Mediendossier vom 10.10.2008

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QUEERSICHT FILM FESTIVAL ................................................................................. 3
Queersicht 2008 - Einführung ................................................................................. 3
Queersicht About .................................................................................................... 3
Gäste ...................................................................................................................... 4
RAHMENVERANSTALTUNG ..................................................................................... 5
Lounge .................................................................................................................... 5
Themenabend - trans*männer ................................................................................ 5
Dokumentarfilm ................................................................................................... 5
Podiumsdiskussion: ............................................................................................. 5
Ausstellung .......................................................................................................... 5
RETROSPEKTIVE: SUPERLATIVEN ........................................................................ 7
Einführung: Superlative ........................................................................................... 7
Bound - Gefesselt (Die charmanteste Gangsterinnen in einem Film Noir) ............. 7
High Art (Das tragischste Verführungsdrama) ........................................................ 7
Alive & Kicking (Das ungleichste Liebespaar) ......................................................... 8
The Gymnast (Die Erotischsten Artistinnen) ........................................................... 8
Maurice (Das mutigste Coming-Out) ....................................................................... 8
AUTORENPORTRÄT ................................................................................................. 9
Einführung: Gus Van Sant ...................................................................................... 9
Mala Noche und Five Ways To Kill Yourself (Vorfilm) ........................................... 10
My Own Private Idaho und Ken Death Gets out of Jail (Vorfilm) ........................... 10
Wild Tigers I Have Known und My New Friend (Vorfilm) ....................................... 11
DOKUMENTARFILME.............................................................................................. 12
Einführung............................................................................................................. 12
Kinderwunsch ...........................................................................................................
Fatherhood Dreams und Sparky ........................................................................... 12
Aids ...........................................................................................................................
No Magic Bullet und Darling! The Peter-Dirk Uys Story ........................................ 13
Grenzgängerinnen ...................................................................................................
Searching 4 Sandeep und Hello, My name is Herman .......................................... 14
Türkei (Dok in der Lounge)........................................................................................
Das andere Istanbul .............................................................................................. 15
Transgender (Dok in der Lounge) .............................................................................
Ines & Paul - Ein Leben zwischen den Geschlechtern .......................................... 15
SCHWULE SPIELFILME .......................................................................................... 17
Einführung............................................................................................................. 17
Antarctica .............................................................................................................. 17
Dream Boy ............................................................................................................ 17
Spinnin’ (6.000 Millones de Personas Diferentes)................................................. 18
Were The World Mine ........................................................................................... 18
LESBISCHE SPIELFILME ........................................................................................ 19
Einführung............................................................................................................. 19
Le Nouveau Monde ............................................................................................... 19
Naissance Des Pieuvres (Water Lilies) ................................................................. 19
Vivere .................................................................................................................... 20
When Kiran Met Karen .......................................................................................... 20
Insatiable............................................................................................................... 21
KURZFILME ............................................................................................................. 22
Kurzfilme Publikumspreis Rosa Brille ................................................................... 22
Kurzfilm Block 1 .................................................................................................... 22
Kurzfilm Block 2 .................................................................................................... 23
Kurzfilm Block 3 .................................................................................................... 23
1
QUEERSICHT-PARTY ............................................................................................. 25
Queersicht-Party Einführung ................................................................................. 25
Queersicht-Party Acts ........................................................................................... 25
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QUEERSICHT FILM FESTIVAL
QUEERSICHT 2008 - EINFÜHRUNG
Der erste schwul-lesbische Monumentalfilm à la „Quo vadis“ lässt noch auf sich
warten. „Wohin des Weges?“ ist vielmehr eine Frage, die sich periodisch stellt, wenn
ein kleines Team von Freiwilligen einen Kulturevent wie QUEERSICHT auf die Beine
stellt: Was zeigen wir? Wen sprechen wir mit unseren Inhalten an? Welche
Bedeutung haben wir als lesbisch-schwules Filmfestival?
Die in aktuell produzierten Filmen aufgegriffenen Themen widerspiegeln immer auch,
was Schwule, Lesben, Trans- und Intersexuelle auf aller Welt bewegt. Neben
universellen und wiederkehrenden Aspekten wie der ersten grossen Liebe,
Herzschmerz oder dem Coming-Out, die auch im diesjährigen Programm nicht
fehlen, bieten unsere Filme Einblick in die Besonderheiten eines jeweiligen
kulturellen, religiösen oder politischen Kontexts, sei es das ländliche Amerika oder
die modern-traditionalistische Türkei. Filme sind somit immer auch ein Spiegelbild
gesellschaftlicher Entwicklungen und erfassen die bestimmenden Fragen der Zeit.
Dazu gehört u.a. die Bedeutung von Familie in der homosexuellen Lebenswelt. In
den letzten Jahren widmete sich eine immer grössere Zahl an Filmen diesem Thema.
Schwule Männer mit Kindern bahnen sich dabei erst allmählich ihren Weg ins Kino
und bekommen an unserem diesjährigen Festival eine Plattform.
Ganz (un-)bescheiden ist die diesjährige Retrospektive mit "Superlative" übertitelt.
Wir zeigen eine Auswahl an Filmen, die aus der schwullesbischen Kinogeschichte
nicht wegzudenken sind und laden zum Streit darüber, welches der erotischste, der
beste, der dramatischste queere Film aller Zeiten ist. Einer der grössten unter den
schwulen Regisseuren ist sicherlich Gus Van Sant. In Zusammenarbeit mit dem Kino
Kunstmuseum zeigen wir ausgewählte Frühwerke Van Sants und beleuchten seinen
Einfluss auf das New-Queer-Cinema als Produzent.
QUEERSICHT bewegt sich! Nicht nur, indem unser Programm aktuelle
Entwicklungen im schwul-lesbischen Filmschaffen rund um den Globus aufgreift,
sondern auch, indem unser Festivalzentrum seine Zelte dieses Jahr im PROGR
aufschlägt.
QUEERSICHT ABOUT
Das schwul-lesbische Filmfestival QUEERSICHT wurde 1997 gegründet. Die
Wurzeln reichen aber noch weiter zurück. Die ersten schwul-lesbischen Filme
wurden in Bern bereits 1979 öffentlich gezeigt. Daraus entstand ein Festival, das
heute noch Filme zeigt, die nicht den Weg in die Mainstream-Kinos einschlugen.
Das QUEERSICHT-Filmfestival stärkt die Gay Community in Bern und darüber
hinaus in der ganzen Region. Das älteste aller schwul-lesbischen Filmfestivals der
Schweiz konnte sich einen Namen weit über die Regionsgrenzen machen. Mit gut
3000 BesucherInnen jährlich, stellt es einen eigenständigen kulturellen Höhepunkt
Berns dar. Ein gutes Dutzend lesbische und schwule FilmfreundInnen ermöglichen
mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit, zusammen mit treuen Sponsoren, der Unterstützung
der öffentlichen Hand und zahlreichen Helfern diesen nicht mehr wegzudenkenden
Beitrag zum Berner Kulturleben. Beim QUEERSICHT-Filmfestival handelt es sich um
den größten schwul-lesbischen Event Berns.
3
QUEERSICHT GÄSTE
Wie jedes Jahr werden sich am Festival RegisseurInnen und SchauspielerInnen
unter die BesucherInnen mischen. Unter anderem werden Döndü Kilic (Regisseurin
von DAS ANDERE ISTANBUL) und Kerstin Polte (Regisseurin des Kurzfilms 510
METER ÜBER DEM MEER) anwesend sein. DJ Ipek (QUEERSICHT-PARTY) wird
im Dokumentarfilm TOTE SCHWULE - LEBENDE LESBEN (Regie: Rosa von
Praunheim) porträtiert und wird der Vorführung persönlich beiwohnen.
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RAHMENVERANSTALTUNG
RAHMENVERANSTALTUNG LOUNGE
Das QUEERSICHT hat sein Herz verlegt.
In fünf Kinos flimmert das QUEERSICHT-Filmfestival über die Leinwände. Das
eigentliche Herz des Festivals aber befindet sich in der Regel nicht bei den
Leinwänden sondern in der Lounge - dem Ort wo alles zusammen läuft, man sich
austauschen und die wunderbare Stimmung genießen kann. Bisher bot der
Frauenraum der Reitschule dazu das ideale Ambiente. Diesen Mittelpunkt wollen wir
nun verstärken und noch mehr ins Zentrum rücken - ins Zentrum des Festivals,
zwischen all die fünf Kinos und auch ins Stadtzentrum. Die Räume des PROGR
bieten sich dazu gerade an. Zentral gelegen, belebt und perfekt für das Einrichten
einer gemütlichen Lounge. Das QUEERSICHT-Party-Volk kann sich also darauf
freuen neuerdings das Tanzbein in der Turnhalle zu schwingen. Speziell am neuen
Konzept ist auch das weiter ausgebaute Rahmenprogramm. Zum ersten Mal widmen
wir uns darin einem spezifischen Thema, welches wir genauer beleuchten möchten.
Eine Ausstellung mit Bildern der Berner Fotografin Judith Schönenberger, ein
deutscher Dokumentarfilm und eine Podiumsdiskussion liefern spannende Inputs
zum Thema Trans*Männer. Der Film und die Podiumsdiskussion - moderiert von der
DRS2-Redaktorin Christina Caprez - umrahmen die Eröffnung der Ausstellung am
Freitag 7. November.
RAHMENVERANSTALTUNG THEMENABEND - TRANS*MÄNNER
Dok: INES & PAUL – EIN LEBEN ZWISCHEN DEN GESCHLECHTERN
Als Auftakt zum thematischen Abendprogramm wird der Film „INES & PAUL – EIN
LEBEN ZWISCHEN DEN GESCHLECHTERN“ gezeigt. Der Dokfilm begleitet die
Kölnerin Ines-Paul in der Zeit ihrer körperlichen Angleichung; ein sehr persönliches,
einfühlsames Porträt einer beeindruckend reflektierten Transgender-Person.
Podiumsdiskussion: Eine weitere Bandbreite an möglichen Lebensentwürfen, die
Trans*Männer für sich umsetzen, wird die Podiumsdiskussion skizzieren: Sie leben
an verschiedenen Orten, in verschiedenen sozialen Umfeldern, hegen
unterschiedliche Wünsche und unterschiedliche Vorstellungen von ihrem Körper,
doch eines verbindet sie: die drei Männer auf dem Podium wurden als Mädchen
geboren und leben heute ihren individuellen männlichen Lebensentwurf.
Ausstellung: „Hurra, es ist ein Mädchen!“
Was, wenn’s doch keins ist? Männer, die bei der Geburt als weiblich schubladisiert
wurden, leben als Erwachsene genauso unterschiedlich wie der Querschnitt der
Bevölkerung. Die Berner Fotografin Judith Schönenberger befasst sich in ihren
Fotoarbeiten immer mal wieder mit Fragen der Geschlechtsidentität und der
Überschreitung von Geschlechtergrenzen. Für ihre neuste Arbeit standen
verschiedene Trans*Männer vor die Kamera. Was diese verbindet ist einzig das
Unsichtbare: ihre genetische Weiblichkeit. In Alter, Aussehen, Ausstrahlung könnte
das gute Dutzend der Porträtierten kaum unterschiedlicher sein.
Die Ausstellung im PROGR wird am Freitag, 7. November eröffnet. Für die
musikalische Untermalung der Vernissage sorgt "Rita Hey" aus Winterthur.
5
Programm 7. November 2008 (im PROGR, Eintritt frei):
17.00 Uhr
Film „Ines & Paul – Ein Leben zwischen den Geschlechtern“
18.00 Uhr
Vernissage von Judith Schönenberger mit Apéro und Musik von "Rita Hey"
19.00 Uhr
Podiumsdiskussion
6
RETROSPEKTIVE: SUPERLATIVEN
RETROSPEKTIVE EINFÜHRUNG
In dieser Rubrik trumpfen wir mit Superlativen auf - im wörtlichsten Sinne. Wir haben
unsere Juwelen des lesbischwulen Kinos zusammen getragen und laden damit zum
begeistern lassen ein. Der Film Noir mit den CHARMANTISCHSTEN
GANGSTERINNEN, das TRAGISCHSTE VERFÜHRUNGSDRAMA, der Liebesfilm
mit dem UNGLEICHSTEN LIEBESPAAR, die EROTISCHSTE ARTISTINNEN und
DAS MUTIGSTE ALLER KINO-COMING-OUTS stehen in der Cinématte auf dem
Programm.
RETROSPEKTIVE CHARMANTESTE GANGSTERINNEN (in einem Film Noir)
BOUND - GEFESSELT
Walt betreibt in einem heruntergekommenen Viertel von Portland, Oregon, einen
kleinen Quartierladen. Eines Tages lernt er im Laden den Straßenjungen Johnny
kennen - einen illegalen mexikanischen Einwanderer. Walt nimmt ihn und seinen
Kollegen Pepper bei sich auf, und bietet ihnen Essen, ein Auto und Geld. Von
schwulen 'Putas' halten die beiden Latino-Kids allerdings nichts. Gus Van Sant
beschreibt fragmentarisch und mit expressiven Schwarzweißbildern die Stationen auf
dem Leidensweg dieses Außenseiters - auf eine Weise, wie es sonst kaum im
amerikanischen Kino anzutreffen ist.
Der Vorfilm FIVE WAYS TO KILL YOURSELF (Gewinner des Berlinale-TeddyAwards 1987) liefert einen bissigen, ironischen Kommentar zur Ausweglosigkeit des
Lebens und fünf pragmatische Lösungen, um ihr zu entfliehen.
MALA NOCHE
USA 1985 / OV / UT: Französisch / 35MM / 80 MIN / REGIE: GUS VAN SANT
FIVE WAYS TO KILL YOURSELF
USA / OV / UT: Französisch / 16MM / 4MIN / REGIE: GUS VAN SANT
SA 8.11.08 / 20.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
SO 9.11.08 / 15.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
MO 10.11.08 / 18.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
RETROSPEKTIVE TRAGISCHSTES VERFÜHRUNGSDRAMA
HIGH ART
Syd ist junge Redakteurin eines hippen Kunstmagazins. Durch Zufall lernt sie in der
WG über ihrer Wohnung die ehemals erfolgreiche Fotografin Lucy und deren
sonderbare Geliebte Greta kennen.
Syd ist von Lucy und ihrer Arbeit fasziniert und bietet ihr an, sie mit einer Fotoserie in
der nächsten Ausgabe ihres Magazins gross herauszubringen – anfänglich nicht
ohne die Hoffnung auf einen kleinen Karriereschub im Hinterkopf.
Magisch voneinander angezogen taucht Syd immer tiefer in Lucys von
Schaffenskrisen, Apathie und Drogenabstürzen durchzogene Künstlerwelt ein.
Gemeinsam begeben sie sich auf eine leidenschaftliche Beziehungs-Reise, an deren
7
Ende die schmerzliche Frage steht, wie weit eine Künstlerin für Anerkennung zu
gehen bereit ist – und zu welchem Preis.
USA 1998 / OV / UT Deutsch / DVD / 101 Min
Regie: Lisa Cholodenko
FR 7.11.08 / 20.30 UHR / CINÉMATTE
SA 9.11.08 / 18.00 UHR / CINÉMATTE
RETROSPEKTIVE UNGLEICHSTES LIEBESPAAR
ALIVE & KICKING
Tonio, ein frivoler Tänzer, soll die Hauptrolle in „Indian Summer“ übernehmen. Seine
Kompanie will mit dem erfolgreichsten Stück noch einmal auftrumpfen. Doch die
Wiederaufnahme stellt zugleich das Leben von Tonio auf die Probe. Zum einen
verwickelt ihn der besonnene Jack in eine feste Beziehung. Zum andern bricht das
HI-Virus aus. Wie wird Tonio diesen Frühherbst überstehen? Ergreifende
Tanzszenen und freche Dialoge krönen die Liebesgeschichte von zwei Männern, die
unterschiedlicher nicht sein könnten.
UK 1995 / OV / UT: DEUTSCH / 35MM / 98 MIN./ REGIE: NANCY MECKLER
FR 07.11.08 / 18.00 UHR / CINÉMATTE
MO 10.11.08 / 20.30 UHR / CINÉMATTE
RETROSPEKTIVE EROTISCHSTE ARTISTINNEN
THE GYMNAST
Schon sehr lange hat die einstige Olympia-Athletin Jane nach einem Unfall keine
Sporthalle mehr betreten. Ihren Körper hat sie stets in Topform gehalten, sonst
jedoch besteht ihr Leben aus Durchschnittlichkeit und Langeweile.
Das zufällige Zusammentreffen mit der Power-Akrobatin Serena vermag Janes
Ehrgeiz und Lebensfreude neu zu wecken. Gemeinsam beginnen die beiden
Artistinnen, an einer Luftakrobatiknummer für einen Auftritt in Las Vegas zu arbeiten:
kraftvoll, konzentriert und mit viel Erotik – bis ein Kuss ihre Herzen und Leben
gänzlich durcheinander wirbelt. Wird das Band zwischen Ihnen auch auf dem Boden
der Wirklichkeit halten?
22malige Auszeichnung als „bester Spielfilm“ an internationalen Festivals!
USA 2006 / OV Englisch / UT Deutsch / DVD / 96 MIN / REGIE: NED FARR
SA 8.11.08 / 20.30 UHR / CINÉMATTE
MI 12.11.08 / 18.00 UHR / CINÉMATTE
RETROSPEKTIVE MUTIGSTES COMING-OUT
MAURICE
Maurice, ein junger Mann aus gehobener Gesellschaft, beginnt 1909 in
Cambridge sein Studium. Dort verliebt er sich in seinen Kommilitonen Clive.
8
Während
sein
platonisch-homoerotischer
Freund
Clive
die
in
der
spätviktorianischen Gesellschaft als Abartigkeit geltende Homosexualität aus Angst
vor Strafe und Ächtung schliesslich verleugnet, findet Maurice an der Seite eines
Wildhüters das Glück der Liebe. MAURICE prangert die Repression des Staates und
der Gesellschaft gegen die Homosexualität an. Die Literaturverfilmung hält sich eng
an die Vorlage von E.M. Foster, die ebenso sorgfältig wie kritisch eine Welt
beschreibt, in der moralischer Anspruch und gesellschaftliche Wirklichkeit weit
auseinander klaffen.
UK 1987 / OV / UT: Deutsch, Französisch / 35MM / 140 MIN /
REGIE: JAMES IVORY
SO 09.11.08 / 20.30 UHR / CINÉMATTE
MI 12.11.08 / 20.30 UHR / CINÉMATTE
AUTORENPORTRÄT
AUTORENPORTRÄT GUS VAN SANT - EINFÜHRUNG
Regie u.a. bei GOOD WILL HUNTING (1997), PSYCHO (1998), ELEPHANT (2003, Gewinner der
goldenen Palme) und PARANOID PARK (2007, Gewinner von Spezialpreis in Cannes)
Gus Van Sant, ein Schüler des legendären B-Picture Königs Roger Corman, gehört
wie Jim Jarmusch und Spike Lee zur Generation des neuen US Independent Kinos.
Mit seinen Erfahrungen als Werbefilmer und der Auseinandersetzung mit den
Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft erregt er 1985 mit seinem
Debütspielfilm MALA NOCHE internationale Aufmerksamkeit. Seither gilt er als
Spezialist für Filme über unangepasste Jugendliche und junge Erwachsene.
Als Teil einer umfassenden Gus-Van-Sant-Werkschau, die vom 1. November bis am
1. Dezember im Kino Kunstmuseum stattfindet, präsentiert QUEERSICHT die
«einschlägigsten» Filme des schwulen Regisseurs. Dabei handelt es sich bei allen
Vorführungen um besondere Raritäten. Van Sants bislang größter Kinoerfolg, MY
OWN PRIVATE IDAHO, ist kaum mehr auf der großen Leinwand zu sehen. Sein
erster Langspielfilm, MALA NOCHE, wurde vor Jahren in der französischen Schweiz
reeditiert, schaffte aber bislang den Sprung über den Röstigraben nicht. Die ganz
frühen filmischen Experimente des US Independent Regisseuren werden ebenso
vorgestellt, wie eine seiner unzähligen «Nebenbeschäftigungen»: Für WILD TIGERS
I HAVE KNOWN, der als Schweizer Kinopremiere gezeigt wird, zeichnet Gus van
Sant als ausführender Produzent.
Eine ausführlichere Biografie und Filmliste finden Sie unter:
http://www.peripherfilm.de/kinopresseservice/paranoid/Pressezone/Presseheft.pdf
Weiteres interessantes Textmaterial findet sich z.B. auf:
http://www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=gus_van_sant
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AUTORENPORTRÄT FILM 1
MALA NOCHE und FIVE WAYS TO KILL YOURSELF (Vorfilm)
Walt betreibt in einem heruntergekommenen Viertel von Portland, Oregon, einen
kleinen Quartierladen. Eines Tages lernt er im Laden den Straßenjungen Johnny
kennen - einen illegalen mexikanischen Einwanderer. Walt nimmt ihn und seinen
Kollegen Pepper bei sich auf, und bietet ihnen Essen, ein Auto und Geld. Von
schwulen 'Putas' halten die beiden Latino-Kids allerdings nichts. Gus Van Sant
beschreibt fragmentarisch und mit expressiven Schwarzweißbildern die Stationen auf
dem Leidensweg dieses Außenseiters - auf eine Weise, wie es sonst kaum im
amerikanischen Kino anzutreffen ist.
Der Vorfilm FIVE WAYS TO KILL YOURSELF (Gewinner des Berlinale-TeddyAwards 1987) liefert einen bissigen, ironischen Kommentar zur Ausweglosigkeit des
Lebens und fünf pragmatische Lösungen, um ihr zu entfliehen.
MALA NOCHE
USA 1985 / OV / UT: Französisch / 35MM / 80 MIN / REGIE: GUS VAN SANT
FIVE WAYS TO KILL YOURSELF
USA / OV / UT: Französisch / 16MM / 4MIN / REGIE: GUS VAN SANT
SA 8.11.08 / 20.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
SO 9.11.08 / 15.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
MO 10.11.08 / 18.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
AUTORENPORTRÄT FILM 2
MY OWN PRIVATE IDAHO und KEN DEATH GETS OUT OF JAIL (Vorfilm)
Mike ist auf der Suche nach seiner Mutter, Scott auf der Flucht vor dem väterlichen
Einfluss. Beide schlagen sich als Stricher durch das provinzielle Portland. Scott
kümmert sich liebevoll um seinen Kumpel, wenn dieser einen seiner heimtückischen
Schlafanfälle hat. Als Scott schließlich sein bürgerliches Erbe antritt, zerbricht die
innige Beziehung der beiden.
Mit eindringlicher Poesie folgt Van Sant Mike auf eine Reise, die den Jungen aus der
Liebesbeziehung mit Scott zurück auf die Straße – sein wahres Zuhause – wirft. Ein
melancholischer und kompromissloser Film .
In KEN DEATH GETS OUT OF JAIL zeichnet ein eben aus dem Gefängnis
entlassener Jugendlicher in einem fiktiven Interview ein düsteres Bild seiner
Perspektive.
MY OWN PRIVATE IDAHO
USA 1991 / OV / UT: Deutsch, Französisch / 35MM / 100 MIN /
REGIE: GUS VAN SANT
KEN DEATH GETS OUT OF JAIL
USA 1991 / OV / UT: Deutsch, Französisch / 16MM / 5 MIN /
REGIE: GUS VAN SANT
SA 8.11.08 / 18.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
MO 10.11.08 / 20.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
Weitere Vorführungen siehe www.kinokunstmuseum.ch
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AUTORENPORTRÄT FILM 3
WILD TIGERS I HAVE KNOWN und MY NEW FRIEND (Vorfilm)
Jeder hasst die Mittelschule. Logan hasst sie besonders. Der introvertierte 13-Jährige
kriegt dort jeden Tag zu spüren, dass er ‹anders› ist. Seine Zuflucht sind Tagträume,
in denen wilde Tiere und andere Jungs zu seinen Gefährten werden. Logan verliebt
sich in den coolen Außenseiter Rodeo und findet einen Weg, ihn zu seinem Freund
zu machen. Mit seiner Teenager-Studie, von Gus van Sant produziert, hat Cam
Archer einen faszinierenden Debütfilm geschaffen. Eine mit hypnotischen Bildern und
einem elektrostatisch aufgeladenen Soundtrack über die Langeweile des normalen
Lebens und die Freiheit der Fantasie.
.
Im Filmessay MY NEW FRIEND wartet ein junger Mann auf den Anruf eines anderen,
dessen Bekanntschaft er eben erst gemacht hat.
WILD TIGERS I HAVE KNOWN
USA 2006 / OV / UT: Deutsch / 35MM / 81 MIN /
REGIE: CAM ARCHER
MY NEW FRIEND
USA 1987 / OV / UT: Deutsch, Französisch / 16MM / 5 MIN /
REGIE: GUS VAN SANT
SO 9.11.08 / 18.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
DI 11.11.08 / 21.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
11
DOKUMENTARFILME
DOKUMENTARFILM EINFÜHRUNG
Die diesjährigen Dokumentarfilme veranschaulichen wie Filme Lebensrealitäten
widerspiegeln. So behandeln sie jene Themen, welche die LesBiSchwuleTrans-Welt
heute besonders beschäftigen - vom Kinderwunsch, über globalisierte Solidarisierung
bis hin zur Partnersuche im Online-Chat. So gesehen erlauben sie, zumindest in
Ansätzen, eine momentane Bestandesaufnahme der aktuellsten lesbischwulen- und
Trans-Themen:
Der Kinderwunsch von Schwulen und Lesben wird in der Schweizer Öffentlichkeit je
länger je mehr diskutiert werden müssen. Länder wie Kanada sind da einen Schritt
weiter; sie erlauben homosexuellen Paaren bereits die Adoption. FATHERHODD
DREAMS begleitet schwule Paare auf diesem Weg und steuert so gewonnene
Erfahrungen zur Diskussion bei.
Die Filme NO MAGIC BULLET und DARLING! THE PETER-DIRK UYS STORY
behandeln jenes Thema, das immer wieder unterzugehen droht, obwohl es
keineswegs, vor allem in den schwulen Kreisen, an Aktualität eingebüßt hat: Die HIVNeuansteckungen unter Schwulen nehmen wieder zu. NO MAGIC BULLET geht den
Gründen auf die Spur und zeigt Konsequenzen. DARLING! THE PETER-DIRK UYS
STORY zeigt eine spezielle, humorvolle und beeindruckende Person, welche sich der
präventiven Bekämpfung von Aids verschrieben hat.
In der heutigen Gesellschaft kann zwar „Das Magazin“ titeln „wir sind alle Schwul“
und verwischt so die Grenzen zwischen den sexuellen Orientierungen. Und doch
herrschen in unserer Gesellschaft noch immer nahezu unhinterfragt die
herkömmlichen Geschlechterrollen. INES & PAUL dokumentiert eine Kölnerin, die
sich keiner dieser Rollen zuordnen kann und will und in einem langsamen Prozess
die gesellschaftlichen Grenzen auslotet. SEARCHING 4 SANDEEP und HELLO, MY
NAME IS HERMAN überwinden Grenzen. In SEARCHING 4 SANDEEP werden mit
Hilfe von Online-Dating die geografischen und kulturellen Grenzen aufgehoben und
HELLO, MY NAME IS HERMAN lässt die intergenerationellen Grenzen
verschwinden. Eine ganze eigene Bestandesaufnahme dokumentiert der Regisseur
Rosa von Praunheim in TOTE SCHWULE – LEBENDE LESBEN. Er verbildlicht, dass
Lesben leben und Schwule gestorben seien - so zumindest in der lesbischwulen
Welt, wo die Lesben die Vorderhand übernommen hätten. Doch was nicht fehlen darf
ist der Blick über die Landes- und Kulturgrenzen hinaus. Dazu zeigen wir mit DAS
ANDERE ISTANBUL einen Film, der aufzeigt, dass in der Türkei die Grenzen längst
nicht so scharf gezogen sind, wie wir uns das gewöhnt sind.
DOK-BLOCK 1 KINDERWUNSCH
FATHERHOOD DREAMS und SPARKY
Diesen zweiteiligen Dokfilmblock, würde der Titel „Parenthood Dream“ am besten
beschrieben. Der Kurzfilm SPARKY erweitert die Vaterschaftsträume des
„FATHERHOOD DREAMs“ um die lesbische Perspektive zu „Elternschaftsträume“.
Bei der Abstimmung zum Partnerschaftsgesetzt dienten diese Träume den Gegnern
(noch?) als vermeintlich abschreckendes Argument. „Mit Salamitaktik zum Endziel
Kinder“ titelt das Referendumkomitee (Quelle: jesus.ch). Die Gegner in der Schweiz
sahen ihr Bild einer „klassischen“ Familie bedroht. Doch der Kinderwunsch bewegt
viele Schwule und Lesben und seine Realisierung ist je länger je mehr ein Top12
Thema in Gaykreisen. In Kanada ist er bereits zur Realität geworden. So begleitet
der kanadische Dokumentarfilm „FATHERHOOD DREAMS“ von Julia Ivanova drei
schwule Männer, welche sich ins Abenteuer Vaterschaft stürzen. Randy und Drew,
ein verheiratetes Paar adoptierten vor kurzem ein Kind, Stephen zieht seine Töchter
zusammen mit einem Lesbenpaar auf und für Scott bringt eine Leihmutter bald
Zwillinge zur Welt. So sehr sich die Familienmodelle unterscheiden, so sehr gleichen
sich die Freuden und Leiden dieser Väter.
Mit dem britischen Kurzfilm SPARKY kommt auch die lesbische Perspektive zur
Geltung. Durch künstliche Befruchtung verwirklichen sich ein lesbisches und ein
schwules Paar in Großbritannien ihren Familientraum. Der Film zeigt die Höhen und
Tiefen wenn ein Kind statt nur mit zwei mit vier Elternteilen beglückt wird.
FATHERHOOD DREAMS
KANADA 2007 / OV / DVD / 55 MIN / REGIE: JULIA IVANOVA
SPARKY
GROSSBRITANNIEN 2006 / OV / VIDEO / 14 MIN /
REGIE: MICHAEL NEEDHAM
FR 07.11.08 / 18.00 UHR / KINO IN DER REITSCHULE
SA 08.11.08 / 15.30 UHR / KINO IN DER REITSCHULE
DOK-BLOCK 2 AIDS
NO MAGIC BULLET und DARLING! THE PETER-DIRK UYS STORY
NO MAGIC BULLET - Bisher wurde noch kein Wundermittel (Magic Bullet) gegen
AIDS gefunden; noch immer eine tödliche Krankheit und trotzdem stecken sich
wieder vermehrt Männer beim Sex mit Männern an. Wie lässt sich diese Zunahme
erklären und welche Rolle spielen dabei Homophobie und Internet? Auch wenn AIDS
aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verschwinden droht, bleibt das Thema brisant.
Der britische Dokumentarfilm NO MAGIC BULLET versucht eine aktuelle
Bestandsaufnahme, indem er Fachleute und Betroffene befragt. Sexualpädagogen,
Wissenschaftler und Mediziner suchen nach Antworten. Der Film begleitet einen
jungen Mann der sich testen lässt und zeigt was es für einen Infizierten bedeutet mit
einem Medikamentencocktail zu leben. Der Film selbst hat keine fertige Antwort
bereit, aber er zeigt auf, was die Aidsdiskussion aktuell und brisant macht.
Pieter- Dirk Uys ist eigentlich auch eine Art Sexualpädagoge, aber von Hause aus ist
Uys ein politischer Satiriker. Sein humoristischer Kampf gegen die Apartheid machte
ihn in ganz Südafrika berühmt. In seiner ungewöhnlichen und erfrischenden Methode
zur Aidsbekämpfung kombiniert er beides: Sexualpädagoge und Satiriker. Er zieht als
Evita Bezuidenhout, die „berühmteste Weiße“ in Südafrika, von Schule zu Schule
und betreibt dort von der Bühne aus AIDS-Sensibilisierung. Während der Apartheid
konnte
Uys
selbst
die
schlimmsten
Wahrheiten
über
die
weiße
Minderheitenregierung verbreiten, indem er sie seiner berühmtesten Schöpfung Evita
Bezuidenhout in den grell geschminkten Mund legte. In der heutigen Zeit, wo an
Stelle des Rassismus Aids die größte Bedrohung für Südafrika darstellt, hat Uys
seinen Kampf für ein besseres Südafrika beibehalten, nur das Objekt hat sich
verändert. Spricht Uys, verkleidet als Evita Bezuidenhout zu den südafrikanischen
Schülern, nimmt er bezüglich Sex und dem tabuisierten Aids immer noch kein Blatt
vor den Mund. Er gibt den Teenagern eine Sprache und hilft so mit das in Südafrika
allgegenwärtige HI-Virus zu enttabuisieren. Die sympathische und witzige Art von
13
Pieter- Dirk Uys vermag zu begeistern. So zog Uys auch den Regisseur Julian Shaw,
selbst noch ein Teenager, in seinen Bann. Mit 15 erlebte der Australier in Südafrika
Pieter Dirk-Uys Show und fragte ihn direkt nach dem Auftritt, ob er einen Film über
ihn drehen dürfe. Der sonst sehr zurückgezogene Satiriker willigte ein und Shaw
erhielt die seltene Möglichkeit Uys mit der Kamera dicht auf den Fersen zu folgen.
Dem jungen Regisseur gelingt es auf beeindruckende Weise mit „DARLING! THE
PETER-DIRK UYS STORY“ ein sehr persönliches und differenziertes Bild von der
facettenreichen Person Pieter Dirk-Uys zu zeichnen.
NO MAGIC BULLET
UK 2007 / OV / DVD / 57 MIN / REGIE: JAMIE SYLLA
DARLING! THE PETER-DIRK UYS STORY
AUSTRALIEN 2007 / OV / VIDEO / 54 MIN / REGIE: JULIAN SHAW
FR 07.11.08 / 15.30 UHR / KELLERKINO
SO 09.11.08 / 15.30 UHR / KELLERKINO
DOK-BLOCK 3 GRENZGÄNGERINNEN
SEARCHING 4 SANDEEP und HELLO, MY NAME IS HERMAN
Die lesbische Regisseurin Poppy Stockwell lebt in Sydney - einer LesBiSchwulen
Hochburg. Doch sie ist alleine und frustriert. Aus dieser Situation heraus entschließt
sie sich auf filmerische Weise der lesbischen Online-Dating-Szene zu widmen. Doch
was als Film über die Faszination des Internet-Datings geplant war, wird zu einer
ganz persönlichen Geschichte. Poppy lernt im Internet die Anglo-Inderin Sandeep
kennen. Diese kommt aus einer konservativen Sikh-Familie und niemand weiss von
ihrer sexuellen Orientierung. Über die Distanz und Zeit entwickelt sich eine ernsthafte
Beziehung zwischen den beiden.
Auf eine humorvolle und reflektierte Weise widmet sich Stockwell mit diesem
persönlichen Film den Kollisionen zwischen Liebe, Kultur, Religion und sexueller
Identität. Sie wirft Fragen zu unerwarteten Ausmaßen der Globalisierung auf, welche
es ermöglicht sich über mehrere Kontinente hinweg zu verlieben. Fragen wie:
Welche Rolle spielt die räumliche Distanz zwischen Personen bei den neuen
Kommunikationsmöglichkeiten heute noch? Was bestimmt wer wo zusammen findet,
wenn die geografische Komponente ausgeschaltet wird?
Der Kurzfilm HELLO, MY NAME IS HERMAN geht in eine ähnliche Richtung. Doch
während bei SEARCHING 4 SANDEEP die räumliche Distanz im Mittelpunkt steht,
nimmt sich Karine Silverwoman der Distanz zwischen den Generationen an. Denn
auch hier begegnen sich verschiedene Kulturen. Silverwoman porträtiert liebevoll
ihren 91-jährigen, jüdischen Großvater, seine Beziehung zu ihr - der lesbischen
Enkelin - und zu ihrer Freundin.
Zwei Filme die kulturelle Grenze sprengen - der eine räumliche und der andere
intergenerationelle.
SEARCHING 4 SANDEEP
AUSTRALIEN 2007 / OV / DVD / 56 MIN / REGIE: POPPY STOCKWELL
HELLO, MY NAME IS HERMAN
KANADA 2007 / OV / DVD / 10 MIN / REGIE: KARINE SILVERWOMAN
FR 7.11.08 / 23.00 UHR / KINO REITSCHULE
SO 9.11.08 / 18.00 UHR / KINO REITSCHULE
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DOK IN DER LOUNGE 1 TÜRKEI
DAS ANDERE ISTANBUL
Filme über Schwule, Lesben und Transvestiten in der Türkei vermitteln meist ein sehr
einseitiges Bild. Die einen loben die Freizügigkeit und Offenheit des „gayfriendly“
Istanbuls empor und die anderen fokussieren auf die Repressionen, welche Schwule,
Lesben und Transvestiten in der (muslimischen) Türkei unterworfen sind. Dem
Dokumentarfilm DAS ANDERE ISTANBUL gelingt es weder ins eine noch ins andere
Extrem zu fallen. Döndü Kilic schafft es differenziert hinter die Fassaden zu schauen
und zeigt das höchst ambivalente Klima, welchem türkische Homo- und
Transsexuelle ausgesetzt sind. Den Ausgang dazu bietet die kürzlich erneut
verbotene LesbenSchwulenTrans-Organisation Lamda-Istanbul. Deren freiwilligen
Helfer berichten viel aus ihrer Arbeit und aus ihrem Leben. In mehreren Episoden
bietet DAS ANDERE ISTANBUL einen Einblick in das Leben junger Schwuler und
Transsexueller in der Türkei. Der Film zeigt die Auseinandersetzungen der jungen
Menschen mit ihrer Homosexualität, der türkischen Staatsmacht, dem Militär, der
Gesellschaft, ihren Familien - und vor allem mit sich selbst.
Die Regisseurin Döndü Kilic wir an der Filmvorführung anwesend sein und für
Interviews zur Verfügung stehen. (Anfrage an [email protected])
Ausführliche
Infos
unter:
http://www.dasandereistanbul.de/presskit/die_andere_seite_von_istanbul_pressema
ppe.pdf)
DAS ANDERE ISTANBUL
DEUTSCHLAND 2008 / OV / UT: Englisch / DVD / 82 MIN /
REGIE: DÖNDÜ KILIC
FR 07.11.08 / 20.30 UHR / QUEERSICHT-Lounge im PROGR. Freier Eintritt, Kollekte.
DOK IN DER LOUNGE 2 TRANSGENDER
INES & PAUL - EIN LEBEN ZWISCHEN DEN GESCHLECHTERN
Die 32-jährige Ines weiß seit langem, dass ihr Körper und ihre Seele nicht eins sind.
Ende 2000 hat sie darum einen Entschluss gefasst: Ines will ihre eigene Identität
zwischen den gesellschaftlich geprägten Kategorien von Frau und Mann finden. Sie
spielt mit den Rollen, die Männern und Frauen zugeschrieben werden, kann sich
jedoch in keiner zu Hause fühlen. Der Wechsel zwischen den Geschlechterrollen,
das weder in die eine noch die andere Schublade springen Können oder Wollen,
kleidet die Kölnerin in Worte, die das gesellschaftlich Unbekannte fassbar und
verständlich machen. Doch wie reagiert ihre langjährige Lebenspartnerin? Alexandra
akzeptiert die Entscheidungen von Ines und begleitet sie auf ihrem Weg. Doch
wissen beide nicht, wohin dieser Weg führen wird. Denn Ines will sich vom Frau-Sein
lösen und damit auch aus ihrer Identität als Lesbe, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Mann zu werden.
So reflektiert wie Ines-Paul über sich und ihre Umwelt nachdenkt, so einfühlsam
werden die Auswirkungen von Hormonbehandlung und medizinischem Eingriff auf sie
beobachtet. Fast zwei Jahre lang, in denen aus Ines Ines-Paul wurde, hat die
15
Filmemacherin Monika Schulz sie mit der Kamera begleitet. Zu Wort kommen neben
der Lebenspartnerin Alexandra auch Eltern und Freunde.
Interessantes, ausführlicheres Textmaterial finden Sie auf:
http://www.baumaen.de/www/content/inesundpaul/film.php
INES & PAUL
DEUTSCHLAND 2002 / OV / DVD / 55 MIN / REGIE: MONIKA SCHULZ
FR 7.11.08 / 17.00 UHR / QUEERSICHT-Lounge im PROGR
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SCHWULE SPIELFILME
SCHWULE SPIELFILME EINFÜHRUNG
Mit den vier auf dem Programm stehenden Spielfilmen können auch dieses Jahr
wiederum neuste und ganz verschiedene Produktionen gezeigt werden. In
ANTARCTICA (Regie: Yair Hochner, Gründer und Mitorganisator des schwullesbischen Filmfestivals Tel Aviv) und SPINNIN` (Regie: Eusebio Pastrana) geht es
um uns allen bekannte Charakteren: Der noch unsichere Jugendliche, der seinen
Lebensweg noch nicht gefunden hat, der Kerl, der sich auf One-Night-Stands
beschränkt, oder Lesben- und Schwulenpaare, die sich ein Kind wünschen. Ob in Tel
Aviv (ANTARCTICA) oder in Spanien (SPINNIN`), Schwule und Lesben stellen sich
gleiche oder ähnliche Fragen und müssen gleiche oder ähnliche Hindernisse
überwinden. ANTARCTICA wurde im Juli an den lesbisch-schwulen Filmfestivals in
Los Angeles und Philadelphia gezeigt. DREAM BOY (Regie: James Bolton) spielt
irgendwo in Amerika, in einer religiös geprägten Gemeinde im Süden. Was mit zwei
Nachbarsbuben sehr romantisch beginnt, entwickelt sich zu einem veritablen Drama.
Der Film wurde u.a. an der diesjährigen Berlinale gezeigt.
Es gibt Filmstreifen die man liebt oder hasst. WERE THE WOLD MINE (Regie: Tom
Gustafson) könnte ein solcher sein. Im Musical-Film verliebt sich der attraktive
Timothy in den Rugby-Crack Jonathan. Da bietet sich die Gelegenheit, diesem in der
Schultheaterproduktion (Sommernachtstraum) näher zu kommen. Der Film gewann
bereits Preise an Festivals in Florida, Turin, Toronto und Kansas. Der Soundtrack
wird voraussichtlich ab 11. November 2008 erhältlich sein.
SCHWULE SPIELFILME
ANTARCTICA
Omer, bald 30, hat seinen Platz im Leben noch nicht gefunden. Die meiste Zeit
verbringt er in der Bibliothek, wo er auch arbeitet. Gelegentlich trifft er Männer, die er
über das Web kennen lernt. Doch bei keinem mag der Funke überspringen. Das
betrübt die ausgefallene Schwester wie die überdrehte Mutter, die ihn beide unter die
Haube bringen wollen. Eines Tages trifft Omer Danny, einen um zehn Jahre jüngern
Tänzer. Kann dieser das Feuer in Omer entfachen?
SA 08.11.08 / 23.00 UHR / KELLERKINO
SO 09.11.08 / 18.00 UHR / KELLERKINO
MO 10.11.08 / 18.00 UHR / KELLERKINO
SCHWULE SPIELFILME
DREAM BOY
Das Jugenddrama um Tabus, Liebe und Gewalt, spielt in einer religiös geprägten
Gemeinde im Süden der USA. Vor kurzem erst ist Nathan, 15, mit seinen Eltern in
diese ländliche Kleinstadt Louisianas gezogen. An einem Sonntagmorgen, als sie
von der Kirche nach Hause kommen, fällt ihm zum ersten Mal der Junge aus dem
Nachbarhaus auf: Roy ist zwar erst 17, fährt aber schon den Schulbus. Er hat auch
schon eine Freundin, die er sehr zu lieben scheint, jedenfalls küssen sich die beiden
17
eines Nachts leidenschaftlich in seinem Bus. Bald machen die beiden Jungen
gemeinsam ihre Schularbeiten, und an einem dieser Abende greift Nathan nach Roys
Hand. Ihr Spaziergang endet außerhalb der Stadt, wo sie ein ruhiges Plätzchen
finden und sich sanft und ungeschickt küssen. Damit beginnt eine Romanze
zwischen den beiden, die zunehmend dramatische Züge gewinnt.
FR 7.11.2008 / 23.00 UHR / KELLERKINO
SO 9.11.2008 / 20.30 UHR / KELLERKINO
DI 11.11.2008 / 20.30 UHR / KELLERKINO
SCHWULE SPIELFILME
SPINNIN' (6.000 MILLONES DE PERSONAS DIFERENTES)
Madrid, Mitte der Neunzigerjahre. Garate und Omar sind ein junges Schwulenpaar
und wünschen sich ein Kind. Ihr Vorhaben, das Kind mit einer Freundin zu zeugen,
scheitert. Doch dann treffen sie auf die schwangere Raquel, deren Freund an AIDS
gestorben ist. Unerwartetes und Widersprüchliches setzten sich auch in der
Umgebung von Garate und Omar fort. Der Vater von Garate verliebt sich neu, zwei
Polizisten finden über Hitlisten zueinander, Nachbarn trennen sich und kommen
wieder zusammen.
DO 06.11.08 / 21.00 UHR / KINO ABC
FR 07.11.08 / 20.30 UHR / KELLERKINO
SA 08.11.08 / 15.30 UHR / KELLERKINO
SCHWULE SPIELFILME
WERE THE WORLD MINE
An seiner Jungenschule ist der attraktive Timothy ein schwuler Aussenseiter und
hoffnungslos verliebt in Rugby-Crack Jonathan. Gänzlich unbegabt in jedweder
Ballsportart flüchtet sich Timothy während des Trainings in psychedelisch-bunte
Tagträume, in denen seine Klassenkameraden zu leicht tuntigen Musicaldarstellern
avancieren. Die exzentrische Literaturlehrerin Ms. Tebbit erkennt, dass Timothy seine
Träume im Schultheater ausleben sollte und casted ihn als Puck im
„Sommernachtstraum“. Wie im guten alten England müssen die Jungs – ganz zum
Entsetzen des Rugby-Coachs – auch Frauenrollen spielen und Timothy stellt erfreut
fest, dass er die Bühne mit Jonathan teilen wird. Voller Enthusiasmus stürzt er sich in
die Rolle und braut nach Shakespeares Rezept einen Liebestrunk. Zu seinem
Erstaunen zeigt das Gebräu tatsächlich Wirkung und das nicht zu knapp. Fast alle
Bewohner der kleinen Stadt erliegen dem Zauber, mit den unterschiedlichsten
Auswirkungen für Timothys Mutter, seine zwei besten Freunde und natürlich
Jonathan.
DO 6.12.2008 / 20.30 UHR / KELLERKINO
SA 8.11.2008 / 13.30 UHR / KELLERKINO
MI 12.11.2008 / 18.00 UHR / KELLERKINO
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LESBISCHE SPIELFILME
LESBISCHE SPIELFILME EINFÜHRUNG
Jede Frau hat ihren Lebensweg und ihre Geschichte. Es beginnt mit der Pubertät und
den dazu gehörenden Dramen. In NAISSANCE DES PIEUVRES (Regie: Celine
Sciamma) verliebt sich die pummelige, etwas kindische Marie in die arrogante
Foriane, dem Star der Synchronschwimmerinnengruppe aus der Pariser Banlieue.
Der Film wurde nominiert für den César Award (nationaler Filmpreis Frankreich). LE
NOUVEAU MONDE (Regie: Etienne Dhaene) handelt vom Kindertraum und dessen
Realisierung. Komödiantisch und mit französischem Charme werden auch die
schwierigeren Seiten sichtbar. Der Film wurde im Frühjahr am Miami Gay & Lesbien
Film Festival gezeigt. VIVERE (Regie: Angelina Maccarone) lebt nicht unwesentlich
von Hannelore Elsner ("Die Kommissarin"), die eine Frau spielt, die sich unglücklich
in eine Verheiratete verliebt hat. Sie trifft sich mit zwei anderen Frauen in Rotterdam.
Drei Frauen, drei Geschichten, ein Road Movie.
Als besonderen Leckerbissen präsentiert QUEERSICHT den letzten Winter in NewYork gedrehten Film WHEN KIRAN MET KAREN (Regie: Manan Singh Katohora).
Der interkulturelle lesbische Film hat schon im Vorfeld der Premiere im Juli in
Philadelphia einigen Aufruhr verursacht. Er trägt den Ruf, ein lesbischer Brokeback
Mountain zu sein.
Die Weltpremiere von INSATIABLE (Regie: Jessie Kirby) fand erst Anfang August in
Irland statt. Die Romanze zwischen den zwei Mädchen ist im düsteren Umfeld einer
auf einen Wirtschaftscrash folgenden Lebensmittelkrise mit BSE und Vogelgrippe
angesiedelt. Und es kommt noch schrecklicher...
LESBISCHE SPIELFILME
LE NOUVEAU MONDE
Schon lange hegt Lucy den Traum von einem eigenen Kind. Nach fünf Jahren
glücklicher Beziehung mit Marion äussert sich der Baby-Wunsch an einem KaraokeAbend unüberhörbar via Mikrophon. Zögerlich lässt sich auch Marion auf das „Projekt
Kind“ ein. Doch damit fangen die Fragen erst richtig an: Die Suche nach einem
Samenspender muss organisiert und die Oma von ihrem Enkel überzeugt werden.
Und wie ist mit einem Spender umzugehen, der unerwartet Vatergefühle entwickelt
und damit das Dreieck zwischen Erzeuger, biologischer Mutter und Marion gehörig
ins Wanken bringt? Eine Komödie über lesbische Liebe in Zeiten der
Regenbogenfamilien – geistreich, französisch charmant und glaubwürdig.
SA 8.11.08/ 18.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
SO 9.11.08 / 13.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
MI 12.11.08/ 20.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
LESBISCHE SPIELFILME
NAISSANCE DES PIEUVRES (WATER LILIES)
Marie ist fasziniert vom Synchronschwimmen oder vielmehr von Floriane, dem Star
der Truppe. Floriane, die sich hinter ihrer arroganten Art versteckt, gilt unter den
Teenagern als „femme fatale“. Obwohl sie scheinbar jeden Jungen haben kann, quält
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sie sich mit geheimen Ängsten. Marie schafft es, sich zu Florianes Vertrauten zu
machen und ist in ihrer Verliebtheit bereit, fast alles für Floriane zu tun. Gleichzeitig
distanziert sie sich von ihrer besten Freundin, die ihr auf einmal peinlich ist. Anne ist
das genaue Gegenteil von Floriane, sie ist etwas pummelig, verhält sich zuweilen
kindisch und ist doch gnadenlos offensiv in ihrem Vorhaben, das erste Mal hinter sich
zu bringen. Nicht ohne Witz vermag Céline Sciammas Debütfilm die tiefen und
kurzlebigen Leidenschaften und Dramen pubertierender Mädchen aufzuzeigen.
Auch, weil Erwachsene in diesem Film keine Rolle spielen.
SO 9.11.08 / 20.30 UHR / KINO ABC
MO 10.11.08 / 20.30 UHR / KELLERKINO
LESBISCHE SPIELFILME
VIVERE
Drei Frauen, drei Geschichten – gemeinsam ist allen die Sehnsucht nach Liebe und
Leben. Der neue Film von Angelina Maccarone lässt in Form eines Road Movies drei
Wege ganz unterschiedlicher Frauen sich immer wieder kreuzen. An Heiligabend
landen sie alle in Rotterdam. Antonietta, die jüngste im Bunde, ist mit der Band ihres
Freundes durchgebrannt. Ihre Taxi fahrende Schwester Francesca sucht sie und trifft
unterwegs auf die unglücklich in eine verheiratete Frau verliebte 60jährige Gerlinde
(Hannelore Elsner). Aus jeder der drei Perspektiven werden die Ereignisse der Reise
einmal erzählt und ergeben erst am Schluss eine dichte Verquickung starker
Charaktere, die sich neu entscheiden müssen, ihr Leben und ihre Träume zu leben.
Mit einem herausragenden Darstellerinnentrio!
FR 7.11.08 / 18.00 UHR / KELLERKINO
SA 8.11.08 / 20.30 UHR / KELLERKINO
DI 11.11.08 / 18.00 UHR / KELLERKINO
LESBISCHE SPIELFILME
WHEN KIRAN MET KAREN
New York City: Bollywood Star Kiran bricht die Pressekonferenz zu ihrem neuen Film
abrupt ab und flüchtet in ein Taxi. Zu spät realisiert sie, dass dieses bereits von einer
anderen jungen Frau besetzt ist. Auf der gemeinsamen Fahrt gelingt es der gewieften
Journalistin Karen, die Star-Schauspielerin für ein Exklusivinterview zu gewinnen.
Beim Gespräch in Kirans Haus springt der Funke zwischen den beiden Frauen sofort.
Die betörende Ausstrahlung Karens lässt die indische Bollywood Schauspielerin
sämtliche Vorsichtsregeln und Tabus ihres Berufsstandes vergessen. Mit der
Ansiedlung einer lesbischen Liebesgeschichte im Bollywood Milieu hat auch die
Regisseurin bewusst ein Tabu gebrochen.
FR 7.11.08/ 20.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
SA 8.11.08/ 23.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
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LESBISCHE SPIELFILME
INSATIABLE
In nicht allzu ferner Zukunft ist die Wirtschaft zusammengebrochen und es die
Lebensmittel drohen auszugehen. Fleisch ist wegen BSE und Vogelgrippe kaum
mehr erhältlich, die Fische sind radioaktiv verseucht. In einem kleinen irischen Dorf
glaubt ein Ladenbesitzer, er könne die Dorfbewohner vor dem Verhungern retten.
Ellie arbeitet als Hilfe im Laden, wo sie auf Rachel, die Nichte des Ladenbesitzers,
stösst und ihr näher kommt.
FR 7.11.08 / 23.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
SO 9.11.08 / 20.30 UHR / KINO KUNSTUSEUM
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KURZFILME
KURZFILME PUBLIKUMSPREIS ROSA BRILLE
Die drei Kurzfilmblöcke bieten etwas für jeden Geschmack. Vertreten sind insgesamt
25 Produktionen aus der ganzen Welt.
Bereits zum achten Mal setzt das Publikum des QUEERSICHT-Festivals dem Besten
die ROSA BRILLE auf. Der Filmpreis in Höhe von 1500 CHF wird dieses Jahr von
sato.Schlaf.Räume gestiftet. Die Abstimmungstalons werden jeweils zu Beginn der
Kurzfilmprogramme verteilt.
KURZFILME BLOCK 1
FR 07.11.08 / 15.30 UHR / KINO IN DER REITSCHULE
SA 08.11.08 / 13.30 UHR / KINO IN DER REITSCHULE
SA 08.11.08 / 20.30 UHR / KINO IN DER REITSCHULE
510 METER ÜBER DEM MEER (Schweiz)
Simone ist auf dem Weg nach München, um ihren Vater zu beerdigen, verpasst ihren
Anschlussflug und strandet auf dem Flughafen Bern-Belp. Dort sammelt Natalie die
Zeit, die vergeht, während sie auf jemand unbestimmtes wartet.
CAFE COM LEITE
Wenn Lucas nachts nicht schlafen kann, hüpft er zu Danilo ins Bett. Seit dem Tod der
Eltern wohnt der Junge bei seinem grossen Bruder. Doch Danilo teilt das Bett
eigentlich schon mit jemand anderem.
EN LITEN TIGER
Der kleine Simon lebt abgelegen. Seine beiden Mütter bemühen sich, im Dorf nicht
aufzufallen. Dabei ist er ihnen aber keine grosse Hilfe.
I HAVE NEVER HAD SEX
Wie antwortet man auf die Behauptung „I have never had sex for money!“ Ein
Blitzgewitter von ehrlichen(?), spontanen und lustigen Entgegnungen auf
Unterstellungen wie diese.
NO ESTOY TAN SEGURA DE QUE EL MUNDO NOS MEREZCA
(I’M NOT SO SURE THE WORLD DESERVES US)
Zwei Frauen, ein Mann und eine Hochzeit.
LOT'S WIFE
Mehmet kehrt nach der Arbeit in einen tristen Vorort Istanbuls heim. Statt eines
gemütlichen Feierabends mit seinem Freund Ali kommt es zum Zerwürfnis mit seinen
plötzlich auftauchenden zornigen Onkeln
UN MARIAGE COMME LES AUTRES
Wenn das die lieben Nachbarn wüssten... So schön kann das Leben sein.
WUNDERLICH PRIVAT
Zuhause trägt Herr Wunderlich auch Frauenkleider. Wer kann ihm das schon
verübeln?
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KURZFILME BLOCK 2
FR 07.11.08 / 18.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
SA 08.11.08 / 15.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
SO 09.11.08 / 13.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
ALONSO'S DEADLINE
Dr. Alonso, ein kürzlich verwitweter Uni-Professor, und ein junger Mann des
Putzpersonals tauschen hoffnungsvolle, vielsagende Blicke aus…
FABULOUSITY
Da können die Eltern noch so hadern. Ihr Sohn wird mit Fabulousity zur Welt
kommen.
HJERTEKLIPP (HEARTCUT)
Die 16-jährige Eva verliebt sich in Inger. Das Problem dabei: Inger ist die neue
Freundin ihres Vaters.
INSOMNIACS
Bell leidet unter Schlaflosigkeit. In einer ruhelosen Nacht besucht sie schliesslich das
Treffen der „Anonymen Schlaflosen“, wo sie in Helena der Frau ihrer Tagträume
begegnet.
JAG ÄR BÖG (I AM GAY)
Ein ausgiebiges griechisches Essen bietet die beste Gelegenheit, sich Mut
anzutrinken. Je höher der Alkoholpegel, desto lebhafter malt sich Alex aus, wie seine
Familie gleich reagieren wird, wenn er sich outet.
NO BIKINI
Ein Rückblick auf einige glorreiche Tage in Robins Kindheit, die ihr Leben prägten:
Als sie sieben ist, verbringt sie ihre Ferien in einem Schwimmcamp. Auf ihr BikiniOberteil verzichtet sie einfach und geht wochenlang als Junge durch.
SUMMER
Leung wünscht sich nichts sehnlicher, als seinen Freund Wil zu küssen. Ein altes
chinesisches Sprichwort gibt ihm Aufwind.
1977
Pubertieren im Schnelldurchlauf. Die animierte Geschichte eines Mädchens auf
ihrem Weg zur sexuellen Identität.
KURZFILME BLOCK 3
FR 07.11.08 / 20.30 UHR / KINO IN DER REITSCHULE
SA 08.11.08 / 18.00 UHR / KINO IN DER REITSCHULE
SO 09.11.08 / 15.30 UHR / KINO IN DER REITSCHULE
FOR A RELATIONSHIP
Die Geschichte einer Beziehung. Bild an Bild.
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HERZHAFT
Ralf ist 33 Jahre alt, Fussballtrainer und verliebt in Felix. Der 15-jährige Fussballcrack
erwidert seine Gefühle, doch als dessen Mutter die Affäre entdeckt, entbricht ein
Kampf um Felix’ Wohl.
KALI MA
Eine robuste indische Mama rückt in bester Bollywoodmanier dem Nötiger ihres
Sohnes zu Leibe. Trashig lustige Ode an die kompromisslose Beschützerin jeden
Sohnes.
NA KONCU ULICY (AT THE END OF THE STREET)
Die Liebe ist wundervoll, ihr Ende katastrophal. So auch für Alexandra, die nicht
akzeptieren will, dass ihre Freundin sie verlassen hat.
PITSTOP
Versehentlich wird ein Mädchen an der Tankstelle mitten in der Wüste Arizonas
vergessen. Im Gespräch mit der Tankstellenbesitzerin gewinnt es berührende
Einblicke in die Kunst des Lebens und Liebens – ein Schlüsselerlebnis.
TÀ
Zwei Jungs in einer Toilette. Sie ziehen sich Koks rein, reden über Sex und gehen
sich an die Wäsche. Doch was leicht wie eine Geschichte voller Klischees
weitergehen könnte, nimmt eine unerwartete Wendung.
TANZ INS GLÜCK
Anna ist Putzfrau, Helen ist Börsenmaklerin. Sie begegnen sich im Salsakurs und so
nimmt ein lesbisches Märchen seinen Anfang.
PREMIEREN
Es ist nie zu spät, die Liebe zu wählen!
Mit einem beherzten Rendezvous an der städtischen Opernpremiere lässt eine ältere
Frau ihre lebenslangen Träume wahr werden.
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QUEERSICHT-PARTY
QUEERSICHT-PARTY EINFÜHRUNG
SAMSTAG, 8. NOVEMBER
22.00 UHR (KURZFILME von den FEMMES)
23.00 UHR (PARTY)
TURNHALLE IM PROGR
Die schon als legendär zu bezeichnende QUEERSICHT-PARTY ist dieses Jahr
erstmals in der TURNHALLE im PROGR - und damit mitten in der Stadt. Sie wartet
wiederum mit einer ausgezeichneten DJ-Besetzung aus der deutschen Hauptstadt
auf.
FEMMES WITH FATAL BREAKS sind DJ T-INA, DJ CHRISTINE LANG, DJ
SPOKE und MC QUIO, drei DJs und eine MC, jede mit einer eigenen internationalen
Solokarriere, die sich dem Breakbeat und verwandten Spielarten verschrieben
haben. Ihre Vinyl-Selections reichen von Breakbeats über Drum & Bass bis zu
Dubstep und Grime. Eine besondere Spezialität der FEMMES sind ihre Vinyl-Sets
mit Rap-Ragga-Jungle-Lyriks von QUIO.
Als Guest-DJ bringt DJ IPEK, die eigentlich bereits den Status „QUEERSICHTRESIDENT-DJ verdient, die QUEERSICHT-Gäste mit ihrer eklektischen Musik zum
kochen.
QUEERSICHT-PARTY ACTS
Im März '99 gründeten die FEMMES WITH FATAL BREAKS das erste weibliche DJKollektiv in Berlin. Seitdem rocken sie mit exzellenten Breakbeats nicht nur die Clubs
in Berlin, sondern auch jene der restlichen Welt. 2001 bis 2003 zählte die FEMMES
Event-Reihe mit der speziellen, vibrierend-exstatischen Atmosphäre im Berliner Club
Bastard zu den absoluten Höhepunkten des Berliner Partylebens. Seit 2004 erobern
die FEMMES mit einem neuen Partykonzept die unterschiedlichsten und besten
Clubs Berlins: Watergate, ZMF, Deep und das Rosis. Der FEMMES WITH FATAL
BREAKS MC CONTEST stellt im Bereich des Breakbeat absolutes Neuland dar.
Einmal jährlich laden die FEMMES junge MC-Talente ein, um ihr Können unter
Beweis zu stellen.
Die Frauen machen aber nicht nur Musik, sie drehen auch Filme. Kostproben werden
vor der Party ab 22.00 Uhr in der TURNHALLE im PROGR gezeigt.
Mitte der 90er erstürmte DJ IPEK Ipekcioglu die vielschichtige Berliner Clubszene.
Ihre eklektische Musik und charakteristischen Mixes wurden zur Grundlage für einen
neuen Style. Berlins Stadtmagazin Zitty honorierte IPEKS Wirken, indem es sie in die
Liste der wichtigsten kulturellen Persönlichkeiten der Stadt katapultierte. Seitdem hat
sich DJ Ipek mit ihren „Eklektik BerlinIstan“ zu einem exklusiven Berliner
Exportschlager entwickelt. Inzwischen ist sie auf Festivals und in Clubs überall auf
dem Globus zu finden. Ihre Bühnenausstrahlung und innovativen Fusion Sounds
bringen das Publikum an allen Orten in Extase: New York, die Wüsten von Mali,
Salvador de Bahia, Stockholm, Istanbul, Glasgow oder Peking. Die Liste könnte man
noch lange fortführen, und mit dem Siegeszug von Eklektik BerlinIstan wächst sie
beständig an. Zweifelsohne hat sich DJ Ipek Ipekcioglu in der heterogenen
internationalen Clublandschaft einen Namen gemacht.
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Eklektik BerlinIstan ist ein verführerischer Fusion Sounds aus orientalischer &
asiatischer balkanesischer Dancemusik, gemixt mit Breakbeatz, Electro und zumal
auch Pop. In ihren Sets nimmt DJ Ipek ihr Publikum auf eine Audio-Reise durch die
Kulturen und Musikstile der Türkei, Nordafrikas, Israels, Persiens, des Balkans,
Griechenlands und Bollywoods mit, und macht strategisch geplante Ausflüge nach
Grossbritannien und in die USA. Ihre Selbstkreierten Mixe setzen überraschende
Akzente im manchmal zu gefälligen Flow der Club Music. Das schwedische Magazin
QX hat sie zu Europa’s hippestem DJ gewählt, ebenso gewann sie den World-MusicDJ-Contest 2005 in London. Sie hat für Grand Prix-Gewinnerin Sertab Erener, Goran
Bregovic und World-Music Stars wie Mercan Dede aufgelegt. 2003 tourte sie mit
Ojos de Brujos in Andalusien, und 2005 spielt sie mit Dzihan & Kamien in
Amsterdam.
DJ Ipek Ipekcioglu ist Resident DJ bei einer Reihe von angesagten Clubs und
Clubnächten in Berlin: U.a. SO36, Transurban.tv, BalkanBalkanParty, Absolut
Balkanissimo, Kanakwood-PostMigrantSounds, and Popdeurope. Sie ist regelmäßig
in Stockholm für die Re:Orient Clubnacht, und ist eine der Drahtzieherinnen der
Berliner Kult-Veranstaltung Gayhane – House of Halay.
26
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