Hinweise zu Vedanta Sadhana - A3

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Hinweise zu Vedanta
drückt sich selbst in der größten Unwahrheit aus. Das Extrem der
Sadhana
repräsentiert durch Geschlechtlichkeit und Ego; das Absolute wird
Die Natur der Wahrheit, Brahmans
sich das Genick brechen. Wahrheit ist Sein. Unwahrheit ist Nichtsein,
1. Wahrheit ist einfach; der verwirrende Intellekt läßt sie schwierig
erscheinen. Die erhabensten Dinge sind immer die einfachsten.
2.
Nur die Wahrheit siegt, nicht die Unwahrheit.
3.
Wahrheit kann nie durch Unwahrheit besiegt werden. Wahrheit
wird immer den Sieg über Unwahrheit davontragen. Wenn der Weg
der Wahrheit beschritten wird, ist auch alles andere getan. Wenn
man die Wurzel gießt, werden automatisch alle Zweige gegossen.
4. Der Weg der Wahrheit ist steil. Er ist glatt, und all das ist
unangenehm. Es ist schwierig, ihn zu beschreiten, es ist ein harter
Weg. Riesen unter spirituellen Menschen gehen auf ihm zur Stadt
der Vollendung.
5. Das Absolute ist alles. Wahrheit ist das Absolute. Das bist Du.
Das ist die Essenz der spirituellen Lehre.
6.
Wahrheit ist völlig allgemein zugänglich. Sie kann nicht verborgen
werden, auch wenn man es versuchte. Wahrheit besteht weiter und
Wahrheit ist das Absolute. Unwahrheit ist ein Schatten der Wahrheit.
Die Welt ist Unwahrheit, das Absolute ist
Wahrheit. Die Welt wird
repräsentiert durch das numinale gnostische Sein.
7. Wer gegen die Wahrheit handelt und Unwahrheit praktiziert, wird
ein bloßes Nichts.
8.
Wahrheit wird nicht einmal durch Sein-Bewußtsein-Freude
ausgedrückt! Dies ist nur der nächste Verwandte der Wahrheit. Aber
Wahrheit ist noch großartiger, gewaltiger, mächtiger, wahrer!
9.
Alles ist gut für den, dessen Herz sich der Wahrheit zuwendet.
Keine körperliche oder geistige Krankheit kann ihn befallen.
10. Wer sich auf die Wahrheit zu bewegt, ist mächtig, lebt lang,
weiß alles und ist immer glücklich, denn er nähert sich dem
allmächtigen Sein-Wissen-Wonne.
11. Schon Sprechen von der Wahrheit oder Denken an Wahrheit
erhebt zur Höhe ungeheurer Zufriedenheit. Wie wird erst die
Erfahrung ihrer Verwirklichung sein!
12.
Wahrheit ist; Unwahrheit ist nicht; daher ist es sogar falsch zu
sagen, Wahrheit ist eins, denn Wahrheit ist Existenz an sich und
weder eins noch nicht-eins. Wahrheit ist Absolutheit.
13.
Das Absolute verblüfft sogar den Geist des größten Gelehrten.
Zustandes. Jedes Blatt, das in die Luft fliegt, jeder Atemzug, der uns
Es entzieht sich dem Zugriff selbst des stärksten Intellekts. Es wird
entströmt, mit anderen Worten jede Handlung des universellen
als reines Bewußtsein erfahren, wo Intellekt stirbt, Gelehrsamkeit
Lebens, ist ein Schritt zur Wahrheit, denn Wahrheit ist die ewige
zugrunde geht und das gesamte Wesen selbst sich vollständig darin
Heimat aller Wesen. In Sie gehen alle ein und finden dauerhafte
verliert. Alles wird verloren und alles wird gefunden.
Zufriedenheit und Frieden. Der Ich-Gedanke hält uns vom ewigen
14.
Luft strömt in ein Vakuum ein. Das Absolute strömt ein, wo
kein Ego ist.
15.
Das Absolute benötigt keine Zeit, um sich zu offenbaren. Im
Blitz eines Moments, wie ein Blitzschlag, geht die Welt in reinem
Sein auf.
16. Wann die Erfahrung des Absoluten stattfinden wird, kann nicht
gesagt werden. Es kann jetzt sofort sein oder in Millionen von
Geburten. Deshalb warte man nicht ängstlich darauf, daß Es eintritt.
Es kann unerwartet zu jeder Zeit kommen.
17. Wahrheit ist unermeßlich; über Wahrheit kann nicht gesprochen
werden; Wahrheit kann nur erfahren werden.
18.
Wahrheit übersteigt Sprache. Wahrheit ist unveränderlich und
Sprache verändert sich. Alles, was sich ändert, ist unwahr. Daher ist
Wahrheit unendlich. Nur Wahrheit bleibt bestehen, während alles
andere vergeht.
Jeder, angefangen von Brahma bis hinunter zum
Grashalm, bewegt sich auf die Wahrheit zu, mancher bewußt,
mancher unbewußt. Sie unterscheiden sich nur im Grad des
Bewußtseins, dem Ausmaß geistiger Reinheit oder der Feinheit der
Leben entfernt, und deshalb ist die Verwirklichung der Wahrheit die
Auflösung individuellen Bewußtseins in absolutem Sein, absolutem
Wissen und absoluter Wonne.
19. Das Absolute ist vollkommen wissenschaftlich, logisch,
symmetrisch, ausgeglichen, systematisch, vernünftig und rational. Es
ist nicht unregelmäßig und zufällig.
Es ist kein übernatürliches
Mysterium, sondern die natürliche Tatsache des Lebens. Die
unendliche und unteilbare Natur des Seins ist kein Wunder; es ist
der tatsächliche Seinszustand, so wie der Glanz des Feuers, die
Flüssigkeit des Wassers, das Gewicht des Bleis. Es ist die höchste
Vollendung des ewigen, unsterblichen wahren Lebens.
20.
Die höchste Wirklichkeit ist Sat-Chit-Ananda, wo nicht die
geringste Spur von Aktivität ist. Deshalb werden diejenigen, die sich
Ihr nähern, inaktiv.
21. Wirklichkeit ist die vollkommene Verkörperung von Sein, Wissen,
Kraft und Wonne. Diese vier sind nur die Aspekte des einen
Wesens, das unteilbar und unveränderlich ist. Diese verschiedenen
Aspekte des Seins können nicht getrennt werden,
ebensowenig wie
Flamme, Hitze und Leuchtkraft der Sonne nicht getrennt werden
Genuß und Involution der Welt sind eine vollständige Illusion. Das
können.
Netz der Welten ist Brahman! Die zehn Himmelsrichtungen sind
22.
Wahrheit ist Ewigkeit, Unendlichkeit, Absolutheit, Intelligenz,
Bewußtsein, Weisheit, Schönheit, Liebe und Freude. Sringararasa,
Madhura Bhava, der erotische Geschmack der Welt, ist ein Schatten
der höchsten Wirklichkeit von liebender Schönheit und Wonne.
Ästhetischer Genuß ist eine Reflexion von Brahmananda, absoluter
Wonne.
23.
Unendlichkeit, Ewigkeit, Unsterblichkeit und Absolutheit sind die
Merkmale von grenzenlosem Sein, grenzenlosem Wissen und
grenzenloser Wonne.
24.
Alles, was hier als umfassende, mannigfaltige Welt erscheint, ist
die eine einheitliche Wirklichkeit, die in dieser Form existiert. So wie
das helle Licht der Sonne als glitzernde Luftspiegelungen erscheint,
so erscheint das eine Licht des Bewußtseins als viele. So zu
Brahman! Zeit, Raum, Dinge, Aktivitäten, Ursache, Wirkung,
Handelnder, Geburt, Tod, Sein, alles ist Brahman Selbst, das durch
die Kraft von Brahman in Brahman erscheint! Die Welt ist das
Blendwerk des Bewußtseins! Alles, was unten, hier, oben oder kreuz
und quer erscheint, alles, was in den vielen Geschöpfen oder in
einem Strohhalm existiert, ist nichts anderes als Brahman! Es gibt
nichts als Das!
25. Die höchste Wahrheit ist Einheit! Getrenntheit besteht, um
Hingabe zu ermöglichen. Vielfalt ist nicht wahr. Es gibt in Wahrheit
nur eine unendliche, ewige, namenlose und formlose Essenz, ein
Prinzip, das Sein, Wissen und Wonne ist, und Das bin Ich!
26.
Die Essenz von Wahrheit oder Existenz ist Schönheit, Liebe
und Wonne.
erscheinen ist das eigentliche Wesen der Wirklichkeit. Diese Berge,
diese Flüsse, diese Erde, dieser weite Äther - all das ist nichts
anderes als der eine, reine, unsterbliche Geist. So wie ein unebener
Was ist Jnana Yoga?
Spiegel eine häßliche und runzelige Abbildung des Gesichts zeigt, so
27.
erscheint diese eine Masse des ewigen Seins als viele aufgrund
Verlöschen des Gefühls von Getrenntheit oder Individualität, die
falscher Vorstellung. Alle Dinge dieser Welt sind tatsächlich das eine,
Existenz als Eins und vereint mit allem.
ganze, unteilbare Wesen. Der eine Äther des Bewußtseins erscheint
als konkrete Vielfalt! All dies ist eins, ohne Teile, untrennbar, ohne
Anfang, ohne Ende, absolutes Brahman. Ursprung, Wachstum, der
Jnana Yoga bedeutet nicht mehr an Einzelheiten denken, das
28. Yoga ist die Auflösung der Gedanken in ewiger Bewußtheit,
34.
reinem Bewußtsein ohne Vorstellung von Objekten, wissen ohne
weißt nichts, mein Freund; du bist getäuscht. Da ist noch ein Ozean,
denken, auflösen von Endlichkeit in Unendlichkeit.
aber du hast nicht
29.
35.
Yoga ist Transformation des aus Denken, Fühlen, Wollen,
Denke nicht, du bist sehr weise und hast alles verstanden; du
einmal einen vollen Tropfen genommen.
Jeder deiner Atemzüge fließt zur Unwahrheit; du lebst im Sumpf
Verstehen, Entscheiden und Behaupten bestehenden Ichbewußtseins
der Lüge und wiederholst: „Wahrheit alleine siegt!“ Kannst du die
in unendlichem Bewußtsein.
Wirklichkeit täuschen? Deshalb sei ehrlich zu dir selbst.
30.
36.
Yoga bedeutet Vereinigung und Identifikation mit der Essenz
absoluten Seins.
31.
Yoga ist intensives Behaupten der Absolutheit des Seins oder
tiefe Meditation darüber.
32.
Es gibt vier Arten von Yoga: 1) Dienen und Selbstaufopferung,
2) Hingabe und Selbstaufgabe, 3) Konzentration und Meditation, 4)
Unterscheidung und Weisheit.
Oh unehrliches Herz! Du denkst das eine, sagst etwas anderes
und tust etwas drittes. Willst du Gott? Oh, wie kühn du bist, den
Sitz der Wonne zu beanspruchen! Betrüge dich nicht selbst; sei
ehrlich.
37.
Diese sogenannten aktiven spirituellen Menschen der Welt, die
für materiellen Gewinn und Sinnenfreuden arbeiten, sind die
getäuschtesten Geschöpfe. Sie haben ihr wahres Selbst vergessen.
Weise bemitleiden diese Menschen, die im äußerlichen Spiel des
Lebens gefangen sind.
Der Weg des Vedanta Schülers
33.
Ahme nicht Jivanmuktas nach; du bist noch ein Sadhaka.
Vasishtha hatte eine Frau, aber er war ein geborener Siddha.
Janaka regierte das Königreich, nachdem er strenges Tapas geübt
und die Wahrheit verwirklicht hatte. Krishna lebte ein fürstliches
38.
Menschen, die meinen, durch ihre Selbstverwirklichung
geschehe der Welt Unrecht, haben die kindliche Naivität noch nicht
überwunden. Denn sie wissen nicht, daß das Selbst, das das
Absolute ist, das ganze Universum einschließt und weit darüber
hinausgeht.
Leben, aber er war eins mit dem Unendlichen. Du kannst nicht
39.
Die Welt kann nur von Menschen gerettet werden, die sich
erwarten, es ihnen gleichzutun. Du mußt Sadhana machen.
selbst bereits gerettet haben. Ein Gefangener kann nicht andere
Gefangene befreien. Deshalb werde selbst vollkommen: rette dich
43.
selbst.
um ein Ziel oder eine Absicht zu erlangen. Spirituelles Sadhana ist
40. Wenn Er mit Seinen unendlichen Händen zu geben beginnt,
wieviel könntest du mit deinen zwei Händen aufnehmen? Und wenn
Er mit Seinen unendlichen Händen wegzunehmen beginnt, wieviel
versteckst du vor Ihm mit deinen zwei Händen?
41. Wenn der Suchende einen einzigen Schritt Darauf zu tut, wird
Es in hundert Sprüngen und Sätzen auf ihn zueilen. Das ist die
Natur des ewigen Wesens. Für jede Kleinigkeit, die man um
Sadhana ist die bewußte Anstrengung, die unternommen wird,
eine bewußte geistige Anstrengung, die auf Verwirklichung und
Erfahrung der absoluten Wirklichkeit gerichtet ist. Eine derartige
spirituelle Anstrengung heißt in Sanskrit „Yoga“.
44. Wie ordentlich putzt du das Haus, wenn du das Oberhaupt
deines Staates einlädst! Wieviel sauberer und reiner muß dein Herz
sein, Oh Mensch, wenn du möchtest, daß der unsterbliche Herr bei
dir eintritt!
Seinetwillen tut, erhält man das Millionenfache zurück! Diese
45.
Tatsache ist wunderschön geschildert im Wirken von Bhagavan Sri
muskulösen Körper. Der größte Jnani mag an Tuberkulose leiden.
Krishna zum Wohle derer, die Ihn verehren.
Die beiden Dinge schließen einander nicht aus.
42.
46.
Sadhana wird praktiziert, um das Ziel, die Absicht, das Ideal zu
Ein spiritueller Riese hat nicht notwendigerweise einen
Gold muß durchs Feuer, bevor es strahlend und glänzend wird.
erreichen. Das Ziel wird angestrebt, weil es Unglück lindert und
Ein Suchender muß erst unermeßliches Leid durchmachen, bevor er
Frieden und Wonne schenkt. Das Absolute, das Brahman, das
das absolut Großartige wird.
unendliche Licht, das eine Ziel von allen ist ewiger Friede und
unsterbliche Wonne. Deshalb ist dies das wahre Ideal, das jeder
verwirklichen muß. Es gibt in diesem oder einem anderen Leben
nichts anderes zu erreichen. Wenn Das gewonnen ist, ist alles
gewonnen; wenn Das verloren ist, ist alles verloren. Das höchste
Wesen ist Wahrheit, Gott, Unendlichkeit und alles, was vorstellbar ist.
Das ist Das, was existiert und nichts anderes ist.
47.
Man muß die Kuh sorgfältig hüten und seinen Körper mit
Schmutz und Kuhmist verunreinigen, um die süße Milch zu kosten.
Ein Suchender muß sich extremen Schmerzen unterziehen, um die
Freude der Seele zu verwirklichen.
48.
Furcht ist existiert nicht im Sein. Der spirituelle Sucher ist
mutiger als ein Soldat, mutiger als ein Löwe, mutiger als ein Riese!
In Wahrheit ist er die Quelle allen Mutes und aller Kraft.
49.
Der spirituelle Sucher ist niemals hilflos. Die ganze Existenz
durchstechen will. Halte dich an die nackte Wahrheit. Wenn du
unterstützt ihn in seinem zähen Kampf, denn er ist auf der Suche
versuchst, dein „kleines“ Selbst durch Verheimlichen einer Tatsache
nach etwas, das für alles gültig ist. Es ist möglich, etwas auf der
zu retten, wirst du das „höchste“ Selbst nie erreichen. Sogar wenn
Welt abzulehnen, aber niemand kann die Wahrheit hassen.
es dir an die Kehle geht, denke daran, daß diese süße Welt von
50. Und wenn ihm alle vierzehn Welten im Kampf gegenüberstünden,
sie wären für den spirituellen Sucher nichts als Stroh. Denn er ist
Ruhm und Ehre nur ein Schatten ist und die Wahrheit Brahman und
nichts anderes.
der unsterbliche Geist, Herrscher über Himmel, Erde und alle
54. Maya wird sogar in deinem eigenen Gehirn und Verstand sitzen.
Universen.
Hüte dich vor ihren Fängen. Versuche nicht, dein Ego zu schützen.
51. Die Straße zu dieser unübertroffenen Wonne ist bedeckt mit
stechenden Dornen. Die Straße führt durch einen einsamen, dichten
Wald, der von schrecklichen Tigern heimgesucht wird. Sie wird von
uneinnehmbaren Festungen beschützt und von vielköpfigen
teuflischen Kobras bewacht. Die Straße ist schwer zu beschreiten;
die Wonne ist schwer zu erreichen. Der aufrichtige spirituelle Sucher
Um der Wahrheit willen mußt du darauf vorbereitet sein, sogar
diesen Körper jederzeit abzuwerfen. Aus welchem Grund bist du hier
auf dieser Erde, wenn nicht, um dich selbst in der Flut des
unendlichen Seins zu ertränken? Du mußt dich in Gott begraben.
Nur dann wirst du leben. Du gewinnst, indem du verlierst. Du lebst,
indem du stirbst.
ist jemand, der gegen Anfechtungen und Schrecken immun ist. Keine
55.
gegen ihn gerichtete Waffe trifft. Kein gegen ihn gerichteter Gedanke
ihrer Schönheit und Größe, ihrer Freude und ihrem Glück können
kann sein Ziel erreichen.
kein angemessener Preis für das Juwel der Selbstverwirklichung sein.
52. Die widersprüchlichen Erklärungen und beleidigenden Worte des
56. Der Suchende muß die Hüllen abwerfen, die Schleier beseitigen
Gurus sind Herausforderung und Prüfung für den Schüler. Der Guru
und die Illusion durchdringen, um in das Absolute einzugehen. Die
sieht, ob der Schüler gereizt oder aufgebracht ist. Der kluge Schüler
Verwirklichung des Absoluten ist die süße köstliche Frucht, die an
muß wissen, wie er unter solchen Umständen zu handeln hat.
der Spitze eines furchtbar dornigen Baumes wächst.
53.
Versuche nie, die bittere Wahrheit hinter einer süßen Lüge zu
verbergen. Sei ehrlich, auch wenn ein Schwert dein Herz
Alle vierzehn Welten mit all ihren Bewohnern und Reichtümern,
57. Ein Mensch, der einmal auch nur ein wenig von der Wonne
Sie, daß dieser törichte Geist dort überhaupt besteht? Man geht über
spiritueller Meditation gekostet hat, kann nicht darauf verzichten, nicht
den geistigen Zustand hinaus und lebt in der glorreichen Wahrheit.
einmal um aller Himmel und Erden zusammen willen.
62.
Ein Ding ist nichts anderes als eine Kraft, die sich in eine
58. Oh Mensch voller Sehnsüchte! Wenn du etwas intensiv begehrst,
bestimmte Richtung dreht. Ein Wesen ist von einem anderen durch
versuche alles, um alles zu begehren, nicht nur eines. Schließe
den Unterschied im Drehen der universellen Kraft getrennt. Der
nichts aus dem Objekt deiner Liebe aus. Alles sei dein. Denn dieses
Mensch unterscheidet sich vom Baum, denn die beiden sind
Alles gehört dir.
unterschiedliche Bewegungsvorgänge der ewigen Kraft oder Energie.
59. „Wenn der Geist mit einem großen und komplizierten Problem
ringt, rückt er vor, sichert seine Position Schritt für Schritt, jedoch mit
wenig Erkenntnis der Gewinne, die er gemacht hat, bis er plötzlich,
mit dem Effekt jäher Erleuchtung, seinen Sieg erkennt.“ So ist die
spirituelle Erfahrung in der Yogapraxis.
60. Eine stockdunkle Höhle, finster von der dicken Düsternis von
Zeitaltern sonnenloser Nächte, ist im Nu hell erleuchtet, wenn die
Sonne in ihre hintersten Ecken vordringt. Sie ist augenblicklich im
vollsten Ausmaß erhellt, wenn die Sonnenstrahlen eindringen, obwohl
sie seit Ewigkeiten dunkel war. Die schrecklichste Täuschung und
elendste Unwissenheit des Menschen wird vollständig ausgelöscht
durch einen Blitz der höchsten Intelligenz in Verbindung mit Wonne.
61. Mein Herr! Lesen Sie in Ihrer Meditation den Geist anderer?
Was meinen Sie? Wenn wir an die Wurzel von Leben und Intelligenz
gehen, wo stellt sich dann die Frage, irgendeinen Geist zu lesen? In
tiefer Meditation existiert man als absolute Essenz Selbst. Meinen
Diese Energie ist unzerstörbar, ewig. Wenn zwei Wesen eine etwa
ähnliche Bewegung dieser Kräfte oder Elektronen oder Atome haben,
werden sie Freunde: wenn sie in ihrer Bewegung identisch sind,
gehen sie ineinander auf und werden zu einem einzigen Wesen. Das
ganze Universum ist nichts anderes als unterschiedliche Bewegung
der einen Energie. Wenn die Drehung dieser Kräfte gemeinsam
verläuft, stürzt die ganze Welt in ewige Existenz zusammen.
63. Das ganze Universum ist ein allmählicher, systematischer und
fortschreitender Prozeß der Selbstverwirklichung des Absoluten. Das
ist der eine Standpunkt. Das ganze Universum ist eine geträumte
und täuschende Fehlinterpretation des unteilbaren homogenen
Absoluten. Das ist der andere Standpunkt. Der erste Standpunkt führt
zum fortgeschritteneren zweiten Standpunkt. Der erste ist eine
intellektuelle Beurteilung, der zweite eine intuitive Erfahrung. Der
erste Standpunkt ist der Beginn von Erkenntnis, der zweite ist das
Ende der Weisheit.
64. „Das ganze Universum ist Para Brahman.“ - das ist das Herz
Gottes, die objektive Realität. Der dritte sagt, das Universum ist eine
der Advaita Metaphysik. Die Welt selbst ist keine Illusion, denn die
Erscheinung des Absoluten, welche Subjekt und Objekt sowohl
Welt ist Brahman, aber das unterscheidende Konzept der Welt ist
einschließt als auch transzendiert.
eine Illusion, denn Unterscheidung ist nicht endgültig.
Theorie die eigene Anstrengung des Individuums, die zweite die
65. Die Welt ist die Erscheinung von Sat, Wahrheit. Die Welt selbst
ist falsch interpretierte Wahrheit.
66.
Unwissenheit läßt Existenz als Nichtexistenz (Tod) erscheinen,
Bewußtsein als Unbewußtsein (Unwissenheit) und Wonne als Elend
(Schmerz). Sie läßt ein Phantom als Wirklichkeit erscheinen,
Dummheit als Wissen und Schmerz als Freude.
67.
Wir ziehen eine wissenschaftliche Erklärung einer dogmatischen
Behauptung von Fakten vor. Das erste wäre, den Menschen mit dem
notwendigen täglichen Mahl zu versorgen, was ihn stärker und
Natürlich erfordert die erste
Gnade Gottes und die dritte nur Automatismus oder Weisheit, was
weder eigene Anstrengung des einzelnen noch die Gnade Gottes ist.
Die Karma Yogis bevorzugen die erste Theorie, die Bhaktas die
zweite und die Jnanis die dritte. Die dritte ist der Standpunkt
höchster Advaita Vedanta.
69.
Die Welt wird von Vorstellungen gelenkt. Der Gedanke ist der
Anfang der Praxis. Der Gedanke zeugt Handlung.
70.
Die individuellen Wesenheiten des Universums sind Schritte auf
der Leiter des Fortschritts zur Verwirklichung Brahmans.
weiser werden läßt; das zweite wäre wie das Anstopfen des
71.
Bauches mit Tonnen von Essen auf einmal, um ihm Energie zu
die Methode, um Freiheit und Glück zu erreichen. Wahre Freiheit,
geben. Zum Beispiel: „Alles ist Brahman“ ist eine dogmatische
nach der sich die Menschen so sehr sehnen, leitet sich nicht aus
Feststellung und nicht intellektuell erklärbar oder, könnte man sagen,
Ichdenken ab. Die gegenwärtige Vorstellung der Menschen von
sogar gefährlich. Eine wissenschaftliche Erklärung davon trägt dazu
Freiheit ist ein völlig falsches Konzept und ein sehr großer Irrtum. Er
bei, Menschen und Welt göttlich zu machen.
weiß nur, daß er frei sein will, aber er weiß nicht, wo die Freiheit
68. Es gibt drei Arten von Idealismus: subjektiv, objektiv und absolut.
Der erste sagt, das ganze Universum ist eine Einbildung des
individuellen Geistes und subjektives Bewußtsein. Der zweite sagt,
das Universum ist eine Einbildung des kosmischen Geistes oder
Strenge Disziplin des Geistes durch Abhyasa und Vairagya sind
liegt. Er möchte glücklich sein, aber er weiß nicht, wo das Glück
liegt. Er möchte ewig leben, aber er weiß nicht wie. Er möchte alles
wissen, aber er weiß nicht, wie er Wissen erwerben kann. Es ist die
Reflexion von Sein-Wissen-Wonne, die die Menschen dazu bringt,
leben zu wollen, wissen zu wollen und glücklich sein zu wollen. Wer
möchte das nicht? Alles Streben der Welt liegt darin zu leben, zu
nur eine Veränderung des Bewußtseins. Er ist weder gut noch
wissen und zu genießen. Aber die Quelle dieses großen Gewinns ist
schlecht. Er ist eine Stufe im Evolutionsprozeß zur Ewigkeit hin.
Leben, Bewußtsein und Freude. Der Mensch ist eigentlich
Satchitananda. Ohne es zu wissen bemüht er sich verzweifelt, das
zu erreichen. Sein gegenwärtiger Zustand ist ein bedauerlicher Fall
aus der Herrlichkeit von Sein-Wissen-Wonne. Wenn wir irgend etwas
in der Welt tun möchten, geschieht es deshalb, weil wir nicht leben
können, ohne das Absolute zu sein. Wir alle, ja sogar die
unbewußten Wesen - streben unwissentlich danach, den
unsterblichen Zustand von Satchitananda zu erreichen, ob wir es
73.
Niemand kann den höheren Pfad beschreiten, ohne die
Anforderungen des niedereren erfüllt zu haben.
Den grobstofflichen
Erscheinungsformen und ihren Anforderungen muß entsprochen
worden sein, bevor man das metaphysische Wesen erreichen kann.
74. Jeder höhere Grad von Wahrheit ist konkreter und umfassender
als der niedrigere, und deshalb ist Wonne, die absolut ist, das
allerumfassendste.
wissen oder nicht. Auch ein trockenes Blatt fliegt einzig und allein
75.
auf diese Unendlichkeit zu. Jeder Atemzug, der fließt, jeder
Wirklichkeiten von Wissen und Wonne dar. Wissen schließt Macht
Gedanke, der projiziert wird, jedes Wort, das gesprochen wird, und
ein; überall, wo Wissen ist, muß auch Macht sein.
auch jede Handlung, die getan wird, ist darauf gerichtet, uns im
Zustand von Sein-Wissen-Wonne zu verwurzeln, denn in Wahrheit
sind wir nichts anderes als Das. Es wird durch spirituelle Disziplin
erreicht, und das bedeutet, gegen den normalen Strom der Welt,
gegen Vergnügen und Genuß, gegen Faulheit und Schlaf, gegen die
Anziehung der Vielfalt, gegen alles, was uns hier Freude bringt, zu
handeln.
72. Meinst du, der Tod ist ein Übel? Warum sagst du, daß nur
gesegnete Menschen dem Tod entrinnen? Andererseits hätten die
gesegneten Menschen die Ewigkeit rasch erreicht, während die
getäuschten Sterblichen weiterhin an ihren Körpern hängen. Tod ist
78.
Kopf und Herz des Menschen stellen die Aspekte der ewigen
Männlich, Purusha, Atman, Brahman, Siva bedeuten Wissen.
Weiblich, Prakriti, Manas, Maya und Shakti bedeuten Macht. Wenn
sich Wissen und Macht verbinden und miteinander verschmelzen,
entsteht die Manifestation von Wonne. Macht ist nur die Hälfte und
eine Erscheinung von Wissen; solange die beiden getrennt sind,
herrscht Unvollkommenheit und Schmerz.
77.
Macht ist eine relative Notwendigkeit. Sie ist nicht absolut.
Daher ist sie ausgenommen vom Konzept des Absoluten, das nichts
anderes ist als Sein-Bewußtsein-Freude.
Zerstörung des Ego
78.
Verneine dein Ego; negiere dein Getrenntsein; lösche dich aus;
ertrage Schmerz und opfere Freude.
79.
Negiere deine Wünsche; du verlangst nach vielen Bechern Gift.
Du bist eine Motte, die ins Feuer fällt und meint, es sei angenehm.
Du bist ein Kind, das in den Brunnen fällt.
85.
Je mehr das Ichbewußtsein unterdrückt wird, desto näher sind
wir der Ewigkeit. Das zerstörte Ego wird durch die Offenbarung der
absoluten Wirklichkeit ersetzt.
Inneres Sadhana
86.
Je mehr du die Welt aufgibst, desto voller wirst du, und desto
80.
Sei demütig, lösche dich aus, wenn du LEBEN möchtest.
näher bist du der absoluten Freiheit.
81.
Schande über den Menschen der nichts hat als trockenen
87.
Verstand! Er kann Unehrlichkeit und Schurkerei nicht vermeiden. Er
täuscht sich selbst und ist mit dauerndem Leid vermählt. Er ist weit
entfernt vom Wahren. Er hat die Sünde geheiratet.
82.
Wirf deine Bildung weg, Oh Korb der Eitelkeit. Gib alles auf,
was dir lieb ist und sieh das Licht in dir.
83.
Das Ego zerspringt in Unendlichkeit oder versinkt im Nichts.
Das sind die beiden Wege, auf denen sich das Ego vollständig
verliert.
84.
Verwirklichung des höchsten Zustandes kann nur entstehen,
wenn man ehrlich und aufrichtig im praktischen Sadhana ist. Je
Das Selbst allein ist lieb. Wenn etwas anderes lieb ist, wird es
zweifellos bald vergehen.
88.
Wenn du alles sehen möchtest, nimm die Augen des
Bewußtseins heraus. Wenn du überall hin willst, brich die Beine des
Bewußtseins. Wenn du alles ergreifen willst, schneide die Hände des
Bewußtseins ab. Wenn du alles werden willst, töte das Bewußtsein.
Wenn du unsterblich werden willst, erschlage das Bewußtsein mit der
Axt der Weisheit.
Wenn du das Ganze bekommst, hängst du nicht
am Teil.
89. Klammere dich leidenschaftlich an das unendliche Wesen; nichts
wird dir fehlen; du wirst bis zum Rande erfüllt sein.
geringer die Bindung an das Ego und je größer die Loslösung vom
90.
Schließe alle Türen der Sinne; sitze im Raum des Herzens;
objektiven Bewußtsein ist, desto rascher erfolgt die Verwirklichung
meditiere über die glorreiche Wahrheit.
des Absoluten.
Ozean dieser Wahrheit auf.
Ertrinke und löse dich im
91.
Je mehr wir uns der Wahrheit nähern, desto glücklicher werden
gewaltiges Hindernis für das höhere Streben der Seele dar. Deshalb
wir, denn die eigentliche Natur der Wahrheit ist positive absolute
nütze man seine Weisheit zum Zweck der inneren Meditation und für
Wonne.
spirituelle Ziele und niemals für äußeres Streben in der Welt.
92.
Liebe zu etwas Einzelnem muß abgelegt und Liebe zum
unendlichen Ganzen entwickelt werden. Es ist nicht möglich, an der
Freude der Vollheit des Seins teilzuhaben in einem Anschein davon,
Schande über die Weisheit, die dazu benutzt wird, um das Ego zu
erfreuen! Wahre Weisheit ist diejenige, die die Tür zum unsterblichen
Leben öffnet!
der sich in einem Punkt des Raumes zu reflektieren scheint.
97.
Verhaftung an das einzelne beraubt uns Menschen der Intelligenz;
Ehre, unsere Wünsche und Ambitionen müssen in der Welt des
Liebe zum Absoluten läßt uns die unsterbliche Essenz trinken,
ewigen Absoluten verbreitet werden, nicht in dieser Welt der
wonach es keine Sorge und kein Weinen mehr gibt.
Sterblichen, nicht einmal in der Welt der Götter! Solche
93. Das Kind wird nicht aufhören zu jammern und Tränen zu
vergießen, solange es nicht von der Mutterbrust trinkt. Genauso, Oh
Unsere Fähigkeit, unsere Großartigkeit, unser Ruhm und unsere
Versuchungen müssen erkannt und in eine Kraft verwandelt werden,
die die innere Essenz des Lebens offenbart!
Freude meiner Seele! kann ich nicht aufhören, Sorgentränen zu
98.
vergießen in dieser Wüste brennenden Sands, solange ich nicht
die Tiefen des Geistes eintauchen, denken, daß sie geboren wurden,
deine Milch unsterblicher Süße gekostet habe.
um der Welt zu helfen. Sie meinen, sie könnten den Himmel auf die
94.
Der Sieg wird nicht durch Gewalt und Tapferkeit erlangt,
sondern durch Wahrheit, Barmherzigkeit, Frömmigkeit und
Rechtschaffenheit.
95. Sattva ist Licht und Reinheit; Rajas ist Aktivität und Leidenschaft;
Tamas ist Dunkelheit und Trägheit.
96.
Zurschaustellung von Fähigkeiten bringt körperliche
Bequemlichkeit durch Berührung mit Objekten, steigert das Ego und
stärkt den Sinn für Individualität. Diese Annehmlichkeiten stellen ein
Es ist ein Jammer, die Menschen zu sehen, die, bevor sie in
Erde bringen, anstatt das Bewußtsein in höhere Zustände zu
erheben. Sie haben kein Verlangen nach Weisheit. Sie sind
irregeführt.
99.
Dienen, das „selbst-los“ ist, bringt den Menschen der Einheit
näher, und der größte Dienst ist die wahrhaft „selbstlose“, jedoch
„Selbsterfüllte“, Vereinigung der Seele mit der einen Masse des
Bewußtseins.
100. Ein Körper kann einem anderen dienen. Ein Geist kann einem
dich im Stich lassen und verstoßen. Kein irdisches Glück kann wahre
anderen Geist dienen. Aber ein Atman kann nicht einem anderen
Verwirklichung bringen. Jeder muß dich hassen. Nur dann wird die
Atman dienen, denn Atman ist eins. Wenn der Atman die
Seele geschult.
Gemeinsamkeit allen Seins mit seinem Selbst verwirklicht, ist das der
geben.
größte Dienst, den ein Individuum leisten kann. Wenn diese Seele in
der universellen Seele verschmilzt, ist das der größte Dienst, den
dieser Mensch der Welt leistet. Selbstverwirklichung ist Dienen,
Gebet, Gottesdienst, und all das ist gut. Sonst nichts.
101. Man trage den Panzer der Weisheit, wenn man das
Schlachtfeld des Lebens betritt. Man schütze sich mit dem Schild der
Unterscheidung und erschlage den Feind der Unwissenheit mit dem
Schwert der Erfahrung.
Es darf keine Hilfe aus der Welt der Sterblichen
105. Möge man mit Schande überschüttet werden! Man halte
dennoch am Ideal fest. Man bleibe beim höchsten Ideal von
Vedanta, sogar am Rande des Verhängnisses.
106. Die Zeit, die es braucht, um etwas Gewünschtes zu bekommen,
ist proportional zur Intensität des Gefühls der Identifikation der
Person mit dem unendlichen Absoluten. Jemand, der fühlt, daß
Dreiviertel der gesamten Existenz er selbst sind und ein Viertel nicht
sein Wesen ist, verwirklicht ein Objekt rascher als jemand, der fühlt,
102. Kopf und Herz müssen sich treffen, bevor die absolute Wahrheit
daß nur die Hälfte der gesamten Existenz er selbst ist. Menschen,
verwirklicht wird. Der ganze Mensch muß verwandelt werden, nicht
die fühlen, daß ihre individuellen Körper sie selbst sind, und daß
nur ein Aspekt von ihm.
alles andere im Universum etwas anderes ist als sie, können niemals
103. Die größte Beleidigung, die man angesichts geachteter
Menschen erfährt, ist der Beginn von Vollkommenheit. Der größte
Schmerz, der größte Kummer und die größte Sorge sind der Beginn
von Heiligkeit.
104. Versuche, öfter beleidigt zu werden. Wenn die Menschen
denken, du seist gut, lasse sie fühlen, daß du ein Schurke bist, und
entledige dich so ihrer Liebe zu dir. Die ganze Welt muß sich gegen
dich richten. Nur dann wirst du Erfolg haben. Die ganze Welt muß
glücklich leben. Der glücklichste Mensch ist also der, der seine
Persönlichkeit in der Verwirklichung der Tatsache verloren hat, daß
die gesamte Existenz sein eigenes Wesen ist, und daß es nichts
zweites neben ihm gibt. Er ist der Unsterbliche, der Mächtige, der
Wonnevolle, der Ozean wahrer Weisheit.
107. Brahmabhavana ist die Bemühung des Einzelnen seitens des
subjektiven Egos, um den Zustand von Brahmanubhava, die absolute
Erfahrung zu verwirklichen, seine Auflösung im Ewigen, Reinen,
Vollkommenen, Allwissenden, Freien, Allkennenden,
Alldurchdringenden, Allmächtigen, Friedvollen, Gesegneten,
111. Herr! Können Sie mir sagen, wie ich vollkommenen Frieden
Nichtdualen, in der Masse ungeteilter Essenz von Sein-Wissen-
erlangen kann? Schließe alle Fenster und Türen und schlafe in der
Wonne, im Absoluten, das dies Alles ist; hier gibt es nichts anderes.
innersten Kammer.
108. Höre auf zu planen, Oh Geist! Genug, genug der Sehnsüchte
112. Der Geist des wahren Philosophen ist wie ein leuchtender
von Körper und Verstand. Nutze jede Minute, die dir zur Verfügung
Kristall. Er ist fähig, das Wesen der Wirklichkeit unmittelbar zu
steht. Die Zeit ist eine Ratte, die langsam den Faden der Zeit
verstehen. In dem Augenblick, in dem sich ein solcher Mensch zur
durchbeißt. Er kann jeden Augenblick reißen. Glaube nicht, daß du
Meditation setzt, fliegt sein Geist in die Tiefen des Seins. Er wird
leben wirst, um die Dinge des Lebens zu genießen. Jederzeit kann
kein Umherschwanken des Geistes und nichts Störendes erleben,
der Tod seine eisigen Hände auf diesen Körper legen und ihn
denn sein Geist ist bereits gereinigt durch das Feuer philosophischen
zerstören. Halte an keinen Objekten der Welt fest. Wünsche keinen
Denkens.
Ruhm im Leben. Plane nicht, deinen Namen in der Welt unsterblich
zu machen, damit du ihn nicht im Vakuum unsterblich machst. Sprich
nicht zu Menschen, damit du nicht zum Himmel sprichst. Schlage
nicht den Raum in der Meinung, es wäre eine Trommel. Beende die
Vorstellung. Höre auf zu planen.
109. Es ist unmöglich, endliche Freude und unendliche Zufriedenheit
gleichzeitig zu haben. Wo das eine ist, ist das andere nicht. Das
Sterbliche und das Unsterbliche sind die größten Widersprüche.
113. Man muß entweder einen scharfen Intellekt besitzen, um die
metaphysische Wahrheit zu erfassen, oder intensiven Glauben und
Hingabe an die einzige Wirklichkeit. Wenn diese beide Qualitäten in
einem Menschen fehlen, kann er den spirituellen Weg nicht gehen.
114. Im Jnana Sadhana (Vedanta oder Advaita) gibt es keine
„Meditation auf ein Objekt“. Es gibt nur intellektuelle Analyse,
Innenschau und eindeutiges Verstehen, mit dem Ziel der Zerstörung
des Ego und der Vernichtung des Intellekts selbst. Es beginnt mit
110. Zu sagen: „Ich bin das Unendliche.“, ist nicht Abhimana. Zu
dem Intellekt und endet mit der Zerstörung desselben, was der
fühlen: „Ich bin das Ewige.“, ist nicht Ego. Solches Abhimana,
Erfahrung Platz macht, unmittelbar und direkt, wobei die Beziehung
solches Ichdenken ist für die höchste Verwirklichung notwendig.
von Subjekt-Objekt transzendiert wird. Wenn es nichts gibt wie
Omkara oder etwas Ähnliches im Jnana Sadhana, der
metaphysischen Praxis, gibt es keine Handhabung von Wort oder
Klang im tatsächlichen Advaita. Es gibt nur Ringen mit der Essenz
des Seins durch Überlegung und Schlußfolgerung.
115. Das Aussprechen des Wortes „OM“ schließt alle Prozesse von
Klangproduktion und Wortbildung ein. Daher heißt es, dieses
Wortsymbol ist der höchste Ausdruck des Klanges und die Basis
aller Sprachen, auch der Veden! Alle Worte und alle Sprachen sind
also aus dem ewigen „OM“ entstanden.
116. Die höchste Freiheit erhebt den größten Anspruch, die vollste
Erfahrung fordert den höchsten Preis. Das Liebste und Schönste auf
der Welt muß hingegeben und das Süßeste verlassen werden, um
der Freude der Seele willen.
117. Es stellt sich heraus, daß das wertvollste Objekt unserer Liebe
der Preis ist, den der unsterbliche Ladenbesitzer für den Verkauf der
Wonne von Ewigkeit und Unendlichkeit verlangt. Wir selbst, unser
getrenntes Sein, müssen aufgegeben werden, um die Freude des
unsterblichen Geistes zu erlangen!
118. Liebe wird verdorben, wenn sie sich auf ein räumlich
begrenztes Objekt richtet. Liebe nur das Grenzenlose, das
Unendliche.
119. Mögest du das ungeheure Verlangen nach Eingliederung
besitzen, das lodernde Feuer der Liebe zu Bhuma! Nur dann wirst
du gerettet!
Hindernisse auf dem Weg
120. Bereits ein leichter Anflug von Weltlichkeit macht den Menschen
untauglich für die Verwirklichung des Absoluten. Zweifellos ist die
Erde selbst das Absolute, aber unsere Einstellung der Erde
gegenüber ist nicht von der Natur des Absoluten.
121. Ruhm, Macht, Reichtum und Geschlechtlichkeit sind die vier
Tore zur Festung der eigenen Erniedrigung und Gefangenschaft.
Diese vier müssen sorgfältig aufgegeben werden.
122. Leidenschaft ist der instinktive Drang, durch Selbsterhaltung und
Fortpflanzung nach außen zu gehen. Sie ist die sich vervielfältigende
Kraft, die der Kraft, die sich auf Integration des Wesens zu bewegt,
direkt entgegensteht.
123. Es kommt zu einem unmittelbaren Aufstand des natürlichen,
physischen Bewußtseins gegen jede Anstrengung, die absolute
Wirklichkeit zu erreichen. Die Rebellion ist so unkontrollierbar, daß
Verwirklichung für den schwachen Sucher komplett unmöglich zu sein
scheint.
124. Menschen beklagen sich über Störungen und Fehlschläge in der
Meditation, die durch Unreinheit und Grobstofflichkeit ihres Geistes
hervorgerufen werden. Ein gründliches Studium und Verstehen der
Gesetze und Wahrheiten der Natur ist absolut notwendig, bevor man
es riskieren kann, über die wahre Essenz des Seins zu meditieren.
Ohne diese notwendigen Voraussetzungen neigt man dazu, sich im
128. Es gibt viele Besserwisser, aber wenige sind weise. Derjenige
dunklen Kerker der Unwissenheit zu verlieren.
ist weise, der sich immer in einem Zustand des Halbschlafes
befindet, nachdem er tief vom Wein der Essenz des Lebens
Weisheit und Verwirklichung
getrunken hat. Gepriesen sei Er! Wir sind seine Diener.
129. Ein Mensch mit Erkenntnis kann nicht alles, was er weiß,
125. Es gibt nur einen einzigen unsterblichen, unergründlichen,
gleichzeitig ausdrücken. Er bringt nur den Teil davon zum Ausdruck,
grenzenlosen, nicht zu überblickenden und uferlosen Ozean einer
der durch den Kontakt mit einer äußeren Ursache hervorgerufen
Masse von unteilbarem Bewußtsein und Wonne, der mit dem
wird.
fröhlichen ewigen Wasser, dem blitzenden, strahlenden und
leuchtenden Licht lacht und von göttlicher nektargleicher Süße ist,
der vom unendlichen donnernden Klang des nie endenden Omkara
Nada erschallt, der immer ruhig und friedvoll, still und gesegnet ist
und in sich selbst von berghohen Wellen grenzenloser Freude in
majestätischer Herrlichkeit der Essenz des absoluten Seins
übersprüht! Es gibt nichts anderes als Das! Das ist die Meditation!
130. Jivanmuktis geben sich häufig einen unerfreulichen Anschein
und handeln wie Verrückte. Manchmal ist ihr Verhalten so
unangenehm, daß es allen Menschen auf der Erde lästig ist. Sie
leben wir Narren, nur um sich der Liebe zu entledigen, die die Welt
ihnen gegenüber entwickeln könnte. Sie verbergen ihre wahre Natur
und gehen wie berauschte Trunkenbolde herum. Das sind die
großartigsten Menschen auf der Erde, nicht die, die sich klug sozial
126. Absolute Erfahrung ist ein Zustand von Selbstversenkung, nicht
verhalten und wie Könige und Herrscher leben. Wer zur Wahrheit
von Selbstausdruck, denn dieser erfordert Veränderung und
vorgedrungen ist, kann sich nicht so verhalten, wie es den Moden
Handlung, welche begrenzen.
der unwissenden Welt gefällt! Es gibt viele solche wirklich große
127. Niemand ist von der absoluten Verwirklichung ausgeschlossen.
Der eine verwirklicht heute, der andere morgen. Aber eines Tages
werden alle diese Eine verwirklichen. Es gibt keine Auslese für die
Befreiung.
Alle sind ewig das Absolute.
Menschen auf der Erde, aber aufgrund von Täuschung kennt die
Welt sie nicht und sieht nur diejenigen als groß an, die ein paar
Taschenspielertricks vor ihren geblendeten Augen vorführen. Das
Wahre ist immer verborgen und unsichtbar. Nur das Unwirkliche
erscheint vor uns, und leider! wir werden dadurch betrogen!
131. Ein Weiser kann nicht nach seinen Worten und Taten beurteilt
und Unsterblichen. So groß ist die Herrlichkeit einer Verkörperung
werden. Äußerlich ist er ein gewöhnlicher Herumtreiber, aber innerlich
der Weisheit der Wahrheit.
ein Jadabharata oder Suka Maharishi.
134. Die Macht der Gedanken und die Kraft der Gefühle
132. Für den Weisen ist alles ein Spiel! Er nimmt sich aber nie
verschmelzen in der Herrlichkeit der Erfahrung des Ganzen. Das
etwas zu Herzen, außer, daß alles eins ist!
Endliche ist tot, und das Unendliche wird im selben Augenblick
133. Ein Mensch mit absolutem Bewußtsein zieht unbewußt den Teil
des Seins an, in dem sich seine Wunschobjekte befinden. In einem
geboren. Die Geburt des Tages und der Tod der Nacht finden
gleichzeitig statt.
einzigen Moment, wie ein Blitz, fließen ihm die Dinge, die er braucht,
135. Die größten Menschen sind diejenigen, die sich im Bewußtsein
zu, wie Flüsse ins Meer, denn er ist ihr wahres Selbst. Der weise
des Selbst verloren haben. Solche Menschen sind zu nahe bei Gott,
Mensch handelt, ohne tätig zu sein, genießt, ohne zu wünschen. Er
um irgendeine Handlung ausführen zu können. Deshalb sind sie der
braucht niemandem Befehle zu geben, denn er ist bereits das Selbst
Welt unbekannt.
desjenigen, dem er vielleicht etwas befehlen will. Er kann keine
Anweisungen geben, befehlen, wahrnehmen oder sich auch nur
irgend einer Sache bewußt sein, weil er das wesentliche Sein von
allem ist, mit dem er sich vielleicht zu beschäftigen versucht. Nicht
einmal die Götter können ihn davon abhalten, irgend etwas zu tun,
denn er ist die innere Wirklichkeit sogar der Götter. Die Berge
erzittern, und die Erde zerbröckelt in tausend Teile, wenn er es
wünscht, denn er ist auch das Selbst der Berge und der Erde. Wenn
er die Augen schließt, verdunkelt sich die Sonne. Wenn er atmet,
136. Gottesschau ist das Gewahrwerden der Essenz des eigenen
Wesens. Gott ist die Essenz sogar des Satans. Er ist die Quelle
selbst des schlimmsten Übels. Er erfüllt sich innen und außen, und
es gibt nichts, was Er nicht ist.
137. Wer dem Ewigen hingegeben ist,
verliert sich im Bewußtsein
Gottes. Er taucht ein in den Ozean der Wonne. Er badet im Meer
von Nektar. Er trinkt tief von der Essenz der Unsterblichkeit. Er
gelangt zur Quelle, zur Wurzel des Universums!
leben alle Wesen. Wenn er es wünscht, wird das ganze Universum
138. Oh Geliebter meines Herzens! Unsterbliche Freude! Wo bist
nichtexistent. Wenn er will, fließen die Flüsse, brennt das Feuer, und
Du? Wie kann ich ohne Dich leben? Vor sehr langer Zeit habe ich
erblühen die Bäume. Wenn er es wünscht, macht das ganze
Dich verlassen. Komm, komm! Ich bin sehr ruhelos ohne Dich!
Universum hier und jetzt die Erfahrung des Zustandes des Ewigen
139. „Ich
bin alles.“ Das ist der Beginn der Erfahrung der Wahrheit.
Stilles Sein ist ihr höchster Flug.
140. Es gibt kein Papier, auf dem das Wesen der Wahrheit
festgehalten werden könnte. Es gibt keine Feder, die es wagen
könnte, Sie niederzuschreiben. Es lebt kein Mensch, der Sie
ausdrücken könnte. Sie ist einfach alles, was ist, und damit Schluß.
Jeder Versuch, Ihr Wesen auszudrücken, ist ein Versuch, Ihre
Großartigkeit zu töten. Ich bin dieses große Wesen! Ich bin hier, ich
bin dort; Oh! Ich bin dies, ich bin das! Ich bin das Größte, das
Beste, und noch einmal das Größte! Meine Herrlichkeit kennt keine
Grenzen! Ich habe den größten Segen, bin das Unsterbliche,
Großartige!
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