Dekkers darf nicht mehr als Arzt praktizieren Die Regierung von Oberbayern hat mit Bescheid vom 25.4.2008, der am 6.5. 2008 dem Rechtsanwalt von Dekkers zugestellt wurde mit sofortiger Wirkung das Ruhen der Approbation drs. Dekkers angeordnet. Durch diese Anordnung darf Dekkers nicht mehr als Arzt auftreten und praktizieren. Das Ruhen der Approbation ist neben dem endgültigen Widerruf, der schlimmstmögliche Eingriff, der einem praktizierenden Arzt widerfahren kann. Die Gründe, die die Regierung von Oberbayern zu diesem drastischen Schritt veranlasst haben, sind auch die Gründe, welche wie die Gesellschafter Prof. Dr. Toft und Dr. Hoogland vom 5. Mai 2008 zum Schutz der Patienten der Alphaklinik zu den folgenden Beschlüssen veranlasst haben: (…) Alphaklinik: Dekkers darf nicht mehr als Arzt praktizieren 07.05.08 | 19:45 Uhr München (ots) - Die Regierung von Oberbayern hat mit Bescheid vom 25.4.2008, der am 6.5. 2008 dem Rechtsanwalt von Dekkers zugestellt wurde mit sofortiger Wirkung das Ruhen der Approbation drs. Dekkers angeordnet. Durch diese Anordnung darf Dekkers nicht mehr als Arzt ... München (ots) - Die Regierung von Oberbayern hat mit Bescheid vom 25.4.2008, der am 6.5. 2008 dem Rechtsanwalt von Dekkers zugestellt wurde mit sofortiger Wirkung das Ruhen der Approbation drs. Dekkers angeordnet. Durch diese Anordnung darf Dekkers nicht mehr als Arzt auftreten und praktizieren. Das Ruhen der Approbation ist neben dem endgültigen Widerruf, der schlimmstmögliche Eingriff, der einem praktizierenden Arzt widerfahren kann. Die Gründe, die die Regierung von Oberbayern zu diesem drastischen Schritt veranlasst haben, sind auch die Gründe, welche wie die Gesellschafter Prof. Dr. Toft und Dr. Hoogland vom 5. Mai 2008 zum Schutz der Patienten der Alphaklinik zu den folgenden Beschlüssen veranlasst haben: 1.) Abberufung drs. Horst Dekkers als Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung, 2.) Kündigung des Belegarztvertrages drs. Horst Dekkers, 3.) sofortiges Operationsverbot drs. Horst Dekkers in der Alphaklinik Das Ruhen der Approbation kann angeordnet werden, wenn gegen den betroffenen Arzt wegen des Verdachtes einer Straftat, aus dem sich seine Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit ergeben kann, ein Strafverfahren eingeleitet ist oder dieser gesundheitlich (ggf. durch Sucht und/oder geistige oder körperliche Schwäche oder ähnliches) nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf ordnungsgemäss auszuüben bzw. Zweifel daran bestehen. Prof. Dr. Toft und Dr. Hoogland bedauern die Entwicklung. "Die Umstände waren für die Alphaklinik sehr belastend. Jetzt müssen wir wieder nach vorne sehen und wieder einen geregelten Ablauf auf hohem Niveau sicherstellen" so Toft. Die Münchner medizinrechtliche Sozietät Putz & Steldinger die das Verfahren gegen Dekkers am 27.2.2008 beantragt hatte, begrüßt die Entscheidung der Regierung von Oberbayern: "Künftige Fehlbehandlungen und Gefahren werden endlich wirksam unterbunden. Nun geht es darum, dass die bisherigen Opfer angemessen entschädigt werden." so Rechtsanwalt Putz. Originaltext: Alphaklinik GmbH Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/37889 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_37889.rss2 Pressekontakt: STADTGESPRÄCH - PUBLIC RELATIONS [DPRG] Orleansstrasse 34 81667 München Hakan Günay Tel.: +49 (0)89 961.644.60 Fax: +49 (0)89 961.644.59 E-Mail: [email protected] Internet: www.agenturstadtgespraech.de http://www.ad-hoc-news.de/alphaklinik-dekkers-darf-nicht-mehr-als-arzt-praktizieren-/de/Politik/16758895 Doctorandus an der Fräse Von Traufetter, Gerald Ein Promi-Chirurg aus München soll Patienten ohne medizinische Indikation an der Wirbelsäule operiert haben. Jetzt sieht er sich einer Klagewelle gegenüber. An den Tag, als die Zeit seines Leidens begann, kann sich Gerhard K. noch genau erinnern: Am 19. Oktober 2004 lag der Frankfurter Werbeunternehmer in einem Operationssaal in München. Wegen Rückenproblemen sollte er an der Halswirbelsäule operiert werden. Trotz der lokalen Betäubung spürte K. plötzlich einen heftigen Schmerz. Was los war, merkte der damals 67-Jährige erst, als man ihn nach der Operation auf die Beine stellte. K. knickte ein. Er spürte sein rechtes Bein nicht mehr. Der Chirurg jedoch habe ihn, ohne sich um die Lähmungserscheinungen zu kümmern, gleich am folgenden Tag zur nächsten Operation einbestellt, diesmal an einem Lendenwirbel. Anschließend entschwand er zu einem Kongress in den USA. Zehn Tage musste K. in der Klinik ausharren. Erst dann wurde er, auf dringende Intervention eines externen Facharztes, zur Notoperation in das Klinikum Bogenhausen gebracht. Die Lähmung hatte inzwischen das andere Bein und beide Arme erfasst. Noch heute kann K. sich kaum länger als zehn Minuten auf den Beinen halten. Was dem Firmenchef widerfahren sein soll, steht in einer Klageschrift, die derzeit vor dem Landgericht München I verhandelt wird. Der Beklagte heißt Horst Dekkers, Mitbesitzer der Münchner Alpha-Klinik. Er bestreitet, Fehler gemacht zu haben. Mehr noch: Dekkers ließ seinen Patienten von einem Detektivbüro beschatten, um ihn der Heuchelei zu überführen. "Wir haben auf Schadensersatz geklagt", sagt K.s Anwältin Marga Wolpert. Der Beklagte ist den Richtern der 9. Zivilkammer nicht unbekannt: Schon einmal wurde er hier zu Schadensersatz rechtskräftig verurteilt. Verblüffend erinnert die Urteilsbegründung an die Klageschrift im Fall K.: Ein erster Eingriff sei "medizinisch nicht indiziert" gewesen, und "als Folge dieser fehlerhaften Operation ergaben sich die beiden Folgeeingriffe ... die ebenso wenig geeignet waren, den Grundleiden des Klägers zu begegnen" (Aktenzeichen: 9 O 24834/04). Dekkers sieht auch hier keinen Fehler seinerseits - der Gerichtsgutachter habe eben nur den Standpunkt einer Ärztemehrheit vertreten. Nun aber muss sich der geschäftstüchtige Mediziner einer ganzen Flut von Klagen erwehren: "Ein starkes Dutzend Fälle", so der Sprecher der Kammer, Tobias Pichlmaier, seien derzeit gegen ihn anhängig. Dekkers will zu Einzelheiten mit Hinweis auf seine Schweigepflicht nichts sagen. "Eins kann ich in jedem Fall versichern: Keiner der Vorwürfe ist zutreffend." Lange durfte Dekkers sich sicher fühlen: Sein Krankenhaus gilt als Promi-Klinik (Werbeslogan: "Wo andere aufhören, fangen wir erst an!"), er verfügt über gute Medienkontakte und wirbt gern mit seiner prominenten Klientel. Und dennoch geriet die Klinik vor einigen Jahren in Schieflage. Dekkers lieferte sich einen schmierigen Rechtsstreit mit einem der zwei Mitbesitzer, in dem es auch um sehr persönliche Dinge in Dekkers' Leben ging. Seither sind die Geschäftspartner tief zerstritten. Dekkers aber operiert weiter, und zwar für fünfstellige Summen, die in der Regel selbst private Kassen nicht mehr voll tragen. Von Arabien bis Amerika werben seine Agenten neue Kranke. Vor allem aber in Holland, seiner Heimat, werden sie fündig. Regelmäßig hält Dekkers in Noordwijk Sprechstunden in einem Hotelzimmer. Dort lässt er sich Kernspin-Bilder zeigen und stellt emsig Diagnosen. Zu emsig, wie viele Fachkollegen finden. Sein Lieblingsbefund lautet: "Stenose". Bei diesem Wirbelleiden wuchert der Knochen, bis er den Rückenmarksnerv schmerzhaft einklemmt. "Stenose ist eine Alterskrankheit, uns Medizinern bestens vertraut und in der Regel gut zu operieren", sagt Wilco Peul, Neurochirurg an der Uni-Klinik in Leiden. Dekkers hingegen beteuert: "Die Stenose ist eine unbekannte Volkskrankheit." Diesem Motto getreu entdeckt er sie häufig, auch bei jungen Patienten. Ihnen empfiehlt er ein operatives Verfahren, genannt MIR, bei dem er den Knochen abfräst und das "wunderschöne Halbrund" (Dekkers) um den Rückenmarksnerv wiederherstellt. Unter seinen niederländischen Kollegen hat es Dekkers zu traurigem Ruhm gebracht. "Zu uns kommen Patienten, die Dekkers operiert hat, denen es schlechter geht als zuvor", so Peul. "Dabei können wir auf den alten Kernspin-Aufnahmen gar keine Stenose erkennen." Die Leute seien verzweifelt. Manche Ärzte weigerten sich inzwischen, Patienten anzunehmen, die vorher bei Dekkers in München waren. Und auch die Klageschriften jener, die jetzt gegen Dekkers gerichtlich vorgehen, ähneln sich. "Die angeblichen Stenosen ziehen sich wie ein roter Faden durch alle meine Fälle", erklärt Wolfgang Putz, Rechtsanwalt für Medizinrecht, dessen Kanzlei sechs Kläger vertritt. "Und stets haben die nachbehandelnden Ärzte die Stenose verneint", fügt Putz hinzu. Leen van Vliet ist einer dieser Patienten. Bei dem Marketingfachmann aus dem niederländischen Dordrecht setzte Dekkers am 12. Mai 2004 die Knochenfräse an, angeblich mit dem Versprechen: "Sie können bald wieder Fußball spielen." Van Vliet nahm einen Kredit auf - mehr als 34 000 Euro habe ihm der Operateur in Rechnung gestellt - und erkaufte sich nur umso schlimmere Schmerzen. Kaum mehr hundert Meter könne er laufen. Die für die Schmerzen ursächliche Störung kann nach Auskunft seiner Ärzte nun nicht mehr operiert werden. "Da ist zu viel Narbengewebe im Weg", klagt der Familienvater. Ähnlich erging es Henny van Waarsenburg, 65. Auch bei ihr diagnostizierte Dekkers eine Stenose. "Sie sind eine wandelnde Zeitbombe", habe Dekkers ihr gesagt, doch er werde das "hundertprozentig" wieder hinbekommen. "Das ist seine Masche: den Menschen erst Angst einjagen und sie dann mit seinem Versprechen einer angeblich minimalinvasiven Operation in Sicherheit wiegen", sagt van Waarsenburg, die eine Anti-Dekkers-Web-Seite betreibt, "um weitere Opfer zu verhindern". Dekkers streitet die Vorwürfe ab. Den "allermeisten" seiner 6000 Patienten habe er helfen können. "Es handelt sich weitestgehend um hochkomplizierte Problemstellungen, die von anderen Ärzten als inoperabel bezeichnet worden sind." Die Angriffe versuchte er vor allem über die Medien zu parieren. Dazu dient ihm besonders eine Talkshow auf einem niederländischen RTL-Kanal. Bei Harry Mens, Moderator von "Business Class", feuerte er noch letzte Woche zurück: Hinter den Vorwürfen stecke Thomas Hoogland, der Erzfeind und Geschäftspartner. Dieser unterstütze Patienten finanziell, die gegen ihn, Dekkers, gerichtlich vorgingen. Die servile Art, mit der Mens dem Chirurgen die Stichworte zuwarf, könnte finanziell begründet sein: Offenbar zahlt die Alpha-Klinik auch schon mal für Dekkers' Auftritte. Das legt eine Rechnung (Nr. 62601856) nahe, in der RTL Nederland mit Datum vom 30. Juni 2007 unter Bezug auf eine "Programmteilnahme" 13 000 Euro fordert. Zwar teilt RTL Nederland mit, Auftrittshonorare seien "nicht üblich", die Alpha-Klinik bestätigt hingegen, dass damals für das Interview als "Teil einer Werbemaßnahme" gezahlt wurde. In Deutschland konnte sich der Stardoktor bisher stets auf die TV-Journalistin Nina Ruge verlassen, die, wie sie sagt, von den Vorwürfen keine Ahnung hatte. Im Frühjahr 2007 enthüllte sie in einem Buch gemeinsam mit Dekkers "Das Geheimnis eines gesunden Rückens"; ihren Co-Autor preist sie darin als "DEN Top-Profi in der Orthopädie" mit "gigantischem Wissen". Dekkers taucht stets mit dem Namenszusatz Drs. auf, was in manchen Zeitungen flugs zum Dr. mutierte. In Wirklichkeit steht Drs. in den Niederlanden für "Doctorandus": So kann sich dort jeder Studierte nennen. Im Mai vergangenen Jahres durfte dann "Drs. Dekkers" zusammen mit Nina Ruge auch in der "Johannes B. Kerner"-Show vor der "Volkskrankheit Stenose" warnen und seine bis zu 40 000 Euro teure Operationsmethode bewerben. Kerner ("Zahlt das die Kasse?") hörte geduldig zu, wie Dekkers und Ruge vom Tierfilmer Heinz Sielmann berichteten, der sich mit seinen 89 Jahren noch in zwei Sitzungen von jeweils sechs Stunden die Stenose wegoperieren ließ - was ihm "einen fast schmerzfreien Sommer" beschert habe. Sechs Monate nach der OP starb Sielmann. Noch heute aber lacht er postum zusammen mit seinem Operateur von dessen Internet-Seite. GERALD TRAUFETTER * Thomas Hoogland, Jürgen Toft. DER SPIEGEL 4/2008 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-55508051.html Alpha-Klinik: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Chefs München - Chefärzte werden der Unterschlagung und Insolvenzverschleppung verdächtigt – Zivilprozess soll am 13. Februar beginnen Jetzt dürften die drei streitsüchtigen Ex-Chefärzte der Alpha-Klinik, die seit ihrer Insolvenz von der Heidelberger Atos-Klinik geführt wird, noch einmal richtig Ärger bekommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Professor Jürgen Toft, Dr. Thomas Hoogland und Drs. Horst Dekkers, unter anderem wegen Unterschlagung und Insolvenzverschleppung. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat auf Anfrage bestätigt, dass die Mediziner im Verdacht stehen, Klinikgelder für sich persönlich vereinnahmt zu haben. Dabei handelt es sich um Geld, das Patienten – neben dem Honorar für die Operateure für die erbrachten ärztlichen Leistungen – für die Unterkunft und Pflege in der Privatklinik bezahlt haben. Neben der strafrechtlichen Ermittlungen hat außerdem Insolvenzverwalterin Barbara Beutler vor dem Landgericht München Klage eingereicht. Sie fordert eben dieses Geld von den Medizinern zurück. Ein erster Zivilprozess soll am 13. Februar beginnen. Seit langem geraten die ehemaligen Klinik-Gesellschafter Toft, Hoogland und Dekkers immer wieder in die Schlagzeilen. Zunächst, weil sich die prominenten Chirurgen auch gerne mal öffentlich untereinander bekriegten. Später, weil sie die Alpha-Klinik, in der sich Patienten wie Waffenhändler Adnan Kashoggi, TV-Star Nina Ruge, Sänger Rainhard Fendrich, Fußball-Trainer Christoph Daum und die Königin von Malaysia haben behandeln lassen, in die Pleite führten. Im Mai vergangenen Jahres hatte Dekkers als Geschäftsführer den Insolvenzantrag am Amtsgericht eingereicht. Seither kümmert sich Anwältin Beutler um die Geschäfte. Inzwischen hat die Atos-Klinik das Pleite-Unternehmen übernommen. Promi-Chirurg Horst Dekkers hatte sich außerdem regelmäßig in den Medien wiedergefunden, weil seit 2003 mehr als 25 zivilrechtliche Klagen gegen ihn eingegangen sind. Patienten werfen dem Wirbelsäulen-Spezialisten „Pfusch“ vor. Sie fordern Schmerzensgeld und Operationskosten zurück. Einmal ist Dekkers bereits wegen eines groben Behandlungsfehlers und einer unnötigen Operation zur Zahlung von 10 000 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden. Seit August vergangenen Jahres darf er nach einer Entscheidung des Münchner Verwaltungsgerichts nur unter strengen Auflagen als Arzt praktizieren. Bettina Link http://www.merkur-online.de/lokales/stadt-muenchen/alphaklinik-staatsanwaltschaft-ermitteltgegen-exchefs-69276.html (München - 6. Mai 2008) Aus Verantwortung gegenüber ihren Patienten und zum Schutz des ihr entgegengebrachten Vertrauens hat die Gesellschafterversammlung der Alphaklinik am Abend des 5. Mai 2008 in München folgendes beschlossen: 1.) Abberufung drs. Horst Dekkers als Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung 2.) Kündigung des Belegarztvertrages drs. Horst Dekkers 3.) Sofortiges Operationsverbot drs. Horst Dekkers in der Alphaklinik Die Alphaklinik zieht damit nach eigener Prüfung, die Konsequenzen aus den in der Öffentlichkeit erhobenen schwerwiegenden Vorwürfen, nach dem drs. Dekkers nicht dazu beigetragen hat, diese zu entkräften. http://www.openpr.de/news/208962/Alphaklinik-trennt-sich-von-Dekkers.html