„One ant on an anthill is nothing.“ Die Ameise im

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Niels Werber
Soziale Insekten im Gesellschaftsexperiment
Über die Bienen-Demokratie zur Volksgemeinschaft
Am 15. Juli 2011 habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein
Tierexperiment beobachtet. Als Gast von Christoph Kleineidam, dem
derzeitigen Vertreter des Lehrstuhls für Neurobiologie und Zoologie in
Konstanz, durfte ich die schummrigen, nur mit Rotlicht erhellten Räume
der mit lebenden Insektenkolonien gefüllten Labore der Fakultät für
Biologie betreten. Eines der Forschungsschwerpunkte von Christoph
Kleineidam ist „Social decision making“, und zwar bei Ameisen der
Gattung Atta vollenweideri, einer Blattscheiderameise, die in der
entomologischen und soziologischen Forschungsliteratur als „Königin
der Kooperation“ gilt.1 Die Arbeitsgruppe von Kleinadam arbeitet
insbesondere an Projekten zur „self-organization, emergent properties
and collective behavior“. Die laufenden Projekte werden in Lab Meetings
und Forschungsseminaren diskutiert, auch hier konnte ich teilnehmen an
einem Treffen, das zwei Arbeiten zum „decision making“ zum Thema
hatte. Zur Entscheidung stand die Wahl eines neuen Wohnortes, und der
roten Faden der Diskussion lässt sich mit den Stichworten „information
gathering“, „evaluation of options“, „collective decision“, „communication“,
und „swarm cognition“ beschreiben. Verschiedene location scouts schauen
sich geeignete neue Wohnorte an, evaluieren die Orte nach einem
Anforderungsprofil
mit
fünf
Kriterien
wie
Entfernung,
Größe,
Eingangsbereich, Höhe, Exponierung gegen Sonne und Wind und werben
dann in der Population für den von ihnen ausgewählten und für gut
befundenen Ort. Je besser der neue Wohnort ist, desto intensiver
bemühen sich die Scouts um Anhänger für ihren Vorschlag. Unter den
1
Martin A. Nowak, with Roger Highfield, Supercooperators. Altruism, Evolution, and Why we need
each other to succeed, New York, London 2011
1
konkurrierenden Vorschlägen setzt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit
derjenige durch, der nahezu optimale Bedingungen aufweist, und der
Schwarm fällt die für sein Gesamtwohl nützlichste Entscheidung und zieht
dort ein. Die Wortwahl lässt fast vergessen, dass es sich nicht um
Menschen handelt, sondern um Insekten, und dass hier nicht eine Familie
einen Umzug diskutiert, sondern ein Schwarm das Problem der nest site
selection löst. Damit bin ich bereits beim Thema, denn die Experimente
zum „social decision making“ sind Gesellschaftsexperimente. Und sobald
man nur aus den Schwärmen der Bienen und Ameisen eine soziologische
oder politologische Lehre zieht, handelt es sich um solche Experimente,
deren Ergebnisse auch für uns Menschen Konsequenzen haben.
Zu der im Konstanzer Forschungsseminar diskutierten Literatur
gehörte auch die im Jahre 2010 erschienene Monographie Honeybee
Democracy von Thomas D. Seeley, der sich ebenfalls mit dem Problem
der nest site selection experimentell (und nicht etwa nur mathematisch,
etwa spieltheoretisch) beschäftigt hat. Seeley hat auf einer von Bienen
unbewohnten Insel, dem vor der Küste von New Hampshire liegende
Appledore Island, eine Menge unterschiedlich gestalteter künstlicher
„nest boxes“ verteilt und seine mitgebrachten und von ihm ausgesetzten
Bienenvölker dabei beobachtet, welchen Wohnort sie sich wählen. Die
„homeless insects“, schreibt Seeley über die Kernthese seiner Studie,
„will do something truly amazing; they will hold a democratic debate to
choose their new home.“2 Truely amazing ist aber natürlich vor allem.
wie Seeley es schafft, vom Zählen seiner Bienen zu dieser Behauptung
zu kommen, sie wählten in einer „demokratischen Debatte“ ihre neue
Heimat. Dieser auf den ersten Blick vielleicht etwas beckmesserisch
anmutende Verweis auf seine Wortwahl rechtfertigt sich noch auf der
gleichen Seite durch den Anspruch Seeleys, sein Buch wende sich nicht
2
Thomas D. Seeley, Honeybee Democracy, Princeton, Oxford 2010, S. 1.
2
allein an Biologen, sondern auch an „social scientists“.3 Die Lehren für
den Menschen und seine Gesellschaft zieht er selbst.
Denn nach seiner Beschreibung der Experimente auf Appledore
Island, ihrer Modellierung mit der Hilfe statistischer Verfahren und der
Erklärung des „decision making“ mit der Hilfe der zur Zeit ubiquitären
„threshhold“-Theorie,4 kehrt Seeley von den Insekten zu den Menschen
zurück. Mit einer Anspielung auf den berühmten Psalm des Alten
Testaments – „ Go to the ant, thou sluggard; Consider her ways, and be
wise“ – beginnt Seeley sein Kapitel über Swarm Smarts mit der
Empfehlung: „Let us now consider what lessons we human can learn
from honeybees about how to structure a desicion-making group so that
the knowledge and brainpower of ist members is efficiently marshaled to
produce good collective choices.“5 Als Dekan seines Departments für
Neurobiologie und Verhaltsforschung der Cornell University habe er
umgesetzt, was von den Bienen zu lernen sei.6 Er kommt zu fünf
Lektionen, die auf „intriguing resemblances between honeybee swarms
and New England town meetings“7 beruhen und daher für Bienen und
Menschen gleichermaßen gelten:

Lesson 1: Compose the decision-making group of individuals with
shared interests and mutual respect.

Lesson 2: Minimize the leader’s inflience on the group’s thinking

Lesson 3: Seek diverse solutions to the problem

Lesson 4: aggregate the group’s knowledge through debate

Lesson 5: Use quorum responses for cohesion, accuracy, and speed8
3
4
5
6
7
8
Ebd., S: 1.
Ebd., S. 8.
Ebd., S. 218.
Ebd., S. 219.
Ebd., S. 219.
Ebd., S. 220, 221, 224, 226, 230.
3
Die Ähnlichkeiten liegen, zumindest für Seeley, auf der Hand: alle
Bienen haben das gleiche Interesse, für den Schwarm den optimalen Ort
für ein neues Nest zu finden, keine Biene wird eine andere geringer
achten, wenn sie einen anderen Vorschlag macht, die Königin folgt der
Entscheidung des Schwarms, mehrere Vorschläge werden gemacht und
auf
der
Grundlage
Entscheidung
gemeinsamer
gehen
die
Standards
Informationen
aller
evaluiert,
Scouts
in
die
ein,
die
Entscheidung fällt einmütig und schnell für ein optimales Nest, weil kein
Konsens nötig ist, sondern es genügt, bestimmte Schwellen zu
überschreiten.
Dissens
ist
möglich,
hat
aber
eine
eingebaute
Verfallszeit.9 Bei einem Schwarm mit Tausenden von Individuen agieren
nur wenige Hundert als Scouts, die ein gutes Dutzend Nistplätze
auswählen und im Nest dafür Zustimmung suchen. Ein Quorum von 2030 Bienen unter diesen Scouts genügt, “to ensure accurate decision
making“, weil ein schlechter Ort „will not attract a large quorum number
of scouts.“ Wenn mehrere Scouts dagegen unabhängig voneinander für
eine gute location werben, dann werden viele in ihre „piping signals“
einstimmen, die den Schwarm zum Abflug in eine bestimmte Richtung
bewegen, und sobald das Quorum erreicht ist, geht es los. „I suspect“,
fügt Seeley an, „that quorum size is a parameter of the bees’ decisionmaking process that has been tuned over evolutionary time to provide an
optimal balance between speed /favored by a small quorum) and
accuracy (favored by a large quorum).“10
Dieser Hinweis auf die „evolutionäre Zeit“, aus der dieses Verfahren
hervorgegangen sei, ist außerordentlich wichtig. Seeley weist an
mehreren Stellen darauf hin, dass die von ihm beschriebenen Verfahren
der Entscheidungsfindung „havning been tested and tuned by natural
9 Ebd., S. 137.
10 Ebd., S. 173f.
4
selection“.11 Sie sind daher quasi-optimal, denn alle anderen Alternativen
sind bereits samt ihren generischen Trägern ausgemerzt worden. Was in
Jahrmillionen immer wieder positiv selektiert wird, muss daher „powerful
and robust“, wenn nicht eben gar optimal sein.12 Während menschliche
Gruppen nicht gerade für ihre „smart decisions“ bekannt seien, wie
Seeley anmerkt, schlagen uns die Bienen eine „brilliant solution“ für alle
Probleme kollektiven Handelns vor: „It is a solution honed by natural
selection für many years“.13 Gesellschaftspolitisch zieht Seeley daraus
die Konsequenz, dass Prozesse kollektiver Entscheidungsfindung der
Organisation von Entscheidungen durch politische Führer vorzuziehen
seien. Das Problem der Souveränität löst Seeley durch die Verteilung
der Verantwortung auf alle durch Verfahren der Selbstorganisation. Der
„group intelligence“ sei nach dem Vorbild der Bienen immer mehr
zuzutrauen als dem klassischen „leadership“, für das Seeley den
Präsidenten George W. Bush als Beispiel anführt.14 Anders als die
ehemalige US-Regierung kommen Scout-Bienen, so Seeley, zu einer
„guten Entscheidung“ „without working under the guidance of a leader“.15
Dies gelingt ihnen seit „millions of years“.16 Nun hat uns also die
entomologische Forschung soweit gebracht, dass wir wissen können,
„how this ingenious selection process works“. Und endlich haben wir die
Möglichkeit. „to use this knowledge to improve our own lives.“17
Lessons of Nature, hat Jean-Marc Drouin vor einigen Jahren ein
Kapitel überschrieben, in der er die Moralisierung der Natur der Insekten
um 1800 untersucht. Der berühmte Schweizer Naturkundler Pierre Huber
etwa, „boldly contrasts the imperfection of human society and the
11
12
13
14
15
16
17
Ebd., S. 189.
Ebd., S. 189.
Ebd., S. 218.
Ebd., S. 222f.
Ebd., S. 234.
Ebd., S. 236.
Ebd., S. 236.
5
supposed perfection of insect societies whose laws come directly from
God.“18 Dass Insektengesellschaften mit der geballten „moralischen
Autorität der Natur“19 als Vorbild fungieren, hat sich auch fünfzig Jahre
später kaum geändert: „insects are still seen by some authors as models
of virtue. They are also seen — by Michelet, for example — as partners
for humankind. The placing of insects and human societies in an
evolutionary frame is not yet at stake.“20 Allerdings muss man hier
anmerken, dass auch die epochale Einführung der Evolutionstheorie in
das wissenschaftliche Denken an dem von Drouin aufgespießten
Argument nichts geändert hat. Die Insektengesellschaften dienen nach
wie vor als Vorbild, denn sie sind „perfekt organisiert“, unsere
Gesellschaften dagegen nicht. Diese Vollkommenheit stammt zwar nun
nicht mehr von Gott, wie bei Huber, oder von den ökonomischen
Penaten der Arbeitsteilung und der funktionalen Differenzierung wie bei
Michelet,21 sondern aus dem schlichten Faktum, dass es sie gibt und sie
folglich im Kampf ums Dasein triumphiert haben. Für Entomologen wie
Seeley ist das, was wirklich ist, nicht nur vernünftig, wie bei Hegel,
sondern auch im operativen Alltag optimal. Das entomologische
Experiment erweist sich so als Gesellschaftsexperiment. Die Aufstellung
der künstlichen Kästen auf einer entlegenen Insel, die künstliche
Bevölkerung
Schwärmens,
mit
die
Bienenvölkern,
Markierung,
die
künstliche
Aufzeichnung,
Initiierung
ihres
Auszählung
und
Modellierung ihres Flugverhaltens – all das hat also nicht nur Beweisoder Evidenzchrakter für die entomologische Theorie und ihr Thema der
nest site location, sondern auch für uns, für die Gesellschaft der
18
Jean-Marc Drouin, "Ant and Bees between the French and the Darwinian Revolution", in: Ludus
Vitalis, 24. Jg., Nr. XIII (2005): S. 3-14, S. 9.
19 Lorraine Daston, Fernando Vidal (Hrsg.), The Moral Authority of Nature, Chicago, London: 2004.
20 Drouin, "Ant and Bees", S. 9.
21 Jules Michelet, Das Insekt. Naturwissenschaftliche Betrachtungen und Reflexionen über das
Wesen und Treiben der Insektenwelt (1857), Braunschweig 1858, S. 264.
6
Menschen – und dies nicht nur in den USA, sondern auch im alten
Europa und besonders in Süddeutschland.
Bei der Entwicklung und Verbreitung dieser Auffassungen spielt die
Universität Würzburg eine herausragende Rolle. Ein Blick auf ihre
Scharnierfunktion ist geeignet, die Position Seeley innerhalb der
Entomologie
und
Soziobiologie
zu
verorten
und
ihre
Wirkungsmächtigkeit zu ermessen: Thomas Seeley war in den Jahren
2001-2004 Visiting Professor der Universität Würzburg. Er hat bei Bert
Hölldobler promoviert. Hölldobler ist der Doyen der deutschen Forschung
zu sozialen Insekten, und als Koautor von Edward Osborne Wilson hat
er es zu Weltruhm gebracht. Der Doktorvater von Hölldobler wiederum
heisst Martin Lindauer, auch er war ein Würzburger Ordinarius, vor allem
war er aber der Meisterschüler von Karl von Frisch, der ihn mit einer
Arbeit über Bienentänze promovierte. Die von Karl von Frisch in den
1920er Jahren entdeckte Bienentanzsprache und ihre Erweiterung durch
Lindauer, der die Funktion des Tanzes für die Nestwahl erstmals
experimentell erforscht hat, ist das große Thema von Seeleys Bee
Democracy. Alleen hier erwähnten Forschern ist diese Genealogie
außerordentlich wichtig. Seeley weist darauf hin, was er alles Hölldobler
zu verdanken hat und wie sehr seine Thesen von denen des
Doktorvaters über das soziale Verhalten von Ameisen profitiert habe.22 In
einem ihrer vielen gemeinsam geschriebenen Bücher, der Journey to the
Ants, zeichnen Hölldobler und Wilson einen wunderbaren Stammbaum
der Entomologie, der in Würzburg wurzelt. Karl Escherich hat hier
studiert, William Morton Wheeler war für zwei Jahre hier. Ihre
Forschungen können die beiden sozusagen patrilinear auf die
Allergrößten zurückführen, auf von Frisch und auf Wheeler. Der
prominente,
22
herausragende
wie
umstrittene
Soziobiologe
Wilson
Seeley, Honeybee Democracy, S: 47.
7
übernimmt Wheelers Lehrstuhl in Harvard, sein Freund Hölldobler den
Lindauers in Würzburg.23 Im gleichen Busch schildern sie die soziale
Organisation der Ameisen, die sie vor allem andren Arten auf Erden so
„amazingly successful“ mache.24 Seeley wiederum widmet sein Buch
Martin Lindauer, dessen Werk es fortschreibe.25 Hölldobler und Wilson
wiederum widmen ihm, Lindauer, dem Kollegen und Freund, „whose
pionieering work and inspiration in experimental sociobiology contributed
greatly to the conception of an insect society as a functional
superorganism“, ihre Monographie Super-Organism.26 Auch in diesem
Buch handelt ein Kapitel vom Decision Making, ein anderes von der Nest
site
selection.
Honogbienen
Lindauers
werden
und
Seeleys
ausführlich
Forschungen
gewürdigt
und
zur
den
dann
auf
Ameisengesellschaften übertragen.27 Auch hier gibt es eine Spezies, auf
die sich die Forschung konzentriert: Leptothorax. Ein Forschungsteam
um
eine
weitere
Würzburgerin,
Anna
Dornhaus,
hat
erstmals
experimentell erwiesen, dass und wann Ameisen ihr Nest verlassen und
in ein anderes ziehen, auch wenn das alte Nest intakt ist. Der Titel des
Aufsatzes von 2003 enthält die These in nuce: Ants move to improve:
colonies of Leptothorax albipennis emigrate whenever they find a
superior nest site.28 Auch hier findet ein „collective decision making“
statt,29 und das Experiment zeigt, dass das Quorum weitaus höher ist,
aus einem guten in ein „deluxe“ Nest zu ziehen als von einem mediokren
23
Bert Hölldobler, Edward O. Wilson, Journey to the Ants. A Story of Scientific Exploration,
Cambridge, Mass., London 1994, S. 16-26.
24 Ebd., S. i.
25 Seeley, Honeybee Democracy, S. 2.
26 Bert Hölldobler, Edward O. Wilson, The superorganism: the beauty, elegance, and strangeness
of insect societies, New York 2009, S. vii.
27 Ebd., S. 487.
28 Vgl. Anna Dornhaus, Franks, N. R., Hawkins, R. M., Shere, H. N. S., "Ants move to improve:
colonies of Leptothorax albipennis emigrate whenever they find a superior nest site", in: Animal
Behaviour, 67. Jg., Nr. 5 (2004): S. 959-963. Anna Dornhaus war Associate Researcher, Dept. of
Artificial Intelligence, University of Würzburg und hat in Würzburg studiert und promoviert.
29 Ebd. S. 959.
8
oder schlechten.30 Dies funktioniert so gut, dass es kein einziges Mal
vorgekommen sei, dass eine Kolonie von einem „deluxe“ Nest in ein
anderes zog, obschon der eine oder andere Scout dafür Werbung
machte. Die Rekrutierungs-Threshold ist in diesem Fall aber so hoch,
dass nicht schnell genug Partner gefunden wurden, die ebenfalls für den
Umzug Stimmung machten. Kurz: Leptothorax-Kolonien sind „expert
house hunters, but also know how to move up the property ladder“, denn
die Mühe des Umzugs machen sie sich nur, wenn sie sich deutlich
verbessern.31 Hölldobler und Wilson greifen diese Studien zur Migration
von Kolonien auf, referieren die Thesen zum „quorum sensing“ und zum
„decision making process“ und ziehen dann das gleiche Fazit wie ihr
Freund, Kollege und Doktorbruder (via Doktorvater Lindauer) Seeley: „It
is, in effect, a democracy“.32
Die großen Forschungsfragen, so könnte man hier angesichts dieser
alle durch den Knoten Würzburg verbundenen Forscher anmerken,
werden vom Doktorvater auf den Doktorsohn und gelegentlich eine
Doktortochter vererbt. Dieser Eindruck darf aber über eine gravierende
Differenz nicht hinwegtäuschen. Denn in den initialen Forschungen von
Lindauer und von Frisch ist von gesellschaftspolitischen Lehren keine
Rede.
In
seinem
bahnbrechenden
Aufsatz
Schwarmbienen
auf
Wohnungssuche von 1955, der von allen bisher genannten Autoren
immer wieder zitiert wird, beginnt Lindauer mit der Feststellung, dass ein
neuer Schwarm „gezwungen sei[.], sich selbst eine neue Wohnung zu
suchen“, und er fügt hinzu: „diese Wohnungssuche birgt eine Reihe recht
heikler Probleme in sich.“33 Denn immerhin bezieht hier „eine große
Gemeinschaft von 20000-30000 Individuen [...] gemeinsam den neuen
30
31
32
33
Ebd. S. 961f.
Ebd. S. 962.
Hölldobler, Superorganism, S. 486.
Martin Lindauer, "Schwarmbienen auf Wohnungssuche", in: Zeitschrift für vergleichende
Physiologie, Nr. 37 (1955): S. 263-324, S. 263.
9
Wohnplatz“.34 Lindauer fasst seine Untersuchungen an Münchener
Schwärmen und Experimenten mit Kunstschwärmen und künstlichen
Nestern unterschiedlicher Qualität, die er auf einer bis dahin von Bienen
unbewohnten Hallig in der Nordsee durchführte, wie folgt zusammen:
Auf der Traube gehen durch die Tänze zunächst Meldungen aus verschiedener Richtung
und Entfernung ein; d. h. es werden von den Spurbienen mehrere Nistplatze gleichzeitig
angemeldet. Da der Schwarm jedoch nur eine von diesen angebotenen Wohnungen
beziehen kann, einigt man sich nach Stunden, oder auch nach Tagen erst, auf einen
dieser Nistplätze. Man sieht, wie eine bestimmte Tanzgruppe mehr und mehr zum
Durchbruch kommt, während die anderen Spurbienen ihre Tänze einstellen. Erst wenn
alle Tänzerinnen einstimmig die gleiche Richtung und Entfernung anzeigen, mit
anderen Worten, wenn sich die Spurbienen auf einen Nistplatz geeinigt haben, erfolgt
der Aufbruch und der Schwarm zieht in sein neues Helm um. 3. Die Wahl fällt immer
auf den besten der angemeldeten Nistplatze.35
Was Lindauer hier nur „mit anderen Worten“ „Einigung“ nennt, ist das
Faktum, dass „alle Tänzerinnen einstimmig die gleiche Richtung und
Entfernung anzeigen“. Seeley spricht hier von Abstimmung, Debatte,
Demokratie, Quorum, Intelligenz des Kollektivs, etc. Auch Dornhaus und
ihre Koautoren haben in ihrem grundlegenden Aufsatz zur Migration von
Leptothorax albipennis politische oder soziale Übertragungen zu
vermeiden gesucht, wenn auch eine gewisse Metaphorik nicht
vermieden wird, die auf den sozial stratifizierten Immobilienmarkt in den
USA anspielt. Move to improve. Hölldobler und Wilson schließen sich
dagegen dezidiert Seeley an und beschreiben die Wohnungssuche als
„freundlichen Wettstreit“ der einzelnen Scouts in einem Verfahren
„selbstorganisierter
Entscheidungsfindung“
zum
Wohle
aller,
das
„demokratisch“ zu einem „Konsens“, der zugleich kein schlechter
Kompromiss, sondern die bestmögliche Lösung darstellt.36 Anders als
von Frisch und Lindauer stellen Hölldobler und Wilson klar, das
Insektenkolonien Bevölkerungen darstellen, deren Lebenszyklus sie
nicht nur um ihrer selbst willen untersuchen, sondern weil man an ihnen
34
35
36
Ebd. S. 264.
Ebd. S. 322.
Hölldobler, Superorganism, S. 486
10
die „biologische Basis sozialen Verhaltens und der Organisation
komplexer Gesellschaften“ studieren kann.37 Die Insektengesellschaften
repräsentieren die Gesellschaften der Menschen, und daher können
Erkenntnisse der ethologischen Experimente an Bienen oder Ameisen
auf den Menschen übertragen werden. Es ist wie in einer wunderbaren
Episode der Zeichentrickserie Family Guy, in der die beiden Milliardäre
Bill Gates und Michael Eisner mit Jet-Packs Seite an Seite eine Stadt
überfliegen. Weit unter ihnen zieht die Stadtlandschaft aus Häusern und
Straßen, Brücken und Fabriken voller winziger Menschen vorbei. Sie
schauen herab. „Die Leute sehen wie Ameisen aus von hier oben“,
bemerkt Eisner in der Tradition einer alten Analogie, aber er wird
umgehend von Gates korrigiert, der mit ungewohnt hart klingender
Stimme und passendem Gesichtsausdruck erwidert: „Nein Michael, es
sind Ameisen.“ Gates gibt hier die tradierte Analogie auf und postuliert
Identität. Dies ist nicht gerade neu, aber etwas anderes als die von
Roland Borgards und Nicolas Pethes im Vorwort genannten Relationen
der Repräsentation, der Analogie und der Übertragung. Wenn die
entomologische Beschreibung der sozialen Insekten nur abstrakt genug
ansetzt, fallen die unzähligen Unterschiede zwischen Insekt und Mensch
aus dem Modell der Gesellschaft heraus. Ich nenne hier nur drei
Beispiele: Bei einem respektablen Myrmekologen wie Henry Christopher
McCook ist im Jahre 1909 zu lesen:
“Worin mögen sich
Ameisengesellschafen hinsichtlich der allgemeinen
Notwendigkeiten und Aufgaben, die Menschen in ihren Gemeinschaften zu lösen
haben, nur unterscheiden? Es sind praktisch die selben.“38
1948, 40 Jahre später, schreibt Norbert Wiener, der Stammvater der
Kybernetik, die von seiner neuen, mehrere Disziplinen integrierenden
37
38
Hölldobler, Journey to the Ants, S. 15.
„Wherein do these [ant societies. NW] differ from the common necessities and aims of men in
their social arggregations? They are practically the same.” Henry Christopher McCook, Ant
Communities and how they are governed. A study in natural civics, New York, London 1909, S. xvi.
11
Wissenschaft
von
der
Steuerung
ermittelten
allgemeinen
„Organisationsmechanismen“ gelten für „Soziologie und Anthropologie“,
für alle „soziale Gemeinschaften“ schlechthin, und daher eben auch „für
die der Ameisen“.39 Und 1975 legt der bereits genannte Entomologe
Edward O. Wilson eine Studie über den Menschen vor in der erklärten
Absicht, dieselben Modelle in der Soziologie zu verwenden, die sich
bereits bei der Erforschung der Insektengesellschaften bewährt haben:
nämlich Evolutionstheorie und Populationsbiologie. Soziobiologie, so
Wilson, „is simply the extension of population biology and evolutionary
theory to social organization“, sei diese nun von Insekten oder Menschen
errichtet.40 Gesellschaft ist Gesellschaft. Arbeitsteilung ist Arbeitsteilung.
Kommunikation ist Kommunikation. Decision making ist decision making.
Effizienz ist Effizienz. Ressourcen sind Ressourcen. Und natural
selection ist natural selection. Ob bei Ameisen oder bei Menschen. Bill
Gates hat also ganz recht: „Sie sind Ameisen!“
Auf ihren Würzburger Doktorvater, Freund und Kollegen Martin Lindauer
können sich Wilson, Hölldobler oder Seeley in dieser Frage aber nicht
berufen. In einem Aufsatz mit dem Titel „Vergesellschaftung und
Verständigung im Tierreich - Fragen an die Soziobiologie“ fasst Lindauer
1986 seine Forschungen zur „Wohnungssuche“ der Bienen zusammen,
um dann in seiner Schlussbemerkung eine Warnung hinzufügen: „Die
Versuchung ist groß, Gesetzmäßigkeit und Organisationsprinzipien, die
sich seit mehr als 100 Millionen Jahren bewährt haben, als Empfehlung
an die Human-Soziologen weiterzugeben. Ich würde mich dem
persönlich widersetzen.“ Warum? Lindauer hat dazu allen Grund, denn
die Entomologie hat sich inzwischen soziobiologisch ausgerichtet und
adressiert, wie an seinen Doktorsöhnen und -enkeln Hölldobler und
39
Norbert Wiener, Kybernetik. Regelung und Nachrichtenübertraung in Lebewesen und Maschine
(1948, 1961), Reinbeck 2 1968, S. 40.
40 Edward O. Wilson, On human nature, Cambridge, Mass. 1978, S. XX. Vgl. auch S. XI und IXX.
12
Seeley vorgeführt, ausdrücklich auch die Humansoziologie. Ich erinnere
noch einmal an Seeleys „lessons to learn“.41 Lindauers letzter Satz ist
besonders bedenkenswert. Er lautet: „Die Frage freilich bleibt, ob mit
dem kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritt auch die ethisch
begründete Verantwortung für die Gesamtheit in unserer Zeit Schritt
halten
kann.“42
Seine
Reserve
gegen
Generalisierungen
und
Übertragungen hält Lindauer selbst für altmodisch. Womöglich erinnert
er sich an die Lehren, die ein weiterer Vorgänger auf dem Lehrstuhl in
Würzburg, Karl Escherich, während des Dritten Reiches aus den
Insektenstaaten zu ziehen dachte43 und lehnt daher jede Identifizierung,
Analogisierung
oder
Übertragung
ab.
Wilson,
der
sich
selbst
ausdrücklich in die Würzburger Genealogie einschreibt, hat Lindauers
Mahnung stets ignoriert. In einem seiner jüngsten Werke, dem 2010
publizierten Anthill, bespielt er alle von den Veranstaltern genannten
Register. Mit diesem Buch kommt mein Text bei der Literatur im engeren
Sinne an, denn bei Anthill handelt es sich um einen Roman.
In seinem Erstling folgt der spätberufene Romancier Wilson den
Parallelen
zwischen
„Ameisenzivilisationen“
und
„Menschengesellschaften“, deren evolutionäre Zyklen „in fundamentaler
Weise die gleichen“ seien, wie er in seinem Prolog klarstellt.44 Die
soziobiologische Rechtfertigung dieser Konvergenzthese hat er in
mehreren Monographien (vor allem: Insect Societies, Sociobiology, On
Human
Nature)
geliefert.
In
seinem
Roman
zieht
Wilson
die
Konsequenzen: „Because of it, ants are a metaphor for us, and we for
41
42
Seeley, Honeybee Democracy, S. 119.
Martin Lindauer, "Vergesellschaftung und Verständigung im Tierreich - Fragen an die
Soziobiologie", in: Chemische Ökologie. Territorialität. Gegenseitige Verständigung, hrsg. von Thomas
Eisner, Bert Hölldobler, Martin Lindauer, Stuttgart, New York 1986, S. 70-91, S. 90, S. 91.
43 Karl Escherich, Biologisches Gleichgewicht. Zweite Münchener Rektoratsrede über die
Erziehung zum politischen Menschen, München 1935, Karl Escherich, Termitenwahn. Eine
Münchener Rektoratsrede über die Erziehung zum politischen Menschen, München 1934.
44 Edward Osborne Wilson, Anthill. A Novel, New York 2010, S. 15.
13
them.“45 Sein Prolog gibt so mit Statements zur fundamentalen
„Konvergenz“
und
zur
wechselseitigen
Metaphorisierung
eine
Lektüreanleitung für einen Roman, der entsprechend zwei Geschichten
erzählt: Er handelt von der Bildung und Ausbildung eines kleinen Jungen
aus einer Kleinstadt in Alabama zum Entomologen und Rechtsanwalt
(„we“). Und er kündet vom Aufstieg und Untergang des Imperiums einer
Superkolonie von Ameisen („them“). Die beiden Handlungsstränge
finden ihre Verknüpfung in Raphael Semmes Codys entomologischer
Feldforschung und ihren Höhepunkt in seinem Engagement für die
Erhaltung der Umwelt und im „epischen“ Kampf mehrerer Ameisenvölker
um ihr Überleben in einem nahezu unberührten, aber durch Baufirmen
und Immobilieninvestoren gefährdeten Stück Natur. Beide Geschichten
informieren und illustrieren einander, wie auch der Erzähler selbst
versichert.46 Wilsons wissenschaftliche Überzeugung, ameisige oder
menschliche Ordnungen seien auf fundamentaler Ebene gleich,
begründet seine literarische These zur wechselseitigen metaphorischen
Spiegelung der Gattungen. Dies führt ihn zur Ansicht, dass „Homer
genauso über Ameisen schreiben könnte, wie er es über Menschen
getan hat.“47
Aus diesem umfangreichen Roman greife ich eine Binnennarration
heraus, die zugleich eine narrative Paraphrase der entomologischen
Abschlussarbeit von Raff darstellt, zusammengestellt von seinem
Betreuer, einem Professor, der Wilsons älteres alter ego darstellt,
während Raff gleichsam den jüngeren Wilson gibt. All dies ist nur
deshalb von Belang, weil eine entomologische Koryphäe den Bericht
autorisiert, der übrigens, so behauptet der Erzähler, aus der Perspektive
der Ameisen erzählt sein soll. Wie auch immer: ein Entomologe, eine
45
46
47
Ebd., S. 15.
Ebd., S. 114.
Ebd., S. 15.
14
preisgekrönte Studie oder auch die Ameisen selbst berichten also – von
einer „nest site selection“. Der Roman tut uns also den Gefallen, auf das
große Thema der demokratischen Wahl in Insektengesellschaften
zurückzukommen.
Einen tödlichen Konflikt zwischen einer Ameisenkolonie und einer
Superkolonie hat ein winziges Nest am Rande einer ökologischen
Nische überlegt, die Woodland Colony. Der bedrohlichen, an den Film
Phase IV erinnernde Expansion der mutierten Superkolonie und ihren
verbliebenen Gegnern hat ein Cyanidgaseinsatz im Auftrag einer
Investmentfirma ein Ende bereitet. Das winzige Woodland Nest ist vom
Gas verschont worden, und ihre wenigen Arbeiterinnen treffen auf ihren
Fouragiertrips nicht mehr auf Gegner. Die Kolonie wird ohne die
Konkurrenz der ausgerotteten Nachbarn besser ernährt als vorher, und
sie wächst. Sie investiert gleichermaßen in „defence and productive
labor“, und nur ein Jahr nach dem „Supercolony desaster“ zählt sie nicht
mehr wenige Hundert, sondern 10.000 Ameisen, darunter 500 Soldaten,
„ready and wating for any call to action“.48 Die Kolonie findet sich selbst
vor in einem „unexplored ant continent left empty by the god-given
extinction of Supercolony.“ Wer hier nicht selbst an die frontier und god’s
own country denken mag, den wird der Erzähler daran erinnern. Die
Kolonie, der Gottes Land weit offen steht, prosperiert, sie ist selbst ein
Superorganismus, der immer stärker und intelligenter wird: „The colony
intelligence was distributed among ist members, in the same way human
intelligence is distributed among the gyri, lobes, and nuclei of the human
brain.“ The same, not similar!49
48
49
Ebd., S. 240f.
Ebd., S. 241. Kursiv von mir.
15
„Enjoying ist good fortune, the Woodland Colony also learned the price
of prosperity. It was soon cramped in its original hiding place.“50 Die
Kolonie ist ein Volk ohne Raum. Ihre Erntegründe genügen nicht mehr.
Und das Nest platzt aus allen Nähten. Die Migration naht.
„Meanwhile, the housing problem at home was becoming severe. The
Woodland Colony began a serious search for a better location. By laying
and following trails more and more potential sites and with varying
degree of vigor, the colony members voted on the location presented to
them. Some candidate homes received a few votes, others none at all.“51
Schließlich erschließen
die Scouts einen großartigen Ort, „the old
Trailhead Colony nest“. Die Scouts werben intensiv um Zustimmung:
„The message proclaimed urgently, Follow me! Follow me! The voting
swung decively to the newly found site[...] The formicid electorate was
soon decided. The communal intelligence said, This is the place!“52
Die
Beschreibung
folgt
bislang
so
ziemlich
dem
zitierten
Forschungsartikel Ants move to improve. Nun aber kommt etwas hinzu,
das sich in den aktuellen entomologischen Texten nicht findet. Der
Erzähler fährt nämlich wie folgt fort:
„All through the nest-changing process, from the most aggressive early
recruitment to the excavation, elite workers led the way. A tunnel begun
by just one such a leader caused others close by to help deepen it, or to
start tunnels of their own. elites inspired followers and work generated
more work of the same kind until each task was done. The colony
depended on the elites to initiate change, and then to keep nestmates on
the job.“53
50
51
52
53
Ebd., S. 242.
Ebd., S. 242.
Ebd., S. 243.
Ebd., S. 244.
16
Von einer Differenzierung der Insekten in Elite und Masse war aber
weder bei Hölldobler und Wilson, noch bei Seeley oder Lindauer je die
Rede. In seinem Roman folgt Wilson nicht nur der Struktur der Ameisenund Bienenexperimente zur Nest site selection, er übernimmt nicht nur
das von Seeley vorgegebene politische Vokabular einer Wahl, sondern
er fügt eine eigene sozialpolitische Agenda hinzu. Wo es eine Elite gibt,
die führt, da gibt es auch eine Masse, die darauf wartet, und
Herumtreiber, die sich der Führung verweigern: „Slackers were a
problem for the colony as a whole. Ant colonies may have elites to lead
them, but they also have layabouts who need strong encouragement.“54
Die Schwarmdemokratie verwandelt sich unter der Hand in eine
Gemeinschaft aus Führern und Gefolge. Im Roman tauchen diese
slacker und layabouts als white trash wieder auf, die in poetischer
Gerechtigkeit in der Tat „strong encouragement” erhalten sich zu ändern
oder zu sterben. Bei den Ameisen geht aber alles gut, die Elite führt und
die Masse folgt. Die Einheit von Elite und Masse bestimmt der Roman
als Superorganismus und kollektive Intelligenz. Die Kolonie in ihrem
neuen, optimalen Nest prosperiert, dehnt sich aus, besiegt ihre Feinde.
“It has won the Darwin game.”55 Das Gesellschaftsexperiment, das im
Medium dieser fiktiven Ameisenstudie geführt worden ist, versorgt eine
Beschreibung der Gesellschaft mit Evidenzen und Plausibilität, die auf
ökonomische Selbstregulierung und zugleich auf Steuerung der Massen
durch Eliten setzt. Lindauer hat vor solchen Übertragungen gewarnt. Mir
kam es darauf an, die Medien dieser Übertragung sichtbar zu machen.
Lorraine Daston, Fernando Vidal (Hrsg.), The Moral Authority of
Nature, Chicago, London: 2004.
54
55
Ebd., S. 244.
Ebd., S. 246.
17
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19
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