Klima

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Praktische Klimatologie für den
Kurarzt
Klima als maßgeblicher Faktor des Behandlungserfolges
Prof. Dr. Dr. H. G. Pratzel
Akademischer Direktor a.D.
Ludwig-Maximilians-Universität München
Inhalte zum Thema
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Definitionen zur Klimatologie
Wirkfaktoren des Klimas
Wetterphasen und Wetterbeschwerden
Medizinisch nutzbare Klimawirkungen
Strukturen für Heilklimatische Kurorte
Indikationen, Kontraindikationen,
Nebenwirkungen
Klim 2
Einführung
 Therapeutisch anwendbares Klima (Heilklima)
entsteht erst durch Dosierung der zeitlich und
örtlich veränderlichen atmosphärischen Faktoren
zum Teil entgegen dem Komfortempfinden im
Hinblick auf bestimmte Indikationen.
 “Der Arzt als Schöpfer des Kurklimas”
(Pfleiderer)
Klim 3
Zusammenhänge
 Klimatherapie wird im Rahmen der Kurortmedizin als
komplexe Heilmaßnahme zusammen mit anderen
ganzheitlich ausgerichteten Therapieverfahren in Form
von Kuren durchgeführt.
 Klimatherapie ist ein Behandlungskonzept aus einer
Vielzahl einzelner Wirkfaktoren.
 Phototherapie nutzt einen Wirkfaktor, der in der
Klimatherapie Bedeutung hat.
Klim 4
Terminologie I
 Wetter entsteht durch die Zirkulation der Atmosphäre
 Witterung ist dessen jeweiliger Grundcharakter
 Klima ist der langfristige Durchschnitt des örtlichen
Witterungsverlaufs.
 Bioklima entsteht durch die an den Körperoberflächen
wirksamen atmosphärischen Elemente.
(Schmidt-Kessen)
Klim 5
Terminologie II
 Klimatherapie ist die gezielte Behandlung Kranker durch
Veränderung ihrer Exposition gegenüber der freien
Atmosphäre (Schmidt-Kessen).
 Phototherapie oder Lichttherapie ist die therapeutische
Nutzung der Photonenstrahlung im ultravioletten,
sichtbaren und infraroten Bereich.
 Heliotherapie ist Phototherapie mit Sonne.
 Thalassotherapie ist Meeresheilkunde.
Klim 6
Terminologie III
 Klimatherapie (Kur mit Klima)
 gezielte Behandlung mit Klima
 Seeklima
 Hochgebirgsklima
 Klimakur (Kur im Klima)
 ungeregelte Klimaeinwirkung
 Mittelgebirgsklima + zusätzliche Physiotherapie
(Dirnagl)
Klim 7
Klimaregionen
 Seeklima
 feucht, kühl, windig
 Aerosol, Pollenarm
 Mittelgebirgsklima
 Waldluft, wenig Wind
 Hochgebirgsklima ab 1200 m
 trocken, kühl, hoher UV-Anteil
 Abnahme der max. O2-Aufnahme um 2%/100m
 ab 1800 m keine Hausstaubmilbe
Klim 8
Hauptprinzip der Klimatherapie
Raumklima
(Schonklima)
Freiluftklima
(Reizklima)
Verweichlichung
zu Hause
Adaptation an natürliche
Umgebungsfaktoren
Luftverunreinigung
zu Hause
Gesunde Umgebung in
Klimakurorten
Klim 9
Mechanische Faktoren
 Luftdruck
 Winddruck
 Gravitation
Klim 10
Thermische Faktoren




Lufttemperatur
Strahlungstemperatur
Feuchte
Luftbewegung (Wind, Zug)
Klim 11
Aktinische Faktoren





UV-B
UV-A
UV-A1
Sichtbares Licht
nahe Infrarotstrahlung
(280-315 nm)
(315-400 nm)
(350-400 nm)
(380-780 nm)
(760-2500 nm)
Klim 12
Aktionsspektren
Klim 13
Strahlenquellen zur Phototherapie
 Temperaturstrahler
 Sonne >300 nm
 Gasentladungsstrahler
 Hg 254, 313, 366
 Niederdruck, Hochdruck, Höchstdruck
 LASER
 He/Ne 632 nm
Klim 14
Bedeckungseinfluss
auf Strahlungsanteile der Sonne
 UV:
 Sichtbar:
Schwächung auf 50%
Schwächung auf 25%
Klim 15
Reflektion von UV-B





Schnee
Gras
Sand
Watten
nasse Erde
85%
26%
10-15%
9-10%
3%
Klim 16
Dauer des ersten Sonnenbades
bei Expositionsbeginn 1. Mai
min
180
150
IV III
II I
120
90
60
30
06
8
10
12
14
Tageszeit
16
18
h
Klim 17
Dauer des ersten Sonnenbades
bei Expositionsbeginn 1. Juli
min
180
150
120
IV
90
III
II
60
I
30
0
6
8
10
12
14
Tageszeit
16
18
h
Klim 18
Elektrische Faktoren I
 Luftionen
 102 - 103 Ionen/ cm3 bei 1019 Luftmolekülen/cm3
 ca. 4 Ionen/cm2 pro Atemzug treffen auf die
Lungenoberfläche
 Elektrische Gleichfelder
 Schönwetterfeld: 100 V/m
 Frontdurchgangsfelder: >1 kV/m
 Eigenbewegung: Hautoberflächenfeld: >1 kV/m
Klim 19
Elektrische Faktoren II
 Elektrische Wechselfelder
(atmosphärische Impulsstrahlung, Sferics)
 10-Hz-Felder
 Magnetisches Gleichfeld
 0,5 Gauß
 Magnetisches Wechselfeld
 durch 10-Hz-Felder: 10-8 - 10-10 Gauß
 durch 50-Hz-Netzspannung: 1-5 Gauß
Klim 20
Chemische Faktoren
 Ozon
 Bodennahes Ozon: 0,01 - 0,06 ppm (10-60 µg/m3)
 Verbrauch 4 mg/d/m2 Erdoberfläche
 Zugspitze 100 µg/m3
 Westerland 80 µg/m3
 In ländlichen Gebieten der Schweiz 200-250 µg/m3
 Ätherische Öle
 Aerosole
 Radon
Klim 21
 Schadstoff- und Pollenfreiheit
Sauerstoff
bei 2000 m ¾
bei 5000 m ½
Abnahme des Sauerstoffpartialdrucks PO2 und
des arteriellen Sauerstoffdrucks PaO2 mit der Höhe
(Jungmann 1971)
Änderung mit der Höhe





Wasserdampfdruck bei 2000 m Abnahme auf 50%
Sauerstoff bei 2000 m Abnahme auf 75%
Lufttemperatur Abnahme um 12 °C bei 2000 m
UVB Zunahme um 30% pro 1000 m
UVA Zunahme um 2-5% pro 1000 m
Klim 23
Wetterphasen
1
2
3
4
5
6z
6
Schönwetter (kühl bis mäßig warm) Ostseite Hoch
Gesteigertes Schönwetter (warm und trocken) Mitte Hoch
Übersteigertes Schönwetter (sehr warm und trocken)
Westseite Hoch
Beginnender Wetterumschlag (warm und feucht)
Vorderseite Tief
Vollzogener Wetterumschlag (kalt und feucht)
Aktive Kaltluft (kalt bis kühl, Regen, Wind) Rückseite Tief
Wetterberuhigung (kalt und trocken)
Klim 24
Wetter und Krankheiten
 Wetterphase 4 (Vorderseite Tief):
 Entzündungen jeder Art,
 Asthma-Anfälle,
 Störungen durch Absinken des Blutdrucks,
 akute Störungen des Herzens,
 Thrombosen
 Wetterphase 5 (Vollzogener Wetterumschlag)
 schnelle Beruhigung der Beschwerden
Klim 25
Wetter und Krankheiten
 Wetterphase 6z (Rückseite Tief)
 akute und spastische Erscheinungen
 Gallenblasenkoliken
 Herzschmerzen
 Herzattacken
 Störungen durch erhöhten Blutdruck
Klim 26
Wetter und Krankheiten
 Wetterphase 6 (Wetterberuhigung)
 Kopfschmerzen
 Migräne
 Schlafstörungen
 Depressionen
Klim 27
Welche Wetterfaktoren wirken
maximal belastend ?
 Der Wechsel
von heiß und trocken (Phase 3)
nach kalt und feucht (Phase 5)
Klim 28
Beschwerden im Zusammenhang mit Wetterwechseln
(in abfallender Häufigkeit)
1.
Müdigkeit
2.
Missmutige Stimmungslage
3.
Arbeitsunlust
4.
Kopfdruck
5.
Unruhiger Schlaf
6.
Einschlaf- und
Konzentrationsstörungen
7.
Nervosität
8.
Schmerzen an
Knochenbruchstellen
9.
Durchschlafstörungen
10.
Vermehrte Fehlerneigung
11.
Gesteigerte Vergesslichkeit
12.
Flimmern vor den Augen
13.
Schwindelattacken
14.
Herzsensationen
15.
Schmerzen an
Operationsnarben
16.
Depressive Verstimmung
Klim 29
Welches sind die Hauptgründe für
Wetterkrankheiten?
Störungen der peripheren
Temperaturregulation.
Ursachen?
Mangel an Training.
Probleme der Zivilisation.
Klim 30
Folgen einer schlechten Adaptation und
Störung der Temperaturregulation
1. Vasokontriktion der peripheren Blutgefäße
2. Umverteilung des Blutvolumens der peripheren
Gefäße in den systemischen Kreislauf
3. Blutdruckanstieg
Klim 31
Hypothese zur Schmerzzunahme bei chronischer
Polyarthritis bei Abnahme der Lufttemperatur
(Latman 1987, Rothschild et al. 1982)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Abnahme der Lufttemperatur
Abnahme der Temperatur in den Gelenken
Abnahme der Synovialtemperatur
Zunahme der Viskosität der Synovialflüssigkeit
Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit
Zunahme der Schmerzen
Klim 32
Schwülegrenzen in Abhängigkeit von der
Lufttemperatur und relativen Feuchte
(Amelung et al. 1986)
Temperatur
°C
30
28
26
24
22
Relative
Feuchtigkeit
%
45
50
65
70
75
Klim 33
Medizinisch relevante Faktoren des
Gebirgsklimas
 Reizwirkung der UV-Strahlung über die Haut
 Wirkung thermische Reize über die Haut und Nasenschleimhaut
 Wirkung des geringerer Sauerstoffgehalt und höherer Ozongehalt
über die Atmung
 Entlastende Wirkung durch besonders reine Luft über die Atmung
 Entlastende Wirkung durch besonders geringen Geräuschpegel
 Psychisch aufbauende Wirkung durch die umwerfende Schönheit
der Landschaft über das Auge
Klim 34
Klimawirkungen bei angemessener Dosierung





Verbesserung der Thermoregulation durch Kälteadaptation
Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit
Verbesserung des Hautzustandes bei Hauterkrankungen
Verbesserung des endogenen UV-Schutzes
Vitamin D3-Bildung und Verbesserung der zellulären
Sauerstoffversorgung
 Beeinflussung des Immunsystems durch Hemmung der
Langerhanszellen der Haut (Hemmung der pro-inflammatorischen
Typ 1-Reaktion, Abhärtung?)
 Durch Entlastung der Atemwege kann die körperliche
Leistungsfähigkeit trainiert werden
Klim 35
Nachgewiesene Wirkungen einer
verbesserten Kälteadaptation
 Verminderung einer Kälteempfindlichkeit (SchmidtKessen 1965)
 Die Schmerzschwelle verschiebt sich zu tieferen
Temperaturen (Turowski et al. 1987)
 Der kältebedingte initiale Anstieg des Blutdrucks wird
geringer (z.B. Tiedt 1987)
 Verminderung der Herzfrequenz nach Kaltreiz ist stärker
ausgeprägt (Ashkar et al. 1985)
 Zunahme der kälteinduzierten reaktiven
Stoffwechselwärme (Brück et al. 1970)
Klim 36
Verbesserung des aeroben
Stoffwechsels durch Kälteadaptation
Die physische Leistungsfähigkeit steigt
 Durch Terrainkuren unter kühlen Bedingungen,
(Regimen refrigerans)
 Durch Liegekuren an der frischen Luft
(Training en repos).
Klim 37
Abnahme der Laktat-Konzentration im Blut bei
gleicher Ergometerbelastung durch eine Liegekur an
der frischen Luft
Vor der Kur
3 Wochen
danach
By A. Schuh 1995
Klim 38
Abnahme der Laktat-Konzentration im Blut bei
gleicher Ergometerbelastung durch eine Terrainkur
unter kühlen Bedingungen
Vor der Kur
3 Wochen
danach
By A. Schuh 1995
Klim 39
Vitamin D3–Bildung und O2-Versorgung
 255-320 nm
 Umwandlung von 7-Dehydrocholesterin in Vitamin D3
 Bedarf an D3 wird gedeckt durch 2mal wöchentliche
Sonnenbestrahlung unter Vermeidung eines Erythems auf einer
Fläche, deren Größe Armen und Gesicht entspricht.
7-Dehydrocholesterin
Vitamin D3
1,25-Dihydroxycholecalciferol
Aktivierung der intestinalen Ca- und Phosphatresorption
Aktivierung der renalen Phosphatrückresorption
Aktivierung der intraerythrocytären Glykolyse
Anstieg des 2,3-Diphosphoglycerats im Erythrocyten
Zunahme der Dissoziation des Oxyhämoglobins
Zunahme der O2-Versorgung
Klim 40
Photobiologische Strahlungswirkungen
durch UV-B
 Erythem: max. 297 nm
 Latenz: 1-4 Std.
 Maximum: 6-9 Std.
 MED: 36-50 mJ/cm2
Klim 41
Melanin-Synthese
L-Tyrosin
langsam
Dopaoxydase
L-Dopa
Protein (Cu++)2
schnell
Tyrosinase
Protein (Cu+)2
Aktivierung
Dopachinon
spontan
Dopachrom
Beseitigung der SH-Hemmung
durch
UV-Strahlung 280-310 nm
Röntgenstrahlung
Temperaturerhöhung
Entzündungsprozesse
SH-Blocker: As, Fe, Bi, Au, Ag, Hg
Polym.
Melanin
Klim 42
Die Pigmentierung durch UVA
1 Melanocyt auf
36 Keratinocyten
Phagocytose
der Melanosomen
Melanosomen
mit Melanin
Melanocyt
Stratum basale
Klim 43
Langerhanszell-Reaktion
 Hemmung der Immunantwort
 Blockierung der T-Helferzellen (Typ 1-Reaktion)
 Stimulation der T-Suppressorzellen (Typ 2-Reaktion)
Klim 44
Hypothalamus
Ag
IL1
Akutphase
IL1
IL4
TNFα
Entzündung
Hypophyse
Nebenniere
Allergen
ACTH
CRH
Cortisol
Typ1
Typ2
Undifferenzierte
Typ2Proinflammatorische
Antiinflam.
T-Zelle
Helferzelle R
Reaktion
Ag Th0
MZ
LZ
CD4
IL12
IL4
IL4, IL10
Th1
AK
IFN-γ
Th2
CD4
CD4
Typ1IFN-γ
IgE
IL4
Helferzelle
IFN-γ
IL4
IL5
IL2
IL6
Tcyt
NK
B-Ly
Plasmazelle
CD8
Killerzellen
Zellvermittelte Reaktion, IgM
AK-vermittelte Reaktion
IgG, IgA
Hauttypen
Typ I
Typ II
keltischer Typ hellhäutiger
Europäer
Typ III
Typ IV
dunkel-
mediterraner
häutiger
Typ
Europäer
Häufigkeit
Hautfarbe
Brustwarzen
Sommersprossen
Sonnenbrandgefahr
Pigmentierung
Eigenschutzzeit
2%
sehr hell
auffallend hell
viele
immer
kaum
5-10 min
12 %
hell
hell
oft
fast immer
mäßig
10-20 min
78 %
8%
hellbraun dunkelbraun
pigmentiert
dunkel
kaum
nie
selten
nie
immer
immer
20-30 min
30-40 min
Klim 46
Relative Lichtempfindlichkeit der Körperpartien




Handrücken, Unterschenkel
Stirn, Hals, Bein
Arme
Brust, Bauch, Rücken
25 %
25 - 50 %
50 - 75 %
75 - 100 %
Klim 47
Strukturen
für Heilklimatische Kurorte






Terrainwegenetz mind. 30 km (5 – 15% Steigung)
Klimapavillon
Liege- und Gymnastikwiese
Hydrotherapieeinrichtungen
Radwanderwege
Patientenberatung und -führung
Klim 48
Indikationen
 Folgezustände nach Trainingsmangel
 Therapie: Terrainkur unter kühlen Bedingungen
 Atemwegserkrankungen
 Therapie: Terrainkur und Atemschulung
 Osteoporose
 Therapie: Terrainkur und Heliotherapie
 Hauterkrankungen (Psoriasis, Neurodermitis)
 Therapie: Terrainkur und Heliotherapie
Klim 49
Herz- und Gefäßkrankheiten
 KHK
 Hypertonie Stadium 1-III WHO
können sich in Höhen bis 2000 m aufhalten und
bewegungstherapeutischen Maßnahmen zugeführt
werden (Hartmann 1989).
Körperliche Anstrengung ist im Hochgebirge
weniger belastend (geringere Temperatur und
Luftfeuchtigkeit)
Klim 50
Kontraindikation im Hochgebirge
 Cor pulmonale
mit Druckerhöhung in der Arterie pulmonale
 Ausgeprägte Herzinsuffizienz
(Stadien III und IV)
 Mitralstenosen
 Arterielle Verschlusskrankheit
(Stadien III und IV)
 Angina pectoris in Ruhe
 Vorsicht bei schnellem Höhenwechsel bei älteren
Personen (Auslösung von Herzrhythmusstörungen)
Klim 51
Weitere Kontraindikationen im
Hochgebirge
 Akute Infektionskrankheiten
 Schwere und akute psychische und neurologische
Erkrankungen, Psychosen
 Alkoholabhängigkeit
 Systemsklerose
 Akute Entzündungen der Nieren und ableitenden
Harnwege
Klim 52
Belastung durch kurzfristigen
Höhenaufenthalt
 Pulsverlangsamung
 Verringerung des Herzzeitvolumens
 Leichte Blutdrucksenkung
 Druckanstieg in der Arteria pulmonalis
Nach 1 Stunde Höhenaufenthalt
 Pulsbeschleunigung
 Leichter Anstieg des systolischen Drucks
 Zunahme der Pulswellengeschwindigkeit
 Zunahme des Herzzeitvolumens
 Vertiefung der Atmung
 Leistungsfähigkeit ist vermindert
 Neigung zu Herzrhythmusstörungen bei Disposition
Höhenadaptation nach 24 bis 48 Stunden
Klim 53
Nebenwirkungen durch
Höhenaufenthalt
In den ersten Tagen
 Kopfschmerzen
 Unruhe und Schlafstörungen
Bei hyperreagiblen und hypernervösen Personen
höchste körperliche und seelische Schonung
insbesondere bei
 Hyperthyreose
 Diabetes, wenn insulinpflichtig
Klim 54
Weitere Expositionsverfahren und
Indikationen
 Freiluftliegekur (1-3mal täglich 2 Std.)
 Rekonvaleszenz bei bettlägerigen Kranken
 Freiluftnachtschlaf (kühle Atemluft)
 Wetterfühligkeit
 Kreislaufregulations- und Schlafstörungen
 Luftbad (Badekleidung, Bewegung, Kälte)
 hypotone Kreislaufregulationsstörungen
 Fettsucht
 Fibromyalgie
Klim 55
Indikationen der Heliotherapie
zur unterstützenden Behandlung









Nicht aktive Rheumatoide Arthritis
Generalisierte Tendoperiostose
Hypertonie
Osteomalazie
Osteoporose
Atemwegserkrankungen
Nicht aktive Tbc
Kardiologische Rehabilitation
Depressionen
Klim 56
Indikationen der Heliotherapie
zur Prävention
 Lichtgewöhnung im Winter und Frühjahr bei
Lichturtikaria u.a. Photodermatosen
 Rachitisprophylaxe im Kindesalter
 Infektionsprophylaxe und Steigerung der
Immunresistenz
 Steigerung des mentalen Lernvermögens.
Klim 57
Indikationen der Heliotherapie
zur unterstützenden Behandlung von Hautkrankheiten
 Juckende Dermatosen
 Chronisch rezidivierende Urticaria
 Atopische konstitutionelle Neurodermitis
 Psoriasis arthropatica
 Vitiligo
Klim 58
Photo-Sole-Therapie bei Psoriasis
 10-15 Minuten Baden in hochprozentiger Sole oder
Meerwasser
 Bestrahlung mit suberythemalen Dosen täglich
 SUP-Strahler (300-320 nm)
 Sonne
 Indikationen
 Psoriasis
 Ichthyosis
Klim 59
Psoriasis
Klim 60
Photo-Sole-Therapie bei
Neurodermitis
 10-15 Minuten Baden in anfangs 1%iger Sole oder höher
soweit verträglich
 Bestrahlung täglich mit
 Hochleistungs-UV-A-Strahler
 Sonne
 Indikationen
 Atopische konstitutionelle Neurodermitis
Klim 61
Minimale Erythemdosis (MED)




Lichttreppe mit 20-30-40-50-60-70 mJ/cm2
Rücken, Gesäß (repräsentativ), Unterarme
Ablesung nach 24 Stunden
Heliotherapie wird nach Tabellen dosiert
Klim 62
Sonnenbäder im Flachland
bis 500 m in Minuten
Monat
März
April
Mai
Juni/Juli
August
Septem.
Tageszeit
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
wolkenlos
teilweise bewölkt
1. Bad
3. Bad
5. Bad
1. Bad
3. Bad
5. Bad
70
60
90
40
35
55
30
25
40
35
30
45
40
35
55
60
50
75
90
90
90
60
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90
55
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50
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70
60
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90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
75
90
90
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90
90
90
90
90
90
90
90
75
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45
70
40
30
50
45
40
60
50
45
70
75
60
90
90
90
90
90
75
90
70
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90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
90
Klim 63
Sonnenbäder in Höhenlagen
1300-1700 m in Minuten
Monat
März
Schnee
April
Schnee
April
kein
Schnee
Mai
Juni
Juli
August
Septem.
Tageszeit
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
Vormittags
11-14 Uhr
Nachmittags
wolkenlos
teilweise bewölkt
1. Bad
3. Bad
5. Bad
1. Bad
3. Bad
5. Bad
50
40
60
25
20
30
35
30
45
25
20
30
30
25
40
25
20
30
35
30
45
90
70
90
45
35
55
60
50
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45
35
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55
45
70
45
35
50
60
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75
90
90
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90
90
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50
75
30
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40
45
40
60
30
25
40
40
30
50
30
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40
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55
45
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75
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90
90
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75
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90
75
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90
90
90
90
75
90
90
90
90
Klim 64
Dynamisierung
Leistungssteigerung
Stimmungsaufhellung
Klim 65
Braun wennst bist, hast überall Kredit
Braune Haut signalisiert Sportlichkeit
Der Neid der Nachbarn macht die Bräune schön
Lichtschutz
 Die meisten Lichtschutzmittel absorbieren vorwiegend UV-B.
 Der Gebrauch von Lichtschutzmitteln führt zu einer stärkeren Belastung
der Haut durch UV-A, weil das warnende Erythem unterdrückt wird.
 Endogener Lichtschutz wird vorwiegend durch die Verdickung der
Hornschicht erreicht. Einen geringen Anteil am Lichtschutz haben die
Aminosäuren und die Urocaninsäure in der Hornschicht. Das Melanin
liegt zu tief.
 Lichtgewöhnung durch protrahierte und fraktionierte Bestrahlung
unterhalb der MED ist zu empfehlen.
Klim 67
Lichtschutzfaktor
 Schutzzeit = Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor
 Lichtschwiele:
 Pigmentierung:
 Adaptation:
Lichtschutzfaktor 4
Lichtschutzfaktor 10
bis Lichtschutzfaktor 40
Klim 68
Photoallergie




Sulfonamide
Psychopharmaka
Antihistaminika
Antimykotika
 Phenothiazine
 Desodorantien
 optische Aufheller in
der Wäsche
 Süßstoffe
Photoallergische Reaktion
treten mit einer Latenz von 7-21 Tagen auf.
Klim 69
Phototoxizität
 Verunreinigungen in
Vaseline und
Gesichtskosmetika
 Acridinfarbstoffe
 Trypaflavin
 Eosin in Lippenstiften
 Wiesengras-Dermatitis
 Bergamottöl (Kölnisch
Wasser) BerloqueDermatitis
Phototoxische Reaktionen treten sofort auf.
Klim 70
Risiken
 Onkologische Risiken bei therapeutischer Anwendung sind
unerheblich.
 Bindegewebsveränderungen, Faltenbildung und Basaliome treten
auf an bestrahlten Stellen bei übermäßiger und unnötiger
Anwendung in Solarien aus kosmetischem Interesse oder
lebenslanger Sonnenexposition bei bestimmten Berufsgruppen.
 Melanome treten auf zu 75% an nicht bestrahlten Stellen
vorwiegend nach starken Lichtentzündungen im Kindesalter in
späteren Jahren. Mortalität in Deutschland 0,2 Fälle pro 10000
Einwohner.
Klim 71
Nutzen und Schaden der UVStrahlung für den Menschen
 Schaden
Mangelsituation (Unterdosierung)
 Nutzen
Diätetische Nutzung (Normale Dosierung)
Präventive Nutzung bei bestehenden Mangelintervallen (Kurzfristige leichte
Überdosierung) Primärprävention
Stimulation durch Reizung (Kurzfristige leichte Überdosierung)
Sekundärprävention
Nutzung zur Therapie (Spezielle Dosierung insbes. bei Hautkrankheiten)
Tertiäre Prävention, Rehabilitation, Therapie
 Schaden
Toxische Hautreaktionen (Überdosierung)
Klim 72
Zusammenfassung
 Klimatherapie ist eine Stimulationstherapie.
 Sie führt zur Reaktivierung noch vorhandener
Selbstheilungskräfte.
 Sie ist geeignet Medikamente zu reduzieren.
 Klimatherapie ist ein typisches Naturheilverfahren.
Klim 73
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