehabilitation.
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Pharmakotherapie zur:
- Besserung der Atemwegsobstruktion
durch so genannte Controller (Dauermedikation zur Langzeitkontrolle) und
Reliever (Bedarfsmedikation)am Besten, wenn möglich inhalativ und nicht
systemisch im Rahmen eines dem Schweregrad angepassten Stufenschemas,
- Verringerung der Exacerbationsrate und Verlangsamung der
Krankheitsprogression,
- Behandlung der ggf. vorliegenden bakteriellen Superinfektion bei akuter
Exacerbation der COPD,
- Erleichterung der Sekretelimination,
- kurzfristig zur Reduktion von nicht produktivem nächtlichen Husten.
Der Gebrauch, die Inahalationstechnik von Inhalationssystemen muss ERLERNT,
TRAINIERT und ÜBERPRÜFT werden!
Wenn möglich sollte nur ein System angewandt werden.
Es ist nicht wichtig, welcher Wirkstoff eingesetzt, sondern ob der Wirkstoff mit
dem eingesetzten Inhalationssystem ausreichend die tieferen Atemwege
erreicht!!
Dosieraerosole plus dringender Rat zu Spacer (Volumatic – Fa Glaxo):
Atemmanöver: vertiefte Ausatmung – langsame tiefe InspirationAtemanhalten.
Pulverinhalatoren:
Atemmanöver: vertiefte Ausatmung – rasche tiefe Inspiration- cave: bei
schwerer Ateminsuffizienz wegen des verminderten inspiratorischen Flusses
keine Pulverinhalatoren.
Vernebler: Ausatmung – langsame tiefe Inspiration mit kurzer Pause.
Orientierung der COPD Therapie an folgendem Stufenplan:
Therapiestufe SG1 (leichtgradig): FEV1 < 80% Soll, FEV1/VK < 70%:
Basis:
Risikofaktoren eliminieren, Schutzimpfungen,
Dauertherapie:
keine
Bedarfstherapie:
rasch wirksames Beta-2-Sympthomimetikum
Salbutamol DA von CT, bis 12 Hübe tgl.
Therapiestufe SG2 (mittelgradig): 50% < FEV1 < 80% Soll, FEV1/VK < 70%:
Basis:
Risikofaktoren eliminieren, Schutzimpfungen, REHA,
Dauertherapie:
inhalatives lang wirksames Beta-2-Sympathomimetikum oder
Anticholinergicum:
Formoterol von CT 12mcg, 1-0-1 Hübe bis 2-0-2, selten 3-0-3,
ggf. zusätzlich weitere lang wirksame Bronchodilatoren:
Spiriva, 1 Hub tgl. zu beliebiger Zeit
Bedarfstherapie:
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rasch wirksames Beta-2-Sympthomimetikum oder
Anticholinergicum oder Kombination von beiden:
Salbutamol DA von CT, bis 12 Hübe tgl.
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Berodual DA, bis 12 Hübe tgl.
Therapiestufe SG3 (schwergradig): 30% < FEV1 < 50% Soll, FEV1/VK < 70%:
Basis:
Risikofaktoren eliminieren, Schutzimpfungen, REHA,
Dauertherapie:
inhalatives lang wirksames Beta-2-Sympathomimetikum oder
Anticholinergicum:
Formoterol von CT 12mcg, 1-0-1 Hübe bis 2-0-2, selten 3-0-3,
ggf. zusätzlich weitere lang wirksame Bronchodilatoren:
Spiriva, 1 Hub tgl. zu beliebiger Zeit
Ggf. inhalatives Cortikosteroid (ICS) bei wiederholten
Exacerbationen, Therapieeffekt vorausgesetzt, einzeln oder in
Kombination mit einem lang wirksamen Beta-2Sympathomimetikum:
ICS dient in der Regel nicht zur Verbesserung der
Lungenfunktion, sondern zur Reduktion von
Infektexacerbationen.
Budesonid von CT 200mcg, 1-0-1 bis 2-0-2 Hübe
Symbicort TH 160/4,5, 1-0-1 bis 2-0-2 Hübe
Bedarfstherapie:
rasch wirksames Beta-2-Sympthomimetikum oder
Anticholinergicum oder Kombination von beiden:
Salbutamol DA von CT, bis 12 Hübe tgl.
Berodual DA, bis 12 Hübe tgl.
Ggf. Verneblereinsatz (Pariboy, PEP-Vernebler ggf. in Verbindung mit
Sauerstoffgabe}:
von rasch wirksamen Bronchodilatoren, Beta-2Sympathomimetikka, Anticholinergika und ICS
Sultanol-Fertiginhalat (Salbutamol)
Atrovent-Fertiginhalat (Ipratropium)
Pulmicort-Fertiginhalat (Budesonid)
Therapiestufe SG4 (sehr schwer): FEV1 < 30% Soll, und/oder respiratorische
Insuffizienz:
Basis:
Risikofaktoren eliminieren, Schutzimpfungen, REHA,
Sauerstofftherapie: stationäre, mobile Systeme, Flüssigsauerstoffsysteme wenn
höhere O2 Konzentrationen erforderlich sind.
Dauertherapie:
inhalatives lang wirksames Beta-2-Sympathomimetikum oder
Anticholinergicum:
Formoterol von CT 12mcg, 1-0-1 Hübe bis 2-0-2, selten 3-0-3,
ggf. zusätzlich weitere lang wirksame Bronchodilatoren:
Spiriva, 1 Hub tgl. zu beliebiger Zeit
Ggf. inhalatives Cortikosteroid (ICS) bei wiederholten
Exacerbationen, Therapieeffekt vorausgesetzt, einzeln oder in
Kombination mit einem lang wirksamen Beta-2Sympathomimetikum:
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ICS dient in der Regel nicht zur Verbesserung der
Lungenfunktion, sondern zur Reduktion von Infektexacerbationen
Budesonid von CT 200mcg, 1-0-1 bis 2-0-2 Hübe
Symbicort TH 160/4,5, 1-0-1 bis 2-0-2 Hübe
Bedarfstherapie:
rasch wirksames Beta-2-Sympthomimetikum oder
Anticholinergicum oder Kombination von beiden:
Salbutamol DA von CT, bis 12 Hübe tgl.
Berodual DA, bis 12 Hübe tgl.
Ggf. Verneblereinsatz (Pariboy, IPPB oder PEP-Vernebler ggf. in Verbindung mit
Sauerstoffgabe} weil damit die Medikamenten-Wirkstoffe in
höherer Konzentration und tiefer in den Atemwegen deponiert
werden:
von kurz wirksamen Bronchodilatoren, Beta-2Sympathomimetikka, Anticholinergika und ICS
Sultanol-Fertiginhalat (Salbutamol)
Atrovent-Fertiginhalat (Ipratropium)
Pulmicort-Fertiginhalat (Budesonid
Sauerstoffdauertherapie:
nach 3-maliger Feststellung bei nicht exacerbierter COPD von
pO2 < 55mmHg (beim Spezialisten).
Ggf. chirurgische Intervention bei entsprechender Indikationsstellung.
Wirkstoffe, ihre maximalen Tagesdosen (MTD), die wichtigsten UAW:
rasch wirksame Beta-2-Sympathomimetika:
Salbutamol, Fenoterol (Berotec), Reproterol (Bronchospasmin),
Terbutalin (Bricanyl),
MTD:
10 bis 12 Inhalationen,
UAW:
Skelettmuskeltremor, Unruhe, Tachykardie…
lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika:
Formoterol, Salmeterol (Serevent),
MTD:
Formoterol max. 2x24mcg, selten bis 72mcg, ED 6/12mcg pro Hub,
Salmeterol max. 2x100mcg, ED 25/50 mcg pro Hub,
UAW:
wie rasch wirksame Beta-2-SM, Toleranzentwicklung,
Beta-2-Rezeptorsubsensitivität.
Anticholinergika:
rasch wirksames Anticholinergicum Ipratropium (Atrovent),
lang wirksames Anticholinergicum Tiotropium (Spiriva)
MTD:
Ipratropium: max. 8x200mcg Pulver, 12x20mcg Inhalationslösung
Tiotropium: 18mcg einmal tgl.
ICS:
MTD:
Beclometason, Budesonid, Fluticason (Flutide), Ciclesonid (Alvesco),
Beclometason:
nieder 500mcg, mittel bis 1000mcg
Budesonid:
nieder 400mcg, mittel bis 800mcg
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Fluticason:
nieder 250mcg, mittel bis 500mcg
Ciclesonid:
nieder 80mcg, mittel bis160mcg
UAW:
Husten, Heiserkeit, oropharyngealer Candidabefall und systemische
Corticosteroid-UAW
Systemische Corticosteroide:
Prednisolon, Prednison, Methylprednisolon
MTD:
0,5 bis 2mg/kg KG, zunächst maximal 14 Tage
UAW:
iatrogenes Cushingsyndrom, Osteoporose, Diabetes mellitus, Katarakt,
Glaukom, Natriumretention mit Ödemen, endokrines Psychosyndrom,
NNR-Atrophie, Myopathie, aseptische Knochennekrose,
Infektanfälligkeit, Pankreatitis…
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Nach Nationaler Versorgungsleitlinie Asthma Version 1.1(Februar 2006)
Theophylline (Therapieoption der 3. Wahl, wegen geringer Effizienz, geringer
therapeutischer Breite und zahlreicher Interaktionen):
MTD:
10 bis 16mg/kg KG auf 2 Einzeldosen (Serumkonzentration max.
25mg/l)
UAW:
Serumkonzentrationsabhängig Kopfschmerzen, Schlafstörungen,
Unruhe, Tachykardie, Übelkeit, Reflux, Hypokaliämie, Arrhythmien bis
zu Krampfanfällen.
Kombinationen von inhalativen Bronchodilatoren und ICS:
Ipratropium/Fenoterol (Berodual)
Formoterol/Budesonid (Symbicort)
Salmeterol/Fluticason (Viani)
Mukopharmaka/lytika:
N-Acetylcystein, Ambroxol, Myrtol o.ä.
wird nicht allgemein empfohlen oder für notwendig erachtet.
Antitussiva: Bei produktivem Husten ist die Einnahme von Antitussiva nicht indiziert.
Bei quälendem, nächtlichem, unproduktivem Husten ist die zeitlich
befristete Gabe von Antitussiva erlaubt.
Schutzimpfungen:
gegen Virusgrippe (Influenza) und Pneumokokken empfohlen.
Nichtmedikamentöse rehabilitative Maßnahmen (REHA):
- Vermeidung oder Reduktion von inhalativen Noxen im privaten und beruflichen
Umfeld,
- Teilnahme an qualitätsgesicherten, evaluierten, strukturierten
Schulungsprogrammen,
- Patientenschulung zur korrekten Inhalationstechnik,
- Patientenschulung zur besseren Selbstkontrolle der Krankheitsaktivität,
- Patientenschulung zur ärztlich kontrollierter Selbstmedikation bei drohender und
eingetretener Exacerbation der COPD,
- Patientenschulung zur Erlernung von Selbsthilfetechniken bei Atemnot
(Kutschersitz, dosierte Lippenbremse..),
- Patientenschulung zur Atemtechnik bei Belastung,
- Patientenschulung zur Hustentechnik, zur Sekretmobilisation und zum verbesserten
Abhusten,
- Patientenschulung zur Möglichkeit von apparativer Langzeitsauerstoffbehandlung,
- Patientenschulung zum Verhalten bei akuten Exacerbationen der COPD als
Schwerpunkt,
- körperliches Trainingsprogramm etwa Teilnahme an einer Lungensportgruppe,
- Atem- und Physiotherapie,
- ggf. Tabakentwöhnung,
- ggf. Kontrolle des Körpergewichts,
- ggf. psychosoziale Begeleitung.
Die Schulung der COPD-Patienten sollte nicht gemeinsam mit Asthmapatienten
erfolgen, weil sich die Schulungsinhalte deutlich unterscheiden!
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Ernährung: Unterernährung und ungewollter Gewichtsverlust sind bei der COPD mit
einer schlechten Prognose assoziiert, Deshalb ist eine
Gewichtskontrolle (ggf. BMI) unerlässlich. Eine Ernährungstherapie
(Ernährungssupplementierung, Training, REHA) sollte bei einem
ungewollten Gewichtsverlust von > 10% in den letzten 6 Monaten oder
> 5% im letzten Monat einsetzen.
Hilfsmittelversorgung:
Bei fortschreitender Verminderung der körperlichen Belastbarkeit und
bei fortschreitender Ateminsuffizienz ist an eine adäquate
Hilfsmittelversorgung und vorherige Beratung zu denken. Ebenso wie
an eine Langzeitbehandlung mit Sauerstoff über stationäre und mobile
Sauerstoffversorgungssysteme, bis hin zu die Atemmuskulatur
entlastende Heimbeatmungssystemen. Die Sauerstoffversorgung bei
pulmonal Insuffizienten sollte mindestens 16h täglich betragen.
AKUTE EXACERBATION der COPD:
-nennt man die erkennbare, kurzfristige Zunahme von Atemnot, Husten,
Auswurf, Obstruktion und auch Auftreten von Fieber (eher selten), welche eine
Behandlungsänderung notwendig macht, insbesondere in den
Stadien/Schweregraden II bis IV und in der nass-kalten Jahreszeit.
Ihre Ursachen hat die akute Exacerbation in viralen Infekten, bakteriellen
Infekten, Smog, atemdepressiver Medikation, Komorbidität (insbesondere
kardial), und auch in Thoraxverletzungen.
Diagnostik der akuten Exacerbation der COPD:
- Klinik, Auskultation, Bewertung der Dyspnoe, Atemnot, Cyanose.
- Lungenfunktion, ggf. im Vergleich zu Vorbefunden.
- Blutgasanalyse, ggf. im Vergleich zu Vorbefunden.
- Labor: BB, CRP, BSG, bei nichtpurulentem Sputum ggf. mikrobiologische
Sputumdiagnostik, bei purulentem ggf. erst nach Versagen der initialen Antibiose.
- EKG und Röntgenuntersuchung des Thorax.
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Therapie der akute Exacerbation der COPD:
KH Einweisung bei Vorbestehender FEV1 < 30% und/oder:
- schwerer Atemnot, respiratorischer Insuffizienz trotz Sauerstofftherapie
- schlechtem AZ, bedeutsamer Komorbidität,
- hohem Alter,
- rascher Verschlechterung des Zustandes, der Zyanose, Zunahme von Ödemen,
- Bewusstseinseintrübung (pCO2 > 50mmHg),
- Atemfrequenz > 30/min
- RR systolisch unter 90mmHg
- Therapieversagen,
- unzureichender häuslicher Betreuung.
Ambulante Behandlung:
- Intensivierung der bronchodilatatorischen Therapie mit
rasch wirksamen Beta-2- Sympathomimetika und Anticholinergika:
- initial 1 bis 2 Hübe Salbutamol CT DA und 1 bis 2 Hübe Atrovent DA,
Wiederholung ggf. alle 15 Minuten.
- die zugelassenen Medikamentendosen können im Einzelfall unter Beachtung der
limitierenden UAW wie Tachykardie, Unruhe…überschritten werden.
- Theophyllineinsatz erst nach Ausschöpfen der Therapiemöglichkeiten mit
sympathomimetischen oder anticholinergen Bronchodilatatoren und nach Einsatz
von systemischen Corticosteroiden.
- systemische Gabe von 20mg bis 40mg Prednisolonäquivalenten/d über maximal 14
Tage, eine längere Therapie mit oralen Corticosteroiden bringt keine zusätzlichen
Vorteile.
- Prednisolon 50mg ratio 0,5 bis 1 tgl. morgens.
- Antibiotikagabe bei Verdacht auf bakteriellen Infekt bei vermehrtem und purulentem
Sputum, ggf. nach Keimbestimmung und Resistenztestung.
- Amoxi von CT 1000mg, 1-1-1 oder
- AmoxiClav von CT 875/125mg, 1-0-1
- Beginn mit oder Intensivierung der häuslichen Sauerstofftherapie.
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Betreuung des COPD Patienten nach einer akuten Exacerbation, bzw. nach einer
Krankenhausentlassung:
- Aushändigen eines schriftlichen Verordnungsplanes,
- Aushändigen von schriftlichen Behandlungsempfehlungen,
- Überprüfung der Inahalationstechnik des COPD Patienten,
- Überprüfung der Notwendigkeit zur häuslichen Sauerstofftherapie,
- Überprüfung der Notwendigkeit zur REHA.
Prophylaxe und Prävention der akuten Exacerbation der COPD:
- Verzicht auf Tabakrauchen, auch passiv,
- Meidung inhalativer Noxen,
- arbeitsplatzhygienische Maßnahmen,
- Schutzimpfungen (Influenza, Pneumokokken),
- Patientenschulung
- regelmäßige Anwendung inhalativer Anticholinergika, Beta-2Sympathomimetikca ggf. auch von ICS.
im Anhang Tabellen als PDF
nationale Versorgungsleitlinie COPD – Kurzfassung Version 1.1; 14.2.2006
Langfassung: http://www.copd.versorgungsleitlinien.de
LL_COPD_061001.doc
Dr. med. Ulrich Traunecker, Leutkirchstraße 13, 77723 Gengenbach
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