19. Oktober 2011 - Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung

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Presseinformation der IGAV – Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung
www.allergenvermeidung.org
Milbenallergie: Allergene meiden statt leiden
Neuer Patienten-Ratgeber der IGAV klärt auf
Wien, 19. Oktober 2011 – Milben quälen viele tausende ÖsterreicherInnen und rauben ihnen
Schlaf und Lebensqualität. Bleiben die anfangs Grippe-ähnlichen Symptome unbehandelt,
breitet sich die allergische Entzündung aus und wandert von Augen und Nase in Richtung
Lunge. So kommt es, dass rund ein Viertel aller Hausstaubmilben-Allergiker asthmakrank
ist. Der neue Ratgeber der Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung (IGAV), der am
Wochenende beim „Tag der Lunge“ im Wiener Rathaus präsentiert wurde, informiert über
die Milbenallergie und zeigt Möglichkeiten in der Diagnose, Therapie und wertvolle Tipps
zur Allergensanierung auf.
Milben sind nach den Pollen der zweithäufigste Auslöser einer allergischen Reaktion. Auch wenn
Milbenallergiker das ganze Jahr über mit ihren Beschwerden zu kämpfen haben, leiden sie
gerade in den kalten Monaten besonders: Die Heizung wirbelt fortwährend Hausstaub auf, in dem
sich Milbenallergene befinden und sich mit der Atemluft verbinden. Da die allergenen Partikel
extrem leicht sind, können sie stundenlang in der Luft schweben, eingeatmet werden und auf die
Schleimhäute der Augen und Nase sowie auf die Haut gelangen. Neben den Eiweißstoffen aus
dem Panzer abgestorbener und zerfallener Milben hat vor allem der Kot dieser kleinen
Spinnentiere eine hohe allergische Potenz.
Kurzer Weg: Vom ersten Niesen zum Asthma
Da die Hausstaubmilben vorzugsweise das Bett bevölkern, werden im Schlaf besonders viele
Allergene eingeatmet und die Beschwerden sind in den Morgenstunden am stärksten. Die
Allergie macht sich erst an Nase (verstopfte, rinnende Nase und Niesanfälle), Augen (rote und
tränende Augen sowie Juckreiz) und der Haut (juckender Ausschlag, Nesselsucht) bemerkbar.
Bleibt die allergische Entzündung unbehandelt, weitet sie sich in Richtung Bronchien und Lunge
aus: Reizhusten, Druckgefühl in der Brust, pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche sind
alarmierende Anzeichen einer Asthma-Erkrankung. „Ein Drittel bis die Hälfte der Personen mit
Allergien der oberen Atemwege erleiden im Laufe der Jahre eine Ausweitung zum Asthma
bronchiale,“ warnt Prim. Dr. Gert Wurzinger, Vorstand der Abteilung f. Lungenerkrankungen im
LKH Hörgas/Enzenbach und der Pulmologischen Tagesklinik im LKH-Graz West.
Verwechlungsgefahr: Grippe
Da die Symptome sehr stark einem grippalen Infekt ähneln, wird eine Hausstaubmilbenallergie
häufig mit einer in dieser Jahreszeit typischen Erkältung verwechselt. Dauert ein Schnupfen
daher länger als vier Wochen an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ein allergologisch versierter
Facharzt für Kinderheilkunde, Haut-, Lungen- oder HNO-Krankheiten bzw. im AllergieAmbulatorium oder an der Allergie-Ambulanz in den Krankenhäusern kann eine Allergie
feststellen und eine geeignete Therapie in die Wege leiten.
3 Säulen der Allergie-Therapie: Wohnraum sanieren,…
Die Behandlung einer Milbenallergie erfolgt auf drei Ebenen: Allergenvermeidung und Sanierung
des Wohnraums, Linderung der Beschwerden und Entzündungsbehandlung sowie
Ursachenbekämpfung. „Eine alleinige medikamentöse Behandlung ohne ernsthafte
Hausstaubmilbensanierung des Wohnbereiches ist sinnlos. Und nur wenn diese
Sanierungsmaßnahmen langfristig und umfassend betrieben werden, kann die Belastung deutlich
spürbar eingedämmt werden,“ so Wurzinger. Der erste Schritt ist deshalb eine umfassende und
konsequente Allergenreduktion, die am besten im Schlaf- bzw. Kinderzimmer beginnt.
…allergische Beschwerden lindern…
Da die Allergenbelastung dadurch zwar gut eingedämmt, aber nicht vollständig vermieden
werden kann, brauchen Hausstaubmilbenallergiker meist zusätzlich eine medikamentöse
Behandlung. Antihistaminika erleichtern allergische Beschwerden wie Niesen, Juckreiz und
tränende Augen. Ergänzend empfiehlt die WHO intranasales Kortison (Nasenspray). Asthma
bronchiale wird mit Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Medikamenten
behandelt.
…und zugrunde liegende Ursache bekämpfen
Neben der Wohnraumsanierung und der symptomatischen Behandlung, haben Allergiker mit der
Allergie-Impfung (spezifische Immuntherapie) zusätzlich eine gute Chance, ihre Beschwerden
nachhaltig zu bessern. Wurzinger: „Bei der Allergie-Impfung geht es darum, die Überreaktion des
Immunsystems Schritt für Schritt in den Griff zu bekommen. Dabei wird eine geringe Dosis des
Allergie-Auslösers unter die Haut gespritzt bzw. unter die Zunge getropft.“ Die Konzentration wird
allmählich gesteigert bis sich der Körper schließlich an das Allergen gewöhnt. Diese Therapie ist
dann besonders Erfolg versprechend, wenn Milben die Hauptverursacher allergischer
Beschwerden sind und keine weiteren Allergien vorliegen. „Mit der spezifischen Immuntherapie
werden nicht allein die Symptome gelindert, sondern es wird auch die zugrunde liegende
Ursache bekämpft, wodurch in etwa 70% der Fälle dauerhafte Erleichterung erreicht und Asthma
verhindert werden kann.“
Neuer IGAV-Ratgeber „Allergenvermeidung bei Milbenallergie“
Der neue Ratgeber „Allergenvermeidung bei Milbenallergie“ der Patientenorganisation IGAV
(Interessensgemeinschaft für Allergenvermeidung) gibt Betroffenen und Interessierten einen
kompakten Überblick über die Thematik und liefert wichtige und ausführliche Informationen über
Allergenvermeidung und Therapiemöglichkeiten. Der Ratgeber ist Teil der Serie „Leben ohne
Allergene“. Ausführliche Information unter www.allergenvermeidung.org
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IGAV – Schnittstelle zwischen Medizin und Allergiker
Die IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) ist eine als Verein organisierte, unabhängige
Kommunikations- und Informationsplattform und als solche auch Schnittstelle zwischen Medizin/Wissenschaft
und Patienten/Öffentlichkeit. Die IGAV informiert rund um Allergien allgemein und über die Bedeutung von
Allergenvermeidung im Speziellen. Sie ist sozusagen Übersetzer wissenschaftlicher Erkenntnisse und
medizinischen Wissens und transportiert ärztliche Empfehlungen verständlich an die Bevölkerung. Unterstützt
wird der Verein von einem 23köpfigen wissenschaftlichen Beirat, der sich aus führenden österreichischen
Allergologen zusammensetzt.
Kontakt für Patienten, ausführliche Information über Allergien, Tipps zur Allergenvermeidung,
Bestellung der kostenlosen Ratgeber-Serie „Leben ohne Allergene“, eine Liste der
österreichischen Allergie-Ambulatorien und -Ambulanzen u.v.m.:
IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung)
Telefon-Hotline: 01/212 60 60
www.allergenvermeidung.org
forum.allergenvermeidung.org
NEU: www.facebook.com/allergenvermeidung
Weitere Linktipps:
www.milben-schutz.at
www.allergiefragebogen.at
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