Niels Werber Soziale Insekten im Gesellschaftsexperiment Über die Bienen-Demokratie zur Volksgemeinschaft Am 15. Juli 2011 habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Tierexperiment beobachtet. Als Gast von Christoph Kleineidam, dem derzeitigen Vertreter des Lehrstuhls für Neurobiologie und Zoologie in Konstanz, durfte ich die schummrigen, nur mit Rotlicht erhellten Räume der mit lebenden Insektenkolonien gefüllten Labore der Fakultät für Biologie betreten. Eines der Forschungsschwerpunkte von Christoph Kleineidam ist „Social decision making“, und zwar bei Ameisen der Gattung Atta vollenweideri, einer Blattscheiderameise, die in der entomologischen und soziologischen Forschungsliteratur als „Königin der Kooperation“ gilt.1 Die Arbeitsgruppe von Kleinadam arbeitet insbesondere an Projekten zur „self-organization, emergent properties and collective behavior“. Die laufenden Projekte werden in Lab Meetings und Forschungsseminaren diskutiert, auch hier konnte ich teilnehmen an einem Treffen, das zwei Arbeiten zum „decision making“ zum Thema hatte. Zur Entscheidung stand die Wahl eines neuen Wohnortes, und der roten Faden der Diskussion lässt sich mit den Stichworten „information gathering“, „evaluation of options“, „collective decision“, „communication“, und „swarm cognition“ beschreiben. Verschiedene location scouts schauen sich geeignete neue Wohnorte an, evaluieren die Orte nach einem Anforderungsprofil mit fünf Kriterien wie Entfernung, Größe, Eingangsbereich, Höhe, Exponierung gegen Sonne und Wind und werben dann in der Population für den von ihnen ausgewählten und für gut befundenen Ort. Je besser der neue Wohnort ist, desto intensiver bemühen sich die Scouts um Anhänger für ihren Vorschlag. Unter den 1 Martin A. Nowak, with Roger Highfield, Supercooperators. Altruism, Evolution, and Why we need each other to succeed, New York, London 2011 1 konkurrierenden Vorschlägen setzt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit derjenige durch, der nahezu optimale Bedingungen aufweist, und der Schwarm fällt die für sein Gesamtwohl nützlichste Entscheidung und zieht dort ein. Die Wortwahl lässt fast vergessen, dass es sich nicht um Menschen handelt, sondern um Insekten, und dass hier nicht eine Familie einen Umzug diskutiert, sondern ein Schwarm das Problem der nest site selection löst. Damit bin ich bereits beim Thema, denn die Experimente zum „social decision making“ sind Gesellschaftsexperimente. Und sobald man nur aus den Schwärmen der Bienen und Ameisen eine soziologische oder politologische Lehre zieht, handelt es sich um solche Experimente, deren Ergebnisse auch für uns Menschen Konsequenzen haben. Zu der im Konstanzer Forschungsseminar diskutierten Literatur gehörte auch die im Jahre 2010 erschienene Monographie Honeybee Democracy von Thomas D. Seeley, der sich ebenfalls mit dem Problem der nest site selection experimentell (und nicht etwa nur mathematisch, etwa spieltheoretisch) beschäftigt hat. Seeley hat auf einer von Bienen unbewohnten Insel, dem vor der Küste von New Hampshire liegende Appledore Island, eine Menge unterschiedlich gestalteter künstlicher „nest boxes“ verteilt und seine mitgebrachten und von ihm ausgesetzten Bienenvölker dabei beobachtet, welchen Wohnort sie sich wählen. Die „homeless insects“, schreibt Seeley über die Kernthese seiner Studie, „will do something truly amazing; they will hold a democratic debate to choose their new home.“2 Truely amazing ist aber natürlich vor allem. wie Seeley es schafft, vom Zählen seiner Bienen zu dieser Behauptung zu kommen, sie wählten in einer „demokratischen Debatte“ ihre neue Heimat. Dieser auf den ersten Blick vielleicht etwas beckmesserisch anmutende Verweis auf seine Wortwahl rechtfertigt sich noch auf der gleichen Seite durch den Anspruch Seeleys, sein Buch wende sich nicht 2 Thomas D. Seeley, Honeybee Democracy, Princeton, Oxford 2010, S. 1. 2 allein an Biologen, sondern auch an „social scientists“.3 Die Lehren für den Menschen und seine Gesellschaft zieht er selbst. Denn nach seiner Beschreibung der Experimente auf Appledore Island, ihrer Modellierung mit der Hilfe statistischer Verfahren und der Erklärung des „decision making“ mit der Hilfe der zur Zeit ubiquitären „threshhold“-Theorie,4 kehrt Seeley von den Insekten zu den Menschen zurück. Mit einer Anspielung auf den berühmten Psalm des Alten Testaments – „ Go to the ant, thou sluggard; Consider her ways, and be wise“ – beginnt Seeley sein Kapitel über Swarm Smarts mit der Empfehlung: „Let us now consider what lessons we human can learn from honeybees about how to structure a desicion-making group so that the knowledge and brainpower of ist members is efficiently marshaled to produce good collective choices.“5 Als Dekan seines Departments für Neurobiologie und Verhaltsforschung der Cornell University habe er umgesetzt, was von den Bienen zu lernen sei.6 Er kommt zu fünf Lektionen, die auf „intriguing resemblances between honeybee swarms and New England town meetings“7 beruhen und daher für Bienen und Menschen gleichermaßen gelten: Lesson 1: Compose the decision-making group of individuals with shared interests and mutual respect. Lesson 2: Minimize the leader’s inflience on the group’s thinking Lesson 3: Seek diverse solutions to the problem Lesson 4: aggregate the group’s knowledge through debate Lesson 5: Use quorum responses for cohesion, accuracy, and speed8 3 4 5 6 7 8 Ebd., S: 1. Ebd., S. 8. Ebd., S. 218. Ebd., S. 219. Ebd., S. 219. Ebd., S. 220, 221, 224, 226, 230. 3 Die Ähnlichkeiten liegen, zumindest für Seeley, auf der Hand: alle Bienen haben das gleiche Interesse, für den Schwarm den optimalen Ort für ein neues Nest zu finden, keine Biene wird eine andere geringer achten, wenn sie einen anderen Vorschlag macht, die Königin folgt der Entscheidung des Schwarms, mehrere Vorschläge werden gemacht und auf der Grundlage Entscheidung gemeinsamer gehen die Standards Informationen aller evaluiert, Scouts in die ein, die Entscheidung fällt einmütig und schnell für ein optimales Nest, weil kein Konsens nötig ist, sondern es genügt, bestimmte Schwellen zu überschreiten. Dissens ist möglich, hat aber eine eingebaute Verfallszeit.9 Bei einem Schwarm mit Tausenden von Individuen agieren nur wenige Hundert als Scouts, die ein gutes Dutzend Nistplätze auswählen und im Nest dafür Zustimmung suchen. Ein Quorum von 2030 Bienen unter diesen Scouts genügt, “to ensure accurate decision making“, weil ein schlechter Ort „will not attract a large quorum number of scouts.“ Wenn mehrere Scouts dagegen unabhängig voneinander für eine gute location werben, dann werden viele in ihre „piping signals“ einstimmen, die den Schwarm zum Abflug in eine bestimmte Richtung bewegen, und sobald das Quorum erreicht ist, geht es los. „I suspect“, fügt Seeley an, „that quorum size is a parameter of the bees’ decisionmaking process that has been tuned over evolutionary time to provide an optimal balance between speed /favored by a small quorum) and accuracy (favored by a large quorum).“10 Dieser Hinweis auf die „evolutionäre Zeit“, aus der dieses Verfahren hervorgegangen sei, ist außerordentlich wichtig. Seeley weist an mehreren Stellen darauf hin, dass die von ihm beschriebenen Verfahren der Entscheidungsfindung „havning been tested and tuned by natural 9 Ebd., S. 137. 10 Ebd., S. 173f. 4 selection“.11 Sie sind daher quasi-optimal, denn alle anderen Alternativen sind bereits samt ihren generischen Trägern ausgemerzt worden. Was in Jahrmillionen immer wieder positiv selektiert wird, muss daher „powerful and robust“, wenn nicht eben gar optimal sein.12 Während menschliche Gruppen nicht gerade für ihre „smart decisions“ bekannt seien, wie Seeley anmerkt, schlagen uns die Bienen eine „brilliant solution“ für alle Probleme kollektiven Handelns vor: „It is a solution honed by natural selection für many years“.13 Gesellschaftspolitisch zieht Seeley daraus die Konsequenz, dass Prozesse kollektiver Entscheidungsfindung der Organisation von Entscheidungen durch politische Führer vorzuziehen seien. Das Problem der Souveränität löst Seeley durch die Verteilung der Verantwortung auf alle durch Verfahren der Selbstorganisation. Der „group intelligence“ sei nach dem Vorbild der Bienen immer mehr zuzutrauen als dem klassischen „leadership“, für das Seeley den Präsidenten George W. Bush als Beispiel anführt.14 Anders als die ehemalige US-Regierung kommen Scout-Bienen, so Seeley, zu einer „guten Entscheidung“ „without working under the guidance of a leader“.15 Dies gelingt ihnen seit „millions of years“.16 Nun hat uns also die entomologische Forschung soweit gebracht, dass wir wissen können, „how this ingenious selection process works“. Und endlich haben wir die Möglichkeit. „to use this knowledge to improve our own lives.“17 Lessons of Nature, hat Jean-Marc Drouin vor einigen Jahren ein Kapitel überschrieben, in der er die Moralisierung der Natur der Insekten um 1800 untersucht. Der berühmte Schweizer Naturkundler Pierre Huber etwa, „boldly contrasts the imperfection of human society and the 11 12 13 14 15 16 17 Ebd., S. 189. Ebd., S. 189. Ebd., S. 218. Ebd., S. 222f. Ebd., S. 234. Ebd., S. 236. Ebd., S. 236. 5 supposed perfection of insect societies whose laws come directly from God.“18 Dass Insektengesellschaften mit der geballten „moralischen Autorität der Natur“19 als Vorbild fungieren, hat sich auch fünfzig Jahre später kaum geändert: „insects are still seen by some authors as models of virtue. They are also seen — by Michelet, for example — as partners for humankind. The placing of insects and human societies in an evolutionary frame is not yet at stake.“20 Allerdings muss man hier anmerken, dass auch die epochale Einführung der Evolutionstheorie in das wissenschaftliche Denken an dem von Drouin aufgespießten Argument nichts geändert hat. Die Insektengesellschaften dienen nach wie vor als Vorbild, denn sie sind „perfekt organisiert“, unsere Gesellschaften dagegen nicht. Diese Vollkommenheit stammt zwar nun nicht mehr von Gott, wie bei Huber, oder von den ökonomischen Penaten der Arbeitsteilung und der funktionalen Differenzierung wie bei Michelet,21 sondern aus dem schlichten Faktum, dass es sie gibt und sie folglich im Kampf ums Dasein triumphiert haben. Für Entomologen wie Seeley ist das, was wirklich ist, nicht nur vernünftig, wie bei Hegel, sondern auch im operativen Alltag optimal. Das entomologische Experiment erweist sich so als Gesellschaftsexperiment. Die Aufstellung der künstlichen Kästen auf einer entlegenen Insel, die künstliche Bevölkerung Schwärmens, mit die Bienenvölkern, Markierung, die künstliche Aufzeichnung, Initiierung ihres Auszählung und Modellierung ihres Flugverhaltens – all das hat also nicht nur Beweisoder Evidenzchrakter für die entomologische Theorie und ihr Thema der nest site location, sondern auch für uns, für die Gesellschaft der 18 Jean-Marc Drouin, "Ant and Bees between the French and the Darwinian Revolution", in: Ludus Vitalis, 24. Jg., Nr. XIII (2005): S. 3-14, S. 9. 19 Lorraine Daston, Fernando Vidal (Hrsg.), The Moral Authority of Nature, Chicago, London: 2004. 20 Drouin, "Ant and Bees", S. 9. 21 Jules Michelet, Das Insekt. Naturwissenschaftliche Betrachtungen und Reflexionen über das Wesen und Treiben der Insektenwelt (1857), Braunschweig 1858, S. 264. 6 Menschen – und dies nicht nur in den USA, sondern auch im alten Europa und besonders in Süddeutschland. Bei der Entwicklung und Verbreitung dieser Auffassungen spielt die Universität Würzburg eine herausragende Rolle. Ein Blick auf ihre Scharnierfunktion ist geeignet, die Position Seeley innerhalb der Entomologie und Soziobiologie zu verorten und ihre Wirkungsmächtigkeit zu ermessen: Thomas Seeley war in den Jahren 2001-2004 Visiting Professor der Universität Würzburg. Er hat bei Bert Hölldobler promoviert. Hölldobler ist der Doyen der deutschen Forschung zu sozialen Insekten, und als Koautor von Edward Osborne Wilson hat er es zu Weltruhm gebracht. Der Doktorvater von Hölldobler wiederum heisst Martin Lindauer, auch er war ein Würzburger Ordinarius, vor allem war er aber der Meisterschüler von Karl von Frisch, der ihn mit einer Arbeit über Bienentänze promovierte. Die von Karl von Frisch in den 1920er Jahren entdeckte Bienentanzsprache und ihre Erweiterung durch Lindauer, der die Funktion des Tanzes für die Nestwahl erstmals experimentell erforscht hat, ist das große Thema von Seeleys Bee Democracy. Alleen hier erwähnten Forschern ist diese Genealogie außerordentlich wichtig. Seeley weist darauf hin, was er alles Hölldobler zu verdanken hat und wie sehr seine Thesen von denen des Doktorvaters über das soziale Verhalten von Ameisen profitiert habe.22 In einem ihrer vielen gemeinsam geschriebenen Bücher, der Journey to the Ants, zeichnen Hölldobler und Wilson einen wunderbaren Stammbaum der Entomologie, der in Würzburg wurzelt. Karl Escherich hat hier studiert, William Morton Wheeler war für zwei Jahre hier. Ihre Forschungen können die beiden sozusagen patrilinear auf die Allergrößten zurückführen, auf von Frisch und auf Wheeler. Der prominente, 22 herausragende wie umstrittene Soziobiologe Wilson Seeley, Honeybee Democracy, S: 47. 7 übernimmt Wheelers Lehrstuhl in Harvard, sein Freund Hölldobler den Lindauers in Würzburg.23 Im gleichen Busch schildern sie die soziale Organisation der Ameisen, die sie vor allem andren Arten auf Erden so „amazingly successful“ mache.24 Seeley wiederum widmet sein Buch Martin Lindauer, dessen Werk es fortschreibe.25 Hölldobler und Wilson wiederum widmen ihm, Lindauer, dem Kollegen und Freund, „whose pionieering work and inspiration in experimental sociobiology contributed greatly to the conception of an insect society as a functional superorganism“, ihre Monographie Super-Organism.26 Auch in diesem Buch handelt ein Kapitel vom Decision Making, ein anderes von der Nest site selection. Honogbienen Lindauers werden und Seeleys ausführlich Forschungen gewürdigt und zur den dann auf Ameisengesellschaften übertragen.27 Auch hier gibt es eine Spezies, auf die sich die Forschung konzentriert: Leptothorax. Ein Forschungsteam um eine weitere Würzburgerin, Anna Dornhaus, hat erstmals experimentell erwiesen, dass und wann Ameisen ihr Nest verlassen und in ein anderes ziehen, auch wenn das alte Nest intakt ist. Der Titel des Aufsatzes von 2003 enthält die These in nuce: Ants move to improve: colonies of Leptothorax albipennis emigrate whenever they find a superior nest site.28 Auch hier findet ein „collective decision making“ statt,29 und das Experiment zeigt, dass das Quorum weitaus höher ist, aus einem guten in ein „deluxe“ Nest zu ziehen als von einem mediokren 23 Bert Hölldobler, Edward O. Wilson, Journey to the Ants. A Story of Scientific Exploration, Cambridge, Mass., London 1994, S. 16-26. 24 Ebd., S. i. 25 Seeley, Honeybee Democracy, S. 2. 26 Bert Hölldobler, Edward O. Wilson, The superorganism: the beauty, elegance, and strangeness of insect societies, New York 2009, S. vii. 27 Ebd., S. 487. 28 Vgl. Anna Dornhaus, Franks, N. R., Hawkins, R. M., Shere, H. N. S., "Ants move to improve: colonies of Leptothorax albipennis emigrate whenever they find a superior nest site", in: Animal Behaviour, 67. Jg., Nr. 5 (2004): S. 959-963. Anna Dornhaus war Associate Researcher, Dept. of Artificial Intelligence, University of Würzburg und hat in Würzburg studiert und promoviert. 29 Ebd. S. 959. 8 oder schlechten.30 Dies funktioniert so gut, dass es kein einziges Mal vorgekommen sei, dass eine Kolonie von einem „deluxe“ Nest in ein anderes zog, obschon der eine oder andere Scout dafür Werbung machte. Die Rekrutierungs-Threshold ist in diesem Fall aber so hoch, dass nicht schnell genug Partner gefunden wurden, die ebenfalls für den Umzug Stimmung machten. Kurz: Leptothorax-Kolonien sind „expert house hunters, but also know how to move up the property ladder“, denn die Mühe des Umzugs machen sie sich nur, wenn sie sich deutlich verbessern.31 Hölldobler und Wilson greifen diese Studien zur Migration von Kolonien auf, referieren die Thesen zum „quorum sensing“ und zum „decision making process“ und ziehen dann das gleiche Fazit wie ihr Freund, Kollege und Doktorbruder (via Doktorvater Lindauer) Seeley: „It is, in effect, a democracy“.32 Die großen Forschungsfragen, so könnte man hier angesichts dieser alle durch den Knoten Würzburg verbundenen Forscher anmerken, werden vom Doktorvater auf den Doktorsohn und gelegentlich eine Doktortochter vererbt. Dieser Eindruck darf aber über eine gravierende Differenz nicht hinwegtäuschen. Denn in den initialen Forschungen von Lindauer und von Frisch ist von gesellschaftspolitischen Lehren keine Rede. In seinem bahnbrechenden Aufsatz Schwarmbienen auf Wohnungssuche von 1955, der von allen bisher genannten Autoren immer wieder zitiert wird, beginnt Lindauer mit der Feststellung, dass ein neuer Schwarm „gezwungen sei[.], sich selbst eine neue Wohnung zu suchen“, und er fügt hinzu: „diese Wohnungssuche birgt eine Reihe recht heikler Probleme in sich.“33 Denn immerhin bezieht hier „eine große Gemeinschaft von 20000-30000 Individuen [...] gemeinsam den neuen 30 31 32 33 Ebd. S. 961f. Ebd. S. 962. Hölldobler, Superorganism, S. 486. Martin Lindauer, "Schwarmbienen auf Wohnungssuche", in: Zeitschrift für vergleichende Physiologie, Nr. 37 (1955): S. 263-324, S. 263. 9 Wohnplatz“.34 Lindauer fasst seine Untersuchungen an Münchener Schwärmen und Experimenten mit Kunstschwärmen und künstlichen Nestern unterschiedlicher Qualität, die er auf einer bis dahin von Bienen unbewohnten Hallig in der Nordsee durchführte, wie folgt zusammen: Auf der Traube gehen durch die Tänze zunächst Meldungen aus verschiedener Richtung und Entfernung ein; d. h. es werden von den Spurbienen mehrere Nistplatze gleichzeitig angemeldet. Da der Schwarm jedoch nur eine von diesen angebotenen Wohnungen beziehen kann, einigt man sich nach Stunden, oder auch nach Tagen erst, auf einen dieser Nistplätze. Man sieht, wie eine bestimmte Tanzgruppe mehr und mehr zum Durchbruch kommt, während die anderen Spurbienen ihre Tänze einstellen. Erst wenn alle Tänzerinnen einstimmig die gleiche Richtung und Entfernung anzeigen, mit anderen Worten, wenn sich die Spurbienen auf einen Nistplatz geeinigt haben, erfolgt der Aufbruch und der Schwarm zieht in sein neues Helm um. 3. Die Wahl fällt immer auf den besten der angemeldeten Nistplatze.35 Was Lindauer hier nur „mit anderen Worten“ „Einigung“ nennt, ist das Faktum, dass „alle Tänzerinnen einstimmig die gleiche Richtung und Entfernung anzeigen“. Seeley spricht hier von Abstimmung, Debatte, Demokratie, Quorum, Intelligenz des Kollektivs, etc. Auch Dornhaus und ihre Koautoren haben in ihrem grundlegenden Aufsatz zur Migration von Leptothorax albipennis politische oder soziale Übertragungen zu vermeiden gesucht, wenn auch eine gewisse Metaphorik nicht vermieden wird, die auf den sozial stratifizierten Immobilienmarkt in den USA anspielt. Move to improve. Hölldobler und Wilson schließen sich dagegen dezidiert Seeley an und beschreiben die Wohnungssuche als „freundlichen Wettstreit“ der einzelnen Scouts in einem Verfahren „selbstorganisierter Entscheidungsfindung“ zum Wohle aller, das „demokratisch“ zu einem „Konsens“, der zugleich kein schlechter Kompromiss, sondern die bestmögliche Lösung darstellt.36 Anders als von Frisch und Lindauer stellen Hölldobler und Wilson klar, das Insektenkolonien Bevölkerungen darstellen, deren Lebenszyklus sie nicht nur um ihrer selbst willen untersuchen, sondern weil man an ihnen 34 35 36 Ebd. S. 264. Ebd. S. 322. Hölldobler, Superorganism, S. 486 10 die „biologische Basis sozialen Verhaltens und der Organisation komplexer Gesellschaften“ studieren kann.37 Die Insektengesellschaften repräsentieren die Gesellschaften der Menschen, und daher können Erkenntnisse der ethologischen Experimente an Bienen oder Ameisen auf den Menschen übertragen werden. Es ist wie in einer wunderbaren Episode der Zeichentrickserie Family Guy, in der die beiden Milliardäre Bill Gates und Michael Eisner mit Jet-Packs Seite an Seite eine Stadt überfliegen. Weit unter ihnen zieht die Stadtlandschaft aus Häusern und Straßen, Brücken und Fabriken voller winziger Menschen vorbei. Sie schauen herab. „Die Leute sehen wie Ameisen aus von hier oben“, bemerkt Eisner in der Tradition einer alten Analogie, aber er wird umgehend von Gates korrigiert, der mit ungewohnt hart klingender Stimme und passendem Gesichtsausdruck erwidert: „Nein Michael, es sind Ameisen.“ Gates gibt hier die tradierte Analogie auf und postuliert Identität. Dies ist nicht gerade neu, aber etwas anderes als die von Roland Borgards und Nicolas Pethes im Vorwort genannten Relationen der Repräsentation, der Analogie und der Übertragung. Wenn die entomologische Beschreibung der sozialen Insekten nur abstrakt genug ansetzt, fallen die unzähligen Unterschiede zwischen Insekt und Mensch aus dem Modell der Gesellschaft heraus. Ich nenne hier nur drei Beispiele: Bei einem respektablen Myrmekologen wie Henry Christopher McCook ist im Jahre 1909 zu lesen: “Worin mögen sich Ameisengesellschafen hinsichtlich der allgemeinen Notwendigkeiten und Aufgaben, die Menschen in ihren Gemeinschaften zu lösen haben, nur unterscheiden? Es sind praktisch die selben.“38 1948, 40 Jahre später, schreibt Norbert Wiener, der Stammvater der Kybernetik, die von seiner neuen, mehrere Disziplinen integrierenden 37 38 Hölldobler, Journey to the Ants, S. 15. „Wherein do these [ant societies. NW] differ from the common necessities and aims of men in their social arggregations? They are practically the same.” Henry Christopher McCook, Ant Communities and how they are governed. A study in natural civics, New York, London 1909, S. xvi. 11 Wissenschaft von der Steuerung ermittelten allgemeinen „Organisationsmechanismen“ gelten für „Soziologie und Anthropologie“, für alle „soziale Gemeinschaften“ schlechthin, und daher eben auch „für die der Ameisen“.39 Und 1975 legt der bereits genannte Entomologe Edward O. Wilson eine Studie über den Menschen vor in der erklärten Absicht, dieselben Modelle in der Soziologie zu verwenden, die sich bereits bei der Erforschung der Insektengesellschaften bewährt haben: nämlich Evolutionstheorie und Populationsbiologie. Soziobiologie, so Wilson, „is simply the extension of population biology and evolutionary theory to social organization“, sei diese nun von Insekten oder Menschen errichtet.40 Gesellschaft ist Gesellschaft. Arbeitsteilung ist Arbeitsteilung. Kommunikation ist Kommunikation. Decision making ist decision making. Effizienz ist Effizienz. Ressourcen sind Ressourcen. Und natural selection ist natural selection. Ob bei Ameisen oder bei Menschen. Bill Gates hat also ganz recht: „Sie sind Ameisen!“ Auf ihren Würzburger Doktorvater, Freund und Kollegen Martin Lindauer können sich Wilson, Hölldobler oder Seeley in dieser Frage aber nicht berufen. In einem Aufsatz mit dem Titel „Vergesellschaftung und Verständigung im Tierreich - Fragen an die Soziobiologie“ fasst Lindauer 1986 seine Forschungen zur „Wohnungssuche“ der Bienen zusammen, um dann in seiner Schlussbemerkung eine Warnung hinzufügen: „Die Versuchung ist groß, Gesetzmäßigkeit und Organisationsprinzipien, die sich seit mehr als 100 Millionen Jahren bewährt haben, als Empfehlung an die Human-Soziologen weiterzugeben. Ich würde mich dem persönlich widersetzen.“ Warum? Lindauer hat dazu allen Grund, denn die Entomologie hat sich inzwischen soziobiologisch ausgerichtet und adressiert, wie an seinen Doktorsöhnen und -enkeln Hölldobler und 39 Norbert Wiener, Kybernetik. Regelung und Nachrichtenübertraung in Lebewesen und Maschine (1948, 1961), Reinbeck 2 1968, S. 40. 40 Edward O. Wilson, On human nature, Cambridge, Mass. 1978, S. XX. Vgl. auch S. XI und IXX. 12 Seeley vorgeführt, ausdrücklich auch die Humansoziologie. Ich erinnere noch einmal an Seeleys „lessons to learn“.41 Lindauers letzter Satz ist besonders bedenkenswert. Er lautet: „Die Frage freilich bleibt, ob mit dem kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritt auch die ethisch begründete Verantwortung für die Gesamtheit in unserer Zeit Schritt halten kann.“42 Seine Reserve gegen Generalisierungen und Übertragungen hält Lindauer selbst für altmodisch. Womöglich erinnert er sich an die Lehren, die ein weiterer Vorgänger auf dem Lehrstuhl in Würzburg, Karl Escherich, während des Dritten Reiches aus den Insektenstaaten zu ziehen dachte43 und lehnt daher jede Identifizierung, Analogisierung oder Übertragung ab. Wilson, der sich selbst ausdrücklich in die Würzburger Genealogie einschreibt, hat Lindauers Mahnung stets ignoriert. In einem seiner jüngsten Werke, dem 2010 publizierten Anthill, bespielt er alle von den Veranstaltern genannten Register. Mit diesem Buch kommt mein Text bei der Literatur im engeren Sinne an, denn bei Anthill handelt es sich um einen Roman. In seinem Erstling folgt der spätberufene Romancier Wilson den Parallelen zwischen „Ameisenzivilisationen“ und „Menschengesellschaften“, deren evolutionäre Zyklen „in fundamentaler Weise die gleichen“ seien, wie er in seinem Prolog klarstellt.44 Die soziobiologische Rechtfertigung dieser Konvergenzthese hat er in mehreren Monographien (vor allem: Insect Societies, Sociobiology, On Human Nature) geliefert. In seinem Roman zieht Wilson die Konsequenzen: „Because of it, ants are a metaphor for us, and we for 41 42 Seeley, Honeybee Democracy, S. 119. Martin Lindauer, "Vergesellschaftung und Verständigung im Tierreich - Fragen an die Soziobiologie", in: Chemische Ökologie. Territorialität. Gegenseitige Verständigung, hrsg. von Thomas Eisner, Bert Hölldobler, Martin Lindauer, Stuttgart, New York 1986, S. 70-91, S. 90, S. 91. 43 Karl Escherich, Biologisches Gleichgewicht. Zweite Münchener Rektoratsrede über die Erziehung zum politischen Menschen, München 1935, Karl Escherich, Termitenwahn. Eine Münchener Rektoratsrede über die Erziehung zum politischen Menschen, München 1934. 44 Edward Osborne Wilson, Anthill. A Novel, New York 2010, S. 15. 13 them.“45 Sein Prolog gibt so mit Statements zur fundamentalen „Konvergenz“ und zur wechselseitigen Metaphorisierung eine Lektüreanleitung für einen Roman, der entsprechend zwei Geschichten erzählt: Er handelt von der Bildung und Ausbildung eines kleinen Jungen aus einer Kleinstadt in Alabama zum Entomologen und Rechtsanwalt („we“). Und er kündet vom Aufstieg und Untergang des Imperiums einer Superkolonie von Ameisen („them“). Die beiden Handlungsstränge finden ihre Verknüpfung in Raphael Semmes Codys entomologischer Feldforschung und ihren Höhepunkt in seinem Engagement für die Erhaltung der Umwelt und im „epischen“ Kampf mehrerer Ameisenvölker um ihr Überleben in einem nahezu unberührten, aber durch Baufirmen und Immobilieninvestoren gefährdeten Stück Natur. Beide Geschichten informieren und illustrieren einander, wie auch der Erzähler selbst versichert.46 Wilsons wissenschaftliche Überzeugung, ameisige oder menschliche Ordnungen seien auf fundamentaler Ebene gleich, begründet seine literarische These zur wechselseitigen metaphorischen Spiegelung der Gattungen. Dies führt ihn zur Ansicht, dass „Homer genauso über Ameisen schreiben könnte, wie er es über Menschen getan hat.“47 Aus diesem umfangreichen Roman greife ich eine Binnennarration heraus, die zugleich eine narrative Paraphrase der entomologischen Abschlussarbeit von Raff darstellt, zusammengestellt von seinem Betreuer, einem Professor, der Wilsons älteres alter ego darstellt, während Raff gleichsam den jüngeren Wilson gibt. All dies ist nur deshalb von Belang, weil eine entomologische Koryphäe den Bericht autorisiert, der übrigens, so behauptet der Erzähler, aus der Perspektive der Ameisen erzählt sein soll. Wie auch immer: ein Entomologe, eine 45 46 47 Ebd., S. 15. Ebd., S. 114. Ebd., S. 15. 14 preisgekrönte Studie oder auch die Ameisen selbst berichten also – von einer „nest site selection“. Der Roman tut uns also den Gefallen, auf das große Thema der demokratischen Wahl in Insektengesellschaften zurückzukommen. Einen tödlichen Konflikt zwischen einer Ameisenkolonie und einer Superkolonie hat ein winziges Nest am Rande einer ökologischen Nische überlegt, die Woodland Colony. Der bedrohlichen, an den Film Phase IV erinnernde Expansion der mutierten Superkolonie und ihren verbliebenen Gegnern hat ein Cyanidgaseinsatz im Auftrag einer Investmentfirma ein Ende bereitet. Das winzige Woodland Nest ist vom Gas verschont worden, und ihre wenigen Arbeiterinnen treffen auf ihren Fouragiertrips nicht mehr auf Gegner. Die Kolonie wird ohne die Konkurrenz der ausgerotteten Nachbarn besser ernährt als vorher, und sie wächst. Sie investiert gleichermaßen in „defence and productive labor“, und nur ein Jahr nach dem „Supercolony desaster“ zählt sie nicht mehr wenige Hundert, sondern 10.000 Ameisen, darunter 500 Soldaten, „ready and wating for any call to action“.48 Die Kolonie findet sich selbst vor in einem „unexplored ant continent left empty by the god-given extinction of Supercolony.“ Wer hier nicht selbst an die frontier und god’s own country denken mag, den wird der Erzähler daran erinnern. Die Kolonie, der Gottes Land weit offen steht, prosperiert, sie ist selbst ein Superorganismus, der immer stärker und intelligenter wird: „The colony intelligence was distributed among ist members, in the same way human intelligence is distributed among the gyri, lobes, and nuclei of the human brain.“ The same, not similar!49 48 49 Ebd., S. 240f. Ebd., S. 241. Kursiv von mir. 15 „Enjoying ist good fortune, the Woodland Colony also learned the price of prosperity. It was soon cramped in its original hiding place.“50 Die Kolonie ist ein Volk ohne Raum. Ihre Erntegründe genügen nicht mehr. Und das Nest platzt aus allen Nähten. Die Migration naht. „Meanwhile, the housing problem at home was becoming severe. The Woodland Colony began a serious search for a better location. By laying and following trails more and more potential sites and with varying degree of vigor, the colony members voted on the location presented to them. Some candidate homes received a few votes, others none at all.“51 Schließlich erschließen die Scouts einen großartigen Ort, „the old Trailhead Colony nest“. Die Scouts werben intensiv um Zustimmung: „The message proclaimed urgently, Follow me! Follow me! The voting swung decively to the newly found site[...] The formicid electorate was soon decided. The communal intelligence said, This is the place!“52 Die Beschreibung folgt bislang so ziemlich dem zitierten Forschungsartikel Ants move to improve. Nun aber kommt etwas hinzu, das sich in den aktuellen entomologischen Texten nicht findet. Der Erzähler fährt nämlich wie folgt fort: „All through the nest-changing process, from the most aggressive early recruitment to the excavation, elite workers led the way. A tunnel begun by just one such a leader caused others close by to help deepen it, or to start tunnels of their own. elites inspired followers and work generated more work of the same kind until each task was done. The colony depended on the elites to initiate change, and then to keep nestmates on the job.“53 50 51 52 53 Ebd., S. 242. Ebd., S. 242. Ebd., S. 243. Ebd., S. 244. 16 Von einer Differenzierung der Insekten in Elite und Masse war aber weder bei Hölldobler und Wilson, noch bei Seeley oder Lindauer je die Rede. In seinem Roman folgt Wilson nicht nur der Struktur der Ameisenund Bienenexperimente zur Nest site selection, er übernimmt nicht nur das von Seeley vorgegebene politische Vokabular einer Wahl, sondern er fügt eine eigene sozialpolitische Agenda hinzu. Wo es eine Elite gibt, die führt, da gibt es auch eine Masse, die darauf wartet, und Herumtreiber, die sich der Führung verweigern: „Slackers were a problem for the colony as a whole. Ant colonies may have elites to lead them, but they also have layabouts who need strong encouragement.“54 Die Schwarmdemokratie verwandelt sich unter der Hand in eine Gemeinschaft aus Führern und Gefolge. Im Roman tauchen diese slacker und layabouts als white trash wieder auf, die in poetischer Gerechtigkeit in der Tat „strong encouragement” erhalten sich zu ändern oder zu sterben. Bei den Ameisen geht aber alles gut, die Elite führt und die Masse folgt. Die Einheit von Elite und Masse bestimmt der Roman als Superorganismus und kollektive Intelligenz. Die Kolonie in ihrem neuen, optimalen Nest prosperiert, dehnt sich aus, besiegt ihre Feinde. “It has won the Darwin game.”55 Das Gesellschaftsexperiment, das im Medium dieser fiktiven Ameisenstudie geführt worden ist, versorgt eine Beschreibung der Gesellschaft mit Evidenzen und Plausibilität, die auf ökonomische Selbstregulierung und zugleich auf Steuerung der Massen durch Eliten setzt. Lindauer hat vor solchen Übertragungen gewarnt. Mir kam es darauf an, die Medien dieser Übertragung sichtbar zu machen. Lorraine Daston, Fernando Vidal (Hrsg.), The Moral Authority of Nature, Chicago, London: 2004. 54 55 Ebd., S. 244. Ebd., S. 246. 17 Anna Dornhaus, Franks, N. R., Hawkins, R. M., Shere, H. N. S., „Ants move to improve: colonies of Leptothorax albipennis emigrate whenever they find a superior nest site“, in: Animal Behaviour, 67. Jg., Nr. 5 (2004): S. 959-963. Jean-Marc Drouin, „Ant and Bees between the French and the Darwinian Revolution“, in: Ludus Vitalis, 24. Jg., Nr. XIII (2005): S. 3-14. Karl Escherich: Biologisches Gleichgewicht. Zweite Münchener Rektoratsrede über die Erziehung zum politischen Menschen, München: Langen & Müller 1935. ———: Termitenwahn. Eine Münchener Rektoratsrede über die Erziehung zum politischen Menschen, München: Langen & Müller 1934. Bert Hölldobler, Edward O. Wilson: Journey to the Ants. A Story of Scientific Exploration, Cambridge, Mass., London: Belknap / Harvard Univers. Press 1994. ———: The superorganism: the beauty, elegance, and strangeness of insect societies, New York: Norton 2009. Martin Lindauer, „Schwarmbienen auf Wohnungssuche“, in: Zeitschrift für vergleichende Physiologie, Nr. 37 (1955): S. 263-324. ———, „Vergesellschaftung und Verständigung im Tierreich - Fragen an die Soziobiologie“, in: Chemische Ökologie. Territorialität. Gegenseitige Verständigung, hrsg. von Thomas Eisner, Bert Hölldobler, Martin Lindauer, Stuttgart, New York: Gustav Fischer 1986, S. 70-91. Henry Christopher McCook: Ant Communities and how they are governed. A study in natural civics, New York, London: Harper 1909. Jules Michelet: Das Insekt. Naturwissenschaftliche Betrachtungen und Reflexionen über das Wesen und Treiben der Insektenwelt [1857], Braunschweig: Vieweg 1858. 18 Martin A. Nowak, with Roger Highfield: Supercooperators. Altruism, Evolution, and Why we need each other to succeed, New York, London: Free Press 2011. Thomas D. Seeley: Honeybee Democracy, Princeton, Oxford: Princeton University Press 2010. Norbert Wiener: Kybernetik. Regelung und Nachrichtenübertraung in Lebewesen und Maschine [1948, 1961] 2. Aufl., Reinbeck: rororo 1968. Edward O. Wilson: On human nature, Cambridge, Mass.: Harvard University Press 1978. Edward Osborne Wilson: Anthill. A Novel, New York: Norton 2010. 19