Phrynosoma platyrhinos (GIRARD, 1852) Wüstenkrötenechse (engl.: Horned Lizard, Horned Toad) Haltung / Anspruch - Erfahrene Halter Phrynosoma platyrhinos ist ein so genannter Futterspezialist. Die Tiere benötigen ein sehr hochwertiges und abwechslungsreiches Futter. Zu einer artgerechten Versorgung gehört in jedem Fall die Verfütterung von Ameisen. Hinzu kommt die Tatsache, dass den Tieren für eine erfolgreiche Haltung eine Winterruhe ermöglicht werden muss. Und auch die Nachzucht ist nicht einfach. Es wird oft von Verpilzung der Eier oder abgestorbenen Embryonen berichtet und auch die Aufzucht geschlüpfter Jungtiere gelingt häufig nicht ohne Verluste. Für eine erfolgreiche Haltung von Phrynosoma platyrhinos sind somit Erfahrung und Engagement des Pflegers unbedingt erforderlich. Abstammung / Herkunft Krötenechsen gehören innerhalb der Familie der Leguane (Iguanidae) zur Gattung der Phrynosoma. 1989 stellten FROST & ETHERIDGE eine eigene Familie auf (Phrynosomatidae) welcher sie außer den Krötenechsen auch die Gattungen Callisaurus, Cophosaurus, Petrosaurus, Sceloporus, Sator, Holbrookia, Uma, Uta und Urosaurus zuordneten. Allerdings ist diese Einteilung sehr umstritten. Die Art Phrynosoma platyrhinos (Wüstenkrötenechsen) wird derzeit in 3 Unterarten aufgeteilt: • Südliche Wüstenkrötenechse (Phrynosoma platyrhinos calidiarum – COPE, 1896) • Nördliche Wüstenkrötenechse (Phrynosoma platyrhinos platyrhinos – GIRARD, 1852) • Sonora Wüstenkrötenechse (Phrynosoma platyrhinos goodei – STEJNEGER, 1893) Anmerkung März 2012: Phrynosoma goodei wurde zwischenzeitlich in den Artstatus erhoben und gilt somit nicht mehr als Unterart von Phrynosoma platyrhinos Ihre deutsche Bezeichnung verdanken diese skurrilen Tiere ihrer krötenähnlichen Körperform und ihrer breiten Schnauze. Typisch für diese Echsen sind außerdem die kurzen Beine, der kurze Schwanz, der flache, breite Körper und die hornartigen, verteidigungswirksamen Fortsätze an Kopf und Rücken. Verbreitungsgebiet / Natürlicher Lebensraum Krötenechsen findet man in weiten Teilen Nordamerikas. Dabei ist die Wüstenkrötenechse die am häufigsten vorkommende Art. Die nördliche Wüstenkrötenechse (P. platyrhinos platyrhinos) kommt in Utah und Nevada, im Südosten Oregons und südwestlich von Idaho vor. Sonora Wüstenkrötenechse (P. platyrhinos goodei) kommt vor allem in Sonora, aber auch in Mexiko sowie im Golf von Kalifornien vor. Die südliche Wüstenkrötenechse (P. platyrhinos calidiarum) findet man vom Südosten Kaliforniens über den Süden Nevadas und Südwesten Utahs bis ins westliche Arizona.Die Tiere bewohnen je nach geografischer Verbreitung Kaltwüsten, Halbwüsten oder Wüsten mit enormen Temperaturunterschieden. Die nördliche Wüstenkrötenechse bewohnt z. B. Teile des Großen Beckens in Nevada. Die Great Basin Wüste grenzt nördlich an die Mojave und besteht aus vielen Teilbereichen mit zahlreichen Gebirgen, Tälern und Canyons. Es gibt Steppenlandschaften, Stein- und Sandwüsten, verschiedene trockene Flüssläufe sowie Salzseen. Das Klima hier ist trocken und kühl.Die südliche Wüstenkrötenechse kommt hingegen in der Mojave- und der Sonorawüste vor. In der Sonora gibt es große Höhenunterschiede. Während die Küstenregionen im Westen sehr flach sind, steigt die Sonora nach Osten bis auf Höhen von 3.000 m an. Lang gestreckte Bergzüge und dazwischen liegende Becken wechseln sich ab. Nach Regenfällen bilden sich häufig flache Seen, die ausgetrocknet große Salzpfannen hinterlassen. Aufgrund der extremen Höhenunterschiede variiert das Klima sehr stark. Im Winter sorgen die Stürme über dem Pazifik, im Sommer die aus dem Golf von Mexiko für reichliche Niederschläge. Im Jahresdurchschnitt liegen diese zwischen 150 und 300 mm. Diese regelmäßigen Regenschauer ermöglichen die extrem vielfältige Vegetation der Sonora. Sie gehört zu den artenreichsten Wüsten dieser Erde - hier gibt es weltweit die größte Anzahl und Vielfalt an Kakteen. Die Temperaturen in der Sonora sind warm, nicht heiß.Die Mojave ist die kleinste Wüste Nordamerikas, mit den größten Höhenunterschieden, den heißesten Temperaturen und dem wenigsten Niederschlag. Mitten in der Mojave liegt das bekannte "Death Valley" - das Tal des Todes. Hier befinden sich neben farbenprächtigen Canyons einige Salzseen und eindrucksvolle Lehmlandschaften. Durch die Sierra Nevada und die San Bernadino Mountains wird diese Wüste fast vollständig von den feuchten Pazifikwinden abgeriegelt. Im Death Valley liegen die Temperaturen im Sommer regelmäßig über 45°C und es gibt so gut wie keine Vegetation.Auch das Substrat variiert je nach Verbreitungsgebiet und reicht von lockerem, sandigen Boden über festen lehmhaltigen Bodengrund bis hin zu Steinen und Geröll. Detaillierte Informationen über die Vegetation und das Klima der einzelnen Wüstengebiete findet Ihr in unserer Rubrik Natürliche Lebensräume Schutzstatus Wüstenkrötenechsen unterliegen keinem internationalen Artenschutzabkommen. Sie sind frei verkäuflich, man benötigt keinerlei Herkunftsnachweise und muss eine Haltung der Tiere auch nicht der Behörde melden.Dennoch ist natürlich das Tierschutzgesetzt für jeden Halter bindend. Dieses besagt in Kurzform, dass die Bedürfnisse einer Tierart in Punkto Ernährung, Pflege und Unterbringung erfüllt werden müssen. Das Tier muss Platz für eine artgerechte Bewegung haben, Schmerzen, vermeidbare Leiden oder andere Schäden müssen verhindert werden. Jeder Tierhalter muss außerdem über entsprechende Sachkunde zur Haltung des Tieres verfügen.In den USA sind die einzelnen Staaten für den Schutz der Fauna verantwortlich. Da sich das Verbreitungsgebiet von Phrynosoma platyrhinos über viele US-Bundesstaaten bis nach Mexiko ausdehnt, gibt es hier zahlreiche verschiedene Regelungen. In manchen Staaten wie z. B. Arizona oder Kalifornien stehen Krötenechsen unter Schutz, in Nevada gibt es überhaupt keine Regelungen und in Mexiko benötigt man für den Fang einzelner Tiere eine offizielle Bewilligung. Der Natur entnommene Tiere sind jedoch meistens in einem schlechten oder sehr schlechten Gesundheitszustand. Sie haben weite Wege und zahlreiche Zwischenhälterungen hinter sich (Zoohändler, Großhändler, Exporteur usw.) und sind voller Parasiten, die bei den durch Fang und Transporte extrem gestressten Tieren natürlich leichtes Spiel haben. Wildfänge sind häufig unterversorgt, haben extrem negative Erfahrungen mit Menschen gemacht und reagieren daher entsprechend scheu oder aggressiv. Nachzuchten hingegen, die von Geburt an in Terrarien leben und somit die Pflegearbeiten und die Menschenhand kennen, sind sehr ruhige Zeitgenossen. Um dem Raubbau an der Natur zumindest ein kleines bisschen entgegen zu wirken, gibt es auf unserer Website auch ein Züchterverzeichnis Wie viele Tiere tatsächlich für wissenschaftliche Zwecke oder den Tierhandel der Natur entnommen werden, darüber gibt es kaum Aufzeichnungen. Klar ist, dass die größte Bedrohung für die Tiere in der zunehmenden Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume liegt. Immer mehr Gebiete werden von Menschen besiedelt, Äcker, Weiden und Rasenflächen angelegt und der Wüstenkrötenechse somit die Chance genommen, sich optimal zu tarnen oder zu vergraben. Aber auch die Haustiere der Siedler wie z. B. Hunde oder Katzen können für die Echsen zu einer Gefahr werden. Verhaltensweisen Krötenechsen sind tagaktiv und verbringen die meiste Zeit mit der Suche oder dem Auflecken von Ameisen und anderen kleinen Beutetieren. In ihrem natürlichen Lebensraum vergraben sich die Tiere bei Regen oder kühlen Temperaturen im Sand. Scheint die Sonne, kommt zuerst der Kopf der Krötenechsen zu Vorschein, der restliche Körper bleibt mit Sand bedeckt, bis die Tiere ihre Vorzugstemperatur erreicht haben. Dieses Verhalten bietet ihnen die Möglichkeit, die Umgebung in Ruhe zu beobachten und dabei optimal getarnt zu sein. Haben sich die Tiere aufgewärmt, gehen sie auf Futtersuche. In der Mittagszeit, wenn es zu heiss wird, suchen die Wüstenkrötenechsen den Schatten von Felsen und Sträuchern oder vergraben sich wieder im Sand. Wüstenkrötenechsen benötigen zum Überleben nur sehr wenig Flüssigkeit und man geht davon aus, dass sie auch mehrwöchige Trockenperioden unbeschadet überstehen können. Sie nehmen Feuchtigkeit durch ihre Nahrung auf und trinken bei seltenen Regenfällen riesige Wassermengen auf einmal.In der Literatur wird über die unglaublichste Verhaltensweise der Krötenechsen berichtet: das Blutspritzen. Bei diesem unter den Reptilien wohl einzigartigem Abwehrverhalten schwellen zunächst die Augenlider des Tieres an, bis plötzlich aus dem oberen Augenlid ein Blutstrahl herausgespritzt wird. Man vermutet, dass Hunde der Auslöser dafür sind – auch in der Natur hat die Krötenechse hundeartige Feinde. Unsere Wüstenkrötenechse hat diese Verhaltensweise jedoch nie gezeigt, allerdings hatte unser Murphy (ein kleiner Labradormix), um unsere Kröte nicht unnötig zu stressen, auch absolutes Terrarienzimmerverbot ...Außer den Hunden und Katzen der Siedler in den Verbreitungsgebieten gehören auch Kojoten, Füchse, Raben, Falken, Schlangen und andere Echsen zu den natürlichen Feinden der Wüstenkrötenechse. Fühlen sich die Tiere bedroht, graben sie sich in den Untergrund ein, wobei ihre Färbung und die Stacheln am Körper ihnen eine optimale Tarnung bieten. Ist Eingraben nicht möglich, versuchen die Echsen durch Aufbäumen und Maul aufreißen extra groß und gefährlich zu wirken und potentielle Fressfeinde auf diese Weise abzuschrecken. Ihre hornähnlichen Stacheln am Kopf verstärken diesen Effekt zusätzlich.Krötenechsen sind Einzelgänger und begegnen sich in der Natur fast ausschließlich zur Paarung. Dennoch sind die Tiere nur selten territorial und können – ein ausreichend großes und gut strukturiertes Terrarium oder Freigehege vorausgesetzt - auch in kleinen Gruppen gehalten werden. Wir haben lediglich ein Einzeltier gepflegt, allerdings lag es daran, dass wir auch nach monatelanger Suche kein passendes Nachzucht-Weibchen finden konnten. Vom Kauf von Wildfängen nehmen wir stets Abstand und raten auch allen interessierten Haltern, sich lieber auf die (bei Krötenechsen leider oft extrem langwierige) Suche nach gesunden Nachzuchten zu machen. Terrarium / Einrichtung In der Natur sind Wüstenkrötenechsen wie gesagt Einzelgänger. Man tut dem Tier also nichts böses, wenn man es auch im Terrarium einzeln pflegt. In sehr großen und gut strukturierten Becken oder Freianlagen kann man Phrynosoma platyrhinos aber auch paarweise oder in kleinen Gruppen halten, da die innerartliche Aggressivität nur sehr schwach ausgeprägt ist. Der künstliche Lebensraum muss dann allerdings so gestaltet werden, dass sich alle Tiere bei Bedarf aus dem Weg gehen und zurück ziehen können. Unsere „Kröte“ lebte in einem Terrarium mit den Maßen 120 x 60 x 80 cm. Da die Tiere allerdings kaum klettern, kann das Becken durchaus auch niedriger gewählt werden. Wichtig ist für die Bodenbewohner vor allem die Grundfläche des Terrariums.Damit die Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen zeigen können, muss das Terrarium auch möglichst naturnah eingerichtet sein. Als Bodengrund verwendeten wir Sand, der ca. 10 cm hoch eingefüllt und in den oberen Schichten mit etwas Kies und Geröll gemischt wurde. Hält man ein Pärchen oder eine Gruppe Phrynosoma platyrhinos sollte der Bodengrund noch etwas höher eingefüllt werden, damit die Tiere zur Eiablage ordentlich graben können.Zur Inneneinrichtung zählen verschiedene Hölzer und Wurzeln, die den Tieren bei Bedarf Deckung bieten. Die Rückwände können mit einem künstlichen Felsimitat versehen werden, allerdings dient dies mehr der Optik des Betrachters, da Wüstenkrötenechsen nur sehr selten klettern. Weitere Rückzugsmöglichkeiten bieten z. B. Steinplatten, befestigte! Steinaufbauten und Pflanzen. Aufgrund des trockenen Wüstenklimas kommen als echte Pflanzen allenfalls einige Sukkulenten oder Tillandsien in Frage. Das meiste andere Grünzeug geht aufgrund der hohen Temperaturen sehr schnell ein. Bei der Bepflanzung eines Terrariums sollte immer darauf geachtet werden, dass die gewählten Pflanzen keinerlei Dünger oder sonstige Schadstoffe enthalten. Neue Pflanzen vor dem Einsetzen in das Terrarium immer erst über einen Zeitraum von mehreren Wochen mehrfach abduschen und die Blätter gut abwaschen. Spitze Kakteen sollten aufgrund der hohen Verletzungsgefahr besser nicht eingesetzt werden. Eine kleine Auswahl an Pflanzen, die für den Einsatz in Terrarien geeignet sind, findet ihr in unserem Bereich Terrarienbepflanzung.Alternativ können natürlich auch künstliche Pflanzen eingesetzt werden. Krötenechsen haben keinen Sinn für Inneneinrichtung und es ist den Tieren relativ egal, ob sich im Terrarium echtes oder unechtes Grünzeug befindet. Die Hauptsache ist, dass die Echsen in Deckung gehen können. Mit schönen, künstlichen Gräsern, Wurzeln, Büschen und sonstigem „Gestrüpp“ lässt sich das trockene Habitat der Tiere auch auf diesem Wege gut imitieren und das Becken optisch aufwerten.Eine Wasserschale und mehrere Thermometer runden die Einrichtung des artgerecht eingerichteten Krötenechsen-Beckens ab. Am besten platziert man je ein Messinstrument an der kühlsten und an der wärmsten Stelle - also direkt unterhalb des Wärmespots, sowie im mittleren oberen Bereich des Terrariums. So hat man Kontrolle über alle nötigen Temperaturzonen.Wer einen Garten hat, sollte über den Bau eines Freilandterrariums für den Sommer nachdenken. Die Tiere lieben ausgiebige Sonnenbäder und werden es durch erhöhte Vitalität, mehr Appetit und größere Paarungsbereitschaft danken. Es gibt für Wüstenkrötenechsen nichts besseres, als die natürliche Sonnenstrahlung, aber auch hier müssen die Tiere immer die Möglichkeit haben, sich einzugraben oder an einen schattigen Ort zurück zu ziehen. Außerdem muss natürlich dafür gesorgt werden, dass für die Echsen keine Gefahr durch Hunde, Füchse oder Vögel besteht. Beleuchtung / KlimaUm Krötenechsen gesund und artgerecht zu halten, ist das richtige Licht einer der wichtigsten Faktoren. Die Terrarienbeleuchtung hat in vielerlei Hinsicht Einfluss auf das Leben, das Verhalten und die Entwicklung der Tiere. In der Terrarienhaltung sind drei Facetten des Sonnenlichtes von Bedeutung: sichtbares Licht, infrarotes Licht und ultraviolettes Licht. Das „richtige“ Licht ist also leider nicht mittels einer einzelnen Lampe herzustellen. Denn vereinfacht gesagt, sollte es ausreichend Wärme, Helligkeit und dass richtige Spektrum bieten.Die Temperaturen variieren je nach natürlichem Verbreitungsgebiet der Wüstenkrötenechse. Im nördlichen Teil ist es wie gesagt deutlich kühler als in den südlichen Verbreitungsgebieten. Die folgende Grafik zeigt die durchschnittlichen Minimum und Maximum Temperatuen am Beispiel von Tonopah in Nevada. Im Winter sinken hier die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt: Weiter südlich in Yuma, Arizona ist es deutlich wärmer. Auch hier zur Veranschaulichung die durchschnittlichen Höchst- und Tiefstwerte. (Alle Daten stammen von worldclimate.com) Für die wüstenbewohnenden Krötenechsen besteht unserer Ansicht nach eine gute Beleuchtung aus einem HQI-Strahler für die Helligkeit, einem UV-Flächenstrahler fürs UV-Licht sowie diversen Wärmespots als lokale Sonnenplätze. Grundbeleuchtung Phrynosoma platyrhinos ist ein tagaktiver Wüsten- und Halbwüstenbewohner. Die Tiere haben ein hohes Bedürfnis nach Helligkeit und Strahlungswärme. Als Terrarienbeleuchtung empfehlen wir daher den Einsatz von HQI-Licht, welches eine sehr hohe Helligkeit bei niedrigem Energieverbrauch erzeugt. Dies erhöht sowohl die Aktivität als auch das Wohlbefinden und Fressverhalten der Tiere. UV-Beleuchtung UV-B Strahlung ist für einen besonders wichtigen Stoffwechselprozess der Wüstenkrötenechse Voraussetzung. Sie bewirkt, dass das für den Knochenaufbau und den Blutkalziumspiegel wichtige Vitamin D3 gebildet werden kann. Futterzusätze als alleinige Vitamin D3 Quelle reichen nicht aus und können allenfalls als sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Mangelt es den Tieren an UV B Licht, sind schwerwiegende Stoffwechselerkrankungen (u. a. Rachitis) die Folge. Das fehlende Kalzium wird den Knochen entzogen und die fortschreitende Entmineralisierung des Körpers führt zu Knochenerweichungen. Die Tiere fangen an zu zittern, es kommt zu Knochendeformierungen und -brüchen und letztendlich zum qualvollen Tod des Tieres. Oft kann nur durch eine langwierige Behandlung das Leben des Tieres gerettet werden. Einmal aufgetretene Deformierungen sind jedoch irreparabel und bleiben dauerhaft bestehen. UV-A Licht kann von Reptilien im Gegensatz zum Menschen wahrgenommen werden. Beim Einsatz von UV-A Licht können die Tiere ihre Umwelt besser wahrnehmen, sind aktiver, fressen besser und verpaaren sich unter umständen auch lieber. UV-Flächenstrahler sind ideal, um die Tiere regelmäßig extern, oder bei entsprechend großen Becken auch im Terrarium zu Bestrahlen und sie so mit den nötigen UV-Strahlen zu versorgen. Diese Lampen verfügen über ein integriertes Vorschaltgerät und können in jede handelsübliche E27 Porzellanfassung geschraubt werden. Die 300 Watt Flächenstrahler (z. B. Osram Ultra Vitalux, Sanolux) sollten nicht dauerhaft in Betrieb sein, da dies Schäden an Haut und Augen der Tiere verursachen kann. Wir empfehlen für stark UV-bedürftige Tiere wie die Wüstenkrötenechse eine tägliche Bestrahlungsdauer von 30 Minuten. Diese sollte nicht unterschritten werden, da die Lampe alleine 15 Minuten benötigt, um die maximale UVB-Abstrahlung zu erreichen. Der Abstand von der Lampe zum Tier sollte aufgrund der hohen Leistung 80 cm nicht unterschreiten. UV-Flächenstrahler sind daher nur in sehr großen Terrarien für eine feste Installation geeignet. Ist dies nicht möglich, können die Tiere auch außerhalb des Beckens mit UV-Licht versorgt werden. Bei einem offenen Terrarium kann die Lampe einfach darüber gehängt und mittels Zeitschaltuhr gesteuert werden. Bitte beachten: Glas filtert UV-Licht! Das Terrarium sollte also oben wirklich komplett offen oder aber mit einem UV-durchlässigen Gazetop versehen sein. Lokale Sonnenplätze Reptilien sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, ihre Körpertemperatur ist immer an die Umgebungstemperatur gebunden und sie sind auf äußere Wärmequellen angewiesen. Die Tiere sind nicht eigenständig in der Lage, z.B. durch das Verbrennen von Energie im Stoffwechsel die Körpertemperatur zu erhalten. Neben der UV-Beleuchtung und dem HQI - Licht sollte das Terrarium daher außerdem mit mindestens einem Wärmespot ausgestattet sein, der (für die südliche Wüstenkrötenechse) lokale Temperaturen von bis zu 40°C erzeugt und welchen die Tiere nach Bedarf aufsuchen bzw. meiden können. Wenn mehrere Tiere in einem Becken gehalten werden, stellt man am besten jedem Tier seinen eigenen Sonnenplatz zur Verfügung. Im übrigen Becken sollten verschiedene Temperaturzonen von etwa 20 bis 35°C geschaffen werden. Die Beleuchtung am besten automatisiert über eine Zeitschaltuhr steuern, denn manuell ist nur schwer ein regelmäßiger Tagesablauf zu simulieren. HQI und Wärmespots sind etwa 12 Stunden täglich in Betrieb, der UV-Flächenstrahler wird täglich für 30 Minuten hinzugeschaltet. Ernährung Einer der wichtigsten Aspekte für eine erfolgreiche Haltung von Phrynosoma-Arten ist das richtige Futter in Verbindung mit den richtigen Vitaminpräparaten. Einseitiges Futter und fehlende Vitaminversorgung führen früher oder später zu Mangelerscheinungen, lustlosem, trägem Verhalten und letztendlich zum Tod der Tiere.Wüstenkrötenechsen sind Ameisenfresser! Sie benötigen dieses Futter zur Regulierung des Säuregehaltes ihrer Magensäfte. Zudem ist die Suche und das Auflecken der kleinen Tierchen die Hauptbeschäftigung der Wüstenkrötenechse – und zwar sowohl in der Natur als auch im Terrarium. Wer also keine Ameisen verfüttern möchte oder diese nicht regelmäßig beschaffen kann, muss auf eine Haltung dieser Tiere verzichten! Unser „Kröte“ hat sowohl die gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) als auch die schwarze Wegameise (Lasius niger) gerne angenommen. Die Vielfalt der in den natürlichen Verbreitungsgebieten von Phrynosoma platyrhinos vorkommenden Beutetiere kann bei einer Haltung im Terrarium natürlich nie erreicht werden. Es ist daher besonders wichtig, die Ernährung seiner Tiere so hochwertig und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Außer Ameisen können auch Kellerasseln, Spinnen, Motten, Falter, Fliegen, kleine Heuschrecken und Schaben, Heimchen, Grillen oder Mehlkäfer und deren Larven angeboten werden. Auf unbelasteten Wiesen (ohne Dünger, Pestizide, Autos, Industrie…) oder im eigenen Garten kann man seinem Tier in den Sommermonaten ein sehr nährstoffreiches Futter selber fangen. Unsere heimischen Insekten werden auch als Wiesenplankton bezeichnet. Sie sind reich an Nährstoffen und durch die große Artenvielfalt ein sehr abwechslungsreiches Futter. Aber egal ob in der freien Natur oder im heimischen Garten – auch bei Insekten oder Ameisen muss auf den Artenschutz geachtet werden!Unmittelbar nach der Winterruhe haben Wüstenkrötenechsen einen riesigen Appetit. Im Frühling und Frühsommer fressen sie regelmäßig, im Sommer beginnen sie sich einzugraben und die Futteraufnahme einzuschränken. Unser Tier haben wir zu dieser Jahreszeit häufig nur noch zu kurzen Sonnenbädern gesehen, die übrige Zeit lag es versteckt unter Wurzeln, Pflanzen oder eingegraben im Sand. Aufgrund dieser extrem eingeschränkten Aktivität verlieren die Tiere trotz geringer Futteraufnahme kaum an Gewicht. Diese „Sommerruhe“ ist absolut normal und Halter brauchen sich, sofern die Tiere nicht sichtbar abmagern, keine großen Sorgen zu machen. Ab September wird dann so gut wie gar nicht mehr gefressen.Den Tieren sollte stets frisches Wasser in einer kleinen Schale zur Verfügung stehen. Alternativ kann man versuchen, seine Tiere mit einer Pipette zu tränken oder Einrichtungsgegenstände besprühen, so dass die Tropfen aufgeleckt werden können. Keinesfalls sollte man die Echsen direkt ansprühen. Das verursacht häufig panikartige Fluchtreaktionen, bei welchen sich die Tiere verletzen könnten. Aber auch Lungenentzündungen können die Folge sein. Zucht Da wir lediglich ein Einzeltier gepflegt haben, können wir zur Nachzucht der Wüstenkrötenechse keine eigenen Aussagen treffen. Ausführliche Angaben hierzu finden sich aber z. B. im Buch Krötenechsen – Lebensweise, Pflege, Zucht von Bertrand Baur und Richard R. Montanucci (erschienen im Herpeton Verlag). Dieses Werk ist allen potentiellen Haltern von Krötenechsen wärmstens zu empfehlen! Quellen / weiterführende Literatur Es hat Dich gepackt und Du hast ernsthaftes Interesse an der Haltung dieser faszinierenden Art? Für eine erfolgreiche Pflege ist weiterführende Literatur ein absolutes Muss!An dieser Stelle gibts daher ein paar Empfehlungen...