4. Statistik der "Near Earth" Objekten. Turiner und Palermo Skala

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Vorlesung 4
Statistik der „Near Earth“ Objekten. Turiner
und Palermo Skala. Einschlagskrater: Physik
des Einschlagsprozesses. Stoßfrontwelle und
Nachstromwelle.
Hugoniot Gleichungen. Druck, Impuls und
Wärmeenergie eines Einschlags. Stadien der
Kraterbildung.
Torino Skala
Die 'Torino Skala' ist, ähnlich wie die die
Richter-Skala für Erdbeben, eine Skala für
Meteoriteneinschläge, basierend auf der
Masse der Meteoriten und der
Wahrscheinlichkeit eines Einschlags auf
der Erde. Ihren Namen erhielt diese Skala
auf einem Kongress in Torino. Der Wert '0'
steht für eine geringe kinetische Energie
und eine geringe Wahrscheinlichkeit eines
Einschlags, '10' steht für hohe kinetische
Energie und eine hohe
Einschlagswahrscheinlichkeit.
Die Turiner Skala klassifiziert die Objekte
von 0 bis 10, wobei bei einem Asteroiden
oder Kometen mit dem Wert "0" gar keine
oder eine nur geringfügige Chance auf eine
Kollision mit der Erde besteht. (Null wird
auch für solche Objekte verwendet die so
klein sind, dass sie beim Eindringen in die
Erdatmosphäre verglühen und daher keine
Gefahr darstellen). Ein Objekt mit dem Wert
"10" impliziert dagegen, dass eine Kollision
sicher zu erwarten ist und dass der Impaktor
groß genug ist, um eine globale Katastrophe
auszulösen.
Palermo Skala
die Palermo Skala basiert sich auf dezimalen Logarithmen des relativen
Risikos: PS = log10 R. Das relative Risiko R kann durch
R = PI / (fB × DT) ergeben, wobei PI ist die Impaktprobabilität eines
betrachteten Impakt-Events und DT ist die erwartete Zeit bis zum
nächsten potentiellen Impakt-Event, gemessen in Jahre-Einheiten. Das
jährliche durchschnittliche Impaktfrequenz,
fB = 0.03 × E-4/5 ist die jährliche Probabilität von einem Impakt-Event
mit einer Energie E (in Megatonnen der TNT), die am mindesten nicht
weniger als die Energie des betrachteten Impakt-Events.
Die kumulative Palermo Skala Wert reflektiert die Ernsthaftigkeit der
allen potentiellen Kollisionen von delektierten Objekten. Es ist die
Summe der dezimalen Logarithmen der einzelnen individuellen relativen
Risiko-Werten:
PScum = log10 (10PS1 + 10PS2 + 10PS3 + ...)
Es kann interpretieren als ein gesamtes Risiko für ein KollisonsEvent von einer Sammlung der Objekten.
Group
Description
Definition
NECs
Near-Earth Comets
q<1.3 AU, P<200 years
NEAs
Near-Earth Asteroids
q<1.3 AU
Atens Earth-crossing NEAs with semi-major axes smaller than
Earth's (named after asteroid 2062 Aten).
a<1.0 AU, Q>0.983 AU
Apollos Earth-crossing NEAs with semi-major axes larger than
Earth's (named after asteroid 1862 Apollo).
a>1.0 AU, q<1.017 AU
Amors Earth-approaching NEAs with orbits exterior to Earth's
but interior to Mars' (named after asteroid 1221 Amor).
a>1.0 AU, 1.017<q<1.3 AU
PHAs Potentially Hazardous Asteriods: NEAs whose Minimum
Orbit Intersection Distance (MOID) with the Earth is
0.05 AU or less and whose absolute magnitude (H) is 22.0
or brighter.
MOID<=0.05 AU, H<=22.0
Bildung eines
Einschlagskrater
Es werde ein Planetoid betrachtet (D = 10
km, r = 3 g/cm³), der mit einer
Relativgeschwindigkeit von 50 km/s mit der
Erde kollidiere. Wie groß würde der
resultierende Krater werden, wenn wir
annehmen, dass die gesamte kinetische
Energie des Planetoiden beim Aufprall in
den Aushub von Krustenmaterial (r =
5.5g/cm³) flöße? Das vereinfachte
Kratermodel habe die Form eines flachen
Zylinders, wobei Tiefe und Radius im
Verhältnis 1:3 stehen sollen. Betrachte die
beiden Extremfälle
a) Material bleibt auf der Erde sowie
b) Material verläßt die Erde und vergleiche
die Ergebnisse mit der empirischen
Durchmesser-Energie-Relation.
Chicxulub Meteor Krater
Mittelamerika, Mexico,Yucatan
Position 21:20 N 89:30 W
Zhamanshin
Kraterdurchmesser
310 km
Kratertyp
komplex
Kazakhstan
Alterca. 64.98 Mio Jahren
N 48°
24'ev.Eisenmeteorit
Meteortyp
unklar,
Meteordurchmesser
E 60° 58' 10 bis 20 km
14 km
Alter Ma 0.9 ±
0.1
KOLLISIONSPARAMETER
Projektil: Steinasteroid
Durchmesser: 50 m,
Geschwindigkeit: 20 km/s
RESULTAT: Explosion 5-20 km über die
Oberfläche der Erde. Frei gelassene
Energie = 7 MT (Megatonnen von TNT)
(die kräftigste Nuklear-Waffe: 100 MT).
Solche Kollisionen mit der Erde finden
jede 190 Jahre statt .
Projektil: Steinasteroid
Durchmesser: 500 m,
Geschwindigkeit: 20 km/s
Bäume in Siberia die von dem
Luftexplosion des Tunguska-Meteorits
gefallen worden.
Frei gelassene Energie = 7444 MT
(Megatonnen von TNT)
BEBEN!! Magnitude 8.2 (Die stärkste bis
jetzt registrierte Erdbeben: 9.5), Krater wird
mit einem Durchmesser: 6.3 km und Tiefe
0.5 km. Solche Kollisionen mit der Erde
Das ist 11 km Impaktkrater
finden ca. jede 49000 Jahre statt.
Bosumtwi in Ghana, Africa.
11 km
Der Bosumtwi-Impaktkrater in
Ghana,
Westafrika. Dieser Krater ist 1
Million Jahre alt und hat einen
Durchmesser von 11 km.
Ein See füllt ihn fast völlig aus.
Dieses Bild zeigt einen
Quarzkristall mit den typschen
Schocklamellen, die in der
Natur nur durch die
Schockwelle eines Impaktes
entstehen können.
Rocky Asteroid
300 meter(s)
15.0 km/s
2,5 km
Der Rote Kamm Krater in
Nambia, mit 2,5 km
Durchmesser und einem Alter
von 3,7 Millionen Jahren einer
der kleineren und jüngeren
Krater auf der Erde. Der
Krater liegt in der NamibWüste und ist schon fast ganz
durch Sanddünen bedeckt.
KOLLISIONSPARAMETER:
Projektil: Steinasteroid
Durchmesser: 5 km,
Geschwindigkeit: 20 km/s
Ergebnis:
Frei gelassene Energie = 7 million
MT (Megatonnen von TNT)
(Shoemaker Levy 9 Kollision mit Das ist der 100 km Impaktkrater
Manicouagan Lake in Quebec,
Jupiter: 5 Millionen MT)
Kanada.
Beben!!
Magnitude 10.2 (Bis jetzt die
kräftigste registrierte Erdbeben:
9.5)
Kraterdurchmesser: 61.6 km
Kratertiefe: 1.0 km
Ein Kollision der solchen Skala
findet ein mal in 12 Millionen
Jahre.
C+Up
C²=(dP/dr)s
dP=rC·dUp
Stoßwelle ist eine Form von Druckwellen mit einer finiten
Amplitude und sehr kürze Einregungszeit
Stadien der Kraterbildung
Ein im Verhältnis zur Erde relativ kleiner Kosmischer Körper kollidiert mit kosmischer
Geschwindigkeit von 11 bis 72 km/s mit der Erde und Markiert den Beginn des Kontaktstadiums.
Er durchschlägt die Lufthülle fast ungebremst und tritt auf die Erdoberfläche. Vom
Aufschlagspunkt gehen Stoßwellen aus, die sich sowohl in das getroffenen Gestein als auch in
den einschlagenden Körper mit Überschallgeschwindigkeit fortpflanzen.
Der Meteorit dringt mit verminderter, aber immer noch hoher Geschwindigkeit in die Erde ein.
Dabei wird aus der Kontaktzone, wo die höchsten Drücke auftreten, überhitztes Material, das sich
sowohl vom Meteoriten als auch vom getroffenen Gestein ableitet, in Form von Dampf und
hochtemperierter Schmelze mit sehr hoher Geschwindigkeit (höher als die
Einschlagsgeschwindigkeit) heraus geschleudert. Dies Material kann noch weit über die
Kratergrenzen hinaus gefunden werden)
Stoßfrontgeschwindigkeit
Vs
E ist innere
Energie
Drei Hugoniot - Gleichungen
1. Erhaltung der Masse:
r·(Vs-Vn)=r0·Vs
Verdichtungsgaktor= r/r0
Verhältnis in Vs/Vn in Gesteinen ~ 1,67
Einschlagdauer: t~D(M)/Vs(M)
2. Erhaltung des mechanischen Momentums:
3. Erhaltung der Energie:
P-P0=r0·Vs·Vn
P·Vn=r0·Vs·(E-E0+1/2·Vn²)
( P  Po )  ( r  r o )
Vn 
r  ro
Aus Stoßexperimenten
bekommt man die Gleichung:
VS  C  s Vn
( P  Po )  r o
VS 
( r  ro )  r
1
E  Eo 
 ( P  Po )  ( r  r o )
2  r  ro
Andere Form von drei
Hugoniot-Gleichungen
P=Pk+g·r·(E-Ek) ,wobei g ist
Grüneisen-Parameter
Schallgeschwindigkeit
Basaltische Eucrite 27,4 GPa
Kalzit 85 GPa
Basaltische Eucrite 84 GPa
P(V) = Hugoniot-Adiabate
Steigung von Rayleigh-Linie ~ Vs²
Isoentropa: S=const
1
1
1
1
0 TdS  E1  E0  0 pdV  2 ( P1  P0 )  (V0  V1 )  0 PdV
1
 TdS  D  D  0
0
Hier V ist 1/r !
1. Wenn Stoßwelle ist groß Vs>>Vn:
E-E01/2·Vn²
2. Wenn Stoß ist klein P~ P0:
E-E0P·(V0-V)
Prozeß ist isoentropisch!
3. TdS=dE+PdV entlang der Linie 01
T>0 dS hat unterschidliche Zeichen!
Vs= C+S·Vn
PH(Vn)=r0·(C+S· Vs)
PH(V)= r0·C²·(1-V/Vo)/[1-S(1-V/V0)]²
ro, g/cm³
C, mm/µs
S
2.703
4.083
2.145
2.344
3.201
6.818
Material
CaCO3
SiO2
Mg2SiO4
g0
1.293
1.085
0.766
1.18
0.9
1.31
600
Hugoniot-Adiabate
500
P, GPa
400
CaCO3
SiO2
300
Mg2SiO4
200
100
0
0.4
0.5
0.6
0.7
V/Vo
0.8
0.9
CB0, mm/µs
1
5.888
Einschlaggeschwindigkeit
Nachströngeschwindigkeit
m(R)=m(R‘)
Stoßfrontgescwindigkeit
Ve=5 km/s=
Vn(G)+Vn(M) > Vs(M)
Vn( M ) 
Ve  r (G )
r (G )  r ( M )
Ve  r ( M )
Vn(G) 
r (G)  r ( M )
r(M)~3g/cm³, r(G)~2,7g/cm³, Vn(M)~2.6 km/s, Vn(G)~2.5 km/s
Das Projektil ist im Umfang seines Durchmessers in die Erde eingedrungen, indem er das
Gesteinsmaterial unter sich komprimiert und mit hoher Geschwindigkeit fortgeführt hat. Die von
der Aufschlagstelle ausgegangenen Stoßwellen haben das angrenzende Gestein ebenso wie das
Projektil hoch erhitzt und zur Verdampfung gebracht. Eine aus diesen Dämpfen bestehende
Eruptionswolke dehnt sich rasch aus und verdrängt die atmosphärische Luft. Im primären Krater,
der im Einschlagbereich entstanden ist, schließt sich an den inneren verdampften Bereich eine
geschmolzene Zone an; darauf folgt eine fein zertrümmerte Zone und anschließend grob
zertrümmertes Gestein; alles ist stark komprimiert. Nahe der freien Oberfläche erfolgt in einer
Interferenzzone zwischen der sich mit Überschallgeschwindigkeit ausdehnenden Stoßwelle und
Entlastungswellen, die von der Oberfläche ausgehen, ein Absplittern einer dünnen Gesteinsdecke
(sog. Spall) in der weiteren Umgebung der Einschlagsstelle. Dadurch werden Gesteinsfragmente
mit hoher Geschwindigkeit ausgeworfen. Auch dieses Gesteinsmaterial kann in der näheren
Umgebung des Kraters gefunden werden. Es wird hinter der zurückgedrängten Luft mit Hilfe
expandierender Gesteinsdämpfe weit fortgeschleudert (Reutersche Blöcke).
Entlasstungswelle
in Projektil
Stoßwelle in Projektil
C1(G)+Vn(G) > Vs(G)
C0(G) < Vs(G)
[C1(G)+Vn(G)]·Dt
C0(G)·Dt
Vs(G)·Dt
Dt=DX/Vs(G)=(Ds+DX)/[C1(G)+Vn(G)]
DP-Ds(dP/dX)1=-DX[(C1(G)+Vn(G))/Vs(G) -1](dP/dX)1
DE=BC+DX·[1-C0(G))/Vs(G)]
Hydrodynamische Dämpfung
Stoßwellen
Projektil
Eisen
Targetgestein Anorthosite
C(M), km/s
4,05
C(G), km/s
7,71
G - Gestein
M - Meteorit
Vs- Geschwindigkeit der Stoßwelle
Vn - Nachströmgeschwindigkeit
r0, C0- Dichte, Schallgeschwindigkeit bei P0
r1, C1 - Dichte, Schallgeschwindigkeit bei P1
S(G) und S(M) Material Parameter
S(M)
1,41
S(G)
1,05
r0(M), g/cm³
7,8
r0(G), g/cm³
3,965
g 0(M)
1,8
g 0(G)
1,1
Einschlaggeschwindigkeit
Ve= 5 km/s,
Durchmesser von Meteorit =1 km
In der Zeit t wird der Raum R im Gestein mit Nachströmgeschwingigkeit Vn(G)
die Streche t·Vn(G) zu R‘ zusammengedruckt, Die gesamte Verkürzung beträgt
t·Ve= t·Vn(G) + t·Vn(M)
Ve=Vn(G)+Vn(M)
r0(M) ·[C(M)+S(M)·(Ve-Vn(G))]=r0(G)·[C(G)+S(G)·Vn(G)]
aus erster Hugoniot-Gleichung
Q·Vn(G)²+T·Vn(G)+Y=0
Q=S(G)-S(M)·r0(M)/r0(G)= -1,72
T=C(M)+ r0(M)/r0(G)·(C(M)+2S(M)·Ve)= 43,41
X= - r0(M)/r0(G)·(C(M)+S(M)·Ve)·Ve= -109,2
Vn(G)=2.8 km/s, Vn(M)=2.2 km/s, Vs(G)=10,7 km/s, Vs(M)=7,1 km/s,
P(M)=P(G)=120 GPa aus zweiter Hugoniot-Gleichung
Eine Gute Nährung:
Vs=1/2·[C1+Vn] +C0
Dann die Schallgeschwindigkeit unter hohen Druck:
C1(M)= 2Vs(M)-Vn(M)-C(M)= 7,95 km/s
C1(G)=2Vs(G)-Vn(G)-C(G)=10,89 km/s
Koordinaten von N-Punkt:
D(M)-Ve*tn=(Vs(M)-Ve)*tn  tn=D(M)/Vs(M) = 0,14 sec
Xn= D(M)(Ve/Vs(M)-1)=-0,296 km
Koordinaten von R-Punkt: Xr=Vn(G)·tr=2,8 ·tr
(Xr-Xn)/(tr-tn)=C1(M)+Vn(M)=9,3 km/s tr=0,245 sec Xr=0,688 km
Koordimanet von M-Punkt:
Xm=Vs(G)·tm=10,7 ·tm
(Xm-Xr)/(tm-tr)=C1(G)+Vn(G)
=13,69 km/s
tm=0,892 sec Xm=9,54 km
In der erste Nährung: Vs=C+S•Vn, wo
C=Schallwellen-Geschwindigkeit ~K/r, Vs/Vn ~
1.67
Verdichtung:
ρ(G)• A• Vs (G)•δt= ρ‘(G)• A•[Vs (G)-Vn(G)]•δt nach
Erhaltung der Masse, oder
ρ(G)•Vs (G)= ρ‘(G)•[Vs (G)-Vn(G)] - 1.HugoniotGleichung. r‘/r ~ 2,49 ist die theoretische maximale
Wert.
Impuls und Druck:
I(M)=m(M)•Ve
bis Zeit t* übertragene Impuls ist:
δI=m*(G) •δVn(G)
Für Druck (2. Hugoniot-Gleichung):
m * (G ) Vn(G ) r (G )  r * Vn(G )
P




A * (G )
t
3
t
1
  r (G ) Vs(G ) Vn(G )
3
m*
Unmittelbar nach dem extrem schnellen Durchgang der Stoßwelle bewegt sich das Gestein mit
um den Faktor 0,3 bis 0,2 geringerer Geschwindigkeit radial weg vom primären Krater. Im
zentralen, tieferen Kraterbereich führt diese Bewegung, da dort das Gestein nicht seitlich
ausweichen kann, zu einer starken Kompression. Bei der darauf folgenden Entlastung dehnt sich
das Grundgebirge nach oben aus und wird zerrüttet. Es öffnen sich Klüfte, in die Polymikte
Kristallinbreccien, die ihren Ursprung in der fein zertrümmerten Zone haben, mehrere hundert
Meter tief eindringen. Dabei dürfte die spontane Verdampfung des in der Zone auf mehrere
100°C erhitzten Porenwassers eine wichtige Rolle spielen. Auch im höheren seitlichen Bereich
des primären Kraters dringen Polymikte Kristallinbreccien in das nach dem Durchgang der
Stoßwelle entspannte Kristallin und sogar in das Deckgebirge ein. Sie werden danach mit
Schollen dieser Gesteine ausgeworfen oder lateral nach oben verschoben.
Der Auswurfprozeß läuft folgendermaßen ab: Die der Stoßwelle nachfolgende Materieströmung
ist im seitlichen Bereich des Kraters radial nach außen gerichtet. Entlastungswellen, die von der
freien Oberfläche hinunter fortschreiten, erzeugen einen aufwärts gerichteten Druckgradienten
hinter der Stoßwelle. Damit wird eine Aufwärtskomponente zur radialen Bewegung der Materie
hinzugefügt, und so entsteht ein schräg aufwärts und aufwärts gerichtete Exkavationsströmung,
die vorwiegend die Sedimentgesteinsdecke erfaßt. Am Rande des sich schnell erweiternden
Kraters führt sie zu einem balistischen Auswurf von Bunten Trümmermassen. Der oberste Teil
der feinzertrümmerten Zone wird durch die Rückfederbewegung bei der Druckentlastung von
unten mit dem geschmolzenen Material darüber vermischt und als Suevit nach oben
ausgeworfen. In Verbindung mit der Expansion von Wasserdampf und Gesteinsdämpfen steigt
dieser als schwerer, mit grober Fracht aus teils geschmolzenen, teils nur zertrümmertem Kristallin
beladenen Eruptionswolke auf.
Vn(G)
Vn(G)
Q(i)  P  ( R  R' ) / 2  P  R 
m
2 Vs(G)
2
2
3. Hugoniot-Gleichung für Wärmeenergie
2
1
EPotenzielle  P  ( R  R' ) / 2  P     t 3  Vn(G )3     r (G )  t 3 Vs(G ) Vn(G ) 4
3
9
Rückfederungsenergie, die führt zum zentralen Auswurf
Maximale Geschwindigkeit
des Auswurfes:
Vmax~ Ve•b/h
Der Krater hat sich fast auf die endgültige
Dimension durch den Auswurf der Bunten
Trümmermassen erweitert. Der Transport ist
aus zentralen Bereichen balistisch, aus
randlichen Bereichen zunehmend gleitend
erfolgt. Mit höherer Geschwindigkeit weiter
innen gestartetes Material überholt anderes,
das mehr randlich mit geringeren
Geschwindigkeiten in Bewegung gesetzt
wurde. Rückfederbewegungen im Kristallin
und am Kraterrand führen zum
Einwärtsgleiten von großen Schollen, die sich
gegenläufig zum Auswurfmaterial bewegen.
Dadurch entstehen Drehmomente und ein turbulentes Durcheinander. Gesteine aus tieferen
seitlichen Bereichen des wachsenden Kraters werden zuerst schräg nach unten und dann zur Seite
bewegt und dabei ineinander geschoben. Diese überwiegend gleitend erfolgenden Vorgänge
schaffen das Schollenmosaik der Kraterrandzone und den "Kristallinen Wall". Die
Diskontinuitätsfläche zwischen dem festen Grundgebirge und den darüber lagernden weicheren
Sedimenten hat ebenso Einfluß auf die Kraterform wie der Unterschied zwischen kompetenten
Kalkplatten und weniger kompetenten darunterliegenden Schichten. Außerhalb des Kraters
gelandetes Material wühlt Lockergesteine auf, vermischt sich mit diesen und bewegt sich als
grandiose Trümmerflut über das Land. Auf die Suevit-Eruptionsfolge wirkt die zurückgekehrte
atmosphärische Luft, die deren Aufstieg begrenzt. Aufsteigende und der Schwerkraft folgende
absteigende Bewegungen wirken in der Suevit-Eruptionswolken gegeneinander.
Die Suevit-Eruptionssäule kollabiert. An ihrer Basis brechen turbulente
Suevitwolken hervor und breiten sich über die weitere Umgebung des
Kraters aus, wo sie die unmittelbar vorher abgelagerten Bunten
Trümmermassen ungleichförmig überdecken (Ausfall-Suevit). Der Rest
der Eruptionssäule sinkt in den Krater zurück und bildet den RückfallSuevit. Im Krater erfolgen noch von der Schwerkraft gesteuerte
Ausgleichsbewegungen.
Die meisten Meteoriten hinterlassen auf
der Erdoberfläche nur kleinere Löcher mit
wenigen Zentimeter bis Dezimeter Tiefe.
Meteorite mit einer Masse unter ca 10 kg
überstehen den Atmosphärenflug nicht.
Allerdings spielen dabei Eintauchwinkel,
Geschwindigkeit eine große Rolle, so daß
keine allgemeingültigen Aussagen
gemacht werden können.
Der Steinmeteorit von Ramsdorf z.B. mit einem Gewicht von ca. 5 kg,
welcher am 26. Juli 1958 in Ramsdorf in Westfalen fiel, verursachte in
einem Gemüsegarten ein röhrenförmiges Loch von 40 Zentimeter Tiefe.
Der Donnerstein von Ensisheim, mit einem Gewicht von 127 kg, schlug
1,50 m tief in das Weizenfeld ein. Der 63 kg schwere Eisenmeteorit von
Treysa, welcher am 3. April 1916 in Hessen niederfiel, wurde aus 1,60 m
Tiefe geborgen. Die meisten herabfallenden Meteoriten sind also keine
"himmlischen Geschosse", sie haben lediglich Fallgeschwindigkeit.
Nur Meteoriten mit einer Masse von
mehreren Tonnen gelingt es, einen Teil
ihrer Eigengeschwindigkeit bis zur
Erdoberfläche zu bewahren.
Allerdings hinterlassen auch sie keine
Impaktkrater, sie graben sich mehr oder
weniger tief in die Erdkruste ein. Da der
Luftwiderstand die Geschwindigkeit des
Meteoriten stark abbremst, hat ein Körper
in der Höhe von 10 bis 15 km bereits seine
Eigengeschwindigkeit verbraucht und er
fällt lediglich zu Boden. Die
Fallgeschwindigkeit beträgt dabei 100 bis
300 m/s.
Der größte Einzelfund eines Meteoriten ist der Meteorit Hoba in Namibia. 1920
entdeckt steckt er nur 1,50 m tief im Erdboden. Der Meteorit, ein Ataxit, ist 60 Tonnen
schwer und steht unter Naturschutz. In Namibia ging in prähistorischer Zeit ein weiterer
Meteoritenschauer nieder, von denen heute über hundert Einzelexemplare bekannt sind.
31 von den Gibeon Meteoriten sind auf dem Markt in Windhoek ausgestellt.
Meteoroide mit einer Masse von mehr als 100 Tonnen verlieren beim
Durchflug durch unsere Atmosphaere keine Geschwindigkeit. Unsere
Atmosphaere ist zu duenn, um den Meteoroiden wirkungsvoll
abzubremsen. Er durchfliegt mit seiner ursprünglichen Geschwindigkeit
die Atmosphaere und kann beim Aufprall verheerende Schäden
anrichten.
In der Kompressions- oder Verdichtungsphase werden Meteoroid und
Untergrund zusammengedrückt. Man nimmt an, dass der Druck das
Millionenfache des normalen Atmosphärendruckes erreicht. Kompakter
Felsen wird auf ein Drittel seines ursprünglichen Volumens
zusammengepreßt. Gesteinsmasse fließt wie Flüssigkeit.
In der Auswurf- oder Aushöhlungsphase wird Gestein und Material aus
dem Krater herausgeworfen. Der größte Teil des Meteoroiden verdampft
und explodiert bei sehr hohen Temperaturen. Um den Einschlagkrater
bildet sich ein Rand aus ausgeworfenem Material. Die Blöcke können so
groß sein wie Einfamilienhäuser.
In der Deformationsphase störzen die ausgeworfenen Materialien
teilweise zurück, die Kraterwälle brechen ein, rutschen nach innen. Der
Druck auf den Untergrund entlastet sich, der Untergrund schwingt
zurück. Bei Kratern über 10 km Durchmesser entsteht oft eine zentrale
Aufwölbung, ein Zentralhügel (gut bei den Mondkratern zu erkennen).
Mond und Erde liegen aus astronomischer Sicht gesehen, nahe
beieinander. Sie wurden in früheren Zeiten gleichermassen von
Meteoriten getroffen. Allerdings haben sich beim Mond durch die
fehlende Atmosphäre und Verwitterung die Krater gut erhalten.
Man nennt die Krater, bei denen man Einschläge von Meteoriten
vermutet, Impaktkrater oder Astrobleme. Weltweit soll es 70
Impaktkrater geben, 20 davon gelten als gesichert. Solche Strukturen
erkennt man auf Luftaufnahmen, viele von ihnen wurden durch Space
Shuttle Aufnahmen entdeckt, darunter der Rote Kammkrater in Namibia.
Leider verhindert seine Lage im Diamantensperrgebiet eine genaue
Analyse.
Der Meteor-Crater in Arizona
Der beruehmteste Krater der Welt ist vermutlich der "Meteor Crater" in Flagstaff,
Arizona ( auch Barringer Crater genannt nach dem Ingenieur Barringer, welcher dort
bohrte, um die Hauptmasse des gefallenen Meteoriten zu finden). Die dort in geringer
Anzahl gefundenen Bruchstuecke des Eisenmeteoriten werden als "Canyon Diabolo"
gehandelt.
Vor etwa 20.000 bis 22.000 Jahren stürzte ein Eisenmeteorit von etwa 30 Tonnen
Gewicht auf die Erde. Der Geologe Shoemaker schätzt die Explosionsstärke des
Meteoren auf 1,7 Megatonnen TNT und 15 km/s. 20.000 Jahre ist für einen irdischen
Krater ein junges Alter, das erklärt die noch kaum verwischte und gut erkennbare Form
des Kraters.
Das Noerdlinger Ries
Das Nördlinger Ries verdankt seine Form einem Meteoriteneinschlag vor ca. 15 Millionen
Jahren. Zwischen den Städten Nürnberg, Stuttgart und München gelegen, versteckt sich die Form
des ursprünglich 11 km breiten und 700-800 m tiefen Impaktkraters. Man glaubt, daß ein
Steinmeteorit mit einem Durchmesser von ca. einem Kilometer Durchmesser und einer
Geschwindigkeit von 70.000 km/h auf die Erdoberfläche zuraste. Die Stoßwelle mit einem Druck
von 6,6 Millionen Atmosphären bewirkte ein Zusammenpressen des Meteoriten und des
betroffenen Untergrundes auf die Hälfte ihres Volumens. Es entstanden Temperaturen von 30.000
Grad Celsius. Meteorit und Erdreich verdampfte mit einer Wucht, welcher der Zerstörungskraft
von 250.000 Hiroshima-Bomben gleichkam. Von dem Meteoriten ist nichts übrig geblieben.
Allerdings kann man den Einschlag anhand bekannter Spuren nachweisen: Es fanden sich
Seeablagerungen im Krater, Einschlagspuren in Sedimentgesteinen und ein neues Mineral,
welche sich nur bei hohen Drucken bildet, das Suevit. Shoemaker und Chao untersuchten das
Nördlinger Ries und fanden Spuren, welche nur durch einen Meteoriteneinschlag entstanden sein
könnten. Das Suevit entspricht dem Mineral Coesit; es entsteht nur bei Drucken und
Temperaturen, wie man sie bei Meteoritenimpakten vorfindet.
Der vermutete Meteoritenfall in der Tunguska
Am 30. Juni 1908 ereignete sich in einem der unzugänglichsten Gebieten der
sibirischen Taiga, der Tunguska, eine Katastrophe riesigen Ausmaßes. Noch in 600 km
Entfernung beobachteten die Reisenden der Transsibirischen Eisenbahn einen grellen,
blendenden Feuerball. Im Umkreis von 65 km (Handelsposten Vanovara) wurden
Menschen zu Boden geschleudert, Fenster gingen zu Bruch, einfache Holzhütten
wurden umgeblasen. Monatelang hielt sich der Staub in der Atmosphäre, verdunkelte
tagsüber die Sonne und machte die Nacht taghell (Lichtstreuung an den Partikeln in der
Atmosphäre = Pinatubo).
Erst 19 Jahre danach gelangte eine erste Expedition in das verheerte Gebiet. Bereits 40
km vor dem Zentrum der Explosion fanden die Forscher Millionen von umgeworfenen
und entlaubten Baumstämmen, alle radial vom Zentrum der Explosion wegzeigend. Je
näher man dem Zentrum kam, desto mehr mehrten sich die Brandzeichen. Die Bäume
standen teilweise noch, jedoch entlaubt und entastet, verbrannt und ihrer Kronen
beraubt. Im Zentrum selbst war alles verbrannt, aber es war kein Krater und kein
meteoritisches Material zu finden.
Mittels Computersimulationen glaubt
man heute die Katastrophe
rekonstruieren zu können: Ein kohliger
Meteorit von 50-100 m Größe
explodierte vermutlich 6-10 km über der
Erdoberfläche. Die Druckwelle, welche
er dabei erzeugte, hatte die Kraft von
mehreren tausend Hiroshima-Bomben.
Tinguska, 1928
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