Klimawandel : Dramatische Folgen für die ganze Welt

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Klimawandel : Dramatische Folgen für die ganze Welt
Die Klimaerwärmung hat nach Einschätzung weltweit führender Klimaforscher verheerende
Folgen für die Menschheit. Der steigende Meeresspiegel bringt Millionen von Menschen in
Küstenregionen in Gefahr. Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Krankheiten durch verseuchtes
Trinkwasser breiten sich aus und in bereits trockenen Gegenden vor allem in Asien sind ganze
Ernten bedroht. Betroffen sind vor allem die ärmsten Länder der Welt. Dies ist das Fazit eines
Berichts über die Auswirkung der globalen Klimaerwärmung, der am Montag in Genf vorgelegt
wurde. An der Prognose im Auftrag der UN hatten 900 Wissenschaftler mitgewirkt.
"Die meisten Menschen werden auf der Verliererseite stehen", sagte der Vorsitzende der
Arbeitsgruppe, Jim McCarthy, in Genf. Wenn nicht mehr Geld für Trinkwasser verlangt werde,
könne sorgloser Verbrauch und Verschwendung die Wasserressourcen weiter als nötig
verknappen, berichtete der Vorsitzende des wissenschaftlichen UN-Gremiums für
Klimaveränderungen (IPCC), Michael Watson. In Gefahr sind Gletscher, Korallenriffe,
Inselstaaten, Mangroven, Nadel- und tropische Wälder sowie alpine Ökosysteme, Feuchtgebiete
und Steppen.
Kein Schnee auf dem Kilimandscharo (ARD, 19.2.2001)
Die Andengletscher schmelzen (ARD, 19.2.2001)
1,7 Milliarden Menschen leben bereits in Regionen, in denen Trinkwasser knapp ist. Diese Zahl
könne in den nächsten 25 Jahren auf fünf Milliarden steigen, heißt es in dem Report. Der
Präsident der Klimakonferenz, Jan Pronk, nannte den Bericht beängstigend. Die Studie
unterstreiche die Notwendigkeit, beim nächsten Treffen der Konferenzteilnehmer Ende
Juni/Anfang Juli 2001 zu klaren Ergebnissen zu kommen, sagte der niederländische
Umweltminister in Den Haag.
Der Bericht ist der zweite Teil eines umfassenden IPCC- Klimareports. Im ersten Teil
dokumentierten Wissenschaftler, dass das Weltklima sich viel dramatischer erwärmt als bis dahin
angenommen. Die Experten sprachen im Januar von einer "potenziell katastrophalen
Erwärmung" von 1,4 bis 5,6 Grad in diesem Jahrhundert. Der Meeresspiegel werde zwischen 11
und 88 Zentimetern steigen. Daran seien weitgehend die Menschen schuld. Zu beachten ist
hierbei, daß etwa 50 % der Weltbevölkerung an gefährdeten Küstenregionen lebt. Ein Großteil
der betroffenen Länder hat keine Möglichkeit, die Folgen der Veränderungen abzumildern.
Viele der Veränderungen sind dem Bericht zufolge bereits sichtbar. Das arktische Eis sei bereits
um 10 bis 15 Prozent zurück gegangen, die Eisdecke auf Flüssen und Seen schmelze zwei
Wochen früher als vor 150 Jahren. In Europa blühten Gartenpflanzen 1993 im Schnitt 10,8 Tage
länger als 35 Jahre zuvor. Wetterkatastrophen haben in den 90er Jahren Schäden in Höhe von
40 Milliarden Dollar im Jahr verursacht. In den 50er Jahren "nur" von 3,9 Milliarden Dollar.
Die Kernpunkte des Klimaberichts (ARD, 19.2.2001)
Das Klima kollabiert (WDR 2-Mittagsmagazin, 20.2.2001)
Nasse Füße auch in NRW - Europa bleibt nicht verschont
Die Folgen der Erwärmung treffen zwar vor allem die ärmeren Länder, aber auch in Europa
müssen wir uns auf die Konsequenzen einstellen. Wir besitzen zwar das wirtschaftliche
Potenzial, die Folgen mit technischer Hilfe abzumildern, dennoch wird sich unser Lebensraum
verändern, wenn nichts unternommen wird. Der Anstieg des Meeresspiegels betrifft nicht nur
Staaten wie die Malediven oder Bangladesch, sondern auch die Nord- und Ostseeküste, also auch
Deutschland. Die Ausbreitung der Wüsten wirkt nicht nur in Afrika verheerend, sondern bedeutet
auch für Südosteuropa einschneidende Änderungen.
Im Südosten Europas werden die Dürren häufiger werden. Durch die steigende Verdunstung bei
höheren Temperaturen werden Griechenland und die Türkei in den kommenden 50 Jahren
wahrscheinlich vor denselben Problemen wie derzeit der Nahe Osten stehen. Wasser könnte zur
Mangelware werden. Durch den Mangel an Wasser und den sinkenden Wasserstand in Flüssen
würden die Schadstoffkonzentrationen der Flüsse ansteigen, und somit bestehende
Trinkwasserquellen vernichten. Dazu könnten die bestehenden Frischwasserquellen in Zukunft
mehr und mehr versalzen, was zu einer weiteren Verknappung des Wassers führen würde. Durch
die steigenden Temperaturen wird gleichzeitig der Verbrauch an Frischwasser erhöht.
Der Nordwesten Europas, und damit auch Deutschland, würde bei einer globalen Erwärmung
ebenfalls ein stark verändertes Klima haben. Die Winter würden milder und regenreicher werden,
im Sommer müssten wir eher mit "durchwachsenem" Wetter rechnen.
In den Alpen könnten die milden Winter veränderte Schneemengen zur Folge haben. Das "ewige
Eis" der Gletscher würde weiter schmelzen - langfristig wäre das nicht nur das Ende des SkiTourismus. Weil die Flüsse viel mehr Wasser transportieren würden, wären häufigere
Hochwasser - u.a. auch am Rhein - die Folge.
Der vorhergesagte Anstieg des Meeresspiegels hätte auch an Nord- und Ostsee einschneidende
Konsequenzen. Der Lebensraum Wattenmeer würde sich für immer verändern, da der Wechsel
zwischen Überschwemmung und Trockenfallen ausbleiben würde. Gleichzeitig wären weite
Landstriche an Nord- und Ostsee von den Wassermassen bedroht.
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