3 Computer Supported Cooperative Work

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Institut für Angewandte Informatik und Formale
Beschreibungsverfahren der Universität Karlsruhe
und
Institut für Hygiene und Arbeitsphysiologie der ETH Zürich
Dr. P.-J. Haubner
Dr. S. Guttormsen Schär
Seminararbeit im Rahmen des Teleseminars
„How do students organize their work?“
Wintersemester 2004
Autoren:
Birgit Luft
Ulrich Renger
Robert Ulrich
Homepage:
Jonas Bollinger
Christian Lüthi
„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung .......................................................................................................................... 3
2
Teamwork .......................................................................................................................... 4
3
2.1
Einleitung .............................................................................................................................. 4
2.2
Definitionen .......................................................................................................................... 4
2.3
Anforderung ......................................................................................................................... 5
2.4
Grundlegende Merkmale der Zusammenarbeit ............................................................... 6
Computer Supported Cooperative Work ........................................................................... 7
3.1
Einleitung .............................................................................................................................. 7
3.2
Klassifikationen .................................................................................................................... 8
3.2.1
3.2.2
3.2.3
4
Systemvorstellungen ........................................................................................................ 15
4.1
Einleitung ............................................................................................................................ 15
4.2
Groupware .......................................................................................................................... 15
4.2.1
4.2.2
4.2.3
4.2.4
4.2.5
4.3
4.3.1
4.3.2
5
Workflow-Management-Systeme ................................................................................................... 9
Groupware-Systeme ...................................................................................................................... 12
Videokonferenz-Systeme .............................................................................................................. 13
BSCW ........................................................................................................................................... 15
Groove ........................................................................................................................................... 16
Teamspace ..................................................................................................................................... 16
phpGroupware ............................................................................................................................... 16
Grouwaregegenüberstellung .......................................................................................................... 17
Videokonferenzsysteme ..................................................................................................... 21
Einführung .................................................................................................................................... 21
Gerätevorstellung .......................................................................................................................... 24
Evaluation........................................................................................................................ 28
5.1
Fragebogen ......................................................................................................................... 28
5.2
Systemanforderungen ........................................................................................................ 31
5.3
Systembewertung ............................................................................................................... 32
5.4
Handlungsleitfaden ............................................................................................................ 34
6
Fazit ................................................................................................................................. 37
7
Quellen ............................................................................................................................. 38
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
1
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Einleitung
Auf unserer Homepage möchten wir Studenten eine Anleitung zum verteilten Arbeiten bieten.
Im ersten Teil der Seminararbeit wird auf den Begriff Gruppenarbeit eingegangen.
Es wird erklärt, was eine Gruppe ist und welche Vorteile Gruppenarbeit bietet.
Anschließend werden Vorraussetzungen sowie die wichtigsten Merkmale für eine effektive
Zusammenarbeit genannt.
Im zweiten Teil wird erläutert, wie verteilte Gruppenarbeit technisch unterstützt werden kann.
Hierbei wird zunächst der Begriff Computer Supported Cooperative Work (CSCW) erklärt
und CSCW-Applikationen nach der Raum-Zeit-Matrix sowie nach Unterstützungsfunktionen
klassifiziert.
Anschließend werden im dritten Teil verschiedene bestehende Groupware- und
Videokonferenz-Systeme vorgestellt.
Im letzten Teil stellen wir notwendige Systemanforderungen für CSCW-Appliaktionen dar.
Als Basis hierfür dient zum einen die Auswertung eines von uns erstellten Fragebogens und
zum andern die im ersten Teil der Seminararbeit gewonnenen Erkenntnisse über
Gruppenarbeit. Abschließend überprüfen wir, in wie weit das uns zur Verfügung stehende
CSCW-System (Teamspace, Polycom ViaVideo) diese Systemanforderungen erfüllt.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
2
2.1
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Teamwork
Einleitung
Im normalen Alltag der Universitäten sind Studenten einem Gruppenkontext ausgesetzt, in
dem sie selbst Zielpunkt von Wissensvermittlung sind. Sie nehmen den inhaltlich-sachlich
und oft auch sozial ‚weniger kompetenten’ Part ein.
Das entsprechende typische Rollenverständnis ist das des ‚Lernenden’ das häufig mit einem,
dem ‚Lehrenden’ ( Dozenten oder Professor ) gegenüber auftretenden Unterlegenheitsgefühl
einhergeht.
Diese herkömmliche Ungleichheit wird z.B. bei einer Teamarbeit unter Studenten nun
plötzlich ins Gegenteil verkehrt.
Die Wissensbasis der teilnehmenden Studenten ist nun als gleich anzusehen und jeder darf
nun zeigen „was er / sie kann“.
Deshalb bietet Gruppenarbeit gerade bei z.B. Seminararbeiten unter Studenten viele Vorteile:
Komplexe Aufgabenstellungen können durch mehre Teilaufgaben ersetzt werden, die dann
von Untergruppen (≥ 1 Person) bearbeitet werden.
Durch diese Aufspaltung und Spezialisierung auf Teilgebiete können Leistungsvorteile erzielt
werden.
Zusätzlich werden den sozialen Bedürfnissen des Menschen Rechnung getragen.
Der Mensch ist ein „Gruppentier“ auch im Kontext von Organisationen wie z.B. einer
Universität.
Hinzu kommen noch diverse Partizipationseffekte wie z.B. die Identifizierung mit der Gruppe
(„Wir – Gefühl“) sowie Zufriedenheit.
2.2
Definitionen
Aus Goldmanns Lexikon: Als Gruppe bezeichnet man eine „unbestimmte Vielzahl von
Menschen, die in direktem, persönlichen Kontakt stehen und gemeinsame Normen,
verbindende Symbole oder sonst etwas Gemeinsames besitzen“.1
Von einer Gruppe spricht man, wenn zwei oder mehrere Personen interagieren und dabei
eine gegenseitige Beeinflussung stattfindet.
Eine Arbeitsgruppe ist eine Gruppe, die eine gemeinsame Aufgabe hat
Ein Team ist eine Arbeitsgruppe, deren Mitglieder den Willen haben, ein gemeinsames Ziel
zu erreichen.2
1
Goldmann Lexikon in 24 Bänden
aus einer Grundlagen-CSCW-Vorlesung der Universität Zürich, die im Wintersemester 00/01 angeboten wurde
(die genaue Internetadresse findet sich unter dem Kapitel Quellen)
2
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Die graphische Darstellung sieht dann folgendermaßen aus:
Ziel
Aufgabe
Gruppe
Arbeitsgruppe
Team
In einer Arbeitsgruppe oder einem Team laufen mehrere Gruppenprozesse ab:
Unter Kommunikation versteht man die Verständigung mehrerer Personen untereinander.
Koordination bezeichnet jene Kommunikation, die der Abstimmung aufgabenbezogener
Tätigkeiten dient, welche im Rahmen von Gruppenarbeit nötig ist.
Kooperation bezeichnet jene Kommunikation, die der Koordination und der Festlegung
gemeinsamer Ziele dient. Die physische Nähe der einzelnen Teammitglieder ist eine wichtige
Vorraussetzung für effiziente Kooperation.
In Anlehnung an obige Graphik lassen sich die Beziehungen der drei Begriffe untereinander
folgendermaßen darstellen:
Abstimmung
Kommunikation
2.3
Ziele
Koordination
Kooperation
Anforderung
Anforderung und Vorrausetzung für das erfolgreiche Arbeiten in Gruppen ist das Schaffen
eines förderlichen sozialen Klimas mit positiven Abhängigkeiten unter den
Gruppenmitgliedern.
Nur dann können sich sie Studenten gegenseitig bei der Arbeit unterstützen und gemeinsam
zu Ergebnissen gelangen, also kooperativ miteinander lernen und arbeiten.
Zu den wichtigsten Grundvorrausetzungen für das effektive Arbeiten im Team gehören:
 Vertrauen
 Kommunikation
 Selbstwertgefühl
 Bewusstsein
 Die Fähigkeit, kritisch zu denken
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“



2.4
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Führung
Die Fähigkeit, Konflikte zu lösen
Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen
Grundlegende Merkmale der Zusammenarbeit
Effektives Arbeiten und Lernen in einer Gruppe kann nur stattfinden, wenn das gesamte Team
begreift, wie wichtig Zusammenarbeit und unterstützende Interaktion
ist.
Dies kann nur dann erreicht werden, wenn die folgenden 5 grundlegenden Merkmale der
Zusammenarbeit beachtet werden:
Positive Abhängigkeit
Die Studenten innerhalb einer Gruppe müssen erkennen, dass alle „in einem
Boot
schwimmen“, d.h. das sie nur erfolgreich sein können, wenn alle in der Gruppe sich
gleichermaßen anstrengen und sie ihre Anstrengungen mit denen der
anderen
Gruppenmitglieder koordinieren müssen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.
Individuelle Verantwortungsübernahme
Die Einzelleistungen jedes Gruppenmitglieds müssen erkennbar sein.
Direkte Interaktion mit dem Gegenüber ( face-to-face-interaction )
Die einzelnen Gruppenmitglieder befinden sich in solch unmittelbarer Nähe zueinander und
reden so miteinander, dass dauerhafter Fortschritt gefördert wird.
Soziale Fähigkeiten
Das sind Fähigkeiten im Bereich des menschlichen Umgangs miteinander, die es Gruppen
ermöglichen effektiv zu funktionieren.
Fähigkeiten,
die
die
Kommunikation,
Vertrauen,
Führungsqualitäten,
Entscheidungsfreudigkeit und das Konfliktmanagement fördern.
Evaluation / Prozessreflexion durch die Gruppe
Die Gruppenmitglieder beurteilen ihre gemeinsame Anstrengung und streben Verbesserungen
an.
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„How do students organize their work?“
3
3.1
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Computer Supported Cooperative Work
Einleitung
Mit der Zunahme der Globalisierung der Märkte, der Vernetzung von einzelnen
Arbeitsplätzen, der Entstehung virtueller Räume und dem Bedeutungsverlust von Ort und
Zeit, verändern sich die Herausforderungen an die Arbeitswelt im Moment stark. Immer
stärker zeichnet sich eine Entwicklung hin zu mehr Teleworking (Telemedizin,...) und
Telelearning (Virtuelle Schulen, Teleseminaren,...) ab. Bei diesen Formen von Gruppenarbeit,
bei denen die Gruppenmitglieder sich an verschiedenen Orten oder in verschiedenen
Zeitzonen befinden können, wird Computer Supported Cooperative Work (CSCW)
eingesetzt. CSCW untersucht dabei wie Individuen in Arbeitsgruppen oder Teams
zusammenarbeiten und wie sie durch die Informations- und Kommunikationstechnologie
versorgt werden können. Die Schwierigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung von CSCW liegt
im interdisziplinären Ansatz. Um alle Gruppenaktivitäten betrachten und abbilden zu können,
müssen die Ebenen Organisationslehre, Psychologie, Soziologie und Informatik angesprochen
werden. Sie versuchen die am Anfang beschriebenen Anforderungen an Gruppenarbeit in
Hinblick auf Kommunikation, Koordination und Kooperation mit den technischen
Möglichkeiten zu verbinden und umzusetzen.
Die verwendeten Werkzeuge, die zur Unterstützung der Kommunikation, Koordination und
Kooperation von Mitarbeitern in interpersonellen Abläufen dienen, werden unter dem Begriff
CSCW-Applikationen zusammengefasst.
Diese Werkzeuge lassen sich einmal nach geographischer und zeitlicher Verteilung (RaumZeit-Matrix) und nach Unterstützungsfunktionen einteilen.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
3.2
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Klassifikationen
Bei der Klassifikation nach der Raum-Zeit-Matrix werden die CSCW-Applikationen auf
der Zeit-Achse nach asynchron oder synchron und auf der Raum-Achse nach benachbart oder
entfernt eingeteilt. Face-to-face meetings finden zur selben Zeit (synchron) am selben Ort
(benachbart) statt. Asynchronous logins finden zwar am selben Ort, aber zu verschiedenen
Zeiten statt. Die Interaktion zur selben Zeit, aber an verschiedenen Orten wird distributed
synchronous meetings genannt. Fully distributed Interaktionen finden an verschiedenen
Zeiten und Orten statt.
Zeit
verteilte
HypertextSysteme
asynchron
spez.
Datenbanken
Workflow
ManagementWerkzeuge
spez.
Planungssysteme
Bulletin BoardSysteme
Gruppeneditoren
Entscheidungsunterstützungssysteme
synchron
Videokonferenzsysteme
benachbart
entfernt
Raum
Abb. 1 Klassifizierung nach der Raum-Zeit-Matrix
Bei der Klassifikation nach Unterstützungsfunktionen werden die CSCW-Applikationen
nach den stattfindenden Gruppenprozessen unterteilt in: Koordination (WorkflowManagement-Systeme), Kooperation (Groupware-Systeme) und Kommunikation
(Videokonferenz-Systeme). Das Ergebnis stellt eine Pyramide dar, welche zusätzlich die
Bedeutung eines gemeinsamen Informationsraums verdeutlicht.
Kommunikatiosunterstützung
Videokonferenzsysteme
gemeinsame Informationsräume
E-Mail
Kommunikation
Bulletin
BoardSysteme
Workgroup Computing
Workflow Management
spez.
Datenbanken
Workflow
ManagementWerkzeuge
Koordinatiosunterstützung
verteilte
HypertextSysteme
Planungssysteme
Gruppeneditoren
Entscheidungsunterstützungssysteme
Kooperationunterstützung
Abb. 2 Klassifizierung nach Unterstützungsfunktion
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Ausgehend von einem verlässlichen und hinreichenden Informationsfluss, benötigen die
Kooperationsprozesse auch Koordinationsprozesse. Koordinationsprozesse wiederum
erfordern entsprechende Kommunikation. Erst dann können diese Ebenen zusammen spielen,
ineinander greifen und zu einer verstärkten Zusammenarbeit und Integration der
Gruppenmitglieder führen.
3.2.1 Workflow-Management-Systeme
Ein Workflow-Management-System ist ein System, auf welchem optimierte, gut strukturierte
und sich wiederholende Prozesse bzw. Abläufe nach den im Workflow-Management
vorgegebenen Regeln zur Teilautomatisierung, implementiert werden können. Vor allem
Arbeitsabläufe, die einen hohen Strukturierungsgrad, eine geringe Komplexität und einen im
Vorfeld bestimmbaren Informations- und Kommunikationsbedarf aufweisen, können leicht
mit diesen Systemen unterstützt werden. Besitzen diese Abläufe zusätzlich eine hohe
Wiederholungsfrequenz, so wird das Nutzenpotential in Form von Kosten- und
Zeiteinsparungen dementsprechend vergrößert.
Unter Workflow-Management-Systeme wird auch Software zur Erfüllung von
Projektmanagementaufgaben verstanden. Die Abbildung von organisatorischen Elementen
und die Zuordnung von Personen und Tasks zu den einzelnen Stationen sowie die
Bereitstellung der notwendigen Informationen sind hierfür typische Workflow Prozesse. Bei
CSCW-Applikationen ist somit darauf zu achten, dass die komplexe Verflechtung zwischen
Einzel- und Gruppentätigkeiten auch entsprechend berücksichtigt werden können.
In diesem Kontext besitzt die Ablaufsteuerung des Projekts eine große Bedeutung. Auch
wenn für studentische Zwecke eine Projektmanagementsoftware nur in wenigen Fällen zu
ihrer vollen Ausnutzung kommt, so wollen wir uns im Folgenden auf einen Einblick
beschränken.
Wegen der Unterschiedlichkeit der am Markt vertretenen Produkte, macht es keinen Sinn alle
diese Systeme aneinander zu messen. Wir wollen deshalb die vier in der Fachliteratur am
häufigsten erwähnten Applikationen vorstellen und miteinander tabellarisch vergleichen.
Besonders anschaulich erschien es, den Marktführer MSProjekt mit fast 80% Marktanteil, die
zwei weiteren planorientierten Produkte Acos Plus.1 und Project Scheduler, sowie die
„Enterprise“-Lösung Artemis Views gegenüberzustellen.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
3
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Vergleich von vier Projektmanagementsoftwares
Kriterium
Acos Plus.1
Project Scheduler
Artemis Views
MS Project
Hersteller
ACOS
Projektmanagement
GmbH
Moerserstraße 293
D-47475 KampLintfort
GERMANY
Sciforma Corporation
(Scitor)
985 University
Avenue, Suite 5
Los Gatos
CA 95032
USA
Artemis International
Solutions
Corporation
4041 MacArthur
Blvd. Suite 260
Newport Beach
CA 92660
USA
www.aisc.com
Microsoft
Corporation
One Microsoft Way
Redmond
WA 98052-6399
USA
www.acos.com
www.siforma.com
1981
8.4
über 2500 Nutzer
(bei ca.1000 Kunden)
950,-
1979
8.5.0.1
über 480.00 Nutzer
D, E
WIN98/ME/2000,
XP,NT
Ja
Ja
D, E, F
WIN98/ME/2000,
XP,NT
8 MB (RAM)
Ja
Ja
Client/Server
Jeder Browser/
Standard SQL
Kurzbeschreibung
Erhältlich seit
Version
Anzahl der
Installationen
Preis in Euro
Systemumgebung
Dialogsprachen
Betriebssystem
Speicherbedarf
Netzwerkfähigkeit
Internetintegration
Projektplanung
Projektstrukturplanung
www.microsoft.com
1998
3.1
ca. 450.000 Nutzer
(bei ca.5000 Kunden)
-
2002
Ca. 80 % aller PMSW Nutzer
1249,-
Jeder Browser/
Standart SQL
D, E, F, S, I
WIN98/ME,
HP-UX, Solaris
Ja
Ja, aber Java virtual
machine erforderlich
IE oder Netscape/
Oracle oder IIS
D, E
WIN98/ME/2000,
XP,NT
105 MB
Ja
Ja, nur mit Internet
Explorer (IE)
Jeder Browser/
Standart SQL
planorientiert, für
mittlere und
komplexere Projekte
geeignet,
Einzel- und
Multiprojektplanung
mit Fokus auf
Ablauf- und
Ressourcenplanung,
verschiedene
Projektansichten,
Diagramme zur
Meilenstein- und
Kostenanalyse,
VorgangsknotenNetz-Methode.
planorientiert, für
jede Projektgröße
geeignet, Einzel- und
Multiprojektplanung
mit Fokus auf
Ablauf- und
Ressourcenplanung,
Managementunterstützung durch
verschiedene
Ansichten und Pläne,
„Kritische-Pfad“Planung und neue
Planungsmethode
„Critical Chain“,
Berichtsgenerator.
fast komplette
Software für
firmenweites
Projektmanagement,
bietet umfangreiche
Team- und
Managementfunktionen, für
mittlere und
komplexere Projekte
geeignet,
Module einzeln und
vernetzt einsetzbar,
Darstellung
unterschiedlicher
Sichtweisen möglich.
planorientiert, für
mittlere und
komplexere Projekte
geeignet, mit Fokus
auf Ablauf- und
Ressourcenplanung,
Leistungsbewertung,
Projektfortschritt,
bietet umfangreiche
Managementfunktion
en, als EinzelplatzAnwendung, als auch
in Verbindung mit
dem Project Server
bzw. Project Web
Access verwendbar.
max. 32.000
Vorgänge pro Projekt
Ja
Einzelprojekte und
komfortable Planung
Formatierung durch
„Enterprise
1484,-
3
vgl. jeweilige Herstellerhomepage: www.acos.com, www.siforma.com, www.aisc.com,
www.microsoft.com, www.managementsoftware.de, www.softguide.de und Ahlemann F.:
Comparative Market Analysis of Project Management Systems, Studie der Universität von
Osnabrück, Osnabrück 2003
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Seite 10 von 38
„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Ablauf- und
Netzwerkplanung
Netzplan mit
Vorgangsknotennetz
Kritische PfadPlanung und „Critical
Chain“-Methode
Terminplanung
Listen, Balkenpläne,
Meilensteintrenddiagramme (MTA)
Kapazitätsplanung
kap. Anordnungsbeziehungen,
termintreue Glättung,
Optimierung
ressourcenabhängig,
zusätzliche Kosten
nicht hinzufügbar
Definition pro
Projekt, Ressourcenund Anordnungsbeziehungen
Zeitintervallbezogene
Zuteilung/Verfolgung
(ARTS)
Kostenplanung
Cash-Flow-Planung
Projektverfolgung
Terminkontrolle/
Terminsicherung
Definition von
Stunden-/Tages/Überstundensätzen
von Multiprojekten
Ja
Balken- und
Tabelleneditor,
globales
Aktualisieren
Bildung zentraler
Ressourcenpools,
beliebige Anzahl pro
Aktivität oder Projekt
Definition von
Kostensätzen und
Zuordnung
allgemeiner
Projektkosten
Zahlungseingangsund Zahlungsausgangspläne
Earned ValueAnalyse
Zeitraumbezogene
Detailabbildung aller
Kostenpläne, Budgets
und Abschätzungen
Vorschau, Timesheet
(Terminliste),
Kritischer Weg,
Soll-Ist-Vergleich
individuell definierbare Zeitachsen in
Balkenplänen und
Diagrammen oder
Ergänzungsprodukt
Kapazitätsabgleich
für vorgegebene
Zeiträume, manuell
oder automatisch
Zeitnahe Erfassung
des auf laufende
Tätigkeiten
geleisteten
Aufwandes
Vollständiges
Informationssystem
realisiert durch
eigenes Modul
Kapazitätskontrolle
Kapazitätstabellen,
Arbeitszuteilungslisten, Soll-Ist-Verg.
Budgetkontrolle/
Kostenentwicklung
Listen/Tabellen,
Kostenkurven und
-trenddiagramme,
Soll-Ist-Vergleich
Kostenkurven, Histogramme, Kostensummenfunktionen,
sechs verschiedene
Kostenpläne
Vergleichs- und
Abweichungsanalyse,
Kostenentwicklung,
Analyse von
unterschiedlichen
Betrachtungsebenen
Projektfortschritt
Bearbeitungsstatus
durch Earned-ValueMethode, Meilensteinauswertungen
Fortschrittslinie,
basierend auf
Fertigungsgrad,
62 Standardberichte
Vollständiges
Informationssystem
realisiert durch
eigenes Modul
Project Monitoring/
Überwachung
Benutzergruppenspezifische Berichterstattung mit
Schwerpunkt auf
Ressourcen- und
Ablaufplanung
Ablaufsvergleich von
Planungsalternativen
Umfangreiche
Berichtsgenerierung
Kein festes internes
Berichtswesen, aber
durch Memofelder
Aufbau möglich
umfangreiche
Berichtsgenerierung
Ja, flexible
Berichterstattung mit
Schnittstellen zu
OLAP, Excel u.a.,
realisiert durch
eigenes Modul
bis zu 100 parallelen
Versionen auch bei
Änderungen
laufender Projekte
umfassendes
Berichtswesen
realisiert durch
eigenes Modul
Szenarioanalysen/
Entscheidungsgrundlagen
Projektdokumentation und
Ergebnisverwaltung
Luft, Renger, Ulrich
Ablaufsvergleich von
Planungsalternativen
Gliederungscodes“
Gruppierte Aufgaben
und Standardindikatoren in Netzwerkdiagrammansicht
Balkenpläne,
Meilensteinsetzung,
geschätzte Dauern
Datenbankbasierte
Anlage von
Ressourcenpools
Satzbasierte
Ressourcen-,
Material- und
Überstundenkosten,
Kostenfälligkeitsmethode
Durchführung einer
Ertragswertanalyse
Ständige Angabe von
aktuell geschätzter
Dauer, Rückmeldung
der Anfangs- und
Endtermine
datenbankbasierter
Ressourcenpool,
Rückmeldungen über
zeitlich zugeordnete
Aufwendungen
Ermittlung von
Kostenrahmenüberschreitungen ,
Untergliederung in
Kostenarten und
anteilige
Verrechnung möglich
Visualisierung von
Fertigungsgrad,
automatische
Integration in
Balkenpläne
Hilfe durch „Project
Guide“, aktueller
Feedback durch
„Smarttags”,
„To-Do“- Listen
Alternative
Projektverläufe durch
„Was-wäre-wennSzenarien“
graphische Ad-hocAuswertungen über
gesamtes
Projektportfolio
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
3.2.2 Groupware-Systeme
Groupware-Systeme stellen einen speziellen Typ von Software dar, der die Zusammenarbeit
von mehreren Personen und die Verwaltung des Arbeitsmaterials unterstützt. Um eine
effiziente Kooperation zu erreichen, muss neben einer effizienten Kommunikation bei den
Funktionen dieser Systeme auf drei Hauptaspekte geachtet werden. Änderungen müssen
jederzeit aktualisiert, mit geringem Aufwand realisiert und übersichtlich präsentiert werden
können.
Mögliche Funktionen eines Groupware-Systems sind:

Gemeinsamen Benutzung von Informationen, Dokumenten, Daten:
Gruppenarbeit verlangt nach der Vermeidung von unnötiger Redundanz bei
Informationen, Dokumenten und Daten. Arbeiten mehrere Personen an einem Thema,
müssen alle dieselben Informationen besitzen.
Bsp.:
Multimedia, Multi-User Hypertext
Multi-User Datenbanken

Gemeinsame Benutzung von Arbeitsplätzen (Desktop-Sharing):
Komplexe Sachverhalte können oft mit Hilfe einer Skizze verdeutlicht werden. Bei
verteilter Gruppenarbeit können die Funktionen Whiteboard oder Flipchart so verwendet
werden, dass durch Freigabe der Benutzeroberfläche ein anderes Teammitglied auf den
eigenen Computer und die Ressourcen zugreifen kann.
Bsp.:
Ordnerverwaltung
Text- oder Zeichenprogramme

Organisation und gemeinsames Verständnis über die Arbeitsprozesse
Bevor mit der eigentlichen Aufgabenbearbeitung begonnen werden kann, muss die
Teamarbeit definiert und organisiert werden. Nur wenn jedes Gruppenmitglied mit dem
Organisationsaufbau, Prozessablauf und der Zielerreichung einverstanden ist, kann es
seine individuelle Aufgabe in der gegebenen Zeit erfüllen.
Bsp.:
Workflow-Systems
Agenda
Co-authoring-Systems

Entscheidungsfindung (Decision-Making):
Je mehr Teilnehmer, desto mehr unterschiedliche Meinungen gibt es. Um jedoch trotzdem
eine für alle Beteiligten akzeptable Entscheidung zu erringen, werden Methoden und
Techniken benutzt die dies erleichtern.
Bsp.:
Systeme, welche bestehende Fakten und Meinungen darstellen
Systeme, welche die eigene Argumentation unterstützen
Kreativitäts- und Ideenfindungstechniken
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“

Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Koordination und Kontrolle über gemeinsam benutzte Objekte:
Um immer die aktuellste Version bearbeiten zu können, müssen Funktionen bestehen,
welche sicherstellen, dass Änderungen sofort wirksam und für jeden zugänglich gemacht
werden.
Bsp.:
Benutzung von einheitlichen Editoren bei synchroner Bearbeitung
Benutzung von Co-authoring-Systems bei asynchroner Bearbeitung
Wie oben erwähnt lässt sich Groupware in asynchrone und synchrone Funktionen gliedern.
Zur näheren Erklärung fügen wir zu diesem Punkt Beispiele dieser Unterteilung an.
Asynchrone Groupware
Email
Newsgroup und Mailing Listen
Hypertext
Gruppenagenda
Synchrone Groupware
Whiteboards
Chat Systeme
Entscheidungs- und Sitzungsunterstützungssysteme
3.2.3 Videokonferenz-Systeme
Videokonferenz-Systemen (VC) dienen der synchronen Kommunikation. Die Hauptaufgabe
stellt die Unterstützung einer genau adressierbaren Menge an Kommunikationspartnern, die
zur gleichen Zeit über große Entfernungen miteinander kommunizieren möchte, dar. Die
Kommunikation fällt einem Teammitglied bedeutend leichter, wenn es dem Gegenüber faceto-face entgegentritt. Mimik und Körperhaltung, die noch viel genauer das Verhalten und die
Reaktion des Gesprächpartners widerspiegeln, können benutzt werden. Missverständnisse
oder komplexere Sachverhalte können schneller geklärt werden und das Gespräch gewinnt an
„Leben“.
Effiziente aufgabenbezogene und soziale Kommunikationsmöglichkeiten bilden die Basis für
jede Form der Kooperation. CSCW-Applikationen müssen deswegen darauf abzielen, dem
natürlichen Gespräch möglichst nahe kommende Kommunikationsunterstützungen
anzubieten. Da bei CSCW-Applikationen eine Mensch-Maschine-Mensch-Interaktion besteht,
muss verstärkt darauf geachtet werden, dass die Technik den Kommunikationsverlauf nicht
maßgebend bestimmt.
Die Vorteile, die sich Firmen und Organisationen von diesem Einsatz erwarten sind
beispielsweise Reisezeiten und -kosteneinsparungen, die Möglichkeit des flexiblen Lernens
nach Bedarf am Arbeitsplatz oder eine Plattform für das innerbetriebliche
Wissensmanagement zu bilden. Hochschulen bereichern ihr Angebot um virtuelle
Komponenten, um so z.B. auch die Studierenden zuhause zu erreichen oder ihnen die
Möglichkeit zu geben die Arbeit effizienter zu gestalten.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Ausgehend von der Betrachtung über allgemeine Gruppenarbeit in Kap 1, haben wir nun die
computerunterstützte Gruppenarbeit anhand der gebräuchlichsten Prozessen und Systemen
kennen gelernt. Im Folgenden werden wir speziell die computerunterstützte Gruppenarbeit
unter Studierenden betrachten.
Luft, Renger, Ulrich
Seite 14 von 38
„How do students organize their work?“
4
4.1
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Systemvorstellungen
Einleitung
An dieser Stelle wollen wir einen kurzen Überblick über bestehende Groupware- und
Videokonferenzsysteme bieten.
Bei Groupware-Systemen gibt es auf dem Markt eine große Anzahl von Produkten, so dass
eine vollständige Gegenüberstellung den Rahmen sprengen würde. Die von uns betrachteten
Groupware-Systeme lassen sich in drei kommerzielle (Teamspace, BSCW und Groove) und
eine nicht-kommerzielle (phpGroupware) Lösung einteilen.
Mit Teamspace und BSCW haben wir uns zwei Systeme ausgesucht, die im Teleseminar
verwendet werden bzw. verwendet wurden.
Im Gegensatz zu dem üblichen Server/Client-Konzept stellt Groove aufgrund seines Peer-toPeer-Ansatzes ein neues Konzept dar.
Die nicht-kommerzielle phpGroupware ist aufgrund des Open-Source-Ansatzes und der
Möglichkeit der individuellen Erweiterung interessant.
Der Videokonferenzmarkt hingegen beschränkt sich auf die vier Hersteller Sony, Polycom,
Tandberg und VCON. Hier werden wir Systeme für Einzelplatzumgebungen und kleine bis
mittlere Konferenzräume (bis zu zehn Personen) vorstellen.
4.2
Groupware
4.2.1 BSCW
BSCW wurde 1994 als Forschungsprojekt von der GMD-Forschungszentrum
Informationstechnik GmbH gestartet. Um verteilte Zusammenarbeit über das Web zu
ermöglichen, sollte ein System entworfen werden, welches hierfür grundlegende Funktionen
zur Unterstützung anbieten sollte. Das BSCW stellt heute ein Shared Workspace System für
effiziente Kooperation über das Internet dar und zeichnet sich vor allem durch Werkzeuge zur
Projekt- und Dokumentenverwaltung aus.
Obwohl BSCW Version 1.0 zwar im Oktober 1995 auf den Markt kam und vor allem zu
Testzwecken gebraucht wurde, errang die im Juni 1996 erschienene Version 2.0 den ersten
Platz des Europäischen Software Innovationspreises (ESIP’96). Mit der Gründung der
OrbitTeam Software GmbH durch GMD-Mitglieder und der kommerziellen Vermarktung im
Juli 1998 wuchs das Benutzerinteresse an BSCW bis heute auf weltweit über hunderttausend
Benutzer/Kunden an. Namhafte User dieser Software sind unter anderen die Deutsche
Telekom, Boing, IBM, Volvo, Nokia, British Telecom und Hewlett Packard zu finden.
Mit der aktuellen BSCW Version 4.2, die auf einer Client/Server-Architektur beruht, können
Gruppenmitglieder über ihren Browser Objekte in Ordnern auf gemeinsame Arbeitsbereiche
einstellen und verwalten. Damit arbeitet BSCW plattformübergreifend und unabhängig von
speziellen Browsern und Web-Servern. Softwareinstallationen sind somit überflüssig;
Gruppenmitglieder kooperieren über einen BSCW-Server.
Nähere Informationen zu den einzelnen BSCW Funktionen und den technischen
Spezifikationen sind der Grouwaregegenüberstellung zu entnehmen.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
4.2.2 Groove
Groove ist eine Groupware, die sich insbesondere durch die Peer-to-Peer-Technologie
auszeichnet und von der Firma Groove-Networks seit 1997 entwickelt wird. Ray Ozzie, der
Vater von Lotus Notus, hat die Firma nach der Übernahme von Lotus durch IBM gegründet.
Hinter Groove steht die Idee, dass Kommunikation im Netz nicht immer nur serverzentriert
sein muss, d.h. bei Groove werden alle Daten auf den Client-Rechnern selbst vorgehalten und
jeweils zwischen denjenigen Clients, die sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben,
synchronisiert. Somit ist nur noch ein Relay-Server für die Zwischenspeicherung und die
Authentifizierung der User nötig, Offlinearbeit ist somit auch möglich. Dies bedeutet aber
auch, dass eine Software installiert werden muss und man im Gegensatz zu anderen Webbasierten Groupwares an seinen Arbeitsplatz gebunden ist.
Um die Datensicherheit zu gewährleisten, die ein Server/Client-System durch den zentralen
Server bietet, werden alle gesendeten Daten, sowie auch die Daten, die auf den Festplatten
der Nutzer vorliegen, verschlüsselt (192-Bit).
Groove zeichnet sich neben den Standardfunktionen durch seinen Schwerpunkt auf der
synchronen Zusammenarbeit durch CO-Editing und Co-Review von Office-Dokumenten aus,
d.h. Dokumente können gemeinsam in Echtzeit bearbeitet werden.
Groove ist derzeit nur für Windows verfügbar, dafür aber auch sehr gut in die Microsoft
Office Anwendungen integrierbar.
Kunden sind z.B. KPMG, HP, Intel, Siemens usw.
Nähere Informationen zu den einzelnen Groove Funktionen und den technischen
Spezifikationen sind aus der Grouwaregegenüberstellung zu entnehmen.
4.2.3 Teamspace
Teamspace, eine Groupware-Lösung der 5 POINT AG, zielt auf die Optimierung der
Arbeitsabläufe von geographisch oder zeitlich verteilten Teams. Durch seine Client/ServerArchitektur steht Teamspace als Portallösung plattformunabhängig dar. Teamspace, ohne
zusätzliche Softwareinstallationen auskommend und von einem beliebigen Browser weltweit
aufrufbar, bietet somit seinen Benutzern ein hohes Maß an Flexibilität.
Die Möglichkeit virtuelle Teamumgebungen für einzelne Arbeitsgruppen anlegen und diese
mit verschiedenen Funktionalitäten ausstatten zu können, haben Unternehmen wie
beispielweise BMW oder Degussa überzeugt. Ein Referenzprojekt kann in der Einführung
von Teamspace ins unternehmenseigene Intranet der BMW Group gesehen werden. Bei
Teamspace wurde neben den Modulen zur Kommunikation, Kooperation und Koordination
vor allem auf die intuitive Bedienbarkeit und die leichte Implementierung Wert gelegt.
Teamspace wird vorwiegend als eine sinnvolle Ergänzung zu bewährten
Kommunikationsmitteln von Arbeitsgruppen, wie z.B. Telefon- und Videokonferenzen oder
E-Mails angesehen.
Nähere Informationen zu den einzelnen Teamspace Funktionen und den technischen
Spezifikationen sind der Grouwaregegenüberstellung zu entnehmen.
4.2.4 phpGroupware
Nach drei kommerziellen Groupwarelösungen wollen wir an dieser Stelle auch noch ein
kostenloses Open-Source-Projekt vorstellen, dass sich allein dadurch von den hier
vorgestellten Groupwarelösungen stark unterscheidet.
Luft, Renger, Ulrich
Seite 16 von 38
„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
phpGroupware bezeichnet sich selbst als Multi-User Groupware-Suite. Wie schon der Name
vermuten lässt, ist phpGroupware in PHP geschrieben. Mit der integrierte API-Schnittstelle
(API = Application Programming Interface) kann sich jeder User sein eigenes Modul
erstellen. Das Projekt gehört zu den aktivsten Open-Source-Entwicklungen überhaupt. Laut
einer Statistik ist phpGroupware das drittaktivste Projekt, das bei Sourceforge gehostet wird.
phpGroupware ist ein sehr ehrgeiziges Projekt und seit kurzem ist es sogar Teil eines
speziellen Förderprojekts in Niedersachsen.
Aktuell umfasst phpGroupware 44 installierbare Applikationen und zeichnet sich vor allem
durch die unbegrenzte Erweiterbarkeit in Form der API aus.
phpGroupware ist sehr flexibel und individuell anpassbar da man sich aus dem reichhaltigen
Angebot an Modulen genau die erforderliche Groupware zusammenstellen kann.
Deshalb kann diese Groupware proprietären Lösungen das Wasser zu reichen.
Funktionsumfang und Administrierbarkeit sind gut gelungen. Allerdings muss man betonen,
dass die Anwendungen und die API-Schnittstelle sehr unterschiedliche Reife- und
Fertigstellungsgrade haben, man benötigt daher einen versierten Administrator, der über
Programmierkenntnissen in PHP verfügt.
phpGroupware wird schon kommerziell von einigen Firmen und öffentlichen Anstalten wie
z.B. dem Max-Planck-Institut in München und Stuttgart oder dem Hessische Landesamt für
Umwelt und Geologie genutzt. Neben der normalen Unterstützung durch die Entwickler gibt
es inzwischen auch kommerzielle Unterstützungsangebote z.B. durch die ProBusiness AG.
Nähere Informationen zu den einzelnen phpGroupware Funktionen und den technischen
Spezifikationen sind der Grouwaregegenüberstellung zu entnehmen.
4.2.5 Grouwaregegenüberstellung
Kriterien
BSCW
Hersteller
OrbiTeam GmbH
www.orbiteam.de
Mieten pro Benutzer:
25€ einmalig
12€ monatlich
Universitäten: kostenlos
Projekt- und
Dokumentenmanagementsystem auf
Client/Server-Basis,
plattformunabhängig, nur
WebBrowser nötig
Preis
Kurzbeschreibung
Gruppenverwaltung
Aktuelle Version: 4.2
 Registrierung über Server
 Einfache Bildung von neuen
Teams durch Anlegen eines neuen
Arbeitsplatzes
 Einladen neuer Teammitglieder
 Unterteams möglich
Luft, Renger, Ulrich
Groove
Groove Networks
www.groove.net
69 $ pro Benutzer für die Standard
Edition
Kommunikations- und
Groupwareplattform mit sicherer
P2P-Technologie mit RelayServer (für Zwischenspeicherung
und An- und
Abwesenheitsanzeige),
nur für Windows
Aktuelle Version: 2.5
 Registrierung über RelayServer
 Einfache Bildung von neuen
Teams durch Anlegen eines
„Shared Space“
 Einladen neuer
Teammitglieder
Seite 17 von 38
„How do students organize their work?“
Kommunikation




Kooperation








Koordination




Awareness
Sicherheit







Technische
Daten



Luft, Renger, Ulrich
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Diskussionsforen
Chat / Instant Messaging nur über
Zusatzmodul
E-Mail
Schnittstelle zu Konferenztools





Gemeinsamer Arbeitsbereich in
Form eines Ordners
Dokumentenablage mit
einheitlicher Struktur,
Rechtemanagement und
Versionsverwaltung sowie
Sperrmechanismen
Notizen können an Dokumente
angehängt werden
E-Mail-Versand mit Anhang
Schnittstelle zu
Konvertierungsdiensten
Archivierungsfunktion für
Dokumente
Unterstützung von über 30
Dokumententypen
Nur Onlinebearbeitung möglich

Gruppenkalender mit
Benachrichtigungsfunktion sowie
eigener Kalender
Projektordner mit Statusbalken
Dokumentenanlage an Termine
WAP-Zugriff möglich

Benachrichtigung über Ereignisse
per Mail oder über täglichen
Bericht
Ereignishistorie
Ereignisfilter für Benachrichtigung
Login über Passwort
Einsatz vonX.509 Zertifikat
möglich
SSL
Zugriffsrechtemodell für Ordner
und Dokumente
Client/Server
Server: Windows NT und Unix
Web-basierte AdministratorSchnittstelle

















Unterteams nicht möglich
Voice- und Textchat
allgegenwärtig
Diskussionforen
Brainstorming
Integration von MS
NetMeeting
Dokumentenablage mit
Rechtemanagement und
Versionsverwaltung
Application-Sharing
Web-Links-Tool ermöglicht
„Browse together“
Sketchpad
Notepad
Document Review (Verteilung
zur Korrektur)
File-Tool, dadurch teilen und
gemeinsames bearbeiten von
Dateien möglich
Viewer für MS Office-Dateien
Online und
Offlinebearbeitung; mit dem
Nachteil, kein Zugriff auf
Offlineänderungen zu haben
Project-Manager-Tool zur
Verwaltung von Aufgaben und
Verantwortlichen
Meeting Wizard inkl. Agenda,
Verwaltung von Protokollen
und Outlookabgleich)
Gruppenkalender
To-Do-Listen
Statusanzeige der aktiven User
Eigenschaften des Users
sichtbar sowie seine aktuelle
Tätigkeiten im Shared Space
Verschlüsselung bei
Übertragung der Dokumente
Login über Passphrase
Verwendung aufwendiger
Schlüssel
P2P-Architektur (Daten des
Shared Space werden auf
jedem Client gespeichert)
Seite 18 von 38
„How do students organize their work?“
Benutzerfreund 
lichkeit



Fazit



Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Einfache Dokumentenverwaltung
Individualisierte
Benutzeroberflächen
Zugriff von jedem Rechner mit
Internetanschluß möglich
BSCW ermöglicht upload von
mehreren Dokumenten
gleichzeitig
In wichtigsten Sprachen erhältlich
Solide Dokumentenverwaltung
Schwächen bei synchroner
Zusammenarbeit und ApplikationSharing
Eher sinnvoll für verteilte Teams,
die aus mehreren Mitglieder pro
Standort bestehen





Integration bestehender MS
Office-Anwendungen
Statusanzeige und Chat immer
sichtbar
Sehr intuitive Benutzerführung
Zusätzl. Plug-Ins möglich
Nur in Englisch erhältlich

Demo
http://www.bscw.de/german/frames/d
own_fr.html
Schwerpunkt auf synchroner
Zusammenarbeit und
Kommunikation, da
gemeinsames Bearbeiten von
Dokumenten möglich und
Voice-Chat integriert ist
 Auch gut geeignet für Teams,
die nur aus einem Mitglied pro
Standort bestehen
http://www.teamspace.de/active_ts
_demoteam_ger.html
Kriterien
Teamspace
phpGroupware
Hersteller
5POINT AG
www.teamspace.de

Preis
Kurzbeschreibung
Gruppenverwaltung
Kommunikation
OpenSource Software
www.phpgroupware.org
www.phpgw.de
35€ pro Monat incl. 10 User
kostenlos
Collaborations Tool auf Server/Client Web-basierte
Groupwareanwendung in php mit
Basis
modularem Aufbau und mit
integrierter API zum Schreiben
eigener Anwendungen
Aktuelle Version: 2.7
Aktuelle Version: 0.9.14
 Registrierung über Server
 Einrichtung von
Benutzergruppen bietet viele
 Teamleiter besitzt Modul zur
Einstellmöglichkeiten
Verwaltung der Mitglieder
 Ausgewählte Mitarbeiter
bekommen automatisch E-Mail
mit Login-Daten
 User können nur Gäste einladen
 Keine Unterteams möglich
 Diskussionsforen
 E-Mail (Integration von
bestehendem Mailserver)
 Chat mit Protokollfunktion
Luft, Renger, Ulrich
Seite 19 von 38
„How do students organize their work?“

Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
E-Mail ohne Anhang / Instant
Messaging
Diskussionsforen
Pinnwand
Keine Schnittstelle zu
Konferenztools

Dokumentenablage mit
Rechtemanagement und
Versionsverwaltung
Ideensammlung mit
Bewertungsfunktion
Möglichkeit zum einfachen
Review des Projekts
Archivierungsfunktion













Adressenverwaltung
Aufgabenmanagement mit
Statusbalken und
Fälligkeitskontrolle
Kalender mit Erinnerungsfunktion
Zeiterfassung
User wird über alle Ereignisse
informiert per Mail oder
regelmäßigem Bericht
Ereignisfilter
Anzeige der eingelogten User
Login über Passwort
SSL
Technische
Daten

Client/Server-Basis


Benutzerfreundlichkeit



intuitive Benutzerführung
Übersichtlich
E-Mail Programm zusätzlich nötig
zum Versenden von Anhängen
Upload von mehreren Dateien
gleichzeitig nicht möglich
Zugriff von jedem Rechner mit
Internetanschluß möglich
In Deutsch und Englisch, User
kann Sprache auswählen




Kooperation




Koordination
Awareness
Sicherheit





















Fazit


Luft, Renger, Ulrich
gute Dokumentenverwaltung
Schwächen bei synchrone

Chat (gesamte Gruppe oder
ausgewählte Mitglieder)
Diskussionsforen
Umfragetool für
Abstimmungen
Trouble-Ticker-System (für
aktuelle Infos)
Notizmöglichkeit
To-Do-List
Bookmarkfundus
Dateimanager
Inventarverwaltung
Buchen von Ressourcen
Content Manager zur
Publikation von OnlineInhalten
Adressbuch
Projektmanagement (mit
Rechnungsverwaltung)
Kalender
Workflow-Planung durch
TimeTrack-Modul
Anzeige der eingelogten User
Trouble-Ticker
Login über Passwort
Für Datensicherung aus
phpGroupware heraus
gesondertes Modul
Client/Server-Basis
Lauffähig unter Windows und
Linux
Relativ aufwendige Installation
(Anleitung und kurze
Beschreibung der API unter
www.DavidJung.de/phpgroupware)
Synchronisation mit PalmOS
und Outlook
Bedienung intuitiv
Große Auswahl an Modulen,
nur die benötigten installieren,
sonst unübersichtlich
In Deutsch und Englisch
verfügbar
Flexible und mächtige
Groupware, beliebig
Seite 20 von 38
„How do students organize their work?“

Demo
4.3
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Zusammenarbeit
Eher sinnvoll für verteilte Teams,
die aus mehreren Mitglieder pro
Standort bestehen
http://www.groove.net/downloads/gro
ove/
erweiterbar und anpassbar
 Unterschiedliche Reifegrade
der Module
 Benötigt erfahrenen
Programmierer oder „Bastler“
als Administrator
http://de.demos.phpgroupware.org/
login.php
Videokonferenzsysteme
4.3.1 Einführung
Videokonferenzsysteme kann man grundsätzlich in folgende vier Klassen einteilen:
•Desktop Systeme (DVC)
PC + Audio/ Video Peripherie
<1000 €
• Set Top Systeme
TV Gerät + Kamera/ Mikrofon
3 000 – 15 000 €
• Rollabout Systeme
A/V Equipment auf Rollen
10 000 – 50 000 €
• Room Systeme
fest installierte VC Studios
50 000 – 1 000 000 €
Für studentische Anforderungen eignen sich aus organisatorischen Gründen, wie zum
Beispiel geringe Mitgliederanzahl in den Gruppen, sowie flexibleren und kürzeren Treffen
vor allem Desktop und Set Top Systeme. Daher wollen wir uns im Folgenden auf diese
beiden Systeme beschränken.
Grundproblem der Übertragung von Video Daten
Das Grundproblem welches jedoch bei allen Videokonferenzsystemen besteht, liegt in der
extremen Datenintensivität von Video Daten. So erzeugt z.B. eine CIF (352*288) Sequenz
einen Datenstrom von ca. 36 Mbit/s
(Bildrate 15 fps). Eine ISDN oder
Modemverbindungsstrecke kann jedoch lediglich 20...128 Kbit/s erreichen. Eine Lösung
diesem Problem zu begegnen stellen Datenkompressionsraten von 1:300...1:1500 oder höher
dar.Die beiden gängigen Video Kompressions Konzepte, die jedoch auch immer noch
verlustbehaftet sind, basieren auf der Einzelbildkompression durch Entfernen redundanter
und visuell irrelevanter Anteile (Transformations Kodierung) oder auf der Verringerung der
zeitlichen Redundanz (Prädiktions Kodierung: DPCM, Motion Compensation)
Verbindungstechnik
Um mit einem Videokonferenzsystem eine brauchbare audio-visuelle Realzeitkommunikation
zu erreichen, dürfen Verzögerungen nicht länger als 300ms ausfallen.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Hierbei unterscheidet man in der Verbindungstechnik zwei Arten:
Telefonnetze garantieren zwar eine Bandbreite, sind jedoch sehr teuer.
 digital ISDN, n*64kbit/s, ATM oder analog
 2 Punkt oder Mehrpunktsysteme (mit MCU)
 nur Audio und Video
Internet zeichnen sich durch stark schwankende Bandbreite aus.
 Computerbasiert HW oder SW Systeme
 2 Punkt oder Mehrpunktsysteme
 Application-Sharing (PC Anwendungen)
Videoformate
Formate
Zeilen
Spalten
fps
[Hz]
QCIF
CIF
CCIR601
(TV)
176
352
720
144
288
576
5-15
10-30
25
Grösse
[kB]
38
152
829
Bit Raten
[Mb/s]
1- 4
10 - 36
166
Bandbreiten
Übertragungsart
GSM
Modem
ISDN
UMTS (G3)
Ethernet
Fast Ethernet
Bandbreite
4 - 9.6 kb/s
14.4 - 56 kb/s
64 - 128 kb/s
bis 2 Mb/s (var)
bis 10 Mb/s (var)
bis 100 Mb/s (var)
Die wichtigsten Video Parameter sind in benötigte Bandbreite, Bild-/Tonqualität und
Bildfolge Frequenz zu suchen.
Die benötigte Bandbreite, welche die zur Verfügung gestellte Datenmenge pro Zeit angibt,
wird einerseits durch die Leitungskapazitäten (Speicherplatz) begrenzt und anderseits durch
die höhere Kompression verringert.
Die Bild-/Tonqualität wird verringert durch höhere Kompression, welche Unschärfe und
Störungen zur Folge haben können.
Die Bildfolge Frequenz (Fps) wird durch die Rechengeschwindigkeit begrenzt.
Desktop Video Conferencing (DVC)
Diese Systeme sind für Einzelplatzumgebungen vorgesehen und bestehen aus einer Kamera,
meist mit Microprozessor, der den PC bei der rechenintensiven Kompression der
Audio/Video-Daten entlastet. Die Datenübertragung findet über LAN statt, nur wenige Geräte
sind ISDN-fähig.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Die Kamera wird entweder über USB oder durch Einsetzen einer PCI-Karte mit dem PC
verbunden und meist auf dem Bildschirm montiert. Zusätzlich benötigt man noch Mikrofon
und Lautsprecher, entweder in Form eines Headsets oder als Einzelkomponenten. Durch die
systembedingte Kopplung an den PC haben DVC-Systeme den Vorteil einer einfachen
softwareseitigen Realisation von Application-Sharing, Chatboard etc.
Vorteile
 billig (PC Technik)
 leicht bedienbar
 PC Funktionalität (ApplicationSharing, Whiteboard usw.)
 flexibel
Nachteile
 Zuverlässigkeit abhängig vom
Betriebssystem (MS,Linux..)
 Audio/Video-Qualität
stark
abhängig von verfügbaren
Bandbreiten
Die Gütekriterien für ein DVC-System sind:





CPU Last der Konferenzmaschinerie (Softwareware Codec oder Hardware
Unterstützung)
Video & Audio Qualität
Verzögerung
Zuverlässigkeit
Netzwerk Voraussetzungen (mögliche Netzauslastung)
Set Top System
Mit diesen Systemen sind Videokonferenzen mit bis zu 10 Personen möglich, sie sind also für
kleine bis mittlere Konferenzräume geeignet. Im Gegensatz zu DVC steuert das Set Top
System die Videokonferenz, ein PC ist somit nur für Präsentationen und Application Sharing
nötig.
Die Installation erfolgt einfach durch den Anschluss des Geräts über ein Cinch-Kabel an
einen oder für Dualmode an zwei konventionelle Fernseher, wahlweise auch ein Fernseher in
Kombination mit einem Beamer, Mikrofon und Kamera sind meist integriert. Das Gerät wird
entweder auf dem Konferenztisch oder auf dem Fernseher postiert.
Vorteile:
 sehr zuverlässig
 leichte Bedienbarkeit
 hohe Bild- und Tonqualität
 umfangreiche Funktionen ermöglichen guten Ablauf der Konferenz
 per ISDN-Kanalbündelung hohe garantierte Übertragungsrate
Nachteile:
 sehr teuer
 eingeschränkt mobil
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
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4.3.2 Gerätevorstellung
Polycom ViaVideo







Desktop System für die etwas professionellere Nutzung der Videokommunikation in
Konferenzraumqualität vom PC aus.
reine IP-Lösung mit bis zu 384 kbps
neuer USB-basierter Standard, welcher die Kommunikation direkt vom PC aus
ermöglicht
gute Klangqualität durch Voll-Duplex-Audiotechnologie für gleichzeitiges Sprechen
ohne Stimmabrüche
gute Bildqualität durch integrierte Kamera und Multimedia-Prozessor, welche den PC
entlasten und Vollbild-Videokommunikation liefern
Benutzerfreundlichkeit durch einfache Installation und Konfiguration
Preis ca. 500 €
Polycom ViewStation SP









erschwingliches Set Top System für den Einstieg in die Videokommunikation für
kleine Räume und Büros dar
ISDN- und LAN-fähig
Übertragungsraten: ISDN bis zu 256 kbps, LAN bis zu 768kbps
gutes Preis-/Leistungsverhältnis mit qualitativ hochwertige Video- und Klangqualität
integrierte
Web-Fähigkeiten
ermöglichen
entferntes
Systemmanagement,
Diagnostikfunktionen und einfache Software-Aktualisierungen
Stimmverfolgungskamera und Voreinstellungsfunktionen ermöglichen authentische
Videokonferenzen
Benutzerfreundlichkeit durch einfache Installation und Konfiguration
Kompatibilität mit anderen Videokonferenzsystemen dank Einhaltung industrieweit
geltenden Standards
Preis ca. 3 800 – 5800 €
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Sony Contact 1600










hochwertiges Set Top Videokonferenzsystem
ISDN- und LAN-fähig
hohe Übertragungsraten: ISDN bis zu 384 kbps, LAN 1024kbps
Memory-Stick-Unterstützung, um Präsentationen, Bilder etc. zu zeigen bzw.
abzuspeichern
Konferenz mit max. 4 Standorten (Multipointkonferenz)
Dualmonitorbetrieb
Telefonteilnehmer kann zusätzlich in Konferenz eingebunden werden
E-Mail-Benachrichtigung an Teilnehmer
wird durch neue Sony PCS-1 (sehr leistungsfähig) dieses Quartal ersetzt
Preis ca. 3 500 - 7000 €
Tandberg 550








hochwertiges Set-Top-Videokonferenzsystem
ISDN- und LAN-fähig
hohe Übertragungsraten: ISDN bis zu 384 kbps, LAN 768 kbps
Zugriff auf Dateien durch die PC-Präsentationsfunktion über LAN-Verbindung
Steckplatz für Wireless LAN-Karte
leicht transportierbar
Schutz vor Netzwerkunterbrechungen durch automatisches Downspeeding
Preis ca. 7 800 – 9 300 €
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Tandberg 880











hochwertiges Set-Top-Videokonferenzsystem
ISDN- und LAN-fähig
hohe Übertragungsraten: ISDN bis zu 384 kbps, LAN 768 kbps
Steckplatz für Wireless LAN-Karte
Zugriff auf Dateien durch die PC-Präsentationsfunktion über LAN-Verbindung oder
PC-Plugin-Verbindung
Präsentationsanzeige und Moderator auf getrennten Monitoren möglich
Konferenz mit max. 4 Standorten (Multipointkonferenz)
Telefonteilnehmer kann zusätzlich in Konferenz eingebunden werden
leicht transportierbar
Schutz vor Netzwerkunterbrechungen durch automatisches Downspeeding
Preis ca. 7 700 – 14 800 €
VCON Escort und Cruiser








hochwertige Desktop System
Escort reine IP-Lösung vor allem für den netzwerkinternen Gebrauch
Cruiser ISDN- und LAN-fähig
Übertragungsrate: ISDN bis zu 384 kbps, LAN bis 1,5 mbps
minimaler Installationsaufwand durch PCI-Kits
besonders geeignet als sichere Komplettlösung
bei Bedarf auch für die Kommunikation über ISDN benutzbar
Preis ca. 850 €
VCON Vigo






kompaktes und tragbares Desktop-System
nur LAN-fähig mit bis zu 1,5 mbps
gute Klangqualität durch Vollduplex-Echokompensation
einfache Installation und Konfiguration durch USB-Interface
benutzerfreundliche Benutzeroberfläche durch One-Touch-Vigo-Knopf
Preis ca. 500 €
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Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
VCON Falcon








robustes und bedienungsfreundliches Set-Top-System
ISDN- und LAN-fähig
Übertragungsraten: ISDN bis zu 384kbps, LAN bis zu 768kbps
gut für den Allround-Einsatz geeignet
benutzerfreundlich durch intuitive Bildschirm-Benutzeroberfläche und Fernbedienung
einfache Installation und Konfiguration
Data-Collaboration mit einfacher Anbindung an einen Desktop- oder Laptop-PC
Preis ca. 3 800 – 4 800 €
Nähere Informationen zu den einzelnen Geräten sind auf der Homepage der jeweiligen
Hersteller zu finden.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
5
5.1
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Evaluation
Fragebogen
Allgemein
Pro Semester nahmen an dem Teleseminar insgesamt circa 20 Teilnehmer aus Karlsruhe,
Frankfurt und Zürich teil.
Die Gruppeneinteilung fand im Rahmen eines Kick-off-Meetings, bei dem sich die
Teilnehmer kennen lernen konnten, zu Beginn des Semesters statt.
Dabei wurde darauf geachtet, dass sich die einzelnen Gruppen aus Teilnehmern der drei
Städte zusammengesetzt haben.
Zur Bearbeitung der Aufgabe standen den Studenten das Groupware-System Teamspace
sowie das Videokonferenz-System Polycom-ViaVideo zur Verfügung.
(Eine genaue Beschreibung der beiden Systeme ist unter dem Stichwort Systemvorstellung
zu finden)
Einleitung
Der Fragebogen war in die Unterpunkte Kommunikation, Organisation, Koordination,
Kontrolle / Führung, Kooperation und Technologie gegliedert.
Aus den Antworten der Befragten und mit Hilfe der allgemeinen Einleitung zum Thema
Gruppenarbeit werden dann die Systemanforderungen für CSCW abgeleitet.
Es konnten insgesamt 26 (5 weibliche, 21 männliche Teilnehmer; gute Computerkenntnisse)
repräsentative Stichproben ausgewertet werden.
Kommunikation und Organisation
Die Teamgröße lag im Durchschnitt bei sechs Personen. Fast alle der Befragten (75%) gaben
an, ihre Gruppe nochmals in Untergruppen zu zwei bis drei Personen eingeteilt zu haben. Das
lag teilweise an der Komplexität der Aufgabenstellung und an den geforderten Fähigkeiten
(Programmierkenntnisse, Fachwissen in verschiedenen Bereichen etc.), aber sicherlich auch
an der Tatsache, dass eine gemeinsame Aufgabenbearbeitung mit mehr als drei Personen
nicht mehr effektiv durchzuführen ist.
Auffallend war, dass diese Einteilung bei der Hälfte der Befragten auch über die
Landesgrenzen hinweg stattgefunden hat und dass die Aufgaben stets nach Fähigkeiten bzw.
Interessen verteilt wurden. Wie im Verlauf der Auswertung noch zu sehen sein wird eignen
sich für diese Art des Verteilten Arbeitens Videokonferenzsysteme (VC-Systeme) besonders
gut.
85% waren im Nachhinein mit ihrer Einteilung gut bzw. eher gut zufrieden, keiner der
Befragten war unzufrieden.
Koordination
Die Terminvereinbarungen wurden von den einzelnen Gruppenmitgliedern überwiegend
eingehalten.
In der Regel wurde ein fester Tag in der Woche als Termin festgelegt, was auch den
allgemeinen Empfehlungen zur Gruppenarbeit (siehe z.B. methodischer Leitfaden zur
Gruppenarbeit bei Teamspace) entspricht.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
60% der Befragten legten die Termine für das nächste Treffen während einer Videokonferenz
fest, jeweils 20% benutzten hierfür E-Mail oder Teamspace.
Alle Teilnehmer gaben an, in ihren Gruppen Milestones festgelegt zu haben, 85% in
Teamspace, die restlichen per E-Mails. Die entsprechenden Projektmanagementfunktionen,
wie z.B. automatisches Erinnern und Verwalten von Terminen, sollten deshalb in einer
Groupware integriert sein.
Kontrolle / Führung
Bei diesem Unterpunkt fiel besonders auf, dass fast kein Team einen Teamleiter ernannte
(85%). Studenten sehen hierfür anscheinend keine Notwendigkeit, da sich alle
gleichberechtigt fühlen und den gleichen ‚Erfahrungshorizont’ besitzen.
Die Hälfte der Seminarteilnehmer wurden wöchentlich über die Fortschritte des Projekts
informiert, 20% haben sich häufiger als einmal pro Woche, der Rest hat sich seltener über den
Projektfortschritt informiert.
75% der Befragten informierten sich wöchentlich per Videokonferenz über den Projektstatus.
Im Nachhinein waren 65% dieser User mit ihrer Wahl zufrieden. Teamspace und weitere
Kommunikationsmittel wurden seltener verwendet und im Nachhinein auch schlechter
bewertet. Demnach wäre die Integration des Videokonferenzsystems in die Groupware
wünschenswert. Durch diese Kombination wird ein besseres „Handling“ erreicht. Außerdem
wäre eine automatische Benachrichtigungsfunktion in der Groupware, die Dateiupdates,
Terminerinnerungen, wöchentliche Statusberichte, etc. per Mail an auswählbare Teilnehmer
versendet eine Lösung.
Kooperation
Bei der Frage wie Dokumente in der Regel erstellt wurden ergab sich folgende Rangordnung:




Häufig: Dokumente werden in Zuständigkeitsbereiche aufgeteilt, von verschiedenen
Autoren bearbeitet, mit den anderen
Teammitgliedern abgestimmt und am Ende zusammengefügt
oft: Dokumente werden von einem einzelnen Autor erstellt, andere Teilnehmer
übernehmen nur eine beratende Funktion
manchmal: Dokumente werden von verschiedenen Autoren mit einer bestimmten
Reihenfolge bearbeitet
selten: Dokumente werden synchron von allen Teammitgliedern bearbeitet
Die Notwendigkeit eines zentralen Dokumentenspeichers mit Verwaltungsfunktion in einer
Groupware zeichnete sich deutlich ab. Zusätzlich sollte eine Document Review Funktion (wie
z.B. in phpGroupware: Abstimmungsfunktion und Textmarker) integriert werden.
Die Schwerpunkte bei einem Face-to-face Meeting lagen in der Koordination und
Aufgabenbearbeitung (50% der Befragten), die restlichen Teams führten jeweils zu 25%
entweder Koordination oder Aufgabenbearbeitung durch.
Bei einer Videokonferenz hingegen lagen die Schwerpunkte der Teams vor allem auf
Koordination (65%), der Rest führte sowohl Koordination als auch Aufgabenbearbeitung
durch. Dieses Ergebnis könnte zum einem auf technische Schwierigkeiten zurückgeführt
werden. Diese Schwierigkeiten wurden besonders beim Applikation Sharing sichtbar; hier
mussten besonders viele Daten übertragen werden, die das System überforderten (was z.B. zu
einer Verkleinerung des Bildformats führte).
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Zum anderen besteht während einer VC zwischen den Teilnehmern ein besserer
Meinungsaustausch als bei anderen Kommunikationsmedien. Somit können Entscheidungen
einfacher getroffen werden.
Der nicht aufgabenrelevante (soziale) Austausch lag bei den Face-to-face -Treffen um 15%
höher als bei den Videokonferenzen. Dies liegt an der räumlichen Trennung der Teilnehmer,
die auch durch die heutigen VC-Systeme nicht überwunden werden kann
(Übertragungsschwierigkeiten, Bild- und Tonqualität etc.) und zum anderen an der gebotenen
Disziplin (Gesprächpartner ausreden lassen,…).
Der soziale Austausch auch außerhalb der Aufgabenbearbeitung war den Seminarteilnehmern
wichtig; fast alle Studenten trafen sich regelmäßig in ihrer Freizeit mit den anderen
Teammitgliedern.
Der soziale Austausch zwischen den verschiedenen teilnehmenden Städten kam aufgrund der
Distanz eher selten zustande.
Kommunikation, Kooperation und Technologie
Bei näherer Betrachtung der Videokonferenzen konnten wir feststellen, dass sich die
einzelnen Teams in der Regel wöchentlich trafen. Die Hälfte der Konferenzteilnehmer war
mit den VC zufrieden, 15% sehr zufrieden. Die einzelnen VC-Treffen dauerten bei 70% der
Befragten 30-60 Minuten, die restlichen 30% dauerten länger als eine Stunde. Durch die
relativ kurze VC-Dauer, kann angenommen werden, dass es den Teams vor allem um
Koordinierungsaufgaben (Aufgabenverteilung, Statusberichte, Vereinbarung von Treffen,…)
ging. Dies zeigte sich auch in der hohen Anwesenheitsrate, bei 75% der Treffen, war das
Team vollständig versammelt. Andererseits könnte es auch sein, dass die integrierte
Application-Sharing-Funktion noch nicht ausgereift (Übertragungsrate, Handling,…) ist und
zusätzliche Tools zur synchronen Bearbeitung von Dateien (z.B. einen „Konferenzordner“,
der die Dokumente, die in der VC bearbeitet werden sollen, enthält) fehlen.
Wie bereits in der Auswertung oben genauer beschrieben, könnte für dieses Problem die
Integration eines VC-Systems in die Groupware eine Lösung bedeuten.
Auf die Frage wie oft während einer VC das folgende Tool verwendet wurde zeichnete sich
das folgende Ergebnis ab:



Nur 15% der Teilnehmer verwendeten die Whiteboard Funktion und waren damit
zufrieden.
Alle Teilnehmer probierten die Application Sharing Funktion aus, verwendeten sie
jedoch in den weiteren VC-Treffen selten.
Die Chatboard Funktion wurde von den Teilnehmern selten verwendet und fand unter
den drei genannten Tools die geringste Akzeptanz.
Das Kommunikationsmedium E-Mail wurde häufig und mit großer Zufriedenheit verwendet
(70% wöchentlich, 30% täglich).
Am häufigsten wurden die E-Mails an die gesamte Gruppe verschickt (60%). Es wäre also
ratsam in die Groupware einen E-Mail-Verteiler zu integrieren, der an ausgewählte
Verteilerlisten oder Teilnehmer adressieren kann. Zusätzlich sollten E-Mails mit
Dateianhängen unterstützt werden.
Die Verwendung vom Telefon beschränkte sich auf kurze Gespräche (5-10 Minuten),
Telefonkonferenzen waren eher die Ausnahme; sie stellen keine Alternative zu VC dar.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Teamspace wurde mehrmals wöchentlich von den Teilnehmern benutzt. Die dabei
verwendeten wichtigsten Funktionen waren:




Häufig: Als zentraler Speicherplatz für aktuelle Versionen verschiedener Dateien
oft: Als Kommunikationstool (um Meldung und Emails zu versenden) manchmal: Als
Chat
selten: Als Teamorganizer
fast nie: Als Backupmedium
Bei den Antworten zeigte sich die Bedeutung der Dateienverwaltung mit Ordnern,
Strukturabbildung, Versionsmanagement etc. in einer Groupware.
Der Reihenfolge nach zeigt sich folgende Relevanz der vier wichtigsten verwendeten Medien:
VC, Telefon, E-Mail+Attachement, Teamspace. Die Kommunikationsmittel wurden demnach
wichtiger eingestuft als die Groupware Teamspace.
5.2
Systemanforderungen
Einleitung
Anhand der Auswertung des Fragebogens und der Einführung in die Gruppenarbeit konnten
mehrere für die Seminarteilnehmer wichtige Anforderungen an CSCW-Applikationen heraus
gearbeitet werden.
Kommunikation
E-Mail stellt ein wichtiges Kommunikationsmittel beim Verteilten Arbeiten dar. Deshalb ist
diese Funktion auch in vielen Groupware-Systemen, allerdings mit unterschiedlichem
Funktionsumfang, enthalten. Uns erscheinen ein Adressbuch mit der Möglichkeit der
Erstellung von E-Mail-Verteilern und das Versenden von Dateianhängen sinnvoll.
Videokonferenz-Systeme sind für Verteiltes Arbeiten unabdingbar. Gewisse
Mindestanforderungen
bei
Bild-/Tonqualität,
Zuverlässigkeit
und
Übertragungsgeschwindigkeit sollten erfüllt sein. Nur dann können auch Mimik, Gestik und
ein klarer Ton zur Kommunikation beitragen.
Der Arbeitsplatz sollte für mindestens zwei bis drei Personen ausgelegt sein und mit einem
Zugang zu einem PC mit Internetanschluss ausgestattet sein. Hierfür eignet sich die
Kombination von zwei Bildschirmen, Freisprecheinrichtung und einer geeigneten Lichtquelle
(Näheres ist in der Seminararbeit „Ergonomie“ nachzulesen).
Die folgenden Tools können die Kommunikation unterstützen:
 Chatboard
 Instantmessenging
 Voicechat
Koordination
Zur Gruppenkoordination bei Verteiltem Arbeiten benötigt man ein Videokonferenz-System,
da es unkomplizierte Absprachen ermöglicht. Es sollte mind. Einmal pro Woche stattfinden
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
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können. Die spätere Verwaltung und Festlegung wird durch die Groupware mit folgenden
Projektmanagement-Funktionen realisiert:
 Aufgabenverwaltung mit übersichtlicher Darstellung des Projektfortschritts
 Kalenderfunktion mit Terminverwaltung und automatischer Terminerinnerung per EMail
 Kontaktverwaltung mit Adressen, Telefonnummern, etc.
 Dateiverwaltung mit Ordnerhierarchie
 zentraler Speicherplatz, um Dateien zu hinterlegen
 Gruppenverwaltung durch Administrator
 Abbildung der Teamstruktur inklusive Untergruppen
 Agenda inkl. Dateianhang sitzungsrelevanter Dokumente und Notizfunktion zur
Unterstützung der Videokonferenz
Kooperation
Auch hier ist ein Videokonferenz-System unabdingbar. Bei einem größeren Meeting wie
unserem Review-Meeting ist Application-Sharing notwendig, damit eine Präsentation oder
ein Homepagedesign allen Teilnehmern vorgeführt werden kann.
Die Dateiverwaltung ist eine der wichtigsten Funktionen der Groupware und sollte auf jeden
Fall zwei Arten der Dokumentenerstellung unterstützen: Zum Einem muss es möglich sein
Dokumente in Zuständigkeitsbereiche aufzuteilen, die von verschiedenen Autoren bearbeitet
, mit den anderen Teammitgliedern abgestimmt und am Ende zusammengefügt werden. Zum
anderen müssen Dokumente von einem einzelnen Autor erstellt werden können und anderen
Teilnehmern eine beratende Funktion ermöglicht werden. Dies kann durch Hochladen von
Dokumenten in einen zentralen Dokumentenspeicher der Groupware realisiert werden. Die
einzelnen Dateien sollten außerdem über ein Rechte- und Versionsmanagement verfügen.
Zusätzlich sollte eine Document Review-Funktion mit Abstimmungsfunktion und
„Textmarker“ enthalten sein, damit Dokumente an ausgewählte Teammitglieder zum
Korrekturlesen gesendet werden können.
Kontrolle/Führung
Das Videokonferenz-System
Projektfortschritts.
eignet
sich
am
besten
für
die
Besprechung
des
Die Groupware übernimmt in diesem Bereich eine Informationsfunktion: z.B. automatische
Benachrichtigungsfunktion über Ereignisse per Mail (Dateiupdates, Terminerinnerungen,
Statusbericht wöchentlich).
5.3
Systembewertung
Nachdem wir grundlegende Systemanforderungen an CSCW-Applikationen aufgestellt haben,
wollen wir nun überprüfen in wie weit die Funktionen des von uns verwendeten CSCWSystems diesen Anforderungen genügen. Das von uns verwendete CSCW-System besteht aus
der Groupware Teamspace und dem Videokonferenz-System Polycom ViaVideo. Dabei ist
grundsätzlich zu sagen, dass diese Kombination bereits schon seit mehreren Jahren im
Teleseminar erfolgreich eingesetzt wird.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Weitere alternative CSCW-Systeme werden auch betrachtet, allerdings hauptsächlich um auf
die in unserem System noch nicht enthaltenen oder schlechter umgesetzten Funktionen
hinzuweisen.
Kommunikation
Die E-Mail-Funktion ist in Teamspace eigentlich gut umgesetzt. Allerdings vermissen wir das
Anhängen von Dateien und eine Verteiler-Funktion mit der ausgewählte Teammitglieder
adressiert werden können.
Das Chatboard würde sicher häufiger benutzt, wenn bestimmte Teilnehmer zu einem Chat
eingeladen werden könnten (z.B. bei der phpGroupware umgesetzt).
Allgemein wird die synchrone Kommunikation bei Teamspace leider nicht so gut umgesetzt.
Bei der Groupware Groove gibt es z.B. die Möglichkeit des Voicechats. Diese Funktion
haben wir bei Teamspace vermisst, da man so relativ einfach und komfortabel, ohne das
Telefon benutzen zu müssen, zu Hause am Schreibtisch mit den anderen Teammitgliedern
kommunizieren kann.
Außerdem gibt es bei Teamspace keine Schnittstelle zu einem VC-System, wie das z.B. bei
BSCW und Groove der Fall ist. Da das Handling mit einem System benutzerfreundlicher ist,
wäre es ideal das VC System in die Groupware zu integrieren. Durch diese Kombination
werden gleichzeitig auch die einzelnen Teammitglieder ermuntert die Groupware effektiv zu
benutzen.
Mit Polycom ViaVideo waren 65% der Befragten unseres Fragebogens zufrieden. Diese
Antwort zeigt einerseits eine recht hohe Akzeptanz des Mediums, lässt allerdings auch
erkennen, dass es noch nicht einwandfrei funktioniert. Vermutlich liegt das an den teilweise
schlechten Übertragungsraten, die die Bild- und Tonqualität negativ beeinflussen. Als Abhilfe
könnte man z.B. versuchsweise über einen ganzen Tag verteilt VC durchführen oder mit Hilfe
eines geeigneten Tools die Übertragungsraten messen und so den besten Zeitpunkt für eine
VC ermitteln.
Außerdem ist ViaVideo höchstens für zwei bis drei VC-Teilnehmer pro Standort geeignet, da
es ursprünglich für eine Einzelplatzumgebung ausgelegt wurde. Bereits bei drei Teilnehmern
bereitet die „richtige“ Positionierung vor der Kamera Schwierigkeiten.
Die Gestaltung des Arbeitsplatzes mit zwei Monitoren erleichtert das Arbeiten während einer
VC erheblich.
Koordination
Die wichtigen das Projektmanagement unterstützenden Funktionen, die wir im Kapitel
Systemanforderungen genauer aufgelistet haben, sind in Teamspace gut umgesetzt. Aber auch
hier gibt es noch die Möglichkeit einige Verbesserungen durchzuführen. So erscheint es uns
z.B. wichtig Untergruppen bilden zu können. Das würde sich positiv auf einige andere
Funktionen wie z.B. die Übersichtlichkeit im Kalender auswirken.
Auch die Möglichkeit an einen Termin für eine VC im Kalender eine Tagesordnung einfügen
zu können wäre wünschenswert. Dies erleichtert die Planung und Durchführung einer VC
erheblich und bindet die einzelnen Teammitglieder besser in den Projektablauf ein. Außerdem
könnte man auch noch zusätzlich die sitzungsrelevanten Dokumente als Dateianhang
hinzufügen. Dadurch hat man alle für die VC wichtigen Unterlagen an den Termin
„gekoppelt“.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Kooperation
Die zwei, im Kapitel Systemanforderungen genauer erläuterten, Arten der
Dokumentenerstellung sind in Teamspace gut integriert worden. Die Ordner- und
Dateiverwaltung sowie das Rechte- und Versionsmanagement sind uns dabei besonders
positiv aufgefallen. Allerdings fanden wir die Tatsache, dass man jeweils nur eine Datei in
das Modul „Dateien“ hochladen kann, sehr umständlich.
Teilweise war bei den einzelnen hochgeladen Dokumenten nicht ersichtlich, ob sie schon
fertig bearbeitet worden sind bzw. wer das Dokument fertig stellen oder korrigieren soll. Dies
führte zumindest in unserer Gruppe zu einigen Missverständnissen. Eine mögliche Lösung
wäre die Einrichtung einer „Document-Review-Funktion“, wie sie z.B. in der phpGroupware
realisiert wurde. Dort kann man einzelne Teammitglieder explizit auffordern ein bestimmtes
Dokument Korrektur zu lesen.
Bei Polycom ViaVideo war im Bereich der Kooperation die Application-Sharing Funktion
wichtig. Die benötigte Übertragungsrate ist stark anhängig von der jeweiligen Verwendung.
Das Präsentieren fertiger Dokumente (PowerPoint-Präsentationen, Homepage, etc.)
funktionierte problemlos, das gemeinsame Bearbeiten eines Dokuments während einer VC
jedoch nicht ausreichend. Wir können nicht beurteilen, ob die Software von Polycom, die
Rechenleistung des PCs oder die schlechte Übertragungsrate hierfür verantwortlich waren.
Kontrolle/Führung
Teamspace übernimmt in diesem Bereich verschiedene Informationsfunktionen (z.B.
automatische Benachrichtigungsfunktion über Ereignisse per E-Mail), die einen ständigen
Informationsfluss auch ohne Teamleiter ermöglichen und für uns sehr hilfreich waren.
Polycom ViaVideo war für gemeinsame Absprachen (wie z.B. Projektfortschritt, Termine
etc.) sehr gut geeignet.
5.4
Handlungsleitfaden
Bei der Arbeit in virtuellen Teams sollte auf einige grundlegende Dinge Wert gelegt werden.
Beim Durchführen einer VC und bei der Verwendung der Groupware sollten gewisse Punkte
beachtet werden, die im Folgenden kurz erläutert werden.
Videokonferenz






Man sollte Mischlicht vermeiden, d.h. Vorhänge und Jalousien schließen.
Der Raum sollte gleichmäßig ausgeleuchtet werden, am besten durch eine
ausreichende Lichtquelle.
Eine helle Einrichtung ist von Vorteil, da sie das Licht reflektiert.
Akustische Störer, wie Lüfter von Beamern oder Laptops, sollten sich nicht in der
Nähe der Mikrofone befinden.
Auch unnötige personenbezogene Störer, wie z.B. Klappern mit dem Kuli, auf den
Tisch klopfen oder ähnliches sollten vermieden werden.
Zu Beginn der Konferenz sollte man sich kurz Zeit nehmen, um den Pegel des
Mikrofons einzustellen, so dass man nicht ins Mikrofon schreien muss sondern in
gewohnter Lautstärke sprechen kann. Ein zu hoch eingestellter Pegel ist auch keine
Lösung, denn er kann Echos bei der Übertragung hervorrufen.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“





Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Zwischenrufe und nicht Ausredenlassen machen eine VC schnell anstrengend, ein
bisschen Disziplin ist in VC nicht nur aus Höflichkeitsgründen angesagt sondern
verbessert auch die Qualität der Tonübertragung.
Es ist sinnvoll eine Tagesordnung zu erstellen und diese dann zusammen mit
sitzungsrelevanten Dokumenten an die Teilnehmer zu senden, damit nacheinander alle
Punkte besprochen werden können, nichts vergessen wird und ein strukturierter
Ablauf möglich ist.
Die Kamera sollte auf keinen Fall Gegenlicht ausgesetzt sein.
Die größtmögliche Verbindungsrate sollte verwendet werden.
Feste wöchentliche Termine für VC reduzieren Probleme bei der Raumbelegung und
lästige Termindiskussionen.
Verteiltes Arbeiten mit Groupware-Systemen
1. Projektplanung
 Der Projektablauf und -aufbau muss allen Teammitgliedern klar sein
 Gegenseitige Abstimmung bei Terminen und Aufgaben bei allen Beteiligten
vermeidet zusätzlichen Aufwand
2. Teamregeln
 Alle Teammitglieder müssen wissen, wie oft soll sie das eigene Team
besuchen sollen.
 Es muss festgelegt werden, in welchem Format Dokumente abgespeichert
werden sollen.
 Die hochgeladenen Dateien sollten in einer übersichtlichen Ordnerstruktur
mit eindeutigen Dateinamen abgespeichert werden.
 Nach der Fertigstellung eines Dokuments sollte dieses sofort in die
Groupware hochgeladen werden.
3. Kommunikation
 Die Teammitglieder sollten möglichst oft miteinander kommunizieren,
umso höher ist die Verbindlichkeit dem Team gegenüber und umso höher
ist dadurch bedingt der Arbeitseinsatz.
 Alle Teammitglieder müssen auf dem gleichen Informationsstand sein
 Ein zeitlicher Rahmen bei der Beantwortung von E-Mails sollte festgelegt
werden.
 Es muss unter den Teammitgliedern abgesprochen werden, wie oft und in
welcher Art Treffen stattfinden sollen.
 Die Verbindlichkeit der ausgemachten Termine sollte von jedem
Teammitglied beachtet werden
4. Teammitglieder
 Die Fähigkeit, Aufgaben sowohl im Team als auch alleine erledigen zu
können, muss bei den Teammitgliedern vorhanden sein.
 Es ist empfehlenswert die Aufgaben nach Interesse bzw. Fähigkeiten zu
verteilen um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
 Zur Bearbeitung eines Aufgabengebietes sollten Untergruppen gebildet
werden.
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„How do students organize their work?“


5. Führung


Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Die einzelnen Teammitglieder sollten sich regelmäßig über Termine und
anstehende Aufgaben informieren
Sozialer Austausch fördert die Gruppendynamik und das Verständnis
untereinander.
Da bei der studentischen Gruppenarbeit ein Teamleiter keine Akzeptanz
findet,
sollte
zumindest
jedem
Teammitglied
ein
fester
Zuständigkeitsbereich zugeordnet werden.
Automatische Informations- und Erinnerungsfunktionen in einer
Groupware unterstützen das Team während des Projektes.
Luft, Renger, Ulrich
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„How do students organize their work?“
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Teleseminar TH Karlsruhe, ETH Zürich
Fazit
Die Möglichkeit trotz räumlicher Trennung gemeinsam ein Projekt durchführen zu können ist
eine sehr positive Errungenschaft unserer vernetzten Informationswelt. Dieser Trend lässt sich
auch anhand der im Moment stark wachsenden Anzahl an Groupware Herstellern erkennen.
Allerdings muss auch beachtet werden, dass das verteilte Arbeiten hohe Anforderungen an die
einzelnen verwendeten Applikationen stellt. Aufgrund der stark ineinander greifenden
Applikationen ist hierbei darauf zu achten, dass diese sich jeweils auf demselben „Niveau“
befinden.
Viele internationale Unternehmen setzen bei ihren Mitarbeitern die Fähigkeit zum Verteilten
Teamwork voraus; Videokonferenzen sind schon fast Standard. Deshalb ist es
empfehlenswert sich schon während des Studiums mit diesen Informations- und
Kommunikationsmedien auseinander zu setzen. Bei näherer Betrachtung der verschiedenen
Groupeware-Systeme haben wir festgestellt, dass sich gewisse Standards in Bezug auf den
Funktionsumfang durchgesetzt haben, während sich bei Videokonferenz-Systemen vor allem
technische Normen im Hinblick auf die Gerätekompatibilität heraus gebildet haben.
Während die Anschaffung einer Groupware auch für Studenten bezahlbar ist, so stellt der
Kauf eines hochwertigen VC-Systems eine deutlich teuere Investition dar. Dies stellt
sicherlich eines der größten Hindernisse für die Gruppenarbeit unter Studenten dar.
Bei der Ausarbeitung unserer Seminararbeit haben wir festgestellt, dass die von uns
verwendeten Systeme Teamspace und Polycom ViaVideo uns die Möglichkeit zum Verteilten
Arbeiten bieten und die vier K’s der Gruppenarbeit (Kommunikation, Koordination,
Kooperation, Kontrolle) gut erfüllen. Bei der Auswertung des Fragebogens konnten wir keine
grundlegenden Systemmängel feststellen. Die von uns daraus resultierenden Anforderungen
an CSCW-Applikationen stimmten größten Teils mit den jeweiligen Systemfunktionen
überein. Für Studenten ist es wichtig, dass sie sich „ihr“ System nach den jeweiligen
unterschiedlichen Anforderungen zusammenstellen können und dafür bietet Teamspace
schon jetzt genügend Funktionen zur Auswahl.
Andere Groupware Systeme bieten noch teilweise umfangreichere bzw. anders umgesetzte
Funktionen; man könnte sich überlegen, diese noch in Teamspace zu integrieren. Allerdings
sollte dann darauf geachtet werden, dass diese neuen Funktionen genauso intuitiv und einfach
zu bedienen sind, wie die momentan schon vorhandenen.
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Gruppen
Entschei
verteilte
Workflo
Bulletin
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Zeit
Raum
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synchr
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Hypertex
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Planung
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Werkzeu
systeme
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Rau
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Quellen
Internetquellen (Stand 10.01.04):
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www.orbiteam.de
www.groove.net
www.teamspace.de
www.phpgroupware.org
www.phpgw.de
www.David-Jung.de/phpgroupware
www.vrtprj.de
http://www.telekooperation.de/cscw/
http://www.vi2vi.com/
http://www11.informatik.tumuenchen.de/publications/html/Geiger2003/node84.html
www.polyspan.de
www.vcon.com
www.sonyvideoconference.com
www.tandberg.com
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/greenline/index.html
http://www.ifi.unizh.ch/ikm/Vorlesungen/CSCW/CSCW_WS0001/CSCW_WS0
001/Documents/CSCW_Grundlagen.pdf
http://www.wwz.unibas.ch
http://edumedia.f1.fhtw-berlin.de/cycon/folien/Videokonferenzsystlinz.pdf
Literaturquellen:

Bertelsmann Lexikographisches Institut (Hg.): Goldmanns Lexikon in 24
Bänden; genehmigte Taschenbuchausgabe 1998; Wilhelm Goldmann Verlag
München
 Linda Macauly: Human-Computer Interaction for Software Designers;
International Thomson Publishing 1995; London
Luft, Renger, Ulrich
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