2.3 Stellenanzeigen im Deutschen

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ЎЗБЕКИСТОН РЕСПУБЛИКАСИ ОЛИЙ ВА ЎРТА МАХСУС
ТАЪЛИМ ВАЗИРЛИГИ
ЎЗБЕКИСТОН ДАВЛАТ ЖАҲОН ТИЛЛАРИ УНИВЕРСИТЕТИ
НЕМИС ТИЛИ ЛЕКСИКА ВА СТИЛИСТИКА КАФЕДРАСИ
ТАЙЖАНОВА СЕВАРА ЭГАМБЕРДИЕВНА
НЕМИС ВА ЎЗБЕК ТИЛЛАРИДА ИШ ЎРИНЛАРИ
ЭЪЛОНЛАРИНИНГ ЛЕКСИК ВА СТИЛИСТИК ХУСУСИЯТЛАРИ
5220100 – филология (немис тили) таълим йўналиши бўйича
бакалавр даражасини олиш учун
БИТИРУВ МАЛАКАВИЙ ИШИ
“ҲИМОЯГА ТАВСИЯ ЭТИЛАДИ”
ИЛМИЙ РАҲБАР:
“Немис тили лексика ва стилистика ”
________ Ўқит. Мухитдинова С.П
кафедраси мудири
__________ Исматилааева Д.Т
2012 йил “____” ____________
2012 йил “____” ____________
Тошкент – 2012
DISPOSITION……………………………………………………………………….2
EINLEITUNG………………………………….…………………………………….3
KAPITEL I THEORETISCHE AUFFÜHRUNG
1.1 Textlinguistik ……………………………………………………………....….….5
1.2 Der Text ……………………………………………………………………….….7
1.3 Textklassen…………………………………………………………….….….….14
1.4 Informationsbetonte Texte……………………………………………………….15
1.5 Meinungsbetonte Texte…………………………………………………...……..15
1.6 Auffordernde Texte …..………………………………………………….…..….16
1.7 Instruierend-anweisende Texte…………………………………………….…….17
1.8 Kontaktorientierende Texte ……………………………………..…………..….18
1.9 Sprache der Massenmedien ……………..…….…………..…………..……..….22
1.9.1 Massenmedien ……………………………………………….………..………22
1.10 Medientext …………………………….………………………….……..……..24
1.11 Die gegenwärtige Pressesprache…………………………………………….....26
1.12 Textsorten in der Presse und Publizistik ….…………………………………... 31
1.12.1 Die Meldung ………………………………………………………….…..….32
1.12.2 Die Nachricht…………………………………………………………………34
1.12.3 Der Bericht…………………………………..…………………….…………38
.
KAPITEL II PRAKTISCHER TEIL
2.1 Anzeige als eine Textsorte in der Presse …………………….………..….……..40
2.1.2 Eigenanzeige ……………………………………….……….………….…..….43
2.1.3 Anzeigenblätter im Deutschen ……………………. …..…….……….……….46
2.2 Jobbörseseiten im Deutschen ………………………………………….………49
2.3 Stellenanzeigen im Deutschen ……………………. ………………….…….…53
2.4 Elemente einer Stellenanzeige im Deutschen ……………………. ….…..…….54
2.4.1 Kurzinhalt …………………………………………………………….………55
2.4.2 Drückerkolonnen …………………………………………………..…….……56
2.5 Stellenausschreibung ..………………………………….……………………… 58
2.6 Kontrastive Beschreibung der Stellenanzeigen ……………………………..….59
2.7 Beschreibung der lexikalischen Ebene von Stellenanzeige .................................62
2.8 Analyse der grammatischen Struktur der Stellenanzeige in beiden Sprachen .....66
SCHLUSSFOLGERUNG ……………………………………..…………………..71
LITERATURVERZEICHNISS …………………………………………………..72
INTERNETQUELLEN …………………………………………...………………74
2
EINLEITUNG
Als Thema meiner Qualifikationsarbeit habe ich die Problematik der lexikstilistischen Besonderheiten der Stellenanzeigen im Deutschen und im Usbekischen
gewählt. Ihr Schwerpunkt liegt in den Kenntnissen der Textlinquistik, der
tatsachenbetonten Textsorten und ihrem wirklichen Verwenden.
Kommunikation
(lat. communicare „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen,
vereinigen“) definiert auf der menschlichen Alltagsebene ein gemeinschaftliches
Handeln, in dem Gedanken, Ideen, Wissen, Erkenntnisse, Erlebnisse (mit-)geteilt
werden und auch neu entstehen. Kommunikation in diesem Sinne basiert auf der
Verwendung von Zeichen in Sprache, Gestik, Mimik, Schrift, Bild oder Musik.1
Ich befasse mich mit dem Bericht, der Nachricht und den Textsorten, die zum Alltag
aller Menschen gehören und die sie vor allem informieren.
Diese Arbeit besteht aus zwei Teilen. In dem ersten theoretischen Teil stelle ich mich,
die Begriffe dar, die mit meinem Thema Textsorten zusammenhängen. Einen Teil
von der Theorie widme ich der Textlinguistik, dem Text und seinen Klassen. Ich
erkläre den Terminus Text.
Anschließend beschäftige ich mich mit dem Begriff „Textsorte“ in Presse und
Publizistik und mit ihrer stilistischen Realisierung. In der Arbeit werden fast alle
Textsorten der Presse und Publizistik dargestellt. Bei administrativen und
wissenschaftlichen Texten geht die Entwicklung von der Textsorte zum Stil. Das
bedeutet, dass sich der Textsortenstil mit der Zeit entwickelt und vertieft hat. Bei
journalistischen Texten war dieser Prozess umgekehrt. Es entstanden Texte, die einen
eigenen Stil haben, und für diese Texte suchen wir noch bis heute eine Klassifikation
und Benennung. In dieser Arbeit werde ich nicht die Texte klassifizieren, sondern ich
versuche direkt die Textsorten mit der Hilfe von Fachliteratur zu erklären und ihre
einzelnen Schwerpunkte darzustellen. Seit längerer Zeit beschäftigt sich die
Linguistik im Kommunikationsbereich der Massenmedien mit unterschiedlichen
2 Brinker 1997,10
3
Themen. Ich beschränke mich auf Printmedien und ihre informationsbetonte
Textsorten.
Im praktischen Teil stelle ich die Stellenanzeige vor und beschäftige mich mit der
Problematik der konkreten Textanalyse. Ich widme mich der konkreten Analyse der
Textsorten, die das Thema Stellenanzeige
in den deutschen und usbekischen
Zeitungen sowie in den Internetseiten behandeln. Ich arbeite bei der Textanalyse mit
dem Kommunikationsbereich, der Textfunktion, der Textkomposition sowie der
Kommunikationsform. Des weiten erwähne ich Sprach- und Stilmittel, die für die
einzelnen Textsorten typisch sind (z.B. ob in der Nachricht einige Idiome,
Metaphern, Phraseologismen oder auch Stillfiguren vorkommen usw.)
Das Ziel dieser Arbeit aufgrund ist, die Textsorten in der Presse und Publizistik
vorzustellen und ihre stilistischen Mittel, die Funktion und die Merkmale der
informativen Texte der Zeitung zu demonstrieren.
4
KAPITEL I GEGENSTAND DER TEXTLINGUISTIK
1 . 1 Textlinguistik
Gegenstand der Textlinguistik ist die Anwendung und Ausweitung der
Kenntnisse der modernen Sprachwissenschaft auf Texte und ihr Funktionieren in der
Kommunikation: Die linguistische Textanalyse setzt sich zum Ziel, die Struktur, d. h.
den grammatischen und thematischen Aufbau sowie die kommunikative Funktion
konkreter Texte transparent zu machen und nachprüfbar darzustellen. Sie kann
dadurch Einsichten in die Regelmäßigkeit von Textbildung (Textkomposition) und
Textverstehen
(Textrezeption)
vermitteln
und
dazu
beitragen,
die
eigene
Textkompetenz zu verbessern, d. h. die Tätigkeit zu fördern, fremde Texte zu
verstehen und eigene Texte zu produzieren. Die Aufgabe der Textlinguistik besteht
darin, die allgemeinen Bedingungen und Regeln der Textkomposition systematisch
zu beschreiben und ihre Bedeutung für die Textrezeption zu erklären. Was ist ein
Text? Welche Kriterien muss ein Text erfüllen und wie werden Texte verstanden?
Das sind die zentralen Fragestellungen der Textlinguistik. Der deutsche Begriff
„Text“ ist eine Entlehnung aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich
„Gewebe“ oder „Geflecht“, was den Zusammenhang einzelner Teile in einer
übergreifenden sprachlichen
Einheit
widerspiegelt. In der Dudengrammatik
kommen zwei Definitionen vor:
Ein Text ist ein komplexes sprachliches Zeichen, das nach syntaktischen
Regeln geformt ist und ein inhaltliches Thema sowie eine pragmatische Funktion
aufweist. Die zweite Definition sagt, dass ein Text ein komplexes sprachliches
Zeichen sei, das von den Kommunizierenden zusammenhängend kodiert, bzw.
dekodiert werde. Schreiber und Leser hätten dabei syntaktischen, semantischen und
pragmatischen Regeln zu folgen. Daran anschließend ergibt sich die Problematik der
Texttypologie, d. h. der Kategorisierung von Texten in bestimmte Textsorten. Die
Ansätze für eine Textsortenbestimmung sind dabei, adäquat zu den allgemeinen
Bedingungen und Regeln der Textkomposition, sehr unterschiedlich. Grundsätzlich
5
wird auch in der linguistischen Textsortenlehre in Anlehnung an die Texttheorie
zwischen zwei Hauptforschungsrichtungen unterschieden. Der sprachsystematisch
ausgerichtete Forschungsansatz versucht aufgrund struktureller, d. h. vor allem
grammatischer Merkmale eine Beschreibung und Abgrenzung von Textsorten zu
erzielen. Die situativen und kommunikativ-funktionalen Aspekte sind dann die
Kriterien, die der kommunikationsorientierte Forschungsansatz zur Lösung der
Textsortenproblematik anwendet.
Unterstellt wird, dass Textproduzenten bzw. Textrezipienten über ein
Textsortenwissen verfügen, was vor allem auf stark normierte Textsorten zutrifft wie
Wetterbericht, Kochrezept oder Testament.6 Es ist relativ unproblematisch, den
konkreten Text der jeweiligen Textsorte zuzuordnen. Das Ziel der folgenden Arbeit
besteht in der exemplarischen Beschreibung des Textverstehensprozesses und der
Relevanz des Textsortenwissens. Der Ausgangspunkt für die Untersuchung ist dabei
die Annahme, „dass der Text vom Rezipienten nicht mechanisch ins Gedächtnis
eingeprägt ist, sondern aktiv durch Zielsetzungen, Vorwissen und Strategien des
Rezipienten rekonstruiert werden kann.“2
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit den einzelnen Textsorten und ihrer
stilistischen Realisierung. Die ersten Kapitel sollen uns den Text als Begriff näher
bringen und dienen als Grundlage für weitere Untersuchungen.
Bei der Textanalyse muss man auf sechs Textualitätsmerkmale achten. Textualität
impliziert die:
 Begrenzbarkeit
 intratextuelle Verkkettung
 thematische Zusammengehörigkeit
 pragmatische Nützlichkeit
 Musterhaftigkeit
2
Duden, 1990,
6
 intertextuelle Beziehbarrkeit3
1 . 2 Der Text 4
Ein Text ist eine Form der Kommunikation. Er kann in schriftlicher oder in
gesprochener Form als Rede realisiert sein. Die Sprache entspricht der Situation, in
der sich die Kommunikation abspielt. Der Text wird dann durch außertextliche und
auch innertextliche situative Faktoren determiniert. Zu diesen Faktoren gehören vor
allem die Rolle des Autors und die soziale Relation zwischen dem Autor und dem
angesprochenen Publikum. Der Text umfasst Probleme der Komplexität und des
Umfangs. Einem Text können auch bestimmte Themen und Funktionen insgesamt
und statisch zugeschrieben werden.
In der Alltagssprache wird eine Satzfolge nur dann als Text bezeichnet, wenn
sie in inhaltlich-thematischer Hinsicht als zusammenhängend, als kohärent
interpretiert werden kann. Das Merkmal der Kohärenz (im inhaltlichen Sinn) muss
somit als grundlegend für den alltäglichen sprachlichen Textbegriff gelten. Die
Kohärenz im Text umfasst
das kulturelle Wissen, das das lexikalische Wissen
umfasst die Kenntnis der in einer Kultur gängigen Wörter und ihrer
Bedeutungszusammenhänge und die Kenntnis von Fakten und Zusammenhängen in
der Welt und das Wissen, wie man bestimmte Handlungen vollzieht, also Welt- und
Handlungswissen. Besonders wichtig für das Handeln mit Texten ist das Textwissen.
Schreiber verfassen
bestimmte Texte in bestimmten Situationen zu besonderen
Zwecken. Es gibt Regeln, wie Texte typischerweise aussehen.
In der wissenschaftlichen Literatur wird nicht immer klar genug zwischen Schrift,
schriftlicher Äußerung (Text), schriftlicher Kommunikation, Schriftsprache und
geschriebener Sprache unterschieden. Eine solche Unterscheidung ist aber aus
Gründen der Verständigung notwendig.
4 Das Buch Linguistische Textanalyse von Klaus Brinker und Vorlesungen in Magdeburg bei HS-Doz.Dr. phil. habil.
Frau Sobotta im Seminar Pragma- und Soziolinguistik sind Quellen dieser Aufführungen.
7
Es gibt folgende Abgrenzung:
 schriftliche Kommunikation bezeichnet eine Sequenz von Vorgängen, sowohl die
kognitiven, sprachlichen und motorischen Prozesse beim Schreiben und Lesen als
auch die mit Aufbewahrung und Verbreitung des Geschriebenen verbundenen
Vorgänge
 schriftlicher Äußerung (Text) bezeichnet das Produkt einer Schreibhandlung
 schriftlicher Kommunikation ist die Bezeichniss für ein Inventar von
graphischen Zeichen. Sie ist die Grundvoraussetzung für jede Art schriftlicher
Kommunikation
 das Geschriebene; geschriebene Sprache; Schriftsprache ist die Sprache, die
man beim Schreiben
und Lesen ( also in der schriftlichen Kommunikation)
verwendet geschriebene Sprache
In der Textlinguistik gibt es verschiedene Textdefinitionen; eine allgemein
akzeptierte Definition liegt bisher nicht vor. Grob gesehen lassen sich zwei
Hauptrichtungen der Textlinguistik unterscheiden:
Der Textbegriff der sprachsystematisch ausgerichteten Textlinguistik:
Die erste Richtung der Textlinguistik entwickelte sich im Hintergrund der
strukturalistischen Linguistik und der generativen Transformationsgrammatik.
Innerhalb dieser linguistischen Richtungen galt nun jahrzehntelang der „Satz“ als die
oberste linguistische Bezugseinheit. Erst mit dem Entstehen der sog. Textlinguistik in
der Mitte der 60er Jahre kam es zu einer fundamentalen Kritik an dieser
Beschränkung auf die Domäne des Satzes. Eine prinzipielle Änderung der geltenden
sprachtheoretischen Grundlagen ist mit dieser Forderung allerdings nicht verbunden.
Die Textlinguistik versteht sich (wie vorher die „Satzlinguistik“) ausdrücklich als
eine Linguistik der „Langue“, bzw. der „Kompetenz“. Die Hierarchie der bis dahin
angenommenen Einheiten des sprachlichen Systems (Phonem, Morphem/Wort,
Satzglied, Satz) wird lediglich um die Einheit „Text“ erweitert. „Text“ wird definiert
8
als eine kohärente Folge von Sätzen. Der für die Textlinguistik zentrale Begriff der
Textkohärenz wird rein grammatisch aufgefasst.
Der Textbegriff der kommunikationsorientierten Textlinguistik stellt die zweite
(am Anfang der 70er Jahre) entstandene Richtung dar. Sie wirft der ersten Richtung
vor, sie habe ihren Gegenstandsbereich insofern zu sehr idealisiert, als sie Texte als
isolierte, statische Objekte behandelte und nicht berücksichtigte, dass Texte immer in
eine Kommunikationssituation eingebettet sind. Die kommunikationsorientierte
Textlinguistik entwickelte sich im Hintergrund der linguistischen Pragmatik, die sich
vor allem auf die innerhalb der angelsächsischen Sprachphilosophie entwickelte
Sprechakttheorie (J. L. Austin, J. R. Searle) stützt. Unter pragmatischer
(sprechakttheoretischer) Perspektive erscheint der Text nicht mehr als grammatisch
verknüpfte Satzfolge, sondern als (komplexe) sprachliche Handlung. Die
kommunikative Funktion legt den Handlungscharakter eines Textes fest; erst sie
verleiht
dem
Text
einen
bestimmten
kommunikativen
„Sinn“.
Der
Kommunikationsakt ist also die dem Text direkt übergeordnete Einheit.5
Eine adäquate linguistische Textanalyse erfordert die Berücksichtigung beider
Forschungsrichtungen. Die folgende Textdefinition entspricht dieser Bedingung: Der
Terminus „Text“ bezeichnet eine begrenzte Folge von sprachlichen Zeichen, die
kohärent ist und die als Ganzes eine erkennbare kommunikative Funktion signalisiert.
In einigen textlinguistischen Arbeiten wird zwischen Kohäsion und Kohärenz
unterschieden. „Kohäsion“ meint dann die Verknüpfung der Oberflächenelemente
des Textes durch bestimmte grammatische Mittel, während „Kohärenz“ den
konzeptionellen Zusammenhang des Textes, d.h. die zugrunde liegende Konstellation
von Begriffen und Relationen. Diese Unterscheidung ist unnötig; sie kann sogar
irreführend sein, wenn sie dazu verwendet wird, die ältere Textlinguistik als reine
„Kohäsionslinguistik“ abzustempeln. Der enge Zusammenhang zwischen expliziten
(morphologisch-syntaktischen) und impliziten (semantisch- kognitiven) Formen der
kontextuellen Kohärenz ist von Anfang an gesehen worden.
5
Vgl. Brinker 1997, 12 ff.
9
Der Begriff der Textfunktion
Der Terminus „Textfunktion“ bezeichnet die im Text mit bestimmten,
konventionell geltenden, d.h. in der Kommunikationsgemeinschaft verbindlich
festgelegten Mitteln. Die Textfunktion gehört zum Wissen über Textsorten. Sie ist
abgrenzbar von der Wirkung, die der Text auf den Rezipienten ausübt. Er
beschäftigte sich In der Sprachakttheorie und mit
Sprechaktbedeutungen, so
genannten Illokutionen, die zur Theorie von J.L. Austin J.R. Searle gehören.
Ähnlich wie der perlokutionäre Akt bei einfachen sprachlichen Handlungen, ist auch
die Textwirkung im Unterschied zur Textfunktion nicht konventionalisiert, sie sei
nun beabsichtigt oder nicht beabsichtigt.
Textuelle Grundfunktionen
Fast alle bisher vorgelegten Ansätze zur Unterscheidung von Textfunktionen
knüpfen in irgendeiner Form an das Organon-Modell von K. Bühler an.6 Bühler, der
die Sprache als „Werkzeug“ betrachtet, mittels dessen der Emittent mit dem
Rezipienten über Dinge in der Welt kommuniziert, klassifizierte die Grundfunktionen
des Textes. Nach Bühler fungieren sprachliche Zeichen gleichzeitig als „Symbol“ für
Gegenstände und Sachverhalte der Wirklichkeit (= Darstellungsfunktion), als
„Symbol“ der Innerlichkeit des Emittenten (= Ausdrucksfunktion) und als „Signal“,
indem sie an den Rezipienten appellieren (= Appellfunktion).6
Gegen alle auf Bühler basierenden Klassifikationen (Grosse, Gütlich und W.
Raible, J. R. Searle usw.) ist einzuwenden, dass sie insofern nicht ganz homogen
sind, denn die Einteilung – sprachtheoretisch gesehen – beruht auf unterschiedlichen
Kriterien.
Unsere Abgrenzung von Textfunktionen beruht im Unterschied zu den
besprochenen Klassifikationsansätzen auf einem einheitlichen Kriterium, auf der Art
6
Bühler 1934, 288 ff. In: K. Brinkner 1997, 100 ff.
10
des kommunikativen Kontakts. Dieser Kontakt wird von dem Emittenten mit dem
Text gegenüber dem Rezipienten zum Ausdruck gebracht. Es lässt sich dadurch eine
homogene Klassifikation erreichen.
Als Basis für unsere Einteilung wählen wir die Illokutionstypologie Searles,7
modifizieren sie aber im Hinblick auf die Kategorien „Repräsentativ“ und
„Expressiv“, die bei Searle primär aufgrund verschiedener Referenzarten definiert
und somit nicht deutlich genug auf das interaktive Moment bezogen sind. Wir führen
annstatt dessen eine Informations- und eine Kontaktfunktion ein (die in ähnlicher
Form auch in der Klassifikation Grosses vorkommen). Sie können auch andere
kommunikative Funktionen haben. Nicht alle repräsentativen Sprechakte im Sinne
Searles tragen eine Informationsfunktion und nicht alle expressiven Sprechakte haben
eine Kontaktfunktion. Expressive Sprechakte können auch eine appellative oder eine
informative Funktion haben. Lediglich die Deklarative ist unter dem Aspekt der
interpersonalen Beziehung insofern als Sonderfall zu betrachten. Sie ist primär auf
eine Veränderung der Welt gerichtet.8
Unter dem kommunikativ-funktionalen Aspekt der interpersonalen Beziehung
kommen wir dann zu der folgenden Aufstellung der kontextuellen Grundfunktionen:8
- Informationsfunktion
- Appellfunktion
- Obligationsfunktion
- Kontaktfunktion
- Deklarationsfunktion
Zu ergänzen wäre noch die in literarischen Texten dominierende sog.
ästhetische
(poetische)
Funktion.
Ihr
primärer
Gegenstand
ist
die
literaturwissenschaftliche Untersuchung.9
Die Informationsfunktion:
7
Brinker 1997, 101.
Brinker 1997, 105.
9
Große 1976, 40 ff. In: K. Brinker 1997, 105.
8
11
Der Emittent schränkt die Sicherheit seines Wissens auf vielfältige Weise ein,
z.B. durch Angabe der Quelle oder durch die Verwendung von Modalverben (sollen,
wollen usw.), Modalwörtern (offenbar, vermutlich ...). Charakteristisch für die
Informationsfunktion sind Textsorten „Nachricht“, „Bericht“ und „Beschreibung“und
sie kann sich auch mit der „evaluativen“ Einstellung (etwas gut / schlecht finden)
verbinden. Kennzeichnend gerade für die Textsorten „Gutachten“, „Rezension“,
„Leserbrief“ u. a. ist diese thematische Einstellung. Die informative Textfunktion ist
also sowohl mit einer sachbetonten als auch mit einer meinungsbetonten sprachlichen
Darstellung kompatibel. Ob eine wertende Aussage neben ihrer informativen
Funktion auch noch (oder primär) eine appellative Funktion hat, ergibt sich aus dem
Kontext bzw. der Textsorte, der der entsprechende Text angehört.
Die Appellfunktion:
Zu den Textsorten mit appellativer Grundfunktion gehören: Werbeanzeige,
Propagandatext, Kommentare, Arbeitsanleitung, Gebrauchsanweisung, Rezept,
Gesetzestext, Gesuch, Antrag, Bittschrift, Predigt usw.
Die appellative Textfunktion kann zwar direkt durch explizit performative
Formeln mit den Verben auffordern, anordnen, befehlen, bitten, raten, empfehlen,
fragen, verlangen, beauftragen usw. aufweisen. Solche expliziten Strukturen sind in
Texten aber selten. Als die häufigsten grammatischen Indikatoren der Appellfunktion
gelten:
o der Imperativsatz
o die Infinitivkonstruktion
o der Interrogativsatz
o Satzmuster mit sollen oder müssen + Infinitiv, haben zu + Infinitiv, sein zu +
Infinitiv u. a.
Die obligatorische Funktion:
Textsorten
mit
Obligationsfunktion
sind
Vertrag,
Vereinbarung,
Garantieschein, Gelübde, Gelöbnis, Angebot usw. Selbstverpflichtende Texte sind in
12
der Regel stark institutionalisiert; deshalb sind sie meistens durch eine direkte
Signalisierung der Textfunktion gekennzeichnet. Verben wie versprechen, sich
verpflichten, schwören, übernehmen, sich bereit erklären, garantieren, sich
verbürgen, wetten, anbieten usw. bilden die Signale der Obliga und Pflichten.
Die Kontaktfunktion:
Der Emittent hat in diesem Falle eine persönliche Beziehung zu dem
Rezipienten, was er dem Rezipienten zu verstehen lässt. Die kontaktspezifische
Funktion wird durch explizit performative Formeln mit den Verben danken, um
Entschuldigung bitten, beglückwünschen, gratulieren, sich beschweren, willkommen
heißen, Beileid aussprechen, verfluchen usw. signalisiert. Kontakttexte sind vielfach
an feste gesellschaftliche Anlässe geknüpft, die den Ausdruck der psychischen
Einstellung des Emittenten verlangen. Die Gefühlsäußerung ist nicht als solche
entscheidend, sondern als die Erfüllung einer sozialen Erwartung durch den
Emittenten.
Die
kontaktspezifische
Bedeutung
beruht
auf
solchen
Einstellungsbekundungen. Die Kontaktfunktion ist besonders charakteristisch für sog.
Partizipationstexte, in denen der Emittent seine Anteilnahme mit dem Rezipienten
zum Ausdruck bringt: Gratulations- und Kondolenzbriefe. Sogar die Ansichtskarten
und andere Formen des Kontaktbriefs können primär die kontaktspezifische
Textfunktion
ausdrücken.
Diese
Funktion
erfüllen
in
der
dialogischen
Kommunikation überwiegend die Gesprächssorten „Unterhaltung“, „Plauderei“,
„Small Talk“.
Die Deklarationsfunktion:
Der Emittent gibt dem Rezipienten zu verstehen, dass der Text eine neue
Realität schafft. Textsorten mit der deklarativen Grundfunktion sind z.B.
Ernennungsurkunde, Testament, Schuldspruch, Bevollmächtigung, Bescheinigung
usw. Es geht durchweg um an bestimmte gesellschaftliche Institutionen gebundene
Textsorten. Die Deklarationsfunktion wird fast immer direkt (durch feste, ritualisierte
und explizite Formeln) ausgedrückt. Neben den expliziten sprachlichen Formen
13
haben
sie
auch
bestimmte
Textüberschriften
(wie
Testament,
Urkunde,
Bescheinigung, Vollmacht usw.), die auf die Deklarationsfunktion verweisen.
1.3 Textklassen
Pressetexte weisen eine Reihe Gemeinsamkeiten auf, die durch Medien bedingt
sind. Sie stellen aber eine in vielerlei Hinsicht heterogene Menge von Texten dar. Für
die Klassifizierung muss man zwei verschiedene Vorgehensweisen in Betracht
ziehen.
Es handelt sich um eine deduktive und induktive Vorgehensweise10. Bei der
ersten geht man von einem globalen Modell als Basis aus und versucht, weitere
Unterscheidungsmerkmale abzuleiten und so zu einer möglichst systematischen und
umfassenden Typologie zu gelangen. Von einem Verfahren „von unten“ versucht
man, bestimmte Gliederungsprinzipien von der Textebene aus zu entwickeln und
dadurch den spezifischen Merkmalen des Untersuchungsgegenstands stärker
Rechnung zu tragen.
Im Werk von Lüger wird ein kombiniertes Verfahren gewählt. Es geht nicht
um die Erarbeitung einer übergreifenden, prinzipiell für alle Texte geltenden
Typologie. Untersucht wird nur ein begrenzter Kommunikationsbereich, nämlich
Texte der Tagespresse, und hierfür ist zunächst, wie mehrfach erläutert, ein
geeignetes Klassifikationsmodell zu erstellen.11
Die allgemein angenommene Theorie der Alltagssprache entsteht von Ditmer,
der sich mit Textklassifikationen von Texten
beschäftigt.
Nach seiner These
entstehe eine Typologie von Texten, indem Texte zu solchen theoretischen
Textklassen zusammengefasst seien. Eine derartige Textklasse wäre beispielsweise
die Klasse der Texte, für die nur ein bestimmter Rezipient oder nur ein bestimmter
Produzent in Frage kommt.12
10
Lüger 1995, 65.
Lüger 1995, 66.
12
Ditmer, 1981, 111
11
14
Das heißt, dass sich bestimmte Textsorten, die verschiedenen Lesergruppen (je nach
Alter, Geschlecht, Interesse) bestimmt sind, bestimmte Leser interessieren und eigene
Funktion und Botschaft den Lesern bringen.
1.4 Informationsbetonte Texte
Diese Gruppe stellt die wichtigste Gruppe der Textklassen dar, die den Leser
über etwas informiert, was er wissen möchte oder was ihn interessieren könnte. Die
Texte dieser Art verfügen über die Informationsfunktion und ihr Hauptteil besteht
also darin, dass der Leser einen betreffenden Sachverhalt zur Kenntnis nimmt.
Die erste Orientierung erhält der Leser schon in der Überschrift. Also die
Schlagzeile lockt die Leser zum ausführlichen Lesen. Je nach Explizitätsgrad
kommen zur Identifizierung des Textgegenstandes weitere Präzisierungen in Oberund Unterteil hinzu, eventuell auch einzelne wertende oder relativierende Elemente,
die aber den vorherrschenden Intentionstyp ‚informieren’ nicht in Frage stellen.13
1.5 Meinungsbetonte Texte
In diesem Fall geht es um Texte, die eine Einstufung, eine Kommentierung
eines gegeben Sachverhalstes zum Ausdruck bringen. Dieser Intentionstyp kann uns
etwas „Bewertendes“ oder „Evaluierendes“ vermitteln. Das wichtigste ist, dass vom
Sender einer Bewertung oder einem Ergebnis ein bestimmtes Bewertungsprädikat
zugeordnet wird.
Der Autor bewertet den Sachverhalt nach verschiedenen Möglichkeiten. Es
handelt sich um: Einschätzung der Durchführbarkeit, die Relevanz, die Nützlichkeit
für den Adressaten oder für eine bestimmte soziale Gruppe oder die Quantität.
Typische Ausdruckformen sind dann: Satzadverbien, Modalverben, wertende
Adjektive, Partikeln oder Grammatische Modi.
13
Lüger 1995, 67.
15
„In Texten sind klare, eindeutige Zuordnungen bekanntlich nicht immer möglich. Ob
eine Äußerung als ‚informierend’ oder eher las ‚bewertend’ verstanden wird, hängt
meist auch vom Textzusammenhang und den Wissensvoraussetzungen des
Empfängers ab. Von daher spricht sicher einiges dafür, im Rahmen einer globalen,
nicht speziell auf Pressetexte bezogenen Klassifikation die Unterscheidung zu
relativieren bzw. nicht als textklassenbildend zu betrachten.“14
„Die Darstellung der Sachverhalte, der Bewertungsgegenstände, auf die sich die
evaluierenden Stellungnahmen beziehen, erfolgt normalerweise in separaten
Beiträgen, oft auf der gleichen Seite der Zeitung. Für das
Verstehen
meinungsbetonter Texte wird die Kenntnis solcher Fakten mehr oder weniger
vorausgesetzt, davon zeugen auch gelegentliche Querverweise auf vorangehende
Informationen. In den meisten Fällen aber stellen noch resümierende, in den Text
integrierte Kurzfassungen die Anknüpfung an das erwartete Vorwissen dar.“15
In der Pressekommunikation stellen die informations- und meinungsbetonten Texte
eine wichtige Rolle dar und werden derer Mithilfe die zentralen Aufgaben der
Tageszeitung, also Vermittlung von Informationen und Meinungen den Lesern. Sie
berichten über aktuelle Geschehnisse und liefern bewertende und einordnende
Stellungnahmen dazu.
1.6 Auffordernde Texte
Es geht um die Texte, die die Einstellung des Lesers beeinflussen, das heißt,
dass „mit der Äußerung eines Textes an den / die Empfänger appelliert wird, eine
bestimmte Handlung einzunehmen.“16
14
Brinker 1997, 106.
Lüger 1995, 69.
16
Lüger 1995, 70.
15
16
Das Ziel besteht also darin, eine entsprechende Reaktion des Lesers
auszurufen. Mit der „Reaktion“ sind auch emotionelle Zustände und Haltungen
verbunden.
Es ist schwer festzustellen, ob es in diesem Fall um eine selbständige
Textklasse geht, denn der Leser nimmt eine Haltung ein, reagiert auf bestimmte
Weise. Dazu kommt der Empfänger auch nach dem Lesen eines meinungsbetonten
Artikels.
K. Brinker erklärt17:
„Der Emittent gibt dem Rezipienten zu verstehen, dass er ihn dazu bewegen will, eine
bestimmte Einstellung einer Sache gegenüber einzunehmen und / oder eine
bestimmte Handlung zu vollziehen.
Die appellative Funktion kann durch folgende Paraphrase explizit gemacht werden:
Ich (der Emittent) fordere dich (den Rezipienten) auf, die Einstellung (Meinung) X zu
übernehmen / die Handlung X zu vollziehen.
Textsorten mit appellativer Grundfunktion sind: Werbeanzeige, Propagandatext,
Kommentar18, Rezepte, Gesetztexte usw.“
Es gibt eine Reihe von Äußerungen im Imperativ oder mit dem Verb sollen,
bitten, raten, befehlen, die als Aufforderungen interpretierbar sind.
1.7 Instruierend-anweisende Texte
Es handelt sich um Ratschläge, praktische Hinweise, Anleitungen usw. Es ist
fraglich, ob man diese Texte zum journalistischen Bereich zurechnen kann. Es steht
fest, dass solche Texte auch in überregionalen Abonnementzeitungen vorkommen
und somit in einem Überblick über die Pressesprache nicht unerwähnt bleiben sollten.
17
Brinker 1997, 108 ff.
Bei (politischen) Kommentaren geht es dem Emittenten in der Regel nicht nur um die Mitteilung seiner
Stellungnahme (= Informationsfunktion), sondern er intendiert zugleich, dass der Rezipient seine Bewertung des
Sachverhaltes übernimmt. Kommentare enthalten vielfach auch einen (zumeinst indirekten) Appell an die
Verantwortlichen, etwas Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen.
18
17
Kennzeichnend für diese Texte ist, dass sie Informationen liefern, die zur
Verbesserung oder Vermeidung eines für den Adressaten problematisch beurteilten
Zustandes beitragen können. Sie sollen also auf keinen Fall den Empfänger von der
Richtigkeit überzeugen oder zur Ausführung bestimmter Handlungen veranlassen.
Typischer Aufbau ist die Zweigliedrigkeit. Der Ausgangpunkt kann entweder
die Darstellung einer Situation sein, die für den Leser schwer und problematisch
gesehen wird, oder die Angabe eines Zustands, der als vorteilhaft gilt. Der Hauptteil
des Textes konzentriert sich dann auf die Vermittlung von Maßnahmen und
Handlungen, mit deren Befolgung sich die genannte Problemsituation verbessern
oder der angestrebte Zustand erreichen lässt.
Wie es schon konstatiert wurde, geht es bei diesen Texten primär nicht darum,
den Leser zu einem bestimmten Verhalten aufzufordern, sonder es geht um
folgendes: eine Situation vorlegen, die geeigneten Maßnahmen zur Kenntnis bringen,
mit denen sich der Ausgangszustand verändern lässt. Bei solchen Texten spricht man
über „wenn-dann-Relation19„.
Man kann je nach Objektbereich zwei Gruppen20 unterschieden:
1. Handlungsanleitungen, die sich vorwiegend auf den Umgang mit bzw. die
Herstellung von Gegenständen, Produkten usw. beziehen. Es handelt sich um
„praktische Tipps“ wie Pflege-, Gebrauchs- oder Montageanleitungen, Kochrezepte
u. a., die unter speziellen Rubriken zu lesen werden.
2. sog. Ratgebungen, die entweder den menschlichen Bereich allgemein oder
spezieller das Konsumverhalten betreffen. Häufig geht es um Ratschläge zur
Problematik im sozialen Handlungsbereich.
1.8 Kontaktorientierende Texte
In der Presse gibt es spezifische Mittel, die die Aufmerksamkeit und das
Interesse
19
20
des
Lesers
hervorrufen
wollen.
Dieser
Umstand
heißt
Vgl. Lüger 1995, 72.
Lüger 1995, 148.
18
„Kontaktorientierung“21. Die Informationen können nämlich ihre Adressaten nur
dann erreichen, wenn die Zeitung oder die Zeitschrift gemerkt wird. Dazu dient die
Titelseite, die unsere Aufmerksamkeit anzieht. Sie ist das wichtigste Werbemittel und
hat praktisch die Funktion eines Plakates. Sie erfüllt ihre Funktion, wenn sie auf den
Leser eine einziehende Wirkung ausübt.
Die Gestaltung der Titelseite hat eine große Bedeutung und vor allem an den
Plätzen, wo die Zeitungen in nächster Konkurrenz stehen – am Kiosk. Das gilt vor
allem für die Boulevardzeitungen.
Man findet die kontaktorientierten Maßnahmen in allen Zeitungstypen, wenn
auch in verschiedener Dosierung und mit unterschiedlichen Mitteln realisiert. Auch
im Innenteil der Zeitung spielt die Bemühung um die Leseraufmerksamkeit eine
wichtige Rolle. Man wird hier weniger von speziellen Texten als vielmehr von
kontaktorientierten Maßnahmen oder Mitteln sprechen können. Man kann wenigstens
vier Bereiche oder Ebenen22 unterscheiden:
Name der Zeitung
Informationsträger
Aufmachung der Titelseite
Informationsangebot der Ausgabe
Artikel-Überschriften
Textinformation
Lead, Zwischenüberschriften
Textinformation
Im Vordergrund steht das Bemühen, auf ein bestimmtes Informationsangebot
aufmerksam zu machen. In dieser Weise ist auch der Name des Mediums
interpretierbar. Das Medium aktualisiert für uns spezifische Vorerwartungen
bezüglich der inhaltlichen Ausrichtung, der Art des Informationsstandes und der
Position des Zeitungsspektrums.
Die Auffälligkeit des Informationsträgers und -angebots erfolgt durch:
- visuelle Mittel wie z.B. Illustrationen und Typographie
- die sprachliche Präsentation,
- die Auswahl bestimmter Inhalte.
21
22
Vgl. Lüger 1995, 79.
Lüger 1996, 79.
19
Die Auffälligkeit benutzen vor allem die Boulevardblätter. Sie kombinieren
alle drei Mittel (Selektion von Inhalten, Sprachgestaltung und Hinzuziehung visueller
Mittel). Hier hat eine große Bedeutung, neben den farbigen Fotos, vor allem auch das
typographische Verfahren. Dazu gehören: Farbdruck, extreme Variation von
Schriftgröße und ihren Typ, Negativzeilen (weiße Lettern auf schwarzen Grund) oder
Tipozeichnen (Pfeife, Punkte), usw. Alle diese Mittel dienen zur Hervorhebung der
Zeitung.
„Strategien der Aufmerksamkeitssteuerung werden umso wichtiger, je schärfer die
Konkurrenzbedingungen sind. Dies zeigt sich vor allem dort, wo der Verkauf über
Abonnements nur eine untergeordnete Rolle spielt, wie etwa bei der französischen
Tagespresse. Der Titelblattgestaltung fällt hier u.a. die Aufgaben zu, mit
entsprechenden Hervorhebungen sowohl die Attraktivität des Informationsangebots
wie auch das Profil, die Position der betreffenden Zeitung für den potentiellen Leser /
Käufer in möglichst kurzer Zeit erkennbar zu machen.
Die graphisch-drucktechnische Gestaltung und die Anordnung der Beiträge stellen
aus
der
Sicht
des
Lesers
gleichzeitig
ein
wichtiges
Indiz
für
die
Bedeutungszuschreibung eines Ereignisses dar. Hannes Kniffka23 hat hierfür den
Begriff „Phänotyp“ einer Berichterstattung reserviert und als Messinstrument für die
jeweilige Gewichtung einer Information eine zehnteilige Skala vorgeschlagen.“24
Neben den Bildinformationen, die für die kontaktorientierte Intention
charakteristisch sind, ist die Vielzahl von Anzeigen zu erwähnen. Die Titelseite erhält
auf diese Weise Merkmale eines Werbeplakats. Vor allem die Illustrationen gehören
zu den bedeutendsten Mitteln der Aufmerksamkeit. Für den Leser sind die
Mitteilungen semantisch eindeutig und damit schneller erfassbar. Sie helfen dem
Leser bei der Orientierung von der Textsauswahl.
„Durch das Auffälligmachen eines Beitrages kann dieser vom Adressaten leichter
wahrgenommen werden, und ist diese Bedingung erfüllt, lässt sich dann auch das mit
23
24
Hannes Kniffka (* 15. Oktober 1942) 1980 Habilitation an der Universität zu Köln (Allgemeine Sprachwissenschaft.
Lüger 1995, 80.
20
der Informationshandlung verbundene Ziel, nämlich die tatsächliche Kenntnisnahme
des betreffenden Sachverhalts, eher erreichen.“25
Die Angaben auf der Titelseite und die Überschriften heben beim Leser die
Attraktivität des Informationsangebots vor, bauen Spannung auf. Vor allem die
Überschrift gehört zu den wichtigsten Ereigniskomponenten. Der Kurztext
beschränkt sich auf eine Überblickdarstellung. Die Informationen bieten nicht die
Erfahrungen über nähere Umstände oder über die Handlungsbeteiligten.
Mit der Aufmerksamkeit hängt auch die Relevanz des Mitgeteilten26
zusammen. Sie ergibt sich für den Rezipienten aus der jeweiligen Aufmachung und
Gewichtung. Hinzu kommen folgende Faktoren:
1. die Kontrastwirkung, die eine Mitteilung, eine Schlagzeile oder eine Illustration im
gegebenen Zusammenhang auslösen,
2.
der
Überraschungswert,
also
die
„Inkongruenz
aus
subjektiver
Erwartungswahrscheinlichkeit und objektivem Eintritt“ des vermittelten Ereignisses,
3. die Zeitdauer, die seit Eintreten des Ereignisses verstrichen ist,
4. der Grad des Betroffenseins auf Seiten des Lesers
Zu weiteren Mitteln der Aufmerksamkeitswirkung gehören auch die Syntax der
Schlagzeilen. Der absolute Zwang zur Kürze führt zu einem äußerst komprimierten
Satzbau: Nominalsyntagmen, einfache, meist verlose Kurzsätze. Es überwiegen hier
also schnell überschaubare Satzformen, Satzgefüge und komplizierte Strukturen
werden gemieden.
Zu nennen ist auch ein weiteres Mittel, und zwar Abwandlung fester Formeln.
Sie stellen die Unbeachtetheit, die fraglose Gültigkeit der Alltagssprache in Frage
und lenken die Aufmerksamkeit auf die sprachliche Ebene selbst. Es handelt sich,
wie W. Wills es formuliert, gewissermaßen um textuelle Überschussphänomene,
welche dazu beitragen, „effektvolle ‚Störstellen’ aufzubauen, die nach dem Prinzip
des ‚delectare’ die Beziehung zwischen Leser und Text u. U. erheblich intensiveren
25
26
Lüger 1995, 82.
Lüger 1995, 83 ff.
21
und evozierende, assoziationsstimulierende Kraft besitzen.“27 Mit den genannten
Stilmitteln wird vom normalen Sprachgebrauch abgewichen und auf diese Weise die
Originalität der Berichterstattung unterstrichen.
Semantische Gestaltung des Druckbildes gehört weiter zur spezifischen
Merkmalen des kontaktorientierten Textes. Je mehr typografische Anordnung und
graphische Hervorhebungen mit den semantischen Einheiten einer Äußerung
korrespondieren, um so leichter erfassbar ist die betreffende Information. Die
Verwendung von typographischen Mitteln hebt eine Information hervor, und der
Leser nimmt das Informationsangebot wahr und wird sich dafür weiter interessieren.
Die
besprochenen
kontaktorientierten
Verfahren
sind
nun
nicht
zu
missverstehen als Aussagen über konkrete Rezeptionsprozesse. Sie deuten aber an,
wie ein differenziertes Gefüge sprachlicher und nicht-sprachlicher Aktivität dazu
beitragen kann, das übergeordnete Ziel, das Erzeugen von Leseinteresse zu erreichen,
oder die Bedingungen dafür zu verbessern.28
1.9 Sprache der Massenmedien
1.9.1 Massenmedien
Alltäglich trifft man sich mit gegenwärtigen Kommunikationsmitteln, zu denen
Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk, Fernsehen, Handy, Internet u. a. gehören. Sie
werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Kriterien richten sich:
1. nach dem Übertragungskanal - Massenmedien in Druckform
- Audio- visuale elektronische Massenmedien
2. nach der Leserorientierung
Leser orientieren sich nach ihren Interessen.
Entweder gehören sie zu einer
bestimmten Gruppe der Rezipienten (z.B. Hobby, Alter) oder suchen Informationen,
Unterhaltung, Nachrichten, Bildung usw.
Die Presse ist als das älteste aller Massenmedien bekannt. Die Geschichte der
27
28
Wills 1995, 45.
Lüger 1995, 87.
22
Massenmedien geht bis zu der Zeit vor Christus zurück. Als erste, wenn wir das
sagen dürfen, waren die Römer mit ihren Nachrichtenblättern – die sog. „acta
diurna29„.
Die Grundvoraussetzungen für die weitere Entwicklung der Massenmedien
waren der technische Fortschritt und politische, soziale und kulturelle Reife des
Staates.
Zu den wichtigsten Schritten in der Entwicklung der Massenmedien gehören also:
1. Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts
2. politische, soziale und kulturelle Voraussetzungen
3. technische Voraussetzungen
Die damals gedruckten Flugblätter können wir als Vorläufer der im 17.
Jahrhundert entstandenen Tageszeitungen bezeichnen. Die frühere Presse las nur ein
sehr begrenzter Kreis von Gebildeten. Der Leserkreis erhöhte sich mit dem Beginn
der Massenpresse. Diese Tendenz war durch viele Veränderungen in der Zeitung
bemerkbar. Es wurde die Zahl von den Zeitungen erhöht, der Inhalt wurde
vielfältiger, damit die Ansprüche vom breiteren Leserkreis befriedigt werden. Es
dauerte fast 200 Jahre, bis die Zeitung als wirkliches Massenkommunikationsmittel
für jeden verfügbar, billig, täglich erhältlich und schnell informierend wurde.
Heute gibt es zwei Zielrichtungen von der öffentlichen Presse, die öffentlichrechtlich oder privat ausgeübt wird und die sowohl in der gedruckten als auch
elektronischen Form vorkommen. Es handelt sich um
1. seriöse Standardpresse
2. Boulevardpresse
Es gibt drei grundsätzliche Aspekte30, die für gegenwärtige Massenmedien gelten:
1. Die Entwicklung der Medien ist nicht linear. Ein Medium wird nicht durch ein
neues, anderes ersetzt. Das neune Medium muss sich nach und nach seine Position
sichern und seine Funktion definieren. Dabei übt es Druck auf die alten Medien aus,
29
Es waren die täglichen, amtlichen Notizen aus dem römischen Leben. Sie wurden als Meldungen auf die Tabellen
eingeritzt und auf dem Platz „Forum in Rom“ gehangen.
30
Burger 2005, 32.
23
und das ganze Mediensystem kann umstrukturiert werden. Bei einem neuen Medium
ist keineswegs von Anfang an klar, wozu es gut ist, wozu es dienen kann. Es ist auch
nicht unbedingt klar, ob es sich eher als privates Medium oder als Massenmedium
eignet.
2. Ein neues Medium bedeutet nie nur die Einführung einer neuen Technologie,
sondern immer auch eine Neustrukturierung der Wahrnehmung wie auch der sozialen
Umwelt. Das ist von Medientheoretikern wie Marshall McLuhan oder Joshua
Meyrowitz überzeugend, wenn auch im Einzelnen vielleicht überzeichnet,
nachgewiesen worden.31
3. Die Muster, die das neue Medium einsetzt, lehnen sich zunächst an die der alten
Medien an. Der Prozess der Emanzipation von den Vorbildern kann dann u. U. sehr
lange dauern und in kleinen Schritten erfolgen.
Von linguistischer Perspektive aus lassen sich an der Geschichte der
Massenmedien insbesondere der erste und der dritte Aspekt illustrieren. Das
Forschungsfeld
des
zweiten
Aspektes
stellen
die
Soziologie,
Kommunikationswissenschaft und die allgemeine Medientheorie dar.
Neben den klassischen Massenmedien wie Printmedien (Zeitungen und Zeitschriften)
und elektronischen Medien (Hörfunk und Fernsehen), wächst seit den 1990er-Jahren
die
Bedeutung
des
Internets.
Als
Printmedien
werden
die
klassischen
Informationsquellen, also Zeitschriften, Zeitungen, Bücher, Kataloge, geografische
Karten und Pläne, aber auch Postkarten, Kalender, Poster, Flugblätter, Flugschriften,
Plakate usw. bezeichnet.
1.10 Medientext
Den Gegenstand der Medienlinguistik bilden alle Arten von Texten, die in den
Massenmedien angeboten werden. Es geht um „Textbereiche“. Die Textbereiche
Holly, 1996, diskutiert den Begriff des „Mediums“ und kommt zu einer Definition, die den materiell-technischen
Aspekt in den Vordergrund rückt: „Medien werden hier aufgefasst als materiale Hilfsmittel, die räumlich-zeitliche
Beschränkungen natürlicher Kommunikationsmittel erweitern können.“ (12) Diese Konzeption ist im Rahmen seines
begrifflichen Systems zur Abgrenzung von verwandten Begriffen vertretbar, wird aber den Erkenntnissen der neueren
Medientheorie zur Komplexität und Reichweite des Konzepts „Medium“ nicht gerechnet. (zitiert bei Burger 2005, 32.).
31
24
spielen in verschiedenen Medien eine unterschiedliche Rolle, mit Ausnahme der von
Journalisten verfassten Texte, die überall als das Zentrum des Mediums gelten.32
Als ein Medientext betrachtet man journalistische und fiktionale Texte, verschiedene
Anzeigen, Werbetexte und Sponsoring-Texte und auch Leserbriefe, E-Mails u.a.
Journalistische und fiktionale Texte pflegt man in Radio und Fernsehen als
„Programm“ zusammenzufassen.
Fiktionale Texte sind in der Presse und im Radio weniger wichtig als im Fernsehen,
wo die Serien und Spielfilme einen beträchtlichen Anteil an der Sendezeit
ausmachen. In der Presse gibt es z.B. Comics, in den Feuilletons finden sich
gelegentlich auch Gedichte und Kurzgeschichten.
Anzeigen nehmen in den Zeitungen einen großen Raum ein. Hier ist der Bereich der
privaten Anzeigen klar zu scheiden von Werbeanzeigen. Als private Anzeigen gelten
Todesanzeigen, Hochzeitsanzeigen, Kontaktanzeigen usw. Es sind die Texte, die
zwar in Massenmedien publiziert werden, trotzdem aber sich nur in beschränktem
Masse an ein öffentliches Publikum richten. Sie fallen nicht in die Verantwortung der
Redaktion, wohl aber unterliegen sie in gewissem Masse den von der Zeitung
gesetzten Normen oder passen sich die dort üblichen Gepflogenheiten an. Diese Art
von Anzeigen findet man in beschränkten Ausmaß auch in den Lokalradios, z.B. als
Phone-ins mit Angeboten von Hörern.
Werbetexte und Sponsoring-Texte. Mit diesen Texten sind explizite Hinweise auf
die Institution gemeint, die eine Sendung sponsert.
Rezipienten-Texte sind nur partiell als eigenständiger Textbereich anzusehen. Es
geht um solche Texte, die von Rezipienten verfasst oder gesprochen sind, als
Reaktion auf den journalistischen Bereich oder als Ergänzung dazu. Die klassische
Ausprägung dieses Bereiches in der Presse ist der Leserbrief.
Leserbriefe
haben
in
Relation
zum
redaktionellen
Teil
unterschiedliche
Eigenständigkeit. Es geht um die Leserbriefe, die eine direkte Reaktion auf einen
journalistischen Text darstellen, die auf dessen Inhalt oder dessen Formulierung
32
Burger 2005, 64 ff.
25
reagieren. Stärkere Eigenständigkeit haben solche Briefe, die einen Kommentar zu
einem Thema von aktueller und öffentlicher Bedeutung geben, der sich zwar auf das
Nachrichtenkontinuum, nicht aber auf einen bestimmten Artikel bezieht.
Leserbriefe „zweiter Stufe“ beziehen sich ihrerseits wieder auf die vorher
erschienenen Leserbriefe und eröffnen damit eine eigene Linie der Kommunikation,
die sich neben der journalistischen Kommunikation abspielt. Von den Journalisten
selbst werden Leserbriefe als Fremdtexte markiert und als metakommunikativ von
den journalistischen Texten abgegrenzt.
1.11 Die gegenwärtige Pressesprache
Die Massenmedien beeinflussen unser Leben in vielen Aspekten und
Tätigkeiten unseres Daseins. Die Sprache der Massenmedien spielt eine besondere
Rolle in der Sprachentwicklung – sie ist von großer Bedeutung bei der Ausprägung
und Veränderung sprachlicher Normen.
Was bedeutet eigentlich der Begriff „ die Pressesprache“ und wie konnte man
ihn verstehen? H.-H. Lüger stellt die Frage, ob eigentlich dieser Begriff benutzt
werden kann, und wenn ja, wie er abgegrenzt werden kann. Er ist der Meinung, dass
die Pressesprache nicht im Sinne eines homogenen sprachlichen Systems existiert,
sondern eher im Sinne einer Gesamtheit gemeinsamer Merkmale hinsichtlich der
Produktionsbedienungen und Mitteilungen von Zeitungstexten.33
Nach der kommunikativ-pragmatischen Wende der 70-er Jahre entstanden
zahlreiche sprachwissenschaftliche Disziplinen, wie z.B. die Textlinguistik,
Pragmalinguistik, Soziolinguistik und Psycholinguistik, im Rahmen derer die
Sprache der Massenmedien untersucht wurde. Das Interesse an diesem Gebiet des
öffentlichen Sprachgebrauchs nahm ständig zu. Journalistische Texte und Sprachstile
stellen den Gegenstand der Forschung dar.
Die Pressesprache wird sehr oft zum Ziel sprachlicher Kritik.34 Unter dem
33
34
Vgl. Lüger 1995, 1.
Vgl. Lüger 1995, 3 ff.
26
Ausdruck „Zeitungsdeutsch“ verstand man
früher etwas Negatives und
Minderwertiges. Die Sprache der Presse wurde dabei zum größten Teil mit der
Literatursprache verglichen, ohne die spezifischen Verwendungsbedingungen der
Pressesprache
mit
einzubeziehen.
Phrasenhaftigkeit
und
häufiger
Fremdwörtergebrauch sind gut sichtbare Merkmale, die die einheimische Sprache
prägen,
ändern
und
meistens
Zeitungssprache
sind
aber
beeinflussen.
eigentlich
nur
Diese
Spezifikationen
Resultat
eines
der
langen
Entwicklungsprozesses und sind historisch bedingt. Es gibt also Tendenzen, die von
Anfang an schon existierten und sich später weiter entwickelt haben. Heutzutage
werden alle Stillsorten als gleichwertig anerkannt.
Die Presse trug in einem großen Maße zur Verbreitung einer einheitlichen
Standardsprache bei.
Die Sprache der Presse wurde oft auch aus ideologischen Gesichtspunkten
kritisiert. Sie bildete das gesellschaftliche Dogma und diente als Mittel zum Steuern
und zur Manipulation des menschlichen Denkens. Nebenbei gibt es hier die Frage der
persönlichen Identifikation. Die Kritik richtete sich auf die Ausdrucksweisen, die
eine bestimmte Einstellung oder Denkweise in das Bewusstsein des Lesers
einzuprägen versuchen. Die Ausdrucksweisen können dem Leser eine Tatsache mit
einer bestimmten Absicht im Hintergrund unangemessen vermittelt oder gleich mit
der Information auch eine implizite Wertung übergegeben werden. Dieses kann z.B.
durch Verwendung von Euphemismen realisiert werden. Jedoch die Angst, dass
Massenmedien ein gefährliches Mittel von Manipulation seien, ist übertrieben,
besonders in einer Gesellschaft, wo die Medien frei sind und die Rezipienten sich frei
entscheiden können, mit welcher Ansicht aus der großen Vielfalt sie sich
identifizieren wollen.
In der Sprache der Zeitung wird der gegenwärtige Sprachgebrauch sozusagen
„fixiert“. An dem Beispiel der Pressesprache können Entwicklungstendenzen des
allgemeinen Sprachgebrauchs genauer verfolgt werden. H.-H. Lüger fasst die
wichtigsten dieser Tendenzen zusammen.
27
Die Untersuchung von Syntax und Wortschatz führte H.-H. Lüger dazu, dass er drei
Betrachtungsweisen unterscheidet:35
1) Pressesprache als Indiz für Tendenz der Gegenwartssprache
Ziel sind zwar generelle Aussagen über das heutige Deutsch (z.B. Veränderungen
gegenüber einem früheren Sprachzustand), doch da das Belegmaterial zum großen
Teil dem journalistischen Bereich entstammt, kann man die Ergebnisse hier mit
heranziehen;
2) Pressesprache als spezifischer Sprachgebrauch im Medium Presse
Aussagepunkt ist die Annahme eines relativ eigenständigen Sprachstils, dessen
Beschreibung ebenfalls die Merkmale erfassen soll, welche typische Besonderheiten
gegenüber anderen Funktionalstilen, z.B. Sprachgebrauch in Rundfunk und
Fernsehen, darstellen;
3) Pressesprache als Sprachgebrauch eines bestimmten Publikationsorgans
Charakteristische Merkmale für Stil werden nicht für die Presse allgemein, sondern
im Bereich einer Zeitung / Zeitschrift (für einen begrenzten Zeitraum, eine bestimmte
Berichterstattung usw.) untersucht.
Auf der syntaktischen Ebene sind es die folgenden:36
1) Tendenzen zur Verkürzung der Satzlänge
Man geht von einer Reihe statistischer Untersuchungen aus. Die moderne deutsche
Schriftsprache zeigt eine allgemeine Tendenz zur Verkürzung der Satzlänge. Diese
Entwicklung sieht man vor allem in der Sprache der Journalisten.
Der hohe Anteil kurzer Sätze ist zwar offensichtlich, vor allem gegenüber älteren
literarischen Texten, doch schon eine erste grobe Differenzierung führt zu einer
wesentlichen Verschiebung der quantitativen Anteile.37
2) Verteilung der Satzformen
Man unterscheidet 4 Kategorien: Setzungen, Einfachsätze, Reihen, Satzgefüge.
Setzungen sind grammatisch unvollständige Äußerungen, in denen ein konstitutives
35
Burger 2005, 22.
Vgl. Lüger 1995, 23 ff.
37
Lüger 1995, 23.
36
28
Element fehlt, z.B. das Verb oder der Subjekt.
Einfachsätze bestehen aus nur einem Hauptsatz, ohne Nebensatz oder einem
satzwertigen Infinitiv.
Reihen sind zwei oder mehr miteinander verbundene, grammatisch vollständige
Hauptsätze.
Satzgefüge weisen außer dem Hauptsatz wenigstens einen Nebensatz oder
satzwertigen Infinitiv auf.
3) Blockbildung
Es handelt sich um zusätzliche Erweiterungen eines nominalen Satzgliedes, die
Genitivattribute, Präpositionalattribute, erweiterte Partizipialattribute sein können.
4) Nominalisierungstendenzen, „Sinnentleerung“ der Verben, Streckformen
Man spricht hier über das Phänomen der Multiverbalisierung, bei der einfache
Verben wie durchführen, mitteilen, oder versuchen durch Verb + Substantiv –
Verbindung ersetzt werden z. B.: zur Durchführung bringen, eine Mitteilung machen,
einen Versuch unternehmen, in der Regel also präpositionales oder ein Gefüge im
Akkusativ. Es wird auch der Begriff Funktionsverbgefüge verwendet.
5) Syntax der Überschriften
In ihnen kommen einige Merkmale, die im Zusammenhang mit der Komprimierung
von Aussagen genannt wurden, gleichsam verstärkt zum Ausdruck. Denn in der
Regel enthalten Überschriften das Kurzresümee eines wichtigen Textaspekts
(meistens
des
Inhalts);
sie
werden
daher
gelegentlich
auch
als
„Zusammenfassungsschlagzeilen“ bezeichnet.38 Die Überschriften wollen eigentlich
Leser zum lesen anlocken, je der Funktionsaspekt schockieren, informieren,
unterhalten u. a. Häufig stellen die Zusammenfassung des Artikels dar.
Auf der lexikalischen Ebene sind folgende Tendenzen bemerkbar:
1) Verwendung neuer Bezeichnungen
Es sind Bezeichnungen, die in der Regel in den gängigen Wörterbüchern noch nicht
verzeichnet sind.
38
Sutter 1955. In: Lüger 1995, 28.
29
2) Verschiebung in der relativen Häufigkeit von Wörtern
H. Eggers spricht über die Wörter, auf die man das „wechselnde Zeitinteresse“
verweist: „… könnte aus Tageszeitungen von Jahr zu Jahr, aber auch für jeden
beliebigen einzelnen Tag ermitteln, wie sich die Interessen der öffentlichen
Diskussion innerhalb eines bestimmten Zeitraums verteilen, oder was zu bestimmter
Zeit das ‚Tagesgespräch’ war. Am Empörschnellen der relativen Häufigkeit des
einschlägigen Vokabulars ließe sich das unschwer ablesen.“39
3) Eindringen der fachsprachlichen Ausdrücke
4) Fremdwörter
Eindringen fachsprachlicher Ausdrücke im Text und Verwendung von Fremdwörtern
hängen mit dem ständigen Austausch zusammen, der zwischen Wissenschaft bzw.
Wissenschafts-
und
Fachsprache
einerseits
und
Allgemeinsprache
oder
Umgangssprache andererseits verläuft.
5) Entlehnungen aus dem Angloamerikanischen
Die Entlehnungen bedeuten eine große Quelle für Erweiterung des Sprachvokabulars
und
demonstrieren
den
reichen
Einfluss
von
anderen
Sprachen.
Die
angloamerikanische Beeinflussung spielt dabei eine wichtige Rolle. Diese Tendenz,
die zahlreichen Anglizismen zu benutzen, hat ihren Weg in die Gemeinsprache mit
Hilfe der Medien gefunden. Es entsteht die
Frage, inwieweit man eine solche
Tendenz noch als spezifisch für die Presse betrachten kann.
6) die häufige Verwendung von sog. Augenblickskomposita
Dieses Thema gehört zwar in den Bereich der Wortbildung. Neben bereits üblich
gewordenen Komposita wie Krankenschwester oder Rettungsdienst enthält der
Auszug einige Beispiele neu gebildeter Zusammensetzungen, die komprimiert
mehrere Informationseinheiten wiedergeben:40
Nomen + Relativsatz
Mann, der den Ersatzdienst ableistet
Ersatzdienst-Mann
Nomen + Präpositionalattribut
39
40
Eggers 1973, 99. In: Lüger 1995, 30.
Lüger 1995, 31.
30
(bzw. Relativsatz)
Patient mit einem Infarkt
Infarkt-Patient
(…, der einen Infarkt erlitten hat)
Nomen + Präpositionalattribut
(bzw. Infinitivkonstruktion):
Bemühungen mit einer (um eine) Herzmassage
Herzmassagebemühungen
(…, eine Herzmassage durchzuführen)
Die Sprachökonomie führt zum Gebrauch von Komposita. Die Bildung von
Augenblickskomposita dürfte wiederum in dem Bestreben nach Kürze liegen. Diese
Nominalisierungen kommen Pressetexten immer häufiger vor. Das verkürzende
Kompositum kann Bezug auf die bestimmten Nominalgruppen haben.
1.12 Textsorten in der Presse und Publizistik
Übersicht der Textsorten in der Zeitung:
Informationsbetonte
TS
Meinungsbetonte TS
Meldung, Nachricht, Bericht
Leitartikel, Kommentar, Kolumne, Glosse,
Essay, Rezension, Kritik
Kontaktherstellende
Feuilleton, Kurzgeschichte, Horoskop, Comics,
TS
Quiz
Reportage
Reportage, Reisebericht
Bizentrierte TS
Interview, Debatte
Feature
Instruierendanweisende TS
= Mischform von Bericht, Kommentar,
Reportage, Interview
Handlungsanweisungen, Ratgebungen, Rezepte
Werbung
31
Leserbrief
Infografik
Abbildungen, Photos, Landkarten, Tabellen,
Graphiken, Wettervorhersage
Tatsachenbetonte / Informationsbetonte Texte
Ich beschränke mich auf Textsorten, die den Lesern in der Zeitung
Informationen vermitteln. Der Inhalt jeder journalistischen Aussage wird durch
Darstellungsform bestimmt. Meldung, Nachricht und Bericht sind journalistische
Stillformen, die ihrem Wesen nach eng miteinander in Beziehung stehen. Sie stellen
tatsachen- oder informationsbetonte Erscheinungsformen dar.
Reportage, Feature und Meinungsinterview bilden Sondergruppen.
1.12.1 DIE MELDUNG
Die Meldung ist die elementarste, kürzeste, einfachste Textsorte. Sie besteht im
Kern aus einer einfachen Sachverhaltsdarstellung. Der Leser kann erfährt im
Wesentlichen nur, dass ein Ereignis stattgefunden hat, dass ein bestimmter Zustand
eingetreten ist oder eintreten wird, weitere Aspekte bleiben ausgespart. Die Texte
weisen keine oder minimale thematische Entwicklung. Es kann auch passieren, dass
eine Meldung nur von einem Satz bestehen kann.
Nach Bucher (1986, S.82) wird in der Meldung gesagt,
was sich ereignet hat,
wo, wann, wie, weshalb es sich ereignet hat,
wer an dem Ereignis beteiligt war.41
Die Meldung muss nicht auf die eine andere Nachricht, ein anderes Bild in der
Zeitung verweisen. Sie bildet keine Bezüge zu anderen Texten. Der Autor des Textes
tritt nicht in Erscheinung. Der Standpunkt ist meistens auch nicht erkennbar.
Normalenweise weist die Meldung eine Schlagzeile, aber keinen Lead auf. Der
41
Burger 2005, 213.
32
Aufbau des Haupttextes folgt meistens dem Prinzip der „umgekehrten Pyramide“.
Das Modell der „umgekehrten Pyramide“ bedeutet, dass die zentralen Informationen
am Anfang stehen, der weitere enthält Text Spezifikationen einzelner Aspekte. So
werden die Texte von den Agenturen angeboten, damit sie von den Redakteuren in
den Zeitungen mühelos gekürzt werden können. Dabei ist es heutzutage nicht mehr
so, dass die Kürzungen von hinten her erfolgen (das war wohl die Vorstellung, die
früher durch die materielle Substanz von Papier und Schere suggeriert wurde),
sondern Kürzungen können an jedem Ort – außer am Anfang – des Textes
vorgenommen werden. Für die Arbeit am PC spielt der Ort der Bearbeitung keine
Rolle mehr.42
Leser
Schlagzeile
Kontaktfunktion
Selektionsfunktion
Lead
intratextuelle
Funktion
Schlagzeilen weisen durch die Position und Formulierung eine relative
Selbständigkeit in Pressetexten auf. Sie sind einerseits an den Leser adressiert, d.h.
sie sollten den Leser aufmerksam machen, damit er den Lesenweg in der Zeitung
besser finden, und die Orientierung erleichtern. Anderseits sind sie intratextuell mit
dem Lead und dem Haupttext verknüpft.
Der Lead (Vorspann)43 ist im Vergleich mit der Schlagzeile funktional
eindeutiger bestimmbar. Er gibt dem Leser eine Kurzfassung des Inhaltes des
betreffenden Artikels. Er ist also primär durch seine intratextuelle Funktion definiert.
Allerdings sind hier deutliche Wandlungen im Gange.44
42
Burger 2005, 214 f.
Vgl. diese Arbeit Seite 13.
44
Vgl. Burger 2005, 114.
43
33
Der Text muss nicht nur die Fakten enthalten, sondern er weist auch auf die
Quelle der Nachricht hin. Sie enthält den Name von der Agentur, die den Grundtext
(Grundinformation) geliefert hat. Die Meldungen, die auf der ersten Seite (Frontseite)
sind, dienen als Leserführung. Sie bieten eine Vorschau an, was man im Inneren der
Zeitung finden kann. Bei der Meldung sieht man, dass die inhaltlichen und
strukturellen Klassifikationskriterien sich überkreuzen. Die Meldung gibt es in allen
Bereichen und Kommunikationsmodalitäten.
1.12.2 DIE NACHRICHT
„Comment is free, facts are sacred“45: Dieser berühmt gewordene Satz von
P.C. Scott beschreibt die für den angelsächsischen Journalismus charakteristische
Trennung von Meinungen und Information. Nach dem Krieg haben alle deutschen
Tageszeitungen und der Rundfunk diesen Grundsatz übernommen.
Die Nachricht ist, was sich unterscheidet?
“When a dog bites a man, that is not news, because it happens so often. But if a man
bites a dog, that is news.”46 Dieser Satz hat John B. Bogart (Lokalredakteur der
Zeitung SUN) einmal gesagt: Aus dieser „Man-bites-dog“ – Formel hat sich das
Europäische: „Nachricht ist, was sich unterscheidet“ entwickelt.
Eine Nachricht ist eine nach bestimmten Regeln gestaltete aktuelle Information
über Ereignisse, Sachverhalte und Argumente.
Den Begriff „Nachricht“ kann man in zweifacher Hinsicht gebraucht werden.
Entweder geht es um die Bezeichnung von Textinhalten, (Nachrichten sollten
alle Informationen sein, die für ein Publikum neu oder relevant sind); oder es handelt
sich um die Bezeichnung einer bestimmten Art journalistischen Textvorkommens
(Nachrichten sollten dann alle Texte sein, denen sich eine Menge spezifischer
Merkmale zuordnen lässt.).
45
Mensch und Medien (http://capella.hoffacker.de/ 29.08.2005)
„Wenn ein Hund einen Mann beißt, dann ist das keine Nachricht. Beißt ein Mann einen Hund, dann ist das eine
Nachricht.“
46
34
Dieser Doppelcharakter hat bei einigen Autoren dazu geführt, die Redeweise
von einer Textsorte ‚Nachricht’ ganz aufzugeben; teilweise wurde auch auf die
Unterscheidung gegenüber ‚Meldung’ und ‚Bericht’ verzichtet. Im folgenden wird
dagegen
der
Begriff
‚harte
/
weiche
Nachricht’
ausschließlich
als
Textsortenbezeichnung verwendet.47
Elemente einer Nachricht:
Aktualität
allgemeines Interesse
Aufbau (das wichtigste zuerst)
Die Nachricht teilt verständlich mit, ist objektiv.
Nachricht ist journalistische Darstellungsform (formal), eine Mitteilung (inhaltlich).
Eine Nachricht ist nicht länger als 20 Zeilen (eine Sendeminute), alles was darüber
hinausgeht, ist ein Bericht.
Aktualität
Eine täglich erscheinende Zeitung wird eine Nachricht, die z.B. am Dienstag
wegen Platzmangels nicht mitgegangen ist, am Mittwoch nicht in ihrer
ursprünglichen Form mitnehmen können. Aktualisieren lässt sich die Meldung durch
Aufgreifen des Fortgangs des Geschehens, inzwischen weiterer bekannt gewordener
Einzelheiten und durch Stellungnahmen. Aktualität im weiteren Sinn meint nicht nur
die Veränderung, die innerhalb eines Berichtszeitraums eigentreten ist, sondern meint
auch die Aufnahmenbereitschaft des Publikums für bestimmte Themen oder
Probleme. Eine Nachricht ist doppelt aktuell, wenn sie neu ist und den Nerv trifft.
Allgemeines Interesse
Allgemeines Interesse ist kein Universalinteresse, ist nicht jedermanns
Interesse. Der Allgemeinheitsbegriff ist ziemlich speziell, er bezieht sich nämlich
jeweils auf jenes Publikum, das mit der Nachricht konfrontiert wird.
Was erzeugt Interesse?
47
Vgl. Lüger 1995, 95.
35
Prominenz (Filmstar Brad Pitt)
Nähe (in unserer Hauptstadt)
Gefühl (jemand im Krankenhaus)
Sex (ihrem Geliebten)
Fortschritt (die Pläne)
Folgenschwere (einer Wunderwaffe)
Kampf, Konflikt, Kuriosität
Der Aufbau
Klar – das Wichtigste gehört an den Anfang. (Lead48)
Der Lead gibt Antworten auf die Fragen, die den Leser wahrscheinlich am
meisten interessieren. Der Lead-Stil ist das Gegenteil jeglicher Chronologie. Die
Nachricht muss das besondere herausarbeiten. Der Lead ist nur so lang, dass die
Information vollständig ist, also eine „Kurz-Kürzest-Nachricht“, die auch alleine
gedruckt werden könnte – aber natürlich nicht wird. Ein Lead gibt Antwort auf
insgesamt sieben Fragen: Wer? Was? Wo? Wann? Wie? Warum? Woher? Wobei
natürlich abgewogen werden sollte, ob jede Frage schon von so großem Interesse ist,
dass sie beantwortet werden muss. Außerdem sollte darauf geachtet werden, Leads
nicht mit zu vielen Angaben zu überfrachten, nur um alle sieben „W-Fragen“ zu
beantworten: nur diejenigen „W-Fragen“ muss der Lead beantworten, die das
Wichtigste dieser Nachricht ausmachen. Wenn das in einem Satz nicht geht, es
werden eben zwei. Ein „Extra-W“ ist das Zitat, danach sollten aber die wichtigsten
weiteren W-Fragen angeschlossen werden. Die Vorteile dieses nach abnehmender
Wichtigkeit gegliederten Nachrichtenaufbaus: die Texte lassen sich leichter
redigieren, wenn am Ende etwas weggestrichen wird, kann das mit gutem Gewissen
erfolgen, denn das Wichtigste steht ja im Lead und den folgenden Sätzen.
Man unterscheidet harte oder gewichtige Nachrichten (hard news) und weiche
oder leichte Nachrichten (soft news).
48
Der Lead = die Nachricht in der Nachricht.
36
Harte Nachrichten werden knapp und prägnant formuliert. Sie informieren –
soweit möglich – unpersönlich und sachlich über die vier Ws im Zusammenhang mit
dem Ereignis: über den Vorgang selbst (Was), über die daran beteiligten Personen
(Wer), über den Zeitpunkt (Wann) und den Ort (Wo). In der Hauptsache befassen
sich Nachrichten mit öffentlichen Angelegenheiten von politischer, wirtschaftlicher,
gesellschaftlicher rund kultureller Bedeutung. Im besten Fall ist die Nachricht für den
Empfänger so wichtig, dass er sich danach richtet. Emil Dovifat49 hielt die Nachricht
daher für eine „Mitteilung zum Darnachrichten“ (so auch Grimms Deutsches
Wörterbuch). Doch sogar die Nachricht, die für einen Teil der Empfänger
Orientierungswert besitzt, wird für einen anderen Teil nur Unterhaltungswert haben.
Der harte Nachrichtenstil ist während des Amerikanischen Bürgerkriegs (18611865),
entwickelt
worden.
Wegen
der
noch
großen
Störanfälligkeit
der
Telegrafenverbindungen erreichte oft nur der Anfang eines Gefechtsberichts die
Redaktionen. War der Bericht chronologisch aufgebaut, so gelangte gerade das
Wesentliche, nämlich Abschluss und Ergebnis des Berichteten Vorgangs, nicht an die
Adressaten. Die Reporter gingen deshalb dazu über:
1. Die Nachricht in zwei Abschnitten zu übermitteln (zuerst den so genannten Lead –
Leitsatz oder Nachrichtenkopf – und dann den Body, den Nachrichtenkörper) und
2. Das Wichtigste im Nachrichtenkopf zusammenzufassen (Kurzinformation über das
Was, Wer, Wo, Wann) und im Nachrichtenkörper detaillierte Zusatzinformationen zu
bringen.
Weiche Nachrichten sind nicht immer sachlich formuliert; vielmehr schlagen
sie oft einen persönlicheren, farbigeren, affektiveren Ton an. Sie müssen nicht nach
der Wichtigkeit der mitgeteilten Information geordnet sein, sondern stellen vielfach
eine reizvolle Einzelheit an den Anfang, die nicht unmittelbar über eines der vier WFragen Aufschluss gibt. Für den Schluss bewahren sie eine besondere Belohnung auf,
eine intime Information, ein Zitat, einen Gag. Sie befassen sich meist mit
Unglücksfällen und Verbrechen, Korruption und Angelegenheiten der Intimsphäre,
Emil Dovifat (* 27. Dezember 1890 in Neutral-Moresnet; † 8. Oktober 1969 in Berlin) war deutscher
Publizistikwissenschaftler und Begründer der Publizistikwissenschaft in Deutschland
49
37
mit Sport, menschlich rührenden und gesellschaftlichen Ereignissen (oder,
schlagwortartig ausgedrückt, mit den gefühlsträchtigen B´s: Blut, Busen, Bällen,
Beichten und Babys). Soft news finden sich vor allem in Straßenverkehrszeitungen
und auf den „bunten Seiten“ der Abonnementzeitungen, aber auch in bestimmten
Nachrichtenagenturen wie AP.50 Man nennt es Infotainment, wenn Nachrichten als
Unterhaltung präsentiert werden.
1.12.3 DER BERICHT
- wird meistens als Zwillingsbruder der Nachricht bezeichnet51
- ist der Haupttyp informationsbetonter Darstellungsform
Das klassische Genre der Nachrichtenübermittlung ist der Bericht. Er eignet
sich, ein Ereignis oder Thema ausführlicher und tief greifender zu behandeln, die
Vorgeschichte und Folgen des Ereignisses mitzuteilen, und das Ereignis in relevante
Zusammenhänge einzuordnen, als es in einer kurzen Meldung möglich ist.
Als tatsachenbetonte Darstellungsform hat der Bericht das Ziel, den Leser fair
und umfassend über einen Sachverhalt zu informieren. Sein Bezug zur Realität muss
daher ein möglichst authentischer sein. „Fakten statt Fiktion“ lautet hier die Devise.
Im Sinne des seriösen Journalismus bemisst sich sein Reinheitsgebot an den Kriterien
Verständlichkeit und Wahrheit. Der Bericht darf zwar sprachlich locker sein, muss
aber vorrangig sachlich, bündig, klar, lückenlos, objektiv und glaubwürdig sein.
Der Bericht widmet sich der sachgerechten, objektiven Wiedergabe von
Tatsachen. Er ist strukturiert in drei Bausteine: Schlagzeile (ein- oder mehrteilig),
Vorspann (Lead) und Haupttext (Fließtext, Body). Im Standartbericht wird dabei
nach dem Prinzip der auf den Kopf gestellten Pyramide vorgegangen, bei dem im
ersten Satz bereits die wichtigsten Antworten auf die journalistischen W-Fragen
gegeben werden. Der Text eines Berichtes braucht einen Spannungsbogen, einen
nach Absätzen klar strukturierten Aufbau und logische Übergänge. Das hilft dem
Leser so schnell wie möglich zu der Entscheidung und bis zum Schluss zu kommen.
50
51
Wilke / Rosenberger 90, 1991.
LaRoche 85, 1999.
38
Im Rahmen des Berichtes sind viele „Untertypen“ abzugrenzen:52
a) Tatsachenbericht („fact story“): Fakten werden zusammengefasst, zugeordnet und
gewichtet; die zentrale Tatsache ist an den Anfang gestellt.
b) Handlungsbericht („action story“): Der Ablauf von Ereignissen wird zu einem
Endpunkt hin dargestellt, der am Anfang des Berichts plaziert wird.
c) Zitatenbericht („quote story“): Komprimierte Aussagen aus Reden, Diskussionen,
Manuskripten oder Interviews; die Kernaussagen werden herausgehoben und an den
Anfang gestellt.
d) Korrespondentenberichte heben sich durch besonderes „Insider-Wissen“ ab. Hier
kommt ein Journalist nicht ohne seine persönliche Sicht der Dinge aus.
e) Augenzeugenberichte leben von der Nähe zum „Tatort“.
f) Kulturbericht: Gibt eine Inhaltsangabe und bewertet das Geschehene.
g) Sportberichte verlangen, dass der Journalist verrät, ob ein Fußballspiel gut war
oder nicht.
h) Gerichtsverhandlungsbericht: Hier möchte der Leser wissen, welchen Eindruck
der Journalist vom Angeklagten hatte.
Einen Bericht mit mehr als 300 Zeilen kann man als Report bezeichnen. Report
benötigt eine hohen Recherchenaufwand und gründliche Analyse. Er behandelt meist
sehr komplexe Themen und bietet eine anschauliche Darstellung.53
Bevor sie ihr Wissen weitergeben, bedarf es daher zunächst einer sorgfältigen
Recherche. Schließlich ist die wahrheitsgetreue Berichterstattung für den Leser
unabdingbare Grundlage der Meinungsbildung. Der frei fabulierende Umgang mit
der Wirklichkeit, von dem der literarische Text oft lebt, ist im Bericht also passé.
Wenn man den Wetterbericht hört, möchte man auch wissen, wie das Wetter wirklich
ist und nicht wie es sein könnte.
52
Vgl. Fachjournalist, Reihe I: Journalistisches Schreiben, 21. In: Deutscher Fachjournalisten Verband www.dfjv.de
20.06.2005.
53
Vgl. Fachjournalist, Reihe I: Journalistisches Schreiben, 23. In: Deutscher Fachjournalisten Verband www.dfjv.de
20.06.2005.
39
KAPITEL II PRAKTISCHER TEIL
2 . 1 Anzeige als eine T e x t s o r t e i n d e r P r e s s e
Anzeigen im Hannoverschen Kurier von 1866
Eine Anzeige ist eine öffentliche Ankündigung oder Bekanntmachung, die im
Auftrag und im Interesse des Bekanntmachenden und in der Regel gegen Bezahlung
als Werbebotschaft in einer Druckschrift abgedruckt wird.
Sinngleich verwendet werden die Bezeichnungen Annonce (frz. Ankündigung)
und Inserat.
Inhalte von Anzeigen
Anzeigenseite
in
der Kölnischen
Zeitungmit
zahllosen
arbeitssuchenden
„Dienstmädchen“ (1881)
Produkt- und firmenbezogene Inhalte
40
Eine Anzeige dient der Information und Bekanntmachung, der Werbung oder der
Vermittlung. Die Werbewirtschaft unterscheidet zwischen Image-, Produkt- und
Coupon-Anzeigen. Letztere enthält einen abtrennbaren Antwortabschnitt, der dem
Leser eine direkte Bestellung oder Kontaktaufnahme ermöglicht. Anhand
dieser Rückmeldung kann der wirtschaftliche Erfolg der Werbeaktion gemessen
werden. Image- und Produktanzeigen werden der klassischen Werbung, CouponAnzeigen dem Direktmarketing zugerechnet.
Menschenbezogene Inhalte
Neben
Produkt-
oder
Image-Werbung
werden
auch Stellenangebote oder Kontaktanzeigenabgedruckt.
Nicht abgedruckte Inhalte
Die Anzeigenabteilung kann eine Veröffentlichung ablehnen, wenn der Text
gesetzeswidrig ist (z. B. wenn bei einem Inserat zum Verkauf einer Waffe ein laut
§ 35 des Waffengesetzes vorgeschriebener Hinweis wie „Abgabe nur an Inhaber
einer Erwerbserlaubnis“ fehlt)
den eigenen Regeln zur Veröffentlichung widerspricht (z. B. Waffen, Erotik etc.)
ihrer
politischen
Richtung
oder
Weltanschauung
widerspricht
(Verlage
sind Tendenzbetriebe).
Weitere Ablehnungsgründe können nicht erfüllte technische Voraussetzungen oder
auch
monetäre
Probleme
(mangelnde Bonität)
des
Inserenten
sein.
Der
Anzeigenleiter übernimmt stellvertretend für den Verleger die zivilrechtliche sowie
die strafrechtliche Verantwortung.
Anzeigenverkauf
Anzeigenabteilungen akquirieren
bearbeiten
die
Aufträge
Anzeigenkunden, verkaufen
(Anzeigendisposition)
bis
zur
Anzeigen
und
Drucklegung.
Außendienstmitarbeitern, denen ein bestimmtes Gebiet oder Branche zugewiesen
wird, um dort Aufträge zu akquirieren, arbeiten zumeist auf Provisionsbasis. Es gibt
Verlage, die Ihren Außendienst über freie Anzeigenvertreter abwickeln, die
ausschließlich Provision erhalten, d.h. kein Festgehalt (Fixum) beziehen. Ist hingegen
41
der Außendienst an den Verlag angegliedert, dann nennt man die Mitarbeiter
Verlagsvertreter. Diese erhalten vom Verlag ein Grundgehalt und zusätzlich eine
Provision. Die Sozialversicherungen werden ebenfalls vom Verlag übernommen.
Zu bezahlen ist eine Annonce vom Inserenten oder der von ihm beauftragten (Media)Agentur. Je nach strategischer Ausrichtung eines Verlages können Kleinanzeigen
sowie
Anzeigen
von
Werbetreibenden
(sogenannte gewerbliche
Anzeigen)
wesentlich zur Gesamtfinanzierung einer Zeitung oder Zeitschrift beitragen. Das
Anzeigengeschäft sollte den Verlag und seine Publikationen von äußeren Einflüssen
unabhängig machen. Da die Verlage aber auf das Anzeigengeschäft angewiesen sind,
gehen sie vermehrt auf Inserentenwünsche und die geforderten Konditionen (Rabatte,
Naturalrabatte) von Kunden und Agenturen ein. Kleinanzeigen werden nach Zeilen
(vor allem bei Privatanzeigen üblich), nach Zeichen (selten) oder nach SpaltenMillimeterpreis berechnet. Letzteres ist insbesondere bei gewerblichen Anzeigen
üblich; Beispiel: eine einspaltige Anzeige mit 10 mm Höhe hat 10 Spaltenmillimeter;
eine zweispaltige von 10 mm hat 2 Spalten × 10 mm = 20 Spaltenmillimeter usw.
Formatanzeigen werden nach Größe, Farbigkeit, technischer Leistung, Belegung,
Saison, evtl. Wochentag (so kann etwa eine Immobilien- oder Kfz-Anzeige samstags
teurer sein als mittwochs) und vor allem nach der Platzierung berechnet.
Es gibt eine Vielzahl von Rabatten und Nachlässen im Anzeigenverkauf, etwa bei
Schaltung mehrerer Anzeigen oder bei Schaltung verschiedener Anzeigen eines
Unternehmens in mehreren Titeln eines Verlages (sogenannter Kombinationsrabatt).
Daneben gibt es Skonto, Boni oder Agenturprovisionen.
Außerdem sind sogenannte Abschlüsse üblich, bei denen sich der Kunde im Voraus
zur Abnahme einer bestimmten Anzeigenmenge (in Spaltenmillimeter oder als
Anzahl Schaltungen) verpflichtet. Die dabei erzielten Rabatte sind gestaffelt; üblich
sind Malstaffel (Menge der geschalteten Anzeigen in verschiedenen Ausgaben) und
Mengenstaffel (nach Seiten oder Spaltenmillimetern berechnet). Die Abrechnung
erfolgt in der Regel nach dem Bestprinzip, d.h. hat der Kunde mehr Anzeigen
42
abgenommen als ursprünglich vereinbart, erhält er ggf. den Rabatt der nächsthöheren
Stufe.
Bei Zeitungen unterscheidet man zwischen Textteil- und Anzeigenteil-Anzeigen.
Dabei kann eine unterschiedliche Spaltenbreite vorliegen, wenn eine Zeitung z. B.
sechs Textspalten und sieben Anzeigenspalten pro Seite aufweist (in diesem Fall
fließt ein entsprechender Faktor in die Preisberechnung ein). In Zeitschriften gibt es
diese Unterscheidung meist nicht. Auf Grund der verschiedenen Druckverfahren sind
Anzeigen in Zeitungen immer im Satzspiegel angelegt. Bei Zeitschriften sind die
Anzeigen fast immer seitenfüllend (mit Anschnitt). Wegen der besseren Übersicht im
Anzeigenteil
sind
die
Anzeigen
meist thematischzusammengefasst,
in Immobilien, Arbeitsplatzsuche, An- und Verkauf von Kraftfahrzeugen. Die
Inserate können entweder als normale Textzeilen (oft mit verschiedenen
Schriftgrößen
zur
Auswahl),
als
Foto-Anzeige
oder
als grafisch gestaltete Layouts veröffentlicht werden.
Weitere Anzeigenformen
2 . 1 . 2 Eigenanzeige
Die Eigenanzeige ist ein Mittel des Verlages, kostengünstig für sich selbst oder für
Derivate
des
Hauses
(CDs, Hörbücher,Internetseiten etc.)
zu
werben.
Bei
Kooperations-Anzeigen werben mehrere Unternehmen eines Bereichs gemeinsam für
ein Produkt oder Dienstleistung. Die Händlerwerbung ermöglicht es kleineren
Filialen, mit Unterstützung des Gesamtunternehmens/Konzerns Werbung zu
betreiben. Karitative oder gemeinnützige Anzeigen werden stark rabattiert oder
kostenlos
veröffentlicht.
Sind
diese
kostenfrei,
so
werden
sie
oftmals
als Füller verwendet. Sonderformate (auch AdSpecials genannt) sind ungewöhnliche
Darstellungsformen von Anzeigen, die den Leser überraschen und so eine gesteigerte
Aufmerksamkeit erreichen sollen. Waren früher drucktechnisch aufwendige
Produktionen eher die Ausnahme, so haben in den vergangenen Jahren immer mehr
43
Druckereien
technisch
aufgerüstet
und
können
vielfältige
Sonderformate
standardisiert und damit preisgünstiger anbieten.
Familienanzeigen
Mit
der
Entstehung
Jahrhundert,
begann
der
modernen
neben
Zeitungen,
kommerziellen
der Intelligenzblätter im 18.
Anzeigen
auch
die
gedruckte
Bekanntmachung von Familien-Ereignissen, vor allem Geburten, Heiraten und
Todesfällen. Dabei formulieren, bestellen und bezahlen Familienangehörige (Eltern,
Kinder, Hinterbliebene) private Anzeigen in jedermann zugänglichen, gedruckten
und durch ihre Druckauflage verbreitete, öffentliche und kommerzielle Zeitungen
und Periodika. Familienanzeigen bilden seitdem eine wesentliche Einnahmequelle
aller Zeitungen.
Historische Vorläufer der gedruckten Familienanzeigen waren noch handschriftliche,
aber bereits standardisierte Benachrichtigungen, die verschickt wurden. Als Vorläufer
der
Todesanzeigen
können
die
auf
Martin
Luther
zurückgehenden
gedruckten Leichenpredigten des 16. bis 18. Jahrhunderts angesehen werden, in
denen die Familien die bei einem Todesfall vom Geistlichen gesprochene Predigt mit
Nachruf als ostentativ religiöse und fromme Schrift veröffentlichte. Diese wurde mit
zum Teil umfangreicheren Biographien, Genealogien und dergleichen angereichert
und häufig luxuriös zur Verbreitung gedruckt. Die Todesanzeige in den modernen
Intelligenzblättern hat als moderne, kostengünstige Kurzfassung anscheinend die alte,
teurere Form der Leichenpredigten verdrängt.
Familienanzeigen haben sich im Laufe ihrer jahrhundertelangen Geschichte vielfältig
verändert. Heiratsanzeigen werden seit Mitte des 20. Jahrhunderts zunehmend nicht
mehr
von
den
Eltern, sondern
vom Hochzeitspaar selbst
veröffentlicht.
Geburtsanzeigen werden heute oft verfremdet, indem soeben Neugeborene scheinbar
selbst ihre Geburt durch eigene öffentliche Zeitungsanzeige bekannt machen.
Eine neue Art von Familienanzeigen entstand in der Bundesrepublik etwa in den
1970er Jahren in Gestalt von Zeitungs-Dankanzeigen anlässlich der Kommunion oder
Konfirmation. Damit schalten einzelne katholische Kommunionskinder (also ca. 9-
44
jährige) bzw. evangelische Konfirmand(inn)en (also ca. 14-jährige Heranwachsende)
im eigenen Namen Anzeigen in Lokalzeitungen, in denen sie sich z. T. auch im
Namen der Eltern öffentlich für die reichlichen Geschenke und Glückwünsche
bedanken, die sie anlässlich der Kommunion bzw. Konfirmation erhalten haben. In
der
untergegangenen DDR entwickelten
sich
entsprechende
Zeitungsanzeigen
anlässlich der dortigen Jugendweihe.
Eine weitere Anzeigensparte sind die heute verbreiteten Glückwunsch- und GrußAnzeigen. In ihnen werden Gratulationen usw. zu allen Arten von persönlichen
Ereignissen wie Kommunion, Trauungen, Geburtstagen, Jubiläen, Genesungen,
Examen u. a. von Familienangehörigen oder Dritten angezeigt. Anzeigende wie
Adressaten bleiben meist mit Vornamen anonymisiert. Deshalb ist fraglich, ob hier
noch die öffentliche Informationsfunktion der klassischen Familienanzeige vorliegt
oder eher eine Binnenkommunikation innerhalb kleiner geschlossener Familien- und
Freundeskreise über das öffentliche Medium Zeitung.
Auch hier ist - wie bei den Anzeigenblättern (s.u.) - den Printmedien mit
dem Internet inzwischen Konkurrenz erwachsen. Es gibt Portale, die - teilweise
kostenlos - ihren Nutzern die Möglichkeit bieten, Familienanzeigen individuell zu
gestalten, allgemein zu veröffentlichen und gezielt per E-Mail zu versenden. Einmal
veröffentlichte Anzeigen können dort von jedermann zu jeder Zeit und an jedem Ort
der Welt in einer Datenbank gesucht, gelesen und kommentiert werden. Durch den
Aspekt der unmittelbaren Interaktion erhält der Begriff „Familienanzeige“ eine
erweiterte Bedeutung hin zu einer Online-Community.
Familienanzeigen sind seit ihrer Entstehung über die jeweilige Informationsaussage
hinaus wegen der offenen Gestaltungsmöglichkeit durch Angabe von
Titeln
Orden
Wohnorten
Daten
Verwandtschaftsbeziehungen
45
religiösen und weltlichen Bibel-, Gedicht- u.a. Zitaten
graphischen
Illustrationen
(Kreuze,
Ringe,
Tauben,
gefaltete
Hände,
Blumenkränze, Porträt-Fotos u.a.)
ein sowohl individuell als auch gesellschaftlich wichtiges Medium der öffentlichen
Repräsentation
und
Sozialgeschichte,
Selbstdarstellung
(Statussymbol).
Sozialpsychologie,
Für
Soziologie
Mentalitätsgeschichte,
bzw.
Linguistik,
Mediengeschichte sowie für die Biographie- und Familienforschung sind
Familienanzeigen eine vielschichtig, aufschlussreiche und aussagekräftige historische
Quellengattung. Die Sammlung und Auswertung historischer Familienanzeigen steht
noch ganz am Anfang und eröffnet viele ergiebige Forschungsmöglichkeiten.
2 . 1 . 3 Anzeigenblätter im Deutschen
Spezielle Zeitungen für Kleinanzeigen, Anzeigenzeitungen bzw. Offertenblätter,
finanzieren sich nur aus dem Verkauf von Anzeigen. Gewerbliche Anzeigen sind in
Anzeigenblättern immer kostenpflichtig, private Anzeigen sind zum Teil kostenfrei.
In Deutschland ist die zum Konzern Vorarlberger Medienhaus gehörende „Quoka“
eine der größten Verlagsgesellschaften für solche zumeist ausschließlich regional
verbreiteten Offertenblätter.
Daneben
gibt
es
viele
andere
regional
meist
unangefochtene „Platzhirsche“ wie „Zweite Hand“ in Berlin oder „Annonce“ (auch
Annonce.de) im Großraum Köln/Bonn/Aachen, die meist schon seit über 25 Jahren
für „ihre Einwohner“ das Printmedium für kostenlose Kleinanzeigen darstellen.
Entscheidende
Ursache
der Zeitungskrise ist
der
seit
langem
anhaltende
einschneidende Anzeigenrückgang in den Printmedien. Hier war durch das von den
Verlagen anfangs belächelte, dann unverstandene und inzwischen gerade von den
Tageszeitungen gefürchteteInternet ein sehr großer Konkurrent erwachsen: sowohl
mit stark genutzten rubrikenspezifischen Portalen für Autos (wie mobile.de),
Häuser/Wohnungen
(www.grundstück.de)
(z. B.
als
immobilienscout24.de)
auch
mit
oder
Grundstücke
rubrikenübergreifenden
Portalen
46
wie www.markt.de, www.gamira.com,
www.findix.com,
www.bazos.de, www.quoka.de,
www.schwarzesbrett.de
oder
dem
zum
Ebay-Konzern
gehörenden Kijiji. Hier ist das Einstellen von Anzeigen zumeist kostenlos. Die
sogenannten Portale haben jedoch für die Inserenten wie auch die Nachfrager einen
immer noch entscheidenden Nachteil: Ausschließlich diejenigen erreichen sie, die
über
einen
Internet-Zugang
verfügen
und
diesen
zur
Befriedigung
des
Informationsbedürfnisses „Kleinanzeige“ nutzen. Außerdem ist die Vielzahl der
vorhandenen Portale ein Problem, während die Anzahl der in einer bestimmten
Region relevanten Printmedien in der Regel überschaubar ist.
Die in Aachen erscheinende Annonce hat bereits zu einem Zeitpunkt, als in
Deutschland die Mehrheit der Internet-Zugänge noch an Universitäten zu finden
waren, als erste in Europa den Weg ins Internet beschritten. Dort angestellte
Untersuchungen zeigen, dass die Mehrheit der Kleinanzeigen immer noch auf den
klassischen Wegen Post, Telefon, Fax oder persönliche Aufgabe in den Redaktionen
bzw. Geschäftsstellen den Weg in die Zeitung findet. Das dürfte auch erklären,
warum in den reinen Internet-Anzeigenportalen trotz Werbe-Etats in mehrstelliger
Millionenhöhe meist nur etwa 10 % der aktuellen Anzeigen zu finden sind, die
Blätter wie Zweite Hand, Annonce oder Findling (in Saarbrücken) wöchentlich
veröffentlichen.
Erstmals seit Jahren stieg das Anzeigenaufkommen 2006 (um knapp 4 %), so der
Verband
Deutscher
Zeitschriftenverleger.
in Publikumszeitschriften von
Januar
Demnach
bis
wurden
September
161.461 Anzeigenseiten geschaltet. Überdurchschnittlich zugenommen in Bezug auf
das Anzeigenvolumen haben der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) zufolge die
Segmente Programmzeitschriften, AktuelleZeitschriften und Magazine sowie die
monatlichen Frauenzeitschriften).
Eine Sammlung von internationalen Werbeanzeigen aus aller Welt finden sich in dem
Werbemagazin Lürzer’s Archiv.
Trivia
47
Am 19. Juli 1695 erschien in England die erste in einer Zeitung abgedruckte
Heiratsannonce. Ihr Wortlaut war: „Ein 30-jährigerGentleman, der von sich sagt, er
sei sehr wohlhabend, sucht als Gattin eine junge Dame, deren Vermögen 3000 Pfund
beträgt oder mehr.“
Es gibt wieder mehr Jobs, das heißt auch mehr Stellenangebote. Allerdings: Viele
gehen über das Gelesene hinweg, da sie davon ausgehen, dass das Angebotene nicht
zu ihnen passt.
Obskure Voraussetzungen in den Stellenangeboten lassen so manche frustriert
zurück. Anforderungen wie ein abgeschlossenes Studium inklusive zehnjähriger
Berufserfahrung, Mandarinkenntnisse und Auslandsaufenthalte überfordern die
Suchenden. Um die Annoncen richtig zu verstehen, muss man sich Zeit nehmen und
mehrmals lesen. Auf keinen Fall von Worthülsen entmutigen lassen: Ein
Stellenangebot, das hundertprozentig zu einem passt, gibt es so gut wie gar nicht.
Wer nach einer ausreichenden Analyse der Anzeige feststellt, dass zwei Drittel der
geforderten Fähigkeiten und Kenntnisse erfüllt werden, sollte sich ruhig bewerben
und
von
Floskeln
nicht
abschrecken
lassen.
Generell sind Annoncen nach demselben Schema aufgebaut: Vorstellung des
Unternehmens, je kleiner dieses ist, desto mehr Informationen gibt es darüber - für
viele ist die Anzeige ein Marketinginstrument. Dann folgt die Beschreibung der
Position, die oft in Englisch betitelt wird. Für die eigene Aufklärung ist es hilfreich,
die Bedeutung im Internet zu "googlen". Wenn die Anzeige vor Anglizismen, wie
"Coach", "Facility Manager", "Outsourcing", "Jobsharing" und ähnlichen Begriffen
strotzt, ist es nicht bloße Angeberei, sondern das Unternehmen legt meist großen
Wert auf Englischkenntnisse. Noch wichtiger als die Position ist die Beschreibung
der Aufgaben. In der Regel lässt sich aus dieser schon ersehen, worauf es ankommt
und ob es passt. Unterschiede sind in der Ausdrucksweise zwischen unbedingt
geforderten Fähigkeiten und lediglich gewünschten Qualifikationen zu erkennen. Bei
der Formulierung "erforderlich ist" oder "vorausgesetzt wird" müssen Erfahrungen
und Kenntnisse tatsächlich mitgebracht werden. Gern gebrauchte Ausdrücke, wie
48
"Teamfähigkeit" oder "Flexibilität" können auf Stress, unbezahlte Überstunden und
die Bereitschaft, das Privatleben zugunsten der Firma zu vergessen, hinweisen.
Kompromissbereit zeigen sich Firmen in der Regel, wenn sie in ihrer Anzeige die
Anforderungen ungenau umschreiben, da kann der eine oder andere Bewerber mit
persönlichen Erfahrungen brillieren. Auch Begriffe, wie "kommunikativ" können für
Verwirrung sorgen, denn die eine Firma setzt eine gute Ausdruckweise voraus, die
andere einen Menschen, der gerne viel spricht. Um Unsicherheiten zu vermeiden,
sollten Bewerber ruhig bei dem zuständigen Mitarbeiter der suchenden Firma
nachhaken. Auf dieses Gespräch kann man im positiven Verlauf sogar bei der
Bewerbung eingehen.
2.2
Jobbörseseiten im Deutschen
Jobbörsen (auch Stellenbörse oder Stellenmarkt)
sind
große
Sammlungen
von Stellenausschreibungen verschiedener Unternehmen. Jobbörsen wurden früher
vorwiegend in Printmedien angeboten. Heutzutage versteht man darunter meist
Online-Stellenbörsen.
Nutzung durch Arbeitgeber
Onlinebasierte Jobbörsen werden von Arbeitgebern als Mittel im kurzfristigen
Personalmarketing bzw. Recruiting genutzt. 87% der offenen Stellen werden auf der
eigenen Unternehmens-Webseite und 61,2 Prozent in Internet-Stellenbörsen
ausgeschrieben, im Vergleich zu 20,2% in Printmedien. Die meisten Bewerbungen
erhalten die Unternehmen über Online-Jobbörsen. Die eigene Karriereseite folgt auf
dem zweiten Platz. Eigene Mitarbeiter und deren Empfehlungen kommen auf die
Plätze 3 und 4. Dieselbe Reihenfolge ergibt sich auch bei den Einstellungen
Nutzung durch Bewerber
Die Internet-Stellenbörse ist mit 66,8% der bei der aktiven Suche durch Bewerber
nach offenen Stellen und potenziellen Arbeitgebern am häufigsten genutzte Kanal.
Mit deutlichem Abstand folgen Unternehmens-Webseiten und Karrierenetzwerke.
49
Printmedien werden hingegen von nur noch 28,4% der Befragten häufig zur
Stellensuche genutzt.
Abgrenzung
Eine Jobbörse ist ein Stellenmarkt, in welchem der Betreiber Stellenangebote von
Arbeitgebern und / oder Stellengesuche von Bewerbern mittels Informationsabfrage
und –selektion zur Vermittlung bereitstellt. Stellenangebote bzw. Stellengesuche
sollen originäre Einträge bei einer Jobbörse sein. Job-Suchmaschinen und
Wiederverwerter („Traffic Partnerships“) sind demzufolge keine eigenständigen
Jobbörsen, da diese Angebote bzw. Gesuche bereits in einer anderen Jobbörse im
Internet erschienen sind.
Jobbörsen können bilaterale Stellenmärkte (Angebote und Gesuche) oder unilaterale
Stellenmärkte (entweder Angebote oder Gesuche) sein, je nach Betriebsmodell der
betreffenden Jobbörse. Generalistisch orientierte und Spezial-Jobbörsen werden
zusammen mit Jobsuchmaschinen unter dem Begriff Jobportale zusammengfasst. Im
Gegensatz
dazu
stellen
HR-Portale
mit
allgemeinen
Informationen
zu
Bewerbungstipps und Arbeitsmarkt mangels spezifischer Stellenangebote oder
Stellengesuche keine Jobbörsen im Sinne dieser Definition. Ebenso sind ArbeitgeberKarriereseiten, auf denen Stellenanzeigen veröffentlicht werden, keine Jobbörse, da
diese Arbeitgeber-Stellenmärkte ausschließlich Stellenangebote für die eigene Firma
und nicht von Dritten veröffentlichen.
Entwicklung
Ab Mitte der 1990er hat sich durch die Ausbreitung des Internets eine zunehmende
Verlagerung
in
den Online-Bereich
stattgefunden,
da
die
Prozesse
zur
Stellenbesetzung dadurch teilweise automatisiert und beschleunigt werden können.
Ein weiterer Grund sind die geringeren Kosten gegenüber den Print-Stellenanzeigen.
Im Jahr 2009 wurden 62,9% aller Vakanzen in Internet-Stellenbörsen ausgeschrieben.
In diesem Recruiting-Kanal wurden somit deutlich mehr freie Stellen veröffentlicht
als in Printmedien, wo im Jahr 2009 nur noch knapp zwei von zehn Stellenanzeigen
durch deutsche Großunternehmen geschaltet wurden. Das entspricht einem Rückgang
50
um 6,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und um 17,6 Prozentpunkte im
Vergleich zum Jahr 2002.[1]
Jobbörsen begannen zunächst mit der Digitalisierung des eigentlichen Stellenmarkts,
der der klassischen Ansammlung von Stellenanzeigen in Printmedien entspricht. Die
entscheidenden Qualitätsmerkmale von Jobbörsen sind u.a. die Nutzungshäufigkeit,
dieAktualität, die Qualität der Suchergebnisse, der Angebotsumfang sowie die
Benutzerfreundlichkeit.
Meta-Jobbörsen
Meta-Jobbörsen basieren auf automatisierten Suchvorgängen, bei denen die
Stellenanzeigen von bestimmten Jobbörsen durchsucht werden und in einem Index
für Suchabfragen bereitgestellt werden. Die Verzweigung erfolgt dann auf die
jeweilige Original-Stellenanzeige, die in der Jobbörse publiziert wurde.
Jobsuchmaschinen
Unter Jobsuchmaschine versteht man ein Internet-Angebot, das auf Stellenanzeigen
verweist und - im Gegensatz zur (Meta-)Jobbörse - maximale Marktübersicht
dadurch anstrebt, dass auch Stellenanzeigen veröffentlicht werden, für die kein Geld
bezahlt wurde. Mittels komplexer Suchmaschinentechnologie wird sichergestellt,
dass dem Nutzer hochrelevante Ergebnisse angezeigt werden. Diese Suchmaschinen
sind üblicherweise kostenlos benutzbar und beinhalten meistens Werbung in der
einen oder anderen Ausführung. Im Gegensatz zu generellen Suchmaschinen wie
Google oder Bing wenden Jobsuchmaschinen spezifische Analysen an, um die
Herkunft von Stellenananzeigen zu selektieren oder berufs- und job-spezifische
Bezeichnungen anhand einer semantischen Analyse zuzuordnen können, dies erhöht
die Qualität der angezeigten Stellenangebote für die Jobsuchenden. Für die
Jobsuchenden bieten diese Angebote aufgrund des breiteren Marktüberblicks einen
deutlichen Vorteil ggü. allgemeinen Jobbörsen.
Spezial-Jobbörsen
51
Spezial-Jobbörsen grenzen sich von den generalistischen Jobbörsen ab durch
Spezialisierungen auf bestimmte Branchen, Funktionen, Zielgruppen, lokale
Fokussierung oder den zugelassenen Anbieterkreis.
Am 30. Juni 2010 gab es 2.018 Jobportale im Internet.
Qualität der Jobbörsen
In 2011 hat die Metastudie „Deutschlands Beste Jobportale“ die Qualität der
verschiedenen
Jobportale
anhand
einer
Kombination
aus
Nutzung,
Kundenzufriedenheitsanalysen und Ergebnisqualität gemessen. Es wurden sowohl die
Bewerberseite als die Arbeitgeberseite befragt. Für diese Untersuchung konnten die
Antworten von über 1.000 Unternehmen bzw. über 10.000 Bewerbern zugrunde
gelegt werden. Danach ergaben sich folgende Rangfolgen für die Qualität:
Rangliste bei den Bewerbern
Kimeta; StepStone; Jobrapido; iCjobs; Jobware Online-Service; jobpilot.de
Gigajob; Kalaydo; FAZjob.net; meinestadt.de; Monster.de;
Rangliste bei den Arbeitgebern [Bearbeiten]
StepStone; Jobware Online-Service; Stellenanzeigen.de; jobpilot.de; Kalaydo; XING
Monster.de; Bundesagentur für Arbeit; Gigajob; experteer.de
52
2.3 Stellenanzeigen im Deutschen
Stellenanzeige
Öffentliche
Stellenanzeigen
werden
in Stellenbörsen,
klassischerweise
in
Printmedien, vor allem Tageszeitungen, seit Mitte der 1990er Jahre auch auf der
eigenen Website veröffentlicht.
Bis in die 1990er Jahre hinein war das Hauptmedium für Stellenanzeigen die
Tageszeitung. Im Gegensatz zu den Stellenangeboten für Führungskräfte, die in
wenigen überregionalen Tageszeitungen und in Verbandszeitschriften zu finden sind,
steht das Gros der Stellenanzeigen in der lokalen Presse. Mit zunehmender
Verbreitung des Internets werden mehr und mehr Stellen auch online angezeigt.
Der Vorteil von Online-Stellenanzeigen liegt darin, dass sich Bewerber wesentlich
schneller und übersichtlicher über offene Stellen informieren und bewerben können.
Für Unternehmen wiederum besteht der Vorteil darin, dass Online-Stellenanzeigen
53
wesentlich günstiger sind und über einen längeren Zeitraum laufen (üblicherweise
vier Wochen).
Stellenanzeigen werden häufig im Sinne von „Idealkandidaten“ formuliert. Da es
diese selten gibt, kann es für einen Bewerber bereits lohnen, sich ab einer
Übereinstimmung von 60 % zwischen Anforderungsprofil und persönlichem Profil zu
bewerben.
Immer häufiger ist zu beobachten, dass Stellenanzeigen mit Karriereinformationen
verknüpft werden um dem Stellensuchenden hilfreiche Tipps und Tricks bei der
Stellenbewerbung anzubieten.
2.4 Elemente einer Stellenanzeige im Deutschen und im Usbekischen
Eine gut gemachte Stellenanzeige ist wie eine Visitenkarte des Unternehmens. Sie
sollte mindestens folgende Elemente enthalten:

Vorstellung der Firma (Standort, Größe, Mitarbeiterzahl)

Aufgaben, die neue Mitarbeiter erwarten (z. B. Vertragsabwicklungen
durchführen, Lieferanten bewerten)

Stellenbeschreibung (eventuell Gründe für die Ausschreibung)

Anforderungsprofil des Bewerbers

Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten

Leistungen
(Gehalt,
Erfolgsbeteiligungen,
Sozialleistungen
z. B.
Altersversorgung)

Organisatorisches
(Empfangsadresse,
Eintrittstermin,
erforderliche
Bewerbungsunterlagen)
Über innerbetriebliche Stellenausschreibungen (z. B. durch Rundschreiben)
werden vakante Stellen den eigenen Mitarbeitern bekannt gemacht.
54
2.4.2 Kurzinhalt
Die 5 Ws

Wir sind,

Wir suchen,

Wir erwarten,

Wir bieten,

Wir bitten um
Unseriöse Stellenanzeigen
Stellenanzeigen mit Betrugsabsicht
Neben normalen, seriösen Anzeigen erscheinen in Print- und Onlinemedien immer
häufiger unseriöse Angebote, die dem Arbeitssuchenden zum Teil erheblichen
finanziellen und persönlichen Schaden zufügen können, falls er sich darauf einlässt.
Da die Unterscheidung hier nicht immer leicht fällt, sollen folgende Punkte als
Orientierungshilfe dienen. Vorsicht ist geboten, wenn
die Stellenanzeige kurz und knapp gehalten ist und keine bzw. wenig nähere

Informationen über den eigentlichen Tätigkeitsbereich enthält (z. B. „interessante
Tätigkeit“; „Tätigkeit von Zuhause aus“ etc.)
mit

horrenden
Verdienstmöglichkeiten
geworben
wird,
ohne
dabei
entsprechende Qualifikationen einzufordern („2500 € monatlich, auch ungelernt“)
Unqualifizierten der schnelle Aufstieg in eine vermeintlich hohe Position

versprochen wird („Büroleiter gesucht“)
als Kontaktmöglichkeit lediglich eine Handynummer oder eine E-Mail-

Adresse angeben ist.
In
diesen
Fällen
handelt
es
sich
meist
um
„Angebote“
so
genannter Strukturvertriebe oder ähnlicher Organisationen, die das Ziel verfolgen,
den
Bewerber
mittels
eines
ausschließlich
über Provisionen vergüteten Handelsvertretervertrags in
55
dieScheinselbstständigkeit zu drängen. Im schlimmsten Falle steckt gar ein
illegales Schneeballsystem dahinter.
Des Weiteren:

kostenpflichtige Hotlines angerufen werden sollen (z. B. 0900-Vorwahlen)

im Voraus Geld für Materialien bezahlt werden soll
2.4.3 Drückerkolonnen
Zuletzt gilt es, so genannte Drückerkolonnen zu identifizieren und zu umgehen. Die
Kriterien sind hier:

Stellenangebote mit diffusen Bezeichnung wie „Beifahrer“ oder neuerdings
auch Arbeit im „Sinne des Tier- oder Verbraucherschutzes“ (Akquise von
Spenden; Verkauf von Zeitschriftenabonnements) ohne nähere Beschreibungen.

die explizite Suche nach „ungebundenen (jungen) Menschen“
Scheinausschreibungen
Scheinausschreibungen sind Stellenausschreibungen, die den Eindruck erwecken,
eine Stelle sei zu besetzen und ein geeigneter Kandidat nicht gefunden; in
Wirklichkeit
wird
die
Ausschreibung
aber
nur
aufgrund
der juristischen Verpflichtung vorgenommen.
Bei Stellenanzeigen von Universitäten handelt es sich oft um Scheinausschreibungen.
Wenn Universitäten zur Ausschreibung von Stellen gezwungen sind, aber schon
feststeht,
wer
die
Stelle
erhalten
soll,
wird
trotzdem
ein
reguläres
Bewerbungsverfahren durchgeführt. Scheinausschreibungen sind manchmal daran zu
erkennen, dass ein Forschungsprofil verlangt wird, das praktisch nur von einer Person
erfüllt wird, oder dass die Stellenanzeige eher versteckt wird (keine Zeitungsannonce
etc.). Allerdings werden auch Scheinausschreibungen oft ohne solche Vorkehrungen
veröffentlicht oder sie werden im Gegenteil bewusst offen formuliert und breit
56
bekannt gemacht sowie ein aufwändiges Auswahlverfahren durchgeführt damit man
sich im Zweifelsfall auf die angebliche Chancengleichheit aller Bewerber im
Verfahren berufen kann.
Private Arbeitgeber nehmen in der Regel keine Scheinausschreibungen vor, da sie
ihre Stellen ohnehin nicht öffentlich ausschreiben müssen. Hier werden aber zuweilen
Stellenanzeigen für faktisch nicht zu besetzende Stellen dazu genutzt, der
Öffentlichkeit das Bild eines florierenden Unternehmens zu suggerieren, um etwa
Wettbewerber
oder
Investoren
zu
beeindrucken.
Diese
zur
Werbung
zweckentfremdeten Stellenausschreibungen gehen wie andere Scheinausschreibungen
zu Lasten von Bewerbern, deren Investition von Zeit und Geld in die Erstellung von
Bewerbungsunterlagen
und
gegebenenfalls
auch
der
Anreise
zum
Vorstellungsgespräch unabhängig von der Qualifikation von vornherein aussichtslos
war.
Besetzungsbild
Der Schwerpunkt beim Besetzungsbild liegt demnach eher im Bereich
der sozialen und fachlichen Kompetenzanforderungen sowie der groben Arbeitsziele
und den Lohnkosten, die eine Besetzung maximal verursachen darf. Die
Voraussetzungen an den Bewerber sind in der Stellenausschreibung in Kann- und
Muss-Voraussetzungen unterteilt.
Bei der innerbetrieblichen Stellenausschreibung wird den Mitarbeitern eine vakante
Stelle z. B. durch Rundschreiben oder im Intranet bekannt gemacht. Parallel dazu
können
durchaus
externe
Personalbeschaffungsmaßnahmen
getätigt
werden.
Der Betriebsrat kann sogar eine innerbetriebliche Stellenausschreibung verlangen;
hiervon ausgenommen sind Stellen leitender Mitarbeiter. Der Grundgedanke ist
die Chancengleichheit im innerbetrieblichen Arbeitsmarkt. Dies bedeutet, dass sich
Arbeitnehmer um eine andere Position im Unternehmen bewerben können. Der
innerbetriebliche Bewerber muss dabei nicht bevorzugt werden, wobei nach gängiger
Praxis
interne
Bewerber
gegenüber
externen
Bewerbern
bei
57
vergleichbarer Qualifikation Vorrang erhalten. Informationen, welche den Bewerbern
zur Verfügung gestellt werden sollten, sind:

Stellenbezeichnung

kurze Tätigkeitsbeschreibung

Zugehörigkeit zu Abteilung, Filiale oder Gruppe

Arbeitszeit

erforderliche Qualifikation

vorgesehene Vergütung

vorgesehene/r Einsatzort/e.
2 . 5 Stellenausschreibung
Die Stellenausschreibung ist die personalwirtschaftliche Ausschreibung einer
organisatorischen Stelle,
innerbetrieblich
hauptsächlich für Arbeitnehmerbeziehungen. Sie kann
(intern)
Stellenausschreibung
oder
kommt
Stellenbesetzungsverfahren
und
außerbetrieblich
(extern)
als
für
als
Anstoß
Bewerbungsanreiz
erfolgen.Die
entsprechendes
sowohl
in
der
Anbahnungsphase eines privatrechtlichen Arbeitsverhältnisses in Betracht als auch
bei Stellen des öffentlichen Dienstes. Beamtenrechtlich ist die Stellenausschreibung
in bestimmten Fällen gesetzlich vorgeschrieben, um z. B. die Bestenauslese zu
gewährleisten oder die Förderung von Frauen zu begünstigen.
Abgrenzungen. Eine Abgrenzung zu anderen Instrumentarien der Personalwirtschaft
fällt nicht immer leicht. Hier bedient man sich beispielsweise auch des
Besetzungsbildes oder einer Stellenbeschreibung. Die Stellenausschreibung enthält
weniger explizite Elemente als eine Stellenbeschreibung und dient etwa einem
externen Personalberater als
Grundlage
für
den
Abgleich
mit
den
einzelnen Bewerberprofilen aus seiner Akquisition. Oft ist allerdings die
58
Stellenbeschreibung
Grundlage
für
die
Tätigkeitsbeschreibung
in
der
Stellenausschreibung.
In
einem
Besetzungsbild
werden
insbesondere
keine
detaillierten
Aufgabenbeschreibungen genannt (Betriebsinterna), die Zusammenarbeit mit den
anderen Stellen im Unternehmen wird nicht beschrieben und es werden keine
Vertretungsregelungen ausgeführt.
2.6 Kontrastive Beschreibung der Stellenanzeigen
In den Annoncen spielen bestimmte Eigenschaften eine Rolle. Einige sind in
Annoncen in beiden Sprache voll and en, andere aber nicht.
Die Stellenanzeige werden durch bestimmte, sowohl sprachliche, als auch
nonverbale Zeichen besonders hervorgehoben und fallen deshalb schnell ins Auge.
Zu solchen Zeichen (Eigenschaften) gehören:
Großbuchstaben ( GEBIETSVERKAUFSLEITER, ҲИСОБЧИ)
Firmenzeichen und Symbole ( M-U-M, Ludwig Heuse GmbH)
Fettdruck, farbiger Druck ( Dipl.-Informatiker)
Größe der Anzeigen ( von 3 bis 130 Wörter)
Am Ende der Anzeigen: Telefonnummer, Pager, E-Mail, Chiffre der Anzeige, z.B.:
Telefon: 0172-6801889
Chiffre: SP-050-0998
Pager: (067) Абонент 1742
E-Mail: [email protected]
Und manche andere, die nur für eine Sprache charakteristisch sind.
Aus sprachökonomischen Gründen arbeitet man oft mit Abkurzungen und
Kürzwörtern:
U(- und)/Std.(=Stunde)/ techn. (technisch)/ W.(=Woche)/
Jlng}. (=langjahrig)/z.Zt. (= zur Zeit)/ Erf(= Erfahrungen)/ su. (=suchen)/ Wirk-krs.
(= Wirkimgskreis)/ Tdligk. (=Tatigkeit)/ wg. (= wegen)/ od. (=oder)/ sp. (=später)/
59
gt('gut)/ Kenntn. (=Kenntnisse)/ Tätigkfeld(=: Tatigkeitsfeld)/ Arb. (= Arbeit)/
EDV(=:elektronische
BAT(=Bundesangestelltentarif)/
Datenverarbeitung)/
übern(=übernehmen)/ тел. (=телефон)/ пейд. (~пейджер)/ com. (=сотовый)/ш.б.
(=шартли бирлик)/ қ. к. (=кўшма корхона)/ о.м.(=олий маълумот)/б.ҳ- бош
ҳисобчи)/ ш.к.(=шахсий компьютер).
Die Mehrzahl der Stellenanzeige weist eine bestimmte inhaltliche Gliederung
auf. Dazu gehören:
Beruf/Alter
des
Suchenden/Berufsausbildung/Erfahrungen
(Kenntnisse)/
gesuchte Position (Aufgabe).
In den Annoncen werden folgende Berufe, die für die deutsche Region typisch
sind, häufig angeboten:
Fitnesstrainer,
Krankenschwester,
Kaufmann
(Kauffrau),
Informatiker,
Techniker, Kinderfrau, Buchhalter, Verkäufer, Bauingenieur (-in), Jurist (-in),
Sozialwissenschaftler, Designer, Elektriker, Fahrer, Tischler.
Für Usbekistan sind die Berufe ҳайдовчи, ҳисобчи, массажист, дизайнер,
дастурчи gekennzeichnet.
Ein weiteres Merkmal sind die Vorstellungsformen. Die meisten der Anzeigen
beginnen mit der Berufsbezeichnung:
Sekretärin/ Fitnesstrainer/ Personalleiter/ Geschäftsführerin (F.f.F. 3.09.2001, SZ.
27/28.07.2002).
In vielen Fällen stellen sich die Stellensuchende ganz ausführlich vor:
Дастурчи Islamov Erkinjon, Delphi dasturida erkin ishla olaman. Agar taklif
bor bo'lsa +99891 650 04 55 raqamiga yoki [email protected] ga xabar bering.
Volljuristin,
38
J.,
2
J.
Berufserfahrung
als
Rechtsanwaltin,
Fachanwaltslehrgang Arbeitsrecht, sucht Anstellung in Kanzlei, Unternehmen od.
Verband. Zuschriften erbeten an 1568943-FAZ-60267 Ffin (FAZ. 22.01.2003).
Eigenschaften (Fähigkeiten) werden entweder allgemein oder ganz speziell
formuliert. Vgl.:
60
allgemeine Eigenschaften: lernwillig, flexibel, kreativ, mobil
Spezialisationen: EinzelPaar- und Familientherap. Beratung, BWL- Kenntnisse,
Consulting-Bereich.
In umfangreichen deutschen und usbekischen Anzeigen sind die professionellen
Eigenschaften zusammengestellt:
...Erfahrungen in Sozial-, Gesundheits- und Unternehmens-PR/mil 12- jährigen
Вerufs
erfahrungen/
Management-Erfahrungen/fliessend
Deutsch/
Englisch/
Französisch.
Charakteristische menschliche und fachliche Eigenschaften sind:
Kreativ, flexibel, selbstdndig, talent, gesund, mobil.
In deutschen Anzeigen ist auf dem Bereich der Tatigkeit (Wirkungskreis)
hingewiesen.
So: ... Aufgabengebiet in der Fahrradbranche/Fitnessbranche/ im Bereich
Marktforschung und Marketing/ im Bereich Medien od. Kultur. (S.30.07.2001).
In usbekischen Stellenabzeigen ist der Hinweis auf den Tätigkeitsbereich nicht
typisch.
Man findet außerdem Informationen über:
gewünschten Lohn:
Suche Arbeit auf 630-Eu-Basis/ Suche per sofort Tatigkeit auf620-Basis/... оклад 150
ш.б.
(S.Z. 20.07.2001, Tsch.S. 30.01.2003).
gewünschte Art der Arbeit ( Nebenjob, Gartenarbeit, seriöse Heimarbeit), z.B.:
25-jahrige dynamische Technikerin, kommunikationsstark, ehrgeizig und belastbar
sucht Umschulungsstelle mit iiberwiegend sitzender Tatigkeit (S.Z.16.06.2001).
gewünschten Ort der Arbeit:
... Tatigkeit ( I n - und A us Iand)/... in/um Miinchen.
Es fehlt in usbekischen Stellenanzeigen.
61
In manchen usbekischen Stellenanzeigen gibt es solche Punkte, die in deutschen
Stellenanzeigen fehlen. Das sind:
Der Name des/der Stellensuchenden:
Шерзод/ (Dar..S. 26.12.2002, T.N.26.12.2002).
Die Zeit, in der der Arbeitgeber den Stellensuchenden anrufen kann, z.B,:
9:00 дан 19 гача ёки 21.00/ 18:00 кейин (Th.S.2§. 12,2002., T.N. 26.12.2002.)
Innovation (Internet) und Kreativität spielen eine größre Rolle, als
Konventionen in der Sprachverwendung und Textgestaltung, die anderseits auch bei
ihnen nicht ganz fehlen. Neben den Stellenanzeigen bringen die Zeitungen auch
Informationen darüber, wie man den deutschen und usbekischen Stellenmarkt im
Internet finden kann. Die sogenannten Web- Finder:
www. jobrobot de www.stellemanzeigen.de,www.job.de www. jobs, adverts,de www.
rabota. uz, www. izrukwruki. uz, goldenpage.uz, mehnat.uz, torg/uzbek.uz
2.7 Beschreibung der lexikalischen Ebene von Stellenanzeige
Das wichtigste Instrument der Kommunikation ist das Sprachsystem, das aus
den bestimmten Elementen besteht. Diese Elemente werden in der Kommunikation
zielgerichtet eingesetzt, um den höchsten Effekt zu erreichen. Sprachbetrachtung und
Sprachbeschreibung sind nicht akzeptabel ohne Berücksichtigung der Bedingungen,
der
Ziele
der
Kommunikation,
Kommunikationssituation.
Die
der
satzsemantische
Kommunikationspartner,
und
die
der
textsemantische
Repräsentation sind zwei aufeinander folgende Schritte der semantischen Analyse des
Textes. Es geht auf der Ebene der semantischen Repräsentation vor allem darum, das
System der logisch-semantischen Relationen zwischen den Elementaraussagen
bloßzulegen, die die inhaltliche Struktur der Gesamtaussage prägen. (Moskalskaja
1981, 167).
In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, Lexembestande der Stellenanzeige in
zwei Sprachen zu vergleichen, um festzustellen, inwieweit sie voneinander
62
abweichen oder miteinander zusammenfallen. Für Forschungen auf diesem
lexikalischen Gebiet sind drei Lexemgruppen besonders wichtig.
Es sind die das Ziel des Inserenten bezeichnenden Verben, die einzelne
Teilaspekte des Gesuches benennenden Substantive und die Adjektive, die bestimmte
Eigenschaften des Suchenden/ der Suchenden charakterisieren:
Verballexeme
Substantivische Lexeme
Adjektivische Lexeme
z.B.: Arbeitsfeld, Arbeitsplatz, Aufgabengebiet, Anstellung, Alter, Arbeitsbereich,
Agentur, aktiv, Bezahlung, Basis, Bedarf Berufsausbildung, Berufserfahrung,
Branche, Bereich, Berufsfeld, Diplom, Design, Dienstverhältnisse, Erfahrung,
Entwicklung, Engagement, Fachgebiet, Flexibilität, flexibel, Fachbereich, frei, fest,
Gestaltung, Grundkenntnisse, Gruppe, gut, grundsätzlich, Homepage, Hilfe,
Herausforderung,
Kapazität,
Kenntnisse,
kreativ,
Kontakt,
PC-Kenntnisse,
Kommunikationstätigkeit, Kooperationsbereitschaft, lernwillig, Leitungsaufgabe,
langfristig, langjährig, Lizenz, Möglichkeit, Mitarbeiterführung, Management,
Marketing, Marktforschung, Makler, Network, ortunabhängig, Psychologie, Praktik,
Position, Projekt, Post World Net, Qualifikation, Qualifizierung, suchen, selbständig,
Sitzung, Stelle, Service, Team, teamfähig, Tätigkeit, Tätigkeitsfeld, technisch,
Unternehmen,
Überqualifizierung,
umfangreich,
unabhängig,
Vollzeitstelle,
verantwortungsvoll, Vertrieb, Verfahren, vertieft, Wirkungskreis, zuverlässig,
zukünftig.
Die usbekischen und besonders deutschen Stellenanzeige sind reich an Entlehnungen
aus dem Englischen. Vgl.:
PC/ Software/ Hardware/ Homepage/ Job/ Team/ Office/ Designer/ Manager/ 3DMax/ Driver/ Internet/ ПК/ Интернет/ менеджер / дизайнер.
In der usbekischsprachigen und deutschen Presse gibt es Stellenanzeige, die auf
Englisch geschrieben sind, z.B.:
63
Very serious interpreter seeking for a job with foreigner, PC, can look after children,
can teach Russian. Tel: ... after 3 PM. ( Tsch.S. 26.12.2002).
26 year old female English speaker (learning german) seeking employment.
Secretarial experience/ computer skills, available 8-17 daily/ weekends. Motivated, of
good appearance, fast learner ! Tel:...( S.Z. 27/28. 07.2001).
Die untersuchte Textsorte weist Gesetzmassigkeiten in ihrem lexischen
Bestand auf. Eine große Rolle spielt das Feld der Temporalität (absolute und relative
Zeit).
Substantive bezeichnen Zeiteinheiten, z.B. Messeinheiten wie Jahr, Woche,
Namen von Wochentagen und Monaten wie Montag, Mittwoch, November,
Dezember. Mit diesen Lexemen kann jedes Geschehen zeitlich fixiert werden,
hinsichtlich Zeitpunkt und Dauer:
20 stunden/ Woche
Das Adverb ist an folgenden Mikrofeldern beteiligt:
gegenwärtig; jetzt
vergangen: bisher
zukünftig: bald/ sofort
Und die Adjektive bezeichnen vor allem berufliche (professionelle) sowie
menschliche Eigenschaften: technisch, kaufmännisch, flexibel, frei, selbständig,
ortsunabhähgig, qualifiziert/тартибли.
Zu den lexikalischen Mitteln zum Ausdruck der relativen Zeit gehören:
Adverbien: dann
Adjektive: variabel, nachtsmoglich, baldmäglichst
Konjunktionen; und, da, als
Mit Hilfe von Präpositionen, die Zeitdauer und den Zeitpunkt bestimmen, werden
Wünsche ausgedruckt:
...bis zum 1.10.2001/ab November/für die Semesterferien/zum/ab / 1.09.98...
64
Wie М. M. Sisow54 verweist, haben die Anzeigen in der Regel eine
informierende Funktion, aber sie enthalten auch Elemente der Einwirkungsfunktion
(Сизов, 1991,158). Das bedingt die Auswahl der Lexik. So lässt das Ziel zu
informieren eine genaue und sachliche Beschreibung des Berufes und der Wünsche
des Inserenten. Das Streben eine gewünschte Stelle zu bekommen lasst ihn aber sich
von der besten Seite vorstellen und auf solche Weise auf den potenziellen
Arbeitgeber einwirken. Diese Tatsache verursacht den Gebrauch zahlreicher
Adjektive, die den/die Stellensuchenden beruflich und spezial charakterisieren. Zu
solchen Adjektiven gehören: kreativ, flexibel, teamorientiert, lernwillig, zuverlassig,
dynamisch, kommunikationsstark, gute (Kenntnisse), talent u.a.m.- im Deutschen,
кўп тажрибали, тартибли оила, билимли, малакали, маъсулиятли - im
Usbekischen.
Durch diese Listen von wertenden Adjektiven kommt ans Licht, dass die
deutschen Inserenten mannigfaltigere und überzeugendere Wörter für ihre
Vorstellung verwenden. Man kann vermuten, dass deutsche Stellenanzeige deswegen
effektiver sind, als usbekische.
Der Vergleich der deutschen und usbekischen Stellenanzeige lässt feststellen,
dass die Lexik in mehreren deutschen Anzeigen expressiv ist, was durch die
Anhäufung von Erfahrungsqualitäten und Eigenschaften des Inserenten erreicht wird.
Z.B.:
Geschäftsfiihrer Vertrieb/Marketing
Mobel und Heimtextilien/Internationale Firmengruppe
51 Jahre, langjährige Erfahrung, in ungekündigter Position als Geschäftsführer
für
die
deutsche
Einkaufsverbänden
Vertriebsgesellschaft
des
Möbelhandels
tätig.
sowie
Beste
zu
Kontakte
Großkunden
zu
allen
aus
den
Vertriebsbereichen SB. Junges Wohnen, konventionell und Baumarkten. Erfahrung
im Aufbau und Umstrukturieren von Vertriebsorganisationen, Produktmanagement
und Marketing, sucht neue Herausforderung als Geschäftsführer oder Vertriebsleiter.
54
Сизов М.М Становление жанра газетного объявления Изд.“Haука“ М.,1991
65
Zuschriften erbeten unter 1568426-FAZ-60267 Ffm FAZ.
In meisten usbekischen Stellenanzeigen ist die Sprache sachlich und trocken,
einsilbig, z.B.:
Ҳайдовчиман иш излаяпман. Тел....( Tsch.S. 7.02.2003)
Компьютерни яхши биладиган ҳисобчи иш қидираяпти. Тел... (Дар.S.
9.01.2011)
Архитектор. Уйлар лойиҳасини чизаман. Тел....( Tsch.S. 7.02.2003)
Knappheit und Trockenheit des Wortschatzes der usbekischen Stellenanzeige
erklärt sich meiner Ansicht nach einerseits durch das Fehlen der Tradition von
Privatanzeigen in usbekischsprachigen Presse (wenigstens in Lokalzeitungen in
Usbekistan) und andererseits durch die standartisierte Normung der Sprache von
Zeitungsanzeigen. In der deutschen Presse dagegen ist klar die Tendenz zur
Individualisierung von Stellenmarktannoncen zu sehen.
Es ist leicht zu bemerken, dass in usbekischen Stellenanzeigen im Unterschied
zu deutschen Femininum der Berufsbezeichnungen fehlt. Vgl.:
Geschäftsführerin/ Bauingenieurin/ Juristin/ Managerin
aber: ҳайдовчи/менеджер/бош ҳисобчи/рассом-дизайнер.
Es ist offensichtlich, dass unter diesen Fachleuten auch Frauen sein können, aber
die
Konventoinsformen
und
Traditionen
lassen
auf
feministische
Berufsbezeichnungen verzichten.
2.8 Analyse der grammatischen Struktur der Stellenanzeige in beiden
Sprachen
Jeder angeführte Text beinhaltet die drei folgenden Aussagen, die sich als
Propositionsblocke interpretieren lassen:
Der Inserent teilt seinen Beruf mit und gibt dabei das von ihm ausgestrebte Ziel an.
Der Inserent charakterisiert seine wichtigsten EigenschaftenDer Inserent gibt seine Telefon-, Fax-, oder E-Mail Adresse für interessierte Leser
66
(Arbeitgeber) an.
Grammatische Struktur der Stellenanzeige in usbekischsprachiger und deutscher
Presse hängt auch mit dem Aufbaumuster der Stellenanzeige zusammen, und da ist
vom Interesse festzustellen, in wieweit sie voneinander abweichen oder miteinander
zusammen zufallen.
Was die grammatischen Besonderheiten der Stellenmarktannoncen betrifft, so hat
sich herausgestellt, dass in den Sätzen vor allem die Gegenwart ausgedrückt wird,
z.B.: Informatikstudent sucht Arbeit als Systemadministrator 7e/...(F.f.F. 3.09.2010)
Architektin sucht kurzfristig Mitarbeit. Tel...{ S.Z. 27/28. 07.2002).
Man findet auch die Sätze, wo ebenso die Gegenwart aber durch Passiv ausgedrückt
wird, z.B.:
Stelle als Immobillemverk/ Verwalter Z Vermittler gesucht. Infos...( Z.28.12.2002).
Zum Ausdruck der Zukunft tritt Futur 2 auf, z.B.:
Industriekfm, 29 J., 5 J. Berufserf. Sucht neue Herausford, um Bilanzbuchhalter zu
werden. Chiffre...( www.jobrobot.de).
Alle untersuchten Anzeigen in beiden Sprachen lassen sich in zwei Untergruppen
scheiden:
1. In Texte. die aus einem Satz bestehen (Ein-Satz-Annoncen);
2. In Texte, die aus mindestens zwei Sätzen bestehen (Satzfolge- Annoncen).
Die meisten Ein-Satz-Annoncen lassen sich, satzsyntaktisch gesehen, als Satzreihen
begreifen, die man nach diesem Merkmal auch in zwei Untergruppen aufteilen kann:
1.
in Satzreihen, deren Konstituenten ein einfacher erweiterter Satz und
Nominalsatz sind:
Sekretärin/ Sachbearbeiterin
Office Management, Buchhaltung, Engl.-Kenntn., auch freiberufl., auch Urlaubs- und
Krankheitsvertretung, kurz oder langfristig, Tel...(S.Z. 27/28. 07.2002 ).
Администратор, компьютерлар устаси, о/м, 26 ёш, инглиз тили. Тел...( Tsch.S.
7.02.2003).
67
2.
in Satzreihen, deren Konstituenten ein einfacher erweiterter Satz und
mindestens ein elliptischer Satz sind:
Assistentin der GL/ Chefsekretärin, Betriebswirtin VWA, Start-Up- Erfahrung,
Buroorg., Controlling, Excel, Access, Word Outlook, Handelsengl, kurzfr.
Einsatzber., keine Personalberater. Tel...( S.Z. 27/28. 07.2002).
Бош ҳисобчи, ҚК иш тажрибаси билан (ишлаб чиқариш,савдо соҳаси), о/м,
аудитор дипломига эга. Тел...(Tsch.S. 26.12.2002). Die Satzfolge-Annoncen lassen
sich in zwei Blocke aufgliedern:
Block A, welcher Strukturen zusammenfasst, deren Konstituenten einfache Satze
sind, z.B.:
Dr.-Ing. Maschinenbau. Anfang 40, sucht neue verantwortungsvolle Aufgabe im
technischbetriebswirtschaftlichen Management in einem Unternehmen oder in der
Beratung. 10 jahrige Führungserfahrung in Controlling und Produktionsmanagement
im internationalen Unternehmen. Zuschriften erbeten unter 1568978-FAZ-60267 Ffm
( FAZ 22.01.2003 ).
Чет эл қўшма корхоносида ҳайдовчиликка иш излаяпман, тажрибали, шахсий
автомашинага эга, Тел... ( Tsch.S. 9.01.2003).
Block В, dessen Textstrukturen eine Kombination einfacher erweiterter Satze, sowie
der Satzgefüge, z.B.:
Spezialistin für Organisation und Koordination sucht neues Tätigkeitsfeld als
rechte Hand der Geschäftsführung: Kundenakquise und- betreung, Organisation,
Produktpräsentation und Verkaufsveranstaltungen sowie Personalmotivation, anleitung und - verwaltung. Berufshintergrund: Abgeschlossenes Hochschulstudium,
kfm. Ausbildung, Ausbildereignungsprifmg, 46 Jahre, langjährige Berufserfahrung,
fexibel in den Arbeitszeiten, unabhängig. Grossraum Düsseldorf Köln, Krefeld,
Wuppertal. Zuschriften erbeten inner 1566349-FAZ-60267 Ffin (FAZ 22.01.2003).
Etwas Neues lernen und damit arbeiten...vielleicht ein Кunsthandwerk? Gern würde
ich z.B. Helz oder Terrakotta bemalen...
Junggebl. 38 j., gel Bürokauffr. Mit gut. Ital. Erf. in Gastronomic, Verkauf u.a
68
Ausland, bin kreativ it. offen für eine ,,Schnupperwoche “ (Raum Mil). Frei mich auf
alle ser. Angeb. u. ZS 2416 an SZ ( S.Z. 27/28. 07. 2002).
In der Usbekischen Presse finden sich Stellenanzeige, die zum Block В gehören
konnten, nicht.
In der deutschen Presse gibt es Stellenanzeige, die mit Fragesätzen oder/und mit
Ausrufesatzen beginnen, z.B.:
Probleme sind Hindernissen auf dem Weg zum Ziel! Halten Sie als Versicherung,
Bank, Unternehmen einen Beteiligungsfonds, der restrukturiert werden muss? Ist
Ihr Unternehmen bei strategiebedingtem /when Finanzierungsbedarf und
Defiziten im Finanzmanagement eventuell Kreditrestriktionen der Banken mit
Blick auf „Basel 2“ ausgesetzt? Hat Ihr mittelständliches Familienunternehmen
Redimensionisienmgs-/ Anpassungsbedarf in der Gesellschafterstruktur, um
strategischem erharren entgegenzuwirken? Miissen Sie als Sparkasse jeder
Volksbank Ihr Firmenkundengeschaft restruktieren jeder unter Ertrags-/
Risikogesichtspunkten neu ausrichten?
Ich helfe als Führungskraft (Bankbetriebswirt, 52 Jahre) bei der Überwindung von
Hindernissen. Berufspraxis:
1.
Leitende Positionen bei Grossbanken im Firmenkundengeschaft ( Marketing/
Vertrieb;
Kundenbetreuung;
Begleitung
bei
strukturierten
Finanzierungen,
Börseneinführungen und. Unternehmensakquisitionen).
2.
Geschdftsleitungsmitglied in Beteiligungsgesellschaft.
3.
Zuletzt Vorstandsmitglied ( Wertorientierte Steuerung, Risikomanagement,
Controlling, Treasury) in einem börsenorientierten mittelständischen Unternehmen
(ca. 4000 Mitarbeiter).
Als Mittelpunkt für einen großen Aktionsradius würde ich Süddeutschland
bevorzugen. Bei Interesse erreichen Sie mich unter 1568621-FAZ-60267 Ffm ( FAZ
22.01.2003).
Welches Arch.-/Ing. Büro sucht tatkräftige Untersuchung? Biete 12 J. Berufserfahr.
als Sekretärin/Assistentin der GL, 31 J., PC/MAC/AVA. Zuschr. u. ZS 2411951 an
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SZ ( S.Z: 27/28. 07. 2002).
Meiner Ansicht nach haben solche rhetorischen Fragesätze einen hohen stilistischen
Wert. Die Stellensuchenden greifen dazu, um die Aufmerksamkeit und das Interesse
der Potenziellen Stellenbesitzer sofort zu wecken.
In der usbekischen Presse fand ich keine Stellenanzeige, die mit rhetorischen
Fragesätzen oder/und Ausrufesatzen beginnen.
Für den syntaktischen Aufbau der deutschen Stellenanzeige ist das Fehlen von
Artikeln, Präpositionen, Hilfsverben gekennzeichnet, die aber nach dem Kontext
leicht wieder hergestellt werden können. Auch in usbekischen Stellenanzeigen fehlen
einige Elemente des Satzes, die manchmal durch einen Doppelpunkt ersetzt werden.
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SCHLUSSFOLGERUNG
Die vorliegende Qualifikationsarbeit ist ein Versuch einer Ausdehnung
der Perspektive von der abstrakten phonologischen, morphologischen,
lexikalischen und grammatischen Ebene auf die interkulturelle Ebene.
Aufgrund der Analyse lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:
1.
Die Analyse zeigt, dass eine kontrastive Textsortenuntersuchung sich nicht
auf rein sprachliches beschränken kann.
In die Betrachtung müssen auch kulturelle Faktoren einbezogen werden, die sich in
Textsortenkonventionen manifestieren. Zwischen den deutschen und usbekischen
Anzeigen gibt es relativ große Unterschiede in den Textsortenkonventionen, in
unserem Fall ist die Textsorte „Stellengesuch”.
2.
Die Gesamtstruktur der Stellenanzeige ist vom Sprach- und Kulturraum
abhängig.
3.
1m Ruckblick auf die oben stehenden Aufführungen lasst sich folgendes
sagen:
In deutschen Stellenanzeigen verwendet man auch Femininum bei Bezeichnung der
Berufe. Es fehlt in usbekischen Annoncen und sie sehen mehr unpersönlich aus.
Andererseits beobachtet man hier eine entgegengesetzte Tendenz und zwar den
Hinweis auf die Namen der Inserenten.
Die Lexik der deutschen Anzeigen unterscheidet sich sehr von den usbekischen
Annoncen vor allem durch mannigfaltigere und originelle Wortwahl. Sie weist in
deutschen Stellenanzeigen viele Anglizismen auf.
Aus den Beispielen ist es ersichtlich, dass sich die grammatische Struktur der
Stellenanzeige in beiden Sprachen unterscheidet.
Die Unterschiede umfassen in erster Linie das Vorhandensein mehrerer Merkmale in
den deutschen Anzeigen wie Ausrufesatze, Fragesatze, Satzgefüge. Als gleiches
Merkmal gilt der Gebrauch von kurzen Sätzen, Nominalsätzen.
Für beide Sprachen ist die Anwendung von Kürzungen aus sprachökonomischen
Gründen charakteristisch.
71
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