Goldstandart2und2

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Kontext: Goldstandard und Währung
Neben den mikroökonomischen Zielen einer politisch gesteuerten Wirtschaft
(Vollbeschäftigung, Preisstabilität, Wohlstandsverteilung…) spielt die Währung eine große
Rolle, weil sie den Stellenwert im Handelsgefüge reflektiert.
Ein fixer Wechselkurs wird erkauft durch eine instabile binnenwirtschaftliche Entwicklung
,(Internal Balance) und außenwirtschaftliches Gleichgewicht (External Balance) kann es nur geben, wenn
die unterschiedliche Entwicklung auch in gleitenden Kursrelationen gewürdigt oder bestraft wird.
Um die Wohlfahrt ihres Landes zu steigern sind die politischen Entscheidungsträger gewillt, ein
binnenwirtschaftliches und außenwirtschaftliches Gleichgewicht ihrer Wirtschaft zu erlangen.
Das internationale Währungssystem, das sie dazu schufen wurde maßgeblich durch drei Phasen
geprägt: den Goldstandart, die Zwischenkriegsjahre und das Bretton-Woods-System.
In diesen drei Phasen haben die Länder versucht durch ein System von festen Wechselkursen
ein stabiles Wirtschaftssystem zu schaffen. Jedoch stellte sie dieses System bei dem Versuch,
bei gleichzeitigem Leistungsbilanzgleichgewicht, ein binnenwirtschaftliches Gleichgewicht zu
erlangen, vor eine unlösbare Aufgabe.
Versuche fixer Beziehungen
Der 1. Goldstandard 1870-1914:
Zu Grunde liegt der naive Glaube an Geld als Wert, der früher durch den Gebrauch von
Münzgeld als universelles Tauschmittel und Vermögensreserve genährt wurde. Viele Menschen
hängen auch heute noch diesem Glauben an.
Die Währungen der beteiligten Länder wurden durch feste Wechselkurse an den Edelmetallwert
des Goldes gebunden. Die Zentralbanken durften nur so viele Banknoten drucken, als an
Währungsreserve an Gold im Bunker hielten.
Das außenwirtschaftliche Gleichgewicht erforderte, dass ein Leistungsbilanzunterschied in
Geld=Gold beglichen wurde. Das führte zu Ungleichgewichten und der Abkehr vom freien
Handel. Jeder Staat Europas versuchte, seinen Aussenhandel mit eigenen Kolonien zu
befriedigen, das sonst viele Imports nur durch Verzicht auf Gold möglich waren. Länder mit
Handelsdefizit hatten natürlich einen hohen Druck durch den Zahlungsbilanzausgleich.
Andererseits drückte bei den Überschussländern der hohe Goldstand auf die Preise des Goldes,
dessen Verkauf daher beschränkt werden musste (knappes Gut.. wird wieder teurer). So musste
die gesamte Wirtschaftspolitik dem Zahlungsbilanzausgleich untergeordnet werden, was bald
Unmut hervorrief und unterlaufen wurde.
In der Folge kehrten viele Staaten dem Goldkurs den Rücken und hielten sich nicht mehr an die
fixen Geldmengen, druckten zur Finanzierung der Militärausgaben Geld, und gerieten
unweigerlich dadurch in eine Inflationsspirale.
Zwischenkriegsjahre1918-1939:
Inflation durch Erhöhung der Geldmenge mittels Notenpresse
Kurzfristig kehrte man zum Goldstandart zurück, erlaubte aber kleinen Staaten, statt des knappen Goldes
Devisen (fremde Währungen) als Reserven zu halten.
Die Unsinnigkeit der Betrachtung von Geld als Vermögen führte unmittelbar in die große Depression.
Staaten verloren das Vertrauen in die eigene Währung und hielten das englische Pfund als
Reservewährung, wie auch heute in vielen instabilen Ländern Dollar und Euro als Ersatzwährung
besonders des Schwarzmarktes dienen.
Die Menge des verfügbaren Goldes beschränkte aber die Geldmenge, die nicht mehr mit der
Wirtschaftsleistung Schritt halten konnte.
Nun kehrten wiederum viele Staaten ab, werteten ihre Währung ab um am Weltmarkt billiger und
konkurrenzfähiger zu sein. Aber die Rechnung ging nicht auf, daher musste der Handel beschränkt
werden, auch der mit Devisen. Die Weltwirtschaft zerfiel wieder in einzelne Blöcke und Staaten.
Die große Depression fiel zusammen mit dem Aufschwung faschistischer Regime und dem 2. Weltkrieg
als seine Folge.
Bretton-Woods-System (1945-1973)
Die Erkenntnis, dass freier Welthandel zu mehr Wohlstand und Kommunikation (auch
Kriegsverhinderung) führt, führte zu den Bestrebungen internationale Gremien zu schaffen, die
für Ordnung und Transparenz sorgen sollten.
Die Kriegsgewinner USA aber benützten ihren Erfolg dazu, wieder einen modifizierten
Goldstandard einzuführen, der einen Wert des Dollars fixierte. Alls Währungen konnten somit
nur noch über die Leitwährung Dollar umgerechnet werden, womit sie als einzige kein
Währungsrisiko, kein Ungleichgewicht zwischen innerer und äußerer Balance mehr hatten.
Die Kontrolle übernahm der 1944 in Bretton Woods gegründete Internationaler Währungsfond.
Durch Kredite konnten Staaten Ihre Liquidität bewahren, durch Auf- oder Abwertungen der
Währungen genügend Flexibilität herstellen.
Nun begann aber die Spekulation mit Währungen. Und es wurde immer schwieriger, die
unterschiedlichen Wirtschaftsunterschiede mit stabilen Wechselkursen zu kaschieren.
Mit dem Vietnamkrieg, den Amerika ja verlor, sank das Vertrauen in die USA, diese finanzierten
Ja auch diesen Krieg und das „Great Society“-Programm mit gedruckten Noten, sodass die
Vermutung immer handfester wurde, dass die Federal Reserve Bank der USA ihre Dollars (aber
besonders such die Dollars in den Reserven anderer Länder in Gold umtauschen könnten. Nicht
umsonst ist die Goldmenge in Fort Knox noch heute ein tiefes Geheimnis!
Einige Industrieländer ließen sich das nicht mehr gefallen und gaben die Wechselkurse frei. Und
Nixon musste 1973 die Abkehr vom Bretton-Woods–System eingestehen.
Durch systemimmanente Fehler, Undiszipliniertheit der Länder oder selbst verursachte Krisen
wie Inflationen stießen die Länder an die Grenzen des Systems von festen Wechselkursen.
Das Ende
- Konvertibilität der Währungen um Außenhandel zu ermöglichen, keine freien Kapitalbewegungen
- Makroökonomische Vormachtsstellung der USA, Dollarknappheit
- Dollarabwertung durch expansive Geld- und Fiskalpolitik in den USA
- Liquiditätsdilemma Vertrauenskrise in den Dollar, Inflation
- Freigabe des Wechselkurses
Fazit:
- Die Fixierung des Wechselkurses nahm den Ländern die Möglichkeit, durch den koordinierten Einsatz
geldpolitischer Maßnahmen das binnen- und außenwirtschaftliche Gleichgewicht zu stabilisieren.
- Systeme fester Wechselkurse waren nicht flexibel genug, um Zahlungsbilanzungleichgewichte zu
beseitigen,
zudem waren die Volkswirtschaften nicht mehr sicher vor importierter Inflation und spekulativen
Angriffen aus dem Ausland.
Literatur: Krugmann, Paul/ Obstfeld, Maurice (2004): „Internationale Wirtschaft“ Kapitel 17, 18
Literatur:
Baldwin, Richard/Wyplosz, Charles (2004): The Economics of European Integration, Kapitel 10
Krugman, Paul/Obstfeld, Maurice (2004): Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft.
Pearson Studium, Kapitel
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