zum gesamten Presseartikel (in Word)

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13 % AUF LOGIS. WAS NUN? WAS TUN?
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 10 auf 13 % erscheint beschlossene Sache, das hat die
Regierung trotz aller Proteste deutlich signalisiert. Kleine Anpassungen könnten eventuell noch
möglich sein, aber nicht in der Substanz, sondern beim Zeitpunkt der Einführung. Viele Hoteliers
konnten in den letzten Jahren kaum die Kostensteigerung (die ja höher ist als die offizielle
Inflationsrate) am Markt durchsetzen und stehen nun vor der Frage, entweder eine weitere
Preissteigerung zu versuchen oder die Steuererhöhung zu schlucken. Die zusätzliche Mehrwertsteuer
zu schlucken kann keine Lösung sein, da dieser Betrag dann voll negativ auf das Betriebsergebnis
durchschlägt – wie eine generelle Preissenkung. Also, was tun? Der Groll steckt im Hals, dennoch gilt
es für Profis möglichst kühlen Kopf zu bewahren und Maßnahmen zu überlegen.
Kohl & Partner unterstützt die Hotellerie in dieser schwierigen Phase. Vergessen wir einen Moment
lang den Ärger über die neuen Belastungen der Hotellerie, bleiben wir einen Moment lang „cool“ und
betrachten wir die Auswirkungen für die österreichische Ferienhotellerie, da es für diesen Sektor
Ansätze für Abschwächungsmöglichkeiten gibt
Ansatz Nr 1:
Wie man aus 3 % Erhöhung 1 % machen kann
Ab 2016 gelten also 13 % auf Logis und weiterhin 10 % auf Frühstück und Halbpension. Jetzt ist der
richtige Zeitpunkt gekommen, die Umsätze richtig zu splitten! Wer ab 2016 der Küche den richtigen
Umsatz gibt (nicht € 5,- für ein Frühstück und € 15,-für die Halbpension), wird erstens von einem sehr
geringen Rest dann nur noch die 13% Mehrwertsteuer bezahlen und so wird zweitens endlich
ersichtlich, wie wenig denn eigentlich für die reine Nächtigung übrig bleibt. “Ich glaube auch, dass sich
unser Finanzminister da gehörig verrechnet hat!“ meint Manuela Wiesinger von unserem Partnerbüro
Controlling Service GmbH“ und schildert folgendes Beispiel:
Gehen wir davon aus, dass ein 4-Sterne-Hotelier einen Durchschnittspreis inklusive Mehrwertsteuer
pro Nächtigung von € 80,- (inkl. Halbpension) erzielt - und davon haben wir viele! - so müssten wir im
Durchschnitt aufgrund der guten Qualität, die auf ganz vielen Tellern in der 4-Sterne-Hotellerie landet,
mindestens rund € 50,- für die (meist erweiterte) Halbpension absplitten. Das heißt, somit bleiben rund
€ 30,- pro Nächtigung, die mit 13% versteuert werden müssen. Das bedeutet in diesem Fall: Hier
reden wir von € 0,72 Mehraufwand für die erhöhte Umsatzsteuer pro Nächtigung. Und es müsste in
diesem Beispiels-Fall möglich sein, diese 0,9%ige Preiserhöhung des Gesamt(durchschnitts)preises
an den Gast weiterzugeben. Allerdings bleiben dann noch immer die notwendigen Preisanpassungen
durch die gestiegenen Betriebskosten.
Auch wenn man ein hochpreisiges Beispiel mit einem Brutto-Preis von € 140,- rechnet zeigt sich, dass
sich mit einem richtigen Splitting die 3 % Mehrwertsteuererhöhung auf 1 % Gesamtpreiserhöhung
drücken lässt. So wie wir bei unseren Hotelkunden in Deutschland (7 % Umsatzsteuer auf Logis und
19 % auf Speisen) der Logis „mehr Preis“ geben, werden wir auch in Österreich künftig die Küche
besser mit Erlösen „füttern“ und die Logis im Umsatzsplitting vielleicht sogar etwas
vernachlässigen……
Trotz der ärgerlichen neuerlichen Belastungen gibt es einen erfreulichen Nebeneffekt für die Profis der
Ferienhotellerie: Wir erreichen saubere und aussagekräftige Profit-Center-Ergebnisse für den F&Bund Logis-Bereich. Ein kleiner Trost, ich weiß.
Keinen Trost gibt es für die Stadthotellerie und jene Betriebe in Ferienregionen, die nur Beherbergung
anbieten – sie müssen voll in den sauren Apfel beißen.
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Ansatz Nr. 2:
„Power Pricing“ statt „Steuer schlucken“
Die Praxiserfahrung von Kohl & Partner zeigt, dass durch eine Preislistenoptimierung und in einer
ausgeklügelten Preisdifferenzierung große Chancen liegen, höhere Durchschnittspreise zu erzielen.
“Power Pricing“ kann noch vorhandene Preisspielräume ausnützen. Einfach zum Nachdenken – und
Nachrechnen:
 Alle 3 Dimensionen der Preisdifferenzierung – Saisonzeiten, Kategorien und Aufenthaltsdauer
clever ausreizen
 Keine ungeplanten Niedrigpreisaktionen! Die Preisuntergrenze berechnen.
 An den „maximalen Preis“ herantasten und eine neue Top-Saison innerhalb der Hochsaison
einführen. Dazu notwendig: Tage der Übernachfrage aufzeichnen.
 Möglichst viele Saisonzeiten – die Preisliste soll die Auslastungskurve spiegeln.
 Mehr Zimmerkategorien einführen und die Unterschiede klar und übersichtlich darstellen.
 Verkaufen Sie die Lage Ihrer Zimmer besser. Die bessere Aussicht aus dem Zimmer ist eine
zusätzliche Preischance.
 Pro Saison interne Preisworkshops zur Preisplanung – gemeinsam mit den verantwortlichen
Kadermitarbeitern. Preise Woche für Woche planen.
 Nicht vergessen: Je differenzierter die Preisstrategie, desto wichtiger wird das
Argumentationstraining mit der Rezeption.
 Jedenfalls: Keine Preisliste ohne Inflationsanpassung. Ein Jahr ohne Preiserhöhung – die
Kosten steigen ja auch – ist nicht mehr aufholbar.
Ansatz Nr. 3:
Stimmung im Haus hochhalten
Und schließlich: So schwer es auch fällt, es gilt die Stimmung im Hotel hoch zu halten. Bei sich selbst
und bei den Mitarbeitern. Kein Jammern über die steuerlichen Belastungen, denn Jammern zerstört
die Gastlichkeit. Eine entspannte Atmosphäre schaffen, eine fröhliche Stimmung, mit guter Laune
punkten. Nicht davon ausgehen, dass die Gäste die schwierige Situation des Hoteliers verstehen.
„Österreichs Tourismus schlägt sich trotz Wirtschaftsflaute gut!“ Das waren medial die
Hauptbotschaften der letzten Jahre. Die Stimmung war gut. Nun kommt der Ärger über zusätzliche
steuerliche Belastungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingen bleiben mager und die Stimmung
droht zu kippen. Der Ausblick? Die Zinsen bleiben niedrig – Das ist gute Nachricht. Aber das
Preisthema wird schärfer, der Kampf um Mitarbeiter zermürbender und das Marketing wird noch
schneller. Der Markt ist hart, aber die Qualitätshotellerie wird sich durchsetzen – mit attraktiver
Hardware, klarer Strategie, guter Mitarbeiterführung, cleverer Preispolitik, solidem Marketing,
überzeugendem Verkauf und hartem Controlling. Kohl & Partner unterstützt die Hotellerie auf diesem
Weg.
Nähere Informationen:
Erich Liegl
Kohl & Partner GmbH
Bahnhofstraße 8
9500 Villach, AUSTRIA
Tel. 0043 (0)4242 21123
Fax 0043 (0)4242 29553
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