B. Ein einfaches Modell der Produktion

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BWL für Juristen
WS 2009/10
Ak. OR Dr. U. Müller
Produktion und Absatz
A.
B.
C.
D.
Zur Abgrenzung von Produktion und
Absatz
Ein einfaches Modell der Produktion
Das Instrumentarium der Absatzpolitik
Potentialfaktoren
A. PRODUKTION UND ABSATZ
Produktion:
 Eigentliche Herstellung von Produkten
LEISTUNGSERSTELLUNG
Absatz:
 Alle marktorientierten Tätigkeiten, die dazu dienen, die
hergestellten Güter und Dienstleistungen auf den Markt zu
bringen.
LEISTUNGSVERWERTUNG
Abgrenzung von Produktion und Absatz
Produktion und Absatz von materiellen Produkten der
industriellen Fertigung:
• Produktion:
• Die eigentliche Herstellung bis zur Einlieferung der Produkte ins
Fertigwarenlager oder bis zum Versand an den Kunden.
• Absatz:
• Die Vermarktung von den Produkten
 eindeutige Abgrenzung
Gegenseitige Abstimmung, aber keine vollständige Synchronisation
Lagerbestand (Produktion vor Verkauf)
Auftragsfertigung (Verkauf vor Produktion)
Unterschiedliche Tätigkeiten
Organisatorische Trennung im Unternehmen
Abgrenzung von Produktion und Absatz
• Produktion und Absatz von Dienstleistungen
• Sehr enge Verbindung zwischen Produktion und Absatz
• Die Dienstleistung ist die von einer geplanten
leistungswirtschaftlichen Aktivität, d.h. von einem Vorgang des
Leistens bewirkte Änderung eines Zustands, die vom
Leistungsempfänger positiv beurteilt wird
• Beispiele: Haare schneiden, Personen- oder Gütertransport,
Stadtrundfahrt, Buch ausleihen, Geld auf Sparbuch einzahlen,
Versichern, Beraten, Essen gehen, Informationen zur Verfügung
stellen
• Produktion und Absatz bilden einen einheitlichen Akt
Abgrenzung von Produktion und Absatz
Die meisten Unternehmen, haben eine organisatorische Trennung
von Produktion und Absatz
- Produktionsbereich: ist der Bereich, wo technische Prozesse
geplant und überwacht werden.
- Absatzbereich:
 Verhandlungen mit dem Kunden
 Aufbau von Vertriebswegen
Verbreitung von Informationen über das Produkt
Trennung ist problematisch
Zunehmend werden Leistungsbündel angeboten
Gut und Dienstleistung (Service)
Beispiele
• Künstliche Trennung von Produktion und Absatz bei
materiellen Produkten in Verbindung mit Dienstleistungen:
• Produktion: die Herstellung der materiellen Produkte
• Absatz: die Dienstleistungen, die den materiellen Produkten
angehören
• Diese Trennung stammt aus der betriebswirtschaftlichen Literatur
Doch durch die künstliche Trennung, werden zwei eng verbundene
Leistungen eines Unternehmens künstlich voneinander getrennt
ERGEBNIS
• Industrieunternehmen die materielle Produkte herstellen, können theoretisch
Produktion und Absatz klar voneinander trennen.
• Bei Dienstleistungen hingegen lassen sich Produktion und Absatz nicht eindeutig
voneinander trennen.
• Doch verbinden die meisten Industrieunternehmen, ihre materiellen Produkte mit
Dienstleistungen, z.B.:
 Maschinen mit Anweisungen für Gebrauch und Wartung
 Persönliche Beratung
 Wartungs- & Reparaturserviceleistungen
• Auf diese Verbindung kann in vielen Bereichen nicht mehr verzichtet werden, denn
viele materielle Produkte aus dem Bereich Technik sind für einige Verbraucher durch
ihre komplizierte Bedienung nicht ohne Gebrauchs- bzw. Programmierungsanleitung
zu benutzen.
• So lässt sich die Trennung von Produktion und Absatz auch nicht bei
Industrieunternehmen voneinander trennen.
B
B. Ein einfaches Modell der Produktion
• Produktion = Herstellung von Produkten mit Hilfe von Einsatzgütern
(besonders menschlicher Arbeitskraft), Rohstoffen,
Vorprodukten, Maschinen und weiterer Produktionsanlagen
• Einsatzgüter = „Produktionsfaktoren“
• Verbrauch von Produktionsfaktoren + deren Preise = Kosten
• Ziel: Produktion mit geringsten Kosten  hierbei gibt es
verschiedene Verfahrensweisen:
Dabei zu beachten:
• 1. Wie viele Produktionsfaktoren werden benötigt?
• 2. Wie hoch sind jeweils die Preise dieser Faktoren?
•  Produktionsfaktoren • Faktorpreise = Kosten
Produktionsfaktoren - Gliederungen
Gutenberg
• Arbeit
• Betriebsmitte
• Werkstoffe
Wittmann
• Potentialfaktoren
• Repetierfaktoren
Qualifizierung der Produktionsfaktoren
Untersuchung der Verhältnisse zwischen den Produktionsfaktoren
1)
Vollkommene Substituierbarkeit:
Produktionsfaktoren sind variabel (Reduziert man einen Faktor,
so muss man die anderen dementsprechend erhöhen, um die
gleiche Produktionsmenge beizubehalten.)
2)
Strikte Komplementarität:
Produktionsfaktoren sind nicht variabel
Regelfall: Alle Produktionsfaktoren werden benötigt, jedoch in
unterschiedlichen Verhältnissen.
Faktorsubstitution
• Existenz unterschiedlicher technischer Verfahrensweisen für die
Herstellung
• Wenn sich die Faktorpreise ändern, so ändert man die
Verfahrensweise.
Dies ist die sogenannte Faktorsubstitution.
• Beispiel: Verarbeitung eines Textilgewebes
• 1. Möglichkeit: Ersparnis beim Material durch sorgfältigen Zuschnitt
•  höherer Arbeitsaufwand  höherer Arbeitslohn
• Produktionsfaktor Material wird durch Produktionsfaktor Arbeit
substituiert
• 2. Möglichkeit: Verschwendung beim Material durch groben Zuschnitt
•  niedrigerer Arbeitsaufwand  niedrigerer Arbeitslohn
• Produktionsfaktor Arbeit wird durch Produktionsfaktor Material
substituiert
Welches Verfahren ist sinnvoller?/
Auswirkungen auf den Arbeitnehmer
• Lohn niedrig?  Bei hohem Arbeitseinsatz wird Material gespart
• Steigt der Lohn bei gleichbleibendem Materialpreis….Verfahrenswechsel!
• Bei großer Anzahl von Verfahrensweisen entsteht eine kontinuierliche
Faktorsubstitution
• Auswirkungen auf den Arbeitnehmer:
Arbeit wird durch Kapital substituiert, d.h. Menschen werden
durch Maschinen ersetzt
• Vorteil:
höhere Produktivität  höherer Wohlstand
• Nachteil:
weniger Arbeitsplätze  vorübergehende Arbeitslosigkeit
Substitution aus der Sicht der
Unternehmung
Relation der Faktorpreise von Arbeitslohn und
Kapitaleinsatz bestimmen Substitution von Arbeit
durch Kapital
Wovon hängen die Kosten des Kapitaleinsatzes ab?
1. Preis der Kapitalgüter
2. Zins ( Finanzierung der Kapitalgüter über Kredite und
Eigenmittel)
Beispiel: Niedriger Zins
Maschine statt menschliche Arbeitskraft (Substitution von
Arbeit durch Kapital)
Substitution: der Einfluß des Arbeitslohnes
Fall 1: Preisanstieg der Kapitalgüter entspricht Anstieg des Arbeitslohns
•  Kostenanstieg der Kapitalgüter entspricht Kostenanstieg des
Arbeitslohns !
•  Relation zwischen Kosten der Kapitalgüter und Lohn bleibt gleich
Kein Substitutionseffekt
Fall 2: Preise der Kapitalgüter verändern sich nicht bzw. erhöhen sich
weniger als Lohn (Hersteller von Kapitalgütern stehen im internationalen
Wettbewerb, Lohnerhöhungen im Inland können im Preis nicht
weiterberechnet werden, Lohn für gering qualifizierte steigt stärker
Substitutionseffekt unter bestimmten Bedingungen
Wirkung staatlicher Subventionierung:
• Kosten des Kapitaleinsatzes werden gesenkt
• Produktion wird auf jeden Fall kapitalintensiver
 Kann sich negativ auswirken:
Bsp. Ostdeutschland: Ziel war die Stärkung der
Wirtschaftskraft. Durch zusätzliche Investitionen
sollten zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.
Arbeitgeber nutzten diese finanzielle Unterstützung
aber für neue Investitionen, z.B. die Anschaffung
neuer Maschinen.
 Es entstanden nur wenige Arbeitsplätze in
Relation zum Investitionsvolumen.
Rolle der Unternehmen:
• Unternehmen müssen sich den Signalen der Märkte anpassen.
• Technische Entwicklungen und Wettbewerbsfähigkeit sind
maßgeblich für Wachstum und Steigerung des Wohlstands.
• Eine Faktorsubstitution hängt immer von den auf den Märkten
herrschenden Preisen ab.
• Staatliche Subventionen oder eine falsche Lohnpolitik können
die Preise „verfälschen“.
• Das Unterlassen einer kostensenkenden Faktorsubstitution führt zu
Wettbewerbsnachteilen für das Unternehmen
Kosten und Produktionsvolumen:
• Verfahrenswahl: ein gegebenes Produktionsvolumen soll mit
möglichst niedrigen Kosten realisiert werden
• Zusammenhang zwischen Kosten und
Produktionsvolumen
• a) für ein gegebenes Produktionsverfahren
• b) für jedes Volumen bei optimalem Verfahren
• Welche Kosten entstehen, wenn man die Verfahrensweise der
Produktion langfristig einem bestimmten geplanten
Produktionsvolumen anpaßt?
Kosten und Produktionsvolumen:
• Fragestellung: Wie hoch werden die Kosten bei jedem
Produktionsvolumen sein, wenn man das Produktionsverfahren mit
den niedrigsten Kosten wählt?
 es bleibt unberücksichtigt, wie sich die Kosten
verändern, wenn das Produktionsvolumen kurzfristig
sinkt oder steigt
 es geht darum, welche Kosten entstehen, wenn man
das Produktionsverfahren langfristig einem
geplanten Produktionsvolumen anpasst
• Das Phänomen der größendegressiven Kosten
„economies of scale“
Kostenkategorien:
Gesamtkosten
Stückkosten (Gesamtkosten/Produktionsmenge)
Fixe Kosten (ausbringungsunabhängig)
Variable Kosten (zusätzl. Kosten je Stück)
• Erhöhung des Produktionsvolumens
• Gesamtkosten steigen, aber nicht proportional
• Stückkosten sinken mit steigendem Volumen
Begründung: Übergang zu anderen Verfahrensweisen, die sich erst
bei größeren Mengen lohnt (Größendegression der Kosten)
• Gegenläufige Entwicklung bei weiter steigendem Volumen?
• Optimale Betriebsgröße bei Stückkostenminimierung?
• Kritik! Mindestvolumen zwecks Minimierung der Stückkosten, aber
Begrenzung durch Absatzmarkt und die Kosten der Koordination
Folge: Es gibt keine „optimale
Betriebsgröße“, die durch ein
Stückkostenminimum
herbeigeführt wird, sondern nur ein
Mindestvolumen, das die
Produktion erreichen muss, um die
Stückkosten zu minimieren.
Fazit
Unternehmen wachsen durch die Erweiterung
ihrer Produktpalette, nicht durch die Erweiterung
des Produktionsvolumens eines einzelnen
Produktes.
Wachstum ist dann nicht mehr sinnvoll, wenn
ein Unternehmen derart groß und komplex
strukturiert ist, dass allein für dessen
Koordination zu hohe Kosten anfallen.
Marketingsituation
Umfeld
Absatzmittler
Kunde
Wettbewerb
Unternehmen
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
Absatzpolitik – Übersicht
• Def.: Unter Absatzpolitik versteht man die Ausrichtung der
Produkte und des Vertriebs auf dem Markt
• Strategie des Unternehmen, um ein Produkt gewinnbringend zu
verkaufen
• Drei wichtige Faktoren der Absatzpolitik:
▫ Gestaltung des Produkts
▫ Preispolitik
▫ Vertrieb des Produkts und zusätzliche Serviceleistungen
▫ Kommunikation mit dem Käufer
Faktoren für die Festsetzung eines Preises
• Faustregel: „Je niedriger der Preis, desto größer die Menge und je
höher der Preis, desto niedriger die Menge der verkauften Produkte“
• Konkurrenz zu anderen Unternehmen
• Kostendeckung: Preis muss mind. die Herstellungskosten decken,
bzw. höher als diese sein, damit sich das Produkt auf dem Markt
halten kann, oder
• Preis-Absatz-Zusammenhang bei verschiedenen Wettbewerbslagen
(Modelle)
Preispolitik und Gestaltung des Produkts
• Angebot und Nachfrage muss gegeben sein  das Produkt muss
gebraucht werden und es müssen genügend auf dem Markt
vorhanden sein
• Produkt muss eine ordentliche Qualität (Produkteigenschaft)
aufweisen, damit der verlangte Preis bezahlt wird
• Preispolitik: Unternehmen schlägt einen Verkaufspreis vor
oder Abnehmer und Verkäufer handeln einen Preis aus
Produktpolitik
• Physische Produktgestaltung
• Design
• Verpackung
• Kundendienst
• Sortimentspolitik
• Markierung
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
Markenartikel
Psychologischer Zusatznutzen
Nebennutzen
Riecht gut
Kernnutzen
Wäscht sauber
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
Vorlesung
Grundzüge der BWL für
Juristen
WS 2007/08
Produktlebenszyklus
Umsatz
Dr. Günther
Vedder
FB IV, BWL
Arbeit Personal
Organisation
Zeit
Einführung
Wachstum
Reife
Stagnation Verfall
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
Marktwachstum
hoch
niedrig
relativer Marktanteil
Question-Marks
niedrig
Offensive oder
Rückzug
hoch
Stars
Desinvestition
Investition
Abschöpfung
Poor Dogs
Cash-Cows
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
Preispolitik
Preispolitik bezieht sich also nicht ausschließlich auf die Preishöhe,
sondern auch auf weitere Bedingungen, die mit einer
Leistungsinanspruchnahme verbunden sind, wie Zahlungs- und
Lieferbedingungen, Rabatte, Boni, Skonti usw.
Die Preispolitik wird daher auch Kontrahierungspolitik genannt.
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
1. Hochpreisstrategie
Realisierung durch besondere
Leistungsvorteile und/oder
Qualitätsvorteile
P
1
2
2. Mittelpreisstrategie
Angebot auf StandardQualitätsniveau (Handelsmarken)
3. Niedrigpreisstrategie
Angebot auf Mindestqualitätsniveau
(Gattungsmarken)
3
t
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
Preiswettbewerbsstrategien
1. Preisführerschaft
Konstante Preise über einen
bestimmten Zeitraum (Automobile)
P
2
1
2. Flexible Preisstrategie
Preise passen sich sehr schnell an
Marktgegebenheiten an
(Speicherchips)
3. Pulsierende Preisstrategie
Große Preisänderungen geschehen
in einem bestimmten Rhythmus
(Mineralöl)
3
t
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
1. Penetration-Strategie
• Niedriger Einführungspreis
P
• Niedriger Stück-Deckungsbeitrag
• Aufbau einer starken Marktposition
• Ausnutzen der Stückkostendegressionen
und Erfahrungskurve
• Geringe Flopwahrscheinlichkeit
• Abschreckung potentieller Konkurrenten
2. Skimming-Strategie
 Hoher Einführungspreis
 Hohe, kurzfristige Gewinne
 Schnelle Amortisation des F&E-Aufwands
 Ausnutzen monopolistischer Situation
 Positive Wirkung späterer Preissenkung
 Prestige- und Qualitätsindikator
 Langsamer Aufbau von Kapazitäten
2
1
t
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
• Räumliche Preisdifferenzierung
 Alte Bundesländer / Neue Bundesländer
• Zeitliche Preisdifferenzierung
 Datum der Urlaubsreise, Datum der Buchung
• Preisdifferenzierung nach Abnahmemengen
 Copyshop (nicht lineare Preisbindung)
• Preisdifferenzierung nach Kundenmerkmalen
 Seniorenpreis, Studententarif, gewerbliche und private Abnehmer
• Preisdifferenzierung nach Art und Qualität der Leistungen
 Verpackungsvarianten, Vertriebskanaldifferenzierung
Quelle: Prof. Dr. E. Kuhlmann/Blome C., http://www.tu-berlin.de/fak8/marketing2/Download/Grundstudiumsfolien_WS04_05.pdf
Vertrieb des Produkts und zusätzliche
Serviceleistungen
• Produkt muss dem Abnehmer zugänglich gemacht werden, z.B.
durch den Einzelhandel, Fachhändler, Warenhäuser,
Versandhandelsunternehmen oder Eigenvermarktung
• Dienstleistungen müssen angeboten werden, damit das Produkt
optimal genutzt werden kann (Bsp.: Installation, Bereitstellung
eines Reparatur- oder Wartungsservices)
Aktuelles Beispiel: Triumph-Adler
• Stellten früher Schreibmaschinen her, die als Standard in jedem
Büro galten. Damit das Unternehmen weiter bestehen kann
mussten sie ihre Absatzpolitik ändern. Nicht mehr die Hardware an
sich ist das Wichtigste, sondern vielmehr die Dienstleistung, die
zusätzlich angeboten wird. Heute stellen sie den Büros Kopierer,
Drucker und Faxe zur Verfügung. Doch der Schwerpunkt ihrer
Angebote liegt in der Beratung, wie man solche Geräte effizient und
kostensparend nutzen kann  sog. „Sorglos-Pakete“
Kommunikation mit dem Käufer
= Informationsaustausch von Unternehmer zu Käufer
• Erfolgt persönlich oder über die Masse  Werbung
• Werbung = Strategie, um den Käufer auf das Produkt aufmerksam
zu machen, ihm Informationen zukommen zu lassen und zum Kauf
zu animieren
Vorteile der Werbung:
▫ Ist für jedermann und fast überall und zu jeder Zeit zugänglich
▫ Gibt Aufschluss über Preis, Qualität des Produkts und wie man es
bekommt
Kritik an der Werbung:
- Beeinflussung des Käufers
- Selektion der Information  dadurch oft
unzureichend
 Anbieter verfügt über mehr Informationen als der
Käufer  „Informationsasymmetrie“
 Verbraucher hat meist keine Möglichkeit an alle
Informationen zu kommen
▫ Fazit:
Absatzpolitik ist im Großen und Ganzen eine
Dienstleistung die die Kaufentscheidung des
Verbrauchers zugunsten des Unternehmers
beeinflussen soll
D
D. Potentialfaktoren
• Die Dispositionen eines Unternehmens richten sich auf die
Maximierung des Gewinns der Planungsperiode
• Gewinn = Differenz zwischen Verkaufserlös und den Kosten
• Manche Produkte stehen für längere Zeit zur Verfügung, diese
Potentiale stellen Produktionsfaktoren besonderer Art dar.
• Diese werden als Potentialfaktoren bezeichnet.
• Produktionsanlagen, Personal, Wissen über Technologie und
Marktverhältnisse, Position des Unternehmens auf den Märkten
Produktionsanlagen
- Produktionsanlagen = Maschinen; maschinelle Anlagen;
betrieblich genutzte Grundstücke; Gebäude; Transportanlagen;
Fahrzeuge
Hiermit wird ein Produktionspotential bereitgestellt
- Kapazität der jeweiligen Anlage ist auf eine bestimmte
Produktionsmenge abgestellt
- eine genaue und voraussehende Produktionsplanung ist hier sehr
wichtig
- Produktion kann nicht immer genau angepasst werden, da manche
Anlagen nicht über die nötige Kapazität verfügen
 technisch bedingte Mindestkapazität
Kapazität der Produktionsanlagen
• Anlagen mit geringerer Kapazität = höhere Stückkosten
• Anlagen mit hoher Kapazität = möglicherweise nicht voll
ausgelastet
• Produktionsanlagen sind unteilbar
• Diese können nur im Ganzen stillgelegt werden
• Kapazitätsreduzierung ist nur möglich, wenn mehrere Anlagen
nebeneinander arbeiten und man eine einfach weg lassen bzw.
ausschalten kann.
Kapazität der Produktionsanlagen
• Beispiel: Kraftfahrzeuge/Leasing
 Hier werden unspezifische Anlagen verwendet.
• Die meisten Anlagen sind jedoch spezifisch
• Ein Verkauf bestimmter Anlagen ist sehr schwierig, denn sie sind auf die
Produktion eines bestimmten Produktes speziell angefertigt worden 
geringer Gewinn
• Die Konkurrenz ist groß und die Absatzpolitik ist um Innovation bemüht
• Aufbau und Ausbau von Produktionskapazitäten ist ein wichtiges
Auswahlkriterium
• Umstellung der Funktion einer Maschine = erhebliche Umstellungskosten
• Planung der Produktionskapazität ist eine komplexe Aufgabe
• Entscheidung für eine bestimmte Kapazität ist mit hohem Risiko
verbunden
Personal
• Arbeitskräfte stellen auch ein Potential dar
• diese können besser im Gegensatz zu den Produktionsanlagen auf
Situationen angepasst werden
• längerfristige Planungen sind hier nicht nötig
• man beachte aber die gesetzlichen Vorschriften (Kündigungsschutz, usw.)
• ökonomische Überlegungen sprechen auch gegen Personalabbau aufgrund
der Produktplanung
• wenn eine “verlässliche Stammbelegschaft“ vorhanden ist, kündigt man
diese nicht, wenn mal etwas weniger zu tun ist – unternehmensspezifisches
Humankapital
• einmal getroffene Dispositionen sind oftmals nicht mehr rückgängig zu
machen
Wissen
• Zukünftig entscheidend für Unternehmenserfolg
• Wissen durch Erfahrung als Nebenerzeugnis der eigentlichen
Produktion
• Wissen durch Forschung und Entwicklung (neue Produkte und
Produktionsverfahren)
Grundlagenforschung, Entwicklung marktfähiger Produkte
• Patentrecht (Recht zur Nutzung von Wissen wird gegen Entgelt
übertragen)
Marktposition
• Qualität, Bekanntheitsgrad und Liefer- und
Kommunikationsbeziehungen, Reputation
• Potentialfaktoren, nicht vom Unternehmen trennbar
• Gefährdung durch äußere Ereignisse (Sicherheitsmängel,
Nebenwirkungen)
Schaffung von Potentialen als Investition
• Investitionen mit extremer Unsicherheit, hohes Risiko
• Dispositionen über Aufbau und Nutzung von Potentialen für
Produktion und Absatz von Gütern und Dienstleistungen = Kern der
Tätigkeit eines Unternehmers
• Problem der Zurechnung dieser Kosten auf einzelne Perioden
(Lösungsansätze aus dem Rechnungswesen)
• Aus der Sicht der Potentiale: Unternehmen als Bündel miteinander
zusammenhängender Investitionen
• Weiterführende Fragen:
• Nach welchen Kriterien werden die Investitionen
ausgesucht?
• Inwieweit stehen diese Kriterien mit der Finanzierung in
Zusammenhang?
• Wie kann man für ein Bündel von Investitionen eine
periodische Erfolgsmessung durchführen?
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