Praktische Klimatologie für den Kurarzt Klima als maßgeblicher Faktor des Behandlungserfolges Prof. Dr. Dr. H. G. Pratzel Akademischer Direktor a.D. Ludwig-Maximilians-Universität München Inhalte zum Thema Definitionen zur Klimatologie Wirkfaktoren des Klimas Wetterphasen und Wetterbeschwerden Medizinisch nutzbare Klimawirkungen Strukturen für Heilklimatische Kurorte Indikationen, Kontraindikationen, Nebenwirkungen Klim 2 Einführung Therapeutisch anwendbares Klima (Heilklima) entsteht erst durch Dosierung der zeitlich und örtlich veränderlichen atmosphärischen Faktoren zum Teil entgegen dem Komfortempfinden im Hinblick auf bestimmte Indikationen. “Der Arzt als Schöpfer des Kurklimas” (Pfleiderer) Klim 3 Zusammenhänge Klimatherapie wird im Rahmen der Kurortmedizin als komplexe Heilmaßnahme zusammen mit anderen ganzheitlich ausgerichteten Therapieverfahren in Form von Kuren durchgeführt. Klimatherapie ist ein Behandlungskonzept aus einer Vielzahl einzelner Wirkfaktoren. Phototherapie nutzt einen Wirkfaktor, der in der Klimatherapie Bedeutung hat. Klim 4 Terminologie I Wetter entsteht durch die Zirkulation der Atmosphäre Witterung ist dessen jeweiliger Grundcharakter Klima ist der langfristige Durchschnitt des örtlichen Witterungsverlaufs. Bioklima entsteht durch die an den Körperoberflächen wirksamen atmosphärischen Elemente. (Schmidt-Kessen) Klim 5 Terminologie II Klimatherapie ist die gezielte Behandlung Kranker durch Veränderung ihrer Exposition gegenüber der freien Atmosphäre (Schmidt-Kessen). Phototherapie oder Lichttherapie ist die therapeutische Nutzung der Photonenstrahlung im ultravioletten, sichtbaren und infraroten Bereich. Heliotherapie ist Phototherapie mit Sonne. Thalassotherapie ist Meeresheilkunde. Klim 6 Terminologie III Klimatherapie (Kur mit Klima) gezielte Behandlung mit Klima Seeklima Hochgebirgsklima Klimakur (Kur im Klima) ungeregelte Klimaeinwirkung Mittelgebirgsklima + zusätzliche Physiotherapie (Dirnagl) Klim 7 Klimaregionen Seeklima feucht, kühl, windig Aerosol, Pollenarm Mittelgebirgsklima Waldluft, wenig Wind Hochgebirgsklima ab 1200 m trocken, kühl, hoher UV-Anteil Abnahme der max. O2-Aufnahme um 2%/100m ab 1800 m keine Hausstaubmilbe Klim 8 Hauptprinzip der Klimatherapie Raumklima (Schonklima) Freiluftklima (Reizklima) Verweichlichung zu Hause Adaptation an natürliche Umgebungsfaktoren Luftverunreinigung zu Hause Gesunde Umgebung in Klimakurorten Klim 9 Mechanische Faktoren Luftdruck Winddruck Gravitation Klim 10 Thermische Faktoren Lufttemperatur Strahlungstemperatur Feuchte Luftbewegung (Wind, Zug) Klim 11 Aktinische Faktoren UV-B UV-A UV-A1 Sichtbares Licht nahe Infrarotstrahlung (280-315 nm) (315-400 nm) (350-400 nm) (380-780 nm) (760-2500 nm) Klim 12 Aktionsspektren Klim 13 Strahlenquellen zur Phototherapie Temperaturstrahler Sonne >300 nm Gasentladungsstrahler Hg 254, 313, 366 Niederdruck, Hochdruck, Höchstdruck LASER He/Ne 632 nm Klim 14 Bedeckungseinfluss auf Strahlungsanteile der Sonne UV: Sichtbar: Schwächung auf 50% Schwächung auf 25% Klim 15 Reflektion von UV-B Schnee Gras Sand Watten nasse Erde 85% 26% 10-15% 9-10% 3% Klim 16 Dauer des ersten Sonnenbades bei Expositionsbeginn 1. Mai min 180 150 IV III II I 120 90 60 30 06 8 10 12 14 Tageszeit 16 18 h Klim 17 Dauer des ersten Sonnenbades bei Expositionsbeginn 1. Juli min 180 150 120 IV 90 III II 60 I 30 0 6 8 10 12 14 Tageszeit 16 18 h Klim 18 Elektrische Faktoren I Luftionen 102 - 103 Ionen/ cm3 bei 1019 Luftmolekülen/cm3 ca. 4 Ionen/cm2 pro Atemzug treffen auf die Lungenoberfläche Elektrische Gleichfelder Schönwetterfeld: 100 V/m Frontdurchgangsfelder: >1 kV/m Eigenbewegung: Hautoberflächenfeld: >1 kV/m Klim 19 Elektrische Faktoren II Elektrische Wechselfelder (atmosphärische Impulsstrahlung, Sferics) 10-Hz-Felder Magnetisches Gleichfeld 0,5 Gauß Magnetisches Wechselfeld durch 10-Hz-Felder: 10-8 - 10-10 Gauß durch 50-Hz-Netzspannung: 1-5 Gauß Klim 20 Chemische Faktoren Ozon Bodennahes Ozon: 0,01 - 0,06 ppm (10-60 µg/m3) Verbrauch 4 mg/d/m2 Erdoberfläche Zugspitze 100 µg/m3 Westerland 80 µg/m3 In ländlichen Gebieten der Schweiz 200-250 µg/m3 Ätherische Öle Aerosole Radon Klim 21 Schadstoff- und Pollenfreiheit Sauerstoff bei 2000 m ¾ bei 5000 m ½ Abnahme des Sauerstoffpartialdrucks PO2 und des arteriellen Sauerstoffdrucks PaO2 mit der Höhe (Jungmann 1971) Änderung mit der Höhe Wasserdampfdruck bei 2000 m Abnahme auf 50% Sauerstoff bei 2000 m Abnahme auf 75% Lufttemperatur Abnahme um 12 °C bei 2000 m UVB Zunahme um 30% pro 1000 m UVA Zunahme um 2-5% pro 1000 m Klim 23 Wetterphasen 1 2 3 4 5 6z 6 Schönwetter (kühl bis mäßig warm) Ostseite Hoch Gesteigertes Schönwetter (warm und trocken) Mitte Hoch Übersteigertes Schönwetter (sehr warm und trocken) Westseite Hoch Beginnender Wetterumschlag (warm und feucht) Vorderseite Tief Vollzogener Wetterumschlag (kalt und feucht) Aktive Kaltluft (kalt bis kühl, Regen, Wind) Rückseite Tief Wetterberuhigung (kalt und trocken) Klim 24 Wetter und Krankheiten Wetterphase 4 (Vorderseite Tief): Entzündungen jeder Art, Asthma-Anfälle, Störungen durch Absinken des Blutdrucks, akute Störungen des Herzens, Thrombosen Wetterphase 5 (Vollzogener Wetterumschlag) schnelle Beruhigung der Beschwerden Klim 25 Wetter und Krankheiten Wetterphase 6z (Rückseite Tief) akute und spastische Erscheinungen Gallenblasenkoliken Herzschmerzen Herzattacken Störungen durch erhöhten Blutdruck Klim 26 Wetter und Krankheiten Wetterphase 6 (Wetterberuhigung) Kopfschmerzen Migräne Schlafstörungen Depressionen Klim 27 Welche Wetterfaktoren wirken maximal belastend ? Der Wechsel von heiß und trocken (Phase 3) nach kalt und feucht (Phase 5) Klim 28 Beschwerden im Zusammenhang mit Wetterwechseln (in abfallender Häufigkeit) 1. Müdigkeit 2. Missmutige Stimmungslage 3. Arbeitsunlust 4. Kopfdruck 5. Unruhiger Schlaf 6. Einschlaf- und Konzentrationsstörungen 7. Nervosität 8. Schmerzen an Knochenbruchstellen 9. Durchschlafstörungen 10. Vermehrte Fehlerneigung 11. Gesteigerte Vergesslichkeit 12. Flimmern vor den Augen 13. Schwindelattacken 14. Herzsensationen 15. Schmerzen an Operationsnarben 16. Depressive Verstimmung Klim 29 Welches sind die Hauptgründe für Wetterkrankheiten? Störungen der peripheren Temperaturregulation. Ursachen? Mangel an Training. Probleme der Zivilisation. Klim 30 Folgen einer schlechten Adaptation und Störung der Temperaturregulation 1. Vasokontriktion der peripheren Blutgefäße 2. Umverteilung des Blutvolumens der peripheren Gefäße in den systemischen Kreislauf 3. Blutdruckanstieg Klim 31 Hypothese zur Schmerzzunahme bei chronischer Polyarthritis bei Abnahme der Lufttemperatur (Latman 1987, Rothschild et al. 1982) 1. 2. 3. 4. 5. 6. Abnahme der Lufttemperatur Abnahme der Temperatur in den Gelenken Abnahme der Synovialtemperatur Zunahme der Viskosität der Synovialflüssigkeit Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit Zunahme der Schmerzen Klim 32 Schwülegrenzen in Abhängigkeit von der Lufttemperatur und relativen Feuchte (Amelung et al. 1986) Temperatur °C 30 28 26 24 22 Relative Feuchtigkeit % 45 50 65 70 75 Klim 33 Medizinisch relevante Faktoren des Gebirgsklimas Reizwirkung der UV-Strahlung über die Haut Wirkung thermische Reize über die Haut und Nasenschleimhaut Wirkung des geringerer Sauerstoffgehalt und höherer Ozongehalt über die Atmung Entlastende Wirkung durch besonders reine Luft über die Atmung Entlastende Wirkung durch besonders geringen Geräuschpegel Psychisch aufbauende Wirkung durch die umwerfende Schönheit der Landschaft über das Auge Klim 34 Klimawirkungen bei angemessener Dosierung Verbesserung der Thermoregulation durch Kälteadaptation Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit Verbesserung des Hautzustandes bei Hauterkrankungen Verbesserung des endogenen UV-Schutzes Vitamin D3-Bildung und Verbesserung der zellulären Sauerstoffversorgung Beeinflussung des Immunsystems durch Hemmung der Langerhanszellen der Haut (Hemmung der pro-inflammatorischen Typ 1-Reaktion, Abhärtung?) Durch Entlastung der Atemwege kann die körperliche Leistungsfähigkeit trainiert werden Klim 35 Nachgewiesene Wirkungen einer verbesserten Kälteadaptation Verminderung einer Kälteempfindlichkeit (SchmidtKessen 1965) Die Schmerzschwelle verschiebt sich zu tieferen Temperaturen (Turowski et al. 1987) Der kältebedingte initiale Anstieg des Blutdrucks wird geringer (z.B. Tiedt 1987) Verminderung der Herzfrequenz nach Kaltreiz ist stärker ausgeprägt (Ashkar et al. 1985) Zunahme der kälteinduzierten reaktiven Stoffwechselwärme (Brück et al. 1970) Klim 36 Verbesserung des aeroben Stoffwechsels durch Kälteadaptation Die physische Leistungsfähigkeit steigt Durch Terrainkuren unter kühlen Bedingungen, (Regimen refrigerans) Durch Liegekuren an der frischen Luft (Training en repos). Klim 37 Abnahme der Laktat-Konzentration im Blut bei gleicher Ergometerbelastung durch eine Liegekur an der frischen Luft Vor der Kur 3 Wochen danach By A. Schuh 1995 Klim 38 Abnahme der Laktat-Konzentration im Blut bei gleicher Ergometerbelastung durch eine Terrainkur unter kühlen Bedingungen Vor der Kur 3 Wochen danach By A. Schuh 1995 Klim 39 Vitamin D3–Bildung und O2-Versorgung 255-320 nm Umwandlung von 7-Dehydrocholesterin in Vitamin D3 Bedarf an D3 wird gedeckt durch 2mal wöchentliche Sonnenbestrahlung unter Vermeidung eines Erythems auf einer Fläche, deren Größe Armen und Gesicht entspricht. 7-Dehydrocholesterin Vitamin D3 1,25-Dihydroxycholecalciferol Aktivierung der intestinalen Ca- und Phosphatresorption Aktivierung der renalen Phosphatrückresorption Aktivierung der intraerythrocytären Glykolyse Anstieg des 2,3-Diphosphoglycerats im Erythrocyten Zunahme der Dissoziation des Oxyhämoglobins Zunahme der O2-Versorgung Klim 40 Photobiologische Strahlungswirkungen durch UV-B Erythem: max. 297 nm Latenz: 1-4 Std. Maximum: 6-9 Std. MED: 36-50 mJ/cm2 Klim 41 Melanin-Synthese L-Tyrosin langsam Dopaoxydase L-Dopa Protein (Cu++)2 schnell Tyrosinase Protein (Cu+)2 Aktivierung Dopachinon spontan Dopachrom Beseitigung der SH-Hemmung durch UV-Strahlung 280-310 nm Röntgenstrahlung Temperaturerhöhung Entzündungsprozesse SH-Blocker: As, Fe, Bi, Au, Ag, Hg Polym. Melanin Klim 42 Die Pigmentierung durch UVA 1 Melanocyt auf 36 Keratinocyten Phagocytose der Melanosomen Melanosomen mit Melanin Melanocyt Stratum basale Klim 43 Langerhanszell-Reaktion Hemmung der Immunantwort Blockierung der T-Helferzellen (Typ 1-Reaktion) Stimulation der T-Suppressorzellen (Typ 2-Reaktion) Klim 44 Hypothalamus Ag IL1 Akutphase IL1 IL4 TNFα Entzündung Hypophyse Nebenniere Allergen ACTH CRH Cortisol Typ1 Typ2 Undifferenzierte Typ2Proinflammatorische Antiinflam. T-Zelle Helferzelle R Reaktion Ag Th0 MZ LZ CD4 IL12 IL4 IL4, IL10 Th1 AK IFN-γ Th2 CD4 CD4 Typ1IFN-γ IgE IL4 Helferzelle IFN-γ IL4 IL5 IL2 IL6 Tcyt NK B-Ly Plasmazelle CD8 Killerzellen Zellvermittelte Reaktion, IgM AK-vermittelte Reaktion IgG, IgA Hauttypen Typ I Typ II keltischer Typ hellhäutiger Europäer Typ III Typ IV dunkel- mediterraner häutiger Typ Europäer Häufigkeit Hautfarbe Brustwarzen Sommersprossen Sonnenbrandgefahr Pigmentierung Eigenschutzzeit 2% sehr hell auffallend hell viele immer kaum 5-10 min 12 % hell hell oft fast immer mäßig 10-20 min 78 % 8% hellbraun dunkelbraun pigmentiert dunkel kaum nie selten nie immer immer 20-30 min 30-40 min Klim 46 Relative Lichtempfindlichkeit der Körperpartien Handrücken, Unterschenkel Stirn, Hals, Bein Arme Brust, Bauch, Rücken 25 % 25 - 50 % 50 - 75 % 75 - 100 % Klim 47 Strukturen für Heilklimatische Kurorte Terrainwegenetz mind. 30 km (5 – 15% Steigung) Klimapavillon Liege- und Gymnastikwiese Hydrotherapieeinrichtungen Radwanderwege Patientenberatung und -führung Klim 48 Indikationen Folgezustände nach Trainingsmangel Therapie: Terrainkur unter kühlen Bedingungen Atemwegserkrankungen Therapie: Terrainkur und Atemschulung Osteoporose Therapie: Terrainkur und Heliotherapie Hauterkrankungen (Psoriasis, Neurodermitis) Therapie: Terrainkur und Heliotherapie Klim 49 Herz- und Gefäßkrankheiten KHK Hypertonie Stadium 1-III WHO können sich in Höhen bis 2000 m aufhalten und bewegungstherapeutischen Maßnahmen zugeführt werden (Hartmann 1989). Körperliche Anstrengung ist im Hochgebirge weniger belastend (geringere Temperatur und Luftfeuchtigkeit) Klim 50 Kontraindikation im Hochgebirge Cor pulmonale mit Druckerhöhung in der Arterie pulmonale Ausgeprägte Herzinsuffizienz (Stadien III und IV) Mitralstenosen Arterielle Verschlusskrankheit (Stadien III und IV) Angina pectoris in Ruhe Vorsicht bei schnellem Höhenwechsel bei älteren Personen (Auslösung von Herzrhythmusstörungen) Klim 51 Weitere Kontraindikationen im Hochgebirge Akute Infektionskrankheiten Schwere und akute psychische und neurologische Erkrankungen, Psychosen Alkoholabhängigkeit Systemsklerose Akute Entzündungen der Nieren und ableitenden Harnwege Klim 52 Belastung durch kurzfristigen Höhenaufenthalt Pulsverlangsamung Verringerung des Herzzeitvolumens Leichte Blutdrucksenkung Druckanstieg in der Arteria pulmonalis Nach 1 Stunde Höhenaufenthalt Pulsbeschleunigung Leichter Anstieg des systolischen Drucks Zunahme der Pulswellengeschwindigkeit Zunahme des Herzzeitvolumens Vertiefung der Atmung Leistungsfähigkeit ist vermindert Neigung zu Herzrhythmusstörungen bei Disposition Höhenadaptation nach 24 bis 48 Stunden Klim 53 Nebenwirkungen durch Höhenaufenthalt In den ersten Tagen Kopfschmerzen Unruhe und Schlafstörungen Bei hyperreagiblen und hypernervösen Personen höchste körperliche und seelische Schonung insbesondere bei Hyperthyreose Diabetes, wenn insulinpflichtig Klim 54 Weitere Expositionsverfahren und Indikationen Freiluftliegekur (1-3mal täglich 2 Std.) Rekonvaleszenz bei bettlägerigen Kranken Freiluftnachtschlaf (kühle Atemluft) Wetterfühligkeit Kreislaufregulations- und Schlafstörungen Luftbad (Badekleidung, Bewegung, Kälte) hypotone Kreislaufregulationsstörungen Fettsucht Fibromyalgie Klim 55 Indikationen der Heliotherapie zur unterstützenden Behandlung Nicht aktive Rheumatoide Arthritis Generalisierte Tendoperiostose Hypertonie Osteomalazie Osteoporose Atemwegserkrankungen Nicht aktive Tbc Kardiologische Rehabilitation Depressionen Klim 56 Indikationen der Heliotherapie zur Prävention Lichtgewöhnung im Winter und Frühjahr bei Lichturtikaria u.a. Photodermatosen Rachitisprophylaxe im Kindesalter Infektionsprophylaxe und Steigerung der Immunresistenz Steigerung des mentalen Lernvermögens. Klim 57 Indikationen der Heliotherapie zur unterstützenden Behandlung von Hautkrankheiten Juckende Dermatosen Chronisch rezidivierende Urticaria Atopische konstitutionelle Neurodermitis Psoriasis arthropatica Vitiligo Klim 58 Photo-Sole-Therapie bei Psoriasis 10-15 Minuten Baden in hochprozentiger Sole oder Meerwasser Bestrahlung mit suberythemalen Dosen täglich SUP-Strahler (300-320 nm) Sonne Indikationen Psoriasis Ichthyosis Klim 59 Psoriasis Klim 60 Photo-Sole-Therapie bei Neurodermitis 10-15 Minuten Baden in anfangs 1%iger Sole oder höher soweit verträglich Bestrahlung täglich mit Hochleistungs-UV-A-Strahler Sonne Indikationen Atopische konstitutionelle Neurodermitis Klim 61 Minimale Erythemdosis (MED) Lichttreppe mit 20-30-40-50-60-70 mJ/cm2 Rücken, Gesäß (repräsentativ), Unterarme Ablesung nach 24 Stunden Heliotherapie wird nach Tabellen dosiert Klim 62 Sonnenbäder im Flachland bis 500 m in Minuten Monat März April Mai Juni/Juli August Septem. Tageszeit Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags wolkenlos teilweise bewölkt 1. Bad 3. Bad 5. Bad 1. Bad 3. Bad 5. Bad 70 60 90 40 35 55 30 25 40 35 30 45 40 35 55 60 50 75 90 90 90 60 70 90 55 45 70 60 50 75 70 60 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 75 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 75 90 50 45 70 40 30 50 45 40 60 50 45 70 75 60 90 90 90 90 90 75 90 70 55 90 75 70 90 90 75 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 Klim 63 Sonnenbäder in Höhenlagen 1300-1700 m in Minuten Monat März Schnee April Schnee April kein Schnee Mai Juni Juli August Septem. Tageszeit Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags Vormittags 11-14 Uhr Nachmittags wolkenlos teilweise bewölkt 1. Bad 3. Bad 5. Bad 1. Bad 3. Bad 5. Bad 50 40 60 25 20 30 35 30 45 25 20 30 30 25 40 25 20 30 35 30 45 90 70 90 45 35 55 60 50 75 45 35 55 55 45 70 45 35 50 60 55 75 90 90 90 75 60 90 90 90 90 75 60 90 90 75 90 75 60 90 90 90 90 60 50 75 30 25 40 45 40 60 30 25 40 40 30 50 30 25 40 45 40 60 90 90 90 55 45 70 75 70 90 55 45 70 70 55 90 50 45 70 75 70 90 90 90 90 90 75 90 90 90 90 90 75 90 90 90 90 90 75 90 90 90 90 Klim 64 Dynamisierung Leistungssteigerung Stimmungsaufhellung Klim 65 Braun wennst bist, hast überall Kredit Braune Haut signalisiert Sportlichkeit Der Neid der Nachbarn macht die Bräune schön Lichtschutz Die meisten Lichtschutzmittel absorbieren vorwiegend UV-B. Der Gebrauch von Lichtschutzmitteln führt zu einer stärkeren Belastung der Haut durch UV-A, weil das warnende Erythem unterdrückt wird. Endogener Lichtschutz wird vorwiegend durch die Verdickung der Hornschicht erreicht. Einen geringen Anteil am Lichtschutz haben die Aminosäuren und die Urocaninsäure in der Hornschicht. Das Melanin liegt zu tief. Lichtgewöhnung durch protrahierte und fraktionierte Bestrahlung unterhalb der MED ist zu empfehlen. Klim 67 Lichtschutzfaktor Schutzzeit = Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor Lichtschwiele: Pigmentierung: Adaptation: Lichtschutzfaktor 4 Lichtschutzfaktor 10 bis Lichtschutzfaktor 40 Klim 68 Photoallergie Sulfonamide Psychopharmaka Antihistaminika Antimykotika Phenothiazine Desodorantien optische Aufheller in der Wäsche Süßstoffe Photoallergische Reaktion treten mit einer Latenz von 7-21 Tagen auf. Klim 69 Phototoxizität Verunreinigungen in Vaseline und Gesichtskosmetika Acridinfarbstoffe Trypaflavin Eosin in Lippenstiften Wiesengras-Dermatitis Bergamottöl (Kölnisch Wasser) BerloqueDermatitis Phototoxische Reaktionen treten sofort auf. Klim 70 Risiken Onkologische Risiken bei therapeutischer Anwendung sind unerheblich. Bindegewebsveränderungen, Faltenbildung und Basaliome treten auf an bestrahlten Stellen bei übermäßiger und unnötiger Anwendung in Solarien aus kosmetischem Interesse oder lebenslanger Sonnenexposition bei bestimmten Berufsgruppen. Melanome treten auf zu 75% an nicht bestrahlten Stellen vorwiegend nach starken Lichtentzündungen im Kindesalter in späteren Jahren. Mortalität in Deutschland 0,2 Fälle pro 10000 Einwohner. Klim 71 Nutzen und Schaden der UVStrahlung für den Menschen Schaden Mangelsituation (Unterdosierung) Nutzen Diätetische Nutzung (Normale Dosierung) Präventive Nutzung bei bestehenden Mangelintervallen (Kurzfristige leichte Überdosierung) Primärprävention Stimulation durch Reizung (Kurzfristige leichte Überdosierung) Sekundärprävention Nutzung zur Therapie (Spezielle Dosierung insbes. bei Hautkrankheiten) Tertiäre Prävention, Rehabilitation, Therapie Schaden Toxische Hautreaktionen (Überdosierung) Klim 72 Zusammenfassung Klimatherapie ist eine Stimulationstherapie. Sie führt zur Reaktivierung noch vorhandener Selbstheilungskräfte. Sie ist geeignet Medikamente zu reduzieren. Klimatherapie ist ein typisches Naturheilverfahren. Klim 73