Aventis Pharma Ultracain D ohne Adrenalin

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Fachinformation
Aventis Pharma
1. Bezeichnung der Arzneimittel
Ultracain y D ohne Adrenalin 1,7 ml
Ultracain y D ohne Adrenalin 2 ml
Wirkstoff: Articainhydrochlorid
2. Verschreibungsstatus/
Apothekenpflicht
Verschreibungspflichtig
3. Zusammensetzung der Arzneimittel
3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe
Lokalanästhetika für die Zahnheilkunde
3.2 Arzneilich wirksamer Bestandteil
1 ml Injektionslösung enthält
40 mg Articainhydrochlorid.
Ultracain D ohne Adrenalin 1,7 ml:
1 Zylinderampulle mit 1,7 ml Lösung enthält
68 mg Articainhydrochlorid.
Ultracain D ohne Adrenalin 2 ml:
1 Ampulle mit 2 ml Lösung enthält
80 mg Articainhydrochlorid.
3.3 Sonstige Bestandteile
Natriumchlorid,
zwecke.
Wasser
für
Injektions-
4. Anwendungsgebiete
Lokalanästhetikum zur Infiltrations- und Leitungsanästhesie in der Zahnheilkunde. Ultracain D ohne Adrenalin 1,7 ml bzw. Ultracain D ohne Adrenalin 2 ml eignet sich vor
allem für kurze Eingriffe an Patienten, die aufgrund bestimmter Erkrankungen (z. B. HerzKreislauf-Erkrankungen oder Allergie gegen
den Hilfsstoff Sulfit) kein Adrenalin erhalten
dürfen sowie zur Injektion kleiner Volumina
(Anwendung in der Frontzahnregion, im Bereich des Gaumens).
5. Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen Articain oder andere Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ.
Ultracain D ohne Adrenalin 1,7 ml bzw. Ultracain D ohne Adrenalin 2 ml darf außerdem
nicht angewendet weden bei schweren Störungen des Reizbildungs- oder Reizleitungssystems am Herzen (z. B. AV-Block II. und
III. Grades, ausgeprägte Bradykardie), akuter
dekompensierter Herzinsuffizienz (akutes
Versagen der Herzleistung) oder schwerer
Hypotonie.
Bei Patienten mit Cholinesterasemangel
muß die Indikation streng gestellt werden, da
mit verlängerter und unter Umständen verstärkter Wirkung zu rechnen ist.
Eine Injektion in entzündetes Gebiet sollte
unterbleiben.
Intravasale Fehlapplikation ist zu vermeiden
(vgl. 11. ,,Art und Dauer der Anwendung‘‘).
April 2001
Das Arzneimittel ist nicht geeignet für länger
dauernde Eingriffe (über 20 Minuten) sowie
für größere zahnärztlich-chirurgische Eingriffe.
6. Nebenwirkungen
Dosisabhängig (besonders bei zu hoher Dosierung oder bei versehentlicher intravasaler
Injektion) können zentralnervöse Störungen
3963-t792 -- Ultracain D ohne Adrenalin -- *
Ultracainy D ohne Adrenalin
auftreten: Unruhe, Nervosität und Schwindelgefühl, Benommenheit bis zum Bewußtseinsverlust, Koma, Atemstörungen bis zum
Atemstillstand, Muskelzittern, Muskelzukkungen bis zu generalisierten Krämpfen,
Übelkeit bis Erbrechen.
11. Art und Dauer der Anwendung
Um eine intravasale Injektion zu vermeiden,
ist vor der Injektion grundsätzlich ein Aspirationstest in zwei Ebenen (Drehung der Kanüle um 90 oder 180 t) durchzuführen, wozu
sich bei Verwendung von Zylinderampullen
die Injektionsspritzen Uniject y1 K oder
Uniject y K vario besonders eignen. Der Injektionsdruck muß der Empfindlichkeit des
Gewebes angepaßt sein.
Bei Anwendung von Lokalanästhetika im
Kopfbereich kann es während oder kurz
nach der Injektion außerdem zu vorübergehenden Sehstörungen (Flimmern vor den
Augen, Blindheit, Doppelbilder) kommen.
Solche Reaktionen sind allerdings selten,
und in nahezu allen beschriebenen Fällen
waren Lokalanästhetika mit Vasokonstringenszusatz (z. B. Adrenalin, Noradrenalin)
zum Einsatz gekommen.
Zur Verhütung von Infektionen (z. B. auch
Hepatitis-Übertragung) ist zu beachten: Bei
jeder Entnahme aus Ampullen sind für das
Aufziehen der Lösung stets frische, sterile
Spritzen und Kanülen zu verwenden.
Angebrochene Zylinderampullen dürfen bei
anderen Patienten nicht weiterverwendet
werden (Hepatitisgefahr!).
Nervenläsionen (z. B. Facialisparese) sowie
die Verminderung der Gefühls- oder Geschmacksempfindlichkeit im Mund- und Gesichtsbereich sind keine articainspezifischen
Nebenwirkungen. Sie können jedoch als
nicht ausschließbare Risiken jedes zahnärztlichen Eingriffs auftreten, bedingt durch die
anatomischen Verhältnisse im Injektionsgebiet oder durch fehlerhafte Injektionstechnik.
Gleichfalls dosisabhängig können HerzKreislauf-Störungen auftreten wie z. B. Blutdruckabfall und Störungen der Herzrhythmik,
in sehr seltenen Fällen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch (Schock), und Herzversagen.
Eine beschädigte Zylinderampulle darf nicht
zur Injektion verwendet werden.
Optimale Sicherheit vor Glasbruch und einwandfreie Funktion werden durch Verwendung von zugehörigen Spritzengestellen
(Infiltrationsanästhesie: Uniject y K oder Uniject y K vario; intraligamentäre Anästhesie:
Ultraject y1) gewährleistet.
12. Notfallmaßnahmen, Symptome und
Gegenmittel
a) Symptome der Intoxikation
Unverträglichkeitsreaktionen (allergischer
oder pseudoallergischer Natur) können auftreten. Diese können sich äußern als ödematöse Schwellung bzw. Entzündung an der
Injektionsstelle, daneben unabhängig von
der Injektionsstelle als Rötung, Juckreiz,
Konjunktivitis, Rhinitis, Gesichtsschwellung
(Quincke-Ödem) mit Schwellung von Oberund/oder Unterlippe und/oder Wangen,
Glottisödem mit Globusgefühl und Schluckbeschwerden, Urtikaria. In den schwersten
Fällen kann es zu starker Atemnot (auch
durch Verkrampfung der Bronchien) und/
oder zum Kreislaufzusammenbruch (anaphylaktischer Schock) kommen. Eine solche
Reaktion erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Wirkung auf das Zentralnervensystem: z. B.
Unruhe, Angst, Verwirrtsein, Tachykardie,
Blutdruckanstieg mit Rötung des Gesichts,
Übelkeit, Erbrechen, Zuckungen, tonischklonische Krämpfe, Atemlähmung, Zyanose,
Bewußtlosigkeit.
Herz- und Kreislaufdepression: z. B. Bradykardie, Blutdruckabfall, Arrhytmie, Herzstillstand, Bewußtlosigkeit, Zyanose, Krämpfe.
b) Maßnahmen bei Intoxikation
Treten erste Nebenwirkungs- oder Intoxikationszeichen wie z. B. Schwindelgefühl, motorische Unruhe, Benommenheit während
der Injektion auf, so ist sie abzubrechen und
der Patient in Horizontallage zu bringen. Die
Atemwege sind freizuhalten, Puls und Blutdruck zu kontrollieren.
7. Wechselwirkungen mit
anderen Mitteln
Es empfiehlt sich, eine Infusion — auch bei
nicht schwerwiegend erscheinenden Symptomen — anzulegen, schon um einen intravenösen Injektionsweg offen zu halten.
Bisher keine bekannt.
8. Warnhinweise
Keine.
Bei Atemstörungen je nach Schweregrad
Verabreichung von Sauerstoff, gegebenenfalls ,,Atemspende‘‘ (z. B. Mund-zu-NaseBeatmung) bzw. endotracheale Intubation
und kontrollierte Beatmung.
9. Wichtigste Inkompatibilitäten
Keine bekannt.
Zentrale Analeptika sind kontraindiziert.
10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben
Muskelzuckungen
oder
generalisierte
Krämpfe sind mit intravenöser Injektion eines
schnell wirksamen krampfdurchbrechenden
Mittels (z. B. Diazepam) aufhebbar. Daneben
empfiehlt es sich, künstlich zu beatmen
(Sauerstoff-Zufuhr).
Für die Infiltrationsanästhesie ist ein Depot
von ca. 1,7 ml pro Zahn bzw. für zwei benachbarte Zähne in der Regel ausreichend.
Für die Leitungsanästhesie des N. alveolaris
inferior sollten ca. 1 – 1,7 ml Lösung injiziert
werden. Zur Nachinjektion sollte jeweils die
halbe bis volle genannte Dosis verwendet
werden.
Die Maximaldosis für einen Erwachsenen
liegt im Falle von Articain ohne Adrenalin bei
4 mg pro kg Körpergewicht.
Blutdruckabfall und Tachykardie sind häufig
allein durch Horizontallagerung oder leichte
Kopftieflagerung kompensierbar.
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=eingetragene Marke
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Ultracain y D ohne Adrenalin
Bei schweren Kreislaufstörungen und
Schock — gleich welcher Genese — sind
nach Abbruch der Injektion entsprechende
intensivmedizinische Sofortmaßnahmen zu
ergreifen.
wicklung durch Articain nicht zu erwarten,
zumal die gebräuchlichen Dosen für Lokalanästhesien niedriger liegen als die der teratologischen Studien.
Zu beachten ist: Die Beeinflussung des Zentralnervensystems und die hemmende Wirkung auf das Herz können sich im äußeren
Bild ähneln, erfordern aber ein völlig verschiedenes Handeln. Daher muß zunächst
die Differentialdiagnose gestellt werden
(Herzaktion!).
Der Zahnarzt entscheidet, wann nach einem
Eingriff der Patient wieder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen darf.
13. Pharmakologische und toxikologische
Eigenschaften, Pharmakokinetik und
Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung erforderlich sind
13.1 Pharmakologische Eigenschaften
Ultracain D ohne Adrenalin 1,7 ml/2 ml sind
Lokalanästhetika vom Amidtyp zur Terminalund Leitungsanästhesie. Sie werden angewendet, wenn der Zusatz von Adrenalin nicht
erforderlich oder kontraindiziert ist. (Adrenalin verengt die Blutgefäße im Injektionsgebiet
und führt hier zu örtlicher Blutleere sowie zur
Wirkungsverlängerung des Lokalanästhetikums.) Articain führt zu einer reversiblen
Hemmung der Erregbarkeit vegetativer, sensorischer und motorischer Nervenfasern. Als
Wirkmechanismus des Articains wird die
Blockade spannungsabhängiger Na+-Kanäle an der Membran der Nervenfaser vermutet. Der Wirkungseintritt erfolgt nach 1 – 3
Minuten, die eingriffsreife Anästhesiedauer
beträgt ca. 20 Minuten.
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Verkehrstüchtigkeit:
Erwartungsangst und Operationsstreß können zu einer Veränderung der Leistungsfähigkeit führen, während die Lokalanästhesie
mit Articain in entsprechenden Tests keine
feststellbare Abweichung von der normalen
Verkehrstüchtigkeit bewirkte.
15. Dauer der Haltbarkeit
Ultracain D ohne Adrenalin 1,7 ml/2 ml sind
5 Jahre haltbar.
16. Besondere Lagerund Aufbewahrungshinweise
Keine.
17. Darreichungsformen und
Packungsgrößen
Injektionslösung
Ultracain D ohne Adrenalin 1,7 ml:
10 Zylinderampullen zu 1,7 ml
100 Zylinderampullen zu 1,7 ml
1000 Zylinderampullen zu 1,7 ml
Ultracain D ohne Adrenalin 2 ml:
10 Ampullen zu 2 ml
100 Ampullen zu 2 ml
13.2 Pharmakokinetik
Articain wird im Serum zu 95 % an Plasmaproteine gebunden. Nach intraoraler-submuköser Applikation beträgt die Eliminationshalbwertszeit 25,3 e 3,3 min; Articain
wird vorwiegend renal aus dem Organismus
ausgeschieden.
14. Sonstige Hinweise
Nahrungsaufnahme erst nach Sensibilitätsrückkehr
Schwangerschaft und Stillzeit:
Die Lokalanästhesie gilt als schonende
Anästhesie- oder Analgesiemethode bei
zahnärztlichen Eingriffen während der
Schwangerschaft. Über die Anwendung von
Ultracain D ohne Adrenalin 1,7 ml bzw. Ultracain D ohne Adrenalin 2 ml in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Untersuchungen für eine Beurteilung der Anwendungssicherheit vor. Daher sollte Ultracain D
ohne Adrenalin 1,7 ml bzw. Ultracain D ohne
Adrenalin 2 ml nur nach sorgfältiger NutzenRisiko-Abwägung durch den Zahnarzt angewendet werden.
Ultracain wird rasch ausgeschieden, so daß
in der Muttermilch keine klinisch relevanten
Mengen auftreten. Abstillen ist daher nicht
erforderlich.
Articain bewirkte experimentell an 3 Tierarten
in hohen Dosen (12,2 mg/kg Körpergewicht)
weder eine Störung der Schwangerschaft
noch eine Mißbildung der Früchte. Auch bei
Humananwendung ist eine Beeinträchtigung
von Schwangerschaft oder kindlicher Ent2
18. Stand der Information
April 2001
19. Name oder Firma und Anschrift
des pharmazeutischen
Unternehmers
Aventis Pharma
Deutschland GmbH
D-65926 Frankfurt am Main
Postanschrift:
Postfach 11 09
D-65796 Bad Soden
Telefon: (0 69) 3 05-2 20 44
Telefax: (0 69) 3 05-2 31 00
E-Mail: callcenter´aventis.com
Zentrale Anforderung an:
Bundesverband der
Pharmazeutischen Industrie e. V.
FachInfo-Service
Postfach 12 55
88322 Aulendorf
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