Natursteine

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Natursteine
Inhalt
1. Allgemein
1.1 Mineralien
1.2 Gesteine
1.3 Einteilung nach der Entstehung
2 Erstarrungsgesteine (Magmatite)
2.1 Tiefengesteine
2.2 Ergussgesteine
2.3 Sedimentgesteine
3 Umwandlungsgesteine
4 Gewinnung der Natursteine
5 Weiterverarbeitung
5.1 Oberflächen
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1. Allgemein
Naturstein ist das älteste natürlich vorkommende Material der Welt und stellt einen sehr vielfältigen
Baustoff dar. Natursteine sind auch heute noch ein wichtiger Baustoff im Bauwesen sowie in der Gartenund Landschaftsgestaltung sowie im gehobenen Innenausbau. Die größten Vorteile sind die hohe
Verschleißfestigkeit und das zeitlose Erscheinungsbild. Als Bodenbelag über Fußbodenheizung sind
Natursteine bestens geeignet.
Die Handelsform für den Innenausbau sind meist Platten mit einer Dicke von 5 bis 30 mm. Die Dichte
beträgt zwischen 2600 und 3000 kg/m3.
Heute stehen eine Vielzahl von Natursteinen, wie auch Alternativen zum Naturstein zur Verfügung.
Natursteine
Vorteile
Nachteile
Hoher ästhetischer Wert, zeitlose optische
Hohe Material- und Arbeitskosten, hohes Gewicht
Wirkung (Jerusalem Stone)
Große Materialvielfalt,
gleiches Aussehen und gleiche Qualität kann nicht über
Jahre garantiert werden.
Beständigkeit und Wiederverwendbarkeit
Einige Steinsorten sind als Bausteine nicht geeignet,
durch Umwelteinflüsse rasche Verwitterung ->
Sanierung sehr teuer
Regionaltypische Materialverwendung
Verlust des Regionalcharakters durch freien Markt und
Transportmöglichkeiten (Billigangebote aus Kinderarbeit
– Steinbrüchen)
1.1 Mineralien
sind chemisch einheitliche Bestandteile der Erdrinde, z.B. Quarz,
Feldspat, Kalkspat, Flussspat, Gips, Talk, .. usw. Die
Zusammensetzung kann durch eine chemische Formel
angegeben werden. Bei einer langsamen Abkühlung der
Schmelze lagern sich die Atome regelmäßig in einem
Kristallgitter aneinander, es entstehen dann regelmäßige
geometrische Körper, die Kristalle.
Die Größe, die Zusammensetzung und die Anordnung der
Kristalle in den Gesteinen bestimmen das Aussehen und die
mechanischen Eigenschaften der Materialien (kristallines
Gestein (Granit), dichtes Gestein (Kalkstein, Basalt)).
1.2 Gesteine
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sind Gemenge von mehreren Mineralien. Haben sie die gleiche Zusammensetzung, sollten sie auch die
gleiche Bezeichnung aufweisen.
Durch die Vielfalt der heute im Handel angebotenen Sorten ist es ziemlich schwierig, die angebotenen
Natursteine richtig zu identifizieren. Die Handelsbezeichnungen beziehen sich auf die Farbe, die
Herkunft oder auf ähnliche bekannte Steine; vor allem billigere Steine aus dem Ausland werden
durch Phantasienamen an bekannte Namen angeglichen.
1.3 Einteilung nach der Entstehung
 Erstarrungsgestein
 Sedimentgestein
 Umwandlungsgestein
2 Erstarrungsgesteine (Magmatite)
2.1 Tiefengesteine
Sie entstehen durch die Erstarrung des flüssigen Magmas, entweder bei langsamer Abkühlung im
Erdinneren (Tiefengesteine = Plutonite) oder nach einem Vukanausbruch durch rasche Abkühlung an
oder knapp unter der Erdoberfläche (Ergussgesteine = Vulkanite).
2.1.1 Granit
Wichtigstes und bekanntestes Tiefengestein, besteht aus Feldspat, Quarz und Glimmer. Glimmer
verleiht dem Granit den Kontrast, Quarz gibt den Stein die Härte und der Feldspatanteil bestimmt die
Farbe.
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Eigenschaften: hart und sehr verwitterungsbeständig,
schwer zu bearbeiten, gut polierfähig. Granit gehört zu den
Steinen mit der höchsten Beanspruchbarkeit. Die Farbskala
reicht von fast weiß bis dunkelgrau, auch gelbe, rote, braune
und blaue Sorten sind im Handel.
Verwendung: Mauersteine, Platten für Fußböden und
Wände, Sockel-, Pfeiler- und Säulenverkleidungen,
Arbeitsplatten in Küchen, Treppenstufen, Abdeckungen,
Heizkörperverkleidungen, Fensterbretter, Möbelplatten,
Griffe, Knöpfe,...
Wichtige Sorten im Handel
Weitere Tiefengesteine, die im Aussehen dem Granit ähnlich sind:
Syenit: kann als quarzarmer oder quarzfreier
Granit bezeichnet werden, der Name kommt von „Syene“, dem
heutigen Assuan in Ägypten. Früher wurden die meisten roten
Granite als Syenit bezeichnet.
Diorit: häufig dunkel gefärbt (schwarzblau, grün-schwarz oder
dunkelgrau).
Gabbro: zweithäufigstes Tiefengestein, enthält keinen Quarz, gut
bearbeitbar, grobkörnig, Färbung hell bis dunkel, kann auch bunt
auftreten.
2.2 Ergussgesteine
Basalt
Ist ein Vulkanit aus demselben Magma wie Gabbro entstanden, es ist eine sehr vielgestaltige
Gesteinsart.
Eigenschaften: kompakt, dicht, homogen, sehr feinkörnig, äußerst schwer zu bearbeiten sehr
druckfest. Die Farbe ist meist dunkel bis tiefschwarz.
Verwendung: die häufigste Verwendung ist der Straßenbau als Schotter und Straßenpflaster. Im
Innenausbau wird Basalt als Platten für Fußböden, Verkleidungen und Treppen verwendet. Zur
Bildhauerei nicht besonders geeignet.
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Wichtige Sorten im Handel:
Weitere Vulkanite
Diabas: die Eigenschaften sind ähnlich dem Basalt, die Färbung ist meist grünlich, dunkelgrün bis
grünschwarz („Grünstein“).
Porphyr (Rhyolit): bezeichnet dichte, rötliche oder bräunliche Vulkanite.
Trachyt: die Ergussform der Syenite, sie sind feinkörnig und homogen, z.T. tuffartig porös. Wichtiger
historischer Baustein (Rom, Rheinland,...).
Vulkanische Tuffgesteine: Entstehung durch oberirdische Ablagerung von magmatischem
Material, sie sind ± porös, leicht zu bearbeiten, Farbe häufig gelblich bis rot. Verwendung für
Innenraumbegrünung.
2.3 Sedimentgesteine, Absatz- oder Ablagerungsgesteine
Klastische Sedimente
Gesteine oder Minerale werden durch physikalische Einflüsse (Sonne, Wasser, Frost, wandernde
Gletscher) zerlegt, transportiert und abgelagert. Durch Druck und Bindemittel wurden sie wieder zu
neuem Gestein verfestigt. Sie lassen sich nach der Korngröße des zusammengekitteten Gesteins in
drei Gruppen einteilen:
Brockengesteine mit Korngrößen über 2mm, die Sandgesteine mit Korngrößen von 2 mm bis 0,02 mm
und die Tongesteine, mit Körnern unter 0,02 mm.
Chemische Sedimente
Die Auflösung der chemischen Verbindungen erfolgte meist durch Kohlensäure, nach dem Verdunsten
haben sich die gelösten Stoffe wieder zu einer festen Substanz ausgebildet, Beispiele sind Kalk, Gips
und Dolomit, diverse Tropfsteine und Sinterungen.
2.3.1 Klastische Sedimente
Brockengesteine
Konglomerat, „Nagelfluh“
Ist ein Trümmersediment aus runden Bestandteilen, diese wurden durch langen Transport rund
geschliffen.
Eigenschaften: vielgestaltig und vielfärbig, meist grobkörnig und
großporig, häufig frosthart und witterungsbeständig.
Wichtige Sorten im Handel
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Verwendung: Fassaden- und Bodenplatten, Mauern, Säulen,..
Brekzie
Bestehen aus kantigen, splittrigen Körnern, sieht oft wie Kunststein aus, Verwendung im Innenausbau
für Bodenplatten, Verkleidungen.
Sandgesteine
Sandstein
Besteht fast ausschließlich aus Quarz, er ist leicht zu bearbeiten und wenig witterungsbeständig.
Verwendung: vielseitig, Bodenplatten für außen (nicht tausalzbeständig) und innen, Mauersteine,
Figuren, Einfassungen,..
Grauwacke: stark verfestigter, verkieselter Sandstein in verschiedenen Grautönen, mit hoher
Druckfestigkeit und guter Witterungsbeständigkeit.
Kalksandstein: verfestigter Kalksand, bedeutendste Sorte in Österreich ist „St. Margarethen“
(Burgenland), Baustein für den Stephansdom. Leicht zu bearbeiten, nicht beständig.
Tongesteine
Tonstein, Tonschiefer, Schiefer (-Ton)
Entstanden durch Verfestigung von kleinsten Verwitterungsprodukten, die in Schichten
zusammengepresst und verkittet wurden. Sie haben ein gleichmäßiges Aussehen, dunkel gefärbt
und lassen sich gut spalten.
Verwendung für Bodenbeläge, Dachplatten und Mauerverkleidungen, früher wurden daraus
Schiefertafeln hergestellt.
2.3.2 Chemische Sedimente
Kalkstein
Kommt in nahezu allen geologischen Formationen vor und wird daher in fast allen Ländern der Welt
abgebaut. Die Bezeichnung Marmor für Kalkstein ist falsch!
Eigenschaften: Kalksteine sind wenig beständig gegen Witterungseinflüsse, und organische
Säuren (Taubenkot, saurer Regen, Abgase,..). Leicht zu bearbeiten, gut polierfähig, kommen in
vielen Farbvarianten und bunt vor.
Verwendung: nahezu alle Anwendungen im Innen- und Außenbereich, Bodenplatten. Alte
Bodenplatten werden als „Jerusalem – Stone“ gehandelt.
Wichtige Sorten im Handel
Solnhofener Kalkschiefer
Die Ablagerung der Sedimente erfolgte in Schichten, dadurch lässt er sich in ziemlich dünne Platten
spalten. Handelsname auch "Kehlheimer Platten", polierbar.
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Verwendung: als Fußbodenplatten, die häufig erst einige Zeit
(auch Jahre) nach dem Verlegen geschliffen und versiegelt
werden. In dieser Zeit oxidieren eingelagerte Metalladern und es
entstehen feine bunte Zeichnungen (Stein blüht auf). Die rohe
Oberfläche darf aber nicht mit Lack, Silikon, Fett usw.
verschmutzt werden, das lässt sich nicht mehr sanieren, die
Platten müssen ausgetauscht werden. Platten von 5 mm Dicke
werden für Wandverkleidungen verwendet.
Dolomit
Ist ein Gestein aus Ca-Mg-Karbonat. Er ist härter, druck- und
bruchfester und beständiger als die übrigen Kalksteine, jedoch
weniger farbenfroh, meist grau oder beige.
Travertin
ist ein poröser, tuffartiger Kalkstein, durch Absetzen der Sedimente
in Binnengewässern entstanden, hat daher oft pflanzliche
Strukturen und Gerüste eingeschlossen.
Eigenschaften: polierbar, bandförmig angeordnete Löcher, Farbe
goldgelb bis braun.
Verwendung: hauptsächlich für den Innenausbau als
Wandverkleidungen, seltener für Fußböden und Treppenstufen. Im
Außenbereich für Fassadenverkleidungen (Verschmutzung der
Vertiefungen).
Kalktuffstein
Ähnlich Travertin, entsteht in Kalkquellmooren als sinterartiges Gestein.
Es ist in feuchtem Zustand sehr weich und kann mit einer Holzsäge
geschnitten werden, härtet dann an der Luft aus und
ist dann sehr beständig.
3 Umwandlungsgesteine (Metamorphite)
sind Gesteine und Mineralien, auf die beim Absinken vielfältige Kräfte einwirken, dabei wird ihre
ursprüngliche Struktur durch Pressung, Walzung, Schieferung und Faltung zusammen mit hoher
Temperatur verändert. Der hohe Druck bewirkt auch eine Änderung der Feinstruktur, die Atome
lagern sich in einem Kristallgitter zusammen. Kristalle sind die platzsparendste Anordnung der
Moleküle.
Die wichtigsten Umwandlungsgesteine
Ausgangsgestein
wird zu
Granit
Sandgesteine
Tongesteine
Kalkstein




Umwandlungsgestein
Orthogneis
Quarzite
Glimmerschiefer, Glimmerquarzit
Marmor
Orthogneise: sie ähneln den Ausgangssteinen und werden auch oft so bezeichnet.
Quarzite: sind durch den hohen Quarzanteil sehr hart, aber noch spaltbar, sie werden meist in
Plattenform verarbeitet, z.B. Bodenplatten, Wandverkleidungen, Abdeckplatten, Dachplatten,..
Glimmerschiefer: in Plattenform mit einem schimmernden Glanz, Farbe: grau, grün, blau oder rot.
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Marmor
Technische Eigenschaften wie das AusWichtige Sorten im Handel
gangsmaterial Kalkstein, im Freien hält die Politur
nicht lange, der Stein ist aber frostbeständig. Idealer
Stein für die Bildhauerei. Marmor kommt in allen
Farben vor, von rein weiß bis schwarz, es gibt auch
viele bunte Sorten.
Die Verwendung im Innenausbau ist fast unbegrenzt,
jedoch darf der Stein nicht mit
organischen und anorganischen Säuren in Kontakt
kommen, diese greifen das Material an. Daher ist vom Einsatz als Arbeitsplatten in der Küche, sowie
als ungeschützte Tischplatte abzuraten.
Die Reinigung muss ohne säurehältige (Essig, Salzsäure, ...) Reinigungsmittel erfolgen.
Die Bedeutung von Marmor im Innenausbau ist heute gegenüber dem Granit deutlich zurückgegangen,
Grund dafür ist vor allem der Preis.
4 Gewinnung der Natursteine
 weiche Gesteine werden geschrämt.
 harte Steine werden quaderförmig abgesprengt, oder durch Herausschneiden mit der Seilsäge (ital.
Marmor) gewonnen. Die Blöcke werden dann mit Gattersägen zu Platten geschnitten.
 Zersprengen mit Dynamit, das Gestein wird weitgehend zerkleinert, z.B. für Gewinnung von
Pflastersteinen, Schotter, Splitt.
5 Weiterverarbeitung
Steine können mit diamantbestückten Werkzeugen gesägt, gebohrt, geschliffen werden. Für
geschwungene Schnitte können auch handliche Stichsägen eingesetzt werden. Für komplizierte
Formen oder Ausnehmungen in Platten hat sich das Wasserstrahlschneiden durchgesetzt.
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Dabei wird durch eine CNC – gesteuerte Diamantdüse,  ca 1 mm,
Wasser mit ca. 4000 bar gedrückt, wobei zur Erhöhung der
abrasiven Wirkung noch feiner Quarzsand zugegeben werden
kann.
Granitgriff
Granitknöpfe
Wasserstrahlschneiden
5.1 Oberflächen
 gekrönelt
 scharriert
 gestrahlt mit Sandstrahlgebläse
 geflammt
 säge- oder bruchrauh
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 bossiert
 grob gestockt
 glatt geflächt
 fein gestockt
 grob geschliffen
 fein geschliffen
 poliert
 gestockt, mit dem Stockhammer
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