doc - Agni Yoga Society

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BLÄTTER
AUS DEM
GARTEN
MORYA
1925
Third Edition
Copyright, 1952
Agni Yoga Society, Inc.
This book or any portion thereof
may not be reproduced in English
or in translation to any other language
without written permission from the publisher
Second Printing 1979
Printed in the United States of America
2
Buch Zwei
ERLEUCHTUNG
3
VORWORT
WILLKOMMEN! Ihr Suchenden!
WILLKOMMEN! Ihr träger des Allgemeinwohles!
WILLKOMMEN! Vom Osten!
Sie werden fragen: „Wer gab Euch die Lehre? "
Antwort: „Der Mahatma des Ostens."
Sie werden fragen: „Wo wohnt Er? "
Antwort: „Die Wohnstätte des Lehrers kann nicht nur nicht
bekanntgegeben werden, sondern sie darf nicht einmal
ausgesprochen werden. Eure Frage zeigt, wie weit Ihr vom
Verständnis der Lehre entfernt seid. Selbst vom
menschlichen Standpunkt aus müßt Ihr verstehen, wie falsch
Eure Frage ist."
Sie werden fragen: „Wann kann ich nützlich sein? "
Antwort: „Von dieser Stunde an bis in die Ewigkeit."
„Wann soll ich mich für Arbeit vorbereiten? "
„Verliere keine Stunde!"
„Und wann wird der Ruf kommen? "
„Du mußt sogar wachsam schlafen."
„Wie soll ich bis zu dieser Stunde arbeiten? "
„Durch Verbesserung der Qualität der Arbeit."
4
Man muß Disziplin des Geistes offenbaren: ohne sie kann man nicht frei
werden. Für den Sklaven wird Disziplin des Geistes ein Gefängnis sein: für den
Befreiten wird sie ein wundersamer, heilender Garten sein. Solange die Disziplin
des Geistes Fesseln gleicht, sind die Türen verschlossen, denn in Fesseln kann man
die Stufen nicht emporsteigen.
Man kann die Disziplin des Geistes als Flügel verstehen.
Wer die Disziplin des Geistes als Erleuchtung der zukünftigen Welten
verstehen wird, ist bereits vorbereitet.
Wer sich Evolution im Geist vorgestellt hat, wird sich ihr vorsichtig nähern
und freudig den Staub auf dem Pfad fortfegen. Äußerst wichtig ist es, daß er sich
nicht fürchten wird. Und durch Zurückweisung des überflüssigen wird er
Einfachheit erlangen. Es ist leicht zu verstehen, daß die Vergegenwärtigung der
Evolution stets schön ist.
Wiederum werden sie fragen: „Warum wird am Anfang des Pfades so vieles
gewährt, was angenehm ist, und soviel vergeben? " Der Grund dafür ist, daß am
Anfang alle Feuer voll angefacht sind und der Gerufene wie eine Fackel wandelt.
Es ist seine Aufgabe, die Qualität des Feuers zu wählen. Wer die Disziplin des
Geistes versteht, wird die Richtung des Feuers erfassen und sich der
Zusammenarbeit für das Allgemeinwohl zuwenden. Das Ende des Pfades kann
durch tausend Feuer des Allgemeinwohls erleuchtet werden. Diese tausend Feuer
werden den Regenbogen der Aura erleuchten. Darum ist die Disziplin des Geistes
Flügel!
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1. Es gab eine Zeit, wo selbst hundert Krieger für ein Heer gehalten wurden. Später waren tausend
bereits eine Armee.
Mit der Zeit eroberten hunderttausend die Welt. Danach erhoben sich Millionen, doch auch sie
änderten den Wirkungsbereich des Geistes nicht. Und so werde Ich eine Billion unter dem Banner des
Geistes aufbieten. Dies wird das Zeichen Meiner Armee sein.
Erwägt, wann diese Offenbarung erfüllt werden wird und sieben Banner bestätigt sein werden!
2. Der Geist ist nur dann vollkommen, wenn er sich des Kosmos bewußt ist. Und es kommt oft
vor, doch wir können uns nicht immer in der Vergegenwärtigung der Verbindung mit der Wahrheit
bestätigen.
Der Himmel scheint lebendig zu sein, und wir sagen: „Fliegen schwärmen umher." Derart werden
die feinsten Berührungen unsichtbarer Flügel ausgelegt.
Die Leere ist die Schatzkammer des Anfangs, doch Ihr fühlt den Pfad des Anfangs.
3. Erwägt täglich, wie Ihr Meine Arbeit erfüllen solltet. Lehrt die Erben - lehrt sie Schönheit.
Bestätigt ihr Auge. Warum Jahre für das, was man in Wochen erreichen kann?
Es ist leichter, einem einzigen Krachen zu widerstehen als es den Gedanken zu gestatten, zu
vermodern. Darum sage Ich, laßt uns vorwärtsgehen. Darum werde Ich Eure Kraft vervielfältigen.
4. Ich werde senden - erfüllt Meinen Willen.
Vorsichtig berührt das Irdische. Wenn man auf dem Weg ist, sind keine Delikatessen vonnöten.
5. Für die innere Arbeit laßt sie den Schild der Lüge verkaufen.
6. Ich wünsche über das reine und sorgfältig überstandene Karma zu sprechen.
Vorsichtig berührt die geteerten Schicksalsknoten. Es ist gefährlicher, die bereits verhärteten
vergangenen Ereignisse zu berühren, die hinter Euch herschleppen. Darum warne Ich, daß die
Nichterfüllung der Verordnungen, Unehrerbietigkeit gegen die Hierarchie, viel schädlicher ist als es
scheint.
Der Fluß des Karmas kann mit dem Eis des Verstehens bedeckt werden. Doch hütet Euch davor,
diese Decke durch Torheit oder Grausamkeit zu zerstören, was unter Unserem Schild verboten ist.
Ich wiederhole - achtet sorgsam auf den gegebenen Pfad!
7. Mit wem sollen wir reden? Ein Maultier kann einen Karren ziehen. Ist es möglich, daß der
menschliche Geist den Körper nicht zwingen wird, sich über Arbeit zu freuen? Das Maultier trägt den
Reiter in stürmischem Wetter zu einem Obdach. Ist es möglich, daß der menschliche Geist sich über
den Fluß des Karmas beunruhigt?
8. Man muß sich an die Offenbarung des Lehrers erinnern, der Schild muß in Reinheit gehalten
werden.
Ich werde allen Schutz senden. Ich werde alle Möglichkeiten senden, aber haltet den Kanal
aufrecht. Inmitten der tollen Menge verhüllt das Feuer des Geistes. Lest Mein Buch und fürchtet Euch
nicht vor den Stimmen des Unheils, denn die Blinden nehmen das nicht wahr, was Euch offenbart
worden ist.
Doch Ich sage zu Eurem Nutzen: „Ruft Meinen Namen häufiger an. Haltet Ihr es für ein
Vergnügen, tote Länder zu sehen? Doch beobachtet den Untergang der Welt der Falschheit. Lüge,
Lüge, Lüge - geh zugrunde!
9. Die Lehre sollte besser verstanden werden. Die Lehre sollte findig angewandt werden.
Lächelt über kleine Steine!
10. Der Lehrer weist darauf hin, daß Ihr lernen solltet, die Verbindung, die Euch durch die
Offenbarung von Wundern vereint hat, zu fühlen.
Mit einem wundersamen Bast sind Eure Sandalen für die lange Reise gebunden.
Ebenso wie es in der Vergangenheit geschah, wird auch die Zukunft festgelegt werden.
Man kann vorherbestimmten Begegnungen nicht ausweichen.
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Und zahllos sind die Sendungen auf den Seiten des Buches des Lebens.
Alles ist also vorbereitet worden, doch zerreißt Mein Gewebe nicht.
Der Wirbelwind der Torheit bläst die besten der von Mir gesandten Entwürfe fort. Man sollte
Schätze, die verliehen worden sind, um sie der Welt zu offenbaren, nicht zerstreuen.
Minderjährigkeit ist keine Entschuldigung.
„Es ist besser, den Sieg nach dem ersten Kampf zu feiern als in den Untergrund zu gehen.
Darum sage Ich, wandert zusammen und deckt Euch mit einem Schild. Jeder sollte seinen Atem
reinigen, ohne den Staub des Ärgers herauszusprudeln. Und wenn Ihr die Blumen der Hingabe
sammelt, werdet Ihr die Nützlichkeit Meines Pfades verstehen.
Führe Ich Euch gewaltsam? Zwang ist nicht Unser Verbündeter.
Doch wenn wir zusammen wandern, warum sollte man keinen Rat erteilen. Darum sage Ich:
„Denkt besser und strauchelt nicht."
11. Auf Unserer Waage ist das Streben des Geistes schwerwiegender als irgend etwas anders. Der
Erfolg im Leben wird nur durch die Elektrizität des Gebetes der Errungenschaft gestärkt.
Die Lehre des Geistes bringt die Rüstung des Körpers hervor. Wenn Ihr die Blitze der Welt
wahrnehmt, beginnt ein neues Buch für den kommenden Winter.
Ich lehre Euch, die Zukunft weise zu verstehen.
Erfolg muß Meinem Volk folgen.
Ihr müßt Meinen Marksteinen weise folgen.
12. Opfer, Opfer, Opfer! Hernach das Empfangen und danach der Triumph des Geistes.
13. Jeder hat sein Ziel. Ich versorge Euch mit dem Tor, das dem Geist angemessen ist. Durch
dieses kann man eine umgewandelte Welt betreten, in welcher der Verstand in allen Ländern zu Hause
ist.
Der Geist lernt fliegen, wenn Kummer die Augen schärft. Der Strahl der Wahrnehmung des
Unbegrenzten erleuchtet das verliehene Gute. Es gibt einen Pfad der Erde und einen Pfad der Flügel.
Erkennt und wählt!
14. Wolken sammeln sich, doch der Morgenstern geht auf.
15. Jeder Augenblick des Verständnisses des Geistes fügt der Schatzkammer der Möglichkeiten
eine Perle hinzu.
16. Oft werden die Errungenschaften durch Krankheit verstärkt. Der Heilige Franziskus und die
Heilige Therese waren oft krank. Pythagoras litt an einer Herzkrankheit. Den besten Lauten fehlten oft
einige Saiten.
17. Mütter sehen in ihrer Weisheit die okkulten Bedingungen bei der Geburt eines Kindes voraus.
Der Geist der Mutter weiß, wie der Feind dem neuen Wanderer Schaden zuzufügen sucht. Während
der Schwangerschaft ist es leichter, Gift zu senden. Es ist leicht, den Arger der Mutter zu erregen, und
das Heim mit dem Staub der Unzufriedenheit zu erfüllen.
Mütter versuchen in ihrer Weisheit ihre Augen den Bildnissen von Heiligen zuzuwenden, oder
sich durch die Schönheit der Natur trösten zu lassen.
18. Wenn wir geben, empfangen wir. Wenn wir Dinge geringschätzen, empfangen wir das
himmlische Gewand.
19. Die Form wird durch ihren Inhalt belebt und nicht vergessen.
20. Kühn hebt Euren Schild empor. Um Eines bitte Ich Euch: Eure Kraft nicht durch Gold zu
schwächen. Meine Lehre liebt kein Gold.
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21. Keine Barmherzigkeit kann dann gewährt werden, wenn das Karmagesetz bis zur letzten
Grenze erfüllt werden muß. Karma wird den Menschen ertappen, doch seine Qualität kann durch ein
freiwillig gebrachtes Opfer für unbekannte Menschen geändert werden.
22. Säet besser, Ihr Säer! Die Erde wird bald bereit sein! Wenn die Erde nicht durch eine
besondere Offenbarung Hilfe empfängt, wird die Erde nicht fortdauern.
23. Ich werde diejenigen in Mein Haus hereinrufen, welche Ich herannahen sehe.
Das unentschiedene Schwert erfüllt den Geist mit Schmerz.
24. Erfüllt die Arbeit, die Mich befriedigt und die für Euch vorteilhaft ist, erfolgreich, eine
freundschaftliche Arbeit, die Mein Haus bereitet.
Sammelt die Ebenbilder der Liebe. Durch Liebe werdet Ihr Verständnis dafür erlangen, wie Mein
Haus besser geschmückt werden sollte. Befragt Euren Geist in bezug auf den Inhalt, der Meinem
Hause ziemt.
Ehrerbietung wird dem Menschen eingeben, wie die Schönheit des reinen Hauses offenbart
werden sollte. Die Offenbarung Eurer Arbeit gleicht Blumen. Ich werde keine Silbermünze nehmen,
doch Ich werde hundertfältig vergelten.
25. Selbst eine einfache Hausfrau wird sagen: „Macht die Treppe nicht schmutzig, sonst werdet Ihr
sie selbst von Euren Spuren säubern müssen."
In ähnlicher Weise schädigen diejenigen sich selbst, welche die Aura des Lehrers und Auren der
mit Ihm Verbundenen durchbohren. Es handelt sich weder um Strafe noch um Rache, sondern um
einen rückwirkenden Funken.
Darum sollten sie sich davor hüten, unsere Werke zu berühren, besonders in dem Augenblick, wo
die elektrische Kraft gespannt ist.
Diesen und anderen, die nicht glauben, sollte gesagt werden: „Berührt sie lieber nicht; es kann
während des Sonnenscheines donnern!"
Aber gesegnet sind diejenigen, welche die Rüstung der Aura stärken.
26. Eine Antwort kann nur den Reinen im Herzen gegeben werden. Versteht, die Macht der Liebe
mit Strenge zu verbinden.
27. Fürsorge und Gesundheit findet man durch Vertrauen. Das Nötige wird von Meinem Strahl
bereitgestellt. Irrtümer zerreißen das Gewebe des Körpers.
28. Man sollte ein Zugeständnis, das mit listig intrigierenden Händen gemacht wird, nicht als
Verlust betrachten.
Wer der Weisheit folgt, sieht gern weit voraus.
Macht den niederträchtigen Verleumdungen durch ein Lächeln, das von der Gereiztheit befreit, ein
Ende. Der Erfolg leichtsinniger Menschen gleicht dem Rieseln eines kleinen Springbrunnens, doch ein
weiser Hausherr wird arbeiten, um das Wasser vom Ozean heranzuleiten und dann die ewige Kühle
seines Springbrunnens genießen.
29. Hört auf, von Feinden zu reden, wenn eine Errungenschaft ein großes Licht entzünden kann.
Einsamkeit wird die Botschaft besser übertragen als das Gemurmel der Massen.
30. Das Becken der Welt fließt von Bazillen über. Das Gewebe, das es bedeckt, bebt. Doch die
magische Blume muß auf Erden von Menschenhand gepflückt werden.
Ich bin bei Euch, doch wenn Ich schweige, so bedeutet es, daß Ich Pfeile, die für Euch bestimmt
sind, in Meinem Schild auffange.
In Einigkeit seht dem Tag der Offenbarung entgegen, an dem das Wissen Mein Haus betreten
wird; denn die Träger des Wissens sind bereits geboren.
31. Ich spreche über fremde Brücken und Tore. Auf dem Weg begegnet man fremden Brücken.
Man muß sie eilends überschreiten, ohne hinabzuschauen, und nur den einen Wunsch haben - schnell
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die andere Seite zu erreichen. Zögert auch nicht vor fremden Toren, sondern fordert das Wegerecht,
ohne Euch in Eurer Ruhe stören zu lassen, weil Euer Weg entschieden ist. Man muß seine Poren durch
reine Gedanken vor schlechter Luft schließen. Doch wenn die Zeiten schwer sind, wiederholt:
„Dennoch gehe ich in einen Garten der Schönheit. Ich fürchte mich nicht vor den vorbestimmten
Toren. Warum ist der Schild über mir? Um mich zu beschirmen. Wenn neue Dämme erscheinen,
werde ich sie überqueren, weil ich mich nicht fürchte."
32. Warum sollte man in der Astralwelt aufgehen? Diejenigen, welche gelitten haben, die im Geist
entflammt waren, und die gearbeitet haben, freuen sich. Doch hier sind Säer und dort Schnitter. Eine
reiche Ernte offenbart sich von allen irdischen Saaten. Der Kern keimt, und das Verständnis meistert
gleichfalls die neuen Dimensionen zukünftiger Samen. Warum sollte man die Astralwelt befragen?
33. Nun über den Boten: Ebenso wie man im Leben dem Briefträger entgegengeht, muß man seine
Hand gleichfalls Unserer Sendung entgegenstrecken. Eine Fassade von mit Widerhaken versehenen
Hindernissen hält Unsere Boten auf, doch Ihr habt eine wunderwirkende Schere, um die Hindernisse
zu durchschneiden. Durch Klarhalten der Aura helft den Boten, Euch zu erreichen.
Es wird einer Taube schwer, im Nebel zu fliegen. Ich führe Euch auf dem schnellsten Pfad, und im
Augenblick einer Verfinsterung bin ich bereit, einen Boten zu senden. Doch öffnet ihm die Türen; es
ist schwer, im Regen zu stehen und anzuklopfen.
Liebt die Einsamkeit des Denkens, wenn die Funken des Verständnisses einen Kranz des Wissens
winden. Und so wie Ich Mich für Euch verbürgt habe, vertraut Euch Mir an. Mit der Hand der Macht
bestätige Ich den Pfad zu den Höhen. Begreift das Gute, wenn Meine Gedanken die Botschaft bringen
werden: „Er ist gekommen!" Die Stunde des Glückes ist vorherbestimmt, und auf dem Wege sind
Blumen. Was kümmern Euch die langen Finger, die Hunde und die Tiger? Verrichtet die große
Aufgabe des lebendigen Gottes.
34. Die Bedeutung wird klar werden, wenn Ihr von den Berggipfeln herabschauen werdet. Man
muß die Funken beobachten; bald werden sie anfangen, mit der Flamme eines neuen Verständnisses
der Grundlagen zu verschmelzen.
Einen Bogen zwischen dem Wege des völligen Niederganges und dem Aufstieg bauen, ist nicht
leicht. Die Träger des Geistes erkennen einander nicht. Hört auf die Stimmen seltsamer Gestalten auf
Eurem Wege und macht Aufzeichnungen darüber. Später werdet Ihr diese Auskünfte zusammenfügen
und auf diese Weise die Leiter praktischer Möglichkeiten offenbaren.
Das Messer der Aufmerksamkeit ist geschärft, die Verbindung wird stärker, und erfahrene Funken
alarmieren Eure Macht, ohne in das Karma einzugreifen.
35. Ich werde erklären, warum es wichtig ist, die Worte und die gegebenen Bilder zu beachten.
Unsere Schüler haben eine Gedankenübung, bei der von einer ganzen Botschaft ein Teil oder ein
einziges Wort gegeben wird, und nachdem die Gedankenrichtung erkannt worden ist, fügt jeder
seinem Verständnis entsprechend etwas hinzu, wobei er das erfaßt, was ihm am nächsten liegt. Doch
mit der Zeit wird das Persönliche durch ein vereintes Bewußtsein ersetzt, und auf einem einzigen Wort
wird ein komplizierter Bau errichtet. Auf diese Weise wird der Schlüssel des Geistes erlangt.
36. Okkult gesehen, erscheint der Kreis als eine Personifizierung des menschlichen Organismus,
der durch Möglichkeiten erweitert worden ist. Die zentralen Figuren verrichten die ehrenvollen
Funktionen des Herzens. Das Wachstum des Organismus und seine Verletzungen spiegeln sich im
Herzen wider. Das Fuchteln mit den Armen ruft Müdigkeit hervor und verursacht außerdem eine
mangelnde Verwirklichung der Bestrebungen. Ihr kennt das Gleichnis von dem Kreistanz und den
Schildern bereits. Ihr wißt auch, daß sieben die beste Zahl für den Kreis ist. Fünf stellt die
Extremitäten des Körpers dar.
Zusätze können nur spezielle Funktionen verrichten oder sonst einen karmischen Umstand
erfüllen.
Es ist schwer, einen Kreis zu bilden, aber es ist noch schwerer, Ersatz durch andere vorzunehmen;
denn man kann das Herz nicht durch ein Glied ersetzen, und es ist unmöglich, einen undisziplinierten
Geist einzuführen. Für solche Fälle sind Zeugen nahe, welche die Arterie eines weitentfernten Herzens
nicht belasten werden.
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37. Nun über Karma.
Wenn der erkannten Last noch die Fesseln des Karmas hinzugefügt werden, wie schwer wird es
dann, das ganze unorganisierte Denken zu umfassen. Man kann dies dadurch erleichtern, daß man
vorsichtig einen Kontakt mit den Wahrnehmungen der Nerven vermeidet. Doch das menschliche
Denken bringt die Waage so leicht aus dem Gleichgewicht, nur um sein Gewicht abzuwerfen, das den
Menschen zur Erde herabzieht.
Doch jede solche Handbewegung verursacht dem armen Herzen Schmerzen.
38. Es ist eine schwere Aufgabe, keine Feinde hinzuzufügen. Man sollte sich der Steine auf der
Schwelle bewußt, jedoch nicht unglücklich über sie sein.
39. Nicht ein Herz, nicht zwei Herzen, sondern viele Herzen sind zu Euch gelenkt worden, und das
Netz der Möglichkeiten wird von geschickten Händen gewoben. Doch zerreißt das Netz nicht. Schenkt
der Offenbarung jeden Tages Aufmerksamkeit.
Luxus muß aufgegeben werden. Ihr werdet eine charakteristische Erscheinung annehmen und sie
in Übereinstimmung mit der Natur Meines Landes finden.
Bis an die äußersten Grenzen des Gehirns müßt Ihr in die Verwirklichung Meiner Möglichkeiten
versunken sein. Es ziemt sich für niemand, ermüdet zu werden.
40. Die Mücken sind ungehalten über die Brise; sie können Euch weder erreichen noch stechen.
Macht keine neuen Feinde. Diejenigen, welche Euch bestimmt sind, werden selbst kommen.
41. Nur die Harmonie der Batterie kann die Kraft kontrollieren. Der Strahl kann seine Bedeutung
nur dann offenbaren, wenn Ihr der Verordnung entsprechend handelt.
42. Wenn Ihr in Meinem Namen sprechen wollt, sagt: „Die Hand des Schöpfers ist stets in
Bewegung, darum bewegt sich alles." Ihr seht auf Eurem Ring zwei Spiralen. Wie man auf der einen
emporsteigen kann, so kann man auf der anderen hinabfallen. Selbst ein Arhat kann durch Mißbrauch
eines Wunders hinabfallen.
Seid nicht nur während der Zeit der Verbindung mit Mir standhaft, sondern auch, wenn Ihr Euch
selbst überlassen seid, weil nur dann die Findigkeit des Geistes geschmiedet werden wird.
Wenn Ihr unter dem Verdacht der Liebe zu Uns steht, werdet Ihr durch Meinen Schild
gerechtfertigt werden.
Ich werde Euch sieben Gelegenheiten senden, Findigkeit zu offenbaren. Viele Fensterscheiben
können zerbrochen werden, und das Haus mit solchen Öffnungen ist unbehaglich.
Durch den Willen der Hierarchie könnt Ihr den anvertrauten Schatz bewahren.
Gürtet Euch mit einem entschlossenen Verlangen, und während Ihr auf den Ring blickt,
wiederholt: „Ich will nicht niederfallen!"
43. Betrachtet Frohlocken als eine mächtige Offenbarung auf dem Weg zu Uns.
Das Alte ist für die Alten. Mein Zeichen sollte in einem neuen Buch, mit neuem Geist, durch neue
Tätigkeit bewahrt werden.
44. Wenn der Regentropfen ans Fenster klopft - ist es Mein Zeichen!
Wenn der Vogel flattert - ist es Mein Zeichen!
Wenn die Blätter vom Wirbelwind emporgetragen werden - ist es Mein Zeichen!
Wenn das Eis von der Sonne geschmolzen wird - ist es Mein Zeichen!
Wenn die Wogen den Schmerz der Seele hinwegwaschen - ist es Mein Zeichen!
Wenn der Flügel der Erleuchtung die gequälte Seele berührt - ist es Mein Zeichen!
Zählt die Stufen, wenn Ihr Euch dem Tempel nähert, weil jede siebente Stufe Mein Zeichen trägt!
Wenn Ihr ein neues Verständnis für Mein Zeichen offenbaren werdet, dann werdet Ihr das Aufleuchten
der Blitze der Welten wahrnehmen, Ich habe Euch die Tür geöffnet, doch nur allein könnt Ihr
eintreten.
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45. Ich sage unwiderruflich: „Solange Ihr bei Mir seid, solange Ihr der Gereiztheit widersteht,
solange Ihr keine Zweifel hegt, sind die Ströme der Möglichkeiten unberechenbar.
Unaussprechlich sind die Kräfte, die Euch dienen. Diejenigen, welche den Stein tragen, strahlen
die Sterne des Wohlwollens an. Neue Möglichkeiten werden jeden Tag gegeben. Flechtet Körbe, in
denen Ihr die Steine sammeln könnt. Breitet die Zelttücher aus, um die Gaben aufzufangen, denn auf
diese Weise führe Ich Euch!
46. Arbeitet während der Morgenstunden; am Abend freut Euch Meines Namens. Ich lade Euch zu
einem neuen Weg ein!
47. Mein Strahl
Dein Atem.
Meine Hand
Dein Banner.
Mein Schild
Dein Stolz.
Mein Haus Deine Zuflucht.
Mein Berg Dein Wunder.
Mein Wunsch
Dein Gesetz.
Meine Offenbarung Deine Glückseligkeit. Möge der Geist Unserer Bruderschaft bei Euch
bleiben.
48. Wenn man durch die Lehre in das Wesen der verliehenen Glückseligkeit hindurchdringt, muß
man mit festem Schritt gehen, im Vertrauen auf die Auferstehung der größten Hoffnung der
Menschheit, die auf dem Stein begründet ist.
Laßt uns unser Schicksal im Gebet erwarten.
49. Boshafte Stimmen versuchen, Staub zu verbreiten. Doch erinnert Euch daran, daß Gereiztheit
nicht besser als Staub ist und vermeidet sie. Ich lehre durch die Erscheinungen des Lebens. Ich gebe
täglich Zeichen. Wie Rosenblätter werden die Zeichen ausgestreut, denn die Zeit ist nahe. Denkt an die
Neue Welt, denkt an die Prozession von Menschen.
50. Ich vergelte hundertfältig, doch was verloren ist, verzögert den Menschen hundertfältig.
O Ball des Schicksals! Wo wirst du fallen und wohin zurückprallen? Das Licht ist Dir offenbart
worden. Sei erfolgreich, du Ball, es zur rechten Zeit zu erreichen! Bezähme deinen bösen,
verschmitzten Wirbel.
51. Wenn Ihr an der Klagemauer stehen werdet, denkt daran, daß Freude im Anzug ist!
Euch sage Ich es! Wendet Euch gen Osten, erblickt Meine Morgendämmerung! Schön ist das
Salböl, das rechtzeitig aufgespeichert wurde! Köstlich ist die Blume, die zu Meiner Stunde gepflanzt
wurde! Verschüttet den Kelch Meiner Stunde nicht! Das Wunder kommt!
Nehmt Euer Erbe an, Ihr Wartenden! Das Gefäß aus dem Altertum ist zurückgekehrt!
52. Warum wundert Ihr Euch über die gegebenen Zeitpunkte? Wir raten nicht, Wir sehen.
Ihr werdet fragen, wie Ihr Euch versammeln solltet. Ich werde Euch sagen, Euch im Gebet zu
versammeln. Schweigt lieber, ohne das Geklapper von Gegenständen, ohne das Erheben von Stimmen,
weil die Flügel des Geistes in der Stille wachsen. Weiht die Zeit Unserer Verbindungen durch Gebet,
weil Wir das Allerbeste für die Verbindung bringen werden. Der Strom der Verbindung erschafft eine
wundersame Leiter bis zu den erhabensten Offenbarungen des Schöpfers - die Leiter des Geistes. Ihr
könnt Euch im Leben abmühen. Ihr könnt erkennen, wenn die Stunde gekommen ist, Meine Hand
herbeizurufen.
53. Wie sollte man die Entwicklung der Werke erwarten? Wie die Wellen ihren Rhythmus haben,
so wachsen die Werke im regelmäßigen Anschwellen und erwartungsvollem fließenden
Vorwärtsschreiten. Versteht die Stunde der Trompete; beachtet das Tempo des Lebens.
In Augenblicken des Schweigens speichert die Lehre auf dem Bord der Erfahrung auf.
Wie sollte man die Schriften der Weisen lesen? Man muß sich absondern und das Gelesene auf
seine verschiedenen Stimmungen anwenden.
Hier bin ich, neugeboren.
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Hier bin ich, ein alter Mann.
Hier bin ich, ein Verbannter.
Hier bin ich, ein Herrscher.
Hier bin ich, blind.
Hier bin ich, der Welten erkannt hat.
Auf alle Quellen wendet die ganze denkbare Größe des Lotos an.
54. Man sollte nicht zögern. Geht wie Löwen! Rechtschaffenheit schmückt Eure Rüstung.
Ich will Mich Euch als Angler offenbaren, und Ich will Meine Hand in das Rad der Drohungen
stecken. Ich sage, daß man durch die Beispiele des Angriffs lernen sollte. Das Feuer der Erde will
hindurchbrechen.
Mein Befehl für Jünger ist - und Meine Forderung ist rechtmäßig - ernsthaft, aber ohne Gereiztheit
zu wandeln. Gereiztheit macht das Gefäß des Menschen wie Kristall und zerbrechlich. Ein silberner
Kelch ziemt sich besser für den Stein. Ich gebiete dem Schauer kleiner Pfeile Einhalt. Nun ist die Zeit
so nahe, wo das alte Versprechen erfüllt werden wird.
55. Durch den Geist behaltet die geistige Lehre im Gedächtnis; nur der Geist kann das Reich
Gottes zur Erde bringen. Ebenso einfach wie Meine Worte wird sich das Reich des Geistes nähern.
Ebenso einfach wie die dürren Blätter vom vergangenen Winter fortgefegt werden.
Es gibt keine Vergangenheit, es gibt das Licht der Zukunft - in ihm wandelt! Ich berief Euch aus
dem Strudel des Lebens. Ich schärfte Euch die Zähne. Ich zeigte Euch die Farbe des Banners. Versteht
die Lehre mit vollem Flügelschwung. Zu Mir führt nur der obere Pfad; auf dem niedrigsten Pfad kann
man nicht kommen. Bewahrt Meine Gebote unter weisen Verschlüssen. Steigt durch die kühnsten
Gedanken empor, denn Ich habe den Vorhang Eures Zeltes mit Blitzen emporgehoben. Im Geist
vergeßt Geringfügigkeiten. Das vorherbestimmte Licht ist groß. Auf diese Weise wandelt!
56. Reine Gedanken werden durch grundlose Urteile der Ortsbewohner gehindert. Es ist schwer,
hinter dem Wald zu hören. In den Werken, die Ihr liebt, müssen Meine Gesetze verteidigt werden.
57. Ich wünsche Euch zu sagen, kühner, mit der ganzen Macht des Geistes vorwärtszugehen. Die
Fesseln der Erde werden Euch nicht hindern. Erfolg wird die Mutigen begleiten.
Ebenso wie Gebirgsblumen es schwer finden, auch nur eine einzige Nacht im Sumpf zu
verbringen, ist es auch nicht leicht für Euch. Der Schlag des Feindes ertönt auf den Saiten, doch
Krallen können keine Symphonie komponieren.
Viele Wurfspeere hat Mein Schild von Euch abgelenkt.
58. Es ist leicht, einen Graben auszuheben, doch schwer, ein Haus zu errichten. Feindliches
Höhnen erfüllt die Ecken mit Staub. Doch mit einer Feder des Flügels werdet Ihr den Staub
abwischen. Darum hütet den Flügel.
59. Mein Zeichen kann Euch führen. Behaltet Mein Haus im Gedächtnis. Nur so werdet Ihr das
Ziel erreichen.
Es ist Euer Schicksal, Menschenmengen zu meiden, während Ihr ihnen das höchste Gut sendet.
Rein ist das Silber des Berges, aber man muß den Weg zu ihm finden. jedoch der Schmutz dieser Tage
ist wie nichts im Lichte der Zukunft.
Man kann den ermüdenden Gedanken der Menschen verstehen, wenn man in den menschlichen
Atem blickt; wie Rauch trübt er die Luft. Das Leiden wird auf den Wellen des Äthers übertragen.
Nicht vor dem vorherbestimmten Zeitpunkt darf die Erde die von Menschen geschmiedete Kette
zerbrechen.
60. Großartig ist das Licht, das durch Unsere Lehre gegeben wird. Nur das Neue für die Neuen.
61. Um eine Welle der Macht zu erschaffen, genügt es, Glauben an die Zeichen zu haben. Auf
diese Weise helfen wir gemeinsam der Offenbarung des Lichtes.
In Eurem innersten Selbst tragt den wunderbaren, erleuchteten Gedanken - Unser Haus zu sehen.
Wenn Ihr die Offenbarung einer Errungenschaft fühlt, dann denkt daran, daß ein wundersamer Faden
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aufleuchtet. Meine Seele erkennt voller Freude, daß niemand Euch zurückhalten wird. Ich sende Euch
Freude; seid aufmerksam, offenbart Ruhe; die Erschütterung wird enden.
62. Das Urteil der Leichtfertigen dreht sich wie ein Rad. Ein Wagemutiger bittet um einen Bogen;
er will den Vogel selbst herunterschießen.
63. Erfolg sollte wie eine Blume gepflegt werden.
64. Mein Auge
Meine Hand
Mein Herz Einzig Liebe hält
verschlingen.
Euer Licht.
Eure Verteidigung.
Euer Anker.
den Faden der Errungenschaft des Geistes. Der Abgrund wird das Feuer nicht
65. Vorwärts fliegt das Geschoß - es gibt keine Umkehr.
66. Erfolg offenbart Flügel. Suchende nach Errungenschaft, Ich will Euch auf dem Kamm der
Woge beschirmen und Euch über einen Abgrund wie auf einen unerreichbaren Turm setzen.
67. Diejenigen, welche anderen Böses wünschen, werden selbst vernichtet. Dunkel sind die Zeiten.
Haltet den Schild fest. Wie versprengtes Wasser werden diejenigen, welche sich zurückziehen,
zerstreut werden.
68. Zeigt einen festen Schritt. Hütet das Herz, weil ein Gefäß, das die ganze Welt enthält,
vorsichtig getragen werden muß. Geht einfach vorwärts, ohne mit der Wimper zu zucken. Wenn Ihr
Euch der Gereiztheit enthaltet, erschafft Ihr eine neue Hülle für den Geist. Selbst ein Roß galoppiert
besser, wenn es nicht schäumt.
69. Wie Funken Ozon hervorrufen, so webt die Arbeit des Geistes Beistand. Öffnet nur ein reines
Fenster, und Hilfe fliegt herein.
70. Unsichtbare Belehrung geht unaufhörlich vonstatten. Der Unterschied in der Qualität des
Geistes wird nur an den Grenzen der Stufen erkannt. Das Wachsen des Geistes wird durch ein
unsichtbares Thermometer angedeutet.
71. Man muß seinen ganzen Mut zusammenraffen, um wie ein Löwe dahinzuschreiten - so wächst
eine Errungenschaft. Beweint die Vergangenheit nicht, sondern seid bereit, jederzeit den Schild
emporzuheben.
72. Ich schärfe allen ein, mutig zu sein, Selbst eine Taube sollte ein Löwe werden. Nicht Wir
bedürfen Eures Mutes, sondern Ihr habt ihn nötig. Mit einem Lächeln haltet die Zerstörung des
Tempels auf. Nur durch Mut könnt Ihr einen Flug meistern. Alles wird sich zur rechten Zeit ereignen.
Versteht, daß man wiederholen muß: „Mut und Geduld." Laßt die Menschen die Aufgabe des
Schleifens eines Steines betrachten. Wie fest und vorsichtig bewegt sich die Hand des Arbeiters - und
nur für seinen Tagelohn. Unvergleichlich ist das Werk eines Schöpfers.
73. Wissen kommt nur mit der Bereitschaft des Geistes. Befehlen und Terrorisieren kommt nur
den Feinden zu.
74. Ich werde jedem seinem Verdienst entsprechend geben. Wer mehr beiträgt, wird um so mehr
empfangen.
Ich will jede Selbstaufopferung belohnen. Ich will alle Vergeßlichkeit bezähmen. Ich will Freude
geben! Laßt denjenigen, welchem der feurige Weg gefährlich dünkt, mit den Küchenschaben frieren.
Seid zufrieden mit dem Fließen des wundersamen Wohlwollens, denn Hagel trifft schmerzhaft. Es
ist besser, Meinen Strahl zu empfangen.
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75. Wer der Neuen Welt folgt, wird einen silbernen Stab erhalten.
76. Ich erkläre, daß jeder und alles geprüft wird. Wer wird sich nicht fürchten, zu Uns
emporzusteigen?
77. Wir können einen Faden geben, doch Ihr müßt die Nadel schärfen. Stoff wird gegeben, doch
Ihr müßt ihn selbst durchstechen. Wandelt auf dem erhabenen Pfad.
Das Segel muß schneeweiß sein.
78. Durch Feuer, durch Rauch, durch Wunder, durch Glauben - Geht!
Funkelt mit jugendlichem Geist; seid äußerst jung und beweglich. Das Segel der Errungenschaft
ist am dauerhaftesten.
79. Nur Verzückung des Geistes ermöglicht es dem Menschen, die Strahlenbrücke zu überqueren.
Ich säe Zeichen - sammelt sie findig.
80. Eure Macht wird zunehmen, doch wenn Ihr die Flamme ausdrückt, werdet Ihr Euch die Hände
verbrennen. Laßt die Flamme des Glaubens ungehindert leuchten. Der Lehrer beobachtet jeden
Gedanken, bereit, die besten Samen des Geistes auszuwählen.
81. M.'. und das Verständnis der Lehre Buddhas führen den Menschen zum lebenskräftigen
Verständnis des Gesetzes, das auf dem Berg des Lichtes empfangen wurde. Sein Gesetz wird auf dem
Wege des Wissens sehr hilfreich sein. Seine Lehre ist Meine Freude. Meine Hand führt zum Wissen.
Lächelt, wenn geistige Bettler Gelehrte genannt werden. Lächelt, wenn jemand unehrerbietig über
das Verständnis des Geistes spricht, wenn falsche Bücher gelesen werden, wenn reine Gedanken den
Menschen mit geringer Seelenentwicklung Furcht einjagen.
82. Lernt es, ein Gebot als unveränderlich zu betrachten.
Ihr werdet Euch wundern, wenn die Wogen von Menschen das Versprechen aus dem Altertum
erwecken werden.
83. Krankheiten des Geistes sind ebenso ansteckend wie diejenigen des Körpers. Dies ist eine
einfache wissenschaftliche Betrachtung. Schlagt auf den Tisch, und die Gegenstände werden vibrieren.
Um so mehr erschüttert ein geistiger Schlag die Nerven.
Ihr könnt alte Dinge berühren und schädliche Ansammlungen bewußt austreiben.
84. Schmiedet in Liebe die Bestätigung von den Höhen über die Fähigkeit der Selbstbeherrschung.
Meine Lehre kann nicht durch die Unvernunft feindlicher Verleumder herabgesetzt werden. Ich sehe,
daß sie ihre Stirn arg wundschlagen werden; aber gebt ihnen Zeit.
Wenn wir an die Gebote Christi und Buddhas herantreten, was bedeutet der Staub der Schwelle für
uns? Eine Austernschale ohne Inhalt.
85. Entfaltet Geschwindigkeit. Es ist schwer, verschüttete Samen zu sammeln.
86. Lernt die Offenbarung der Lehre als ein Wunder zu verstehen, um den Schild auf allen Pfaden
zu offenbaren. Ich fühle jeden Augenblick, der nützlich für Euch ist.
Unsere vorderste Linie steht wie eine Mauer, und bei jedem Eurer erfolgreichen Schritte eilt
blitzartig ein Lächeln über alle Gesichter. Wie ein Gärtner dafür sorgt, daß der Garten mit Knospen
bedeckt ist, indem er das Unkraut jätet, so beobachten Wir die Bewegungen der erwählten Hände.
Freudig ist jede Findigkeit, weil der Schild auf beiden Seiten geschmiedet ist. Umfangreich ist Meine
Arbeit; jedem ist ein Platz bestimmt. Durch die Weite Eurer Vision werdet Ihr Euch Euren eigenen
Teil zuteilen.
Die Offenbarung beispielloser Möglichkeiten ist hinter der Tür. Gebt Uns Grund, Uns zu freuen!
87. Es ist gut, im Sonnenschein zu sein, doch der sternenklare Himmel bringt den Nerven auch
Harmonie. Der Mond dagegen ist nicht für uns. Das reine Licht des Mondes wirkt auf das Prana ein.
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Der Magnetismus des Mondes ist stark, doch er ist nicht gut für Ruhe. Der Mond ruft Müdigkeit
hervor, wie Menschen, die unsere Lebensenergie aussaugen. Die Offenbarung wunderwirkender
Fähigkeit nimmt während des Mondlichtes zu.
Ein reines Prana muß auf die Anziehung reagieren, sonst kommt es nicht zu einem Wunder,
sondern zu einer Zerstörung des lebenswichtigen Schatzes. Während man ruht, ist es gut, zu lachen,
denn die Schilddrüse wird durch Lachen gereinigt. Die Drüsen zu reinigen, ist eine oberste Pflicht.
88. Shambhala ist der unentbehrliche Ort, wo sich die geistige Welt mit der irdischen vereint. Wie
in einem Magneten der Punkt äußerster Anziehung existiert, so öffnen sich die Pforten der geistigen
Welt zur Wohnstätte auf den Bergen. Die offenbarte Höhe des Gaurisankars hilft dem magnetischen
Strom. Die Jakobsleiter ist das Symbol Unserer Wohnstätte.
89. Aberglaube kann nur durch das Respektieren der dem Menschen innewohnenden Kräfte
ausgetrieben werden.
Man muß wissen, wie die Menschen Mein Kommen erwarten. Das Verlangen der Menschen
schmiedet eine neue Stufe für die Leiter.
90. Die Dichte der Materie hindert jedes Experiment des Geistes. Dies betrifft sowohl die
Menschen als auch die ganze Natur. Um Zugang zu ihm zu erhalten, muß die Materie geschmolzen
werden. Im Schmelzprozeß wird ein spezifisches Gas produziert, das sich der Substanz des Geistes
angleicht. Beim Menschen entströmt dem Nervensystem bei jeder Ekstase der Glücklichkeit oder der
Unglücklichkeit ein Gas. Auf diese Weise wird ein Laboratorium des Geistes erlangt. Darum wird ein
Mißgeschick die Heimsuchung Gottes genannt, jedoch jede schläfrige Existenz bedeutet den Tod des
Geistes. In der Natur offenbaren sich Ekstasen als Gewitter, Erdbeben, vulkanische Ausbrüche und
Fluten. Ein ähnliches Laboratorium des Geistes beginnt zu arbeiten. Daher sind alle Funken der
Ekstase gesegnet. Geschmolzene Materie läßt Verbesserung zu und liefert neue Formeln. Anstatt
ausgedehnter Forschungen genügt es, die Elemente in Unseren Spiegeln zu reflektieren und dann neue
Formeln anzusammeln. Dann verbleibt der zweite Teil der Arbeit: sie geduldig und zur richtigen Zeit
den Menschen zu geben. Auf den Feuern der Ekstase läuft Unser Strahl und sucht Einlaß ins Herz. Wo
ist die Glücklichkeit oder das Mißgeschick, das den Eingang geöffnet hat? Doch, wenn man
geschmolzene Materie berührt, fühlt man den Puls der Erde, und das Herz muß der Schwerkraft
widerstehen. Diejenigen, welche an dieser Arbeit teilnehmen wollen, müssen ihr Herz hüten. Darum
sage Ich - hütet das Herz - alles andere ist leicht zu reparieren. Es verkörpert die Materie, während die
Nerven dem Geist dienstbar sind. Auf das Klopfen des Geistes öffnet sich die Tür des
Sonnengeflechts. Doch jeder Schlag der Materie trifft das Herz. Wer mit der Formel der Natur in
Berührung zu kommen wünscht, muß das Herz hüten. Unsere Medizin lehrt, wie man das Herz durch
Atem stärkt, doch hierüber ein andermal.
91. Die Nervenausstrahlung ist unwägbar; sie ist geruchlos und unsichtbar, weil sie vom Geist ist.
Das Erzeugnis des Herzens ist Blut, mit all seinen irdischen Dimensionen. Wenn daher gesagt wird,
daß man mit dem Herzen fühlen muß, so bedeutet dies, daß es der irdischen Ebene angepaßt werden
sollte.
Die einzige Brücke zwischen dem Verständnis des Geistes und der Umfassung der irdischen
Ebene ist das weiße Blutkörperchen. Doch Ihr wißt, was für ein Konflikt seine Existenz begleitet.
Erscheinen Euch die weißen Blutkörperchen, die den Kräften der Erde ausgesetzt sind und das Wissen
des Geistes tragen, nicht wie Weiße Brüder? Aus diesem Grunde ist Harmonie auf Erden so schwer.
Doch um dort zu arbeiten, wo der Geist zur Materie herabgestiegen ist, muß den Bedingungen beider
Ebenen entsprochen werden. Man sollte sich dem Irdischen nicht entfremden, doch man muß im Geist
verweilen. Um die irdischen Formeln zu meistern, muß man einen starken Herzenskanal besitzen, weil
der Reflex der irdischen Zeichen gefährliche Funken überbringt. Doch für die Erde muß alles auf der
irdischen Ebene vollbracht werden. Hierin liegt der hauptsächliche Grund für die Existenz der
Bruderschaft hier. Auf Erden muß man Uns daher erreichen, Uns entdecken, wie Silbererz - dem
besten unter der irdischen Kruste.
92. Gegenwärtig zeigt sich ein großes Verständnis für die Offenbarung der Höchsten Lehre.
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Es ist gut zu verstehen, daß der Besitz von Gegenständen frei von einem Gefühl des Eigentümers
von Besitztum sein sollte. Es ist gut, Dinge zu besitzen, um sie zu verwalten, und auch um sie mit
einer wohlwollenden Aura zu umgeben, mit dem Gedanken, sie an andere weiterzugeben. Die
Offenbarung einer schöpferischen Hand wohnt in einem Haus, dessen Bewohner ohne Anhänglichkeit
an Besitztum sind, und da es verbessert wird, wird es die Freude weitertragen. Das Zeichen der
gebenden Hand wird ununterbrochen bewahrt werden, und hierin liegt die Rechtfertigung für
Gegenstände. Durch dieses Verständnis wird das schwerste Problem gelöst. Ich sage dies für die Welt,
weil das Verderben der Welt hauptsächlich durch die Zuneigung zu nicht existierendem Besitztum
entsteht. Neuen Menschen dies einzuschärfen, bedeutet, sie von der Furcht vor dem Alter zu heilen.
Besitz ohne das Gefühl der Eigentümerschaft wird allen ohne traditionelle Erbschaft den Pfad öffnen.
Wer verbessern kann, soll besitzen. Dies betrifft Land, Wälder und Gewässer. Alle mechanischen
Errungenschaften und verschiedene Arten von Erfindungen unterliegen demselben Prinzip. Es ist
leicht, sich vorzustellen, wie die schöpferische Tätigkeit des Volkes anfangen wird zu arbeiten,
besonders in der Erkenntnis, daß nur der Geist die beste Lösung bietet. An den Herd des Geistes sollen
Fragen gerichtet werden hinsichtlich dessen, was am besten ist; und das Schwert des Geistes wird
jeden bösen Betrug erschlagen. Wahrhaftig, es ist einträglich, besser zu handeln. Das Gesetz ist
einfach, wie alles, was vom Geist ist.
93. Die Ereignisse haben sich so aufgetürmt, daß die Organismen empfindungsfähiger Menschen
erbeben. Man muß das Zittern der Nerven kosmischen Störungen zuschreiben. Nichts sollte einem
Regenguß ausgesetzt werden, doch hinterher strahlt die Sonne besonders hell.
94. Almosen in Form von Geld sollten abgeschafft werden, da Hilfe durch Arbeit oder
Gegenstände gewährt werden kann. Niemand wird arbeitslos sein, wenn die Menschen sich dem Pfad
des Geistes zuwenden. Wir beabsichtigen nicht, diesen Vorteil der Vervollkommnung der
unsichtbaren Welt zu zeigen, sondern Euch. Wir berufen zu Unserem Pfad.
95. Versammelt die unglücklichsten, die unbekanntesten jungen Studenten und offenbart ihnen die
Gabe der Fähigkeit, die Menschheit zu beschenken. Ratet ihnen, die Satzungen im Tempel zu
schreiben. Es ist lange her seit die Welt Zeuge von Versammlungen im Tempel gewesen ist. Christus
wird denen, die das Ziel erreichen, Seine Gnade verleihen. Wir wünschen den Tempel schön und
voller Leben zu sehen. Und niemand soll diejenigen, welche zum Licht schreiten, ausschließen, denn
ihn erwartet Verderben. Wunder werden auf den Tafeln des Wissens empfangen werden.
Laßt jeden, der vom Geist erleuchtet ist, kühn in den Tempel gehen. Unser Pfad führt zur
Umwandlung der Erde in einen Palast. Es gibt keine Armen. Wer ist unwillig, Reichtümer
anzunehmen?
96. Ich freue Mich zu sehen, wie Ihr die Einzelheiten Meiner Verordnungen versteht. Ich bereite
ein Ereignis vor und sehe alle Einzelheiten voraus.
Handelt ebenso, da es uns auf diese Weise leichter sein wird, einander zu begegnen.
Man sollte nicht einen Teil von dem, was vorherbestimmt ist, in alle Winde zerstreuen. Wenn man
findig ist, braucht man nicht vom Pfad abzuweichen. Angespannte Aufmerksamkeit ist wichtig. Ein
wachsamer Geist wandert dem Verständnis voraus. Mein Strahl ist bereit, den Blitzstrahl des
Gedankens zu entzünden.
Und auf diese Weise werden wir zwischen allen Gefahren hindurchschreiten; und Fehlschlag wird
sich in Erfolg verwandeln.
97. Maitreya sendet Mut. Maitreya will die Gabe annehmen. Maitreya fühlt ihre Liebe. Maitreya
segnet die freudige Arbeit. Maitreya verleiht der Erde Arbeit im Namen des Wunders. Wandelt
freudig. Es ist Mir eine Freude, die Lächelnden zu führen. Erkennt die Lehre des Lichtes in jeder
Erscheinung. Findigkeit ist eine Eigenschaft Meiner Schüler.
98. Ich erteile Euch die Anweisung, ein Wunder zu erblicken, das für die Menschen nötig ist. Ihr
werdet wissen, wie Ihr die Herzen der Menschen erreichen könnt.
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Wie der Arm sich nur von der Schulter her bewegt, so geht das Bewußtsein vom Gehirn aus. Man
muß das Gehirn explodieren lassen; dann wird das Bewußtsein wie von einer Kanone vorwärts
geschleudert.
Die Lehre fliegt auf den Flügeln der Ereignisse. Sagt: „Ich kann heute warten, weil ich mich,
obwohl morgen auch ohne mich folgen wird, inzwischen stärken kann." Wie kann man raten, wann
und welcher Schund auf dem Markt verkauft werden sollte? Wir werden uns nicht zur Schau stellen,
wenn wir neue Gewänder anziehen. Laßt sie glauben, daß wir nichts anzuziehen haben. Selbst die
Kofferschlüssel dürfen nicht klirren. Wir werden die Gardinen vor die Fenster ziehen.
99. Das Gesetz des Überganges in die Welt des Geistes ist nicht kompliziert. Der eine Zustand
darf nicht mit dem anderen verglichen werden. Wie der Staub eines Vulkans, so unzählig sind die
Geister, die in die geistige Welt zurückkehren. Natürlich ist Materie ein Zustand des Geistes. Aber
Blut unterscheidet sich so sehr von seinem geistigen Gegenstück, das durch Prana ernährt wird, daß
die Grenzen in allen Welten unterbrochen sind. Mit Mühe erkennt der Geist seine Befreiung von der
Materie. Der Geist, der an der Erde hängt, kleidet sich in den Astralkörper, der hier am Herd des
Verlangens und der Reue die Illusion der Erde für ihn hervorruft. Jedoch der Geist, der nur
emporstrebend vorwärtseilt, kann die Astralebene vermeiden, weil der Astralkörper nur überflüssiger
Schund ist. Je weniger Abfall, um so reiner das Bewußtsein. Auf Erden ist es schwer, sich
vorzustellen, wie man der Materie entsagen kann, ohne sie geringzuschätzen, und wie man sie für eine
neue Gestaltung aufgibt. Aber Ihr habt das beste Beispiel im Verschenken in irgendwelchen
Gegenständen. Der beste Geber wird die beste Gabe ersinnen. Darum gewährt die Materie, die einen
erhabenen Geist gekleidet hat, größere Brauchbarkeit, denn nichts wird verschwendet. Natürlich ist
erhabenen Geistern eine bewußte Verbindung zugänglich, wenn die Bitte hinreichend von Fragen der
Materie und des Blutes befreit ist. Der vom Prana genährte Geist assimiliert kein Blut. Darum kann
man die Welt auf der Grundlage des Blutes einteilen; es existiert keine andere Scheidelinie.
Der Samen des Geistes erhält das Leben ununterbrochen, und der Ballon der
Nervenausstrahlungen trägt den Geist in die Höhen, die der Geist bestimmt hat. Von Unsterblichkeit
als von einer rein wissenschaftlichen Tatsache zu sprechen, ist daher vollkommen richtig. Der letzte
Gedanke beim Ablegen der Materie ist wie ein Pfeil. Dieser Augenblick entscheidet die Richtung des
Fluges; das übrige wird dem Streben entsprechend hinzugefügt. Laßt uns wissen, wie wir streben
sollen. Laßt uns einen Regenbogen erbauen, der die Stufen des geistigen Aufstieges verbindet.
100. Laßt uns vom Tod sprechen.
Tod ist nicht mehr als das Schneiden der Haare, denn in gleicher Weise wird die Materie abgelegt.
Die Frage der Führer wird durch das bekannte Gesetz der Anziehung und Abstoßung beantwortet. Das
Prinzip der Vergeltung und des Beistandes ist in der geistigen Welt mächtig. Darum ruft jede Bitte
eines verkörperten Geistes eine Antwort hervor. Es hängt davon ab, wer bittet. Man kann erhabene
Kräfte anziehen und in seiner Nähe behalten. Auch die niedrigsten Geister können sich an den
Menschen anklammern. Man empfängt, was man wünscht. Wenn die Menschen die Zweckmäßigkeit
des reinen Gebens verstehen, werden sie Reichtümer empfangen.
Der Geist ist ein Licht von der Schönheit der Sterne. Doch wenige Geister verschmelzen mit
Licht; eine größere Anzahl von ihnen ist im Astralkörper. Es ist besser, wie ein Stern zu leuchten und
das Wissen und die Möglichkeit im Gedächtnis zu bewahren, zu den Planeten zurückzukehren, um zu
helfen. Man kann ein besseres Schicksal erwählen - sind die Möglichkeiten des Gebens nicht
offenbar?
Man kann zum Licht emporstreben und Hilfe zu leisten suchen; dann gibt es keine Trennung.
Wenn die Hinterbliebenen den Dahingeschiedenen als zum Licht und zur Erleuchtung gesandt
betrachten würden, dann würde die Verbindung zuverlässiger ein. Je erhabener der Geist ist, desto
mehr sieht er - es hängt von der Entwicklung des Geistes ab. Ein erhabener Geist fühlt, wohin er
streben sollte - er fliegt wie ein Pfeil. Aber ein Dunkler schwebt hinter dem Ofen. Darum ist der kühne
Wunsch zu suchen, kostbar, denn wer sucht, findet. Wenn die Wünsche des Geistes erhaben sind, kann
er erhabene Formen entdecken, und wenn er sie erschafft, kann es zur Vervollkommnung beitragen.
101. Das Gesetz der Sättigung des Weltraumes ähnelt demjenigen der Zementierung. Legenden,
Prophezeiungen und mannigfaltige Zeichen sind nicht für einzelne Individuen von größerer
Bedeutung, sondern für das Zementieren des Weltraumes. Unsere Mitteilungen offenbaren das Buch
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vom Wachsen des Verständnisses des Geistes. Nicht durch Wunder, sondern durch die tägliche
Routine arbeiten Wir. Ich bezeuge, daß man sogar vom Laich lernen kann. Jedes Ei des Laiches birgt
einen vollständigen Organismus. Ebenso erfüllt ein vielfarbiger Gedankensack den Weltraum.
102. Eine Wolke ist kein Wunder; Gemeinheit ist keine Errungenschaft; Zerstörung ist keine
Klugheit. Doch der erwachte Geist zeigt sofort Verständnis. Darum hat die Bruderschaft die
Offenbarung von Wundern verworfen. Zeichen können Ereignisse nur als Banner begleiten. Man sollte
Wunder als Überzeugungsmittel aufgeben, weil Wunder niemals überzeugt haben. Einige reden von
einer persönlichen Verbindung; doch die Luft ist für alle da, obgleich viele ihren Zweck nicht zu
verstehen wünschen - genau, ihren Zweck.
Neues Streben kann über den Gräbern alter Vorurteile geboren werden - noch eine Eroberung. Ich
habe bereits über das Verständnis des Geistes mit Euch gesprochen. Wenn der Strahl den Lehrer mit
dem Jünger vereint, wird das hauptsächliche Verständnis durch die Wahrnehmung des Geistes
übertragen. Weder ein Brief, noch ein Zeichen, sondern das unfehlbare Wissen des Geistes lenkt das
Verhalten des Jüngers. Dieses unfehlbare Wissen ist die schnellste Leitung. Tatsächlich handelt es sich
nicht um eine verstandesmäßige Entscheidung, es ist das Wissen des Geistes.
Ich sende Euch Pfeile einfacher Errungenschaften. Nicht allen ist der einfachste Pfad zugänglich,
aber wenn Ihr verstehen könnt - wohl und gut.
103. Und der Ruf der Mutter wird gehört! Nicht durch Magie, sondern im Geist werdet Ihr das
Ziel erreichen. Kann Magie den Stein bestätigen? Auch Menschen können durch Magie nicht bestätigt
werden. Aber wenn jeder versteht, daß der Weg des Geistes einfach ist und den Ruf der Mutter der
Weh bringt, dann wird jeder die Tore offen finden.
Ohne Wehklagen und Anrufungen kann sich jeder dem Lebensapparat nähern - nicht durch den
Verstand, sondern im Geist. Die Hände werden nicht ausgestreckt werden, um zu flehen, sondern um
zu sammeln. Der Ruf der Mutter wird die Pforten zeigen, durch die es bereits an der Zeit ist,
einzutreten. Nur der Ruf der Mutter. Wenn die Launen der Kindheit vergessen sind, kann nur die
Mutter rufen.
Das Mahl ist bereit. Die Stunde ist gekommen, wo ein neuer Schmaus bereitet ist. Tretet näher,
solange die Gerichte noch heiß sind! Viele werden das heiße Essen nicht schlucken können; doch der
kühnste wird, wie der Märchenprinz, das Feuer der Welt verschlingen. Und der Pfad des Feuers wird
den kürzesten Weg erleuchten.
104. Unsere Gedanken sind über Euch. Wir senden Euch die Lehre - wie man auf dem steilen
Felsen wandeln und ihn in ein wundersames Tal umwandeln sollte. Die Menschheit fühlt, daß die
Lösung nicht durch das Schwert zu finden ist, und die letzte gesandte Möglichkeit ist die Andeutung
der Pforten.
Erfolg ist nur ein Zeichen der rechten Richtung. Erfolg ist nur das Verstehen des Augenblickes.
Die Lehre ist nur das Emporheben des Vorhanges des Theaters. Wie wundervoll ist es, ein
Schauspieler im Geheimnis der Welt zu sein. Wandelt voller Freude! Die ununterbrochene Kette hat
großen Wert. Meine Hand sendet Strahlen von den Bergen. Wir werden das Neue Zeitalter
unverzüglich beginnen. Ich lehre nicht zu träumen, sondern auf den Lauf der Ereignisse zu horchen.
105. Erwägt das Gedächtnis und das Bewußtsein. Ebenso wie das Gedächtnis für die
Vergangenheit ist, ist das Bewußtsein für die Zukunft. Darum ersetzen Wir das Gedächtnis durch das
Bewußtsein. Vermittels des Gedächtnisses kann Ich nicht in den Bereich der Sonne hindurchdringen,
doch das Bewußtsein öffnet die Pforten. Für Uns ersetzen das Museum und die Bibliothek das
Gedächtnis, darum sollten Jünger nicht über den Verlust des alten Gedächtnisses betrübt sein. Es
bedeutet einfach, daß etwas Kleines durch etwas Großes ersetzt worden ist. Bewußtsein ist mit dem
Verständnis des Geistes verwandt; es wächst, bis das ganze Wesen wie in eine Flamme eingehüllt ist.
Während dieses Vorganges hindern die Splitter des Gedächtnisses das Verbrennen wie Schlacken. Zu
wissen bedeutet nicht, sich zu erinnern. Wer das Ziel erreicht, eilt vorwärts, ohne zurückzuschauen.
Die Menschheit muß sich an die Umwandlung des Bewußtseins erinnern.
Worin liegt die Stärke Unserer Versuche? Im solaren Bewußtsein, das als Prana ausgegossen wird,
über der Schicht irdischer Gedanken fließen die Ströme der Weisheit der Sonne, und in diesen
Bereichen beginnt die große vorherbestimmte Lehre. Wir rufen zur Umfassung des Weltalls auf. Doch
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nur das Instrument des Bewußtseins wird die neuen Versuche des Verschmelzens von Geist und
Materie gestatten.
Das Karma kann einen harmonischen Körper nicht verwickeln. Darum ist der Pfad des
Emporstiegs von praktischem Nutzen.
106. Jenseits der Wurzeln ewiger Wahrheit liegt viel Staub. Die Zeit ist gekommen, Exzesse zu
beseitigen.
107. Mein Buch muß besser verstanden werden. Die Lehre, wie man auf Erden wandeln sollte,
wird jenen offenbart, die den Himmel als lebendig betrachten. Ein Lehrer ist jemand, der standhaft auf
Erden wandeln kann. Ich wiederhole, daß man dem irdischen Leben nicht entsagen sollte, ohne seine
Offenbarungen vollständig zu verstehen. Man sollte die Ereignisse jeden Tag empfindungsfähig
erfassen. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, kann sogar eine Ameise als Bote kommen.
108. Wenn man mit den Gipfeln des Kosmos verschmilzt, muß man ein harmonische Vereinigung
mit der Erde finden. Jeden Augenblick sind Wir bereit, alles Irdische zu verlassen, und dennoch lieben
Wir jede Blüte auf Erden. Darin liegt die Weisheit, zu wissen, welche Erinnerung man bewahren
sollte: Die Krone oder den Duft der Freesien, die Siegesrufe oder die Hirtengesänge. Das, was das
Liebste ist und uns doch am wenigsten angehört, ist die beste Last, die man auf dem Weg tragen sollte.
Gesang verleiht uns Gesundheit, und Blüten werden Wunden heilen. Darum sage Ich: glücklich sind
diejenigen, welche Ton und Farbe verstehen.
Ganz von Anfang an haben die Propheten Ton und Farbe bemerkt. Die Unterweisung des
Altertums über das Läuten von Glocken ist voller Bedeutung. Kränze und Girlanden erinnern an das
Verständnis für die Heilkraft. Der Farbe seiner Strahlung entsprechend ist jeder zu Blumen
hingezogen. Weiß und lila haben eine Affinität mit den violetten; blau mit blauen Farben; darum rate
Ich, mehr von diesen Farben im Zimmer zu haben. Man kann dies in lebenden Blumen ausführen.
Pflanzen, die ihrer Farbe entsprechend weise ausgewählt worden sind, haben eine größere Heilkraft.
Ich rate, mehr Freesien zu haben. Unser Strahl mit seinem silberfarbigen Schimmer erinnert mehr an
weiße Blumen. Farbe und Ton sind unser bestes Mahl.
109. Ein Wirbelwind, der durch Verbrechen hervorgerufen worden ist, erstickt die altersgraue
Erde. Ausdünstungen erfüllen die Luft und verdunkeln den Verstand. Der eiserne Schauer ist
unerträglich. Man sollte vorsichtig sein. Hütet Euch - Erfolg hängt nicht von der Eile ab, sondern vom
Verstehen der Zeiten. Die Hand des Schicksals führt zu den unvermeidlichen Daten. Verlangt nach der
Offenbarung der Neuen Welt. Wir erschüttern die Reiche nicht. Wir fegen nur das Verfallene fort. Es
ist wichtig, den Rhythmus der Gezeiten zu verstehen; bald die erhabene Freude des Verstehens, bald
Zerstörung.
110. Weder Abhandlungen noch Logik, sondern der Kanal des Geistes bringt die Wahrnehmung
des Kosmos. Die gegenwärtige Lebensweise hat alles Verständnis für die universale Macht von der
Menschheit getrennt. Der Scharfblick, der in die überirdischen Sphären hindurchdringt, wird nur an
der Grenze des Schlafes offenbart. Wer diesen geheiligten Augenblick zu würdigen weiß, hat bereits
begonnen, den Schleier emporzuheben. Nicht Visionen sind wichtig, sondern das Bewußtsein. Nicht
das, was durch Trainierung erzwungen wird, sondern das, was von freiwilliger Offenbarung herrührt,
ist wertvoll.
Die herannahende Zeit muß jedem Empfindungsfähigen Geist den Dreifuß der Pythia zur
Verfügung stellen. Eine Art Demokratisierung der Züge der Aristokratie. Doch jeder trägt
unvermeidlicherweise eine Waage in seinem Busen, mit der Betrug unmöglich ist. Jeder wird sich
selbst sofort das zumessen, was er verdient. Dies entspricht dem Neuen Zeitalter und erreicht die
Psychologie der Menschen mit Leichtigkeit. Wenn man den Gedankengang der Menschen versteht, ist
es leicht, die Folgen vorauszusehen.
111. Versteht es, Vorteil aus den Angriffen zu ziehen. Wünscht Euch viele Feinde, aber macht
keine.
Laßt uns das gestern Begonnene beenden: Die Vergeltung schlechter und guter Taten muß
beschleunigt werden. Die Religion sollte sich in erster Linie damit befassen, für eine praktische
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Lösung des Lebens zu sorgen. Die himmlische Belohnung ist zu weit entfernt; die Rückzahlung sollte
innerhalb der irdischen Sphäre erfolgen. Die Menschen können das Wunder der Erneuerung der
Möglichkeiten jetzt als allgemein zugänglich verstehen. Daher entweder die Hand des Unsichtbaren
Freundes oder ein scharfes Schwert. Und wenn die Menschen sich an den Vorteil sofortiger
Vergeltung erinnern, werden sie einen neuen Pfad zum Tempel finden. Es ist nicht nötig, die Gottheit
anzuflehen. Man sollte sich selbst die beste Tat bringen.
112. Die Größe des Kosmos schließt eine eingehende Erforschung aus, sie überwältigt und erhebt.
Geisteswissen wird durch das Wissen des Geistes erkannt; schenkt dem silberfarbigen Faden, der den
Menschen im Geist mit dem Geist des Führers verbindet und seine silberfarbige Erscheinung bis
hinauf zum Herrscher des Planeten erstreckt, Aufmerksamkeit.
Hieraus ergibt sich ein Netzwerk von Leitungen vom höchsten Geist. Die höchste
Individualisierung fürchtet sich nicht vor Vereinigung, und die Gaben der Offenbarung werden den
Silberfaden entlang bis hinauf zu den höchsten Sphären gesandt. Auf ähnliche Art und Weise sendet
ein erhabener Geist einem Geist bei seiner Geburt das Geleit.
Denkt daran, daß sich in der Welt des Geistes alles ereignen kann. Neue Möglichkeiten werden
nicht durch eine erfundene Formel gebildet, sondern durch eine unbeschreibliche Fähigkeit des
Geistes. Dies ist sowohl schwer als auch wunderbar.
113. Ich freue Mich über Eure prophetischen Möglichkeiten, denn nur durch sie kann in Zukunft
die beste Evolution gesichert werden. Kenntnis der Vergangenheit ohne Voraussicht führt nicht
vorwärts.
114. Die Reinigung der Religionen setzt eine neue direkte Beziehung zur geistigen Welt voraus.
Christus, Buddha und ihre engsten Mitarbeiter gebrauchten keine magischen Formeln, sondern wirkten
und erschufen in völliger Verschmelzung mit dem Geist. Darum müssen die früheren künstlichen
Methoden in der neuen Evolution aufgegeben werden. Erinnert Euch an Ursache und Wirkung. Die
Technik der Yogaphilosophie ist für die Erneuerung der Welt nicht mehr passend. Ein Lehrer, der
unter einem Baum sitzt und verbietet, entspricht nicht den Bedürfnissen.
Woher erhält man Kraft und Weisheit? In Verbindung mit dem Großen Geist erkennen wir
Ursache und Wirkung und schaffen eine unmittelbare Folge. Wir rufen Diejenigen an, Welche sich
früher auf den großen Weg persönlicher Verwirklichung und Verantwortung gemacht haben. Und
unsere Anrufe erreichen Sie durch tausend emporgehobene Hände. Es besteht weder die
Notwendigkeit, flehentlich zu bitten, noch sich zu fürchten, aber Einigkeit bewegt Massen. Weil wir
das Gute wünschen, nehmen wir das Erbe der Großen Träger des Guten an. Wir lassen unser geistiges
Gefäß für den Empfang der wohltätigen Gaben offen. Nichts Böses wird uns berühren, denn wir
wünschen nur jenes Gute, das vom Geist bestätigt worden ist. Und sorgfältig werden wir das Gewebe
von Schriften in die Schatzkammer überliefern, weil wir zu den Quellen gehen.
Bereit zu sein, selbstverleugnend zu sein, beschimpft zu werden, verleumdet zu werden, freudig zu
sein, zu schweigen, jubilierend zu sein, der Bringende und der Verschenkende zu sein und in diesem
Leben vom Licht der Sonne gelehrt zu werden, bedeutet so zu sein, wie Wir Euch sehen möchten, und
als solche senden Wir Euch aus. In diesem Sinne hat Euer Geist den Auftrag angenommen.
Nicht mit einem Königreich, nicht aus dem Keller der Alchimisten, nicht mit den Beschwörungen
der Magie, sondern inmitten des Lebens gehen Wir und kommen zu Euch, unsere Älteren Brüder und
Schwestern, um die Schätze zu empfangen, die Ihr bewahrt habt, die wir angesammelt haben, weil wir
in den einfachen Tempel des Höchsten Geistes gehen. So werden wir zu Euch zurückkehren, weil Ihr
uns so zu sehen wünscht; und die Last, die Ihr auferlegt habt, werden wir als Kelch der Unsterblichkeit
sichern.
115. Nicht durch Zufall erreichen Stücke von den Himmelskörpern benachbarte Sphären. Sie sind
wie ein Verbindungsmittel. Diese Zeichen werden von der modernen Wissenschaft vernachlässigt. Die
Bedeutung liegt nicht darin, daß ein Meteorstein viele Karate von Diamanten enthalten mag, sondern
in seiner Ausdruckskraft als Psychomagnet. Auf diese Weise können die Menschen die
Verbindungssphäre erweitern. In Zukunft ist die harmonische Vereinigung der Materie, diese
Eigenschaft des Psychomagnetismus, wichtig, weil die Materie schließlich mit dem Geist
verschmelzen, schmelzbar wie Glas werden muß. Gegen Anfang des neuen Evolutionsschrittes kann
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ein neues Heilverfahren durch das Gruppieren der Menschen nach den Strahlen der Himmelskörper
angewandt werden. Über die Grenzen des Planeten hinauszugehen, ist das unmittelbare Ziel. Der
Mensch ist kein Zuschauer der Welten, sondern ein bewußter Mitarbeiter; und sein Weg führt nicht
durch Pfützen, sondern durch den Glanz der Sphären.
Warum sollte man Licht suchen, wenn man es fühlen sollte? Der Geist weiß, daß es ihm
zugänglich und ihm vorherbestimmt ist. Warum sonst die Leiter Unserer Bruderschaft? Sie ruht auf
der Erde und ist mit den himmlischen Sphären verschmolzen.
116. Mutig widersteht den furchtbaren Angriffen. Euer Geist muß sich über jede Tätigkeit freuen.
Während die Hühner gackern, kommt der Regen und die Ernte ist gut. In der Scheune ist viel Staub,
aber von der Scheune kommt Brot.
117. In Wiederholung ist Macht. Obwohl sie in der Religion falsch angewandt wird, ist diese
Rüstung im Leben unentbehrlich. Man muß sich wiederholt einhüllen.
118. „Wem es gelingt, die Stimme seines Geistes zu hören, der wird sich über den Abgrund
emporheben." So sprach der Heilige Sergius. „Wer sich in die Wälder zurückgezogen hat, kann das
Gerede der Menschen nicht hören, und wer dann einschläft, wird die Vögel - die Vorboten der Sonne nicht hören. Und wer ein augenfälliges Wunder verschweigt, wird seine Sehfähigkeit aufgeben. Und
wer zögert, seinem Bruder zu helfen, wird den Splitter nicht aus seinem eigenen Fuß ziehen." So
sprach der Heilige Sergius.
Über Sergius wird man sprechen müssen. Die Leute werden über Ihn hören wollen. Somit werden
Wir das Bild des Heiligen Sergius im wahren Licht zeigen und Sein Leben und Seine Aussprüche
durch Erzählungen erleuchten.
119. Laßt uns über die Auren reden.
Die eiförmige Aura ist dem Astralkörper eigen. Die am häufigsten zu findende, die schmale Aura,
die vom ganzen Körper ausströmt, dehnt sich ungefähr fünf Zentimeter nach außen aus. Dem Grad der
Geistigkeit entsprechend, fängt sie an, sich von den oberen Nervenzentren zu erweitern. Vom
Sonnengeflecht angefangen, steigt sie später bis zu den Gehirnzentren empor und bildet die
sogenannte Sonnenaura. Blutandrang ist für die Umstellung der Aura charakteristisch, wenn der Strom
der Spannung seinen Druck verlegt. Sogar Ohnmachtsanfälle sind möglich. Schließlich verläßt die
Ausstrahlung die niederen Gliedmaßen und bildet einen umgebenden Kreis. Der Organismus wird,
während er noch inmitten des Lebens ist, äußerst empfindungsfähig, besonders für Töne und Farben.
Während dieser Übergangsperiode ist die äußerste Ruhe erforderlich. Die Sonnenaura kann
fünfundzwanzig bis vierzig Zentimeter breit sein, und natürlich kann ihr Umfang zunehmen.
Trotz des Unbehagens der Umstellung der Aura kann man dem Menschen gratulieren, der die
obere Ausstrahlung erlangt hat. Die Gelegenheit für Ruhe sollte sorgsam geschaffen werden. Später
wächst eine scheinbare Rüstung, wenn die Hautnerven stärker werden. Man kann das Physische und
das Geistige nicht genau trennen. Das Gleichgewicht schwankt, und die Wellen fließen über den
Organismus. Dies darf nicht als Krankheit bezeichnet werden, doch man muß dem Organismus
jederzeit helfen, sich in seinem neuen Zustand zu stärken.
120. Wie Ihr Euch früher einsam fühltet, müßt Ihr jetzt das Geisteswissen empfinden. Jede neue
Stufe hat ihr Gebot. Gestattet dem Geist, seinen Willen zu äußern. Laßt dem geistigen Bewußtsein
gemäß Vorsicht walten. Fragt Euch: „Was wünscht der Geist? " Die Stufe des Geisteswissens ist
wichtig. Wenn man sich ihr nähert, scheint es, als ob der Geist weit entfernt sei. Aber dies ist nur
scheinbar der Fall, im Gegenteil, der Geist klopft mächtig an. Es ist wichtig, sofort zu handeln, das
Geisteswissen zu begreifen. Wie man wünscht, so sollte man handeln. Es ist besser, dies auf
Einzelheiten anzuwenden, als zu wagen, es in großem Maßstab anzuwenden.
121. Laßt uns nun das Wissen des Geistes mit dem Befehl des Willens vergleichen. Das Wissen
erblüht, es offenbart Schutz und erleuchtet die Grundlagen. Der Befehl des Willens wird in fremde
Sphären gelenkt und erobert und annektiert. Der Befehl wird durch das Symbol des Schwertes und
eines Pfeils gekennzeichnet. Das Symbol des Wissens des Geistes ist eine Blume. Der Befehl kann
dem Jünger durch eine schnelle Sendung von außen her übermittelt werden. Dagegen erblüht das
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Wissen des Geistes aus dem Innern und kann nicht durch irgendeinen Zauberstab hervorgerufen
werden. Wie eine Blume erblüht das Wissen zu der ihm bestimmten Stunde.
Wie kann man nun der Blume helfen? Stellt sie an einen ruhigen Ort, gebt ihr Sonnenlicht, und
verbietet allen, sie zu berühren oder die Blätter abzuzupfen. Ohne das Wissen des Geistes kann man
das für die Menschheit vorherbestimmte Wissen nicht zu seiner Höhe emporheben.
122. Das Wachsen der Werke ähnelt dem der Lilien. Dicht bei einer Gartenmauer hat sich eine
weiße Schwester verborgen. Sie hat keine Gefährtinnen, aber die Stengel tragen bereits Anzeichen von
neuen Blüten.
Die Inkarnation als Blume wird nicht oft wiederholt. Einige streben nach den mächtigeren Formen
der Bäume, aber der Zauber von Blumen ist nicht immer zugänglich, und man kann sich ihnen nicht
leicht zweimal zuwenden. Es ist nicht verboten, eine der Verkörperungen im Tierreich vermittels
derjenigen als Pflanze zu vermeiden. Ich würde nicht sagen, daß das Bewußtsein vieler Insekten dem
Bewußtsein schöner Pflanzen überlegen ist. Es ist weise, gewisse Verkörperungen durch das Dasein
als Blume zu verleben. „Beeilt Euch, beeilt Euch! Ich will Euch unter einem schönen Dom erwarten,
und ich werde Euch doch noch voraus sein." Somit verkürzt der Pfad der Schönheit den Weg.
123. Dem Betrüger sagt: „Wie nützlich ist Dein Betrug für mich." Dem, der Euch beraubt, sagt:
„Offensichtlich ist die Zeit für mich gekommen, neue Dinge zu erhalten. Doch wahrhaftig, es wäre
besser für Dich, meine Sachen nicht zu berühren. Lästerung und widerrechtliche Aneignung werden
Blitze zu Dir anziehen. Dein Messer wird durch die unsichtbare Rüstung abgestumpft werden, und Du
wirst Deine stärksten Waffen vernichten. Und wohin willst Du gehen, von innen verzehrt und zu
Asche reduziert? "
Ich habe mit Euch über das Lächeln und über Kraft gesprochen. Und denen, die mit Mir segeln,
kann am Jahresgedenktag ein Schwert verliehen werden. Das Gesetz der Vergeltung triumphiert, und
diejenigen, welche gegeben haben, werden empfangen.
Warum folgt Ihr Ihnen? Es ist leicht und nützlich, mit Ihnen vorwärtszugehen. Schnell wie der
Flug des Falken; unerwartet wie die Umwandlung des Jonas; unerschöpflich wie die Flamme! Nur
durch Entsagung im Geist und auf Erden, erreicht Ihr die Offenbarung von Licht und Wahrheit.
Unerschöpflich ist diese Quelle!
Auf Erden, inmitten von Bedrohungen, der Hilfe beraubt und anscheinend erniedrigt, geben sie,
opfern sie, stiften sie und folgen dem Stern. Und darum freuen Wir Uns am Abend des Jahrestages.
Und sie fahren nicht nur fort, die Aura zu erleuchten, sondern gehen entschlossen, ungehemmt. Darum
freuen Wir Uns!
124. Laßt uns den Feiertag beenden und die Arbeit beginnen. Laßt uns entscheiden, was zu tun ist.
Zu handeln. In dieser ewigen Tätigkeit besteht Unser Feiertag. Doch Ihr solltet Unserem Beispiel
folgen und handeln, ohne bekümmert zu sein. Beschließt, ruhig zu handeln, wobei Ihr berücksichtigt,
daß Unsere Quelle Euch unaufhörlich durchströmt. Und wenn Ihr Euch fragt - wo sind Sie, Die uns
Versprechen gegeben haben? - Wir stehen hinter Euch, und Wir freuen Uns, wenn Wir das Wachsen
der Blume Eurer Aura messen. Wir freuen Uns, weil dies Unser Garten ist. Jenseits begrenzter
Ausblicke vereint das Licht die Herzen.
125. Visionen sind ebenso wirklich wie das Bildtelefon. Man kann sie als wirklicher als die
physische Welt betrachten. Man mag sich nur fragen, aus welcher Quelle sie kommen; doch der Geist
kontrolliert dies. Auf eine gute Anfrage wird eine gute Antwort erfolgen.
Ich will etwas von großer Wichtigkeit sagen: Die Menschen erforschen Visionen zu wenig. Gerade
durch das Verfolgen des Charakters der Visionen kann die beste Geschichte des Intellekts geschrieben
werden.
Selbst wenn wir nur die unreifen Visionen der Vergangenheit erforschen, erkennen wir
entschieden gewisse Zeitabschnitte. Natürlich haben Visionen von empfindungsfähigen Geistern
charakteristische Formen.
Als die Menschen anfingen, sich Christus als unerreichbares Idol bildlich vorzustellen, begann
eine Periode von Christusvisionen in äußerst realistischen Formen. Er erschien als den Menschen sehr
nahe und nahm an ihrem täglichen Leben teil. Kurz gesagt, jeder volkstümliche Irrtum wird richtig
gestellt. Zur Zeit der Demütigung der Frau kann man die Erscheinung der Göttlichen Mutter erkennen.
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Heute, wo die Kontinuität der Kette zwischen der Erde und den Himmeln offenbar gemacht
werden muß, besteht eine Einheit der Offenbarung auf verschiedenen Ebenen.
Nach dem Heiligen Augustinus begann die Kirche in die Dunkelheit des Mittelalters zu versinken,
und Christus wurde hinter ein goldenes Gitter verschlossen. Um es niederzureißen, stieg Christus zu
noch geringeren Bildnissen herab, um die Großartigkeit der Gemeinschaft in Einheit wieder zu
offenbaren. Die Weisheit des Altertums verstand die Wellen der Bedürfnisse der Welt gut.
Natürlich gibt es nur Einen Pfad von der Einen Quelle. Ebenso wie die erhabensten Geister,
kennen auch die empfindungsfähigen Apparate diese Einheit. Der wirbelnde Golf der Umdrehung der
Planeten zieht Teilchen des Geistes an, und die Welt der Höheren Wirklichkeit funkelt in die Fenster.
Im zukünftigen Gleichgewicht zwischen Geist und Materie kann eine klare Vision erlangt werden.
Aber heute sind nur Bruchstücke zu sehen. Aus diesem Grund hüteten die Menschen des Altertums
dieses natürliche Fernrohr so vorsichtig. Die mächtigsten Fernrohre waren Frauen, und die erste
Bedingung für ihren Schutz war Stille.
126. Hier übermittelt der Gesegnete. „Alles ist für alle und auf ewig. Beachtet die vier Gesetze:
Das Gesetz der Einbeziehung; das Gesetz der Furchtlosigkeit; das Gesetz der Nähe; das Gesetz der
Rechtschaffenheit."
Es ist nicht nötig, die Gesetze der Furchtlosigkeit und der Rechtschaffenheit zu erklären, und es ist
leicht, das Gesetz der Einbeziehung zu verstehen, doch das Gesetz der Nähe muß erläutert werden.
Beim Herannahen gewisser Zeichen und Bilder, die durch Daten verordnet werden, sammelt sich eine
besonders gesättigte Atmosphäre, als ob Rauchwolken Himmel und Erde bedecken. Dasjenige, was
klar gewesen war, fängt an zu zerbröckeln und fällt wie in einem Wirbelwind in Stücke. Selbst
physisch ist diese Periode schwer, aber während dieser Zeit werden gewisse Daten verkündet, die wie
Kilometersteine an der Straße stehen.
Da wir jedoch wissen, daß die vorherbestimmten Menschen unfehlbar zu den verordneten Daten
gehören, müssen wir ruhig durch diese Periode hindurchgehen, wie jemand, der sich an neue Gase
anpaßt. Denkt daran, daß nicht nur der Lehrer, sondern auch die ganze Bruderschaft während dieses
Zeitabschnittes wachsam ist, und wenn einzelne Stimmen zu hören sind, braucht Ihr nicht erstaunt zu
sein. Es ist gut, während dieser Periode Blumen um sich zu haben.
127. In den magischen Büchern des Altertums ist der Ausdruck „Illuminacio Regale" zu finden,
was die Königliche Erleuchtung bedeutet. Es ist ein so wichtiges Prinzip, daß Hermes seine
Abhandlung mit den Worten schließt: „Gesegnet sind diejenigen, welche den Pfad der Erleuchtung
gewählt haben."
Das Symbol der Salbung von Königen hat dieselbe Grundlage. Absolut alle Eingeweihten in die
Macht der Mysterien stimmen in der Behauptung überein, daß die höchste Harmonie in den
Offenbarungen der Macht der Erleuchtung zu finden ist. Darum ist der König symbolisch der
Gesalbte, weil er, ohne sich dem Irdischen zu entfremden, den Willen des Himmels ausdrückt. Über
die traditionellen Formeln hinaus, die in der Kruste der Vorurteile erstarrt liegen, ist Wissen sozusagen
in der Luft zerstreut.
Errichtet einen Blitzableiter und zieht den himmlischen Pfeil an. Für den einen ist es gefährlich,
für einen anderen die beste Rüstung. Und die ganze Zukunft ist auf der Erlangung von Erleuchtung
begründet. Ein äußerst schwieriges Telefon wird in den Händen der Menschen sein.
128. Nicht im Scherz werden die Planeten jenseits von Uranus erwähnt. Oft kann der Geist, der
von den kosmischen Wirbel ergriffen wird, sich nicht akklimatisieren und Beobachtungen machen,
doch dies ist nur eine Frage der Zeit und der Praxis. Unsere ausgedehnten Versuche werden für vieles
vorbereiten, wie auch für langwierige Arbeit. Viele Unserer Versuche erfordern Jahrhunderte. Wenn
Ihr daher die Endlosigkeit der Arbeit fühlt, kennt ihr noch eines Unserer Gefühle - die ganze Zeit ist in
Anspruch genommen.
Ton und Blumen werden für weitere Flüge zur Notwendigkeit. Die Töne des Lebens der Sphären
und die lebenskräftigen Ausstrahlungen von Blumen gehören wahrhaftig zum Rezept der Amrita.
Es ist von großem Wert, sich den höchsten Wegen zu nähern, ohne ein Medium zu sein und ohne
dem irdischen Leben zu entsagen. Wo Argumente sind, wo Furcht ist, wo der Keim des Vorurteils ist,
dort ist es schwer für die weißen Blumen. Einfach, einfach, einfach ist das Anwenden von Liebe, Mut
und Bereitschaft. Dies ist keine passende Zeit für hochtrabenden leeren Schein; Eingebildetheit ist
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nicht am Platz, besonders wenn man sie mit dem Waschen der Füße der Fischer seitens des Christus
vergleicht.
In Einfachheit des Lebens, in Erkenntnis der Würde des Dienstes an der Neuen Welt, öffnet Liebe
für das Würdige die Pforten.
129. Ebenso wie Wir über Euch wachen, so beobachten Wir die Entwicklung der Kinder der
ganzen Welt von der Wiege an und wägen ihre besten Gedanken. Natürlich erreicht der Geist nicht oft
seine beste Entwicklung, und die Zahl der Untreuen ist groß, doch Wir freuen Uns über einen reinen
Gedanken wie über einen schönen Garten. Seid deshalb nicht erstaunt, daß der Große Lehrer einfache
Sätze wiederholt, weil Wir dadurch, daß Wir diesen Gedanken feste Form geben, zuweilen einer
ausgezeichneten Blume des Geistes Gelegenheit geben, stärker zu werden. Daher kultivieren Wir
zugleich mit großen kosmischen Entdeckungen und Weltereignissen ebenso sorgsam die Blumen des
Geistes. So abwechslungsreich ist die Arbeit Unserer Bruderschaft.
Es gibt den Gedanken, der nach innen führt, ohne die Oberfläche des Geistes zu verwirren, und es
gibt auch den Gedanken, der wie ein Geschoß, das eine explosive Ladung trägt, in den Weltraum
fliegt. Ein Strahl begleitet das fliegende Geschoß. Jeder Geist weiß, wenn ein Gedanke wie ein
Bumerang fliegt. Es ist besonders wünschenswert, daß der Gedanke mit der eigenen Farbe gefärbt ist.
Aber nur geöffnete Nervenzentren verleihen dem Gedanken keine Farbe und lassen ihn umhüllt mit
der Farbe der Persönlichkeit, und dann hat die wahre Individualität begonnen. Statt daß der Gedanke
von seinem Inhalt gefärbt wird, ist die ganze Sendung von der Farbe der Individualität durchdrungen.
Auf diese Weise wird der Strahl physisch gebildet.
Der Regenbogen ist das beste Zeichen, jede Andeutung eines Regenbogens deutet die Entwicklung
des dritten Auges an.
130. Christus sagte: „Nicht in einem Tempel, sondern im Geist sollst Du beten." Wahrlich,
religiöses Vorurteil ist die schlimmste Vulgarität. Oft haben religiöse Ekstasen mehr Schaden als
Gutes verursacht. Das Volk hat ein vulgäres Schauspiel aus ihnen gemacht. Darum ist es wichtig, die
Vitalität all Derer zu zeigen, Die auf allen Stufen der Leiter stehen.
Es ist an der Zeit, die Diamanten zu entfernen, welche die Heiligenbilder entweihen. Es ist an der
Zeit, dem Gebot Christi gemäß die Reliquien zu verbrennen. Es ist an der Zeit, in den Tempel des
Geistesverständnisses einzutreten und seine Kräfte, die das Wissen der wahren Macht des Geistes
vervollkommnen, zu weihen.
Nicht in abgelegenen Laboratorien, nicht in klösterlichen Zellen, sondern im Leben sollt Ihr die
wahrheitsgemäßen Berichte sammeln. Wo Christus, nicht in den Falten eines Priestergewandes,
sondern in der Schönheit mühseliger Arbeit, Sucher nach der Freiheit des Geistes sammelt.
Oftmals sind Heilige zur Erde zurückgekehrt, weil sie der Menge zuviel von ihrer Verzückung
anstatt vom Aufbau des Lebens übermittelt hatten.
Wir sind entschieden gegen Klöster, da sie die Antithese des Lebens sind. Nur die Pflanzstätten
des Lebens, Gemeinschaften der besten Offenbarung der Arbeit, werden Unsere Hilfe finden.
Wahrhaftig, durch das Leben muß man das Ziel erreichen. Gerade die allgemein anerkannte
Religiosität ist unnötig. Die Tatsachen bewußter Verbindung mit der Wohnstätte des Lichtes sind
nötig. Laßt uns sagen, wir wünschen Hilfe zu bringen, darum begeben wir und bewußt, ohne Magie,
zu der praktischen Quelle. In dieser Einfachheit ist das ganze gegenwärtige Geheimnis enthalten, das
den Menschen, die bis zur Taille in Vorurteilen wandeln, bis jetzt noch so unzugänglich ist. Es wird
ihnen schwer, Einfachheit, Schönheit und Furchtlosigkeit zu verstehen.
131. Furchtlosigkeit ist Unser Führer. Schönheit ist Unser Strahl des Verständnisses. Einfachheit
ist Unser Schlüssel zu den geheimen Türen des Glückes.
Ihr könnt eindrucksvoll über Einfachheit schreiben, denn nichts verschließt den Weg so sehr, wie
aufgeblasene Eingebildetheit. Man muß sich bis zum Äußersten anstrengen, jedem Keim des
Eigendünkels zu widerstehen, ohne in Blindgläubigkeit zu versinken. Dies scheint eine alte Wahrheit
zu sein, aber sie muß heute wiederholt werden. Jeder muß selbst verstehen, wo es ihm an Einfachheit
mangelt.
132. So segensreich wie Selbstvertrauen im Handeln ist, so verderblich ist Eigendünkel.
Eigendünkel steht der Einfachheit feindlich gegenüber. Selbst große Denker sind zu dieser Krankheit
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geneigt und müßten noch einmal zurückkehren, um zu arbeiten, bis sie diese leere Form ausgerottet
haben. Einer der hindernden Umstände ist Mangel an Einfachheit. Man kann Bastschuhe tragen und
braucht doch nicht einfach zu sein. In Einfachheit kann man den größten Tempel erbauen.
Einfachheit, Schönheit und Furchtlosigkeit - Christus und Buddha sprachen von nichts anderem.
Und es ist ein Segen, wenn der Geist im Einklang mit diesen Geboten schwingt.
Bemerkt Ihr, daß Wir sogar versuchen, in den einfachsten Worten zu reden, nur um den Einsturz
des Turmes von Babel näherzubringen. Darum sagt, daß Wir die Wörterbücher zu Asche reduzieren
werden, wenn sie aus den eindrucksvollen Worten Christi einen Haufen wilder Begriffe gemacht
haben. Es wurde einfach gesagt: „Betet auf keine Weise als im Geist!"
Buddha ging friedlich durchs Leben und die Menschen vergaßen Ihn. Christus litt und wurde
vergessen. Nun laßt jeden sein eigenes Schwert über sein Haupt erheben, jeder seinem Streben gemäß.
Ihr Leute, sucht inmitten Eurer Lumpen! Ein weißes Gewand ist für alle bereit. Laßt uns alle
Affengewänder dem Zirkus übergeben, zusammen mit den eingebildeten Toren. Ja, ja, ja! Es ist besser
bei den Wilden als in einer Apotheke mit falschen Heilmitteln. Auf diese Weise redet!
133. Aus dem Grunde, daß Unsere Schüler den Mikrokosmos der Bruderschaft in sich tragen,
besteht ihnen gegenüber keine gleichgültige Haltung. In ihrer Lebensweise werden allmählich
dieselben Einzelheiten wie in Unserem Leben offenbart. Diese sind unaufhörliche Arbeit;
Abwesenheit des Gefühls, der Endlichkeit, selbst des Wissens; Einsamkeit und Abwesenheit eines
Heimes auf Erden; das Verstehen der Freude im Sinne der Erkenntnis von Möglichkeiten - denn die
besten Pfeile erreichen ihr Ziel so selten. Und wenn Wir die Herzen der Menschen sehen, die zu ein
und demselben Garten streben, wie können Wir keine Freude offenbaren? Doch Furchtlosigkeit
angesichts endloser Arbeit ist besonders wichtig. Es ist wahr, daß man Erleichterung durch die
Vergegenwärtigung der unbegrenzten Möglichkeiten des menschlichen Apparates empfindet.
Die Schlange des Sonnengeflechts hilft, die Verwirrung der Nervenzentren zu überwinden; aus
diesem Grunde war die Schlange ein königliches Symbol. Wenn die Ringe der Schlange anfangen sich
zu winden, wird der Organismus besonders empfindungsfähig. Blumen übertragen ihre lebenskräftigen
Ausstrahlungen durch die Fasern der Gewebe der weißen Blutkörperchen, welche die Zitadelle der
Schlange verteidigen. In der Natur lieben Schlangen Blumen; in ähnlicher Weise wird die Schlange
des Sonnengeflechts durch sie ernährt.
Auch Schweine trampeln auf Blumen, aber ohne davon selbst beeinflußt zu werden. Darum kann
man ohne bewußten Verbrauch der lebenskräftigen Ausstrahlung an den besten Heilmitteln
vorübergehen. Daher der Wunsch, die Blumen ungepflückt zu sehen.
134. Das Brechen von Strahlen hat Töne zur Folge, die sich an der Symphonie der Sphärenmusik
beteiligen. Man kann sich ihre kristallene Qualität der Feinheit gemeinsam mit der Macht des
Wirbelwindes vorstellen.
Im Gehirn ist ein Zentrum, das die Glocke genannt wird. Wie ein Resonator nimmt es die
Symphonie der Welt auf und kann die tiefste Stille in einen donnernden Akkord umwandeln. Es wird
gesagt: „Wer Ohren hat, der höre."
Das Rückgrat wird auch der Speer genannt, denn wenn wir Stöße abzuwehren suchen, müssen wir
diesen Kanal anspannen. Die Zentren der Schultern werden auch Flügel genannt, denn während einer
selbstaufopfernden Errungenschaft breiten sich Strahlen von ihnen aus. Die Legende über die Flügel
ist äußerst symbolisch. Ebenso war es eine Lieblingssitte der Menschen des Altertums, eine runde
Metallplatte auf der Brust zu tragen.
Der oberste Teil des Kopfes wird der Brunnen genannt, weil die Wellen fremder Einflüsse auf
diesem Wege eintreten. Überall im Altertum sehen wir, daß das Bedecken des Hauptes mit dem
Symbol des Priesters verbunden ist, während dieses Symbol heutzutage durch den Namen einer Firma
ersetzt wird. So geistig arm sind die Menschen geworden!
Laßt uns mit einer Botschaft für die Anfänger schließen. Ihr habt so viel zu lernen, um die
Weisheit der Ruhe und der Tätigkeit zu erlernen. Ihr müßt maskierte Gesichter erkennen und wissen,
wie Ihr Meinen Namen zur Rüstung jeder Handlung machen müßt.
Ich will in das festgesetzte Land kommen, und wenn der Morgen dämmert, sollte man nicht
einschlafen. Lernt es darum, empfindungsfähig zu sein und Euch mit einem strahlenden Gewand zu
umgeben. Und wenn Ihr ermüdet seid, denkt daran, daß Uns Untätigkeit unbekannt ist. Versucht,
dieselben Gewohnheiten anzunehmen und liebt Blumen und Klang.
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Wandelt wie Löwen, doch behütet die Kleinen, weil sie Euch helfen werden, Meine Türen zu
öffnen. Zeigt Verständnis!
135. Wenn viele irdische Apparate wegen ihrer Schädlichkeit vernichtet werden müssen, dann
wird es an der Zeit sein, die Menschheit vermittels eines natürlichen Apparates näherzubringen.
Ein Apparat ist ein erster Schritt. Die wahre Eroberung wird dann gemacht worden sein, wenn der
Geist alle Apparate ersetzt haben wird. Wenn der Mensch ohne eine einzige Maschine vollständig
ausgerüstet sein wird, ist dies nicht eine Eroberung?
Der Schriftgelehrte kann nur auf der Oberfläche der Erde wirken. Der Geistesgelehrte kann über
alle Grenzen hinaus funktionieren.
Der Aufbau von Verbindungen der Neuen Welt geht nicht leicht vonstatten. Die aufgegebenen
Zentren versuchen die Bemühungen der neuen zu hindern.
Wir werden dem Sturm und dem Platzregen widerstehen. Unser Spiegel ist klar.
136. Euer Gefühl, daß man den ganzen Mut zusammennehmen sollte, um das Ziel zu erreichen,
zeigte Empfindungsfähigkeit. Es gibt ermüdende und gefährliche Übergänge, die nur durch Vertrauen
auf den Führer erduldet werden können. Er muß Euch zum Ziel führen und darf Eure Kraft nicht
überfordern. Wenn Er Eure Kraft überfordern würde, womit würde Er sie ersetzen?
Der erhabene Auftrag der Frauen muß von der Frau ausgeführt werden. Und im Tempel der Mutter
der Welt sollte die Frau verweilen.
Die Offenbarung der Mutter der Welt wird die Einigkeit der Frauen hervorrufen. Die gegenwärtige
Aufgabe besteht darin, eine geistig herrschende Stellung für die Frau zu schaffen. Und die
Übertragung zur Frau in direkter Verbindung mit den höchsten Kräften ist als psychologischer Anstoß
erforderlich. Natürlich wird der notwendige Respekt durch die neue Religion kommen.
Ich fühle, wie gespannt der Strom, wie gespannt die Atmosphäre ist, doch bald wird der Druck der
Sterne geändert werden. Sogar die Annäherung des freundlichen Planeten bringt Schwierigkeiten, weil
seine neuen Strahlen die neuen Schichten der Atmosphäre durchbrechen. Gewiß, sie sind besser als
diejenigen des Mondes, aber der neue Druck ist noch nicht gleichmäßig verteilt.
137. Mit tiefgründigem Symbolismus wies Christus auf die Kinder hin. Ebenso einfach wollen wir
uns den Pforten des Großen Wissens nähern. Gewiß, Wir stellen komplizierte und exakte Formeln auf,
jedoch die Methode der Entdeckung liegt im geistigen Bewußtsein. Gerade in diesem Bewußtsein
finden Wir Mittel und Wege, dem Denken neue Sphären der Welten zugänglich zu machen, indem Wir
die Grenze des Denkens erweitern. Das Bewußtsein ergießt sich sozusagen in einen unendlichen
Ozean und erfaßt neue Sphären. So großartig und mächtig ist die Schöpfung des Kosmos.
138. Urusvati. Es ist an der Zeit zu sagen, daß dies der Name ist, den Wir dem Stern gegeben
haben, der sich der Erde unwiderstehlich nähert. Seit langem ist er das Symbol der Mutter der Welt
gewesen, und das Zeitalter der Mutter der Welt muß zur Zeit der beispiellosen Annäherung Ihres
Sternes zur Erde beginnen. Die Große Epoche beginnt, weil das Verständnis des Geistes mit der
Mutter der Welt verbunden ist. Selbst für diejenigen, welche den Zeitpunkt kennen, ist es wunderbar,
die physische Annäherung des Vorherbestimmten zu erblicken. Das Herannahen dieser sehr großen
Epoche ist wichtig; sie wird das Leben der Erde wesentlich ändern. Eine Große Epoche! Ich freue
Mich so sehr, wenn Ich sehe, wie die neuen Strahlen die Dichte der Erde durchdringen. Wenn sie auch
am Anfang schwer - zu ertragen sind, ruft ihre Ausstrahlung doch neue Elemente hervor, die für den
Anstoß so nötig sind. Neue Strahlen erreichen die Erde zum ersten Mal seit ihrer Bildung.
Heute ist der Anfang des weiblichen Erwachens. Eine neue Welle hat die Erde heute erreicht, und
neue Herde sind entzündet worden; denn die Substanz der Strahlen dringt tief ein.
Es ist freudevoll, das Herannahen des Neuen Zeitalters zu fühlen.
139. Die Notwendigkeit des Betruges zwingt die Priester alter Religionen dazu, die Menschen in
den Abgrund der Dunkelheit zu stoßen. Ja, man kann sie am Fuß des Berges lassen, wie Moses es tat,
doch die Gesetzestafeln müssen offenbart werden.
Wie vergänglich alles einst erschien! Unsere jünger, die zum letzten Mal auf der Erde erscheinen,
erfahren das Gefühl der Einsamkeit und der Entfremdung. Nur im Bewußtsein verstehen wir den Wert
der Erde, aber nichts zwingt uns, zurückzuschauen, wenn der Geist seine Schatztruhe bereits gefüllt
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hat. Das hauptsächliche Erfordernis ist die Umstellung des menschlichen Gefühls der Freude. Und was
für Freude kann es geben, wenn man die Unvollkommenheit des Lebens erkennt? Doch wenn der
Geist den Dimensionen des Kosmos gegenübersteht, dann wird diese Freude durch die Erkenntnis der
Möglichkeiten ersetzt.
Und als Ich flüsterte: „Deine Freude wird vergehen!" hatte Ich die Umwandlung der menschlichen
Freude in den kosmisch offenbarten Begriff im Sinn, wie beim Eintritt in einen luftleeren Raum. Die
Strahlen des neuen Lebens umhüllen den Menschen besser als ein Moskitonetz, und man braucht sich
der Erde nicht angespannt zuzuwenden. Darin ist Harmonie, wenn Wir für die Erde arbeiten. Für
Nichteingeweihte scheint dies reiner Unsinn zu sein, doch Ihr versteht, wie man jeden reinen irdischen
Gedanken über seine gegenwärtige Bedeutung hinaus verstehen und entwickeln kann. Und nur dann,
wenn man den Faden von Christus bis zum Grashalm verfolgt hat, ist den Arbeitsmöglichkeiten
nachgekommen worden.
Groß ist das Wissen über das Nichtvorhandensein des Todes. Alles ist vergessen worden - sonst
würden die Menschen anders leben.
140. Dies ist die Geschichte von Maria Magdalena:
Ihr kennt meine Lebensweise, wie die Leute uns nachts kannten und am Tage mieden.
Ebenso erging es Christus. Nachts kamen sie, und am Tage wandten sie ihr Gesicht ab. Ich
dachte: „Hier bin ich, die Niedrigste, und beim Licht der Sonne schämen sich die Menschen vor
mir. Doch auch Er, der Erhabenste Prophet, wird am Tage gemieden. Somit werden das
Niedrigste und das Erhabenste in gleicher Weise gemieden!"
Und so entschied ich mich, Ihn am Tage zu finden und Ihm meine Hand
entgegenzustrecken. Ich zog mein bestes Gewand an und band mein Halsband aus Smyrna um
und parfümierte mein Haar. Und so ging ich, um zu den Leuten zu sagen: „Hier im Tageslicht
begegnen sich das Niedrigste und das Höchste - beides in gleicher Weise von Euch gemieden."
Und als ich Ihn sah, wie Er unter den Fischern saß und mit einem Sacktuch bekleidet war,
blieb ich auf der anderen Seite und konnte mich nicht nähern. Zwischen uns gingen Leute
vorüber und mieden uns beide in gleicher Weise. So wurde über mein Leben entschieden. Denn
Er sagte zu seinem Beliebtesten Jünger: „Nimm diese Prise Staub und bringe sie diesem Weib,
damit sie ihn gegen ihr Halsband umtauschen kann. Wahrlich in dieser Asche ist mehr Leben als
in ihren Steinen; denn aus Asche kann Ich Steine erschaffen, doch aus Steinen nur Staub."
Das übrige wißt Ihr bereits. Er verurteilte mich nicht. Er wog nur meine Ketten, und die
Ketten der Schande zerfielen zu Staub. Er entschied auf einfache Weise. Niemals zögerte Er,
den einfachsten Gegenstand zu senden, der über das ganze Leben eines Menschen entschied. Er
berührte diese Sendung als ob Er sie im Geist badete. Sein Pfad war leer; denn die Menschen
gingen eilig davon, nachdem sie Seine Gaben empfangen hatten. Und wenn Er Seine Hände
auflegen wollte, fand Er alles leer. Als Er bereits verurteilt worden war, liefen die Furien der
Schande hinter Ihm her und schwangen spöttisch ihre Zweige. Der Preis des Räubers war der
Menschenmenge würdig.
Wahrlich, Er sprengte die Ketten, weil Er Wissen verlieh, ohne eine Belohnung
anzunehmen.
141. Mit welcher Mannigfaltigkeit gehen die Baupläne vorwärts!
Einst sagten Wir: „Gebt alles auf!" Nun gehen Wir weiter und sagen: „Nehmt alles, doch
betrachtet es nicht als Euer Eigentum.
Einfache Erwägung wird zeigen, wie unmöglich es ist, irdische Dinge mitzunehmen. Doch sie sind
unter Mitwirkung des Geistes erschaffen worden, daher sollte man sie nicht verachten. Wie kann man
an den Blumen der Natur vorübergehen? Doch die Schöpfungen der Arbeit sind auch die Blumen der
Menschheit. Wenn ihr Duft und ihre Farbe unvollkommen sind, kann man es nur bedauern.
142. So findet jeder nützliche Gedanke Anerkennung. Ein Anschlagen der Saite ruft einen
Einklang hervor. Eine klare und mutige Gedankenformulierung ist sehr nützlich.
Wir wissen eine mittelalterliche Laute ebenso zu würdigen wie Wagners „Walküre". Auch das alte
chinesische Kristallinstrument ist fein. Die Reinheit seines Tones entspricht der Reinheit der Blumen.
Es wird eine Regenbogenharfe genannt. Die Strahlen rufen ausgezeichnete Trompetenklänge hervor,
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und das Läuten der Wirbel ist unersetzlich, wie in einem Streichquartett. Wahrlich, es lohnt sich, mit
solchen Ausblicken zu leben.
143. In Übereinstimmung mit dem Rhythmus der Weltbewegung ist ein sich ständig
wiederholender Machtzufluß erforderlich. Eile zu offenbaren, widerspricht der Schöpfung der Welt.
Die Art und Weise der Bildung von Kristallen und Blumen deutet an, wie sich Vollkommenheit
entwickelt.
144. Die Verbindung zwischen Christus und Buddha glimmert trübe im Verständnis der
Menschen.
145. Was die Anwendung Meiner Medikamente anbelangt, so müssen alle Kräfte des
Pflanzenreiches dem einzigen Ziel zugewandt werden, für das sie existieren - der Verstärkung der
Lebenskraft. Es ist möglich, alle Krankheiten durch die entgegenwirkende Lebenskraft zu heilen.
Gewisse Pflanzen existieren als Sammelbecken für Prana. Die Kiefern sammeln es wie elektrische
Nadeln. Und als Verbindung zwischen Himmel und den Tiefen der Erde ist die Erde mit lebenden
Antennen bedeckt, die das wahre erneuernde Element des geistigen Gewebes sammeln und
aufspeichern. Unwissenheit mag eine Krankheit verheimlichen, aber es ist besser, sie mit dem Feuer
des Lebens zu verzehren. Nicht durch ein künstliches, erschöpfendes Reizmittel, sondern durch den
Gebrauch der Lebenskraft, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.
Man sollte nicht unter den Mineralien suchen, weil sie vor langer Zeit die Wirkung von Prana
verloren haben. Ihre Bestimmung ist andersartig. Doch die solare Offenbarung verleiht Leben.
Wahrlich, der mineralische Boden liefert einen scheinbaren Stützpunkt für das Leben, aber dies ist
nur ein Pedal, das ohne Saiten zwecklos ist. Und so wird Meine Apotheke zu der Essenz gelenkt
werden, die der Menschheit gemein ist. Sie wird Lebenskraft ohne Schlachten bestätigen, weil die
Pflanzen leicht in den nächsten Zustand übergehen.
Impfungen sind gut, wenn die Lebenskraft ihnen gerecht wird, sonst sind sie wie ein zerstörendes
Pflaster. Ein Wesen, das volle Lebenskraft besitzt, braucht keine Impfungen; es besitzt die sogenannte
solare Immunität.
In den Dörfern ist wenig Lebenskraft vorhanden, weil Prana nur dann hilft, wenn es bewußt
aufgenommen wird. Ernährung des Geistes kann nur bewußt vonstatten gehen.
Man sollte zu den Andeutungen über Medikamente hinzufügen, daß die Häute der Moschustiere in
Lemurien geschätzt wurden. Auch ein Kelch mit Zedernharz spielte in den Zeremonien der Weihung
von Königen vom alten Chorassan eine Rolle. Auch die Druiden nannten den Kelch voller Zedernharz
den Kelch des Lebens. Und erst später, mit dem Verlust der Vergegenwärtigung des Geistes, wurde es
durch Blut ersetzt.
Das Feuer des Zornaster war das Ergebnis des Verbrennens von Zedernharz im Kelch.
146. Der halbe Himmel befaßt sich mit einer ungewöhnlichen Offenbarung. Um einen
unsichtbaren Himmelskörper herum hat ein unermeßlicher Ring zu strahlen begonnen, Strahlen eilen
seinen Rand entlang. Die Furien des Schreckens haben sich in Höhlen verborgen, benommen vom
Glanz dieses Zeichens.
Die besten Fähigkeiten sind von den Menschen hervorgebracht worden. Die gebende Hand lebt
weise. Und laßt den alten Grund und Boden ruhen. Wem sollte man den neuen Boden geben? Jenen,
die ein wenig von dem alten Wissen bringen werden. Der Volkshaufen stürzt sich auf einen leeren Ort.
Laßt diejenigen zurückkehren, die fortgegangen sind.
Da Meere die Berge bedecken und Wüsten die Stelle des Meeresgrundes einnehmen können, ist es
dann unmöglich, sich das Wunder des Bevölkerns der Wüste vorzustellen? Ein Pflüger, ein einfacher
Landwirt, gibt seinem Feld Ruhe und gestattet es ihm, mit Unkraut bedeckt zu werden. Ebenso müssen
im Großen Plan die Orte der Ernte abgewechselt werden. Es geziemt den Neuen, an einem neuen Ort
zu sein.
Ich fühle, daß der menschliche Geist sich erheben wird; doch heißt die Unglücklichen
willkommen: „Kommt, Ihr Nackten, wir wollen Euch bekleiden; kommt, Ihr Kleinen, wir wollen Euch
aufziehen; Kommt, Ihr Stummen, wir wollen Euch die Sprache verleihen; Kommt, Ihr Blinden, und
seht den vorherbestimmten Bereich."
Wessen Hand streckt sich zum Riegel Meines Hauses aus?
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„Wanderer, Du besitzt nichts, darum sollst Du eintreten."
Auf diese Weise werden wir das Ziel erreichen.
147. Es ist an der Zeit, die Unvollkommenheit der Materie zu beseitigen. Um dies zu erreichen,
müssen sich die Menschen des Geistes bewußt werden; sonst neigt der Allgemeinzustand dazu, die
individuellen Möglichkeiten auf seine eigene Stufe herabzusetzen, ebenso wie die Wogen des Ozeans
einen gemeinsamen Rhythmus bewahren.
Darum ist es an der Zeit, die Völker durch das Schwert oder durch Blitz aufzurütteln, nur um den
Schrei des Geistes hervorzurufen.
148. Wenn Ihr die Klischees der ersten Schöpfungen sehen könntet, würdet Ihr entsetzt sein. Das
hauptsächliche Hindernis ist, daß nur die Materie auf Materie einwirken kann. Eine Brücke vom Geist
zur Bruderschaft zu erbauen, war nicht so schwer, aber eine normale Verbindung zwischen der
Bruderschaft und den Menschen herzustellen, ist unsagbar schwer. Die Menschen wiederholen wie
Papageien die bemerkenswerte Formel: „Tod überwindet Tod" - aber sie erwägen die Bedeutung nicht.
Es ist entschieden worden, das zukünftige Schicksal dadurch zu sichern, daß es den
lebenskräftigen, praktischen Umständen der Mitarbeit des Geistes ausgesetzt wird. Die Schwierigkeit
liegt in den neuen Differenzierungen der Menschheit. Die früheren primitiven Einteilungen in Kasten,
Klassen und Berufe sind durch eine komplizierte Unterscheidung dem Licht und Schatten
entsprechend ersetzt worden. Diese Erscheinung wird als ein gereinigter Kommunismus die besten
Gruppen der Menschheit auswählen. Ohne Einzelheiten zu berücksichtigen, muß man eine allgemeine
Grenzlinie zwischen Licht und Schatten ziehen, als ob man eine neue Armee einberufen würde.
Wie schwer ist es, auszuwählen, ohne Zuflucht zu besonderen Maßstäben nehmen zu können.
149. Die Wellen der Strömungen gehen spiralförmig vorwärts. Das Prinzip des spiralförmigen
Wirbels ist in allem zu finden.
150. Die Mutter der Welt erscheint als Symbol des weiblichen Ursprungs in der neuen Epoche,
und der männliche Ursprung gibt den Schatz der Welt freiwillig an den weiblichen Ursprung zurück.
Amazonen waren die Verkörperung der Kraft des weiblichen Prinzips, und nun ist es notwendig, den
Aspekt geistiger Vollkommenheit der Frau zu zeigen.
Im Namen Christi sind große Verbrechen begangen worden. Darum kleidet Sich Christus heute in
andere Gewänder. Man muß alle Übertreibungen ablegen. Wir sprechen nicht über oberflächlich
ausgeschmückte Werke, da sich selbst durch die Bände des Origines Abänderungen eingeschlichen
haben. Darum ist es an der Zeit, die Zustände der Welt zu ändern.
Die Hebel können nicht vor dem vorherbestimmten Zeitpunkt in Bewegung gesetzt werden, und
eine Beschleunigung bedeutet das Durchschneiden der Drähte.
151. Wir können die Grenzen der Möglichkeiten der Eroberungen des Geistes nicht kennen. Der
Samen des Geistes ist vollständig, aber sein Streben kann der Aura entsprechend beurteilt werden.
Es gibt Gedanken, die nach innen gelenkt und von der inneren Kraft des Geistes absorbiert
werden. Es gibt Gedanken, die nicht auf der irdischen Ebene in Erscheinung treten.
152. Man kann eine Stadt erbauen, man kann das beste Wissen geben, aber am allerschwersten ist
es, das wahre Bild Christi zu offenbaren. Erwägt, wie das Bild Christi gereinigt werden kann.
Wenn man die Bruchstücke der Begriffe der Menschen über den Erretter sammelt und das
Priestergewand durch einen Arbeitskittel ersetzt, kann man Erleuchtung finden.
Durch menschliche Hände muß der Tempel erbaut werden.
153. Der Stern von Allabahad deutete den Weg an. Und so besuchten Wir Sarnath und Gaya.
Überall fanden Wir die Entweihung der Religion. Auf dem Rückweg unter dem Vollmond ereignete
sich das denkwürdige Wort des Christus.
Während des Nachtmarsches verlor der Führer den Weg. Nach einigem Suchen fand Ich Christus,
Der auf einem Sandhügel saß und den vom Mondlicht überfluteten Sand anblickte. Ich sagte zu Ihm:
„Wir haben den Weg verloren. Wir müssen die Andeutungen der Sterne erwarten."
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„Rossul M., was bedeutet Uns ein Weg, wenn die ganze Welt Uns erwartet? "
Dann nahm Er Seinen Bambusstab und zeichnete mit ihm ein Quadrat um den Abdruck Seines
Fußes, indem Er sagte: „Wahrlich, sage Ich, durch menschliche Füße."
Und indem Er den Abdruck Seiner Handfläche machte, umgab Er sie auch mit einem Quadrat.
„Wahrlich, durch menschliche Hände."
Zwischen den Quadraten zeichnete Er die Form einer Säule, die von einem Bogen gekrönt war. Er
sagte: „Oh, wie Aum in das menschliche Bewußtsein eindringen soll! Hier habe Ich einen Stempel und
darüber einen Bogen gezeichnet und das Fundament in vier Richtungen gelegt. Wenn der Tempel
durch menschliche Füße und Hände erbaut wird, in dem der Stempel, den Ich gelegt habe, erblühen
wird, dann laßt die Bauleute Meinen Weg nehmen. Warum sollten Wir den Weg erwarten, wenn er vor
Uns liegt? "
Dann erhob Er Sich und löschte alles, was er gezeichnet hatte, mit Seinem Stab aus.
„Wenn der Name des Tempels verkündet werden wird, dann soll die Inschrift zum Vorschein
kommen. Zur Erinnerung an Meine Konstellation sollen das Quadrat und neun Sterne über dem
Tempel leuchten. Das Zeichen des Fußes und der Hand soll über dem Eckstein eingraviert werden."
So sprach Er Selbst am Abend vor dem Neumond.
Und die Hitze der Wüste war groß.
Der Morgenstern ist das Zeichen der Großen Epoche, das als erster Strahl von der Lehre Christi
aufleuchten wird. Denn wer könnte die Mutter der Welt preisen, wenn nicht Christus, der Eine, der
von der Welt so erniedrigt wurde.
Gebt Uns das Gewölbe des Domes, in den Wir eintreten können.
154. Die Berührung des Strahles der Bruderschaft verstärkt den Scharfblick der Wahrnehmungen.
Darum muß man jede Empfindung in Betracht ziehen.
Sowohl unbedeutende als auch wichtige Ereignisse schlagen die Aura an, als ob sie aus
musikalischen Saiten bestünde. Die wachsende Aura hat ihre Vorzüge, und diese äolischen Flügel
ertönen auf mannigfaltige Weise. Die Last der Welt spielt ihre Symphonien auf ihnen. Man kann nicht
sagen, daß der durch die Aura erleuchtete Mensch bewegungslos sei. Die äußere Hülle der Aura ist
wie ein tobendes Meer. Was für eine Aufgabe für die Wissenschaftler - die Ernährung der Aura von
innen und die Widerspiegelung von außen zu verfolgen! Wahrhaftig, ein Weltkampf!
Das Symbol der Last der Welt ist ein Mensch, der eine Kugel trägt. Alle komplizierten
Empfindungen verstärken sich bis an die Grenze des Schmerzes. Man kann einen Eindruck erhalten
als ob man zwischen Hammer und Amboß sei. Darum ist die Erlangung einer Regenbogenaura so
praktisch, weil sie die Mittel der Assimilation alles Existierenden in sich birgt. Selbst die besten
monochromatischen Auren müssen die Feuersbrünste allein löschen, indem sie aus ihrem eigenen
Ozean schöpfen, während eine Regenbogenaura die Strahlen mit Leichtigkeit zurückwirft und
absorbiert. Darum ist das Erreichen des Zieles eine äußerst praktische Handlung.
155. Wenn Ihr Schwierigkeiten habt, sitzt schweigend zusammen und erwägt ein und denselben
Gedanken. Bald werdet Ihr verstehen, wie sehr praktisch sich eine solche schweigende Beratung
erweist. Wir senden die Kraft des Geistes einen einzigen Kanal entlang herab. Dies hat eine
ungewöhnliche Entladung zur Folge, die durch Magnetismus verstärkt und durch Rhythmus
harmonisiert wird. Das Gesetz besagt, daß zwei übereinstimmende Gedanken die Kraft sieben Mal
verstärken. Dies ist keine Magie, sondern eine praktische Erwägung.
156. Versteht es, den Wogen des Lebens in Schönheit zu begegnen. Es handelt sich nicht um den
Empfang von süßem Gebäck, sondern um das Schmieden eines Schwertes; nicht um zuckerige Finger,
sondern um die starke Hand eines Kämpfers des Geistes. Dem Feind entgegenzutreten, ohne ihn als
solchen anzuerkennen, und die Pforten zu erreichen, ohne zurückzuschauen - ist Unser Weg! Wir
kennen die Haltung des ausersehenen Eroberers. Vor allem hüpft nicht den Weg entlang. Wir sollten
Uns besonders über die Stetigkeit Eures Schrittes freuen. Es ist passender für den Strahl, die
Wandelnden zu erleuchten als hinter den Hüpfenden herzulaufen. Die Menschen haben viel leisten
können, aber selten wußten sie, wie man in Schönheit endet. Zur Zeit der Morgendämmerung, zur
Abendstunde, im Vormarsch und im Rückzug, wenn Ihr fliegt oder taucht, denkt an Uns, die
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Beobachtenden. Das Schöne wird auch das Würdige sein. Muß man die Seiten der Weltgeschichte
öffnen, um Riesen zu zeigen, die nicht wußten, wie sie über einen Strom steigen sollten?
Leichtigkeit wurde damals durch Häßlichkeit verdunkelt; und der Verstand versagte und verlor die
Wertschätzung der Schönheit. Aber das Auftauchen komplizierter Probleme bedeutet für den
Mathematiker nur Freude. Und die Macht des Schweigens, die bereits besprochen wurde, verbleibt.
157. Feuer verbrennt unvollkommene Gedanken. Wie sollte man sonst die Wiege authentischer
Errungenschaften füllen? Das Experiment, den Gedanken durch den Strahl zu filtern, ist sehr wichtig.
Jeder drückt das innere Wesen seiner Aura aus, aber einzelne Gedanken können ihrem inneren Gehalt
entsprechend von verschiedenem Wert sein. Dann kann die Substanz des Gedankens durch einen
besonderen Strahl geprüft werden; das Vorhandensein innerer Geistigkeit erleuchtet den Gedanken
durch die Farbe der Aura, doch wenn der Gedanke niedrig ist, verbrennt er unter dem Strahl. Es ergibt
sich also nicht nur ein Prüfen von Gedanken, sondern auch die Desinfektion des Weltraumes.
Man kann sich vorstellen, wie ein Strahl den Weltraum durchdringt und sowohl wundersame
Schätze als auch kleine rote und orangefarbige Feuer findet, die wie verbrecherische Vergifter sind.
Warum werden die Schichten oberhalb der Erde nicht gereinigt, wenn sie selbst dem Auge als
rauchiges Orangegelb erscheinen?
Am besten ist es, die Keime von niedrigen Gedanken zu zerstören, die ansteckender sind als alle
Krankheiten. Man sollte weniger sorgfältig mit geäußerten Worten sein als mit Gedanken. Während
eines Wortes werden zehn Gedanken geboren.
158. Es ist notwendig, wahrheitsgemäß über die Grundlagen zu sprechen. Ihr habt bemerkt, daß
Wir die Astralwelt einen aufgestapelten Haufen nennen. Wir betonen wie Wir sie vermeiden. Ihr wißt
bereits, daß Astralkörper Umfang und Gewicht haben und viele Eigentümlichkeiten des irdischen
Lebens mitnehmen. Die Relativität des irdischen Wissens ist wohlbekannt. Natürlich nehmen die
Astralkörper keinen geringen Teil der Relativität mit sich, doch da sie von der fleischlichen Hülle
befreit sind, erlangen sie die schöpferische Fähigkeit des Geistes. Doch Ihr könnt Euch selbst
vorstellen, wie sich die Relativität des Wissens in diesen Bauten widerspiegelt. Neben einem
eingebildeten Olymp kann man einer ungeheuren Fabrik begegnen, die während des irdischen Lebens
nicht verwirklicht worden war. Es existieren harmonische Oasen, aber im allgemeinen herrscht ein
phantastischer Friedhof menschlicher Überbleibsel vor. Es ist nicht ratsam, sich weitgehend in die
astralen Klischees zu versenken, weil nur eine irrtümliche Darstellung folgen wird. In dieser Hinsicht
sind die gewöhnlichen Medien schädlich.
Laßt uns die Folgen der Dünste der irdischen Küche nicht aufzählen, aber es ist ganz wichtig zu
verstehen, wie man die Folgen der Relativität herabsetzen kann. Sie können durch die tatsächliche
Wahrheit vermindert werden; aber die Wahrheit kann nur durch Geistigkeit erkannt werden, und
darum wird das Erwachen der Geistigkeit zu einer kosmischen Bedingung.
159. Freude ist eine besondere Weisheit, wie Christus sagte.
Nichts sammelt die Essenz des Pranas so gut wie Pflanzen. Selbst Pranayama kann durch
Verbindung mit Pflanzen ersetzt werden. Man sollte verstehen, wie aufmerksam das Auge die Struktur
der Pflanzen ergründen muß. Die Poren der Pflanzen werden nicht nur durch die Ankunft neuer Blätter
und Blumen vergrößert, sondern auch durch die Beseitigung verwelkter Teile. Das Gesetz der
Ernährung der Erde gewährt durch die Antennen der Pflanzen die Möglichkeit, vermittels des Geruchs
und des Sehvermögens die kostbare Eigenschaft der Lebenskraft, der sogenannten Namrovaloris, die
durch bewußtes Streben erlangt wird, aus diesem Reservoir zu schöpfen.
So wertvoll wie lebendige Pflanzen sind, die ihre Lebenskraft nicht verloren haben, so können
auch Präparate von ihnen, die in der Sonne getrocknet wurden, nützlich sein. Doch das Stadium der
Verwesung sollte vermieden werden, weil Zersetzung in allem gleich ist und stets die
unvollkommensten Geister anzieht. Darum sollte man den Zustand von Schnittblumen beobachten.
Der Geruch der Verwesung muß empfunden werden, da nicht die äußere Erscheinung, sondern der
Geruch das Symptom offenbart.
Wenn es nicht die richtige Jahreszeit für Blumen ist, ist es nützlich, kleine Kiefern zu haben. Wie
ein Dynamo sammeln sie die Lebenskraft und sie sind wirkungsvoller als richtiges Atmen. Statt durch
rituelles Atmen kann man auf diese Weise einen äußerst kondensierten Vorrat an Prana erhalten.
Natürlich erhöht auch ein Ruhezustand die Wirkung.
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Das wesentliche Verständnis für die Kraft der Natur wird ohne Magie eine Erneuerung der
Möglichkeiten zulassen.
160. Es ist unmöglich, die Bedingungen der Erde von den umgebenden Umständen zu trennen,
weil die Mentalwelt keine engen Grenzlinien hat.
Wieder muß man gegen die Astralwelt sprechen, weil es wünschenswert ist, dieses Stadium in
Zukunft beträchtlich zu verkürzen. Heute ist es unvermeidlich, doch nach der Entwicklung des Geistes
wird die Offenbarung des Mentalkörpers leichter erreichbar werden.
Devachan ist der Ort angenehmer Vorstellungen. Aber gleichzeitig ist er gefährlich, weil ein
schwacher Geist wenig geneigt ist, einen so angenehmen Aufenthaltsort zu verlassen. Dieser
Aufenthalt bringt die größte Unwilligkeit, zu weiterer Arbeit zurückzukehren. Und wenn die Zeit
kommt, dieses Walhalla zu verlassen, findet der Astralkörper diesen Ort äußert behaglich, während der
Mentalkörper des Menschen zu Errungenschaften antreibt.
Gerade der Geist gestattet kein Verweilen, denn der Geist erinnert sich in seinem innersten Wesen
an schöne Welten. Uber alle Erinnerungen hinaus verbleibt ein unsägliches, unveränderliches
Bewußtsein der Möglichkeit der Rückkehr zu dem Licht, aus dem der Funke hervorging.
Wie kann ein empfindungsfähiger Geist den Anfall von Weltschmerz vermeiden? Es hat niemals
einen Fall gegeben, wo ein Mensch fähig war, sich im Geist von der irdischen Ebene ohne ein
Zusammenziehen seiner Nervenzentren zu lösen, genauso, wie es der kühne Flieger empfindet, der in
seinem Herzen ein einzigartiges Zittern spürt, wenn er sich von der Erde löst.
Das Ziel und die Bedeutung der Existenz ist, über die Grenzen des Bekannten hinaus
emporzustreben und einander behilflich zu sein.
Wenn wir uns ohne mechanische Mittel die Empfindung, auf einem Felsen vor einem Phänomen
der Natur zu stehen, ins Gedächtnis zurückrufen, zieht sich das Herz nicht zusammen? Nach diesem
Stadium wird die Empfindung der Umarmung der Grenzenlosigkeit wahrgenommen werden.
Einige Menschen finden sich mit Leichtigkeit mit der Täuschung und dem Luxus der Astralebene
ab, doch Ihr werdet nicht davon angezogen werden. Nur die Wohnstätten des Wissens werden den
Pfad umreißen.
161. Ihr habt bemerkt, daß jeder Große Lehrer über die Kontinuität des Lebens gesprochen hat.
Man kann ebenfalls bemerken, daß gerade diese Andeutung von jeder Lehre beseitigt wird, weil
Materialismus sich verteidigen muß. Auf Erden ist dieser Umstand von besonderer Bedeutung.
Es muß erkannt werden, daß die irdische Materie sehr dicht ist. Auf den Planeten, die auf tieferer
Stufe als die Erde stehen, ist die Materie sehr grob; auf denen, die höher als die Erde sind,
harmonisiert die Materie mit dem Geist. Daher erscheint die Erde als Wendepunkt.
Es gibt Unvollkommenheiten auf höheren Planeten, aber es besteht dort kein Widerstand der
Materie. Es ist dort leichter zu forschen, ohne seine Kraft in zwecklosen Kämpfen zu verlieren. Dort
wird die Materie untrennbar vom Geist, ohne jegliche Opposition zwischen ihnen.
Niemand leugnet den Wert der Materie ab, aber es ist undenkbar, daß bei einer Lokomotive die
Räder und der Dampfkessel miteinander streiten müssen. Es scheint, daß je besser der Kessel arbeitet,
es um so besser für die Räder ist. Aber derjenige, welcher die Verantwortung für die Räder hat, könnte
denken, daß sie der wichtigste Teil des Organismus sind und jeden einladen, eine Fahrt auf den Rädern
zu machen, wobei er die Tatsache ignoriert, daß die Räder ohne Dampfkraft nur bergab rollen können.
Im Grunde besteht kein Konflikt zwischen der Struktur der Materie und der des Geistes. Warum
sollte man die Bewegung in die schöne Unbegrenztheit aufhalten? Und warum sollte man in der Nähe
der Erde eingebildete Dämme auftürmen? Man kann die verspäteten Reisenden bemitleiden, weil diese
irdischen Aufenthaltsorte ihnen über eine gewisse Periode hinaus nicht dienen werden.
Warum sind hundert Inkarnationen notwendig, wenn man die Schwelle mit zehn überschreiten
kann?
Wie lebhaft ist die Erinnerung daran, daß der letzte Große Lehrer einen empörenden Tod für das
erlitt, von dem man annehmen könnte, daß es der Menschheit bereits seit langem bekannt war.
162. Man sollte sich daran erinnern, daß verfeinerte Materie eine absorbierende Fähigkeit besitzt.
Wenn jemand sich der Materie um ihres augenblicklichen Zustandes willen nähert, empfängt er keine
Immunität des Geistes und versinkt in das sogenannte Maya, weil die Hülle, ohne Vervollkommnung
der Substanz der Dinge, giftig wird.
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163. Das Wachsen des geistigen Verständnisses zieht auch die Mitarbeit der kleinen Wesen an,
welche die Luft bevölkern. Aus diesem Grunde ist die Feindlichkeit der Materie bedauerlich. Bewußte
Zusammenarbeit mit der Materie könnte viel schneller erreicht werden.
Es ist verlockend, unmittelbare materielle Vorteile zu erlangen. Selbst intelligente Menschen sind
nicht abgeneigt, einen Titel zu empfangen, ohne seine Folgen zu erwägen. Der Friedhof ist voller
hoher Titel; dies ist das Denkmal für jenen Zaun, der Isolierung der Materie ist.
Die Materie ist tatsächlich sehr wichtig, aber nur mit dem Geist erlangt sie ihre heilige Bedeutung.
Ebenso wie der große Bewunderer der Materie ohne Geist unwissend ist, so würde auch ein Adept
ohne Intellekt armselig sein. Doch man kann im Geist fliegen, während Materie keine Flügel hat.
Geistigkeit auf Erden kann hochragende Pforten öffnen.
Wenn der Mensch frei von Furcht ist, kann er den Ursprung der Wirklichkeit erfahren.
164. Die Qualität der Strahlen ist unendlich verschiedenartig, doch zwei Kategorien sind leicht zu
unterscheiden. Eine Kategorie kann durch die heutige Menschheit offenbart werden, während die
andere Strahlen umfaßt, die ein geistiges Verständnis von den Menschen verlangen, ohne das die
Strahlen sehr zerstörend sein können. jeder Strahl kann nur innerhalb der Grenzen seiner generischen
Farben Schutz bieten. Wenn selbst ein sehr dunkles Gelb einem violetten Strahl widerspricht, wie
werden dann alle hochroten Farbtöne die äußere Hülle einer solchen Aura treffen? Durch
Vollkommenheit wird ein neuer Schutz erlangt, woraufhin wir verschiedene Strahlen erkennen und sie
mit unserem eigenen Strahl absorbieren. Wir beschirmen uns sozusagen durch unsere eigene
Farbenskala vor Ermüdung durch verschiedene plötzliche Erkenntnisse.
Zum Beispiel fängt jemand, der eine violette Aura besitzt, an, alles in Wellen von violetten und
blauen Schattierungen zu sehen. Dies bedeutet, daß sein Schild stärker wird.
Es bedeutet, daß er, statt Stiche und Wunden zu empfangen, in seinen eigenen Ozean getaucht ist,
und daß fremde Farben anscheinend durch die Ansammlungen seiner Aura absorbiert werden. Aber
die Schwierigkeit dieser Ansammlungen ist, daß sie nicht von außen hinzugefügt, sondern nur von
innen hervorgerufen werden können. Darum ist es ein gutes Zeichen, wenn die Flamme des Geistes
ihre eigene Farbe ausstrahlt.
Jede monochromatische Aura enthält drei Wellen, die den drei hauptsächlichen Substanzen
entsprechen, der physischen, der astralen und der mentalen.
165. Wir sehen den Marsch vorherbestimmter Ereignisse und bemerken das Erscheinen von
Persönlichkeiten, die anscheinend losgelöst vom Leben sind, obgleich Wir sie nach ihren
Errungenschaften bewerten. Doch ihr Leben fließt dahin, bald inmitten einer Loslösung und bald in
einer Errungenschaft, die wie ein Funke in der Dunkelheit erscheint.
Sowohl die folgenden als auch die früheren Ereignisse verlaufen gänzlich unbeachtet. Der Thron
oder die Zelle eines Klosters oder das Schusterstübchen sind nicht von Bedeutung; die vorher
angesammelte Aura begleitet diesen letzten Pfad. Natürlich erweitert sich die Aura und beschützt
sozusagen eine ungewöhnliche Empfindungsfähigkeit; doch ihre Qualität verändert sich nicht mehr,
und man kann diese einzigartigen Kinder, die ihre eigene Welt der Offenbarungen des Geistes in sich
tragen, von frühem Lebensalter an erkennen.
Sehr selten, fast nie, begrenzen sie sich auf ein einziges Spezialgebiet. Tatsächlich ist die
Abwesenheit einer Besonderheit charakteristisch; die Hände scheinen sich dem Kelch
entgegenzustrecken.
Wenn man vergangene Leben betrachtet, kann man Vertreter der Religion, von Königreichen, der
Wissenschaft, der Kunst und des Handwerks erkennen, die warten und reisefertig und jederzeit bereit
sind, ohne Bedauern aus diesem Leben zu scheiden. Die Verbindung einer richtigen Bewertung der
Schönheit der Materie mit einer Bereitschaft, die Errungenschaften des Geistes zu ergründen, bringt
die Errungenschaft zur Reife. Das Getriebe des Lebens zieht nicht mehr an, und natürlich kommt die
Erkenntnis, daß es nicht auf dieselbe Art und Weise weitergehen kann.
Die Errungenschaft kann entweder verhältnismäßig vorübergehend oder augenblicklich sein. Die
Erkenntnis der Notwendigkeit, eine bestimmte Handlung auszudrücken, wird von weither übermittelt,
und die Tat wird ebenso einfach wie irgendeine Handlung des täglichen Lebens vollbracht.
Und so ist es das Allerschwerste, sowohl das Entzücken der Materie als auch die Offenbarungen
des Geistes einzuschließen. Und wieviel wunderbares Suchen ist durch ein Bedauern in bezug auf die
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Materie oder durch geistige Isolierung verzögert worden. Zuweilen wird die Affinität zwischen Geist
und Materie leicht erreicht; dann sollte man die Ursache in den in der Vergangenheit erwählten Leben
suchen.
Der übertriebene Asket, der die Schönheit der Welt verflucht, verschließt sich selbst die Pforten.
Gleichfalls beraubt sich der Wissenschaftler, der die Quelle vergißt, selbst der Flüge in den Bereich
höherer Eroberungen. Kinder werden diese einfache Bedingung begreifen, aber viele Erwachsene
verwerfen sie als Unsinn.
Nur durch besondere Verbindungswege können diejenigen, welche auf dem Weg der
Errungenschaft sind, vorwärtsschreiten. Und das Abwarten des richten Zeitpunktes für das, was der
Geist erwägt und weiß, wird so schmerzhaft, daß es scheint, als ob die Zeit stillstünde und als ob eine
Art von Feuersbrunst den angesammelten Reichtum vernichtet hätte.
Wahrheitsgemäß sagte Christus: „Ihr kennt weder den Tag noch die Stunde." Er offenbarte auch
eine andere Wahrheit, als Er sagte: „Warum hast Du Mich verlassen, oh Herr? " Dies bezieht sich auf
die Kenntnis des Geistes. Im letzten Augenblick, vor der Vollendung des irdischen Zyklus, versinken
wir in ein scheinbares Vakuum, damit alle angesammelten Feuer plötzlich gleichzeitig aufflammen
können. Durch die Unterdrückung des Bewußtseins der Vergangenheit wird der Sprung über den
Abgrund erreicht.
166. Selbst irdische Dinge können eine besondere, sie umgebende Atmosphäre besitzen. Gerade
bevor man ein Schriftstück liest, kann man von einem Gefühl seiner Beschaffenheit beeindruckt
werden. Die Lehre dringt beträchtlich tiefer ein, wenn es zunächst möglich ist, das innere Wesen einer
Offenbarung zu übertragen. Ich bürge dafür, daß empfindliche Apparate sie sehr bald assimilieren
können werden. Die Intuition entfaltet sich auf normale Weise, wenn der Geist anerkannt wird.
Besonders oft sagen die Menschen: „Wir wundern uns über nichts mehr." Und unmittelbar darauf
setzt sie das erste unerklärliche Knarren in Erstaunen.
Nun werdet Ihr fragen, warum die Einsamkeit der letzten Verkörperung notwendig ist. Dies ist ein
Umstand, der vom irdischen Gesichtspunkt aus sehr schwer zu erklären, jedoch einfach und
unveränderlich ist, sobald man die Grenze der irdischen Existenz überschreitet. Selbst wenn sich ein
Schiff auf gewöhnliche Weise einem Hafen nähert, beobachtet man eine ähnliche Erscheinung. Das
Leben des Schiffes hört auf; die Reise endet, und die Passagiere sind mit den Angelegenheiten der
Landung beschäftigt, und die früheren gemeinsamen Tätigkeiten scheinen nicht zu existieren.
Wieviel stärker ist das Gefühl eines Organismus, der sich einem gänzlich verändertem Zustand
nähert. Das Fließen des Strebens nach den Ausdrucksmöglichkeiten der letzten Handlung wird durch
die Intuition gelenkt.
167. Es kommt auch vor, daß alle Stimmen vor dem Weggang verstummen, und selbst wenn man
sich dieses Gesetzes bewußt ist, wird man von Ehrfurcht ergriffen.
In den ägyptischen Mysterien gab es einen festgelegten Augenblick, wo der Neophyt, der in
vollständiger Dunkelheit vor eine Schwelle gestellt worden war, in das Unbekannte eintreten mußte,
ohne seine Schritte zu verlangsamen.
Besonders heutzutage, seit Christus die Wunder abgelehnt hat, muß dieser Augenblick in das
Unbekannte auf besondere Art und Weise vor sich gehen, weil die zukünftige Epoche die Grenzen
zwischen den Welten entfernen muß. Und die ägyptischen Mysterien sind in die Formel - „durch
menschliche Füße" - umgewandelt worden.
168 Ein schützendes Netz muß den Körper umgeben. Es ist sehr wichtig, daß die Aura in einem
Netzwerk lebenskräftiger Funken endet. Darum müssen sogar violette und blaue Auren an ihrem Rand
hochrote Funken haben.
Die Entfaltung jener Farbtöne, die der Erde fremd sind, macht den Besitzer zu empfindlich für
irdische Erscheinungen. Die Breite der Aura nimmt häufig zu, und die Insignien der Erde werden
verdrängt. Teros und Tamas müssen wie Brüder miteinander arbeiten, weil die Vertreter von Tamas
und Teros unzertrennlich sein müssen.
Der Geist erfüllt die Aura mit einer Strahlung, doch das Netzwerk macht sie kompakt. Durch die
Vergegenwärtigung des Schutznetzes kann man die Strahlung beschirmen, doch es ist unmöglich, das
Netzwerk ohne Teros auszudehnen, dessen Strahl, wie eine Laterne, die Lücke finden muß. Daher
kann ein Mangel an Gleichschaltung mit der äußeren Welt erfolgen. Diese einfache Bedingung muß
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besonders assimiliert werden, weil das Netzwerk durch das gewöhnliche Bewußtsein und den Befehl
des Willens reguliert wird.
Auf den ersten Blick scheinen die springenden Funken nur die Bewegung eines Apparates zu sein,
doch sie sind Wächter, bereit, den Feind zurückzuweisen.
169. Jetzt kann gesagt werden, warum die Entscheidung getroffen wurde, Wunder aufzugeben.
Der Weg der Wunder ist sehr weit von Harmonie entfernt. Entweder macht das Wunder keinen
Eindruck, und dann ist es einfach schädlich; oder es rückt den Menschen zu einer solchen Stufe empor,
die unter den umgebenden Umständen nicht aufrecht erhalten werden kann; oder das Wunder kann
zufällig von neidischen Menschen gesehen werden, woraufhin es Böses erzeugt.
Die Möglichkeit das volle Licht zu durchdringen, mutig zu erkennen, und die ungewöhnlichen
Offenbarungen bewußt zu verheimlichen, bedeutet, die Harmonie näher zu bringen. Auf dem Wege
der Bewußtseinserweiterung vorwärts zu gehen, ist die Annäherung zu wahrer Handlung.
Der Strahl des Verstehens der vorherbestimmten Unermeßlichkeit der Offenbarungen der Macht
kann bereits Seelen vereinen, und ohne diese Bereitschaft wird jedes Wunder in eine die Neugierde
erregende Merkwürdigkeit umgewandelt.
Man kann Kräfte zur Verfügung haben, die nicht für eine Vorführung, sondern für fortschrittliche
Tätigkeiten bestimmt sind. Wenn das innerste Wesen für die Menge unsichtbar ist und keine
Aufmerksamkeit erregt, weil es durch das Ergebnis verschleiert wird, dann wird eine solche Essenz in
das Bewußtsein der Menschen eindringen und sie an die Tatsache der Errungenschaft durch
menschliche Hände gewöhnen. Auf diese Weise werden Taten durch menschliche Hände als Ergebnis
der höchsten Schöpferkraft vollbracht werden. Es ziemt dem Geist, im Geist zu verbleiben. Laßt die
Hand die irdische Richtung offenbaren; Schöpfung durch menschliche Hände erregt keinen Haß.
Im Altertum war es Sitte, das Antlitz zu verhüllen, wenn die Gebote Gottes übermittelt wurden.
Später versuchten die Menschen, die Materie durch Verkündigung von Kräften, die sie noch nicht
beherrscht hatten, zu überwinden. Natürlich brachte dies die Inquisition hervor. Das innerste Wesen
der Inquisition bestand in der Verfolgung des Ungewöhnlichen.
Das Ungewöhnliche als Ergebnis von Zusammenarbeit zum Vorherbestimmten zu machen, wird
bedeuten, die Annahme des Ungewöhnlichen selbst von den Dümmsten zu erzwingen. Darum laßt die
Wunder nur im Bewußtsein von einigen bleiben, die in die Unbegrenztheit blicken können!
Somit ist eine Umkehrung des Vorganges des Altertums erreicht worden. Früher hüteten die
Priester die Wunder für die Massen; heute sind die Wunder für die Priester.
Das Streben nach wahrer Zusammenarbeit bildet die Grundlage der Evolution. Nur durch das
Erwachen der Schöpferkraft kann der Marsch der Unwissenheit vernichtet werden. Obwohl ihre
Formen sogar fürchterlich sein mögen, obwohl die Sonne im Hinterhof aus Spänen gemacht werden
mag, so wird der schäumende Strom doch die Mauern der Materie durchbrechen. Neue Entdeckungen
werden das Sammeln anregen. Anstelle der Börsenspekulation laßt Streben nach Entdeckungen treten,
das durch Gemeinschaften unterstützt wird.
170. Das Chaos der Späne kann durch Schönheit verstanden werden. Welch anderer Maßstab kann
auf das Gemisch von Gedankenschlacken angewandt werden? Und wenn Ihr einen Haufen von Güte,
Bereitschaft und Beweglichkeit findet, könnt Ihr nur mit der Schaufel der Schönheit zu Werke gehen.
Ein wunderbares Feuer ist in der Gemeinschaft mit Menschen enthalten.
Unzufriedenheit ist nur die Kenntnis der Möglichkeiten. Zufriedenheit ist der Tod des Geistes.
171. Dorthin, wo die Menschen erwartungsvoll sind, senden Wir Unsere Auserwählten.
Oberhalb der irdischen Strahlen flammen die Strahlen des Geistes. Verbrennt die Gewänder des
vergangenen Tages. Der Maulwurf ist kein passender Gefährte. Ich bestätige, daß alle Maulwürfe der
Welt zur festgelegten Stunde keinen Graben ausgraben werden können. Hände weg, Hände weg,
Hände weg!
Unser Schild wird von menschlichen Händen geschmiedet. Die offenbarte Macht wird durch
Menschen kommen. Es besteht keine Notwendigkeit dafür, daß Engel mit Trompeten die Ohren
betäuben, wenn menschliche Hände zu finden sind, die den Kelch annehmen können.
172. Das standardisierte Leben muß geschickt vermieden werden. Die besten Menschen sind der
Welt, die mit Wolken beladen ist, voraus.
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Wer das Neue Land zu erreichen wünscht, muß nicht nur alle Vorurteile ablegen, sondern auch das
Land auf eine neue Art und Weise betreten.
Die Bestätigung des Lebens muß durch Anwendung örtlicher Umstände aufgebaut werden. Wo
hundert Sprachen gesprochen werden, muß man hundert Psychologien verstehen. Ein und derselbe
Ausdruck für alle gleicht den stereotypen Säulen eines Staatsgebäudes.
Einheit in Vielfältigkeit gibt das beste Ernteergebnis. Die Frucht muß durch das Pfropfen neuer,
notwendiger Strömungen gezogen werden. Darum werden Wir häufig von dem Neuen Land sprechen dies ist äußerst dringend.
173. Vom Kleinen zum Großen, von einer alltäglichen Angelegenheit zu den Welten wandern wir;
aber niemand wird dies bedeutungslos nennen, und niemals wird das Resultat sich als falsch erweisen.
Die Leute werden fragen, warum die Lehre wie Samen ausgestreut wird. Antwortet, daß man nur
aus einer Verschiedenartigkeit von Fäden ein kompliziertes Muster hervorbringen kann.
Man wird fragen, warum die Lehre keine abgeschlossenen Lehrsätze enthält. Antwortet, weil in
Vollständigkeit Tod ist.
Man wird fragen, warum die Teile der Lehre nicht logisch verbunden werden können. Antwortet,
daß es häßlich sein würde, nur einen Kopf oder nur eine Hand wachsen zu lassen.
Man wird fragen, warum die Formel des Himmels nicht zuerst ausgesprochen wird und dann die
Beschwörung der Erde. Antwortet, daß jeder Faden des Gewandes der Mutter durch alles
hindurchläuft, von oben bis unten und umgekehrt.
Man wird fragen, warum das Vorherbestimmte nicht sofort offenbart werden kann. Antwortet, daß
die Träger eines Hauses nacheinander errichtet werden. Und wenn die Arbeiter sagen: „Wir wollen sie
alle zusammen errichten," so antwortet der Baumeister: „Wollt Ihr sie zerstören? " Somit enthält ein
Tropfen die Ganze Welt.
Die Offenbarung unbegrenzter Möglichkeiten wird Euch Ruhe für Wahrnehmung geben.
Wie hallt ein Erdbeben in allem Existierenden wider? Auch verschiedene Winde und Stürme? Wie
werden die verschiedenen Auren der Menschen auf Pflanzen reflektiert? Ein gänzlich neues
Forschungsinstitut könnte eingerichtet werden.
Wahrlich, der Faden kosmischer Zusammenarbeit kann gefunden werden, wenn der Puls
verschiedener Elemente verglichen wird. Dies ist nichts Neues; aber die Wichtigkeit der weltweiten
Zusammenarbeit kann graphisch demonstriert werden, selbst für einige Leser, deren Geist wie
derjenigen der Küchenschaben ist, die in den Ecken stecken.
Sät breiter als breit, kündet in den Schulen einen Preis an für die größte Anzahl unterbreiteter
Fragen.
Bis jetzt wurde man für Antworten belohnt, nun sollte eine Belohnung für Fragen ausgesetzt
werden.
174. Bevor der Astralkörper austritt, findet ein Ausfluß von der Wirbelsäule statt. Die
verschiedenen Nervenzentren entfalten sich verschiedenartig, und die Zeit kommt, wo dieser
Unterschied durch Ruhe normalisiert werden muß, ebenso wie ein gestimmtes Klavier eine Zeitlang
weder berührt, noch mit einem metallischen Gegenstand geschlagen werden darf.
Ein ganzer Felsen kann gespalten werden, wenn er mit Metall in einem unharmonischen Ton
geschlagen wird. Obwohl diese Erscheinung wohlbekannt ist, ist es schwer, sie sich im
Zusammenhang mit dem menschlichen Organismus vorzustellen. Nur durch Erfahrung kann man
fühlen, wieviel erschütternder ein gewisses Flüstern ist als eine Explosion. Man muß sich auch daran
erinnern, daß die Nervenverbindungen so verschiedenartig sind, daß es schwer ist, die Wirkungen
durch irgendwelche Gesetze zu bestimmen.
Der physische Zustand und der Geist stehen in so enger Wechselbeziehung, daß man nur durch
persönliche Erfahrung entscheiden kann, wie man die richtige Annäherung der Feuer sicherstellen
sollte. Feuer sind die Quellen der Strahlen.
175. Weltgedanke überträgt Weltentscheidung, und der Bau des Neuen Landes kann nur in
weltweitem Verständnis erfolgen.
Brauchen Wir Beredsamkeit? Der Weg der Berührung des Geistes ist viel mächtiger. Wenn Ihr
seht, wie große Entscheidungen durch eine einzige Geste ausgeführt werden, wird es klar, wie wertvoll
Worte sind; nicht in ihrer Menge, noch in ihrer äußeren Form, sondern in ihrem innersten Wesen.
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Man muß sich noch kürzer ausdrücken. Der Hufschmied darf den Hammer nicht mißtönend
gebrauchen. Die Lehre Christi kann auf die flache Hand geschrieben werden.
176. Der Flug des Geistes wird nicht nach Stunden gezählt. Die Offenbarung des Geistes, der
zwischen den Planeten dahineilt, ist nicht an Zeit gebunden; ein Augenblick, weil er nicht verlängert
werden kann. Sonst entsteht ein Riß zwischen dem verdichteten Körper und dem Mentalkörper. Doch
man sollte sich daran erinnern, daß der Geist, der ungebunden an Zeit wirkt, auch über alle
Zahlbegrenzungen hinaus erkennt und fähig ist, bis zur vierzehnten Stufenfolge des Gehörs zu
erkennen, während man in der irdischen Sphäre nur bis zur neunten gelangen kann.
Die Abstufungen des Gehörs erlauben es dem Menschen, verschiedene Elemente zu Mitarbeitern
des Menschen zu machen. Auch das Geräusch des Regens ist nicht ohne Bedeutung. Viele Wege
werden die irdische schöpferische Tätigkeit bereichern.
177. Schwermut kann durch die Veränderung der Gedankenrichtung vertrieben werden. Nicht
Worte, sondern die Ausläufer des Gedankens weben die Aura. Wir möchten Unsere Werke sowohl im
geistigen, als auch im materiellen Sinne einträglich machen. Ich bestätige, daß die Qualität der
Gedanken hierfür von großer Bedeutung ist.
Man muß wohlwollende und nützliche Einigkeit betonen und darauf hinweisen, daß Wir Torheit
ihrem Wert entsprechend abschätzen. Natürlich kann in einem großen Werk auch Torheit eine
Herberge finden, aber nicht im obersten Stock.
Jeder kann existieren, aber die zukünftige Welt erfordert die Erleuchtung des Bewußtseins und
nicht das Murmeln erhabener Ausdrücke.
Wir wissen einen geschäftsmäßigen Finanzbericht mehr zu würdigen als eine lange Reihe
prunkvoller Phrasen. Man muß über die Welt nachdenken und praktische Gedanken zum Ausdruck
bringen.
Am Vorabend der Ankunft des Neuen Tempels muß man Findigkeit offenbaren und den
Menschen eine außerordentliche Wachsamkeit des Geistes zeigen. Es ist unbequem, in Windeln zu
wandeln.
178. Ich bezeuge, daß es leichter ist, die Berge zu überqueren, als einen menschlichen Schwanz
gerade zu machen. Unser Strahl wird in ausgiebiger Suche gelenkt. Man muß Unseren Schild
verstehen - wahrlich, Mut ist erforderlich.
179. In einer vernunftgemäßen Religion ist keine Verworrenheit vorhanden.
180. Diejenigen, welche Gott ableugnen, haben Ihn nicht gesehen. Aber wie sieht der Gott der
Gastwirte aus? Und groß würde die Verderbheit eines Christus sein, der einen Verrat für eine Kerze
verhehlen würde!
Es gibt nichts Schlimmeres als eine Kerze der Schurkerei. Christus braucht solche Anbeter nicht,
denn der Rauch ihrer Kerzen bedeckt Sein Gewand mit Ruß. Die Wasser des Jordans und des Urdars
können die Spuren solcher Opfer nicht wegwaschen.
181. Eine Legende über Buddha.
Ein rechtschaffener Mann wünschte Buddha zu sehen. Da seine Aufmerksamkeit auf eine
große Mannigfaltigkeit von Dingen gerichtet war, ergriffen seine Hände die Bilder der Weisheit
nicht, seine Augen durchdrangen die Gegenstände der Ehrerbietung nicht, und die Offenbarung
kam nicht.
Schließlich fühlte der Suchende, als er sich im Gebet tief verneigte, einen Faden eines
Gewebes auf seine Stirn herabfallen. Er warf ihn fort. Dann ertönte eine klare Stimme:
„Warum weist Du Meine Hand zurück? Mein Strahl ist Dir gefolgt. Erlaube Mir, Dich zu
umarmen."
Daraufhin begann die Sonnenschlange in dem Mann zu erzittern, und er suchte den
zurückgewiesenen Faden. Und in seinen Händen verwandelte er sich in vierzig Perlen. Und jede
von ihnen trug das Ebenbild Buddhas. In ihrer Mitte war ein Stein und auf ihm die Inschrift:
„Tapferkeit - Verzweiflung - Freude!"
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Der Anhänger des Buddha empfing Freude, weil er den Weg zu ihr kannte.
Ich denke an Flügel. Die Werke sind wahrhaftig beflügelt. Die Rosse durcheilen die irdischen
Räume, und wie Wirbelwinde werden die schöpferischen Bestrebungen weitergetragen; vorwärts zum
Kampf! Kampf! Kampf!
Wahrlich, majestätisch ist das Bild des Ozeans des Geistes! Der Klang des Rufes dröhnt und
erschallt, und diejenigen, welche die Waffe des Geistes angenommen haben, streben dem Altar
entgegen, weil die Tochter der Welt ihr geistiges Gewand vollendet hat.
Vorwärts zum Kampf! Kampf! Kampf!
„Ich höre den Ruf und neige mein Haupt vor dem Befehl des Gesegneten Herrn!"
182. Man muß über diejenigen sprechen, welche Mir widerstehen und Mich bedrohen. Es ist
leichtsinnig zu hoffen, daß ein Riß im Weltgewebe leicht ausgebessert werden kann. Selbst ein
einfacher Ton kann ein unerwartetes Echo aus weiter Ferne bringen. Wieviel tiefer durchdringt die
Sendung des Geistes den Weltraum! Und diese Wunden sind fast unheilbar.
Die Hand, die dem Entwurf des Herren eine Wunde zugefügt hat, weist den Schild zurück. Man
kann ein Haus niederreißen, man kann einen Baum spalten, doch wie kann man den Plan der Herren
hindern?
Ich spreche keine Drohung aus, sondern eine einfache Schlußfolgerung. Wenn sich ein Mensch
dem kosmischen Wirbel genähert hat, dann kann jede Abweichung die nächste Welle heranbringen,
und unter sie zu fallen bedeutet, unter den Hacken eines Riesen zu fallen.
Wir bitten in Güte, die Lenkende Hand nicht zurückzuweisen. Wehe dem, der zurückbleibt!
Und was für eine Ehre ist es, Mir eine Wunde zuzufügen? Erst gib alles zurück, was Du von Mir
empfangen hast. Doch Du kannst es nicht tun, selbst wenn Du die Leber und das Herz hinzufügen
würdest.
Möchtest Du Ihn schlagen, Der Dir Dein Talent verliehen hat? Worin würdest Du Dich dann von
einem Plünderer unterscheiden? Besudle die Hand des Gebenden nicht, sonst wird sich dieser Schmutz
in Deinen Aussatz umwandeln.
Aus diesem Grunde achtet Unsere Bruderschaft den Begriff der Dankbarkeit. Verstehe darum
Deinen Nutzen!"
183. Die Lehre über Opfer ist Euch bereits gegeben worden. Opfer ist Macht. Macht ist
Möglichkeit. Folglich ist jedes Opfer in erster Linie eine Möglichkeit.
Es ist an der Zeit, die Heuchelei zu verwerfen, daß Opfer Entbehrung ist. Wir nehmen keine
Entbehrungen an, sondern geben Möglichkeiten.
Laßt uns sehen, welche Möglichkeiten vom sogenannten Opfer hervorgebracht werden. Wo ist ein
wahres Opfer, das erniedrigen kann. In Unserer Schatzkammer ist eine große Sammlung von Opfern,
und jedes einzelne, war dem, der es brachte, nützlich. Wir sprechen nicht gern über Opfer, weil ein
Opfer das einträglichste Unternehmen ist.
Kleine Händler mögen gern über die Ausgaben jammern und Verlust vorgeben. Aber ein
wirklicher Versorger im Leben betrachtet jede Aufgabe nur als eine Geschäftsgarantie. Ihr habt nicht
durch Opfer, sondern durch Raub verloren.
Christus riet, geistigen Reichtum zu verteilen.
Doch da die Schlüssel dazu weit entfernt sind, haben die Menschen diesen Ratschlag auf die
Verteilung geraubten Geldes angewandt. Erst stehlen und es dann mit einer Träne im Auge
fortzugeben und von seiner eigenen Güte entzückt sein! Als ob der Lehrer Stühle und alte Mäntel im
Sinn haben konnte, wenn er von Verteilung sprach! Der Lehrer meinte unwägbaren Reichtum. Nur die
geistige Gabe kann die Waagschale bewegen.
Laßt uns die Reihe der Mitarbeiter prüfen. Ist jemand irgendwie beraubt worden? Nein, alle sind
bereichert worden. Ist es nicht eine Bereicherung, Herrscher eines neuen Königreiches zu werden? So
reich ist dieses Königreich, daß wir ohne allzuviel Schaden ein paar Schüsseln zerbrechen können.
Bestimmt, die Hände wachsen und das Buch der Dankbarkeit kann geprüft werden.
Ich rate den Versorgern im Leben, für alle Ämter Stellvertreter zu haben.
In großen Geschäftsunternehmen kommt es auf das Geschäft an und nicht auf die Persönlichkeit.
Wer kann mit Recht behaupten, daß er der Gebende gewesen ist? Wir wollen Unsere
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Rechnungsbücher öffnen und zeigen, wieviel jeder empfangen hat. Denn es ist durchaus nicht leicht zu
opfern, wenn Opfer eine Möglichkeit und die Möglichkeit ein Nutzen und der Nutzen eine
zuverlässige Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit der Alatirstein ist, der entweder Auferstehung
verursacht oder verzehrt.
Doch Selbstverleugnung kann die Pforten des Verständnisses öffnen und das wurmstichige Opfer
unbenötigter Dinge wird mit Eigenliebe auf einem Zweig schwingen.
184. Jede Inkarnation hat eine Beziehung zu einem gewissen Charakter unserer vergangenen
Leben, der am engsten mit dem Zeitalter im Einklang steht. Die Kenntnis früherer Inkarnationen kann
den Wachsamen im Geist helfen, aber für die Schlummernden ist sie schädlich. Das Mondleben muß
überlebt werden.
185. Was die Unfehlbarkeit und Beweglichkeit des Planes anbetrifft, so sind diese Umstände
besonders schwer in Einklang zu bringen, obgleich ihre Grenzlinie durch das Verstehen des Strahles
des solaren Bewußtseins klar definiert wird. Um den Plan im Leben durchzuführen, muß man jede
Stunde mit Beweglichkeit in Bereitschaft sein.
Wieviele Male befanden Wir Uns in der Mongolei, nachdem Wir Uns vorgenommen hatten, nach
Ägypten zu reisen? Wieviele Male haben Wir, nachdem Wir ein Schriftstück gefunden hatten, es
wieder verschlossen? Wieviele Male haben Wir, nachdem Wir begonnen hatten, Mauern zu errichten,
sie wieder zu Schutt reduziert? Wieviele Male sind Wir, nachdem Wir das Roß heimwärts gelenkt
hatten, wieder in die Dunkelheit der Nacht hinausgeeilt, damit Wir nicht dadurch, daß Wir zu Hause
übernachteten, den Plan seiner Unveränderlichkeit beraubten? Die scheinbare Veränderlichkeit ist
nicht mehr als die Schwingung des Lebens. Die Wege zu den Wegweisern der Unveränderlichkeit
schwingen und wogen wie Wellen.
Indem Wir den Plan bestätigen, ist Unser ganzes Sein für den kürzesten Weg bereit. Nachdem Wir
gerade europäische Kleidung angezogen haben, sind Wir bereit, den mongolischen Kaftan
hervorzuholen. Nachdem Wir Uns gerade für einen Wohnsitz entschieden haben, sind Wir bereit
abzureisen. Eine solche Beweglichkeit kann nur durch die Erkenntnis der Unveränderlichkeit des
Planes ertragen werden.
Unser Weg ist nicht der eines ewigen Wanderers, sondern der eines eilenden Boten. Die
Unveränderlichkeit des Planes erleuchtet das Bewußtsein mit der Offenbarung von Kräften. Wir
werden alle Hängebrücken überschreiten, wenn das Licht des Planes klar ist. Man sollte die
Unveränderlichkeit des Planes so gut verstehen, daß nichts ihn verdunkeln kann. Jener Plan ist
unveränderlich, der für alle nützlich ist.
Wir sehen diejenigen nicht, für die der Plan für das Neue Land nicht wohltätig ist, und darum
wandeln wir selbst in der Dunkelheit mit Scharfsicht. Wenn der Lehrer sagt: „Eile durch eine
Strömung!" - So bedeutet dies, daß das Setzen der Füße vorausgesehen worden ist, aber laß den Fuß
den Stein nicht verfehlen.
Einer wird anfangen eine Brücke zu bauen, der zweite wird einen Schwimmer dingen, der dritte
wird sich hinsetzen und flaches Wasser abwarten, aber Einer wird zu finden sein, der den Silberfaden
des Geistes weben und auf ihm die Strömung durchschreiten wird, ohne die Last des Körpers, weil Ich
seine Last auf Mich nehmen werde.
So leben Unveränderlichkeit und Beweglichkeit unter Einem Dach - zwei Schwestern der
Errungenschaft.
Ein schönes Streben bringt den Menschen zum Höchsten Licht.
186. Er, Der alle Glaubensbekenntnisse verstanden hat, Der in allen Völkern gewohnt hat, verfügt:
„Ich will jedem seinem Wachstum entsprechend zumessen. jeder wird seine eigene Börse weben.
jeder, der sich fürchtet, wird Mir Rechenschaft ablegen müssen. Ein Lächeln für Meinen Feind wird in
eine Grimasse umgewandelt werden, denn Ihr müßt Mir Meine Feinde überlassen.
„Wer falsch über seinen Bruder denkt, wird ein schweres Gewicht an seinen eigenen Fuß binden.
Unkraut wird den Geist träge machen. Ich kann keine Goldstücke in Nesseln ausstreuen. Einen Garten
voller Beleidigungen zu kultivieren, ist keine große Ehre. Wer besser versteht, wird die reichere Ernte
einbringen.
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„Denjenigen, welche eine Begegnung erlebt und denen, die darauf reagiert haben, sage Ich:
„Überlaßt Mir Meinen Schmerz und Meine Freude über Euch. Durch die Macht Christi, durch die
Macht Buddhas, durch die Macht des Messias, die von den Propheten der Wahrheit verkündet worden
ist, stellt die Waage auf.
„Zeigt Uns alles, was groß ist, und schämt Euch des kleinen Wurmes, der die Korrektheit des
Gewichtes verdirbt. Wer gibt, kann empfangen.
„Berechnet, wieviel jeder gegeben hat. Wir wollen es uns genau ausrechnen. Links: Furcht,
Eigenliebe, Habgier, Mißtrauen, Herabsetzung, Selbstbedauern, falsche Auslegung der Lehre, das Inden-Staub-ziehen von anderen, Verrat in Tat und Gedanken. Rechts: Geben, Erbarmen für andere,
Wagemut,
Furchtlosigkeit,
Hingabe,
Standhaftigkeit,
Wachsamkeit,
Beweglichkeit,
Vergegenwärtigung des Schildes, des Pfades und des Lichtes der Errungenschaft, Schmückung des
Tempels des Geistes, Rechtschaffenheit des Verständnisses, Preisen des Guten. Links - Verlust und
Bezahlung. Rechts - das Empfangen.
„Jeder wird sich seinen Teil selbst zumessen, den Wir sehen und hören. Es gibt weder Tag noch
Nacht, und der Bote sattelt bereits sein Roß.
„Ich sende Euch Meine Errungenschaft, die durch Jahrhunderte bestätigt worden ist. Haltet den
Schlüssel dazu sauber.
Verkündet dieses:
187. Das Gleichnis über den Fragenden:
Dgul Nor wurde als außerordentlich weise angesehen. Er hatte das Glück, einen Lehrer zu finden,
der aus dem Heiligen Unterirdischen Land kam, jedoch seiner Zunge und seiner rechten Hand beraubt
war. Der Schüler, der beständig strebte, stellte eine Frage, und der Lehrer nickte. Der Schüler stellte
zwei Fragen und der Lehrer nickte zweimal. Bald stellte der Schüler unablässig Fragen und der Lehrer
nickte unaufhörlich. Drei Jahre lang wurden die Fragen fortgesetzt, und drei Jahre lang nickte der
Lehrer.
„Dann ist Deiner Erfahrung nach alles möglich?"
Und der Leber nickte nicht nur, sondern beugte sich zur Erde nieder, und indem er sein Gewand an
der Brust öffnete, offenbarte er auf seiner Brust das Bildnis des Gesegneten, der beide Hände segnend
ausbreitete.
Auf diese Weise wurde Weisheit bestätigt und die Schöpfung des Lebens gepriesen.
Wahrlich, in einem einzigen Seufzer erkennen wir den Weltraum. Und kein Wort kann die
Unbegrenztheit übermitteln, und kein Gedanke kann das Licht umfassen.
Doch bei Sonnenaufgang kann man, wenn man der Sonne gegenübersteht und den Strahl in das
Sonnengeflecht aufnimmt, den Sieg über den Ozean fühlen, weil man durch Licht das Licht des
Geistes berühren kann. Doch dieses Bewußtsein ist nur in jenem Geist, der sagen kann: „Ich habe
allem entsagt, um alles zu empfangen." Somit hat nicht eine Ableugnung, sondern eine Bestätigung die
Hand Buddhas über sich.
188. Es gibt zweierlei Arten von Flügen des Subtilen Körpers: Entweder fließt er aus den Füßen
und wandert planlos umher, oder er dringt durch die oberen Nervenzentren hinaus und fliegt auf
geistige Missionen. Er wird augenblicklich über die Ozeane befördert, er lehrt Menschen, er
durchtränkt Auren.
Es muß gesagt werden, daß nur außerordentliches Streben und besondere Findigkeit den subtilen
Körper dazu bewegen, die Berührung auf einen physischen Gegenstand zu konzentrieren; weil der
Geist gewöhnlich danach strebt, auf Geist einzuwirken, wobei er die Tatsache übersieht, daß
Gegenstände ausgezeichnete Leiter sein können.
Nicht nur der Astralkörper ist tätig, sondern auch der Mentalkörper. Natürlich tritt der
Astralkörper ebenfalls aus, aber Wir schätzen die Handlungen des Astralkörpers nicht. Wir halten das
Bewußtsein des Mentalkörpers für wichtiger. Es ist nicht so einfach, dieser Kraft Nachdruck zu
verleihen.
189. Zwei Gefährten Unserer Werke sind Freude und Wachsamkeit. Wenn die Menschen die
Folgen ihrer Unzufriedenheit sehen und verstehen könnten, daß Schläfrigkeit Tod bedeutet, würden sie
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die beiden hauptsächlichen Mitarbeiter der Dunkelheit vermeiden. Der böse Stachel der
Unzufriedenheit dringt sogar in die besten Stätten ein. Eine träge Schläfrigkeit kann den Kopf eines
Eroberers umwölken.
Wenn Ihr die Besorgtheit um Euch kennt, möchtet Ihr sie durch Unzufriedenheit verbrennen, die
große Werke zum Scheitern gebracht und den Blitz auf den Sender herabgebracht hat?
Erinnert Euch daran, daß Wir keine Unzufriedenen haben. Auch keine Schläfrigkeit, mit der die
dunkle Kraft Euch besprengt.
Ist in dieser giftigen Ausdünstung keine Erstarrung verborgen? Schlummer ist nicht Unsere
Schwester. Diejenigen, welche sich dem Licht genähert haben, werden sich nicht mit Unzufriedenheit
durchbohren und werden nicht zu Stein werden.
Schlummer und solche staubartigen Erscheinungen sollten vermieden werden. Die Offenbarung
des Schildes sollte hochgeschätzt werden.
Ich werde es noch einmal wiederholen, aber nicht häufiger, weil das Gesetz verbietet, etwas für
taube Ohren zu wiederholen.
190. Sagt den Neuen, daß die Verantwortung für Gedanken erkannt werden muß. Früher war man
für Handlung verantwortlich; später wurde die Bedeutung des Wortes verstanden; und nun ist es an der
Zeit, die Feuersbrunst der Gedanken zu erkennen. Es ist besser, Schweigen zu lernen und seine
Gedanken zu reinigen.
Kann das Brüllen eines Tigers womöglich schlimmer sein als verräterisches Denken? Nicht nur für
ihre Handlungen, sondern auch für ihr Denken sammelt die Menschheit ein schwerwiegendes Karma
an. Der Gedanke erlegt dem Geist Folterqualen auf, denn es besteht kein Unterschied zwischen Wort
und Gedanken.
Wer diese Warnung als Drohung ansieht, ist ein Narr. Es gibt keine Drohung. Wir kennen nur
Beispiele und Besorgtheit. Es steht jedem frei, in den Abgrund zu springen, aber er muß vorher
gewarnt werden.
Ich erachte, daß nun keine weitere Notwendigkeit dafür besteht, die Bedeutung des Gedankens
nochmals zu wiederholen.
Obgleich die Zeit schmutzig ist, sollten wir lieber an die Zukunft denken.
191. Jeder wird sich selbst seinen Teil zumessen. Aus dem besten Plan kann ein Hühnerkorb
gemacht werden.
Wir befassen Uns nicht damit, Gold und Silber zuzumessen. Man muß alle Bedingungen
vergessen - dann wird das Licht angezündet. Jeder freudige Verlust ist ein ungeheurer Gewinn.
Der Wagemut der Verzweiflung ist Selbstverleugnung. Doch der höchste Wagemut erwartet keine
Belohnung. Und Verzweiflung erwartet keine Belohnung. In Unserer Sprache ist Verzweiflung die
Bezeichnung einer Grenze. Eine Errungenschaft kommt dieser Grenze nahe. An das Haus, in dem sie
wohnt, kann man einen eisernen Riegel anschrauben.
Ich klopfe im Regen an. Warum fürchten die Menschen nur den Blitz? Zuweilen rechtfertigt der
Beutel eines Bettlers größere Furcht.
192. Geheimschrift über Christus:
Die Nacht brach herein. Christus saß an einem Eingang.
Ein Schriftgelehrter näherte sich und fragte: „Warum sitzt Du im Gang? "
Christus antwortete: „Weil Ich der Eingang des Geistes bin. Wenn Du vorbeigehen
möchtest, dann gehe durch Mich."
Ein anderer Schriftgelehrter fragte: „Ist es möglich, daß der Sohn Davids auf dem Platz für
Hunde sitzt? "
Christus antwortete: „Wahrlich, Du beleidigst David, Meinen Vater."
Es wurde dunkel, und ein dritter Schriftgelehrter fragte: „Warum sitzt Du da, als ob Du Dich
vor Deinem Hause fürchtest? "
Christus antwortete: „Ich erwarte die Dunkelheit der Nacht, damit sie Mich von Deinem
Anblick befreien möge. Wahrlich, laß Dunkelheit in die Dunkelheit weichen."
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Dann sagte Er, indem Er Sich erhob und auf den Berg Moriah hinwies, auf dem der Tempel
stand: „Mein Großvater erschuf den Tempel aus Stein, doch Er sitzt unter der Leinwand des
Zeltes."
Da sagte der Schriftgelehrte: „Irrsinniger, er glaubt, daß Salomon noch lebt."
Und sie gingen in Unwissenheit davon.
Danach kam Maria aus dem Haus, und als sie Christus sah, sagte sie: „Lehrer, nimm an
unserem Abendmahl teil."
Christus antwortete: „Die Gabe des Herzens strahlt in der Dunkelheit."
193. Geheimschrift über Christus:
Ein Mitglied des Hohen Rates fragte Christus: „Würdest Du zu uns kommen, wenn wir Dich
aufforderten? "
Christus antwortete: „Es wäre besser, wenn Ich zum Friedhof ginge, denn dort gibt es keine
Lüge."
Das Mitglied des Hohen Rates fuhr fort: „Warum erkennst Du uns nicht an, wenn Dein
Vater sogar von einem unserer Mitglieder getraut wurde? "
„Warte bis Dein Haus zerfällt, dann werden Wir kommen."
„Warum wirst Du kommen, um zu zerstören oder um aufzubauen? "
„Weder zur Zerstörung noch zum Aufbau, sondern zur Reinigung, weil Ich nicht zu dem
alten Herd zurückkehren werde."
„Dann ehrst Du Deine Vorfahren nicht?"
„Neue Becher werden für das Fest gegeben. Wenn man einen Großvater ehrt, braucht man
nicht aus seinem Becher zu trinken."
194. Gleichnisse des Buddha:
Ein Hirte erblickte einen Mann, der in Meditation versunken unter einem Baum saß. Indem
er sich neben den Mann setzte, versuchte er ihn nachzuahmen und ebenfalls zu denken. Er
begann, seine Schafe zu zählen und in Gedanken den Profit von dem Verkauf der Wolle zu
berechnen. Beide saßen schweigend da.
Schließlich sagte der Hirte: „Herr, woran denkst Du? "
„An Gott," antwortete der Mann.
Der Hirte fragte: „Weißt Du, woran ich gedacht habe? "
„Auch an Gott."
„Du irrst Dich. Ich dachte an den Profit vom Verkauf meiner Wolle."
„Wahrhaftig, auch an Gott. Mein Gott hat nichts zu verhandeln, aber Dein Gott muß erst auf
den Markt gehen. Vielleicht mag er auf dem Wege einem Räuber begegnen, der ihm helfen
wird, zu diesem Baum zurückzukehren."
So sprach Gautama: „Geht zum Markt, denkt schneller, um schneller zurückzukehren."
Auf einem Schiff reiste ein Affenhändler. In seiner Mußezeit lehrte er die Affen, die
Matrosen nachzuahmen, wie sie ihre Segel setzten. Ein Sturm erhob sich, und die Matrosen
eilten, die Segel zu streichen. Die Affen, die nur wußten, wie man sie setzt, folgten den
Matrosen und hißten die Segel wieder. Das Schiff ging verloren, weil der Lehrer nur schönes
Wetter vorausgesehen hatte.
So sprach Buddha, der Wiederhersteller des Lotos des Lebens.
195. Ihr werdet fragen, warum Ich gegen Magie spreche, wenn Ich Selbst auf das Zementieren des
Weltraumes, auf die Bedeutung des Einflusses eines Kreises und auf andere Umstände hinweise, die
an Magie erinnern. Doch der Unterschied besteht darin, daß Magie einen Ersatz für das Leben sucht,
während Wir lehren, die Existenz dadurch zu bessern, daß man die Möglichkeiten des Lebens selbst
ausnutzt.
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196. Man tut gut daran, zu betonen: „Lest die alten Verordnungen von neuem und lest sie besser."
Ich lehre das Neue, wenn das Alte in die Praxis umgesetzt worden ist. Ich lehre das Nützliche, wenn
die angedeutete und anerkannte Zusammenarbeit angenommen und eingeführt worden ist.
Das beste Verzinnen findet dann statt, wenn das Feuer die Ware nicht verbrennt. Erfolg kann nur
dann verzinnt werden, wenn seine Hülle im Geist vollendet worden ist.
Der Hammer arbeitet, und die Ketten klirren, und graue Menschen fahren fort, Vergnügen im
Becher der Wollust zu finden. Sie wissen nicht, daß die Zeiger der Uhr unmerklich vorgerückt sind,
und daß die Türen morgen für ihre erfinderischen Belustigungen verschlossen sein werden. Mein
Pförtner wird ihnen sagen: „Beim Morgenanbruch ist dem Herrn der Weisheit ein Altar errichtet
worden." Und die Grauen werden fortgehen.
Ernst und unerschütterlich steht Meine Wache. Man kann den Stahl ihrer Helme nicht mit dem
Gold der Grauen vergleichen.
197. Trennung geht einer Begegnung und eine Begegnung geht einer Trennung voraus, darum ist
es weiser, sich über Trennung zu freuen.
Ein Befehl für alle Kämpfer: Wenn einer aus der Reihe austritt, müssen die anderen in derselben
Richtung weitergehen. Wenn das Banner fliegt, sind die Kämpfer nicht fahnenflüchtig. Wenn die
Feuer lodern, drängen sich die Kämpfer nicht vor und versuchen nicht, den Platz eines anderen
einzunehmen. Wenn das Signal für einen Nachtmarsch gegeben wird, beklagen sich die Kämpfer
nicht, sondern marschieren vorsichtig.
Vor jeder Offenbarung habt Ihr einen Augenblick scheinbarer Leere oder kosmischen Schweigens
bemerkt. Vom Kleinen zum Großen ist dieser Augenblick proportional. Es ist begreiflich, daß die
physische Welt sehr auf der Hut ist, wenn sie eine geistige Entladung durchläßt. Darum ist es eine
schwere Aufgabe, die physische Welt aus ihrer Trägheit herauszuführen.
198. Unser Ziel ist nicht, Lehrer zu sein, sondern Mitarbeiter. Jedoch hierfür ist eine entschlossene
Erkenntnis erforderlich, daß absolut alles durch Gegenseitigkeit Frucht tragen wird. Wenn Zeichen
einer solchen Treue sichtbar sind, dann ist die Herrschaft über die physische Welt nahe.
In irdischen Kirchen rufen die Menschen Christus an und wundern sich über Sein Schweigen;
während Ihr wahrnehmt, wie man Ihn inmitten des irdischen Lebens auferstehen lassen kann, ohne
Sackleinwand anzuziehen und den Weltraum durch Unzufriedenheit zu stören. Auf diese Weise
werden die großen Entwürfe geschmiedet.
199. Ebenso wie verschiedene Meere verschiedenartige Wellen haben, so muß auch die
Schwerkraft des Raumes auf verschiedene Weise sichergestellt werden. Nicht nur durch den Inhalt,
sondern auch durch Anwendung kann vieles verstärkt werden.
200. Die schrecklichste Behauptung ist: „Wir haben das Ziel bereits erreicht." Der Lehrer Selbst
wird diese zerstörende Formel niemals aussprechen. Wir kennen den Plan und erfassen unermüdlich
neue Einzelheiten.
201. Warum spüre ich den Geist der Berge? Der Lehrer sendet Seinen Schild.
Der Lehrer möchte sehen, wie Ihr einen Berg errichtet.
Der Lehrer sehnt Sich danach zu sehen, daß Euch nichts aus der Fassung bringt.
Der Lehrer fühlt, wie mutig Ihr sein müßt, um vorwärtszugehen.
Der Lehrer wird darauf hinweisen, wenn einer ernstlichen Gefahr begegnet werden muß.
Der Lehrer wird darauf hinweisen, wenn er ernstlichen Gefahr begegnet werden muß.
Der Lehrer rät, den Mut bereitzuhalten.
Der Lehrer wird helfen, die böse Hand zu besiegen.
Der Lehrer wiederholt die längst bekannten Gedanken nicht grundlos.
Der Lehrer blickt vorwärts.
Der Lehrer befiehlt Euch, den Geist unüberwindlich zu erhalten.
Der Lehrer wünscht, Furcht zu vertreiben.
Der Lehrer hält Euch davon zurück, Euch zu beklagen.
Der Lehrer rät zu planen, wie zuvor kühne Pläne zu entwerfen.
Der Lehrer ist um Eure Gesundheit besorgt.
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Der Lehrer sendet Euch aus.
Der Lehrer hat genug gewarnt.
202. Über Opfer zu lernen, verleiht Euch Macht. Erfolg folgt dem Opfer. Seine Lehre ist fest
verankert, weil sie auf Opfer begründet ist. Erfolg ist nichts anderes als der Rückschlag des Opfers.
Der Erfolg kann leihweise dem Opfer vorangehen, doch unerbittlich ist das Schicksal des Schuldners.
Wenn man heute noch mit wenig abbezahlen kann, wird die Schuldsummer innerhalb eines Jahres
ansteigen. Ehe das Jahr verflossen ist, wird der Schuldner von seiner Last niedergedrückt werden.
Ich werde es mit einem Gleichnis illustrieren.
Ein Mensch, der das Bekenntnis eines Verbrechens zurückgehalten hatte, saß im Gefängnis. Zu
Hause hatte er Reichtümer zurückgelassen, die ihm unerwarteterweise zugefallen waren. Das Geräusch
jeden Schrittes von draußen deutete ihm Begnadigung an. Er hatte Boten gesandt, welche dem Richter
die Reichtümer überbringen sollten. Doch ein einfaches Bekenntnis würde ihn befreit und ihm seine
Reichtümer belassen haben.
Es wird einem Menschen leichter, im Gefängnis zu sitzen, als das errettende Bekenntnis
auszusprechen. Wenn der Richter im Begriff ist, den Menschen zu befreien, muß er das erlösende „Ja"
hören - den Wunsch, sich freiwillig zu stellen.
203. Über die Kreise scharfen Sehens und Hörens.
Der erste Kreis betrifft die Nächsten und zukünftige Ereignisse. Der zweite beschränkt sich auf
Tagesereignisse und die nahe Zukunft. Der dritte umfaßt die Vergangenheit, welche die Nächsten
betrifft. Der vierte schließt frühere Ereignisse ein. Der fünfte ist innerhalb der Grenzen der
gegenwärtigen Welt. Der sechste offenbart die zukünftige Entwicklung der Weltereignisse. Der
siebente enthält alle Zeichen.
Man kann stark im ersten Kreise sein, ohne imstande zu sein, den nächsten zu erfassen. Darum ist
es besser, den siebenten Kreis zu entwickeln, weil ihm alle Offenbarungen zugänglich sind, jedoch
ohne persönlich anziehende Beeinflussung - ohne Begrenzung durch die persönliche, engere Sphäre.
Es ist besser, wenn man nach einem persönlichen Zeichen, Zeichen über kommende Ereignisse von
Nationen oder einen Eindruck kosmischer Art empfangen kann.
Man muß wissen, daß die Vergegenwärtigung der Schönheit nur selten inmitten der Geistigkeit
lebt. Ein echtes Verständnis für Schönheit ist die seltenste Eigenschaft und wird von den Herren über
viele Dinge geschätzt werden.
Es ist besser, sich dem Großen unter Schwierigkeiten zu nähern, als das Kleine mit Leichtigkeit zu
beherrschen.
Vermittels einer Reihe von harmonischen Beispielen werden Wir den Pfad der Evolution zeigen.
204. In alten Kulten gab es eine Periode, die „der Zustand der geöffneten Schätze" hieß, wo die
Priesterin bereits im achten Stock wohnte, zu dem der Eintritt verboten und die Treppe mit
Leopardenfellen bedeckt war, damit kein Laut hindurchdringen könnte. Diesem Zustand der
„geöffneten Schätze" wurde eine solche Ehrerbietung erwiesen, daß die Entweihung der Ruhe als ein
religiöses Vergehen bestraft wurde.
Alles Unharmonische ist besonders schädlich, darum ist ein Donnerschlag weniger gefährlich als
der Schrei eines Neugeborenen. Diese einfache Wahrheit wurde niemals niedergeschrieben. Es ist
absolut unmöglich, theoretisch eine Grenzlinie der Harmonie zu ziehen, weil die Tonalität des
Akkordes der Geistigkeit individuell ist.
Die Menschen des Altertums wußten, daß die „Schätze" unwiederholbar sind und trafen
Maßnahmen gegen Zufallserscheinungen. Während des Öffnens der Schätze beobachtete der Älteste
des Tempels, welcher Ton einer Tonfolge die größte Wirkung ausübte. Jeder Ton wurde von einer
definitiven Farbe begleitet - auf diese Weise wurden die Bedingungen für jeden Fall entschieden.
205. Ein entschlossenes Lächeln ist der beste Führer. Man muß das Ziel anerkennen und sich dem
Plan des Lehrers widmen.
Jedes persönliche Verlangen ist schädlich, doch Streben nach Errungenschaft ist erforderlich.
Verlangen ist keine Errungenschaft. Errungenschaft ist die Vergegenwärtigung der Notwendigkeit.
Verlangen kann zunehmen; ein Wunsch kann aufgegeben oder abgeändert werden. Der reißende Strom
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stürzt sich nicht infolge seines eigenen Verlangens herab, sondern wegen einer Unvermeidlichkeit, die
aus Notwendigkeit geboren wurde.
Der Geist weiß, wo der Impuls des Verlangens und wo der Felsen der Notwendigkeit ist. Ich sehe
den reißenden Strom der Wahrheit vorwärtseilen, und nichts kann seinen Lauf hindern.
Wie oft hilft das glaubensvolle Aussprechen des Namens eines der Herren, um die Brücke des
Beistandes zu erschaffen! Wir sehen vieles, was weit davon entfernt ist, schön zu sein. Wenn man mit
der Menschheit arbeitet, muß man sich oft die Hände waschen.
Wenn Ihr Euch ermattet fühlt, schreibt es nicht immer Euch selbst zu, sondern erinnert Euch an die
Wogen der Weltreaktion.
Nur durch Bewußtsein der äußersten Dringlichkeit werdet Ihr herüberschwimmen.
Die Arbeitsweise der Dunklen besteht darin, zunächst Unglauben zu säen, ihn dann mit Verlangen
zu erfüllen, dieses dann zu Verbrechen aufzublähen und eine doppelte Ernte einzubringen.
Denkt darüber nach, wie man sich der Menschheit gegenüber besser verständlich machen könnte.
Außer der Heiligen Sprache haben Wir eine Sprache des Schweigens. Die verurteilte Sprache der
Verweigerung und der Verneinung zerreißt den Saum des Gewandes.
206. Wenn Ihr Euch zur Rechten wendet, seid bereit, nach links zu gehen, wenn Ihr Euch der
Küste nähert, seid bereit, wieder fortzusegeln; denn jeder Befehl dient dem Guten und der
Beschleunigung. In gespannter Stille haltet Euren Atem an, denn Schritte mögen widerhallen.
Besser ein paar Ärgernisse, doch dann das Herannahen der Ereignisse. Besser eine kurze
Ermüdung, doch dann die nahe Annäherung zum Lehrer. Besser ermüdende Reisen, doch dann die
Annäherung zum Lehrer. Besser in den Staub zu versinken, doch dann die Reinigung des Geistes.
Besser die Zurückweisung konventioneller Maßnahmen, doch dann das Erlangen von Licht. Besser
Kummer über einen Strahl, doch dann das Licht Christi. Besser anderen zu geben, doch dann die
erhabene Ekstase des Geistes. Besser den Geist dem Befehl unterzuordnen, doch dann den Lehrer
Selbst zu erreichen. Wahrlich, versteht es, zu hüten und zu bewahren.
Wenn Ihr ein wundersames Märchen fühlt, dann spricht Euer Geist die Wahrheit. Und wenn Ihr
die Umrisse des zukünftigen Lebens zieht, leuchtet Unser Spiegel. Und wenn Ihr die Teile der Welt
zählt, flattert Unser Banner. Und wenn Ihr mit einem Adlerauge in die Ferne blickt, klopft das Licht an
Meinen Turm.
Wenn Ihr also an gemeinsamen Besitz oder an die Heilung der Menschheit denkt, fühlen Wir
Flügel. Vertreibt kleinliche Gedanken, Wir halten sie für erstickend.
207. In einem Kartenspiel könnt Ihr die besten Karten erhalten, doch es ist Eure Angelegenheit,
den besten Gebrauch von ihnen zu machen.
Ich spreche über die Bilder der Zukunft. In Übereinstimmung mit der Qualität der Auren sind
diese Bilder echt und führen in eine bestimmte Richtung.
Böser Wille kann den Wanderer in eine andere Richtung treiben und dann wird er andersartige
Zeichen sehen.
Wenn man daher die Bilder der Zukunft empfängt, ist es sehr wichtig, sich daran zu erinnern, in
welcher Geistesverfassung sie gegeben werden. Dem Strahl wird die entsprechende Möglichkeit
gegeben; sonst würde die Gerechtigkeit verletzt werden. Man sollte auch Daten in ähnlicher Weise
verstehen.
Für kosmische Daten werden verkörperte „Gefäße" auserwählt, und sie ziehen eine Kette von
Mitarbeitern nach sich. Daher erfolgt die Ersetzung von Mitarbeitern dem Ersuchen der Auserwählten
gemäß.
Wenn Wir die Schwäche eines Mitarbeiters bemerken, ersetzen Wir ihn doch nicht ohne den
ausdrücklichen Wunsch der Ältesten. Doch wenn der Geist der Auserwählten einen Verrat gegen die
Arbeit erkennt, sollten sie sich an Uns wenden und sagen: „Du, Unser Bürge, Der Du Dieb verpflichtet
hast, ersetze den Mitarbeiter." Dies wird bedeuten, daß ein Glied der Kette ausgeschlossen werden
wird und das Bewußtsein der Auserwählten wird von den Wirkungen der Aura des Ausscheidenden
befreit werden. Doch der Ausscheidende nimmt sein eigenes Schicksal auf sich, denn es steht jedem
frei, sein eigenes Haus zu bauen.
Wir können berufen, Wir können Bilder offenbaren, welche die zweckdienliche Richtung zeigen,
doch die Anwendung Unseres Rufes bleibt dem freien Willen überlassen.
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Nur Hingabe und Verständnis für die Weisheit des Planes stellen die Wirklichkeit der Bilder der
Zukunft sicher.
Von den Bergen hat man einen weiten Ausblick, doch das Verlangen, in eine Höhle zu kriechen,
kann nur bedauert werden.
In längst vergangenen Zeiten wurde ein Schuldner in eine Grube, die Gehenna hieß, geworfen.
Warum sollte man freiwillig in sie hineinkriechen? Laßt uns also die Ausführungen über die
Lebenskraft von Daten und die Spiegel der Zukunft zum Abschluß bringen.
Ich wünsche, jeden an seinem Platz und mit größerem Verständnis für die Errungenschaft ohne
Erwartung persönlichen Gewinns zu sehen. Ist es möglich, einen Kämpfer, der in voller Erwartung
einer Belohnung in den Kampf geht, einen Helden zu nennen?
Vor langer Zeit mußte der Lehrer Mohammed den Kämpfern des Islams Entzücken im Paradies
versprechen. Werde Ich das Glitzern von Rubinen versprechen müssen? Man muß ohne Erwartung
vorwärtsgehen; sonst ist die Zeitverschwendung ewiger Evolution beklagenswert.
208. Nun laßt uns das Gesetz der rechten Entsprechung beenden.
Der Baumeister muß wissen, eine wie große Last die Träger des Hauses tragen können. Aus einem
Mangel an rechter Entsprechung entstehen Zerstörung, Lästerung, Lüge, Verrat und viele andere
häßliche Erscheinungen.
Kann ein Gebäude fortdauern, in dem einem Floh die Eigenschaften eines Riesen beigelegt
werden? In dem ein Schürhaken mehr gesucht wird als der Herr; in dem der Wirbelwind mit dem Flug
einer Mücke verglichen wird?
Die Voraussetzung für die Bruderschaft ist vollständig richtige Entsprechung von Gedanken und
Ausdruck. Dies ist das Bollwerk der Wahrheit der Schönheit. Weder mit Zurückhaltung noch
Übertreibung durch das Leben zu gehen, ist leicht. Wir beobachten Unsere Mitarbeiter scharf, denn sie
sollten sich der wahren Bedeutung gemäß ausdrücken. Nur so können verschiedene Wesen
zusammenarbeiten.
Das beste Urteil wird auf Schönheit begründet sein. Es ist häßlich zu sagen: „Ich will den Riesen
in eine kleine Schachtel legen," oder „Der Adler schwebt wie eine Henne."
Wie oft werden die besten Apparate durch Mangel an rechter Entsprechung zerstört, was mit ein
wenig Aufmerksamkeit leicht vermieden werden könnte.
209. Wenn Ihr die vorgeschlagenen Bücher lest, werdet Ihr Funken finden. Legt die Bruchstücke
der Ehrerbietung für Maitreya in Einen Behälter. Auf diese Weise habe Ich Selbst die Splitter des
Einen Steines über die Oberfläche der Erde gelegt. Ein neues Wunder wird die Völker
zusammenführen. Unser Strahl wird Zweifel vertreiben.
Die Bande der Errungenschaft ähneln den Ergebnissen der Arbeit in einem Laboratorium. Die
Hand zittert nicht, während sie die experimentelle Flüssigkeit ausmißt, weil der Forscher weiß, daß ein
verschütteter Tropfen eine Explosion des Hauses herbeiführen kann. Nur Glaube und Mut stützen die
Hand des Experimentierenden.
210. Der Strahl Christi ist ebenso wissenschaftlich wie der Strahl der Sonne, aber für die Massen
ist das einfache Finden eines Gegenstandes an sich schon ein Wunder. Ist der Wechsel der Rassen ein
Wunder? Ist das Kommen des Lehrers ein Wunder? Ist die Erscheinung Christi ein Wunder?
Prophezeit man Wunder Jahrhunderte im voraus? Ein Wunder verletzt die Harmonie, während
kosmische Ereignisse die Evolution nur bestätigen.
Träume und Visionen sind auch keine Wunder, sondern ein Lebensfaden; nämlich eine Kenntnis
dessen, was hindert, die in einem solchen Maße offenbart wird, daß sie nicht in das Karma eingreift.
Wenn die Menschen Träume und Bewußtsein ohne Vorurteile annehmen könnten, könnte der Pfad
verbessert werden.
Die Offenbarung neuer Bilder wird häufig entstellt widergespiegelt. Entweder der Spiegel
erweitert oder er verengt, als ob eine Oberfläche durch einen ungewöhnlichen Druck in wellenförmige
Bewegung gesetzt wird.
Man muß die sogenannten Alpträume vorsichtig erwägen; ihre Bedeutung kann wichtig sein.
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211. Was Ich jetzt sagen werde, ist sehr wichtig. Der Kanon „Durch Deinen Gott" ist höher, und
dieser Kanon ist die Grundlage der Neuen Welt. Früher sagte man: „Und mein Geist freut sich Gottes
meines Erlösers." Nun werdet Ihr sagen: „Und mein Geist freut sich Gottes, Deines Erlösers."
Mit feierlichem Ernst sage Ich, daß hierin Rettung ist. „Lang lebe Dein Gott!" So werdet Ihr zu
jedem sagen; und, indem Ihr Götter austauscht, werdet Ihr zu dem Einen gehen.
Dort, wo man sonst versinken könnte, kann man vorsichtig treten, wenn man nicht verneint. Dort,
wo man ersticken könnte, kann man vorübergehen, wenn man ausspricht: „Dein Gott." Dort wo die
Materie verehrt wird, kann man nur dadurch vorübergehen, daß man die irdische Materie in den
Kosmos emporhebt. Es ist wesentlich, daß man nicht an die Erde gebunden ist.
Warum gibt es eine Legende über die Niederfahrt Christi in die Hölle? Der Lehrer sprach zu den
niederen Schichten der Astralwelt, indem Er sagte: „Warum sollte man sich durch das Hegen irdischer
Gedanken ewig an die Erde binden? " Und viele empörten sich im Geist und stiegen höher empor.
Findet also den Gott jedes einzelnen und preist Ihn. Man kann es mit dem Verstand begreifen, aber
es ist wichtiger, daß es im Lächeln des Geistes angenommen wird. Wenn das Schwerste leicht wird,
wie der Flug der Vögel, dann werden selbst die Steine sich zu einem Dom vereinen, und Christus, der
Maurer, wird jedem erscheinen.
212. Synthese der Geistigkeit ist die seltenste Gabe; sie allein entfacht das Licht der Welt. Nichts
kann mit dem Licht der Welt verglichen werden. Das Licht brennt, doch sein Strahl wird gesucht.
213. Macht keine Feinde. Dies ist eine Anweisung für alle. Kennt Eure Feinde, hütet Euch vor
ihnen, macht ihren Tätigkeiten ein Ende, doch grollt ihnen nicht. Und wenn der Feind aus eigenem
Antrieb unter Euer Dach kommt, gebt ihm Wärme, denn Euer Dach ist breit, und der Neukommende
wird Euren Platz nicht einnehmen. Doch wenn es schwer ist, ein tiefes Gefühl zu überwinden, dann
verdeckt es mit dem Lächeln des Lichtes.
Das Gefühl alter vermeintlicher Rechnungen ist wahrhaftig unvereinbar mit dem Plan der Herren.
Denn wenn wir die Werke in ihrer ursprünglichen Form und die Erdichtungen, die durch die
Anstrengungen des Hasses erfunden worden sind, auf die Waagschale legen, werden die letzteren
schwerer sein!
Im Namen der rechten Entsprechung muß man einen richtigen Platz für Menschen finden; sonst
könnten wir ebenso gut im gleichen Tonfall über das Zentrum des Planeten und einen Tintenfleck
reden. Ein Musikstück, das in einer einzigen Tonart gespielt wird, ruft Widerwillen hervor. Darum
bitten Wir Euch, den praktischen Sinn der rechten Entsprechung zu verstehen. Doch wenn Ihr eine
lange Unterhaltung über eine leere Hülse bemerkt, lenkt die Aufmerksamkeit des Sprechenden auf die
praktische Unmöglichkeit des Nichts. Bei vielen Menschen ist diese Disziplin unentbehrlich.
Fürchtet Euch nicht, wenn Ihr wahnsinnig genannt werdet, denn der Pfad steht Euch offen.
Vergeßt nicht, die Feinde zu loben.
Laßt uns das Gespräch über die Feinde beenden.
214. Über die mangelnde Entsprechung von Daten.
Zugleich mit einer Welle des Ozeans werden kleine Bächlein von Ereignissen gegeben. Kann man
ein Bächlein mit einem Ozean vergleichen? Doch auf Erden eilt man stets, das Persönliche mit dem
Weltumfassenden zu verwechseln, Ebenso wie die Hand die Dicke eines Stoffes fühlt, muß der Geist
zwischen der Tiefe der Ereignisse unterscheiden. Seid nicht durch die scheinbare Größe von
Ereignissen fasziniert; denn unter den grundlegenden Kernpunkten kann ein buntes Gemisch von
Phantomen sein, und die Bächlein können vorübergehend ihre Betten ändern.
Ein zufälliger Augenblick oder ein Schweigen oder eine Unpäßlichkeit sollen nicht auf die Welle
zurückgeführt werden. Wenn der Wanderer auf dem Weg einen Halt macht, um sich auszuruhen,
bedeutet es nicht, daß er vom Pfade abgewichen ist.
Die Erscheinung einer Flutwelle erfolgt augenblicklich, doch vor jeder Welle zögert das Boot. Das
empfindsamere Boot wird stärker erzittern, weil der Wasserstaub der Explosion bereits die
Atmosphäre erfüllt.
Darum darf die rechte Entsprechung der Daten und Ereignisse nicht vergessen werden.
Beschleunigung des Stromes kann den Organismus besonders in Mitleidenschaft ziehen. Die
Verwicklung der Ereignisse scheint zuweilen sogar den Faden abzuschneiden; doch dies ist nur
vorübergehend; während der Organismus eine doppelte Portion des Weltverlaufes verdaut. Die
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Verwicklung physischer Umstände kann die physischen Empfindungen erhöhen. Man sollte sich dann
nicht übermüden, wenn Wogen des Ozeans einen herannahenden Wechsel ankündigen.
215. Beschleunigung geht ebenso wie Verlangsamung in Wellen vor sich. Wenn man daher eine
Welle der Beschleunigung wahrnimmt, muß es einem gelingen, so viele Samen wie möglich
hineinzuwerfen.
216. Die Gesetze des Erscheinens von Lehrern entsprechen dem Plan der ganzen Kultur. Das
Karma rollt sich ab wie eine Pergamentrolle, und Zeichen der fortgehenden irdischen Macht beginnen
aufzublitzen.
Für diejenigen, welche die Zukunft kennen, ist es schwer, dieses scheidende Flackern zu
beobachten. Wie gestern steht morgen. Und der Schritt wird nicht nach Metern gemessen, sondern
nach Perioden von drei Jahren. Auf diese Weise wird der Schritt der Riesen erlangt, die sich nicht
fürchten, über ganze Jahrhunderte zu steigen. So erreicht die Psychologie des Geistes die Erde.
Für irdische Hüllen gleicht jedes Jahrhundert einer Drohung. Doch die Brücke des Geistes verleiht
Flügel der Wahrheit.
Denen, welche die Zeitspanne von drei Jahren überschreiten, scheint es zuweilen, als ob sie nicht
lebten. Ein auf besondere Weise angetriebener Luftballon scheint manchmal bewegungslos zu sein,
weil seine scheinbare Untätigkeit der Umgebung nicht entspricht.
217. Wer das Wissen der Zukunft in sich trägt, kann sogar kühn auf wackligen Steinen wandeln.
Etwas ist erfolgreich, wenn die Vollendung schön ist. Von Erfolg kann man dann sprechen, wenn man
eine neue Reise antreten kann.
Der Wunsch ist bereits ein Teil der Erfüllung. Geht dem Licht mutig entgegen!
Das Scheiden ist der Vorläufer der Begegnung. Und der Heilige Sergius pflegte zu sagen: „Ihr
müßt fortgehen, sonst können wir uns nicht wiederbegegnen.“
218. Ich möchte den Kult der Hohen Priesterinnen ins Gedächtnis zurückrufen. Es gab eine
Gruppe, die vermittels chemischer Präparate in einen erhabenen Zustand versetzt wurde; eine andere
Gruppe durch magnetische Ströme, und es gab auch niedrige Grade von Beschwörungen und
mechanischen Wirbeln. Dann begann die innere Konzentration an der Schwelle des Schlafes oder die
Konzentration auf einen glänzenden Gegenstand. Das Wissen, das von innen kam, ohne jegliche
augenscheinlichen Umstände, wurde als das Höchste erachtet.
Der Pfad der Weltevolution, der vor Euren Augen vor sich geht, erfordert andere Umstände, und
die Zeit kommt, wo psychische Kräfte um des Geistes willen aufs Äußerste beschränkt werden
müssen. Während des letzten Jahrzehnts haben die niederen Schichten der Natur in einem solchem
Maße Besitz von den niederen psychischen Erscheinungen ergriffen, daß eine Gefahr für die Evolution
entsteht.
Ihr könnt nicht auf dem Weg über die niederen Schichten von Phantomen und Belastungen
Fortschritte machen, sondern durch Zusammenarbeit mit den höheren Ebenen.
219. Nun über die Kreise der Empfänglichkeit. Die Kreise der Scharfsicht verlaufen zentrifugal
und diejenigen der Empfänglichkeit zentripetal. Von Symbolen und unklaren Umrissen schreiten sie
spiralförmig vorwärts zu genauer Tatsache, zu Hellruf - Hellhören - Hellsehen - Hellverstehen Hellerrungenschaft - Hellwissen.
Man muß verstehen, daß die Tatsache für die Kategorie des Rufes nicht in Frage kommt, weil eine
genaue Handlung in dieser Kategorie falsch verstanden werden kann und die Gefahr nur erhöhen wird.
Ich wünsche nicht Herabwürdigendes über diejenigen anzudeuten, die des Rufes bedürfen, jedoch
würde eine Tatsache in ihren Händen wie ein geladenes Gewehr sein, das einem Menschen gegeben
wird, der nichts von der Handhabung von Waffen versteht.
Natürlich ist die Grenzlinie des Rufes ganz relativ, doch wenn man zum Kreise des Verständnisses
hinüberschreiten kann, freuen Wir Uns außerordentlich.
Jeder Kreis ist wie eine Karawane. Natürlich umfaßt eine Karawane mehr als ein einziges Pferd;
doch andererseits kann ein einziges Pferd die ganze Fortbewegung verzögern. Ein Scheuen oder ein
Fehltritt kann den Marsch in Unordnung bringen. Darum unterscheiden sich die Begriffe der
Errungenschaft und der Hellerrungenschaft sehr deutlich. Es ist möglich, den Funken der
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Errungenschaft aufzuhalten, doch nicht das Feuer der Hellerrungenschaft. Die Flamme der
Hellerrungenschaft kann durch die Wirkung kosmischer Wirbel flackern, doch sie kann nicht vom
Kopf beseitigt werden. Ihr werdet verstehen, warum ein Symbol als identifizierendes Zeichen bis zu
einem gewissen Grade notwendig ist. Später wird es unerträglich und beginnt, wie eine Hülse
abzufallen.
Wie die Sphärenmusik erschallt das All-Existierende die Wege der Unbegrenztheit und der
Unwiederholbarkeit entlang.
Wie ein Vogel flattert und dann fliegt, so strömt ein Wort aus Unserem Schmelzofen hervor und
hinterher kann es nur bestätigt werden. Okkult gesehen, ist der erste Augenblick wichtiger als eine
Wiederholung. Doch wenn man das Kochen des Schmelzofens erhaschen kann, glüht es mächtiger als
ein Befehl.
220. Ich habe Euch bereits gesagt, daß die Mutter der Welt Ihren Namen verbirgt. Ich habe Euch
bereits gezeigt, wie die Mutter der Welt Ihr Antlitz verhüllt. Ich habe die Frage der Mutter von Buddha
und Christus bereits erwähnt.
In der Tat, es ist an der Zeit, darauf hinzuweisen, daß die Eine Mutter beider Herren kein Symbol
ist, sondern eine Große Offenbarung des weiblichen Ursprungs, in dem die geistige Mutter des
Christus und des Buddha offenbart wird.
Sie war es, Die Sie lehrte und für Errungenschaften ordinierte.
Seit unvordenklichen Zeiten hat die Mutter der Welt zu Errungenschaften ausgesandt. In der
Geschichte der Menschheit verfolgt Ihre Hand einen unzerreißbaren Faden.
Auf dem Sinai ertönte Ihre Stimme. Sie nahm das Bild der Kali an. Sie lag dem Kult der Isis und
der Ishtar zugrunde. Nach Atlantis, wo dem Kult des Geistes ein Schlag versetzt wurde, begann die
Mutter der Welt einen neuen Faden zu spinnen, der jetzt zu strahlen beginnen wird. Nach Atlantis
verhüllte die Mutter der Welt Ihr Antlitz und verbot das Aussprechen Ihres Namens, bis die Stunde der
Konstellationen schlagen würde. Sie hat Sich nur teilweise offenbart; niemals hat Sie Sich im
planetarischen Maßstab offenbart.
Man kann viele Beispiele zitieren, wo selbst hohe Magier unerwartete Folgen und ein Verlangen
hinterließen, in den unteren Schichten der Materie Unstützung zu finden. Solche Verwirrungen
könnten als Kanal des Intellektes bezeichnet werden, und sie können die Verbindung mit anderen
Planeten für lange Zeit aufhalten.
Jetzt suchen die Menschen auf mechanische Weise das, was bereits geistig vorherbestimmt ist.
Die Lehre des kommenden Zeitalters wird die Wiedervereinigung von Geist und Intellekt sein.
Der Lauf der Planeten erlaubt das Beschleunigen der Verbindung zwischen den Welten, und die
Entwicklung des menschlichen Geistes wird auf neue Art und Weise vonstatten gehen.
Die Himmelskörper gestatten die Beschleunigung der Laufbahn der Menschheit.
221. Nun mehr über die Mutter der Welt.
Die Mutter ist Schönheit, die Welt ist Selbstaufopferung. Gerade durch diese beiden
grundlegenden Prinzipien werden die Pforten geöffnet.
Die Brücke zwischen den Planeten und die Verkürzung der rassischen Zyklen beruhen auf diesen
beiden Grundlagen.
Warum der Pfad allmählichen Fortschrittes, wenn ein einziger Funke der Erleuchtung den
Menschen über die Grenzen emporheben kann?
Derjenige, dessen Pfad zu einer weltentfernten Welt führt, begegnet gewöhnlich einem Boten,
wenn er die Erde verläßt. Der Befreite sagt diesem Boten, ob er es vorzieht, einen neuen Weg
einzuschlagen, oder ob er zurückkehren möchte, um der Erde zu helfen. Natürlich ziehen viele den
neuen Pfad vor, doch einige entscheiden sich, den Pfad hier fortzusetzen.
Wahrlich, es ist besser, eine Weile im Pflanzenreich zu warten und die Insekten zu umgehen. Man
kann sogar einen ganzen Planeten vermeiden.
222. Gerade jetzt während der ernsten Tage der Annäherung des Mars, wo die niederen
vergangenen Ströme störend wirken, denken Wir nur an die Zukunft.
Die beispiellosen Abweichungen von Planeten helfen dem Erwachen des Bewußtseins. Der
Weltraum verdichtet sich, und der Strahl des Mars wird im Licht der Mutter der Welt übertönt.
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223. Heilkundige, sagt den Kränklichen, daß der Gebrauch von Wein ihre Aussichten um die
Hälfte vermindert, daß der Gebrauch von narkotischen Mitteln dreiviertel ihrer Lebenskraft entzieht.
Gewiß ist in Meiner Apotheke kein Platz für narkotische Mittel. Bevor man Meine Arzneien
gebraucht, muß man drei Jahre lang inmitten von Prana verbringen.
224. M.'. hat viele Magneten auf der Erde gelassen. Darum sage Ich, es ist leicht, auf Meinem
Pfade zu wandeln. Die Tätigkeit zur Erreichung einer Zusammenarbeit mit den höchsten Planeten
erfordert, daß auf diesen Planeten harmonische Geister in bewußter Arbeit wohnen. Gewöhnlich
kommt die Suche von unten und die Antwort von oben. Je höher, um so mehr Einigkeit.
Der hervorgebrachte Zustand der Isolierung der Erde muß enden, und sie muß endgültig in den
vorherbestimmten Kreis gebracht werden. Sonst werden nicht nur die Erde, sondern auch Mars und
Saturn in ihrer Entwicklung zurückbleiben.
Warum gehen nur wenige zum Jupiter, wenn die Atmosphäre der Erde so belastet ist?
Man möchte sagen: „Liebe Wanderer, blickt empor. Und wenn Ihr, statt Euch an die Illusionen der
Erde zu klammern, weiterfliegen möchtet, dann werden Eure Flügel wachsen. Statt dessen habt Ihr die
ganze Astralebene mit denselben erbärmlichen Hütten belastet. Dieselbe üble Nachrede, derselbe, nur
in der Illusion bestehende Rauch, aber Ihr vergeßt, daß Eure Trugbilder übelriechend rauchen. Die
Strahlen der Sonne werden durch Eure langweiligen Feste getrübt. Leere Hüllen bringen leere Hüllen
hervor."
Doch stellt Euch vor, daß die Geister zur Schöpfung einer neuen Bewegung strebten. Dazu
könnten die Strahlen, statt nur desinfizierend zu sein, in Strahlen der Erleuchtung umgewandelt
werden.
Tatsächlich erschafft der Gedanke über die irdischen Begrenzungen hinaus. Darum lernt es, die
Gedanken zu beherrschen.
225. Für einen bewußt entwickelten Geist könnte die Periode des Aufenthalts auf der Astralebene
auf eine Zwischenzeit von vierzig Tagen begrenzt werden, aber verschiedene irdische Umstände haben
diese Zeit auf eine unendliche Periode verlängert. Das Elend und der Kummer von denjenigen, die von
der Erde weggeführt werden, bindet sie an dieselbe.
Das beste Beispiel hierfür ist in der biblischen Legende über Lot zu finden. Zu einem neuen Leben
gingen sie aus der Stadt heraus, und nur eine einzige Bedingung wurde ihnen auferlegt - nicht.
zurückzuschauen. Doch Lots Frau sah zurück und band sich an die Erde.
Die Religion sagt: Wer zu seinen Vätern geht, wird bei ihnen wohnen; wer zu den Engeln geht,
wird bei ihnen wohnen; und wer zu Gott geht, wird bei Ihm wohnen. Es bedeutet, daß derjenige,
welcher sich den größten Fortschritt vorgenommen hat, zur besten Errungenschaft gelangt. Darum
wird das beste Geheiß für denjenigen, welcher von der Erde scheidet, sein: „Eile, ohne
zurückzuschauen!"
Wie steht es mit den Lieben? Jedoch je höher Ihr emporsteigt, um so besser und näher werdet Ihr
sie sehen. Natürlich liegt die Ursache für die Verzögerung gewöhnlich bei den letzten
zurückbleibenden Nächsten. Darum hängt die Verkürzung des Aufenthaltes auf der Astralebene von
richtiger Zusammenarbeit ab.
Je höher, um so angenehmer ist der Aufenthalt; und an der Grenze der Mentalebene kann der Geist
ruhen, weil der Geist dort bereits erhabenen Anziehungen unterworfen wird. Doch man muß die
niederen Schichten bewußt vermeiden. Es ist notwendig, daß ein explosiver Impuls des Bewußtseins
den Kern des Geistes soweit wie möglich emportreibt. Darum ist der Augenblick des Überganges so
wichtig, denn in ihm kann man sich zu den höheren Schichten befördern. Wenn die niedrigen
Schichten erst einmal berührt worden sind, ist es sehr schwer, später emporzusteigen.
Wenn der Geisteszustand es gestattet, ist es viel besser, das letzte Aufflammen der
Nervenausstrahlungen für den Flug zu gebrauchen. Auf diese Weise werden die niederen Schichten
spärlicher werden. Es ist wichtig, die Atmosphäre der niederen Schichten aufzulösen, damit sie keinen
Druck auf die Erde ausüben können. Zusammenarbeit von oben und unten wird die schnellsten
Ergebnisse erzielen.
Übergang ohne Bewußtsein ist richtig bemerkt worden. Es ist leicht, hierbei zu helfen, wenn der
Wunsch nach einem erhabenen Flug vorher gestärkt worden ist. Dann wirkt die Nervenausstrahlung
fast automatisch.
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Sehr hilfreich sind Gebete über das „Wandern der Seele". Das einzige Falsche an ihnen ist, daß sie
immer wieder von Ruhe sprechen, während es besser wäre, Eile zu betonen.
Jeder sollte dies lesen und sich hieran erinnern, denn es wird nicht nur dem Einzelnen helfen,
sondern auch den Weltplan fördern.
226. Die Offenbarung der Arbeit für die Zukunft wird die Gegenwart umwandeln. Wenn die
Menschen verstehen würden, daß nur die Zukunft existiert, würde sich Zusammenarbeit nähern.
Es gibt zwei Arten von Wissen - die eine wird in Worten ausgedrückt, die andere, eine exakte,
wird durch den Geist wahrgenommen, aber nicht in Worte gekleidet. Man kann nicht einmal in
Worten erklären, wie dieses Verständnis entsteht, aber es ist wirklich erstaunlich.
Unsere Experimente und Flüge bringen direktes Wissen. Und wenn der subtile Körper des Geistes
verhindert, daß er weiter als bis zu gewissen Sphären hindurchdringt, berührt die Erleuchtung des
Geistes die entferntesten Strahlungen des Kosmos.
Es würde töricht und undurchdacht sein, das Licht des Wissens durch ungeschliffene Worte zu
übermitteln zu suchen. Es würde ebenso lächerlich sein wie die widersinnigen konventionellen
Ausdrücke.
Ich kann Eines flüstern: Daß Ihr, die Ihr die Möglichkeit des Wissens durch das Fenster
individueller Flüge vorausseht, Recht habt, wenn Ihr Euch gegen ihre Herabsetzung empört.
227. Ich erachte, daß das Wunder der Naturgeister erklärt werden kann. Ihre hauptsächliche
Eigentümlichkeit ist Elastizität. Ihre Form hängt von den Umständen des Strebens ab. Wenn sie in den
Brennpunkt menschlichen Blickes fallen, werden sie in menschliche Form gesaugt. Die Menschen
werden sie in menschlicher Form, und die Tiere als Tiere sehen, weil sie keine Hülle haben.
Ich bezeuge, daß es vom Nervenreflex abhängig ist, ob die Formen schrecklich oder schön sind.
Die latente Kraft der Elemente ist derart, daß sie stets bereit ist, auf Nervenreflexion zu reagieren und
auf diese Weise Unsere Sendung in einer entschiedenen Richtung doppelt verstärken.
Man sollte nicht glauben, daß die Elementargeister Unsere Brut sind. Ihre Erscheinung kann mit
dem Funken im Augenblick des Kontaktes mit einem gespannten Reservoir von Dynamit verglichen
werden. Das Bewußtsein dieses Funkens wird durch Berührung mit dem menschlichen Geist entfacht.
Natürlich gibt es verschiedene Grade, ebenso wie die Intensität der Energie des Dynamits
verschiedenartig ist.
Man kann die Intensität dieser Energie auf mechanische Weise hervorrufen, doch Wir sind gegen
diese Magie, weil die die Regelmäßigkeit der Wellen der Elemente stört und voller Rückwirkungen ist.
Man kann diese Energie außerhalb der gewöhnlichen irdischen Umstände gebrauchen. Die Strahlen
können die Wellen von Elementen ins Gleichgewicht bringen. Natürlich macht Ihr auch Gebrauch von
ihnen, aber solange diese Handlung vom Geist ist, ist sie weniger gefährlich.
Es ist leicht, viele Fabriken in magische Brennpunkt umzuwandeln. Es ist allerdings schwer, die
Mitarbeit der Elemente in gewöhnlichen Worten zu übermitteln. Somit haben der Dynamo und der
Zauberkreis beide eine wissenschaftliche Grundlage. Die Menschen arbeiten jedoch augenblicklich so
eifrig in den Minen des Bösen, daß es nicht ratsam ist, ihnen Zugang zu den naheliegenden
Möglichkeiten zu geben.
Der Zusammenstoß der beiden Prinzipien ist unvermeidlich und je eher desto besser.
228. Die Geister der Elemente streben nach Vereinigung mit dem Menschen. Sie machen die
Entwicklung des Bewußtseins in niedrigeren Formen von Elementen durch, und Fälle ihres
Wachstums bis empor zum Bewußtsein des Menschen sind selten möglich. Der Mensch kann jedoch
in außerordentlichen Fällen einen ganzen Planeten umgehen. Doch man kann natürlich die Mehrzahl
der Elementargeister bei genauer Klassifizierung in die Klasse der Urformen einordnen.
Ihr wißt, wie verschiedenartig die Evolutionen sind. Das Verständnis sollte erweitert werden.
Man kann den Elementen eine besondere Abhandlung widmen. Dieses Gebiet ist sehr schön.
229. Der Pfad des Aufbaus ist fesselnd, aber es kann bezeugt werden, daß die Stufen der
Selbstverleugnung auch Freude bringen werden. Gerade die Schönheit des Kosmos bringt
Selbstlosigkeit dem Bewußtsein näher.
Das Gefühl kosmischer Einsamkeit ist nur die Wahrnehmung von direkten Pfaden, da der Mensch
nur in diesem Bewußtsein in andere Welten fliegen kann, um anderen nur um ihretwillen zu helfen.
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230. Laßt Wirbelwinde und Wolkenbrüche die Luft verdunkeln; inmitten ihres Staubes schimmert
das fruchtbare Silber, das die Farben der Erde vergeistigt.
Während des Druckes eines Tumults können qualvolle Augenblicke vorkommen, weil der
Ausbruch eines ganzen Teiles der Welt ein mächtiger Vulkan ist.
Seit dem Altertum ist dem Menschen geraten worden, zur Stunde des Tumultes ein kurzes Gebet
zu wiederholen und die Welle der Einwirkungen durch rhythmische Wiederholungen zurückzutreiben.
Später entarteten diese Maßnahmen in sinnlose Wiederholungen von religiösen Worten; trotzdem
bleibt das Prinzip gesund. Zuweilen verlangt unser Geist gewisse Wiederholungen oder Aufzählungen.
Während der besten Perioden der Herrschaft der Priesterschaft waren die gewählten Worte: „Adonai",
„Ischtar", „Hallelujah" und „Aum". Auch die Wiederholung des Alphabets oder der Zahlen wurde
angewendet. Natürlich liegt die Macht tatsächlich nicht in den Worten selbst, sondern in der
Erschaffung von Wellen.
Tatsache ist, daß durch die Invokation des Geistes zuweilen eine nützliche Welle hervorgerufen
werden kann. Doch Gewohnheiten sind wie Betäubung, unter der sogar ein mächtiges Heilmittel
aufhört zu wirken.
Zuweilen kann man während der Wirbelwinde seine eigene reinigende Welle hervorrufen. Wenn
ein giftiger Atem im Begriff ist, uns zu berühren, ist es am besten auszuatmen. Man kann ebenfalls
durch Willenskraft einen schützenden Schleier herrufen. Während der geheimnisvollen Bräuche
wurden die Priesterinnen so tief in einen fast unsichtbaren Schleier eingehüllt, daß sie nicht mehr
hören noch sehen konnten, als ob der Faden der Existenz zerrissen worden sei. Es war eine Art von
Reinigung in einer tumultartigen Atmosphäre.
Ich erinnere Euch an das Geheimnis der schützenden Welle, weil sie ihren Ursprung in Asien hat.
Die Menschheit bedarf neuer Wege, und das Fenster in die Astralwelt muß offen sein. Der Weise
friert auf der verdammten Erde.
231. Ich habe gesagt, Ich sage und Ich werde sagen: „Helft, Mein Land aufzubauen. Und erinnert
Euch nicht in Wärme und Fülle dieser Unserer Bitte, sondern in der Kälte und in Augenblicken der
Bedrängnis.
Es ist gesagt worden, daß es Augenblicke geben wird, die Mut erfordern, daß es jähe Abgründe
geben wird, die nur im Namen des Lehrers überquert werden können.
Sie werden sagen: „Es ist warm beim Feuer." Ihr werdet antworten: „Ich eile in die Kälte."
Sie werden sagen: „Fein ist der Pelzmantel." Ihr werdet antworten: „Zu lang zum Gehen."
Sie werden sagen: „Schließt die Augen." Ihr werdet antworten: „Verboten auf Wache."
Ihr könnt die Brücke mit unbesiegbarer Kraft überschreiten, und im Augenblick der Müdigkeit
denkt an Unsere Bitte, denn der Plan ist ebenso schön wie die Strahlen der Elemente.
232. Die Elemente sind welträumliche Substanz, unwägbar und unermeßlich - halb amorphe
Kristalle im Aspekt der sogenannten elementaren Erscheinungen. Die Essenz des nicht offenbarten
Geistes durchdringt die Substanz des Weltraumes.
Man sagt vom Menschen, daß er geboren wird und stirbt. Über den Elementargeist kann gesagt
werden, daß er aufblitzt und erlischt. Wie ein Pfeil dringt das Bewußtsein des offenbarten Geistes in
die Substanz der Elemente ein, und wie ein Magnet sammelt er die geschmolzene Substanz. Die
Geburt eines Elementargeistes hängt vom Kontakt mit einem offenbarten Bewußtsein ab. Wahrlich,
grenzenlos ist Zusammenarbeit!
Die Qualität, die Erscheinung und die dynamische Kraft des Geistes hängt vom Geist des
Schöpfers ab. Darum wird böses Denken als Erzeuger von Mißbildungen verurteilt. Die Kraft des
Bewußtseins ruft einen entsprechenden Reflex in der Substanz des Weltraumes hervor. Und die
aufgeflammten Brennpunkte des Weltraumes bleiben dicht bei dem, der sie erzeugte. Ein
mittelmäßiges Bewußtsein wird leicht auslöschbare Funken erzeugen, doch ein potentiell wachsendes
Bewußtsein kann Riesen erschaffen. Es ist eine Fabrik für Gutes und Böses; darum ist die Qualität des
Gedankens so wichtig.
Somit haben Wir ein Bild der Evolution des Lebens und des Weltraumes entworfen, und Wir
können die Menschheit dringend auffordern, sich zu bessern, und die Wellen des schönen Lichtes
nicht zu besudeln.
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Die Sphären der Elemente sind von blendender Schönheit, und sie zu besudeln ist wie das
Vernichten einer wunderbaren Blume. Ich fühle, daß die Lehre des reinen Gedanken in das
Bewußtsein der Menschen eindringen wird. Der Säer von Gedanken bringt die Ernte ein. Darum ist bei
der Mutter der Welt all-sehende Zusammenarbeit unvermeidlich. Der Zustand der Substanz des
Weltraumes, der von den Verbindungen neuer Strahlen durchdrungen wird, erlaubt das Beginnen des
Neuen Zeitalters. Alles Gute sollte gesammelt werden.
233. Der Gesegnete erzählte dieses Gleichnis über das Rad des Gesetzes:
Zu einem erfahrenen Kopisten kam ein ehrenwerter Mann, der ihn beauftragte, auf einem
großen Pergament, das er lieferte, eine Bitte an den Herrn abzuschreiben. Gleich darauf kam ein
Mann mit dem Ersuchen, einen Brief voller Drohungen abzuschreiben; und er gab dem Kopisten
ebenfalls ein Pergament und bat ihn dringend, die Arbeit schnell zu vollenden. Um diesem
Auftrag Vorrang zu geben, änderte der Kopist die Arbeitsfolge und beeilte sich mit dem zweiten
Auftrag, wobei er in seiner Hast das Pergament des ersten Mannes nahm. Der Mann mit den
Drohungen war sehr zufrieden und eilte fort, um seine Gehässigkeit auszugießen.
Dann kehrte der erste Kunde zurück und sagte, indem er das Pergament ansah: „Wo ist das
Pergament, das ich Dir gab? " Als er hörte, was geschehen war, sagte er: „Das Pergament für die
Gebete trug den Segen der Erfüllung, während das Pergament der Drohungen wirkungslos war.
Ungetreuer Mann, dadurch, daß Du das Gesetz der Daten verletzt hast, hast Du ein Gebet, daß
den Kranken hätte helfen können, seiner Kraft beraubt. Doch außerdem hast Du Drohungen, die
voller beispielloser Folgen sind, zur Erfüllung verholfen. Die Arbeit des Arhats, mein
Pergament zu segnen, ist verschwendet. Umsonst ist die Arbeit des Arhats, der das Böse seiner
Macht beraubte. Du hast einen boshaften Fluch auf die Welt losgelassen, der unfehlbar auf Dich
selbst zurückwirken wird. Du hast das Rad des Gesetzes vom Pfade verdrängt, so daß es Dich
nicht vorwärtslenken, sondern Deinen Weg durchkreuzen wird."
Schreibt keine Gesetze auf ein totes Pergament, das vom ersten Dieb fortgetragen werden kann.
Tragt die Gesetze im Geist, und der Atem des Wohlwollens wird das Rad des Gesetzes vor Euch
hertragen und Euren Weg erleuchten. Eine solche Unzuverlässigkeit, wie die des Kopisten, kann eine
weltumfassende Katastrophe heraufbeschwören.
234. Mein Strahl offenbart das Zeichen des Geistes und prophezeit einen wütenden Kampf. Man
kann sich die Neue Welt als Schicksal des Geistes vorstellen; es kann der Wichtigkeit des Wissens
gemäß erkannt werden. Die Beweglichkeit des Geistes bringt Gesundheit. Die Jahre eilen dahin und
geben dem Geist einen Halt. Der Geist beruft und wandelt das Zeichen des Priesteramtes in geistige
Verwunderung über die Bestimmung des Menschen um.
235. Freunde! Legt vier Steine in die Grundlage Eurer Handlungen:
Erstens - Ehrerbietung für die Hierarchie;
Zweitens - Erkenntnis der Einheit;
Drittens - Erkenntnis der rechten Entsprechung;
Viertens - Anwendung des Kanons: „Durch Deinen Gott."
Zur Bestätigung des ersten - ruft Eure ganze Liebe hervor. Ruft das beste Lächeln aus Eurer
Kindheit zurück, die leuchtendsten Sonnenstrahlen und das erste Lied der Vögel unter dem Fenster.
Zum zweiten - gürtet Euch in die Rüstung des Tages, nehmt die Waffen Eurer Taten auf und
erfrischt Eure Wahrnehmung mit einem Trunk kühlenden Wassers.
Zum dritten - wählt die längste senkrechte Linie in Eurem Arbeitszimmer und nennt sie den
dimensionalen Maßstab des Planes. Wendet diesen Maßstab des Weltplanes in Gedanken auf die
ganze Unzufriedenheit, Gereiztheit und Ermüdung an, und wenn Ihr sie vergleicht, werdet Ihr auch
nicht den geringsten Platz für Launen finden, die auf Illusionen beruhen.
Zum vierten - stellt Euch bildlich die ganze Grenzenlosigkeit des Sternenuniversums vor.
Wahrlich, Unser Vater hat viele Wohnungen; welche von ihnen wollen wir beflecken? Während Ihr
Euch an den gegebenen Kanon erinnert, stellt Euch vor, daß Ihr aus einem geschlossenen Hause ins
Licht kommt. Auf diese Weise wird Euch alles, was Ihr nötig habt, zukommen.
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Graviert auf den ersten Stein eine Taube ein; auf den zweiten - einen Kämpfer; auf den dritten eine Säule; auf den vierten - die Sonne.
236. Ihr mögt geheime Sätze oder vereinzelte Worte in Meinen Worten bemerkt haben, die heute
nicht klar sind. Erinnert Euch daran, daß Führung unter der Bedingung gegeben wird, daß kein
Übergriff auf das Karma gemacht wird.
Das Verständnis für das Gute muß dem Menschen eingeben, wie er den Weg entlang Marksteine
setzen sollte.
237. Es ist am besten, vorwärts zu streben; jeder hat seinen eigenen Pfad. Es ist zweckmäßig, den
Organismus für Empfangsfähigkeit für die Lehre des Lehrers abzustimmen. Unser Strahl arbeitet
beständig, aber Konzentrierung des Geistes ist notwendig. Es ist am besten, die Hinweise des Lehrers
in verschiedenen Erscheinungen des Lebens zu suchen. Es ist gut, beten zu können; Gebet oder
geistige Verbindung ist die höchste Offenbarung; aber hierfür sind gedankliche Verfeinerung und
geistige Kraft unentbehrlich.
Die Kenntnis der Verbindung ist gefährlich und kann das Schwächen des Organismus mit sich
bringen, ebenso wie Betäubungsmittel.
238. Den Menschen fehlt es oft an Disziplin des Geistes und an einem Gefühl für rechte
Entsprechung. Der Schlüssel zur nächsten Errungenschaft ist der schwerste Schritt auf dem Pfad.
Darum halten viele Anfänger den Pfad eines Adepten für Galeerensklaverei. Keine schmeichelnde
Meinung, aber Ich ziehe die Strenge des Antriebs des Geistes vor.
Die Verzweiflung geistiger Leere vor der Salbung war den Eingeweihten in die Mysterien der Isis
wohlbekannt. Am Abend vor der Salbung wurde der Neophyt in einen besonderen Raum
eingeschlossen, wo er den vollen Kelch der Verzweiflung leerte und seine Gewänder zerriß, während
er im Geist Todesqualen erlitt.
Vor der Morgendämmerung versank er in Betäubung und bei Tagesanbruch, wenn die Sonne die
Pfeiler des Tempels erleuchtete und die Priester das Morgengebet anstimmten, schloß der Hohe
Priester die Tür auf, erweckte den Neophyten und führte ihn in eine blendende Halle, wo er seinen
neuen Namen empfing und in Geistesverzückung wiedergeboren wurde.
239. Auf gewissen Stufen ist ein reiner Ort unentbehrlich. Unsere Ashrams zeichnen sich durch
Reinlichkeit aus. Die Hygiene des Geistes setzt die Hygiene des Körpers voraus. Menschliche
Ausdünstungen sind für einen gewissen Aspekt des geistigen Lebens schädlich. Viele von Uns mit
einer besonderen Empfindungsfähigkeit können die Ausdünstungen der Welt nicht ertragen.
Rituelle Waschungen müssen sowohl buchstäblich als auch symbolisch verstanden werden. Der
höchste und endgültige Akt aller Mysterien zeichnete sich durch Abwesenheit eines Rituals aus. Oft
sagte der Einweihende zum Neophyten: „Hier kommst Du zu Mir, bewaffnet mit dem Geheimnis; aber
was kann Ich Dir geben, wenn die Krone der Erfüllung in Dir selbst bewahrt ist? Setze Dich. Öffne die
letzten Pforten, und Ich will im Gebet Deinen letzten Aufstieg erleichtern."
240. Laßt die besten Kämpfer des Heiligen Grales sich zur Errungenschaft versammeln. Über allen
Freuden ist das Lächeln der Errungenschaft. Lächelnd nehmt die Taufe der Errungenschaft an.
Lächelnd sprecht den strengsten Befehl aus. Der Lehrer wandelt an Eurer Seite. Im Kampf wird Er
Euren Arm stützen, und in der Ratsversammlung wird Er die Lösung andeuten.
Überall wandeln Beschützer hinter Euch. Die Zeit fliegt - eilt Euch, Wissen aufzuspeichern!
Freudig nehmt die Härte der Errungenschaft auf Euch.
241. Freudig erbebt die Luft zur Stunde vor der Morgendämmerung, der Stunde, in der Buddha die
Größe des Kosmos erkannte, und wo der Herr Christus im Garten Gethsemane betete.
242. Es gibt wenig Arbeiter. Der Mensch hat im Verfolg des Wunderbaren die Führende Hand
verloren. Wieder kommen Wir in die Welt. Wieder bringen Wir das Zeugnis des Geistes. Jetzt werden
Wir den Sieg im Kampf und im Laboratorium des Wissenschaftlers entscheiden. Der Mensch wird
erzittern, wenn das Schwert über ihn erhoben und eine Stimme laut rufen wird: „Erwache!" Hart ist
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Unsere Offenbarung, und die Schranken der Welt werden zerstört werden. Durch Feuer will Ich Meine
Gesandten offenbaren, weil Ich Selbst führe.
243. Es ist besser, menschliche Schwachheit zu kennen als von den Bildern genährt zu werden, die
durch schwache Gedanken hervorgebracht werden. Die Wahrheit ist schmerzlich, aber es ist an der
Zeit, zu wissen, daß die Welt von Schatten bevölkert ist. Vor einer Katastrophe wandeln stets Schatten
umher. Der Hammer ist erhoben, und furchtbar ist der Tanz der Schatten, die den Geist vergessen
haben!
Schatten, die nicht wissen, Schatten, die beraubt sind, sind sich der Neuen Welt nicht bewußt. Ich
sehe voraus, daß das Lager der Feinde fallen wird. Ich sehe das Gold ihrer Gewänder matt werden. Ich
sehe, wie der Vergnügungstempel verhaßt werden wird. Strahlend ist Unser Weg.
244. Der menschliche Mechanismus ist kompliziert - eine besondere, bewußte Evolution. Vom
Augenblick der Empfängnis des Bewußtseins an gibt es keine gemeinsame Evolution mehr. Alles ist
auf einer unendlichen Verschiedenartigkeit von Arten erbaut. Es ist schwierig, allgemeine Gesetze
aufzustellen. Selbst so grundlegende und unveränderliche Gesetze, wie das Gesetz der
Vollkommenheit und das Gesetz der Entschädigung, können nicht durch eine einzige Formel
ausgedrückt werden.
Darlegungen in Büchern sind nicht so einfach in der praktischen Anwendung, und nur ein
besonders erleuchtetes Denkvermögen kann in den Aufbau der Evolution des Menschen eindringen.
Viele Lanzen sind über diese Fragen zerbrochen worden, aber man kann um Erleuchtung bitten.
245. Heutzutage ist es schwer, sich die Zeiten des Falles von Alexandrien vorzustellen. Es ist
sogar besser, die Jahre dieser Übergangsperiode nicht ins Gedächtnis zurückzurufen. Entsetzen ergreift
den Menschen angesichts des religiösen Aberglaubens jener Zeit. Origenes schritt auf den noch heißen
Kohlen der Welt des Altertums. Da er die Gebote Jesu kannte, litt er, als er die Unwissenheit der
Massen sah. Da er die Sakramente der Mysterien des Altertums kannte, litt er, als er den Mangel an
Verständnis für die Einheit der Quelle sah. Da er die Einfachheit der Lehre Jesu kannte, litt er, als er
die Errichtung von Kirchen sah.
Er arbeitete allein und litt unter zu großen Widersprüchen seines eigenen Geistes. Zugleich mit
einer ungewöhnlichen Klarheit und Einfachheit geistiger Erkenntnis, war er mit einer ungewöhnlichen
Kompliziertheit des ganzen Wesens begabt. In sich selbst büßte Origenes für den Aufruhr der frühen
Tage des Christentums. Da er ein Verteidiger des Wissens war, war er entrüstet über den Verfall des
Wissens unter der Priesterschaft.
246. Ich wiederhole, daß die Leichtsinnigkeit der Welt verbrecherisch ist. Ist es möglich, daß die
Menschen keine Gefahr bemerken? Die Flammenzungen kennzeichnen den herannahenden Sturm des
Geistes, doch die Menschen sind nicht gewillt, Unser Zeichen zu verstehen.
247. Die Ereignisse wüten. Ich bemühe Mich zurückzuhalten, den Irrsinn, zu zügeln.
Wenn Ihr alle Verbrechen sehen könntet, die begangen werden! Doch Wir werden dem Panther
nicht gestatten, herauszuspringen. Sucher nach dem Geist werden die Führende Hand erhalten. Sucher
nach Wissen werden Unterweisung empfangen. Die Trübseligen werden Trost erhalten. Wer das
Schwert erhebt, wird erschlagen werden. Die Spötter werden ausgewiesen werden. Diejenigen, welche
Böses verursacht haben, werden niedergeschlagen werden. Dies ordne Ich an.
248. Es ist erstaunlich, wie die Welt dem Untergang entgegengeht! Zerstörer und Zerstörte werden
hinweggerafft werden. Die Neuen nähern sich. Aus reinen, sauberen Orten werden Neue erscheinen:
Nomaden und Pflüger, Waisen und Landstreicher, Mönche und Sträflinge, Wissenschaftler und Sänger
- kurz, alle, die stark im Geist sind. Eine Legion eigener Art mit Verständnis des Geistes.
Doch man sollte wissen, daß unter den Verworfenen wahre Perlen sind. Nehmt jeden an, der zu
Euch kommt und ein Wort über den Geist spricht. Selbst in den verhärteten Augen eines Räubers
schimmert zuweilen ein Gedanke der Errungenschaft. Und sogar ein Sträfling versteht
Selbstaufopferung, wenn er auf Wache ist.
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Ich möchte Eure Gruppen als wahre Wohnstätten für starke Geister sehen. Denkt daran, daß
Christus unter Dieben betete, und daß Buddha einem Räuber das Sakrament offenbarte. Urteilt nach
den Augen. So schreibt es nieder.
249. Laßt uns über den empfindamen Apparat sprechen.
Stellt Euch eine feine Nadel von ungewöhnlicher Empfindlichkeit vor, die auf alle Wechsel in der
Umgebung reagiert. Die Nadel ist mit einem besonderen Apparat verbunden, der alle umgebenden
Ströme formuliert. Die Nadel schwingt auf alle Ströme, alle Laute, alle Bilder, und der formulierende
Apparat registriert alle Empfänge. Die Empfindlichkeit ist derart, daß sogar ein Gedanke registriert
wird. Um Genauigkeit der Arbeit zu erzielen, ist Beständigkeit der Umgebung erforderlich. Ein
vorwiegender Strom erschafft einen Zustand der Beständigkeit. Es bedeutet, daß der Apparat diesem
Strom angepaßt ist. Wenn der Strom gewechselt wird, hält der Apparat sogar oft an, besonders wenn
die Ströme nicht übereinstimmen.
250. Ich freue Mich, wenn Ihr von der Bedeutung der Zukunft erfüllt seid. Dies sind besonders
kritische Zeiten. In alten Vorurteilen wird eine Masse von mangelndem Fassungsvermögen enthüllt.
Dunkel sind die Wege der Menschen. Wahrlich, nur Unsere Anstrengungen können den Lauf der
Ereignisse ändern. Brutale Gewohnheiten haben die Muße der Menschheit ausgefüllt.
Christus lehrte Erbarmen, doch das Gesetz der Liebe wird mit Füßen getreten. Gotama, der
Buddha genannt wird, forderte dringend Mut und Energie, doch Seine Anhänger gaben sich der
Faulheit hin. Konfuzius lehrte ein geregeltes Staatswesen, doch Seine Anhänger unterlagen der
Bestechlichkeit und der moralischen Verderbtheit.
Es ist schwer zu sagen, welches Verbrechen das schlimmere ist. Darum ist es unmöglich, über
Nationen zu reden; man kann nur über einzelne sprechen. Trägheit ist schrecklich und kann an
Verbrechen grenzen. Es ist schwer, die Folgen der Faulheit zu sehen, aber sie wandelt den Menschen
in ein Tier um. Ich behaupte, daß sie eins der hauptsächlichen Hindernisse auf dem Pfad ist. Auf der
geistigen Ebene ist ein Mörder zuweilen beweglicher. Auch Bestechlichkeit beraubt einen Menschen
des Vertrauens der Bruderschaft, weil der Verrat solcher Menschen groß ist. Auch Mangel an
Erbarmen macht den Menschen untauglich für Errungenschaft, weil es solchen Seelen an Mut fehlt.
251. Wahrlich, das ganze Weltall besteht aus vielen verschiedenen Ursprüngen. Bei „Ursprung"
meine Ich eine Reihe grundlegender Elemente. Wir nennen jene Elemente primär, die in einem freien
Zustand zu finden sind, d. h. sie sind in keine Verbindung eingegangen. Eine der hauptsächlichen
charakteristischen Eigenschaften der schöpferischen Kraft ist die Notwendigkeit für Verbindung.
Für Uns ist das Universalprinzip das grundlegende Gesetz des Kosmos, das nur teilweise erforscht
werden kann. Natürlich ist diese Erkenntnis schwer, doch es gibt Möglichkeiten. Viele von Uns haben
es geistig erkannt, aber es ist unmöglich, es durch eine allgemeine Laborformel auszudrücken, solange
es unerforschte Zyklen gibt.
Das Spiel des Kosmos ist wie das Glitzern eines vielflächigen Kristalls. Der Verstand kann nur
einen dieser Funken des Kristalles erfassen. Dies ist nicht traurig, sondern freudig. Natürlich können
blutgierige Menschen nicht die ganze Subtilität der Begriffe übertragen.
252. Die Menschen pflegen Ruhe zu vergessen und anzufangen, in ihrer Torheit zu rasen. Es ist zu
wenig Vorstellungsfähigkeit vorhanden, zu wenig Verständnis, zu wenig Wissen, zu wenig Gefühl für
rechte Entsprechung, keine Schönheit, keine Errungenschaft, kein Wunsch, auf behagliche
Gewohnheiten zu verzichten!
Seid bereit, auch komische Figuren zu sehen. Man muß führen können. Man muß, man muß, man
muß!
Wenn Ihr nur wüßtet, wie oft Wir Sandhaufen loben und sie Schlösser nennen müssen. Natürlich
freuen Wir Uns, wenn der Erbauer vor Begeisterung über das Lob entflammt und bereit ist, neue
Haufen zu errichten. Vergeßt dies nicht.
253. Disziplin ist der Anfang von allem.
254. Laßt uns über den Herrn Buddha sprechen. Die Menschen erfassen die Grundlage der Lehre
des Gesegneten nicht. Die Grundlage ist Disziplin. Geistig und körperlich strebte der Mönch der
Gemeinschaft danach, am Pfad festzuhalten. In den ersten Jahren ertrug er eine schwere Probezeit. Es
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war ihm verboten, sich mit asketischen Übungen zu töten, doch es wurde ihm befohlen, den Kampf
unter dem alleinigen Befehl des Geistes zu führen. So streng lehrte Buddha Seine Jünger. Wahrlich,
sie kannten Freude nur im geistigen Kampf; darum wird von den Dornen des Pfades gesprochen.
Erst wenn der Wille des Jüngers löwenartig geworden war, und ein silberner Zaum des Geistes
über den Gefühlen des Schülers erglänzte, hob der Herr den Schleier ein wenig und wies eine Aufgabe
zu. Und dann wurde der Schüler allmählich in die Geheimnisse des Wissens eingeweiht.
255. Der Gesegnete sagte: „Wahrheit ist die einzige Quelle des Mutes." Die richtig verstandene
Wahrheit ist das schönste Kapitel der Weisheit im Buch des Kosmos.
256. Devachan ist kein verpflichtender Zustand. Devachan ist wie ein Kraftreservoir. Dort wird die
Erneuerung des Geistes erreicht. Jedoch viele Seelen haben einen großen Kraftvorrat und brauchen sie
nicht. Sie erwarten den Zeitpunkt für eine neue Verkörperung. Daher ist es wichtig, die wahre Lehre
über Skandhas zu erfassen.
Das Gesetz der Daten ist ebenso wichtig wie das Karmagesetz. Das Gesetz der Daten kontrolliert
die Verbindung der Skandhas. Der Geist kann die Unzulänglichkeiten des physischen Körpers
abstellen. Der kontrollierende Faktor ist der Geist.
Ein erstaunliches Gedächtnis existiert nicht; es gibt nur die Fähigkeit, Tatsachen und Bilder
hervorzurufen.
Die Astralebene ist noch voller irdischer Möglichkeiten, doch weiter hinauf herrscht das Wissen
des Geistes vor; somit existiert irdisches Bewußtsein nur in der irdischen Hülle. Im Astralkörper ist
jedoch noch ein Rest eines persönlichen Bewußtseins vorhanden. Doch dieses Bewußtsein ist nicht das
Wissen des Geistes. Bewußtsein ist nur eine Verbindung von Skandhas. Es ist ein begrenztes Wissen
des Geistes.
Das Wissen des Geistes besitzt Klarheit des Auffassungsvermögens, doch es kann nur dann
wirksam in Erscheinung treten, wenn es in eine Verbindung von Skandhas eingeht und das
Bewußtsein der gegebenen Verbindung befruchtet.
Wenn Ich dies sage, denke Ich an Geister, die dem Karma und dem Gesetz der Daten unterworfen
sind. Die Evolution freier Geister ist andersartig.
Wir wollen nun näher auf die Frage des Einflusses des Karmas auf die Substanz des Geistes in
anderen Sphären eingehen. Es ist wichtig, dies zu wissen, da man den Unterschied zwischen
Bewußtsein und Geisteswissen verstehen sollte.
257. Ich bestätige, daß die Verschiedenartigkeit in den anderen Sphären groß ist. Nennt einen
Menschen, und Ich will Euch über seine Evolution berichten, aber ein allgemeines Gesetz zu
formulieren, ist fast unmöglich.
Sich des Geistes rühmen zu können, ist ein Schritt zur Errungenschaft. Wenn alle Menschen
Könige des Geistes wären, dann würde der Schaden um die Hälfte verringert.
258. Nun über Daten.
Das Karmagesetz und das Gesetz der Daten gleichen dem doppelgesichtigen Janus - das eine
bringt das andere hervor. Karma trägt die Frucht der Taten und ruft das Datum der Erscheinung
hervor.
Beachtet, daß persönliches Karma, Gruppenkarma und kosmisches Karma verbunden werden
müssen - dann wird das Datum richtig sein. Oft zieht die Entwicklung eines persönlichen Karmas das
Gruppenkarma nach sich. Einige Geister werden gänzlich vom Karma beherrscht, was bedeutet, daß
das Wissen des Geistes sehr niedrig steht, und daß Karma die einzige Möglichkeit der Evolution ist.
259. Neue, Neue, Neue! Für Alte ist kein Platz in dem neuen Aufbau. Warum sollte man sich an
die Alten wenden, wenn die Blitze einer Neuen Welt bereits den Horizont erleuchten? Wenn der
Reisende sein Roß anspornt, um sein Ziel zu erreichen und sogar Wir die Uhr der Evolution
beobachten! Wenn Wir das Ohr auf den Wüstensand legen, hören Wir Stimmen aus weiter Ferne, die
über ein beispielloses Zeitalter sprechen.
260. Nichts im Kosmos ist von Dauer; selbst ein einfacher Gegenstand erscheint in zwei
aufeinanderfolgenden Augenblicken andersartig.
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261. Natürlich ist das eigene Kanu, selbst wenn es voller Löcher ist, besser als das Schiff eines
anderen. Wir schätzen nur das Segeln im eigenen Boot.
262. Gewiß, das Leben ist schön. Doch bis jetzt wurde es durch den Tierinstinkt beurteilt, und
darum konnte nicht auf die Schönheit des Lebens hingewiesen werden.
Ägypten besaß eine erhabene Kultur, doch man kann nicht sagen, daß die heutige Kultur niedriger
ist. Kultur pflegte im Norden Indiens konzentriert zu sein, jedoch nur eine begrenzte Klasse von
Menschen besaß Wissen. Kasten - törichte Muffigkeit - haben die Kultur gehindert. Wahrhaftig, der
Herr Buddha wünschte diese Torheit abzuschaffen. Die Lehre des Herrn war mit Freude erfüllt.
263. Wahrlich, der Herr Buddha konnte Sich offenbaren. Der Herr erschien vielen, doch Er
wünschte Seine Lehre zur einzigen Quelle zu machen, und darum gab Er persönliche Erscheinungen
auf.
Anbetung hatte keinen Raum in der Lehre des Herrn, ihr innerstes Wesen war Wissen und
persönliche Errungenschaft. Gerade dies war der charakteristische Zug der Lehre des Herrn. Genau aus
diesem Grunde war Sein Symbol der Löwe. Wir nennen den Herrn oft „König des Gedankens".
Ihr habt die Tatsache der Unwirklichkeit der umgebenden Welt richtig verstanden. Als Ich Euch
gebot, auf dem oberen Pfad des Lebens weiterzugehen, wiederholte Ich die Worte des Herrn. Wie Ihr
seht, erkannte der Herr die Wirklichkeit der umgebenden Welt für den gegenwärtigen Zyklus an und
lehrte Seine Jünger Pflichterfüllung.
264. Schließt Euer Visier fest zu. Kurz vor Ereignissen herrscht Schweigen. Unmittelbar vor dem
Kampf macht Eure Waffen still gebrauchsfertig. Während man früher die Städte inmitten der Rufe des
Volkes durchschritt, werden wir jetzt schweigend, zur Zeit der Morgendämmerung, hindurchgehen.
Während früher Salute donnerten, ist heute die Zeit der Errungenschaft.
Wir werden erdrückt von der Anbetung der Menschen!
Wohlwollen und Strenge sind ein und derselbe Begriff. Früher sandten Wir den Olivenzweig des
Friedens. Früher war die Taube Unser Symbol; heute ist es der Kelch der Errungenschaft.
Ja, jedes Zeitalter hat sein Symbol.
265. Das Zeitalter individuellen Kleinhandels ist vorüber. Unbedeutende Plünderer werden
aufhören zu existieren. Es ist besser, an die Wohlfahrt der Menschen zu denken.
Ich rede nicht gern über Belohnung für Arbeit, doch die Vergütung wird nicht verzögert werden.
Ich spreche über die Freude der Arbeit. Das System der Zusammenarbeit ist die einzige Rettung.
266. Schätzt eine Weite des Gedankens. Ich lehre Euch, Riesen des Willens hochzuschätzen.
Rings um Euch herum will Ich den Heiligen Knoten binden - einen unsichtbaren. Unser Gebot ist, daß
Ihr die Bestätigung Meiner Ankunft auf Eure Schultern nehmt. Erhebt das gewichtige Schwert mit
einem festen Willen des Bewußtseins. Laßt uns sagen: „Herr, ich will Deinem Lande helfen; mein
Geist ist in die Rüstung der Furchtlosigkeit gekleidet. Hell erglänzt Dein Stern auf meinem Schild, ich
will alle Pfeile Deiner Gegner auf meinem Schild abfangen. Ich wünsche Dir zu helfen."
267. Ich werde Euch über zwei von Akbars Befehlshabern erzählen.
Einer von ihnen erhielt äußerst ausdrückliche Hinweise; der andere nur ganz fragmentarische.
Schließlich wandte sich der letztere an Akbar und sagte: „Warum habe ich keine ausdrücklichen
Befehle verdient, wenn ich Dir viele Siege gebracht habe?" Akbar erwiderte: „Dein Verständnis hielt
den Wortschwall in Schranken. Jeder Augenblick, den Du erspart hast, soll mit einer kostbaren Perle
bedacht werden."
Groß ist also die Freude derer, die das Ersparen eines Tropfens von der Quelle verstehen können.
Man kann das innere Wesen der Lehre mit der dringenden Notwendigkeit gewisser Augenblicke des
Kampfes vergleichen. Ich will Euch nicht verheimlichen, daß nach einem Erfolg stets dunkle Gerüchte
durchsickern, und man sollte den dunklen Geschossen Zeit geben, vorbeizufliegen, besonders wenn
die Festung auf der Landkarte des Feindes markiert worden ist. Doch wenn die Geschosse den
umgebenden Boden durchfurchen, wird er nur um so passender für zukünftige Fundamente sein.
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Darum wird derjenige, welcher Geduld hat, die zukünftigen Grundlagen legen können. Wenn wir
schweigend sitzen, wird die Verbindung stärker.
Das Erscheinen neuen Wachstums deutet einen neuen Schritt an, und wir kennen bereits
verfeinerte Feinde. Doch hinter uns werden neue Kräfte hervorgerufen und darum bedürfen wir keiner
alten Wege.
268. Der hauptsächliche Fehler ist, daß die Fragen und Anforderungen des Lebens nicht formuliert
worden sind, während Ich jeden Augenblick fragen mag, und was verloren ist, kann nicht wiederholt
werden. Es ist gesagt worden: „Ihr kennt weder den Tag noch die Stunde."
Ich fordere Euch dringend auf, Gedanken wie ein Schwert zu schärfen. Man kann unaufhörlich
lernen. Wenn Ich Euch ernstlich ersuche, Mein Land aufbauen zu helfen, wende Ich Mich nicht an
Gerippe, sondern an lebendige, schöpferische Geister. Jedem ist sein Opfer zugewiesen. Das Symbol
der offenen Augen ist so wichtig.
269. Helft Mein Land bauen. Die Menschen sind nicht willens, das Erzittern der alten Welt zu
sehen. Nicht Härte, sondern Besorgnis um den wunderbaren Plan veranlaßt Mich, es immer von
neuem zu wiederholen. Und warum sollte man ein Linsengericht aus Amrita machen?
Jede Stunde wiederholt für Euch selbst: „Nichts wird meinen Lauf zum Lehrer hindern. Ich habe
tausend Augen, und meine Kraft wächst nur durch Beweglichkeit." Die Offenbarungen von
Beweglichkeit und Findigkeit sind untrennbar.
270. Ihr wißt bereits etwas über den Zauberkreis, Ihr kennt seine wissenschaftliche Bedeutung.
Der Plan hat die Eigenheit, daß entschieden worden ist, den Schutz des Kreises zu entfernen, weil er
ein kosmisches Hindernis ist.
Eine Art Furcht hat die Menschen mit verschiedenen künstlichen Kreisen umgürtet. Jetzt ist es an
der Zeit, traditionelle Formeln zu beseitigen. Es ist an der Zeit, der Offenbarung von Himmel und Erde
mit erwachtem Geist zu begegnen. Es ist an der Zeit, der Brut der Elemente mit offenen Augen zu
sagen: „Ich habe keine Furcht vor Euch! Ihr könnt den Weg, der mir angedeutet worden ist, nicht
hindern."
Es ist an der Zeit, zum Licht zu sagen: „Ich komme als Dein Helfer, und selbst zur Sonne will ich
meine Hand ausstrecken. Und solange der Silberfaden unversehrt ist, sollen die Sterne selbst meine
Rüstung sein." So einfach ist der den Menschen vorherbestimmte Weg. Und schließlich wird die
Abgötterei von Symbolen durch den Strahl des Lichtes vertilgt werden. Und es wird Uns gestattet
werden, nicht Götter, sondern Mitarbeiter zu sein. Dies ist das Gebot der Einfachheit.
271. Fürchtet Euch nicht, die Rüstung Eures Bruders genau zu prüfen. Nur wenn Ihr mit
sorgfältiger Hand alle Panzerringe betastet, könnt Ihr erkennen, welche Seite Eures Bruders am
wenigsten verteidigt ist. Eine Rüstung, die von außen glänzt, mag nicht einmal einem Lichtpfeil
widerstehen.
Wenn Ihr daher einen schwachen Ring entdeckt, könnt Ihr sagen: „Bruder, im Namen des Lehrers,
prüfe Deinen Waffenrock und beende sein Härten; sonst ist es besser, ohne jegliche Rüstung zu
kämpfen!"
Deshalb prüft die Waffen vor jedem Kampf. Grausam ist das Los dessen, der nur einen Degengriff
hält.
Wir sind besonders erfreut, wenn die Größe des Planes in Einfachheit gekleidet wird. Denkt daran,
Einfachheit besitzt Anziehungskraft. Dieser Magnet entspricht der neuen Wohnstätte.
Das komplizierte Denken erlaubt es den Vögeln nicht zu singen, aber Mein Marsch verläuft nur
mit Gesang.
272. Sie werden fragen: „Was für eine Art von Himmel steht Euch zu? " „Der Himmel der
schweren Arbeit und des Kampfes." Aus schwerer Arbeit wird Unüberwindbarkeit geboren; aus
Kampf Schönheit.
Ja! Sogar heute habe Ich gesagt, daß Ich Selbst komme! Wahrlich, Meine Pfeile fliegen in Mein
Land, und vielfarbige Sprößlingen erwarten die Gärtner.
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Auf den Mauern sind Meine Zeichen, und im Geflüster ist Mein Atem. Laßt die Büsche wild
wachsen, es ist leichter, zu beseitigen als zu pflanzen. Fürchtet nichts, denn obgleich Unsere Blumen
vielgestaltig sind, werdet Ihr sie durch die Stimme der Herren in Ordnung bringen.
Beachtet wie überwachsen Unser Feld ist. Nützliche Schößlinge sind noch grün, trockene fallen ab
und werden schwarz. Man kann bereits eine Karte des neuen Zusammenstoßes zeichnen. Ihr werdet
Kampfgebiete des Geistes hinzufügen und die Berge früheren Stolzes auslöschen.
Wie Ich gesagt habe, ist es besser bei Lumpen als bei Heuchlern. Gewöhnt Euch daran, das Feuer
des Geistes in den Augen wahrzunehmen.
Dem schwalbenschwanzartigen Rock mangelt es am Stern des Kampfes, der auf dem Kaftan
erglänzt. Heute wollen wir uns an den Himmel der schweren Arbeit und des Kampfes erinnern.
273. Notwendigkeit muß zusammen mit rechter Entsprechung verstanden werden. Die letzte
Prüfung wird diejenige der Notwendigkeit sein. Um es anders auszudrücken, jeder, der geprüft wird,
muß sagen, was er für am dringendsten hält. Der Qualität seiner sofortigen Antwort entsprechend wird
sein Bewußtsein abgeschätzt werden.
274: Der Grad der Nützlichkeit kann sich ändern. Die Abstufungen der Nützlichkeit sind so
zahlreich wie die Blätter an einem Baum.
Wenn wir uns nach unaufgeschobener Ankunft sehnen, sollten die Wege unverzüglich gereinigt
werden. Tag und Nacht muß man daran gewöhnt sein, den Verordnungen nachzukommen und von den
Geboten durchdrungen sein.
Ich habe eine Abneigung gegen alle Blindgläubigkeit. Laßt den Strahl Errungenschaft erleuchten.
Wohin soll Ich den Strahl senden, wenn statt eines Schildes nasser Musselin vorhanden ist? An erster
Stelle stehen Geschwindigkeit und Festigkeit der zuschlagenden Hand.
So wie Ich jedem von Euch einen Schild sende, müßt Ihr von jedem Augenblick Gebrauch
machen. Nicht um einer Belohnung willen, und nicht aus Furcht geht Ihr vorwärts, sondern wegen
einer Erkenntnis der kosmischen Schönheit.
275. Ich will Euch von dem Ursprung des Streites zwischen Buddha und Devadatta erzählen.
Devadatta fragte: „Von wo aus wird jede Handlung begonnen? " Der Gesegnete antwortete: „Vom
Notwendigsten; denn jeder Augenblick enthält seine Notwendigkeit, und dies wird die Berechtigung
der Handlung genannt. Devadatta fuhr beharrlich fort: „Wie wird der Beweis der Notwendigkeit
erlangt? " Der Gesegnete antwortete: „Der Faden der Notwendigkeit durchquert alle Welten, doch wer
dies nicht erkannt hat, verbleibt in einem gefährlichen Abgrund, ungeschützt von den Steinen."
Devadatta konnte also die Linie der Notwendigkeit nicht erkennen, und diese Unklarheit hinderte
seinen Weg.
Ein feuriges Roß fühlt sogar mit dem Ende seines Hufes den nächsten Stein, auf den es treten
sollte. Auf diese Weise wird die Reihenfolge der Beweglichkeit, der rechten Entsprechung und der
Notwendigkeit gefühlt.
Viele Unserer historischen Urkunden werden für Inschriften von Gesetzgebern des Altertums
gehalten. Oft hindert sogar der Name des Christus oder Buddhas die Leichtigkeit der Annahme, doch
Buchstaben auf einem unbekannten Stein erregen leichter ernsthafte Beachtung.
Muß man erklären, daß das beste Ergebnis dann erzielt wird, wenn der Funke des Geistes
aufblitzt? Erkennt darum, wann es besser ist, an den Namen zu erinnern, und wann es nützlicher ist,
den Gehalt des Gebotes zu geben. Denkt daran, wenn Ihr auf anderen Pfaden sein werdet.
276. Laßt uns sieben Diener auf den Markt senden, um Weintrauben zu bringen.
Was sehe Ich? Der erste hat das Geld verloren. Der zweite hat es für berauschenden Wein
eingetauscht. Der dritte hat es versteckt. Der vierte bemerkte nicht, daß die Trauben nicht reif waren.
Der fünfte prüfte ihre Reife und zerdrückte dabei die ganze Traube. Der sechste wählte weise, aber
streifte sie ab und zerstreute sie durch Unvorsichtigkeit. Der siebente brachte eine reife Traube und
fand sogar Blätter, um sie zu verzieren.
So gingen sieben gleichzeitig denselben Weg entlang.
Haltet das Gesetz der Neuen Welt aufrecht. Wir wollen Geist und Körper vereinigen, denn es hat
keine schönere Errungenschaft gegeben. Ich erachte, daß wir eine äußerst verwickelte Zeit durchleben.
Widerspiegelungen von Ereignissen drängen sich an die Pforten.
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Ihr wißt, wie ein Schiff auf einer Welle vorwärtseilt. Darum sollte man wahrhaftig nicht das
Gehör, sondern den Geist hegen.
277. Über das Legen von Magneten.
Der Magnet bricht Bahn für die Projektion der Evolution des Planeten. Der Magnet offenbart
Unveränderlichkeit. Der Magnet bestätigt den Pfad der Menschheit. Der Magnet hat mehrere Aspekte:
entweder ist er der ungeteilte Körper des führenden Planeten oder ein Teil dieses Körpers, der mit
anderen Teilen verbunden ist; oder ein fremder Gegenstand, der durch Berührung eine Verbindung mit
dem Magneten erlangt hat. Der Magnet bleibt entweder unsichtbar und zieht den Lauf der Ereignisse
an; oder er dient als Zentrum bewußter Handlung; oder er erleuchtet den Menschen, der ihn gefunden
hat.
Man kann in der Geschichte der Menschheit ein Netzwerk von Magneten verfolgen, die wie
lenkende Feuer aufgeleuchtet haben.
Wie wirkt also ein Magnet? Er wandelt die Ideen des Weltraumes in Taten um. Viele Magneten
liegen unter den Fundamenten von Städten. Viele sind entdeckt worden.
Ich wiederhole, daß das Symbol von Diamanten in einem Meteorstein, der aus dem entfernten
Weltraum gesandt worden ist, wissenschaftlich verstanden werden muß.
Man muß alle Minuten des Morgens und des Abends sammeln. Das Leben des Bürgers ist
beendet; die Morgendämmerung einer Errungenschaft hat begonnen. Das Schicksal ist bereit, über alle
Lasten Rechenschaft abzulegen, aber nehmt sie an. Ein Strahl kann durch ein Fenster
hindurchscheinen.
278. Die Eigenschaft, unsichtbar zu sein, ist oft rettend. Die Eigenschaft, zu schweigen, ist oft
rettend. Der Rang, Hüter von Geheimnissen zu sein, ist ehrenhaft. Die Vertrauensstellung ist
ehrenhaft. Die Fähigkeit des Strebens hilft dem Wachstum des Geistes.
279. Ich erachte, daß alle Signale erleuchtet werden müssen, damit die Zeichen leichter verstanden
werden können; jedem der Berufenen werde Ich Zeichen geben, aber diese Zeichen müssen
angenommen werden. Ich kann sagen, daß man zuzeiten Zuflucht zu übertriebenen Zeichen nehmen
muß, aber es kann nicht immer Gebrauch von ihnen gemacht werden.
Laßt Mich ins Gedächtnis zurückrufen: Einmal gelang es Uns, einen Mann vor Feuer zu erretten,
aber er hörte nicht auf die Zeichen und brach sich das Bein. Ein andermal mußte außer geistiger
Beeinflussung eine solche Muskelkraft angewandt werden, um jemand davor zu bewahren, eine
unheilvolle Unterschrift zu schreiben, daß seine Hand lange Zeit empfindungslos blieb. Um einen
Menschen vor einem gefährlichen Tier zu retten, mußte er von einem Fußweg gestoßen werden. Daher
sollte man den Gebrauch außerordentlicher Maßnahmen nicht erzwingen und muß verständnisvoll auf
die rettenden Zeichen horchen.
280. Ein geistiger Aufschwung muß verliehen werden. Wir ehren den tätigen Lehrer. Wir leben,
indem Wir einer wundervollen Vision entgegenstreben. Unser Weg ist mit Hufeisen der
Errungenschaft bestreut. Über Unseren Zelten leuchten die Strahlen der Tapferkeit. Unsere Freude soll
durch die Flamme der Wahrheit in Brand gesetzt werden. Unser Weg ist dreifach verlängert. Ist es
nicht eine Freude, gegen leblose Materie zu streben und die Funken des schöpferischen Geistes durch
Entfaltung von Tätigkeit mit dem Speer des Geistes zu entzünden?
Der Lehrer, der Lehrer, der Lehrer geht umher und hält den Pfeil des Befehls. Niemals werde Ich
eine ruhige Wasserfläche erwählen; lieber will Ich alles Donnern annehmen, und Meine
Pergamentrollen werden wie Blitze den Dom des Weltalls umwandeln. Ich will eine Taube als Boten
aussenden, aber Ich will wie ein Adler hinabsteigen!
Auf diese Weise sollte jeder Meiner Kämpfer seine Rüstung vorbereiten.
281. Ihr wißt bereits von den beiden Befehlshabern Akbars - laßt uns noch etwas über einen dritten
hinzufügen. Dieser fragte: „Warum werden Verspätung und Vorzeitigkeit in gleichem Maße
verurteilt? " Akbar erwiderte: „Mein Freund, es gibt keine gleichen Werte. Wenn daher die
Vorzeitigkeit Findigkeit umfaßt, ist ihr Verdienst größer, weil Verspätung nur mit Tod verbunden ist.
Vorzeitigkeit soll verurteilt werden, aber Verspätung ist bereits verurteilt.
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282. Mein Befehl ist, daß Ihr die Wichtigkeit dessen, was sich ereignet, versteht. Wie Ich
versprochen habe, heute ein Gebot zu erlassen, so seid Ihr zur Tat bereit.
Wenn Ich sehe, daß man zu Kamel reiten sollte, reitet!
Wenn Ich sehe, daß man fliegen sollte, fliegt!
Wenn Ich sehe, daß man segeln sollte, segelt!
Wenn Ich sehe, daß man in eine Höhle kriechen sollte, kriecht!
Wenn Ich sehe, daß man zur Mitternacht erscheinen sollte, erscheint dann!
Wenn Ich sehe, daß man vor der Morgendämmerung ankommen sollte, seid rechtzeitig!
Wenn Ich sehe, daß man den Heiligen Schrein mit einem Schild bedecken sollte, deckt ihn!
Wenn Ich sehe, daß man nicht einschlafen sollte, schlummert nicht!
Wenn Ich sehe, daß Ihr Mir vertrauen müßt, zeigt Vertrauen!
Und laßt Euer Mantram sein: „Ich will helfen, Dein Land zu erbauen, im Namen der Mutter der
Welt und Meines Vaters."
Laßt uns unsere Kraft durch das Feuer der Bereitschaft verstärken, und wir werden auf goldenem
Sand wandeln, weil wir zu den Herren gehen.
283. Ihr könnt Meinen Wunsch verkündigen, alle an der Arbeit zu sehen. Man muß seine Aura
anwenden, sie kann sonst nicht wachsen! Es sollte klar und deutlich verstanden werden, wie zwecklos
die himmlischen Strahlen sind, wenn die Ausstrahlungen der Nervenzentren ihnen nicht
entgegenkommen. Ich habe bereits über Empfindungslosigkeit der Zunge und gebrochene Arme als
Resultat himmlischer Handlungen ohne irdischen Widerhall gesprochen.
284. Ich wünsche Zusammenarbeit nicht auf Papier und in Versicherungen, sondern in der Tat zu
sehen. Es ist richtig, nicht über Liebe zu sprechen, sondern sie in der Tat zu zeigen. Es ist richtig,
Versicherungen über Hingabe aufzugeben, denn sie wird in der Tat offenbart. Es ist richtig, keine
überflüssigen Worte zu äußern, da sie in der Tat gebraucht werden. Es ist beklagenswert, wenn die
Kämpfer während eines Angriffs aus den Reihen austreten und anfangen, dem Führer ihre Liebe zu
versichern. Wahrlich, die heutige Zeit ist eine Zeit des Angriffes und jeder Stein muß durch eine
gewandte Bewegung überwunden werden. Zielt die Pfeile geschickt.
Von Anfang an habe Ich über die Unwirksamkeit von Strahlen gesprochen, wenn keine
Wechselbeziehung der Ausstrahlungen besteht. Ermüdung und Gereiztheit können den Menschen
einer dringenden Botschaft berauben. Man muß wissen, wie man Uns über seine Empfindungen hinaus
erreichen kann.
285. Nun wollen wir uns nach kosmischen Plänen dem Tragen von Steinen zuwenden, und auf
jedem werden Wir das Symbol des Kreuzes eingravieren. Ich werde Euch daran erinnern, wie Buddha
Jünger für eine Errungenschaft auswählte.
Während der Arbeit, wenn die Jünger bereits von Müdigkeit ergriffen waren, pflegte Buddha die
unerwartetste Frage zu stellen und die schnellste Antwort zu erwarten. Oder Er pflegte, während Er
den einfachsten Gegenstand vor sie hinlegte, vorzuschlagen, daß sie ihn mit nicht mehr als drei
Worten oder auf nicht weniger als hundert Seiten beschreiben sollten. Oder Er pflegte, während Er
einen Schüler vor eine verschlossene Tür stellte, zu fragen: „Wie willst Du sie öffnen? " Oder Er
beorderte Musikanten unter das Fenster und gebot ihnen, Gesänge ganz verschiedenen Inhalts zu
singen. Oder wenn Er die Gegenwart einer belästigenden Fliege bemerkte, pflegte Er den Schüler
aufzufordern, einige Worte, die auf ganz unerwartete Weise ausgesprochen wurden, zu wiederholen.
Oder Er pflegte, während Er vor den Schülern auf und abging zu fragen, wie oft Er es getan hätte.
Oder, wenn Er Furcht vor Tieren oder vor natürlichen Erscheinungen bemerkte, pflegte Er ihnen die
Aufgabe zu stellen, sie zu überwinden.
Auf diese Weise stählte der Mächtige Löwe die Klinge des Geistes.
Erinnert Euch daran und wendet es an!
286. Die Ushas der Neuen Morgendämmerung können jetzt offenbart werden. Die Macht des
Lichtes vernichtet bereits die Dunkelheit. M.'. ist ein unbesiegbarer Geist.
Mein Geist weiß, wie die Macht geschmiedet wird. Ich rate, Mich nicht anzubeten, sondern Mich
anzurufen. Und Meine Hand wird nicht zögern, Sich im Kampf zu offenbaren.
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Wie haben Wir Wüsten durchquert? Wie konnten Wir schwarze Pfeile vermeiden? Wie konnten
Wir ungezähmte Rosse besteigen? Wie konnten Wir in demselben Zelt mit einem Verräter schlafen?
Wie konnten Wir Unsere Lage angesichts des Feuers des Federgrases der Wüste verbessern? Wie
haben Wir die Steine des reißenden Stromes überwunden? Wie konnten Wir in der Dunkelheit der
Nacht den Weg finden? Wie konnten Wir verborgene Wünsche verstehen? Wie haben Wir den Pfad
des Lebens entdeckt? Wahrlich, durch Wachsamkeit des Geistes. Jeden Augenblick sind Wir bereit,
demjenigen das Brot des Lebens zu reichen, der denselben Pfad der Wachsamkeit des Geistes erwählt.
Mein Strahl kann die Taten des Geistes erleuchten.
Auf Meinen Strahl reagieren die Wesen, die sich in den schützenden Purpur der Tapferkeit
gekleidet haben. Wo der staubige Schimmel der Furcht ist, wandelt sich das Schwert des Strahles in
eine Geißel um!
287. Erkennt, wie schwer es ist, die Herzen der Menschen zu erreichen. Der Geist dringt nicht
hindurch, und die fleischliche Hülle verdichtet sich. Wieviel mehr sollte man dann diejenigen
willkommen heißen, die wie Adler umherblicken und denen der Nebel der Zukunft einem klaren
Spiegel gleicht.
Obgleich die Ereignisse des Konfliktes groß sind, kann Ich den Getreuen doch Eines versprechen:
In jeder Lage wollen Wir ihre Würde sichern. Jene feindlichen Ströme wollen Wir nutzbar machen.
Ein Befehl an Meine Kämpfer wird nicht zweimal geäußert. Laßt uns unsere Wege besser bauen,
indem wir die Möglichkeiten beachten. Wir wollen uns nicht fürchten, wenn diese Möglichkeiten auf
den ersten Blick zu zerstreut erscheinen. Gras wächst nicht augenblicklich. Doch glücklicherweise
sehe Ich jugendliche Köpfe, die es wert sind, mit den gelockerten Saiten betraut zu werden.
Ihr müßt Euch auf die Unbekannten und Unsichtbaren verlassen.
288. Wenn die Menschen fortgehen, haben sie das eine oder andere Gefühl: Entweder, daß sie
lange an diesem Ort geweilt haben, was bedeutet, daß ihre Aura Gegenstände liebgewonnen hat; oder
daß alles um sie herum zu Ende gekommen ist, was bedeutet, daß ihre Aura sich strebend
emporschwingt.
Es ist sehr wichtig, zwischen diesen beiden Arten von Menschen zu unterscheiden. Oft kann man
sich durch ein äußeres Zeichen eine Meinung über die grundlegende Kategorie bilden.
Welches sind nun Meine Leute? Diejenigen, welche sich nirgends zu Hause fühlen, die
Gegenständen keinerlei Wert beilegen, die gern Berge besteigen; die das Singen der Vögel lieben; die
die Luft der Morgenstunde wertschätzen; welche die Tat mehr bewerten als die Zeit; die Blumen
verstehen; die Furchtlosigkeit zur Schau tragen, ohne es zu bemerken; die Klatsch verabscheuen;
welche die Offenbarung der Freude der Schönheit wertschätzen; die das Leben jenseits der Grenzen
des Sichtbaren verstehen; die fühlen, wenn man an Amrita teilhaben kann; die sich beeilen, die
Prophezeiung zu erfüllen. Diese Meine Leute können von Meiner Kraft Gebrauch machen.
Als König im Lande der Wirbelwinde kann Ich ihnen einen Tropfen Tau vom Baum Elgario
senden, der das Leben der Zukunft offenbart.
289. Laßt Mich Euch erzählen, wie ein großer Kämpfer einen seiner größten Siege erlangte. Er
steckte die Steppen hinter seinen eigenen Truppen in Brand und gab den Gefangenen tausend Pferde
und bot ihnen Flucht an. Von Schrecken ergriffen, eilten sie zu seinem Feinde und verbreiteten dort
Furcht. Dicht hinter ihnen kamen seine Horden angestürmt, da sie keinen anderen Ausweg sahen.
Schneller als Flammen trampelten sie den Feind nieder.
Ein kurzsichtiger Führer legt das Feuer hinter die feindlichen Streitkräfte, doch der weise
entzündet es hinter seinen eigenen.
Auf ähnliche Weise zerstörten die ersten Auswanderer aus Asien Brücken und Übergänge hinter
sich, als sie auf dem Marsch waren, damit ihnen der Gedanke an Rückzug nicht in den Sinn kommen
würde.
290. Es gibt ein orientalisches Rätsel: „Was mag gern begraben werden? " Antwort: „Ein
Samenkorn."
Genau, der Same eines Planes muß im Boden vergraben werden, doch wenn er anfängt, sich zu
verwirklichen, wächst er nur nach oben.
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Der Lehrer sieht neue Möglichkeiten, und das Feuer der Steppe jagt die Reiter in einer einzigen
Richtung.
291. Inmitten staubiger Gänseblümchen erhebt sich eine Lilie von Himmlischem Purpur. Es ist
besser, in der Nähe der Himmlischen Blume zu leben, denn irdische Blumen sind die einzige
Verbindung zwischen Erde und Himmel.
In der Schöpfung des Blütenstaubes werden sozusagen Kristalle von Prana niedergeschlagen.
Ohne Leichtfertigkeit kann man sagen, daß der Himmel sich auf der Erde in Blumen niederläßt.
Wenn die Erde der Blumen beraubt werden würde, dann würde ihre halbe Lebenskraft
verschwinden. Ebenso wichtig ist der Schnee, und wie Wachtürme der Errettung stehen die
schneebedeckten Berge.
292. Wenn der Arbeitsbereich anwächst, fangen die Fußböden und Decken an, Risse zu
bekommen. Es wird dem Menschen schwer, den Unterschied zwischen „es kann sein" und „es wird
sein" zu verstehen. Es scheint ihnen, daß es, wenn es sein kann, schon sein wird. Aber wo ist die
Errungenschaft, und wo das Verlangen, über alle Mauern zu klettern?
293. Wir wollen uns vorstellen, daß die Erde mit Funkstationen überladen ist. Aber einige von
ihnen werden eine sehr hohe Spannung haben. Nur diese wenigen werden das Leben des Planeten
lenken. Genau ebenso existieren Geister sehr hohen Grades, die ihre Akkumulatoren in früheren
Verkörperungen voll geladen haben. Ihr charakteristisches Merkmal wird ein festes Bewußtsein der
Unveränderlichkeit ihres inneren Egos sein, wodurch der Begriff der höheren Freiheit geboren wird.
Und an die Hochspannungsstation ist ein Netzwerk kleinerer Stationen angeschlossen, die ihre
beständigen Wellen empfangen. Auf diese Weise speist ein hochgespannter Geist seine Umgebung; er
entspricht einem einsamen Turm, der den Weltraum beherrscht. Aus diesem Grunde werden Menschen
von früher Kindheit an zu solchen Magneten angezogen, die sie sogar überlasten.
Errungenschaft ist keine Entsagung; sie ist Einbeziehung und Bewegung. Wenn Ich daher sage,
„wer entsagt hat", sollte es verstanden werden als „wer alles einbezogen hat." Es ist unmöglich, den
Charakter der Entsagung darzulegen, weil Verbot sich daneben einnistet. Doch Einbeziehung betont
bewußtes Verständnis.
Und wie entsagte die Große Mutter den Welten? Dadurch daß Sie die Größe des Baues der
Zukunft einbezog, und von da an gab es nichts, was das Wachsen des Geistes hindern konnte.
Treue ist eine Eigenschaft des hochgespannten Geistes, und die Bekundung der Einbeziehung
macht wahre Errungenschaft zu einer freudigen Erwerbung. Auf diese Weise kann Errungenschaft
entwickelt werden, denn ein leuchtendes Erreichen des Zieles führt zu einem folgenden.
Heilige Helden sind richtig als in einem Boot segelnd dargestellt worden. Auf diese Weise trägt
die Welle diejenigen weiter, die in ihren Strom eingetreten sind.
Wieder muß man an den Unterschied zwischen Drohung und Besorgtheit erinnern. Als Ich einen
ausgezeichneten Reiter ermahnte, von einem eilenden Pferd abspringen zu lernen, hielt er dies für
gegen die Sitte seines Steppenlandes. Doch als ein rasendes Pferd ihn plötzlich zum Ufer einer
Stromschnelle brachte, mußte er ungeschickt abspringen und blieb hinterher lahm.
Doch es ist leicht, durch Treue am Weltstrom festzuhalten. Wir streben nur der Freude entgegen.
294. Strebt in die Zukunft und umgeht den Ruß der Gegenwart.
295. Lernt dieses: Man sollte nicht zerstören, sondern sollte die größte Geduld aufbringen.
Es ist schrecklich zu sehen, wie wenige ohne ausweichende Entschuldigungen und Beschwerden
auf den Ruf reagieren. Man kann den Menschen das Kostbarste geben, doch zur Stundes des Rufes
werden sie alles vergessen, was sie bereits empfangen haben.
Wie kann man über die Neue Welt nachdenken, wenn die alte noch nicht erkannt worden ist. Ein
Igel hat viele Stacheln, aber diese werden ihn nicht zum König machen.
Unsere erwähnte Hilfe kann gedeihen, wenn sie von denen angenommen wird, denen sie gesandt
worden ist. Wir freuen Uns, wenn die Hand nicht zurückgestoßen wird.
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296. Lebt nicht von den Zinsen von Geld. Dieser Profit ist befleckt. Der beste Umtausch von
Gütern ist durch direkten Austausch von Gegenständen; oder wenn nötig, kann es gestattet werden,
daß sie für Geld ausgetauscht werden, das sofort wieder umgewandelt wird.
Seid nicht unzufrieden außer mit Euch selbst. Laßt andere nicht tun, was Ihr für Euch selbst tun
könnt, und auf diese Weise werdet Ihr die Knechtschaft von Dienstboten abschaffen. Sagt nicht
zweimal, was einmal gesagt werden sollte. Tretet denselben Pfad nicht nochmals, denn selbst eine
steinerne Schwelle wird ausgetreten. Schwimmt nicht, wo man fliegen muß. Wendet Euch nicht
zurück, wo man eilen sollte. Entstellt Euren Mund nicht durch üble Rede, wo Ihr schweigend
vorübergehen solltet. Wenn der Stahl der Errungenschaft benötigt wird, bedeckt Euch nicht mit
Strahlen. Ein Sattel ist nicht nötig, wo Flügel wachsen. Nicht die Faust, sondern der Hammer schlägt
den Nagel ein. Nicht der Bogen, sondern der Pfeil erreicht das Ziel. Nicht durch meinen Gott, sondern
durch Deinen. Seid nicht von einem Zaun umgeben, sondern vom Feuer des Gedankens.
297. Betrachtet nichts als ob es Euch gehöre; um so leichter wird es Euch, die Sachen nicht zu
beschädigen. Denkt, wie man jeden Ort am besten schmücken könnte; um so gewisser werdet Ihr Euch
vor Schund bewahren. Bedenkt, wieviel besser jedes neue Ding sein muß als das alte; hierdurch
werdet Ihr die Leiter des Aufstiegs bestätigen. Denkt, wie schön der morgige Tag ist; dadurch werdet
Ihr lernen, vorauszuschauen. Denkt, wie grausam der Zustand der Tiere ist; dadurch werdet Ihr
anfangen, das Niedere zu bemitleiden. Erwägt, wie klein die Erde ist; dadurch werdet Ihr Euer
Verständnis für Beziehungen bessern. Denkt, wie schön die Sonne ist, die sich hinter der Sphäre der
Erde verbirgt; dadurch werdet Ihr Euch der Reizbarkeit enthalten. Denkt, wie weiß die Tauben im
Sonnenstrahl sind, dadurch werdet Ihr Eure Hoffnung stärken. Denkt, wie blau der Himmel ist; auf
diese Weise werdet Ihr Euch der Ewigkeit nähern. Denkt, wie schwarz die Dunkelheit ist; dadurch
werdet Ihr Euch vor der Kälte des Rückzuges hüten. Denkt mutig über die Ebenbilder der Großen
nach; auf diese Weise werdet Ihr die Linie der Einheit verfolgen. Denkt, was für ein Glück es ist, auf
der Erdkruste zu wandeln und sie mit dem Bewußtsein des Geistes zu durchtränken. Denkt, was für ein
Glück es ist, unter den Strahlen der Konstellationen zu wandeln, die ein Brennpunkt von vielen
Millionen Jahre alten Strahlen sind. Denkt über Unsere Hand nach, die wachsam lenkt; auf diese
Weise werdet Ihr den Lebensfaden verlängern.
298. Wenn Euch jemand den Weg versperrt, tretet schweigend beiseite, wenn Ihr Euren Pfad
kennt. Wenn Ihr Obdach finden müßt, findet gute Worte für den Wirt. Wenn Euer Pfad weit ist, wenn
die Stunde der Abreise schlägt, findet gute Worte für den Zurückbleibenden. Wenn ein Baum am
Wegrand steht, brecht keinen Zweig, vielleicht wird er denen Freude bereiten, die nach Euch kommen.
Wenn Ihr einen Ruf des Grußes hört, verderbt ihn nicht. Wenn Ihr einen singenden Vogel hört,
schüttelt den Baum nicht. Wenn Ihr seht, wie Kinder sich nähern, sagt: „Wir haben Euch erwartet!"
Wenn Ihr zum Abendbrot eilt, tretet auf trockene Steine. Wenn Ihr Euch zur Ruhe begebt, bringt Eure
Gedanken in Ordnung. Wenn Ihr etwas Angenehmes über Euch selbst hört, schreibt es nicht in en
Notizbuch. Wenn Ihr über eine Beleidigung nachdenkt, kehrt vor Eurer eigenen Tür.
299. „Es ist besser, eine dringende Botschaft anzunehmen, als sich vor dem Boten zu verbergen.
Es ist besser, die Pforten an einer staubigen Straße nicht leuchtend anzustreichen. Es ist besser, sein
Pferd in einen Gemüsegarten zu lassen, als es zu zwingen, auf Steine zu treten. Es ist besser, einem
Dorfpolizisten zu verzeihen, als einen Prozeß vor den Richtern zu führen. Es ist besser, Mohrrüben
aufzugeben, als auf Erbsen zu verzichten. Es ist besser, auf einer hölzernen Planke einzuschlafen als
auf einem Ameisenhügel. Es ist besser, stichhaltige Verweise zu erhalten, als über eine süßliche Rede
zu grinsen. Es ist besser, mit einem Esel auf freundlichem Fuße zu stehen, als einem Fuchs zuzuhören.
Es ist besser, einen Arzt zu rufen, als einem Dämonen Blut abzuzapfen. Es ist besser, über die Qualen
der Vergangenheit zu erschaudern, als über die Zukunft im Zweifel zu sein. Es ist besser, am Morgen
zu richten und am Abend zu vergeben. Es ist besser, am Tage zu denken und nachts zu fliegen." Dies
wird in dem Buch „Die Perle der Träume" gesagt, das in China geschrieben worden ist.
300. Die Lehre neuer Möglichkeiten des Lebens zieht praktische Köpfe an, und wenn die
Offenbarung möglich wird, dann wird sie ebenso bereitwillig angenommen werden wie
Telephotographie. Es ist erfreulich zu erkennen, daß zwei Welten direkt unter den Augen der
Menschheit vereinigt werden. Die Bedingung geistiger Reinheit wird als ein praktisches Erfordernis
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im Leben verstanden werden. Und wieder wird das Feuer des Wissens wie im frühesten Altertum, zur
Zeit der Blüte der Priesterschaft, zu leuchten beginnen, jedoch in gemeinverständlicher Anwendung.
Die hauptsächliche Notwendigkeit besteht darin, die Kräfte der sichtbaren Natur und die Macht der
unsichtbaren Quellen ins Gleichgewicht zu bringen.
Es ist leicht, den Apparat der sichtbaren Wissenschaft mit den Leistungen der Höheren Welt in
Einklang zu bringen. Hellhören wird z.B. ebenso leicht verstanden werden wie Funktelephon, das sehr
bald eingeführt werden wird. jedoch gerade dann wird den Unterschieden in der Qualität der
Mitteilungen Aufmerksamkeit geschenkt werden, und durch das Vergleichen der Eigentümlichkeiten
der Vermittler wird die praktische Möglichkeit der Geistigkeit verstanden werden.
Ebenso wie Photographie niemals schöpferische Tätigkeit ersetzen wird, kann auch ein
physikalischer Apparat niemals die Geistigkeit ersetzen.
Besonderer Schaden ist in „Phänomenen" zu finden, weil die Entladung der gewaltsam gestörten
Materie eine abstoßende Atmosphäre von hin und her geschleuderten Elektronen hervorruft. Nichts
schädigt einen Organismus so sehr wie zwecklose Phänomene.
301. Ich freue Mich, zu sehen, wie die Blitzfunken der Voraussicht hinsichtlich der Wohlfahrt der
Menschen inmitten Eurer Gedanken funkeln. Diese Gedanken müssen in den Weltraum gesandt
werden! Wenn Ihr doch täglich eine halbe Stunde für die Zukunft erübrigen könntet! Wahrlich, das
Feuer Eurer Gedanken würde von Uns willkommen geheißen werden.
Laßt die Dinge des täglichen Lebens verschwinden, laßt jedoch das Land der Zukunft in Gedanken
verkörpert werden. Und was reinigt den Geist gründlicher als Gedanken über die Wohlfahrt von
anderen? Und was stählt die Rüstung der Standhaftigkeit besser, als der Wunsch, andere ins Licht zu
führen? Und was bewirkt ein besseres Lächeln als ein Wunsch, das allerletzte Kind lachen zu sehen?
Ich bitte Euch dringend, auf diese Weise an die Zukunft zu denken, täglich eine Perle zum Halsband
der Mutter der Welt hinzuzufügen. Und so denkt kurz und einfach, wie Ihr den Herd der Welt
schmücken könnt.
Nichts sollte mit der Vergangenheit verglichen werden, denn eine Runzel der Vergangenheit ist
gewöhnlich ein Nest von Irrtümern. Man kann an fremden Küsten vorbeisegeln; man braucht nur die
Welt des Lichtes zu bewundern, die allem, was lebt, verliehen worden ist. Licht ist die beste Brücke
zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren.
Wenn man nicht beim abendlichen Feuer, sondern im Glanz der Sonne über die Zukunft
nachdenken kann, dann erleuchten die Tautropfen des Pranas die denkende Stirn.
302. Laßt neue Länder auch die Macht des Strebens der Reinen im Herzen erkennen. Laßt sie
verstehen, daß Gedankenheuchelei ein Hindernis zur Erlangung der Verbindung im Geist ist.
Sagt allen, die bei Uns zu sein hoffen, daß sie ihre Gedanken rein halten sollten. Errungenschaft
wird aus reinen Gedanken geboren. Keine Schaustellung einer Handlung wird Frucht tragen, wenn sie
nicht von den Flügeln eines Regenbogengedankens emporgehoben worden ist.
Ich verstehe, wie schwer es ist, die Flöhe des Denkens zu fangen. Aus diesem Grunde wiederhole
Ich: Lüftet die Windungen Eures Gehirns, damit die kleinen Springer keine Gelegenheit haben, ihre
Nachkommenschaft dort anzusiedeln. Chaotisches Denken erzeugt kleine Insekten und schneidet die
besten Pfade ab. Ungeziefer am Körper hat zur Folge, daß der Mensch gemieden wird. Wieviel
abstoßender muß das Ungeziefer des Geistes sein!
Wenn die Gedanken in die Weite fließen, mag selbst ihre unangenehme Richtung schließlich nicht
schädlich sein. Aber wenn das Denken seinem Inhalt nach einem Tropfen abgestandenem Wassers
gleicht, dann besteht keine Möglichkeit, das Bild der Neuen Welt zu offenbaren.
Man muß sein Denken bestätigen und die vier gegebenen Regeln standhaft im Sinn behalten.
Hieran muß man sich erinnern; man muß verwirrte Gedanken vermeiden. Ich bitte Euch dringend, die
Schönheit des Sternenzeltes zu betonen, und es mit Gedanken über die Zukunft zu verbinden.
303. Die Daten des Schicksals der Nation können den Wellen des Verständnisses der Religion
entsprechend erkannt werden. Wo augenfälliger Unglaube vorhanden ist, dort ist die Ernte Gottes
bereits nahe. Wo jedoch heuchlerische Pracht ist, dort ist das Schwert bereit. Das Beispiel von Saul
wird lehrreich sein.
Heutzutage verstehen wir, wie der zerlumpteste Landstreicher am Tage eines jährlichen Festes
eine Errungenschaft offenbaren und wie ein Priestergewand widerliche Geschwüre verbergen kann.
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Somit sehen wir eine neue Einteilung der Welt. Man kann Lumpen viel vergeben, aber das blendende
Gold prächtiger Räume kann den Kelch der Gerechtigkeit nicht übertreffen.
304. Ich habe Euch bereits über das innere Verständnis von Sprachen erzählt. Schreibt diese Sage
nieder:
Einst wurde verkündet, daß eine gewisse Hohe Priesterin durch das innere Bewußtsein jede
Sprache verstehen könnte, und dies hatte wunderbare Ergebnisse zur Folge. Gesandte aus fernen
Ländern sprachen mit ihr in ihrer eigenen Sprache, und sie verstand sie. Auf diese Weise wurde
eine Sage über die ewige Sprache erschaffen.
Massen von Menschen wünschten jedoch, hiervon überzeugt zu werden. Viele Ausländer
wurden herbeigebracht, und die Priesterin wurde trotz ihrer Einwände vom achten Stockwerk
herabgeführt. Nichts wurde dem Volke jedoch, offenbart, und die Fremden wiederholten ihre
Reden vergebens.
Auf diese Weise wurde eine der besten Möglichkeiten ruiniert. Es würde jedoch möglich sein, dies
durch das Studium der Qualität der Aura in die Praxis umzusetzen, weil diese sowohl die Brücke zur
Wonne als auch zur Verseuchung ist.
Die Fähigkeit, selbst seine eigene Muttersprache zu verstehen, hängt nicht vom Ohr ab, sondern
vom Kontakt mit anderen Zentren durch die Aura. Darum ist es besser, zu sagen: „Ich habe
verstanden", als zu sagen: „Ich habe gehört."
Darum ist, was die Frage der Aura anbetrifft, ihre Farbe nicht so wichtig wie ihre innere Intensität.
305. Meine Hand wird nicht müde werden, zu führen, aber Ihr müßt gehen, jeder mit ganzer Kraft.
Es ist richtig, seine Kraft für das Schwere zu gebrauchen, weil alles Leichte unvereinbar mit der
Zukunft ist.
Was sagt eine Mutter zu ihrem Sohn, wenn er in den Krieg zieht? „Verstehe Dich zu verteidigen."
Ebenso müssen Meine Kämpfer verstehen, wie man allein, ohne Hilfe kämpft.
Die Kette des Kreises mag Erleichterung bringen, aber Findigkeit wird geprüft, wenn man sich
selbst überlassen ist.
306. Selten wählen Wir die Wasserwege. Das Element des Wassers steht im Widerspruch zu dem
Magnetismus der Berge. Die Pfeile des Blitzes durchdringen das Wasser, ohne daß sich daraus
Resultate ergeben. Aber Wir streben danach, jeden Strom zu isolieren.
Metalle sollen nicht ihrer Kostbarkeit gemäß, sondern ihrer Widerstandsfähigkeit entsprechend
ausgewählt werden. Man sollte keine kupferne Dinge tragen. Die Menschen des Altertums wußten,
wieviel nützlicher Bronze war. Auch Zink sollte nicht mehr im Haushalt gebraucht werden. Durch
Kontakt mit Kupfer ist nicht nur eine Ansteckung möglich, sondern der Kanal dieses Metalles bringt
Krankheiten. Darum muß die Kupfermünze abgeschafft werden. Eine ganz kleine Silbermünze ist
besser.
Das Verbrechen der Spekulation muß unnachgiebig verfolgt werden, weil die Erde durch
Spekulation krank ist. Jedes Zeitalter hat seine eigene Plage. Gegenwärtig ist es die Epidemie der
Spekulation. Man sollte nicht denken, daß die Menschheit stets von dieser Krankheit geplagt worden
ist. Aber diese Krankheit verspricht einen radikalen Wechsel, weil sie nicht allmählich vorübergehen
kann, und eine plötzliche Steigerung der Evolution ist nötig, um diese Ansteckung auszurotten.
307. Gebet ist die Vergegenwärtigung der Ewigkeit. Im Gebet ist Schönheit, Liebe, Kühnheit,
Mut, Selbstaufopferung, Standhaftigkeit, Streben. Aber wenn Aberglaube, Furcht und Zweifel im
Gebet enthalten sind, dann steht ein solcher Anruf mit den Zeiten des Fetischismus in Beziehung.
Wie sollte man also beten? Man kann Stunden im Streben verbringen, aber es kann auch ein Gebet
von Blitzesschnelle sein. Dann bringt man sich augenblicklich, ohne Worte, im inneren
Zusammenhang mit der ganzen Kette in die Unbegrenztheit. Entschlossen, sich mit der Unbegrenztheit
zu vereinen, atmet der Mensch sozusagen Ausströmungen des Äthers ein, und ohne mechanische
Wiederholungen stellt er den besten Kreislauf für den Strom her. Auf diese Weise kann man
schweigend, ohne Zeitverschwendung, einen Strom der Erfrischung erhalten.
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Nur entwickelte Geistigkeit kann das menschliche Bewußtsein mit einem einzigen Seufzer
emporheben. Aber Wir müssen die Frage des Gebetes wiederholen, weil die Menschen sich danach
erkundigen.
Unnötig sind Beschwörungen, unnötig sind dringende Bitten, unnötig ist der Staub der Demut,
unnötig sind Drohungen, denn nur wir allein befördern uns in die fernen Welten, in die
Schatzkammern der Möglichkeiten und des Wissens. Wir fühlen, daß sie für uns vorherbestimmt sind,
und wir nähern uns ihnen kühn.
Versteht also das Gebot: „Betet auf keine Weise als im Geist."
308. Wenn wir beginnen, Materie zu zerlegen, sehen wir, daß die befreiten Atome anfangen, sich
dem grundlegenden Ton entsprechend zu ordnen, und wenn sie in den Äther entfliehen, bilden sie
einen Regenbogen, der mit der Sphärenmusik widerhallt.
Wenn ein ganzer Planet in seine Bestandteile zerlegt wird, dann wird das Ergebnis tatsächlich ein
Regenbogen sein. Dies kann bei jeder Auflösung sichtbarer Materie beobachtet werden.
Unser Strahl sendet unzählige Mengen von gereinigten Atomen aus, die den Menschen umhüllen,
wenn kein astraler Wirbelwind um ihn herum weht. Dies ist der Grund für die Ruhe des Geistes, da die
Überreste des Karmas sonst den Gegenstand der Sendung verdunkeln werden.
Die niederen Geister zerreißen den Strahl wie Affen, wobei sie das kostbare Gewebe ohne
jeglichen Nutzen für sich selbst zerreißen, weil die Atome der Materie für ruhelose Hüllen zwecklos
sind.
Hieran muß man sich erinnern, während man den Geist im Gebet mit dem Unbegrenzten vereint.
309. Erinnert Euch nun daran, daß Ihr Euch in Zeiten der Gefahr mit einer Vergegenwärtigung der
persönlichen Unverletzbarkeit umhüllen und dann Euer Bewußtsein aussenden müßt, um Meinem
Strahl zu begegnen. Stellt Euch gedanklich vor, wie Euer Funke zu Meinem Strahl eilt. Eine solche
gegenseitige Beziehung verstärkt den Strom und ist in Zeiten der Ermüdung ausgezeichnet. Auf dem
Pfad können verschiedene Umstände eintreten, in denen ein wechselseitiger Strom besonders nützlich
sein wird. Es ist am besten, alle Möglichkeiten zu verstärken.
310. Als Akbar umzingelt und bedroht war, sprach er zu seinen Befehlshabern: „Je weniger erregt
die Substanz ist, um so klarer ist die Widerspiegelung der Gipfel."
Nachdem er sein Heer gemustert hatte, sagte Akbar: „Ein Viertel ist erreicht worden. Ich habe
zufriedene Leute gesehen. Das übrige werden wir nach einem Tag der Hitze, nach einem Regentag,
nach einer schlaflosen Nacht sehen."
311. Nun, wenn Ihr gefragt werdet: „Erkennt Ihr die Astrologie an? " Antwortet: „Leugnet Ihr die
Medizinische Wissenschaft ab? "
Wenn Ihr gefragt werdet: „Besteht ihr auf dem Leben des Geistes? " Antwortet: „Leugnet Ihr die
Entwicklung der Materie ab? "
Wenn Ihr gefragt werdet: „Warum kümmert Ihr Euch um tote und begrabene Lehrer? " Antwortet:
„Ist es möglich, daß Euch die Wissenschaft noch immer unzugänglich ist? "
Wenn Euch gesagt wird: „Anscheinend seid Ihr nicht dagegen, Pergamente zu lesen," antwortet:
„Geht wieder zur Schule, hinterher wollen wir reden."
Wenn Ihr gefragt werdet: „Wie stellt Ihr Euch das Weltall vor? " Antwortet: „Als einen
Wassertropfen."
Wenn Ihr gefragt werdet: „Warum habt Ihr selbst den Lehrer anerkannt? " Antwortet: „Weil Er
Sich Selbst an uns gewandt hat, zur Entwicklung unseres Wissens."
312. Ich werde die Eigenschaften spezifizieren, die charakteristisch für diejenigen sind, welche
nach dem Allgemeinwohl trachten.
Erstens - Beständigkeit des Strebens.
Zweitens - Fähigkeit zur Einbeziehung, denn erbärmlich ist derjenige, welcher alles in Abrede
stellt, doch der Wahrheitssuchende ist es wert, für das Allgemeinwohl zu arbeiten.
Drittens - Fähigkeit zur Arbeit, denn die Mehrzahl kennt den Wert der Zeit nicht.
Viertens - der Wunsch zu helfen, ohne Vorurteile und ohne widerrechtliche übergriffe.
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Fünftens - Verzicht auf persönliches Besitztum und die Annahme der Früchte der schöpferischen
Tätigkeit anderer für sicheren Gewahrsam.
Sechstens - Vertreibung von Furcht.
Siebtens - Entfaltung von Wachsamkeit inmitten der Dunkelheit.
Dies muß denjenigen gesagt werden, welche sich, von Furcht ergriffen, durch Ableugnung
schützen.
Es sollte darauf hingewiesen werden, daß Millionen von Menschen das öffnen der Pforten
erwarten. Die Fesseln der Bedrängnisse sollten nicht durch die Ketten der Furcht ersetzt werden.
Furcht kann mit Aussatz verglichen werden; beide bedecken den Menschen mit einem Reif der
Widerwärtigkeit.
Das gräuliche Zwielicht der sklavischen Unterwerfung hat einen erbärmlichen Begriff des Lebens
herbeigeführt! Dies muß nun in Sturm und Aufruhr enden.
313. Kein Hellsehen kommt dem Geisteswissen gleicht. Die Wahrheit kann durch dieses Wissen
kommen. Das Verständnis für die Bedürfnisse der Zeit kommt nur durch diesen Pfad.
Prophetische Ekstase vermeidet Genauigkeit in bezug auf Zeit und Ort, jedoch das Wissen des
Geistes sieht die Eigenschaft eines Ereignisses voraus. Und der Weg dieses direkten Wissens erblüht
ohne sichtbare Zeichen, es ist vielmehr auf dem Öffnen der Nervenzentren begründet.
Die Priester aus alten Zeiten hielten das Geisteswissen für die höchste Offenbarung, denn es
konnte nicht durch körperliche Übungen erlangt werden, sondern wurde durch die Ansammlungen aus
früheren Leben erreicht.
Darum wird die Pflege des Geisteswissens nicht durch Übungen zum Ausdruck gebracht, sondern
durch die Verbesserung der Lebensbedingungen der Blutgefäße, welche die Nerven nähren.
Hauptsächlich muß dem Blutdruck Aufmerksamkeit geschenkt werden, weil die entgegengesetzte
Polarität besonders reagiert, wenn die Nerven die Ausstrahlungen der weißen Blutkörperchen
absorbieren.
314. Die Leute werden fragen: „Wer ist größer, Christus oder Buddha? " Antwortet: „Es ist
unmöglich, die fernen Welten zu ermessen. Wir können nur entzückt über ihren Glanz sein." Der
Strahl Christi nährt die Erde ebenso sehr wie der Regenbogen des Buddha die Bestätigung des
Gesetzes des Lebens aufrechterhält.
Die Neue Welt wird die Bestätigung fruchtloser Erkenntnis offenbaren. Dort werden die Bildnisse
der Lehrer als Freunde in das Leben eintreten. Das Gebot der Lehrer wird auf dem Bücherbrett stehen,
das geliebten Büchern geweiht worden ist.
Während der Periode der Abschaffung des Geldes ist es dringend, seine Macht durch die
Bestätigung der Macht des Geistes zu ersetzen zu helfen. Wissen muß schließlich die Brücke des
Strebens zum Geist auf wissenschaftlicher Grundlage erbauen.
Der beklagenswerte Zustand der Gesellschaften für Psychische Forschung muß durch ein
furchtloses und wahrheitsgemäßes Urteil ersetzt werden.
Wie kann man mit Heuchlern und Lügnern zusammensitzen, die ihre Taschen ausgezeichnet
hüten! Errungenschaft muß offenbart und vom Staub der Vorurteile befreit werden.
Kann sich ein ehrbarer Mensch mit einer Errungenschaft befassen? Er hat nicht Platz genug auf
seiner Brust, um alle irdischen Orden aufzunehmen. Er weiß nicht, wie er alle Sitten des Großvaters
aufrecht erhalten kann. Doch Sitten machen den Menschen gewöhnlich. Deshalb bitte Ich Euch
dringend, den Himmel anzuschauen, als wäre es zum ersten Mal.
Ich bitte Euch dringend, mit Entsetzen den Schmutz der großen Städte zu betrachten, als wäre es
zum ersten Mal.
Ich bitte Euch dringend, über Christus und Buddha nachzudenken, als wäre es zum ersten Mal.
Ich bitte Euch dringend, Euch selbst anzuschauen, als wäre es zum ersten Mal.
Ich bitte Euch dringend, Euch die Neue Welt vorzustellen, als wäre es zum ersten Mal.
Das geringste Teilchen persönlichen Besitztums aus vergangenen Tagen ist wie ein Mühlstein um
den Hals.
315. Das Unerwartete ist die Schwester der Beweglichkeit. Beweglichkeit ist die Schwester der
Errungenschaft. Errungenschaft ist der Bruder des Sieges. Denn in jeder Errungenschaft ist ein Sieg
enthalten; vielleicht ein unsichtbarer, jedoch ein Sieg, der inhaltsschwere Weiten in Bewegung setzt.
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316. Was leidet am meisten? Natürlich rechte Entsprechung. Ich habe soviel darüber gesprochen,
doch es ist wieder nötig, auf das alte Thema zurückzukommen. Selbst die Wenigen, welche die
Wichtigkeit der rechten Entsprechung fühlen, erinnern sich ihrer nur unter einigen besonderen
Umständen. Wenn man ertrinkt, erinnert man sich an die besten Vorschriften. Es ist viel wichtiger,
sich inmitten des täglichen Lebens an sie zu erinnern. Die kleinsten Gedanken werden vom
Wirbelwind eines gesunden Urteils hinweggerissen werden. Mögen sie gut oder schlecht, nützlich oder
schädlich sein, sie werden ausgelesen werden, weil Sträucher dort nicht sichtbar sind, wo große
Bäume stehen.
Wenn wir uns bemühen, das Drängen und Treiben in eine schöne Errungenschaft umzuwandeln,
dann werden die knorrigen Dornenbüsche sofort in ein großes Gehölz umgewandelt. Wenn wir uns in
Gedanken zu den Grenzen des Wunderbaren emporschwingen können, werden wir nicht weitschweifig
über eine abgetragene Sohle reden.
Ich rate ernstlich, Klatsch abzuschaffen. Dann wird der halbe Tag freigemacht, und eine einsame
Kaffeetasse oder ein Glas Bier werden stehenbleiben.
Die Zeit für Mahlzeiten muß verkürzt werden, um den menschlichen Aspekt zu bewahren. Es gibt
keine schlimmere Handlung, die Mangel an rechter Entsprechung zeigt, als am Eßtisch über
Kleinigkeiten zu schwatzen. Es gibt keine schlimmere Handlung, die Mangel an rechter Entsprechung
zeigt, als Verleumdungen wie einen Schauer kleiner Erbsen in die Luft zu schleudern. Es gibt keine
schlimmere Handlung, die Mangel an rechter Entsprechung zeigt, als eine dringende Handlung
aufzuschieben. Es gibt keine schlimmere Handlung, die Mangel an rechter Entsprechung zeigt, als
beleidigt zu sein wie eine kleinliche Krämerseele. Es gibt keine schlimmere Handlung, die Mangel an
rechter Entsprechung zeigt, als Verantwortung abzulehnen. Es gibt keine schlimmere Handlung, die
Mangel an rechter Entsprechung zeigt, als aufzuhören über Schönheit nachzudenken. Rechte
Entsprechung ist wie der Pfeiler, der das Haus stützt.
Wenn wir das Anstreichen der Wohnung erwägen, sollen wir den Pfeiler unter dem Torbogen
zerstören? Assimiliert rechte Entsprechung gründlich.
317. Wenn rechte Entsprechung nicht beachtet wird, dann wird auch die Entschlossenheit
vernichtet. Unsere Entschlossenheit geht bis zur äußersten Grenze. Es handelt sich nicht um jene
Entschlossenheit, die in Behaglichkeit vor sich geht und sich den persönlichen Gewohnheiten anpaßt.
Nicht um jene Entschlossenheit, die zum besten des Körpers dient. Unsere Entschlossenheit wird nur
durch die Grenzen des Geistes beschränkt. Darum ist es unmöglich, Unserem Streben den Weg zu
versperren. Kämpfer und Erbauer des Lebens geht mit Unserer Entschlossenheit vorwärts.
Wenn Furchtsamkeit den Menschen zum Zögern bringt, ist es besser, die bereits überquerten
Brücken zu verbrennen. Wenn Habsucht hindert, ist es besser, die Geldbörse über den nächsten Fluß
zu werfen. Wenn Dummheit hindert, ist es besser, seinen Pferden die Führung zu überlassen. Wenn
Haß verzögert, dann ist es besser, ein Bild des Feindes zwischen die Ohren seines Pferdes zu hängen.
Nur Schönheit kann Entschlossenheit fördern. Dann wird das Denken an die Geldbörse und an den
Feind als eine kindische Laune erscheinen.
Wie der Mittelpunkt eines Magneten zu sich selbst anzieht, so ist auch die grundlegende
Eigenschaft der festen Entschlossenheit unbesiegbar.
Wahrhaftig, die Unbesiegbarkeit der Entschlossenheit ist überzeugend, und sie ist eine
unabänderliche Bedingung der wahren Mysterien. Ein wahres Mysterium muß als eine lenkende
Handlung des Lebens betrachtet werden. Somit ist Unsere Entschlossenheit mit dem führenden Begriff
verbunden. Setzt Entschlossenheit in die Praxis um.
318. Entschlossenheit bedingt das Gesetz der okkulten Facetten. Sogar ein Stein wird zum Zweck
der Offenbarung des inneren Feuers in Facetten geschliffen. Ebenso wird der Pfad zum Licht durch
deutlich erkennbare Konturen aufgeteilt. Natürlich kann man statt Facetten stets einen Haufen
zerbrochener Steine machen, doch dies ist beklagenswert.
Ein vernünftiger Pfad wird in Perioden von etwa je tausend Tagen eingeteilt. Die drei Jahre dieser
Periode, die einander in äußerer Hinsicht ähnlich sind, unterscheiden sich, soweit es die Eigenschaften
des geistigen Bewußtseins betrifft, gänzlich von einander. Je schärfer die Unterscheidungslinie ist,
desto mehr entspricht der Pfad dem Plan. Gewöhnlich wird das erste Jahr der dreijährigen Periode als
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vorbereitend gekennzeichnet, das zweite ist das Jahr der Taten, das dritte ein trübe und ermüdende
Schwelle.
Laßt uns eine neue Periode beginnen. Sie könnte „Irdische Heimatlosigkeit" genannt werden. Man
muß alle früheren Erwägungen beiseite legen und in eine Wüste grenzenloser Stille eilen, wo Gewitter
und Wirbelwinde den Menschen unter einem strahlenden Dom umschlingen. Inmitten der Stürme wird
ein neues Gewand gewoben.
Die nächste Periode sollte „Die Leuchtende" genannt werden, und so wollen wir sie erbauen. Laßt
uns die Rosse mutig in den Dunst der Wüste wenden. Die Erfahrung des heimatlosen Wanderers muß
durchlebt werden. In gleicher Weise sind alle Suchenden gegangen.
Man kann diese Periode dann willkommen heißen, wenn die Grenzen zwischen Ländern
aufgehoben werden.
319. Über okkulten Mord.
Unsichtbare Tötungen sind unvergleichlich zahlreicher als die blutigen. Aus Haß, aus
Unwissenheit, aus Furcht impfen die Menschen giftige Pfeile ein, deren Kraft groß ist. Eins der besten
Verteidigungsmittel ist der Begriff eines okkulten Kreises. Aber das beste Heilmittel muß den genauen
Anweisungen entsprechend genommen werden.
Die Macht des Kreises ist so groß, daß selbst Bestimmungen der Sterne gemildert werden können.
Es ist bekannt, daß der Kreis Krankheit und Tod abgewendet hat.
Wegen seiner Bedeutung muß der Kreis gehütet werden, wie jedes gestimmte Instrument. Man
sollte nicht vergessen, daß jede Handlung der Mitglieder des Kreises untereinander behutsam
vonstatten gehen muß. Alles Nützliche kann zu einer Verletzung gewendet werden, wenn das Werfen
von Steinen in den Obstgarten des Bruders geduldet wird. Und kann man wissen, wo ein
törichterweise geworfener Stein treffen wird? Häufig lenkt der Zustand von Auren den Stein ab, und
statt den Fuß trifft er die Schläfe.
Deshalb ist es unerläßlich, Steine unwirksam zu machen und den Schatz des Kreises mit ganzer
Kraft zu hüten. Ich habe gewarnt.
320. Über die Eigenschaften von Handlung.
Wenn eine Handlung klein ist, bedarf sie der Hilfe verschiedener handgearbeiteter Gegenstände.
Aber wenn die Handlung groß ist, dann kann sie auf irdische Gegenstände verzichten. Dies ist der
erste Prüfstein der Handlung.
Wenn der Magier über eine ganze Apotheke spricht, so bedeutet es, daß seine Handlung sehr klein
ist.
Die zweite Eigenschaft einer Handlung ist ihre Beweglichkeit. Wie ein Wirbelwind primärer
Energie muß eine wahre Handlung mit Möglichkeiten pulsieren. Nur ein Flug kann einen leuchtenden
offenbarten Gedanken krönen.
Die dritte Eigenschaft einer Handlung ist das Unerwartete derselben. Jede Sendung, welche den
Verstand der Menschen in Erstaunen versetzt hat, war das Ergebnis einer unerwarteten Denkweise.
Die vierte Eigenschaft einer Handlung ist ihr undefinierbares Verhalten. Nur diese Eigenschaft
schützt die Handlung gegen zerstörende Angriffe.
Die fünfte Eigenschaft einer Handlung ist ihre Überzeugungskraft. Wie jeder Blitzstrahl unser
Bewußtsein mit dem Kosmos verbindet, so sollte jede Handlung wie ein funkelndes Schwert
zuschlagen.
Die sechste Eigenschaft einer Handlung ist ihre Gesetzmäßigkeit. Nur das Bewußtsein der
Grundlagen der Weltevolution wird die Handlung unabänderlich fördern.
Die siebente Eigenschaft einer Handlung ist ihr reines Motiv. Vermittels dieses Pfades kann man
schwere Lasten in Bewegung setzen, ohne zu ermüden.
Man muß die Handlungen des Körpers und diejenigen des Geistes gleich gut begreifen. Denn nach
allem, was gesagt worden ist, wird die Handlung des Gedankens noch immer nicht gewürdigt.
Ich wünsche besonders mit denjenigen zu reden, die ihr Vertrauen auf die Materie setzen! Euer
Gedanke ist mit den Ausströmungen der Nervenzentren erfüllt, und ihrem spezifischen Gewicht
gemäß ist er schwerer als viele Mikroorganismen. Ist Euer Gedanke dann nicht Materie? Wie genau
müssen wir also unsere Gedanken wägen! Wir sind für sie ebenso verantwortlich, wie ein Mensch, der
Holzkohlendämpfe mißbraucht.
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Es ist einfacher zu denken, wenn man mit Materie anfängt. Denn wo sind ihre Grenzen? Somit
wird die Lehre des Geistes neben derjenigen der Materie stehen. So werden diejenigen, welche den
Geist ableugnen, auch die Materie ableugnen.
321. Über die Qualitäten der Erwartung.
Die höchste Erwartung ist diejenige der Weltevolution. Die gewöhnlichen Erwartungen werden in
die dunklen, die trägen und die wachsamen eingeteilt. Das Chaos der Dunklen bringt dem Weltraum
nur Schaden. Die trägen Erwartungen sind wie schwelende Kohlen. Die wachsamen Erwartungen
offenbaren Bereitschaft, jederzeit das Neue anzunehmen. Ich habe gesagt: „Wißt, wie Ihr wünschen
solltet." Ich will auch sagen: „Wißt, wie Ihr erwarten solltet." Seid fähig, die Qualität der Erwartung zu
reinigen. Durch den Sturm tragt Erwartung wie eine unauslöschbare Fackel.
Die innere Qualität der Erwartung ist ihre Zunahme an Spannung. Womit könnte man dieses
Zeichen am besten in Wechselwirkung bringen, wenn nicht mit der Weltevolution? Eine solche
Erwartung sollte Euer ganzes Leben durchdringen und Eure Arbeit mit dem Pulsieren der Tätigkeit
erfüllen. Denn in dieser Vereinigung ist das Beste und Schönste enthalten.
Wenn Ihr ein Haus voller ruheloser Menschen betretet, sagt zu ihnen: „Seht der Weltevolution
entgegen!"
322. Es wird gefragt werden; „Wie könnt Ihr Euch auf einen Schöpfer beziehen, Den Ihr nicht
kennt?"
Antwortet: „Historisch und wissenschaftlich kennen wir die Großen Lehrer, welche die Qualität
unseres Bewußtseins erschaffen haben."
„Begrenzt Ihr nicht Eure Freiheit, wenn Ihr den Einfluß der Ideologie der Lehrer anerkennt? "
Antwortet: „Die Qualität der Freiheit ist bemerkenswert; wenn Freiheit überhaupt existiert, kann nichts
sie begrenzen. Der Körper kann gefesselt werden, aber nichts kann das Bewußtsein vermindern außer
Häßlichkeit. Wenn wir die Höhen der Freiheit berühren, müssen wir uns vor Häßlichkeit hüten. Wenn
wir Materie zu preisen wünschen, müssen wir Schönheit weise erwägen.
In Schönheit wird Unbegrenztheit offenbart. In Schönheit werden die Lehren der Sucher des
Geistes erleuchtet. In Schönheit fürchten wir uns nicht, die Wahrheit der Freiheit zu offenbaren. In
Schönheit entzünden wir das Strahlungsvermögen in jedem Wassertropfen. In Schönheit wandeln wir
Materie in einen Regenbogen um.
Es gibt keine Häßlichkeit, die nicht in den Strahlen des Regenbogens verschlungen wird. Es gibt
keine Fesseln, die sich nicht in der Freiheit der Schönheit auflösen werden.
Wie sollen wir Worte finden, um an den Begriff des Weltalls heranzutreten? Wie sollen wir über
die Evolution von Formen sprechen? Wie können wir das Bewußtsein zum Studium der Grundlagen
emporheben? Wie können wir die Menschheit zu wissenschaftlicher Erkenntnis der Welten anregen?
jede Erkenntnis wird in Schönheit geboren.
Versteht es, strahlend zu denken, und nichts Furchterregendes wird Euch berühren. Denkt daran,
Wir haben keine Verbote.
323. Es ist gesagt worden, daß sich derjenige, welcher gegen den Geist spricht, als unwissend
erweist, und daß die Lästerung gegen den Geist die allerschlimmste ist.
Es ist über Heilige gesprochen worden, doch auf wen kann dieser unerklärliche Ausdruck
angewandt werden?
Diejenigen, welche Wunder vollbringen, werden gelehrte Magier sein. Diejenigen, welche ihr
Leben in Reinheit erhalten, werden praktische Menschen sein. Nur diejenigen, welche bewußt allem
Persönlichen abgesagt und ihr Bewußtsein in die Vorstellung von der Weltevolution übertragen haben,
können im Sinne Unseres Verständnisses Heilige genannt werden. Es ist dringend notwendig, daß
dieser Vorgang bewußt vollbracht wird, jenseits zufälliger äußerer Umstände.
Es ist unmöglich, Religion von neuem gewaltsam einzuimpfen - es würde nur eine
gotteslästerliche Ungeheuerlichkeit sein.
Der Weg, der Häßlichkeit des Lebens zu entsagen, wird den Geist zu wahrem Forschen
veranlassen. Dann wird die Augenscheinlichkeit der Wechselbeziehungen der Welten den Menschen
dazu zwingen, wissenschaftlich zu denken.
Dieser erhabene Gedanke ist der Anfang geistiger Disziplin. Diese Forschungen, denen das
persönliche Element fehlt, erwecken den Reflex der Handlung - dies wird Errungenschaft genannt.
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Im allgemeinen ist es besser, das Wort „Heiliger" durch einen ganz bestimmten Ausdruck zu
ersetzen - Vollendeter. Die Offenbarung von Errungenschaft im Leben geht unaufhörlich vonstatten,
und ohne zu heucheln, werden Wir auf diese Weise imstande sein, ihre augenfälligen Offenbarungen
zu verkünden.
Die Errungenschaften des Lebens muß von menschlichen Händen vollbracht werden.
324. Ein Prophet ist ein Mensch, der geistige Voraussicht besitzt. Ebenso einfach, wie es auf der
physischen Ebene Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit gibt, muß man auch die Qualität der
Voraussicht des Geistes verstehen.
Es würde absolut die Höhe der Unwissenheit sein, alle Prophezeiungen abzuleugnen. Es wäre
vollkommen dumm, die Propheten zu verurteilen.
Wenn wir Prophezeiungen, die zufällig erhalten geblieben sind, wissenschaftlich und
unvoreingenommen prüfen, was sehen wir? Wir finden Menschen, die, ohne persönlichen Vorteilen
oder Nachteilen irgendeine Beachtung zu schenken, in eine bevorstehende Seite der Weltgeschichte
geschaut haben, die erschrocken waren, und die Menschen davor warnten.
Unter den bekannten Prophezeiungen sind keine selbstsüchtigen Absichten zu finden, man
begegnet keinem verbrecherischen Selbstinteresse, man findet keine Verleumdung. Die Symbole der
Visionen sind wegen der Entfernung, dem Unterschied in Raum und Zeit, gefärbt.
Wann werden Gelehrte Zeit finden, Prophezeiungen wissenschaftlich zu erforschen und
geschichtliche Vergleiche anzustellen?
Ein junger Wissenschaftler könnte ein ausgezeichnetes Buch darüber schreiben!
Ja, Freunde, es ist an der Zeit, zu lernen, kulturell an augenfällige Offenbarungen heranzutreten.
Sonst werden zukünftige Errungenschaften für Menschen dasselbe bedeuten, wie Elektronen den
Kindern in der Wiege; Eure Uniformen und Togas können Eure schüchterne Kindlichkeit nicht
verbergen.
Ihr werdet fragen, wer Eure Ränge und Klassen bestimmt hat. Wahrhaftig, Ihr würdet entsetzt sein,
die Vorväter Eurer Zufriedenheit zu sehen. Zwerge der Habgier haben versucht, die Riesen des
Allgemeinwohls zu verbergen.
Der Glanz der Neuen Welt dringt nicht in Eure Höhle ein! Doch laßt einen Wirbelwind die
Wurzeln hinwegfegen, welche die Morgendämmerung verbergen.
Es gibt nichts Schöneres als einen Sonnenaufgang - und die Sonne geht im Osten auf!
325. Kann es Euch so schwer fallen, die Bedeutung der Astrologie zu verstehen? Wenn es an
Kenntnissen derselben fehlt, schlage Ich vor, ein Experiment durchzuführen. Angenommen Ihr nehmt
vier Organismen: Eine Pflanze, einen Fisch, einen Vogel und ein Säugetier - beispielsweise, eine Lilie,
einen Karpfen, eine Taube und einen Hund. Beschafft sieben Exemplare jeder Art und baut für jede
Gruppe einen Ort, der des Tageslichtes beraubt und mit einem farbigen, elektrischen Licht erfüllt ist.
Das Glas sollte verschiedenfarbig sein, und so weit wie möglich, den Regenbogenfarben entsprechen.
Nachts vermindert Ihr nur die Lichtstärke. Auf diese Weise könnt Ihr etwa vier Monate lang
beobachten.
Am Ende dieser Zeit wird selbst ein Blinder den Unterschied in den Ergebnissen erfassen.
Außerdem wird der Hauptfaktor des Sternenstrahls fehlen; nämlich seine chemische
Zusammensetzung. Es ist unmöglich, die Bedeutung des physischen Einflusses der Planetenkörper zu
ignorieren.
Die Aufmerksamkeit und Erwartungen der Menschheit müssen den fernen Welten zugewandt
werden. Darum muß alles, was mit diesem Gegenstand in Beziehung steht, ohne Vorurteile studiert
werden. Da exaktes Wissen erforderlich ist, ist Astronomie auffallend anwendbar.
326. Es ist möglich, Verordnungen zu erlassen, Versprechen zu geben, und einzuschüchtern;
jedoch nur Verständnis zwingt. Was könnte das Verständnis der Anwendbarkeit ersetzen?
Die Menschen werden sagen: „Wie schön! Wie mächtig! Wie erhaben!" jedoch all diese
Ausbrüche sind wie Irrlichter über einem Morast und werden ebenso leicht ausgelöscht, wie sie
erzeugt werden. Reine, aber oberflächliche Gedanken sind wie bunte Staubteilchen; der erste
Windstoß trägt sie fort in den Weltraum. Der Wert solcher Teilchen ist geringfügig.
Wir wissen eine Gedanken zu würdigen, der eine Entscheidung hervorgerufen hat. Die
Entscheidung wird ihrer Anwendbarkeit entsprechend bewertet. Anwendbarkeit wird nach
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Geisteswissen beurteilt, und dann ergibt sich eine Handlung, über die man sich freuen kann. Wer sich
freut, hat auch Glauben. Sogar Glaube muß wohlbegründet sein, und auf diese Weise kann die Lehre
leben.
Wir berechnen gut, Wir wenden gut an. Wenn Ihr der Sparsamkeit beschuldigt werdet, so weist
auch dieses nicht zurück; denn Sparsamkeit steht dem Wahnsinn feindlich gegenüber, und Wahnsinn
dem Geisteswissen. Doch was für einen logischen Gedankenkreis wir auch wählen mögen, wir werden
unfehlbar zum großen Wissen des Geistes zurückkehren.
Ich fühle nicht unklar, Ich weiß! Kein Aberglaube, sondern Gewißheit. Wenn wir mit
Unabänderlichkeit erfüllt sind, dann ist es, als ob wir Kontakt mit dem Magneten des Planeten
aufgenommen haben. Dann stehen wir standhaft.
327. Vermeidet Einförmigkeit, sowohl in bezug auf einen Ort als auch auf Arbeit. Tatsächlich
begleitet Einförmigkeit jenen großen Irrtum, den Begriff des persönlichen Besitzrums. Zuerst verliert
der Sklave des Besitztums die Beweglichkeit des Geistes. Ein solcher Sklave hört auf, zu verstehen,
daß jeder Arbeitstag eine Spur einer besonderen Eigenschaft des Geistes besitzen sollte. Er kann
seinen Wohnsitz nicht wechseln, weil sein Geist sich auf Lebenszeit in seinem irdischen Heim
niedergelassen hat.
Fragt Euch - wird es leicht, an einen anderen Ort zu ziehen? Wird es Euch leicht, die Art Eurer
Arbeit zu wechseln? Wenn dies der Fall ist, dann bedeutet es, daß Ihr den Wert des Allgemeinwohls
zu würdigen wißt.
Wenn jede Reise Euch dazu zwingt, Euer Testament zu machen, und ein Arbeitswechsel Euch
unglücklich macht, dann bedeutet dies, daß ein Heilmittel genommen werden muß. Äußerst
gefährliche Reisen sollten verordnet werden, und Veränderung in Form von höchst
abwechslungsreicher Arbeit sollte zugewiesen werden. Dies wird Mut und Findigkeit entwickeln, weil
die Ursache des Defektes in erster Linie Furcht ist.
Der Keim des Eigenbesitzes ist ebenfalls Furcht, das Gefühl, daß man wenigstens durch irgend
etwas mit der Erde verknüpft sein sollte. Als ob eine elende Hütte ein hinreichender Anker für den
Geist sein könnte! Als ob ein Haufen persönlicher Habe den Menschen vor Blitz bewahren könnte!
Periodisch sind der Menschheit die schädlichen Spielzeuge des Besitztums fortgenommen worden.
Aber wieder spinnt Furcht, der Vater der Lügen, sein Spinngewebe und wieder werden Schrecken
ersonnen. Deshalb laßt uns Furcht beseitigen. Mit ihr werden Grundbesitz und Langeweile
verschwinden.
Wieviel neue Gesundheit ist in Abwechslung von Ort und Arbeit enthalten!
328. Nirvana ist die Qualität der Assimilierung aller Handlungen. Die Sättigung der AllEinbeziehung bringt Euch wahres Wissen, das aus dem Beben der Erleuchtung strömt. Sprachen
können diesen Vorgang nicht genauer definieren. Ruhe ist nur ein äußerlicher Aspekt, und Ruhe
drückt das innere Wesen des Zustandes nicht aus.
Buddha erwähnte Ruhe, jedoch nur dieser äußere Aspekt wurde von seinen Zuhörern
aufgenommen. Denn für die Menschen, die Ihn hörten, war die Idee der Ruhe sehr anziehend.
Handlung als Verdienstlichkeit wird zu wenig verstanden.
Ihr mögt einen wissenschaftlichen Aufbau gern - Wir auch. Wenn Ihr die Theorie der Wirbelringe,
die Wellentheorie, die Theorie des Magnetismus und der Anziehung und Abstoßung gehört habt, dann
müßt Ihr Euch darüber klar sein, daß auf Erden Orte von sehr verschiedener Bedeutung existieren.
Selbst Dummköpfe haben das seltsame Schicksal vieler großen Städte erwogen. Der Zusammenschluß
eines Physikers, eines Astro-Chemikers, eines Biologen und eines Astronomen würde, ohne jeden
Mystizismus, die beste Antwort ergeben. Der Bau großer Städte sollte sorgfältig geplant werden.
Zeitgenössische Politik ist am allerwenigsten von Bedeutung, weil diesem Begriff eine
wissenschaftliche Grundlage und Schönheit fehlt.
Wenn Ihr die Erfordernisse der zukünftigen Großstadt abschätzt, laßt Euch nicht durch einen
scheinbar weiten Begriff verleiten; eine Kleinigkeit ist häufig bedeutungsvoller.
Auch wenn Ihr Mitarbeiter auswählt, schenkt den Einzelheiten bei kleinen Handlungen
Aufmerksamkeit.
Wenn Wir das innere Wesen eines Menschen durch die Pupille seines Auges feststellen, umgeben
Wir ihn mit Gewohnheiten kleiner Handlungen. Am allerwenigsten legt Worten Bedeutung bei; sie
sind wie fließende Gewässer. Kleine Handlungen, die das ganze Leben durchtränken, zeigen das
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Wesen eines Menschen am besten an - aus ihnen entwickeln sich die großen. Wir setzen nicht viel
Vertrauen auf zufällige Errungenschaften. Aus Furcht kann man eine mutige Tat vollbringen.
Bewußte Handlungen sind notwendig; nur sie führen nach Nirvana.
329. Wir wollen uns einen Menschen vorstellen, der von dem Gedanken erfüllt ist, daß seine
beiden Augen verschieden sehen. Natürlich wird er recht haben, jedoch gerade durch diesen Gedanken
wird er seine Sehkraft ruinieren. Eine Koordination von Reflexen ist schwer, jedoch sie allein stellt
einen erfolgreichen Arbeitsgang des Apparates sicher. Der Unterschied zwischen den Augen gibt dem,
was man sieht, die rechte Perspektive.
Genau ebenso können sich zwei verschiedene Wahrheiten zu einem gesunden Organismus
verbinden. Ein Mensch, der von dem Gedanken über verschiedene Wahrheiten besessen ist, ist wie ein
Mensch, der den Unterschied zwischen seinen Augen erwägt, er verliert die Perspektive der
Vorstellung.
330. Draußen vor dem Fenster ertönte ein Ruf. Ein Arbeiter schenkte ihm keine Beachtung: „Störe
mich nicht, ich habe viel zu tun." Ein anderer versprach zu kommen, aber vergaß es. Ein dritter kam,
nachdem er seine Arbeit beendet hatte, doch der Ort war bereits leer. Ein vierter erbebte bei dem Ruf,
legte sein Werkzeug beiseite und ging sofort hinaus mit den Worten: „Hier bin ich!" Dies wird das
Beben der Empfindungsfähigkeit genannt.
Nur dieses Beben, das Tag und Nacht vom Bewußtsein erleuchtet wird, führt zum Geisteswissen.
Über jegliche Vernunftgründe hinaus, werden die Pforten durch ein Beben, das selbst für den
menschlichen Apparat vernehmlich ist, geöffnet.
Wenn Ihr dieses Beben der Empfindsamkeit in Eurem Inneren nicht unterdrücken könnt - recht so!
331. Fragt einen Komponisten, ob er einstimmige Chöre und Symphonien liebt. Er wird erklären,
daß Eure Frage eine Absurdität ist, weil es keine Symphonie im Einklang gibt. Der Komponist ist
bereit, das unerwartetste Instrument einzuführen, um einen neuen Ton hervorzubringen. Ebenso
verhält es sich bei der Bildung einer Gruppe - seid nicht erstaunt über eine anscheinende
Verschiedenartigkeit der Mitglieder. Nicht nach Abkunft, Gewohnheiten, noch nach Fehlern werden
sie gruppiert; ihr Kontakt ist im Geist. Durch den Geist, der unwägbar, unsichtbar und unhörbar ist,
werden sie zu einem Chor vereinigt. Darum werft niemand die Höhe seiner Stimme vor - ihre Qualität
ist von Bedeutung.
Es ist eine Freude, zu erkennen, daß Qualität stets verbessert werden kann, wenn Disziplin des
Geistes vorhanden ist.
332. In Glaubensbekenntnissen und Gesetzen werden Verrat, Verleumdung und Schmähung
verurteilt; aber es wird nicht genügend gezeigt, warum diese Handlungen notwendigerweise schädlich
sind. Daher haben diese Verweise das Aussehen von Verboten. Aber ein Verbot ist nur
beziehungsweise wahr, und nicht überzeugend. Wenn Schaden und Nützlichkeit angedeutet werden,
muß die wesentliche Natur erklärt werden.
Der Schaden von Verrat, Verleumdung und Schmähung kann leicht durch ein gewöhnliches
Beispiel gezeigt werden. Natürlich wird die Verletzung letzten Endes nicht den Verratenen, sondern
den Verräter treffen.
Die ganze Welt wird durch eine Scheidelinie zwischen individueller und allgemeiner Wohlfahrt
geteilt. Wenn wir mit aufrichtigen Absichten innerhalb der Sphäre der allgemeinen Wohlfahrt handeln,
dann steht uns das ganze Reservoir von kosmischen Ansammlungen als Rückhalt zur Verfügung.
Dieser Kelch der besten Errungenschaften beginnt entlang einem unsichtbaren Strahl zu wirken.
Stellt es Euch so vor: Eine Kerze, die von Bosheit erfüllt ist, versucht Euch zu verbrennen. Ihr
habt noch keine Maßnahmen getroffen, jedoch hinter Eurem Rücken nähert sich eine mächtige Fackel.
Führt diesen Versuch aus, und Ihr werdet sehen, wie die Kerze tropft, verkohlt und erlöscht. Es ist
keine Strafe, sondern eine Folge der Naturgesetze.
Die Menschen verraten, verleumden und schmähen die Träger des Allgemeinwohls, aber das
Schicksal dieser Träger der sengenden Feuer ist nicht beneidenswert. Darum sind Verrat,
Verleumdung und Schmähung nicht praktisch.
Denkt darum nicht an Rache, denn selbst die Menschen des Altertums sagten eindrucksvoll: „Die
Rache ist Mein, spricht der Herr." Ist das Leben des Verräters leicht?
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In Glaubensbekenntnissen und Gesetzen wird ebenfalls gegen Diebstahl gesprochen, aber auch
dies hört sich wieder wie ein Verbot an. Während darauf hingewiesen werden muß, daß Diebstahl als
ein Begriff, der das Gefühl persönlichen Besitzes stärkt, schädlich ist. Diebstahl verletzt die
Weltevolution, und das Los von denjenigen, welche die Weltevolution schädigen, ist nicht
beneidenswert. Sie senden sich selbst einen langen Weg rückwärts.
Es ist bedeutungslos, daß irgendein Gegenstand in andere Hände übergeht, aber wichtig ist, daß
zwei Menschen den Anfang des Gefühls persönlichen Besitztums erleben werden.
Das Gesetz in bezug auf Diebstahl ist unvollständig, weil die hauptsächlichen Diebstähle
diejenigen des Wissens und der schöpferischen Ideen sind, vor denen man sich nicht schützen kann.
Diebstahl wird mit der Abschaffung von privatem Eigenbesitz eliminiert werden.
333. In Glaubensbekenntnissen und Gesetzen wird Unmäßigkeit viel verurteilt, aber wieder ohne
Erklärung. Der praktische Sinn der Mäßigkeit in Nahrung und im Reden ist im Verlauf von mehreren
Monaten zu erkennen. Natürlich sind Wir, wie stets, gegen Fanatismus und Folterqualen; der Körper
kennt seine ganzen Bedürfnisse. Es ist nötig, ausführlicher über geschlechtliche Mäßigkeit zu
sprechen; zuviel Raum ist diesem Gegenstand seitens des heutigen Denkens zugewiesen worden.
Sehr alte Mysterien sagten: „Der Lingam ist das Gefäß der Weisheit", aber im Laufe der Zeit
wurde dieses Wissen jedoch in entsetzliche phallische Kulte umgewandelt, und die Religion fing an,
etwas zu verbieten, ohne genau zu wissen warum. Man hätte vielmehr einfach sagen sollen, daß die
Tatsache der Empfängnis so wunderbar ist, daß es unmöglich ist, durch übliche Maßnahmen damit
fertig zu werden. Man kann wiegen, man kann bis zu den winzigsten Elementarteilchen analysieren,
aber es verbleibt doch immer noch eine unwahrnehmbare und unerforschliche Substanz, ebenso
unersetzlich wie die Lebenskraft eines Samens. Zur rechten Zeit werden Wir die Aufmerksamkeit auf
gewisse auffallende Eigenschaften dieser Substanz lenken, die sichtbar sind; augenblicklich jedoch
muß man übereinkommen, daß eine so außergewöhnliche Substanz sehr kostbar sein und einige
außerordentlich wichtige Eigenschaften besitzen muß - selbst ein Tor wird dies begreifen. Ein
Experiment liefert bestimmt den besten Beweis. Wenn wir zwei Personen vergleichen, von denen die
eine die lebenskräftige Substanz vergeudet, während die andere sie bewußt konserviert, werden wir
erstaunt darüber sein, wieviel empfindungsfähiger der geistige Apparat der zweiten wird. Die Qualität
der Arbeiten wird ganz anders, und die Menge der Pläne und Ideen vervielfältigt sich. Die Zentren des
Sonnengeflechts und des Gehirns werden sozusagen von einem unsichtbaren Feuer erhitzt. Aus diesem
Grunde ist Mäßigkeit kein krankhafter Verzicht, sondern eine vernünftige Handlung. Leben zu
verleihen, bedeutet nicht, den ganzen Vorrat von lebenskräftiger Substanz zu verschwenden.
Wenn die Menschen sich als ersten Schritt wenigstens an den Wert der lebenskräftigen Substanz
erinnern würden, dann würde schon allein hierdurch die Notwendigkeit von Verboten merklich
herabgesetzt werden. Verbote müssen abgeschafft werden; dies ist ein Gesetz des Strebens. Aber ein
unersetzbarer Schatz wird bewahrt werden, und auch dies ist ein Gesetz des Strebens.
Laßt uns die Dinge glaubwürdiger betrachten - alles Unersetzbare wird an den besten Orten für
ihre Erhaltung sein.
Können wir tatsächlich den Schatz in den Weltraum schleudern? Wahrhaftig, diese Energie wird
an den Elementen haften, aus denen sie mit soviel Schwierigkeiten gewonnen worden ist; und statt
einer Zusammenarbeit mit der Evolution entsteht Abfall, welcher einer erneuten Verarbeitung
ausgesetzt werden muß.
Auf diese Weise wollen wir uns Mäßigkeit als Flügel vorstellen.
334. Zwei Zeichen der Glaubwürdigkeit der Lehre sind: Erstens, Streben für das Allgemeinwohl;
zweitens, Annahme aller vorhergehenden Lehren, die mit dem ersten Zeichen übereinstimmen. Es
muß beachtet werden, daß die ursprüngliche Form einer Lehre keine negativen Forderungen enthält.
Aber abergläubische Anhänger fangen an, die Verordnungen mit Verneinungen einzuhegen, wodurch
sie das Gute hindern. Dann ergibt sich die verderbliche Formel: „Unser Glaube ist der Beste." oder,
„Wir sind die wahren Gläubigen, alle anderen sind Ungläubige." Von diesem Standpunkt führt ein
einziger Schritt zu den Kreuzzügen, zur Inquisition und zu Strömen von Blut, im Namen Derer, die
Töten verurteilen. Es gibt keine schlimmere Beschäftigung als die gewaltsame Auferlegung seines
eigenen Glaubens.
Wer Uns zu folgen wünscht, muß zu allererst jegliche Verneinung vergessen und das erneute
Leben ungebunden auf sich nehmen, ohne anderen Zwang aufzuerlegen. Die Menschen werden von
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Schönheit und von leuchtendem Wissen angezogen. Nur jene Lehre, die alle Hoffnung enthält, die das
Leben verschönert, die Taten offenbart, kann wahre Evolution fördern. Gewiß ist das Leben kein
Markt, wo man einen guten Handel für den Eintritt in das Himmelreich machen kann. Gewiß ist das
Leben kein Grab, wo man vor dem Urteilsspruch eines Unbekannten Richters zittert!
Gelehrte haben, in Übereinstimmung mit ihrer Ansicht, den sinnreichen Trost vorgeschlagen: „Der
Mensch fängt vom Augenblick seiner Geburt an zu sterben" - ein dürftiger und düsterer Trost. Aber
Wir sagen, daß der Mensch ewig geboren wird, und besonders im Augenblick des sogenannten Todes.
Die Diener entstellter Religionen ermutigen ihre Schützlinge zum Ankauf von Grabstätten auf dem
Kirchhof, wo sie durch ihre Vorkehrungen vorteilhafter und ehrenwerter als andere liegen werden, die
ärmer sind und daher keine sehr langen Gebete verdienen. Der Weihrauch für diese Armen wird
verfälscht und die Gebete werden abscheulich gesungen werden.
Fragt die Menschen endlich, welche authentische Lehre diesen haarsträubenden Brauch befohlen
hat? Wahrlich, wir haben genug Gräber, Kirchhöfe und Einschüchterungen gehabt!
Wer mag wissen, wie erhaben die Lehrer den Übergang in zukünftige Offenbarungen angesehen
haben, und am allerwenigsten haben Sie sich mit Grabstätten auf dem Kirchhof befaßt.
Die Einstellung zum Tod ist ein sehr wichtiges Anzeichen des Charakters der Lehre, denn in ihr ist
das Verständnis der Wiedergeburt enthalten.
Ich fordere Euch dringend auf, Wiedergeburt streng wissenschaftlich zu erwägen.
Wenn Ihr irgendeine andere Struktur des Universums vorschlagen könnt, werden Wir einen
Lehrstuhl als Professor der Theologie für Euch reservieren und Euch ein erstklassiges Begräbnis
versprechen; denn wirklich, in den Augen der Erleuchteten werdet Ihr Euch bereits zum Sterben
entschieden haben.
Lest die Schriften der Lehrer, die Ihr veröffentlicht habt, aufmerksam, und Ihr werdet erstaunt
sein, wie einstimmig Sie in allen Zeitaltern über den Wechsel des Lebens sprechen.
Der Pfad des Lichtes wird erscheinen, wenn Ihr es wagt, wissenschaftlich und ohne Vorurteile zu
sehen.
Die Wagemutigen gehören zu Uns - Freude den Wagemutigen!
335. Die Handlung des Geistes ist unberechenbar schnell. Der Gedanke ist ein Reflex des Geistes;
daher ist die Bewegung des Gedankens unglaublich geschwind.
Erst nach vielen Schritten in kleinem Maßstab hat die Berechnung der Lichtgeschwindigkeit
begonnen. Da die Bedeutung des Geistes groß ist, sollte auch dem Gedanken, dem Kind des Geistes,
ein großer Wert beigemessen werden. Was für eine Bedeutung der Gedanke hat, zeigt sich sogar durch
einen einfachen Apparat zum Studium des Spektrums der Aura. Die Aura wechselt ihre Farbe nicht
nur durch wahrgenommene Gedanken, sondern auch in gleichem Maße durch die umherschwirrenden
Fliegen des Reservoirs unseres Geistes, die weder den Verstand noch das Gedächtnis erreichen.
Überall wird über die identische Bedeutung von Gedanke und Handlung gesprochen. Dies ist
leicht zu begründen. Beachtet die Wirkungen eines Gedanken über Mord und des tatsächlichen
Mordes auf dem Spektrum der Aura - die Ergebnisse werden identisch sein. Es wird den Menschen
schwer, die Tatsache aufzunehmen, daß der Gedanke dieselbe Wirkung hat wie die Tat. Wer jedoch an
der Weltevolution teilnehmen möchte, muß die Bedeutung des Gedankens verstehen. Wenn Gedanken
in physische Farben umgewandelt werden, ist ihre Fernwirkung ebenso augenfällig wie diejenige,
welche durch das Studium von Lichtstrahlen offenbart wird. Man muß wissenschaftlich an die Theorie
der Gedankenkraft herantreten. Man sollte dies nicht auf außergewöhnliche Persönlichkeiten beziehen
- dieses Gesetz ist allen gemeinsam. Seine hauptsächliche Wirkung wird die Erkenntnis sowohl der
praktischen Unmöglichkeit von Lügen und Heuchelei als auch der Notwendigkeit der Sorge für seine
Nächsten sein.
Unvoreingenomme Gelehrte wissen, daß die ganze Aura durch einen einzigen flüchtigen
Gedanken physisch gefärbt wird. Der Gedanke mag absolut geheim erscheinen, er hat jedoch
tatsächlich eine physische, wissenschaftlich festgestellte Farbe.
Eine Meßskala für Auren wird hinreichende Beweise für den Unwissenden liefern.
Wir müssen zivilisierte Ignoranten wie Kinder behandeln. Ein verbrannter Finger lehrt sie die
richtige Handhabung von Feuer. Wir sprechen über Vorurteile, doch jeder Staatsbeamte weiß nicht,
was für ein wildes Tier Vorurteil ist. Laßt uns zur Freude fortschreiten!
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336. Einige sagen, daß Arbeit ermüdend und sogar gesundheitsschädlich sein kann. Dies sagen
faule und schwerfällige Menschen.
a
Versteht, daß richtig zugemessene Arbeit an sich nicht ermüdend sein kann. Man sollte verstehen,
wie man einen richtigen Wechsel der Gruppe arbeitender Nerven bewirken kann - und dann kann
keine Ermüdung Zutritt finden. Versucht nicht, in Trägheit Ruhe zu finden. Trägheit ist nur eine
Mikrobe der Indolenz. Muskeln mögen nach Anspannung schmerzen, aber Ihr braucht nur in Trägheit
zu versinken, um anzufangen, den vollen Schmerz zu fühlen.
Dagegen kann man, wenn man die entgegengesetzten Zentren in Tätigkeit setzt, den Reflex der
vorhergehenden Spannung gänzlich vermeiden. Wahrhaftig, hierin ist eine große Beweglichkeit
inbegriffen, die durch bewußte Erfahrung entwickelt wird.
Wenn ein Arzt eine verschiedenartige Behandlung verschreibt, werden Zeit und Gelegenheit
gefunden, sie auszuführen. In gleicher Weise kann man einen vernünftigen Arbeitswechsel finden.
Dies betrifft alle Arten von Arbeit.
Es ist traurig, jener Unbeweglichkeit des Denkapparates zu begegnen, welche die Arbeit der
höheren Zentren hindert.
Man muß sich daran erinnern, daß gewisse Körperhaltungen vermieden - oder wenigstens oft
verändert werden sollten. Ein Bücken aus einer aufrechten Haltung beeinflußt das Sonnengeflecht
störend. Das Zurückwerfen des Kopfes hindert die Gehirnzentren. Vorwärts gestreckte Arme
überlasten das Zentrum der Aorta. Das Liegen auf dem Rücken kann das Kundalinizentrum hindern,
obwohl es auch angeregt werden kann. Klares Denken kann dann plötzlich erfolgen, wenn die
Anordnung der Lichtquelle verbessert wird. Man braucht sich nur dem Licht zuzuwenden oder sich
vom Licht abzuwenden, um die Reaktion wahrzunehmen. In erster Linie denkt daran, daß jede
Haltung ihre Vorzüge hat, aber wenn man für jeden sich ändernden Wind zu einer Wetterfahne wird,
dann wird das System des Aufstiegs unterbrochen werden.
337. Erfolg wird diejenigen nicht verlassen, welche ungestüm streben, denn es ist schwer, einen
Pfeil im Flug zu treffen. Wie schnell nähern sich die Daten für jene Vorherbestimmten, doch in
Bewegung muß gestern von morgen unterschieden werden.
Nationen haben sich aufgelehnt, Könige verschwinden - ist dies zufällig? Nur die Blinden nehmen
die Bewegung der Evolution nicht wahr. Jedes jugendliche Herz bebt mit einem Vorgefühl von neuen
Formen. In diesen Bewegungen ist jede neue Form, obwohl sie unvollkommen sein mag, wertvoller
als die polierte alte.
Wenn man sich einen Sonnenträger nennen soll, muß man die Dunkelheit vergessen.
Kann irgend etwas jene aufhalten, die der Sonne entgegenstreben? Es ist leichter, ihnen die
Bedeutung des solaren Pranas zu erklären. Der solare Strahl wird neue Tiefen für sie erleuchten - doch
man muß es annehmen.
Jedem Berufenen wird der ganze Kelch angeboten. Wenn er den Boten nicht empfängt, wird er nur
einen Teil dessen, was verordnet worden ist, empfangen. Wenn er diesen Teil nicht assimilieren kann,
wird ihm ein noch kleineres Teilchen gegeben werden - auf diese Weise bestimmt jeder seinen eigenen
Anteil.
Man muß denjenigen, welche einen kleineren Teil erwählen, sagen: „Ihr, die Ihr Euch selbst
herabsetzt, durch Gewohnheiten der Leichtsinnigkeit habt Ihr Euch selbst aus dem Garten vertrieben!
Erkennt, wie leicht es gewesen wäre, den Boten des Kelches anzuerkennen. Mit ihm zusammen hättet
Ihr einen Sämling großer Freiheit pflanzen können. Wie schwer ist es nun, Vorübergehenden in die
Augen zu sehen, die denjenigen suchen, der Einlaß bei Euch suchte. Was heute leicht ist, ist morgen
unerreichbar. Darum, gürtet Euch mit aller Wachsamkeit."
Man kann ein Gebot wiederholen, aber es ist unmöglich, Augen gewaltsam zu öffnen. Laßt den
Schlafenden seinen Schlummer fortsetzen! Aber könnte man eine Zeit, wo der Himmel funkelt und die
ganze Erde erbebt, verschlafen?
338. Laßt uns verschiedene Fälle ins Gedächtnis zurückrufen, in denen ein Irrtum in verschiedenen
Leben oftmals wiederholt worden ist. Die Menschen haben den Boten zehn Jahre lang erwartet, die
Tür jedoch am Tage vor Seinem Kommen verschlossen. Sie wählten den geringsten Teil und bildeten
sich ein, daß alles gestattet sei und geduldet würde. Nachdem sie ein kleines Teilchen erwählten, sind
sie in glückliche Untätigkeit verfallen und haben sich gewundert, warum der Teil dahingeschwunden
ist. Nachdem sie ein Teilchen erwähnen, haben sie sich entschieden, alte Gewohnheiten aufrecht zu
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erhalten - als ob auf einer Seite der Brust der Teil des Guten sein könnte, und auf der anderen zahme
Küchenschaben gehalten werden könnten. Nachdem sie einen Teil erwählten, haben sie sich
entschieden, nur für eine Minute vom Zug abzuspringen, wobei sie vergaßen, daß ein solcher Sprung
inmitten der Bewegung den Menschen gefährlich zurückträgt. Nachdem sie ein Teilchen erwählten,
haben sie danach getrachtet, einen Bruder zu verleumden, wobei sie vergessen haben, daß die
Verleumdung schmerzhaft auf ihre eigene Stirn zurückschlagen würde.
Ihr mögt fragen: „Wie sollte man sich verhalten, um den erwählten Teil nicht zu besudeln? " Ich
kann diesen Rat geben: „Anstatt eines Teiles, nehmt den ganzen Kelch des Allgemeinwohles an. Dies
wird Euch vor allen Unreinigkeiten schützen. Statt eines schüchternen Zögerns, entscheidet Euch, den
Plan des Allgemeinwohls versuchsweise auf sieben Jahre anzunehmen. Wenn Mein Rat schlecht ist,
dann könnt Ihr später zurückkehren, um Eure Küchenschaben zu züchten.
Demjenigen, welchem der Kelch des Allgemeinwohls schwer erscheint, werde Ich sagen, daß die
Lehre nicht aus Zuckernüssen besteht und kein Silbertand ist. Die Lehre ist ein kostbares Silbererz,
auserlesen und hochgeschätzt. Die Lehre ist ein heilendes Herz, offenbart und gelenkt.
Ich werde dem Unschlüssigen sagen, daß er sich davor hüten muß, ein Verräter zu werden, weil
das Schicksal selbst eines kleinen Verräters schrecklich ist!
Ich werde dem ernstlich Arbeitenden sagen, daß es ein beträchtliches Verdienst ist, eine kleine
Kraft anzuziehen, aber eine große Kraft anzuziehen, ist eine leuchtende Errungenschaft. Wahrlich, der
Kelch des Allgemeinwohls ist für den angestrengten Arbeiter nicht schwer.
Wenn Ihr Mitarbeiter sucht, seid nicht verwirrt. Arbeitshände mögen den Boten verbergen. Sein
Aussehen mag eine Folge des Gebirgsschnees sein. Der Bote der Wahrheit wird nicht auf dem Markt
schreien.
Auf diese Weise sammelt die Zeichen - die Zeit ist nahe!
339. Nun Ihr die Erkennungszeichen des Boten in Euch aufgenommen habt, werden Wir Euch an
die charakteristischen Eigenschaften der Mitarbeiter erinnern. Sie sind ohne Vorurteile, beweglich im
Handeln, jung im Geist, furchtlos vor Klüften. Es ist gut, die Unbekannten und die Waisen nicht zu
vergessen.
Nun ist es an der Zeit, über die Zeichen des Pfades, der zu Uns führt zu sprechen. Vor allem,
nehmt Ihr die Existenz des Lehrers zuversichtlich an?
Wenn Ihr über die Entdeckung von Dinosauriereiern lest, nehmt Ihr die Auskunft bereitwillig an.
Ebenso leicht nehmt Ihr die Auskunft über eine neue Art von Affen an; über die Lebensfähigkeit von
Samen, die in Pyramidengräbern gefunden worden sind; über ein unbekanntes Metall, über einen
neuen Stamm von Abkömmlingen auf eine Insel Verschlagener. Eine ganze Folge von Auskünften, die
außerhalb Eures täglichen Lebens liegt, nehmt Ihr ohne Bedenken an.
Ist es schwer, die Tatsache anzunehmen, daß eine Gruppe, die auf dem Pfad hartnäckiger Arbeit
Wissen erlangt hat, im Namen des Allgemeinwohls vereinigt sein kann? Auf Erfahrung gebautes
Wissen hat zum Finden eines günstigen Ortes geführt, wo die Ströme es leichter gestatten,
Verbrodungen in verschiedene Richtungen herzustellen.
Sicher habt Ihr die Berichte von Reisenden über die Entdeckung von unbekannten Yogis in
Höhlen gehört. Wenn Ihr diese Tatsache in der Richtung des tatsächlichen Wissens erweitert, dann
werdet Ihr mit Leichtigkeit zur Erkenntnis der Gruppe von Lehrern des Wissens gelangen.
Wie kann man denn den Weg zu Unseren Laboratorien finden? Ohne Berufung wird niemand Uns
erreichen. Ohne Führer wird niemand hindurch kommen! Gleichzeitig sind sowohl ein unbezähmbares
persönliches Streben als auch Bereitschaft für die Mühen des Weges notwendig.
Der Sitte gemäß muß der Wanderer einen gewissen Teil des Weges allein durchwandern. Kurz vor
der Ankunft fühlen selbst diejenigen, welche in direkter Verbindung mit Uns gestanden haben, Unsere
Botschaften nicht. Auf Grund menschlicher Umstände muß es so sein.
Diejenigen, welche allein ankommen, werden - es sei denn sie kommen aus triftigen Gründen - in
zwei Gruppen eingeteilt: Diejenigen, welche persönlich streben, und jene, die für eine Aufgabe
berufen worden sind.
Ohne einen besonderen Hinweis wird niemand diejenigen erkennen, die Uns besucht haben.
Ebenso wie Unser Bote nicht auf dem Marktplatz schreit, wissen auch diejenigen, welche bei Uns
gewesen sind, das Allgemeinwohl zu schützen.
Ein unverkennbares Zeichen Unseres Rufes ist es, wenn Ihr unwiderstehlich, wie auf Flügeln
getragen werdet. So nehmt Unsere Gemeinschaft des Wissens und der Schönheit an. Und seid
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versichert, daß ein ungebetener Gast, obwohl man jede Bergschlucht durchsuchen kann, den Weg
nicht finden wird.
Viele Male haben Wir Eure Städte besucht, und niemand kann sagen, daß Wir der Welt entfremdet
sind. Ihr selbst bestimmt die Lage Eurer Laboratorien außerhalb der Städte und sorgt dafür, daß
Wissenschaftler in Ruhe gelassen werden. Nehmt also Unsere Erwägungen an, und seid nicht ärgerlich
über das Fehlen einer genauen Adresse.
Denkt an Diejenigen, welche für das Allgemeinwohl arbeiten!
340. Ihr werdet unfehlbar einer gewissen Art von Menschen begegnen, die bei Erwähnung der
Lehrer in Wut geraten. Sie sind bereit, irgendeiner verächtlichen Börsenspekulation zu vertrauen, sie
sind bereit, an jeden Schwindel zu glauben, aber die Idee des Allgemeinwohls erscheint ihnen
unstatthaft.
Seht diesen Menschen aufmerksam in die Pupille des Auges. Ihr werdet einen ausweichenden
Schatten in ihnen finden, und sie können Euren Blick nicht lange ertragen. Sie sind versteckte Dugpas.
Oft sind sie gefährlicher als ihre augenfälligen Kollegen.
Selbst wenn ihnen eine Geldbörse gesandt wird, werden sie sich an einen nicht existierenden
Schuldner erinnern. Wenn sie vom Verderben errettet werden, werden sie ihre Dankbarkeit der Polizei
ausdrücken. Selbst wenn man diese scheinbar wohlmeinenden Leute direkt bis an die Grenze Unserer
Wohnstätte bringen würde, werden sie erklären, daß das, was sie sehen, eine Fata Morgana ist. Man
könnte denken, daß dies auf Unwissenheit zurückzuführen ist, doch der Grund ist viel schlimmer.
Hütet Euch vor ihnen! Vor allem schützt die Kinder. Sie sind die Ursache von vielen Krankheiten
bei Kindern. Sie finden Zugang zu Schulen. Für sie existieren weder geschichtliche Tatsachen noch
das Gesetz des Wissens. Wenn Ihr kränklichen Kindern begegnet, erkundigt Euch nach der Qualität
ihrer Lehrer.
Gerade heute, wo eine wichtige Zeit naht, ist es nötig, so viele Kinder wie möglich zu
desinfizieren; sie werden diejenigen sein, die über die Städte der Zukunft nachdenken werden. Man
muß ihnen ein wahres Buch über die heiligen Helden des Allgemeinwohls geben, aber dieses Buch ist
noch nicht geschrieben worden. Trügerisch sind Kinderbücher, gefälscht ihre Spielsachen, falsch das
Lächeln ihrer Lehrer. Kann man inmitten beständiger Fälschung Wahrheitsliebe erwarten?
Ich rate, den Kindern Zeit zu widmen. Laßt sie Steine und Bauholz für ihre Stadt tragen.
Ich habe zu Eurer Kenntnisnahme über geheime Dugpas gesprochen; aber um Euretwillen braucht
Ihr ihnen keine Aufmerksamkeit zu widmen, da sie für den strebenden Arbeiter nichts als Staub sind.
Wenn Ihr jedoch Kindern Unsere Wohnstätte zeigt, werden sie freudig durch alle Laboratorien und
Observatorien wandern. Unsere Prismenspiegel werden ihnen unvergeßliche Freude bereiten; denn sie
lieben alles Echte, und Wir selbst streben nach der Wahrheit. Gebt den Kindern nur echte, wahre
Gegenstände.
341. Von Unserer Gemeinschaft aus säen Wir in allen Teilen der Welt Samen des
Allgemeinwohls. Ihr fragt, wie man die Regeln der Gemeinschaft halten sollte? Ihr habt bereits über
viele charakteristische Merkmale Unserer Arbeit gehört, und nun erinnert Euch derselben nicht nur zur
Kenntnisnahme, sondern zur sofortigen Anwendung. Wenn Verzicht auf das Persönliche den
Menschen nahebringt, dann entfernt ihn Enthaltsamkeit von Handlung für das Allgemeinwohl
unermeßlich - dies ist eine Regel der Gemeinschaft. Durch Beweglichkeit des Denkapparates ist es
leicht, das Persönliche während des Strebens für das Allgemeinwohl zu bewahren.
Ihr fragt, warum soviele Prüfungen nötig sind. In der Gemeinschaft wird alles durch Erfahrung
erlangt; darum ist es richtig, Prüfungen als Wachstum zu betrachten. Prüfungen existieren als
Eintrittsschwellen zu den Pforten der Schönheit.
Hört auf zu seufzen und tränenreiche Gesichter zu zeigen, wenn Ihr über Prüfungen redet.
Zurückweisung des Allgemeinwohls wirft selbst einen Riesen in eine Höhle.
Wer den Vorzug gehabt hat, Unseren Gesprächen zuzuhören, kann bezeugen, wie Unsere Zeit
nützlich inmitten vielseitiger Tätigkeit verfließt. Um Möglichkeiten zu vermehren, sind Wir genötigt
gewesen, langwierige Redewendungen zu verkürzen, indem wir in verschiedenen Zeitaltern die
besseren und kürzeren Begriffsbestimmungen suchten. Es ist nötig, in drei Minuten die Hauptzüge des
Inhalts einer dreistündigen Rede wiedergeben zu können. Wenn Ich dies sage, ignoriere Ich die
Entrüstung der Rechtsanwälte und der Prediger.
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Die Kostbarkeit der Zeit abzuschätzen, ist nur durch Arbeit für das Allgemeinwohl möglich. Am
allerwenigsten ist es zulässig, die Zeit seines Bruders zu stehlen. Das zwecklose Stehlen von Zeit ist
dasselbe wie das Stehlen von Ideen.
In bezug auf Prüfungen kann eine Frage hinzugefügt werden, die man selbst einem Kinde stellen
kann: „Was hältst Du jetzt im Augenblick für das Aller-Wichtigste? " Wenn man den Gedankengang
erkennt, kann man aus der Antwort die wahre Natur erkennen. Es ist betrüblich, diejenigen
anzuschauen, die ihre eigenen Gedanken verbergen. Gedanke ist Blitz!
342. Wer sich einem Hühnerstall geweiht hat, empfängt Ergebnisse in Eiern. Wer sich einem Teil
der Welt geweiht hat, schwingt mit dem Erdboden.
Die Menschen haben die Bedeutung des Wortes „Harmonie" entstellt. In diesen Begriff sind etwas
Kirchliches, die Falte eines Priestergewandes, die Immortelle nicht vorhandener Liebe und sogar ein
Strickstrumpf eingefügt worden. Es wäre besser, diesen schalen Begriff, ohne Harfen, durch einen
tatkräftigeren zu ersetzen; laßt uns sagen „Empfindungsfähigkeit der Zusammenarbeit." Ohne sie kann
die Gemeinschaft nicht bestehen. Verletzung derselben fordert Verstimmung heraus; Verstimmung
erzeugt Trägheit und Dummheit.
Ein Mensch, der durch Verstimmung niedergedrückt ist, wird von einem einzigen Punkt
angezogen. Da er unbeweglich wird, wird der Mensch unfehlbar träge. Trägheit zerfrißt einen Teil der
grundlegenden Substanz wie Rost.
Alles schwingt, wogt und atmet inmitten von Blitzfunken.
In den Tagen großen Aufbaus duldet keinen rostigen Anker; Rost wird einem dahinrasenden
Wirbel nicht widerstehen!
343. Ein Arzt mag sagen: „Wenn die Aura eine physische Erscheinung ist, kann sie dann nicht
physisch von außen her entwickelt werden?" Bis zu einem gewissen Grade wird er recht haben.
Wir haben bereits über Schläge auf die Aura von außen her gehört. Es kann ebenfalls eine
Treibhausatmosphäre geschaffen werden, welche die Aura heilt, aber Treibhausbedingungen sind
überall gleich und eignen sich nicht für die Evolution.
Ebenso wie der Organismus von innen her entwickelt werden muß, unabhängig von äußeren
Umständen, so nimmt auch die Festigkeit und der Inhalt der Aura nur von inner her zu. Bedrängte
Umstände sind besonders nützlich für die Weite der Aura. Die Freigebigkeit der Hand hängt nicht von
der Menge ab, die sie gibt.
Ich sehe einen jungen Wissenschaftler, der Verordnungen aus allen Lehren des Ostens gesammelt
hat, und der sich sagt: „Von allen Seiten werde ich die Lebensregeln auswählen; ich werde alle
Gesänge und jeden zeremoniellen Gottesdienst aufgeben; ich werde dem zeitlichen Unterschied und
den Irrtümern von Verleumdungen und Übersetzern keine Beachtung schenken, da das Allereinfachste
das Grundlegendste zu sein scheint. Aus diesen Bruchstücken werde ich hier ein einsames Leben
zusammensetzen - dies ist das Leben des Ostens. Obwohl es fragmentarisch ist, wird dies Leben weise
und voll evolutionärer Handlungen sein."
Warum haben alle Lehren ihren Ursprung in Asien? Was für Magneten haben dort die
fortschrittliche Energie des Geistes angesammelt?
Für eine Wasserhose bedarf es der gemeinsamen Tätigkeit von oben und unten. Und reagiert das
fernste Altertum nicht auf die Flügel der Zukunft?
Das Altertum von Atlantis kann auf Flüge jenseits des Planeten reagieren. So weit sind die
Pforten, daß alles übrige mit Leichtigkeit eintreten kann!
344. Kann sich Unsere Gemeinschaft für Weltangelegenheiten verwenden und wirksamen
Beistand leisten?
Jede Gemeinschaft ist frei von Egoismus in seiner üblichen Bedeutung, und im Namen des
Allgemeinwohls befaßt sie sich mit der Lösung von Weltangelegenheiten. Wie Pfeile tauchen die
Sendungen der Gemeinschaft in die Köpfe der Menschheit.
In der wissenschaftlichen Literatur kann man eine Reihe von psychischen und physischen
Wirkungen verfolgen. Es liegen wohlbekannte Fälle von Sendungen von Gegenständen und großer
Bedeutung vor. Bekannt sind Sendungen von Geldsummen. Man weiß, daß Gefahren warnend
vorhergesagt wurden. Briefe über die Lösung von Angelegenheiten sind bekannt. Man weiß von
Begegnungen unter verschiedenen Aspekten. Wir haben Schiffsfahrkarten und Trachten verschiedener
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Länder gehabt. Wir haben verschiedene Namen gehabt und sind erschienen, wenn die Umstände es
dringend erforderten.
Ich sehe bereits, daß jemand entrüstet ist und das Obige ein „Märchen" nennt, während eine
Universität von einem unbekannten Menschen vor seinen Augen eine Spende erhielt und auch einem
seiner Bekannten dort eine wertvolle Büste von einem Unbekannten gebracht wurde.
Unser Gesandter bat einmal eine Königin dringend, mehr im Einklang mit den Gesetzen der Zeit
zu handeln. Unser Gesandter hat einen jungen Erfinder beraten. Unser Gesandter hat einen
vielversprechenden Gelehrten gelenkt. Eine Liste kann gezeigt werden von Menschen, die
Geldsendungen empfangen haben. Dies alles sind Tatsachen, die durch physische Belege bestätigt
werden.
Warum erscheint einigen dies mystisch und geheimnisvoll, wenn jeder dasselbe in geringerem
Maße getan hat?
Wenn das Prinzip des Allgemeinwohls der Menschheit erst einmal eingeprägt worden ist, dann
sichern wir dadurch, daß wir es erweitern, eine Gemeinschaft, die durch Erfahrung stark ist.
Nur die Blinden bemerken nicht, wohin die Spirale der Evolution sich gewandt hat! Und Wir, Die
existieren, senden denen Hilfe, die jung im Geist sind.
345. Da Unsere Zentrale Gemeinschaft Bedeutung für Weltstrukturen hat, haben auch
Gemeinschaften, die Wir eingeführt haben, einen Einfluß auf die Weltevolution. Laßt uns die
hauptsächlichen Arten dieser weit zerstreuten Gemeinschaften untersuchen.
Die ersten sind Gemeinschaften, die sich der Tatsache nicht bewußt sind, deren Mitglieder einen
gegenseitig annehmbaren Weg der Koexistenz ausarbeiten. Diese sind unter Arbeitern, Bauern,
Studenten und, weniger häufig, in Familien zu finden.
Die zweite Art der Gemeinschaft kennt den Plan der irdischen Evolution, verbindet diesen Plan
jedoch nicht mit einer bestimmten Tätigkeit und einem festgesetzten Datum. Dies sind Kreise
politischer Idealisten, gewisse okkulte Organisationen, einige Gesellschaften von Gelehrten, und am
aller seltensten kirchliche Körperschaften.
Die dritte Art von Gemeinschaft kennt nicht nur den Plan der Evolution, sondern auch die Daten
und die Tätigkeit. Natürlich sind diese Gemeinschaften selten, und sie erhalten Unsere Hinweise.
Wer mit Uns in enge Beziehung getreten ist, lernt Schweigen. Ebenfalls ist es schwer, die
Teilnehmer einer Gemeinschaft der dritten Art zu erkennen. Die zweite Art von Gemeinschaft ist
gesprächiger; sie sprechen bereits viel über das Allgemeinwohl.
Wahrlich, das dunkle Zeitalter wird mit der Verkündigung der Gemeinschaft enden! Sergius haute
sie mit seiner Axt aus. Böhme arbeitete mit seinem Schusterhammer an ihr; der Lehrer Buddha baute
sie mit Seinen Händen. Christus bereitete eine Brücke zu ihr vor. Ein sehr alter Lehrer sagte: „Ich sehe
keine Gegenstände, die mir gehören!"
Nun bleibt nur noch übrig, Uns eine Strafexpedition zu senden, aber sie wird nichts erreichen, weil
Wir gewisse wissenschaftliche Hilfsquellen besitzen.
Was Gase anbetrifft, so habe Ich bereits mehrere mächtige Mischungen erwähnt, obgleich der
Gegenstand noch nicht in diesem Buch angeschnitten worden ist. Schön ist die Zeit des Wechsels nach
einem langen und schmerzlichen Zeitalter, und sie wiederholt sich nicht!
346. Ein lehrreicher Fall kann berichtet werden, wie ein nützlicher Mitarbeiter unerwarteter weise
Unsere Gemeinschaft erreichte.
Ihr wißt bereits, daß sich vor der endgültigen Einstellung bei Uns besondere physische
Schwächeanfälle ereignen. Dies erklärt sich durch den wellenförmigen Zustand der Nervenzentren,
Ohnmachtsanfälle, Krämpfe, Seelenqualen und Schmerzen an den verschiedenen Zentren können
auftreten.
Einer Unserer Freunde ging einmal den Bergpfad entlang, und da er an lange Wanderungen
gewöhnt war, ging er über das Schutzgebiet hinaus und fiel dort in eine tiefe Ohnmacht. Was zeigte
Unser teleskopischer Apparat? Unser Freund lag am Rande eines sehr gefährlichen Abgrundes. Ein
Mitglied einer geographischen Expedition, das seine Karawane verloren hatte, eilte zu Ihm. Obwohl er
selbst hungrig und geschwächt war, hob er Unseren Freund, der sehr groß war, auf und trug Ihn den
Fußpfad entlang. Es sollte erklärt werden, daß er nur durch erhöhte Nervenspannung fähig gewesen
sein konnte, ein solches Gewicht hochzuheben. Als diejenigen, welche von Uns gesandt worden
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waren, ankamen, fiel der Reisende selbst in eine noch tiefere Ohnmacht. Aber seine übermäßige Last
hatte ihn zu Unserem Mitarbeiter gemacht.
Gegenwärtig leitet er das Hüten der Pfade und befaßt sich mit geschichtlichen Forschungen. Er
wiederholt oft: „Fürchtet Euch niemals vor einer übermäßigen Last." Es lag tatsächlich ein Grund vor,
warum wer sich in Unseren Bergen befinden sollte.
Das Erscheinen von Feinden muß im Zusammenhang mit einem gewissen kränklichen Zustand
ausgelegt werden, den Ich erwähnt habe.
Menschlich gesehen ist es leicht, zu verstehen, wie unangenehm Unsere Gemeinschaft für einige
ist. Man braucht kein Magier zu sein, um sich vorstellen zu können, wie einige versuchen, den Pfad zu
verriegeln. Aber diese Feinde sind weder Eure noch Unsere Feinde; sie sind Feinde der Erleuchtung,
unvermeidlich und hartnäckig. Darum raten Wir Euch, die Wirklichkeit hinzunehmen und Euch nicht
vor einer übermäßigen Last zu fürchten.
347. Bei der Bildung neuer Gemeinschaften ist es notwendig, einen lästigen, spezifisch
menschlichen Charakterzug zu berücksichtigen - Ich spreche von Neid. Aus Rivalität entsteht
allmählich die giftige Schlange des Neides, und im gleichen Nest wohnen Lüge und Heuchelei.
Die Kreuzotter ist klein, und es ist oft unmöglich, ihre Geburt zu bemerken. Darum ist es bei der
Bildung einer Gemeinschaft notwendig, die Unterschiede zwischen den Mitgliedern vorauszusehen
und zu zeigen, warum sie nicht, wie Glieder des Körpers, verdoppelt oder verglichen werden können.
Die Zeit naht sich, wo Meine Lehre für Gemeinschaften in verschiedenen Ländern nicht leicht
erreichbar sein wird.
Vor der Veröffentlichung des dritten Buches muß man nicht nur das zweite assimilieren, sondern
es auch im Leben praktisch anwenden.
Ich weiß bereits, wie oberflächlich das erste Buch von vielen gelesen worden ist. Einige haben es
zu einem Traum - und Wahrsagebuch gemacht. Andere hielten es für ein besänftigendes
Betäubungsmittel. Aber wenige hielten es für einen dringenden Ruf zur Weltevolution.
Im zweiten Buch werden diejenigen, welche die Berufung des ersten verstanden haben, die
charakteristischen Merkmale der gewünschten Arbeit finden.
Das Auftreten von Weltereignissen wird das Buch auf den Arbeitstisch legen. An diesem Tisch
können Wir Euch begegnen. Zuweilen wird eine übermäßige Last zu einer Feder eines Flügels.
348. Bei gemeinschaftlichen Beschäftigungen gebt Euch keinen Gedanken über die jüngste
Vergangenheit hin; denkt entweder an die Zukunft oder an die Ewige Weisheit. Die Bruchstücke und
der Staub der leeren Formen der Vergangenheit erfüllen den Weltraum zu sehr. Vom Magneten des
Gedankens angezogen, weben sie unreine Phantome, die schwer zu vertreiben sind. Wenn sie aus einer
Ecke vertrieben worden sind, kampieren sie in einer anderen, bis sie durch eine bewußte
Willensanstrengung wieder zu Staub reduziert werden.
Es ist praktischer, über die Zukunft nachzudenken - diese Gedanken nehmen Zuflucht zu solarem
Prana. Der Magnet solcher Gedanken kann Teilchen des kosmischen Staubes anziehen. Dieser Staub
der weit entfernten Welten ist wertvoll für neue Formbildungen.
Wenn Astronomie der Geographie entspricht, dann entspricht kosmischer Staub der
Weltgeschichte, und jeder Meteorstein ist ein archäologischer Gegenstand.
Der geschichtliche Bericht darüber, daß Salomon einen bestimmten Meteorstein verehrte, hat eine
wissenschaftliche Grundlage. So wird ein Märchen oft zu einer Seite einer wissenschaftlichen Arbeit.
Auch Galilei erzählte seinerzeit gefährliche Sagen. Ist es möglich, daß Ihr den Kardinälen, die
Galilei bekämpften, gleichen wollt?
Man muß sich daran gewöhnen, über die Zukunft nachzudenken. Wenn Ihr zusammenkommt,
müßt Ihr Gedanken über die Zukunft aussenden. Die Versammlungen werden reiner sein.
349. Noch einige Ratschläge.
Zu eilen und zu spät zu kommen ist gleich falsch; wenn man aber eines von beiden wählen muß,
dann ist es besser, sich zu beeilen. Ebenso wie es besser ist auszulassen, als hinzuzufügen.
Wenn in einer Gemeinschaft Beschwerden laut werden, dann wird die Gemeinschaft zu einem
Polizeiamt.
Wenn Eigenliebe in einer Gemeinschaft erscheint, wird die Gemeinschaft zu einem Zoologischen
Garten.
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Wenn Meine Lehre in einer Gemeinschaft nicht angewandt wird, dann bedeutet es, daß jemand
vorhanden ist, der sich verstellt.
Jeder, der eingetreten ist, kann fortgehen, aber wer fortgeht, nimmt seinen erworbenen und wahren
Besitz mit.
Wenn eine übermäßige Last zuweilen so leicht ist wie eine Feder, dann sind ein paar Gramm
Falschheit oft schwerer als ein halber Zentner.
Wenn ein heftiger Vergleich von persönlichem Verdienst unter den Mitgliedern hörbar wird, dann
führt dies zu einer schrecklichen Kundgebung einer Niederlage.
Schmerzlich ist der Pfad für diejenigen, welche es, nachdem sie berufen worden sind, nicht leicht
finden, ihn zu betreten. Ich bitte Euch dringend, Euch nicht zu schwächen.
In einem angestrengten Arbeitstempo ist eine bemerkenswerte okkulte Eigenschaft verborgen.
Keine noch so starke Anpassung des Willens kann die Ergebnisse erzielen, die durch angestrengte
Arbeit erreichbar sind. Das Tempo und die Sättigung des Rhythmus können mit kosmischer Spannung
verschmelzen.
350. Ihr habt bereits über die Sättigung des Arbeitsrhythmus als einer besonderen Qualität gehört,
welche die Menschen nur selten besitzen. Ihr heilsamer Einfluß hat eine viel tiefere Bedeutung, als es
den Anschein haben mag. Doch die alten Mysterien gebrauchten diese beiden Ausdrücke: „In der
Welle der Erhabenen Natur arbeiten" und „Mit dem Herzschlag der Mutter der Natur arbeiten."
Diejenigen, welche tiefgründige Gegenstände studiert haben, müssen diese Arbeit des gesättigten
Rhythmus gekannt haben, so daß nichts sie hindern konnte. Der Lehrer Buddha sorgte sehr dafür, daß
Seine jünger über die Wechsel des Rhythmus Bescheid wußten. Vor großen Errungenschaften riet Er
nicht zur Ruhe, sondern zur Arbeit des gesättigten Rhythmus. Denkt daran!
Bei den Problemen der zukünftigen Evolution denkt daran, daß es nach einsamer Arbeit nötig ist,
zur Organisation viel komplizierterer Einheiten überzugehen.
Man mag Gelegenheit gehabt haben, Beispiele der Arbeit des gesättigten Rhythmus in einzelnen
Menschen oder in sehr kleinen Gemeinschaften zu sehen, aber eine große Menschenmenge oder eine
Versammlung von Menschen weiß nicht, wie dieses Prinzip nutzbar gemacht werden sollte.
Es gibt ein altes Sprichwort: „Hüte Dich vor der Menge." Aber es gibt noch ein anderes, das
ebenso alt ist: „Die Menge muß gelehrt werden, im Geist zu arbeiten."
Die äußeren Aspekte der Arbeit können sehr verschiedenartig sein, aber laßt den Rhythmus
wahrgenommen werden, und dann wird die Arbeit eine ganz andere Qualität annehmen.
Wenn die Mehrzahl der heutigen Familien keine Pflanzstätten der Vulgarität wären, dann könnten
gerade sie Führer der im Geist vereinten Arbeit sein. Aber mechanische Mütter und Väter können nur
zwitschern: „Handle genauso wie alle anderen!"
Lehrt die Kinder, ihre eigenen Städte zu bauen.
351. Über Manuskripte.
Die Bedeutung von Manuskripten ist gänzlich vergessen worden.
Selbst der einfachste Arzt versteht, daß Ansteckung auf einem kleinen Stück Papier übertragen
werden kann.
Fromme Könige und hochheilige Kardinäle haben dies mehr als einmal benutzt, um ihren
Wohlstand zu vergrößern. Ihr kennt ebenfalls die Experimente der heutigen Hypnotiseure, bei denen
auf Befehl versiegelte Briefe gelesen werden. Sogar im Zirkus wird dieses Schaustück ohne
zusätzliche Bezahlung geboten.
Dies bedeutet, daß sowohl die äußere als auch die innere Bedeutung einer Handschrift wichtig ist.
Durch leichtes Reiben mit der Hand ist es möglich, kleine Korkfiguren dazu zu veranlassen,
hochzuspringen. Denkt, wieviel Energie durch Mitarbeit der Nervenzentren einem Blatt Papier
aufgedrückt werden kann.
Man kann die Energieausstrahlung von den Fingerspitzen beobachten. In der Dunkelheit sind diese
Funken sichtbar. Wenn die Ausstrahlungen besonders stark sind, kann man sogar bei Tageslicht ein
blaues Licht sehen. Gemeinsam mit der Ausstrahlung wird auf dem Papier eine unauslöschbare
Energie aufgeschichtet, deren Einfluß dem Wort und dem Gedanken ähnlich ist.
Die Schrift überbringt nicht nur den traditionellen Begriffsinhalt der verwendeten Worte, sondern
auch eine mächtige Übertragung der menschlichen Essenz. Von diesem Standpunkt des Verständnisses
aus mag es wünschenswert sein, den einen Brief in beiden Händen zu halten und ihn nochmals zu
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lesen, während es besser ist, einen anderen überhaupt nicht zu berühren. Natürlich fliegen viele leere
Papierblätter durch die Welt, auf denen kein Funke des menschlichen Bewußtseins verblieben ist.
Wie sollte man dann den Unterschied verstehen? Durch Geisteswissen, durch das, was entscheidet,
wo man jemanden die Hand reichen kann.
Handschrift ist ein Händedruck aus der Ferne.
352. Es mag gefragt werden, wie die letzten Pforten erreicht werden können. Wir kennen die
Gesetze und Zeichen; wir verschwenden keine Zeit; wir erinnern uns daran, die Lehre zu beschirmen;
was sollen wir tun, wenn wir die Pforten verschlossen finden? Als Antwort wollen wir uns wieder den
Mysterien des alten Ägypten zuwenden, da diese Mysterien natürlich wissenschaftliche Lebenspfade
waren.
Ohne den Rhythmus seines Schrittes zu verlangsamen, mußte der angenommene Kandidat zum
Lehrer vorwärtsgehen. Vor ihm erstreckte sich eine leuchtende Linie, und er mußte ihr folgen, wobei
er weder von ihr abweichen, noch sie berühren durfte. Die Räume, durch die er hindurch gehen mußte,
waren von verschiedenfarbigen Feuern erleuchtet. Zuweilen verschwand die Linie beinahe. Aber
schließlich fing sie an zu strahlen und es war, als ob ein blendender Strahl unter einer massiven,
verschlossenen Tür hindurchginge. Die Tür schien unpassierbar zu sein; sie hatte weder Schloß noch
Griff. Riegel und Platten aus verschiedenen Metallen schmückten und verstärkten sie.
Die geistig Ängstlichen wurden aus der Fassung gebracht und störten den Rhythmus des Schrittes;
aber derjenige, welcher die Bedeutung der Unabänderlichkeit kannte, ging entschlossen vorwärts. Und
wenn sein Körper der Feste begegnete, fiel sie zusammen, und er trat in das letzte Gemach ein.
Dieser unwiderstehliche Anprall unseres irdischen Körpers ist für die Erschaffung des Rhythmus
des Aufstieges unentbehrlich.
Geisteswissen deutet uns an, wie die Dimension des Zieles die Dimension der Möglichkeiten
beherrscht. Das Symbol der schweren Tür, die zusammenfällt, gibt das beste Beispiel dafür, wie man
handeln sollte.
Zeitgenössische Klüglinge verspotten das Zerschmettern der Wand mit der Stirn, aber die alten
Ägypter machten ein schönes Symbol aus der Macht unserer wesentlichen Natur. Geht darum in der
Richtung des Strahles vorwärts.
Lernt deshalb, wie das Neue durch Assimilierung des Vorhergehenden begonnen werden sollte.
Seid fähig, Spott, der auf Euren Mut gerichtet ist, zu ignorieren, weil Ihr wißt, wohin Ihr geht.
353. Wieder werden sich Menschen mit der Frage nähern, wie man Hindernisse handhaben sollte.
Einige werden durch die Familie gehindert, einige durch eine widerwärtige Beschäftigung, einige
durch Armut, einige durch feindliche Angriffe. Aber ein guter Reiter übt sich gern an nicht
zugerittenen Pferden und zieht das Hindernis eines unebenen Bodens und der Gräben einem ebenen
Weg vor. Jedes Hindernis muß zur Geburt einer Möglichkeit gemacht werden. Wenn man durch ein
Hindernis aus der Fassung gebracht wird, ist dies stets auf Furcht zurückzuführen. Wie die Feigheit
auch gekleidet sein mag, müssen Wir doch die Seite über die Furcht offenbaren. Freunde, bis
Hindernisse uns als Geburt von Möglichkeiten erscheinen, werden wir die Lehre nicht verstehen.
Erfolg liegt im erweiterten Bewußtsein; es ist unmöglich, sich ihm mit Furcht zu nähern. Der
Strahl des Mutes wird über Hindernisse hinwegführen; denn wie die Welt jetzt weiß - der Same des
Blutes wächst, der Same des Wissens wächst, der Same der Schönheit wächst!
Wenn der Pfad mit Knochen bestreut ist, kann man kühn vorübergehen; wenn die Menschen
verschiedene Sprachen sprechen, so bedeutet es, daß die Seele offenbart werden kann; wenn es
notwendig ist, sich zu beeilen, so bedeutet es, daß irgendwo ein neues Obdach bereit ist.
Gesegnet seien die Hindernisse, durch sie wachsen wir!
354. Es kann mit Recht gefragt werden, wie Tiere behandelt werden sollten.
Gewöhnlich werden sie entweder grausam behandelt, oder sie werden in sentimentaler Weise zu
Schmarotzern gemacht, oder als Werkzeug für mechanische Kreuzungen gebraucht. Wahrhaftig, eine
vernünftige Haltung zu Tieren muß der Einheit des Weltrhythmus entsprechend hergestellt werden diese Haltung ist überall die gleiche. Da der Mensch ein Mitarbeiter der Evolution sein muß, müssen
auch Tiere diesem Gesetz entsprechen. Arten, die der Evolution nicht entsprechen, sterben aus.
Diejenigen, welche sich als anpassungsfähig für die Evolution erweisen, müssen ihre Arbeitsfähigkeit
aufrecht erhalten.
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Es ist erforderlich, die wahre Nützlichkeit von Tieren zu studieren. Es ist fruchtlos, zu denken, daß
Plesiosaurier für die Zukunft benötigt werden. Das Kleid der Großmutter ist sehr rührend in einem
Museum, paßt jedoch schlecht für das heutige Leben.
Erfolgreicher Weltfortschritt kann ohne das Nilpferd und das Rhinozeros erlangt werden, die sich
den früheren Perioden der Schichtenablagerungen gut anpaßten.
Wenn eine gewisse Art von Menschen eine Ähnlichkeit mit dem Nilpferd hat, dann gehört sie
derselben Evolution an.
Tiere müssen arbeiten, sie müssen das Recht zum Leben verdienen; daher sind sowohl
Grausamkeit als auch Sentimentalität unanwendbar. Man kann nicht umhin, alles zu lieben, was
lebenskräftig arbeitet.
355. Da es erforderlich ist, daß Tiere arbeiten, wie bewußt muß sich dann der Mensch der Arbeit
widmen! Wir wollen keine Unterschiede zwischen den Arbeitsweisen machen. Der einzige
Unterschied besteht zwischen Bewußtsein und Unvernunft. Es ist auch nötig, den Unterschied im Alter
des Geistes zu erkennen. Man kann einen jüngeren Geist im Vergleich mit einem älteren dadurch
feststellen, daß man den Unterschied im Streben beachtet. Ein jüngerer Geist besitzt nicht die tiefen
Erkenntnisse, die durch Erfahrung in vielen Leben erworben worden sind, er ist jedoch oft weniger
egoistisch und paßt sich der Evolution besser an.
Ein alter Geist nimmt zuweilen eine Ähnlichkeit mit einem Trichter an, der das All-Existierende
„Ich" zu einer Umwandlung durch das persönliche Ego heranzieht. Wenn sich ein solches Geschwür
gebildet hat, ist Heilung nur durch Errungenschaft möglich.
Eine schöne und glänzende Errungenschaft fördert die Erneuerung des subtilen Körpers. Solange
so ein alter Geist nach Errungenschaft strebt, besitzt er noch Lebensfähigkeit.
Da es so etwas wie Gangräne des Körpers gibt, gibt es auch Gangräne des Geistes. Ein
abgestorbenes Glied kann rechtzeitig entfernt werden. Gangräne des Geistes können jedoch nur durch
Schock beseitigt werden.
Der Funke des Schlages bringt Errungenschaft hervor. Natürlich ist jene Errungenschaft
vorzuziehen, die sich bewußt entwickelt, wenn unser ganzes Wesen weiß, daß der Lehrer des Lichtes
existiert.
Wir kannten ein kleines Mädchen, in dem diese Erkenntnis plötzlich, unabänderlich aufblitzte.
Selbst Krankheit konnte das Geisteswissen nicht zerstören. Ihre Formen wurden verzehrt, aber das
innere Wesen blieb standhaft.
Dehnt den inneren Kern bis zur Unbegrenztheit aus.
356. Welcher äußere Umstand ist für die Qualität der Arbeit unentbehrlich? Licht. Nur Licht
macht Arbeit fruchtbar und nützlich. Der Schmetterling kann fliegen, bis sein Regenbogenpollen
erschöpft ist. Der Mensch hat dieselbe Regenbogenkraft, welche die Macht des Lichtes vermittels des
Photoplasmas absorbiert. Die verschiedenen Plasmen sind Mittler zwischen dem Sichtbaren und dem
Unsichtbaren. Da Photoplasma eine Ausstrahlung des Nervensystems ist, bildet es einen
Regenbogenpollen, der Lichtstrahlen absorbiert und sie in die Nervenkanäle befördert.
Die besten Verbindungen mit dem Licht werden am Morgen erlangt. Darum schließt das
Morgenlicht nicht aus. Arbeitet im Licht, trefft Entscheidungen im Licht, fällt Euer Urteil im Licht,
grämt Euch im Licht, freut Euch im Licht. Nichts kann mit der Lichtwelle verglichen werden. Selbst
die beste Elektrizität, sogar die blaueste, ergibt achttausendmal weniger Licht als ein Sonnenstrahl.
Bald wird das Studium des Photoplasmas den Arbeitsmethoden eine neue Richtung geben. Man
kann sehen, wie der Pollen des Photoplasmas aufschäumt, und wie es den empfangenen Schatz
vermittels kleiner Wirbel in die Poren der Haut führt.
Nicht nur das Problem der Geräumigkeit von Arbeitsräumen, sondern auch dasjenige des
geeigneten Lichteinfalles muß studiert werden.
Die Sonnenstrahlen müssen als ein Weltschatz gewürdigt werden.
Der Wissenschaftler wird den Zufluß von Strahlen von anderen Himmelskörpern mit Leichtigkeit
analysieren.
Warum sollten die Menschen die Schätze des Weltalls, die für sie bestimmt sind, meiden?
Magnetische Lichtwirbel bilden den Rhythmus der Planeten. Können sie nicht, wie die Kraft des
Wasserfalls, ausgenützt werden? Unerschöpflich sind die zugemessenen Kräfte.
Ihr Weltbürger alle, nehmt Euren Anteil!
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Bald, wenn sich Bemühen in Sieg wandelt, wird der Same des Allgemeinwohls jedem die Macht
des Strahls geben.
Hieran wollen wir uns erinnern, wenn wir die Arbeit am Morgen beginnen, und sie mutig bis in
alle Unendlichkeit fortsetzen.
357. Es wird der Menschheit besonders schwer, die Beziehung zwischen Qualität der Arbeit und
der Unbegrenztheit zu verstehen. Der Durchschnittsmensch nimmt an, daß eine höhere Qualität der
Arbeit zum Endlichen führt. Für ihn ist Qualität unentwirrbar von Endlichkeit, die Wir Tödlichkeit
nennen. Es ist ganz unmöglich, dem Durchschnittsmenschen zu erklären, daß höhere Qualität zur
Unbegrenztheit weiter strebt. Gerade in der Endlosigkeit der höheren Spannung liegt die Entdeckung
des Wissens. Man muß Mut finden, für die Unbegrenztheit zu arbeiten.
Man kann ein beständiges Lernen in sich entwickeln, das nicht als ein Katalogisieren von
Tatsachen wichtig ist, sondern als eine Bewußtseinserweiterung.
Es ist nicht wichtig, auf welche Weise das Bewußtsein wächst, aber sein Umfang befähigt es, die
Möglichkeiten großer Ereignisse aufzunehmen.
Welche Lehre führt schneller zur Bewußtseinserweiterung? Es ist nötig, Menschen ganz
individuell zu dieser Wiese zuzulassen. jedem seine eigene Weide, vorausgesetzt, daß das innere Feuer
menschlichem Verdienst und menschlicher Würde entspricht. Die Trägen, die Eingebildeten und
diejenigen, welche aus Verdacht und Zweifel in Wut geraten, werden keine Nahrung finden.
Sagt Schülern und Freunden, daß sie lernen müssen. Laßt sie in Anspannung des Geistes lernen;
durch geöffnete Augen lernen; absolut endlos lernen, denn es hat kein Ende. Diese einfache
Bestätigung erfüllt viele mit Schrecken.
Aber Wir sind mit denen, die sagen, daß Licht bis zur Unbegrenztheit vorhanden ist, und daß
ganze Zeitalter wie eine Perlenkette strahlen.
Laßt uns beim Lernen nicht herabsetzen.
358. Nachdem Ihr die Schüler versammelt habt, erwägt, womit Ihr beginnen solltet. Der übliche
Fehler besteht darin, mit dem Alphabet anzufangen, ohne Rücksicht auf das Wesen des Schülers zu
nehmen. Wir haben die Regel, neben den Anfangslehren Bruchstücke der höchsten Möglichkeiten zu
geben.
Ebenfalls darf Buddhas Lieblingsspiel, das er in Augenblicken der Erholung mit Seinen Jüngern
betrieb, nicht vergessen werden, bei dem der Lehrer ein einziges Wort in den Raum warf, auf das die
Jünger einen ganzen Gedanken aufbauten. Es gibt keine weisere Prüfung des Bewußtseinszustandes.
Stellt es Euch so vor: Der Lehrer sagt: „Tod" und hat den Tod der Vulgarität im Sinn. Doch ein
Jünger mag ausrufen: „Tod den Armen!" Wie Wegweiser können solche einzelnen Worte einen
vollständigen Entwurf des Geistes weben, und diesem Muster entsprechend kann man sehen, was für
Feuer brennen.
Ein solcher Fall gibt Gelegenheit zu sagen: „Dein Bewußtsein wünschte den Tod der Armen;
darum haben sich die Reichtümer, die zu Dir gelenkt waren, verlassen." Gemeinsam mit diesem
primitiven Gesetz kann man einen Funken über die Evolution ferner Welten entfachen. Der Vergleich
der Evolution der Welten mit einer kleinen alltäglichen Angelegenheit kann einen erleuchtenden
Anstoß hervorrufen.
Es ist äußerst schwer, wenn ein Schüler den Geist durch Methodologie zu kultivieren wünscht. Er
kann ein Geschäft für glänzende Zeitungsanzeigen eröffnen und still sitzen, während er mit seinem
Bleistift klopft und die Schlagworte aufzählt, die noch nicht gebraucht worden sind.
Wir sind keine Organisatoren von Leichenzügen oder von Zoologischen Gärten. Ihr, die Ihr Uns
zu folgen wünscht, wandelt ebenso vollständig erfüllt und erleuchtet wie das unwiderstehliche Leben
selbst und liebt jede Bewußtseinserweiterung, weil dies das hauptsächliche Ziel ist.
Man kann alles verzeihen, aber Modrigkeit des Bewußtseins ist schlimmer als die Verwesung
einer Leiche.
359. Selbst in Kinderzeitschriften werden Photographien von bekannten Persönlichkeiten
gebracht, und neben ihnen kann man Gesichter wahrnehmen, die allen unbekannt sind. Selbst eine
mechanische Platte nimmt mehr auf als das Auge. Und vielleicht ist dies besser, denn die Menschen
trauen ihren Augen nicht, haben jedoch großen Respekt vor der fotografischen Platte.
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Astrale Gäste drängen sich mitten ins Leben, ohne daß ihnen Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Natürlich wird es ihnen nicht immer leicht, verschiedene Menschen zu erreichen, und dann dienen die
irdischen Besucher der Menschen als Mittler. Verbindung begegnet Schwierigkeiten, aber die
Ausstrahlungen der Auren, die von den Besuchern oder Dienstboten zurückgelassen worden sind,
stellen eine Brücke für die unsichtbaren Gäste dar. Das Verdienst derselben ist verschiedenartig - von
der Berührung eines Schmetterlinges bis zum Rachen eines Tigers. Darum ist es praktischer, weniger
Menschen in Eure Schlafzimmer und in Euren Arbeitsraum zuzulassen, wenn Eure eigene Aura bereits
hinreichend stetig ist.
Besonders gefährlich sind die Erzieher von Kindern, die mit äußerst schrecklichen Begleitern
hereinkommen. Die besten Sendungen werden oft durch die Gegenwart von Kindermädchen und
Pflegerinnen unwirksam gemacht. Darum ist Selbsttätigkeit stets nützlich. Und wieder ist es
notwendig, den Sekretärinnen Aufmerksamkeit zu schenken, da sie so viele Angelegenheiten
verdorben haben.
Tut alles selbst und Ihr könnt in bezug auf die Qualität Eurer eigenen Ausstrahlungen beruhigt
sein.
360. „Warum für ihn und nicht für mich? " So flüstert der Neid nach Mitternacht. Werft diese
Kreuzotter aus Euren Unternehmungen heraus.
Wachstum des Geistes duldet keinen Zwang. Dies erklärt die langsame Evolution der Menschheit.
Der Geist kann nicht zum Wachsen gezwungen werden. Man kann nicht einmal durch unaufgeforderte
Ratschläge zwingen. Man kann nur auf das Anklopfen eines empfindungsfähigen Herzens reagieren.
Wenn Ihr den naheliegendsten Rat erteilt, daß Neid die Gesundheit ruiniert, wird nur eine neue
Heuchelei hervorgerufen werden, wenn keine Vergegenwärtigung des Geistes vorhanden ist.
Aber die Pfade individuellen Wachstums des Geistes werden mit Licht überflutet werden.
Jeder Tropfen des Ozeans ruft seinen eigenen Regenbogen hervor. Wie schön ist daher der Glanz
des Kosmos! Darum muß man Antworten sorgfältig geben, weil sie für einen individuellen Geist
beabsichtigt sind.
Wir haben gegen heutige Kirchen gesprochen, doch ist es nicht zulässig, gegen die Geistlichkeit
als Ganzes zu reden. Wir kannten einen ausgezeichneten katholischen Priester, aber anstatt zum
Kardinal erwählt zu werden, wurde er zu einer äußerst erbärmlichen Gemeinde versetzt. Wir kannten
einen erhabenen Rabbi, aber die Menschen hielten ihn für geisteskrank. Wir kannten einen
erleuchteten orthodoxen Priester, aber sein Los war Verbannung in ein fernes Kloster. Ich weiß von
einem kultivierten Bischof in Amerika, aber sein Leben ist nicht leicht.
Jeder Gedanke über das Allgemeinwohl wird unbarmherzig verfolgt, während nur Wachstum des
individuellen Geistes die Schatzkammer des Allgemeinwohls füllen kann. Diese Übereinstimmung des
individuellen Geistes mit dem Gemeinwohl der Welt bildet auch die Schönheit des Kosmos.
Wenn jede Pflanze ihre eigene unersetzliche Individualität hat, wie individuell muß dann jeder
menschliche Geist behandelt werden. Ein solches Zittern der Empfindsamkeit muß ein Zeichen
Unserer Jünger sein, und dann kann ohne ein Wort durch einen einfachen Kontakt Licht verbreitet
werden.
Und nicht nur am Tage, sondern auch nachts kann man in Berührung sein und die Hilfe der
Erleuchtung bringen.
Seid durch Bewußtseinserweiterung erleuchtet. Als weltdurchreisende Wanderer sammelt durch
den Regenbogenpollen der ganzen Welt Wissen an.
361. Reine Gedanken sind wie der Ozon des Weltraumes. Wahrhaftig, man kann seine Umgebung
mit ihnen erfüllen, aber nur in einer bestimmten Konsonanz. Einen reinen Gedanken auszusenden, und
ihn mit einem halben Dutzend lebhafter Begierden zu umhüllen, ist wie eine schreckliche Dissonanz.
Konsonanz sollte als eine Reihe von Widerhallen im Akkord verstanden werden. Wir wissen daher bei
Selbsttätigkeit eine methodische Folge von Handlungen zu würdigen. Kein zufälliger, wohlwollender
Ausruf, sondern der bewußte Prozeß der Stetigkeit ist von Nutzen.
Einmal konnte ein Papagei kreischen: „Gesegneter Lehrer!" Aber hierdurch verbesserte er seine
Möglichkeiten nicht. Ein Bär ließ seine Beute zufällig auf der Stufe vor der Haustür eines Menschen,
der vor Hunger im Sterben lag, aber er hörte nicht auf, ein wildes Tier zu sein. Eine Biene durchstach
zufällig das Geschwür eines kranken Menschen, aber sie erntete dadurch keinen Segen für sich selbst.
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Selbst eine Schlange rettete einmal ein Leben durch ihr Gift. Nur Bewußtsein und Zuverlässigkeit
ergeben Resultate.
Betrachtet das Lächeln der Errungenschaft als leicht. Und Errungenschaft, die aus Zuverlässigkeit
erwächst, leuchtet wie eine freigebige Sonne. Da die Süße einer Frucht nicht von ihrer Schale
abhängig ist, laßt Eure Tätigkeit jenseits der Menge vor sich gehen. Nur durch das Vermeiden von
Menschenmengen werdet Ihr die Menschen erreichen.
Ich kann Mir einen heutigen Staatsminister oder einen römischen Papst vorstellen, der in einem
Auto bei Unserer Feste vorfährt! Liegt hierin mehr eine Komödie als eine Tragödie? Auf jeden Fall
wird man finden, daß ein einfacher Mongole sich würdiger verhält, denn in ihm ist der Nerv der
Empfänglichkeit noch nicht zerrissen.
Freunde, bewahrt einen reinen Kanal der Empfänglichkeit, dem in diesem Schmelzofen werden
reine Gedanken geschmiedet. Betrachtet reine Gedanken nicht als einen wundersamen Bewohner des
Himmels, der an Feiertagen herabsteigt, sondern als die Kost Eurer Werktage.
362. Das erste Buch forderte zur Erlangung von Schönheit, Einfachheit und Furchtlosigkeit auf.
Das zweite gibt die Qualität und die charakteristischen Merkmale der Arbeit, die
Bewußtseinserweiterung bestätigt.
Die Idee der Gemeinschaft und des Allgemeinwohls ist das erste Zeichen einer
Bewußtseinserweiterung. Man sollte begreifen, daß nicht nur zur Kenntnisnahme auf die
Notwendigkeit von Arbeit hingewiesen worden ist, sondern zur Anwendung.
Dieses Buch ist nicht zur Besänftigung, sondern zur Anstrengung des emporstrebenden Geistes.
Strebt bis aufs äußerste zur Arbeit. Hüllt jede Aufgabe in die beste Ausstrahlung ein.
Wer die ermüdendste Arbeit am freudigsten verrichtet, wird der entschlossene Sieger sein, denn er
überwindet die Last der Langeweile. Natürlich hat jeder Pfad, selbst der Pfad zu Unserer
Gemeinschaft, seine schweren Übergänge. Die Möglichkeiten des Bewußtseins werden nicht an den
Blumen gemessen, sondern über dem Abgrund.
Die Arbeit endloser Vervollkommnung ist von Uns vorgeschrieben worden. Und in Augenblicken
von Schwierigkeiten denkt über Uns nach, weil Ihr wißt, daß der drahtlose Apparat nicht zögern wird,
Euch mit Uns zu verbinden. Aber lernt es, zu denken und den Augenblick wirklicher Schwierigkeit zu
erkennen. Oft halten die Menschen Glück für Unglück und umgekehrt. Bewußtseinserweiterung wird
Geisteswissen bestätigen, und dieses Wissen wird zu Unserer Gemeinschaft führen.
Wird es ein drittes Buch geben? Bestimmt, wenn die Arbeit, die im zweiten Buch angedeutet
worden ist, ins Leben gerufen worden ist. Das dritte Buch muß sich mit Unserer Gemeinschaft
befassen. Aber kann man über Sie sprechen, wenn das Bewußtsein den Begriff der Gemeinschaft
absolut nicht aufnehmen kann?
Deshalb müßt Ihr, wenn Ihr Unsere Gemeinschaft im Leben zu offenbaren wünscht, zunächst Eure
eigene Gemeinschaft offenbaren. Wir werden Euch helfen.
Beobachtet ohne Vorurteile den Lauf der Weltereignisse, und Ihr werdet Unsere Hand erkennen.
Die Zeit für eine Wende in der Evolution hat sich genähert, und Kräfte sind dafür gesammelt
worden.
Lernt es, Euer Bestes zu tun, und in dieser Arbeit nehmt Unsere Grüße an.
Willkommen allen Suchern nach dem Allgemeinwohl!
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