File: "Dr._Denis_Gruber_-_Filmanalyse_I_

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Seminar: Deutsche Teilung und
Wiedervereinigung im Film
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САНКТ-ПЕТЕРБУРГСКИЙ
ГОСУДАРСТВЕННЫЙ УНИВЕРСИТЕТ
ФАКУЛЬТЕТ СОЦИОЛОГИИ
Dozent: Dr. Denis Gruber
In diesem Seminar
werden folgende Filme
und Zeitepochen
analysiert:
Die 1940er Jahre:
"Karbid und Sauerampfer“
„Luftbrücke–Nur der Himmel war frei“
Die 1950er Jahre:
„Zwei Tage Hoffnung – Der Aufstand vom
17. Juni 1953“,
"Berlin-Ecke Schoenhauser"
Die 1960er Jahre I: „Der geteilte Himmel“, „Spur
der Steine“, "Der rote Kakadu
Die 1960er Jahre II: „Berlin um die Ecke“, „Die Mauer
– Berlin `61“, „Der Tunnel“ „For Eyes Only“
Die 1970er Jahre I: „Sonnenallee“, „Die Legende
von Paul und Paula“,
Die 1970er Jahre II: „An die Grenze“, „Mit dem
Wind nach Westen“
Die 1980er Jahre I: „Die Frau vom Checkpoint
Charlie“,
„Das Leben der Anderen“, „NVA"
Die 1980er Jahre II: Das Wunder von Berlin“, „12
heißt ich liebe dich“, „Goodbye Lenin“
Die 1980er Jahre III: „Liebe kennt keine
Grenzen“, „Schulz&Schulz“,
„Deutschlandspiel“
Seminar: Deutsche Teilung und
Wiedervereinigung im Film
- 1933 endete die Weimarer Republik und damit der erste
Anlauf zu einer demokratischen Regierungsform in
Deutschland
- 12 Jahre menschenunwürdige NS-Diktatur waren die
Folge
- 1945 versank das "Tausendjährige Reich" in Schutz und
Asche
- Die Verbrechen der NS-Zeit hatten ein beispielloses
Ausmaß
- Deutschland als Staat war zerstört
- Hier beginnt unser Einstieg in die deutsche Geschichte
• Deutschland nach 1945: Besatzung, Teilung, Gründung
der Bundesrepublik und der DDR
Filmanalyse
• Dimensionen der Analyse nach Korte (1999)
Filmrealität
Bedingungsrealität
Inhalt, Form, Handlung
Warum wird dieser Inhalt, in dieser
historischen Situation, in dieser Form
filmisch aktualisiert?
Film
Bezugsrealität
In welchem Verhältnis steht die filmische
Darstellung zur realen Bedeutung des
Problems?
Wirkungsrealität
dominante zeitgenössische Rezeption;
heutige Rezeption
Filmrealität
• Ermittlung aller am Film selbst feststellbarer
Daten, Informationen, Aussagen
• also Inhalt, formale und technische Daten,
Einsatz filmischer Mittel, inhaltlicher und
formaler Aufbau des Films
• handelnde Personen, Handlungsorte,
Handlungshöhepunkte
• Informationslenkung und
Spannungsdramaturgie
Bedingungsrealität
• Ermittlung der Kontextfaktoren, die die
Produktion, die inhaltliche und formale
Gestaltung des Films beeinflusst haben
• Aufarbeitung der historisch-gesellschaftlichen
Situation zur Entstehungszeit des Films
• Stand der Filmtechnik
• Bezug zu anderen inhaltlich oder intentional
ähnlichen Filmen
• Weitere Filme des Regisseurs
• Bezug zur literarischen Vorlage
Bezugsrealität
• Erarbeitung der inhaltlichen, historischen
Problematik, die im Film thematisiert wird
• Verhältnis der filmischen Darstellung zur
realen Bedeutung der historischen Ereignisse
Wirkungsrealität
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Laufzeiten des Films
Intentionen der Hersteller
Zeitgenössische Rezeption
Heutige Rezeption
Deutschland in den
1940er Jahren
Bedingungsrealität
• Deutschland nach dem Kriegsende 1945
• Durch die bedingungslose Kapitulation am 7. und
8. Mai 1945 verlor das Deutsche Reich seine
Staatlichkeit
• In der „Berliner Deklaration“ vom 5.6.1945 wurde
die Regierungsgewalt durch die USA, UdSSR,
Großbritannien und Frankreich übernommen
• Im „Potsdamer Abkommen“ vom 2.8. 1945
wurde die Teilung des Deutschen Reiches in vier
Besatzungszonen und vier Berliner Sektoren
festgelegt
Potsdamer Abkommen
• Potsdamer Abkommen = Bezeichnung für das offizielle
Schlussprotokoll der Potsdamer Konferenz vom 2. August
1945 über Deutschland und seine Stellung in Europa nach
dem 2. Weltkrieg.
• Als Vertreter der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und
der UdSSR bemühten sich Harry Truman, Sir Winston
Churchill (ab 28. Juli 1945 dessen Nachfolger Clement Attlee)
und Jossif W. Stalin, Deutschlands Position im Europa der
Nachkriegszeit festzuschreiben
• Entnazifizierung, Verhaftung der führenden NSDAPMitglieder sowie die Entlassung von NSDAP-Mitgliedern aus
öffentlichen Ämtern, Gewährung von Meinungs- und
Pressefreiheit, Bildung von der Demokratie verpflichteten
Parteien und Gewerkschaften
• Deutschland sollte entmilitarisiert und von den Alliierten
militärisch besetzt werden
• tatsächliche politische Macht in den einzelnen
Besatzungszonen sollte den Militärgouverneuren zukommen
WIEDERERWACHEN DES POLITISCHEN
LEBENS IN DEUTSCHLAND
• Nachkriegszeit in Deutschland war gekennzeichnet
durch eine katastrophale Ernährungslage, durch die
Zerstörung der Großstädte, Wohnraummangel und
umfangreiche Demontagen seitens der
Besatzungsmächte
• Gleichzeitig strömten Massen von Flüchtlingen nach
Deutschland, die ernährt, untergebracht und möglichst
in die Gesellschaft integriert werden mussten
• Ungeachtet dieser Umstände begann sich schon relativ
früh das politische Leben in den Besatzungszonen zu
entwickeln  Gründung politischer Parteien
Besatzungszeit in Deutschland 19451949
• Besatzungszeit in Deutschland 19451949, Zeit zwischen dem Ende des
2. Weltkrieges 1945 und der Errichtung der
Bundesrepublik Deutschland und der
Deutschen Demokratischen Republik 1949
• Von 1945-1949 bestimmten die vier alliierten
Besatzungsmächte das politische Leben in
Deutschland
WIEDERERWACHEN DES POLITISCHEN
LEBENS IN DEUTSCHLAND
• In den Westzonen knüpften die Alliierten, wenn
auch in unterschiedlicher Weise an bestehende
deutsche Traditionen an, in der sowjetischen Zone
suchte man eher den Bruch mit ihnen:
• Amerikaner übernahmen die deutsche
föderalstaatliche Tradition, die auch ihrem
eigenen Verfassungsverständnis entsprach
• Amerikaner förderten den wirtschaftlichen
Wiederaufstieg ihrer Zone, dann der anderen
Westzonen
WIEDERERWACHEN DES POLITISCHEN
LEBENS IN DEUTSCHLAND
• Großbritannien setzte weniger auf die föderalen
Staatstraditionen, sondern orientierten sich vornehmlich
auf eine Kommunalverwaltung
• Doppelspitze aus Verwaltungschef und dem gewählten
Bürgermeister
• Wirtschaftspolitisch folgten die Briten sehr stark der
amerikanischen Politik
• Ursachen: auch Briten waren nach Kriegsende in
ökonomischer Abhängigkeit von den USA
• Folge: schon 1946 wurden die amerikanische und
britische Besatzungszone in Westdeutschland zur
Bizone zusammengelegt und einheitlich verwaltet
WIEDERERWACHEN DES POLITISCHEN
LEBENS IN DEUTSCHLAND
• Frankreichs Besatzungspolitik folgte in erster Linie
sicherheitspolitischen Prämissen
• Ursachen: Kriege von 1870/71, 1914/18 und 1939/45,
in denen die Kriegshandlungen zwischen Deutschland
und Frankreich auf franz. Territorium stattfanden
• Aus Sicht Frankreichs durfte sich keine Konstellation
wiederholen, aus der heraus ein deutscher Staat
Frankreich angreifen konnte
• Frankreich wollte Auflösung des Dt. Reiches in viele
Einzelstaaten, strebte einen „deutschen“ Zustand wie
vor 1871 an
• Frankreich versuchte seine Besatzungszone,
insbesondere das Saarland, wirtschaftspolitisch für sich
nutzbar zu machen
WIEDERERWACHEN DES POLITISCHEN
LEBENS IN DEUTSCHLAND
• Sowjetunion verfolgte das Ziel der Schaffung eines
zentralisierten Einheitsstaates, wie er später mit der DDR
errichtet wurde
• Übertragung des sowjetischen Staatsmodells auf ihre
Besatzungszone
• Wirtschaftlich war die sowjet. Besatzungszone erheblich
schlechter gestellt als die anderen
• Sowjetische Wirtschaftskraft war traditionell schwächer und
kein anderes Land hatte neben Deutschland unter dem 2.
Weltkrieg gelitten
• Kein anderes Land hat dieselben Opfer an Menschen
• SU war deshalb gar nicht zu einer wirtschaftspolitisch relativ
großzügigen Politik in der Lage
• Eisenbahnschienen beispielsweise, die in der SBZ demontiert
wurden, brauchte man in der SU, genauso wie wichtige
Bodenschätze und Produktionsanlagen
Karbid und Sauerampfer
Karbid und Sauerampfer
Karbid und Sauerampfer
• Nach dem Ende des 2. Weltkrieges liegt Dresden in Schutt und Asche.
Darunter auch die Zigarettenfabrik. Für den Wiederaufbau benötigt man
Karbid zum Schweißen. Kalle, der früher hier gearbeitet hat, möchte, dass sein
alter Arbeitsplatz wieder aufgebaut wird. Deshalb macht sich der Nichtraucher
Kalle auf, um Karbid zu beschaffen. Von seinen Arbeitskollegen erfährt er von
Karbidfässern in Wittenberge. Dort bekommt er sieben Fässer Karbid und
muss diese nun ohne eigenes Transportmittel nach Dresden schaffen. Häufig
reist er per Anhalter nach Dresden zurück. Sein Zahlungsmittel sind Zigaretten,
seine Wegzehrung Sauerampfer. Als erstes nimmt ihn die sympathische Karla
auf ihrem Fuhrwerk mit. Am liebsten würde er länger bei ihr bleiben, doch die
Pflicht treibt ihn weiter. Er verspricht, wiederzukehren.
• Er wird er von einem LKW-Fahrer mitgenommen. Letztlich wird die Rückfahrt
deutlich schwerer als gedacht. Kalle wird verdächtigt, ein Plünderer zu sein,
muss sich mit einem geschäftstüchtigen amerikanischen Soldaten
auseinandersetzen, ebenso wie mit Rotarmisten, die ihm mehrere seiner
Fässer abnehmen. Er erleidet Schiffbruch und muss sich einer mannstollen
Witwe erwehren. Trotz aller Widrigkeiten bringt er zwei Fässer bis nach
Dresden. Nun kann ein Neuanfang beginnen. Nicht zuletzt, weil es für den
Hallodri Kalle nötig ist, eine gute Grundlage zu schaffen; immerhin werden er
und Karla Eltern.
Karbid und Sauerampfer
• Die Geschichte des Films basiert auf wahren Ereignissen. Autor Hans OlivaHagen schrieb an dem Stoff schon, während „Gewissen in Aufruhr“ ebenfalls mit Erwin Geschonneck in der Hauptrolle - gedreht wurde.
Ursprünglich sollte ebenfalls Günter Reisch Regie führen; da dieser jedoch
nicht verfügbar war, wurde Frank Beyer Regisseur des Films. Zunächst hatte
er Probleme, Geschonneck als Hauptdarsteller durchzusetzen, da man bei
der DEFA einen jüngeren Hauptdarsteller wollte.
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• Der echte Karbid-Kalle - Richard Hartmann - hatte mehr Erfolg als KarbidKalle im Film. Mit einem Kollegen brachte er alle seine neun Fässer ins Werk.
Allerdings erlebte er nicht ganz so aufregende Abenteuer und zeugte
unterwegs auch kein Kind. Hartmann und Geschonneck lernten sich erst
nach den Dreharbeiten kennen. Alternativ war als Titel auch Karbid-Kalle in
der Überlegung. Die Episode, in der Pilze in einem Minenfeld gesammelt
werden, geht auf ein wahres Erlebnis von DEFA-Regisseur Kurt Maetzig
zurück. Für Erwin Geschonneck war der Film der endgültige, wenn auch
späte, Durchbruch zum großen DEFA-Star und Charakterkomiker. Der
Schwarzweißfilm der DEFA-Gruppe KAG „Roter Kreis“ hatte am 27. Dezember
1963 im Berliner Kino Kosmos Premiere.
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Die 1950er Jahre
im geteilten
Deutschland
Berlin – Ecke Schönhauser
Filmrealität
• alle am Film selbst feststellbaren Daten
• männliche Hauptfiguren Dieter, Karl – Heinz und
der namenlose Kommissar der Volkspolizei im
Mittelpunkt
• Auf Ihre Einstellungen und Motivationen bezüglich
der beiden Systeme der gespaltenen Stadt soll
näher eingegangen werden
• Vopo – Kommissar genießt einen besonderen
Status im Film, er soll den von Klein und Kohlhaase
gedachten, idealen Staat, verkörpern.
Berlin – Ecke Schönhauser
• Welche Einstellung hat Dieter zum politischen System der DDR ?
• Am Tage arbeitet er fleißig im Betrieb, wo er ein vorbildlicher
Arbeiter ist.
• Seine Freizeit verlebt Dieter am liebsten auf der Straße, wo er
Abwechslung und Freiheit findet. Dieter kann die pädagogischen
Auslassungen seines volljährigen Bruders nicht mehr hören (Schenk
1994, 127). Er lässt sich ungern bevormunden und will seine eigenen
Wege gehen.
• Seine Freundin Angela, sein Bruder (trotz diverser
Meinungsverschiedenheiten wichtige Identifikationsfigur) und das
Heimatgefühl, des Berlins der Schönhauser Allee, sind die Werte, die
er schätzt und verteidigt.
• Zum System der Deutschen Demokratischen Republik fehlt ihm die
Meinung, er gibt sich als politisch uninteressiert und verkörpert die
Person eines typischen Einzelgängers. Er betont, dass er seine Arbeit
hat und sich selbst versorgen kann.
Berlin – Ecke Schönhauser
• Bei einem Verhör im Westberliner Büro kann er keine negativen
Eindrücke über das kommunistischen System liefern. Im Zwiegespräch
mit dem Kommissar der Volkspolizei äußert er, dass sie ihn alle in
Ruhe lassen können, Vorschriften des Staates lässt er sich nicht
aufdiktieren.
• Sein Interesse am politischen Leben ist gering, sein Bruder erzählt ihm
schon genug von Sachen, die ihn nicht interessieren.
• Er wehrt sich gegen einen Eintritt in die FDJ, welch große Mühe sich
auch die Funktionäre geben. Dieter braucht keine Organisation nach
der Arbeit, das Leben auf der Straße kann man ihm nicht ersetzen.
• Das Misstrauen an den politischen Institutionen wächst, als Dieter
erfährt, dass der Vopo – Kommissar den FDJ –Funktionären von seiner
Anwesenheit am Ort des Ausweisdiebstahl berichtet. Er erkennt nicht,
dass ihn der Kommissar helfen wollte, um nicht auf die illegale Bahn zu
gelangen und seine Freizeit fernab negativer Einflüsse in der FDJ zu
verleben.
Berlin – Ecke Schönhauser
- Motivationen von Karl – Heinz
• Am charakteristischsten für die Lage des geteilten Berlins ist sicherlich
die Figur des Karl – Heinz (Joho 1957).
• Vor den anderen Jugendlichen markiert er oft den reichen Mann, ihm
ist es wichtig seinen Freunden seine neue Jacke aus dem Westen zu
präsentieren.
• „Kohle“ fordert er auf, eine Straßenlaterne zu zertrümmern, kann ihm
jedoch die versprochene Mark gar nicht zahlen
• Vor acht Monaten ging er vom Gymnasium, weil es ihm zu langweilig
war, seither ist er ohne feste Arbeit, nach Ansicht des Vopo –
Kommissars liegt er seinen Eltern auf der Tasche
• hat den widerlichen Ost – West – Opportunismus seines Elternhauses
satt. Er fordert seine Eltern auf, endlich in den Westen abzuhauen
• Sein Vater entgegnet ihm, dass sich der Westen im psychologischen
Vorteil befindet und das ganze System zusammenbrechen wird, er
möchte Geld und Haus nicht aufgeben
Berlin – Ecke Schönhauser
• Motivationen von Karl – Heinz
• Karl – Heinz zeigt sich vom Westen vorschnell
beeindruckt, er sieht nur die Verlockungen des Westens
und das schnelle Geld, welches sich verdienen lässt
• Durch seine Kontakte zu Westberlinern gerät er in
Kriminellenkreise, hierbei versucht er durch Diebstahl
von Personalausweisen Westgeld zu verdienen
• Ihm fehlt die Kenntnis, in welche Geschäfte er verwickelt
ist und welche Gefahren der Westen mit sich bringt und
gerade deshalb verhängnisvoll scheitert
• er muss erkennen, dass er im Westen nicht glücklich wird
und flieht nach dem Totschlag an einen, in illegalen
Geldgeschäften verwickelten, Mann zurück in den Osten.
Berlin – Ecke Schönhauser
• Welche Person soll der Vopo – Kommissar in dem Spielfilm
verkörpern ?
• Kommissar nimmt eine ganz wichtige Rolle im Film ein
• verkörpert die humane und erziehende Rolle
• durch Hilfsbereitschaft und Diskussion sowie
väterliches Geleit sollen die Menschen für die noch
junge Republik gewonnen werden
• überlegtes Auftreten und Ermahnungen die von Herzen
kommen zeichnen den Kommissar aus
• verurteilt die Jugendlichen nicht vorschnell, sondern
kümmert sich verständnisvoll um sie und versucht sie
wieder auf die richtige Bahn zu lenken
Bedinungsrealität
• Kontextfaktoren ermitteln, welche
die inhaltliche und formale
Gestaltung des Films beeinflusst
haben
• politische Intentionen des Regisseurs
• in wieweit hat die staatliche Politik
die Dreharbeiten beeinflusst
Berlin – Ecke Schönhauser
Bezugsrealität
• inhaltliche und historische Problematik, die im
Film thematisiert
• Hauptaugenmerk hat die besondere Situation
der geteilten Stadt Berlin und die damalig
aktuelle Frage „Fliehen oder Bleiben“
• Zudem wird auf die sozialen Probleme der
Berliner Jugend Mitte der 50er Jahre
eingegangen
Berlin – Ecke Schönhauser
Wirkungsrealität
• öffentliche Reaktion auf den Film in beiden
Seiten Deutschlands dargestellt
• Beurteilung des Spielfilms durch die politische
Führung des Landes
Die 1960er Jahre
im geteilten
Deutschland
Das geteilte Himmel.
Der geteilte Himmel“ ist eine getreue Verfilmung von Christa
Wolfs gleichnamigem Roman, eine ruhig erzählte, tragische
Liebesgeschichte, die sich unter dem Vorzeichen der deutschdeutschen Teilung ereignet. Die ganze Erzählung findet auf zwei
Ebenen statt. Die erste Ebene spielt im Krankenhaus (nach ihrem
Unfall) und wird von Rita in der allwissenden Erzählerrede
erzählt. Dort wird im Präsens beschrieben, wie ihr Leben im
Krankenhaus abläuft (Gespräche mit Besuchern etc.). Diese
Ebene ist folglich das Jetzt.
In der zweiten Ebene wird die ganze Handlung beschrieben, alles
das, was in der Inhaltszusammenfassung steht.
Die Hauptfiguren:
Rita- arbeitet als Teil ihrer Ausbildung in einer Brigade des
Waggonbauwerks Ammendorf. Anfänglich ist Rita ein junges,
unerfahrenes Mädchen in einem kleinen Dorf im Osten
Deutschlands Ihre Kindheit war sicher nicht die leichteste, da
sie ohne ihren Vater aufwachsen musste und sie die Schule
frühzeitig beenden musste, da es ihr an Geld mangelte.
Die Hauptfiguren:
Manfred, der in einer zerstrittenen Familie aufwächst, ist
Chemiker. Er verliert den Glauben an das sozialistische
Wirtschaftssystem, nachdem eine seiner Entwicklungen von
den Wirtschaftsfunktionären der DDR abgelehnt wird.
Der Inhalt:
• Rita und Manfred lernen sich beim Dorftanz kennen: Es ist
Liebe auf den ersten Blick. Sie beziehen eine gemeinsame
Wohnung in Halle.
• Manfred geht er über Ostberlin in den Westen. Rita reist ihm
nach und versucht ihn zur Rückkehr zu bewegen.
• Doch er will bleiben, Rita aber fühlt sich im Westen fremd und
fährt nach Halle zurück.
• Kurz darauf wird die Mauer gebaut und trennt die beiden
endgültig. Rita versucht sich umzubringen und fällt ins Koma,
aus dem sie später im Krankenhaus erwacht. Aus der
Perspektive der soeben erwachten Patientin erzählt sie
rückblickend ihre Geschichte mit Manfred.
Bezug zur historischen Wirklichkeit
• Christa Wolf, die Autorin, umgeht die sozialistische
Propagandaliteratur, indem sie die Situation der
Wirtschaft und die Gründe für die mangelhafte
materielle Versorgung der Bevölkerung realistisch
schildert.
• Rita zeichnet ein realistisches Bild der Entwicklung
der DDR von einer vorkommunistischen Gesellschaft
ausgehend, bis zum langsamen Hinführen zum
Sozialismus.
Bezug zur historischen Wirklichkeit
• Rita und Manfred repräsentieren die beiden rivalisierenden
Gesellschaftsformen der damaligen Zeit. Manfred sieht als
einzige Möglichkeit gegen die Willkür und Unfähigkeit der
politischen Führung in der DDR die Flucht in die BRD. Rita
hingegen erkennt zwar die Mängel am sozialistischen System,
doch ist sie bereit, materielle Einbußen in Kauf zu nehmen, um
zum Vervollkommnungsprozess der sozialistischen Idee ihren
Anteil beizutragen.
Der rote Kakadu
Von Dominik Graf, 2005
Drama; Liebesfilm,
Hauptfiguren
Wolle
Ehemann von Luise,
Regimegegner
Siggi
20-jährige Begabte Maler,
verliebt sich in Luise
Luise
Dichterin, überzeugte Sozialistin
Roter Kakadu
Die legendäre Tanzbar im großbürgerlichen Dresdner Stadtteil
„Weißer Hirsch“ war der erste „Jazzkeller“ der DDR. Neben DDRtypischer Unterhaltungsmusik wurde hier Jazz, Blues und Rock‘n‘Roll
live gespielt.
Inhalt
 Siggi kommt vom Lande nach Dresden zu seiner Tante und macht am
Theater ein Praktikum als Kulissenmaler, um später an der Hochschule
Leipzig zu studieren.
Siggi lernt Dichterin Luise und ihren Mann kennen.
Siggi verliebt sich in Luise. Um sie wiederzusehen, geht er zu der
berühmten Tanzbar “Roter Kakadu”.
Um Geld für ein chikes Outfit zu bekommen, stiehlt Siggi eine MeißnerPorzellanfigur seiner Tante, die er in West-Berlin verkauft.
Schnell freundet sich Siggi mit Wolles Clique an.
Das “westlich-dekadente” Freizeitvergnügen und der Wunsch nach
Selbstbestimmung führen die jungen Menschen zum Konflikt mit den
staatlichen Autoritäten
Bedingungsreälität
Im Film geht es um die letzten vier Monate vor dem Mauerbau.
Der Regisseur schaut von außen aus räumlicher und zeitlicher
Entfernung auf Dresden 1961.
Er macht es mit Sensibilität, mit Einfühlungsvermögen und einem
feinen Gespür für Ironie.
Das ist eine Dreiecksgeschichte um Liebe und Freundschaft, die in
einer turbulenten Zeit spielt, in der sich nicht nur das Schicksal
dreier Menschen entscheidet, sondern in der zufällig gerade
Weltgeschichte geschrieben wird.
Bezugsrealität
• Im Februar 1945 wurde Dresden fast völlig durch Luftangriff zerstört. Mindestens
25000 Zivilisten verloren ihr Leben.
• Nach dem Krieg ist Dresden eine Stadt in der DDR, befindet sich etwa 160 km von
Berlin entfernt.
• Es gibt eine Kluft zwischen sozialistischem Überlegenheitsanspruch und
dem realen Versagen des Regimes.
• Die Parteiführung befürchtet, die „Aufbaugeneration“ ideologisch zu
verlieren
Westeinflüsse
Zunehmende Massenflucht
Repressionen und
Komplete Abriegelung
(Mauerbau am 13 August 1961)
Wirkungsrealität
• 97 000 Menschen verlassen die DDR und den
Ostsektor von Berlin (Juni bis August 1961)
• 50 % davon sind Jugendliche unter 25 Jahren
• insgesamt etwa 2 700 000 Menschen verlassen
zwischen 1959 bis 1961 die DDR und den Ostsektor
Berlins
• Seit 13. August 1961 war es fast unmöglich die
Grenze zu überschreiten und das deutsche Volk wurde
endgültig in 2 Teile geteilt.
Filmrealität
Hauptpersonen:
- Hans Kuhlke – Bauarbeiter, lebt in OstBerlin;
- Katharina Kuhlke – Frau von Hans Kuhlke, lebt in OstBerlin;
- Paul Kuhlke – Sohn von Hans und Katharina, lebt mit der
Familie in OstBerlin;
- Lavinia Kellerman – Klavierlehrerin von Paul Kuhlke;
- Erwin Sawatzke – Verkäufer in West-Berlin.
Bedingungsrealität
Inhalt und Handlung:
Am 12. August 1961 fahren Hans und Katharina Kuhlke nach
WestBerlin, weil sie zu einem Geburtstag eingeladen worden.
Aber in der Nacht wurde die Grenze zwischen Ost- und
WestBerlin geschlossen, und so wird die Familie geteilt.
In den nächsten Tagen versuchen die Eltern von Paul Kulke die
Grenze überqueren um sich mit ihren Sohn zu treffen. Gleichzeitig
wurde Paul Kuhlke betrogen, dass seine Eltern ihm gelassen
haben und nach OstBerlin geflüchtet sind.
Bedingungsrealität
Persönliche Charakterzüge:
- Hans Kuhlke: kümmert sich um seine Familie, doch ist nicht
umsichtig; ergibt sich schnell in der kritischen Situation.
- Katharina Kuhlke: kann alles für das Gedeihen ihrer Familie
machen; liebevolle Mutter.
- Paul Kuhlke: hat Angst von der Partei; fühlt sich einsam, sehnt
sich nach den Eltern; zweifelnde Person.
- Lavinia Kellerman: versucht Paul zu helfen; Frau mit dem
schweren Schicksal; trinkt zu viel Alkohol.
- Erwin Sawatzke: versucht Paul’s Eltern zu helfen; ist
habsüchtig.
Bezugsrealität
Der Hauptsinn des Filmes ist die Tragödie der Familien,
die wegen des Mauerbaus geteilt wurden, zu zeigen. Die
Menschen, die ihre Verwandten oder Freunde im anderen
Teil Berlins hatten, konnten mit ihnen für Jahren nicht
treffen. Und wenn sie schon nach lange Jahren einander
wieder treffen, gab es schon nichts gemeinsames zwischen
diese Leute.
Bezugsrealität
Einige Tatsache über Berliner Mauer:
- der Aufbau wurde am 13 August 1961 aus der Initiative der
DDR-Regierung angefangen;
- eine Menge der Flüchtlinge, die nach WestBerlin wollten, war
der Hauptgrund für den Aufbau;
- Bei dem Fluchtversuch nach WestBerlin kamen etwa 1200
Menschen ums Leben;
- Berliner Mauer hat 28 Jahre 2 Monate und 28 Tage existiert
und wurde am 9 November 1989 zerstört;
- Einige Teile der Mauer wurden wie ein Denkmal und ein
Symbol des kalten Krieges gelassen.
Wirkungsrealität
- Zeitgenössische Rezeption: für die sechziger Jahre war der
Mauerbau eine Tragödie. Doch hatte die Berliner Mauer nicht
nur das Leben der Menschen beeinflusst, sondern auch die
politischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts.
- Heutige Rezeption: heute ist die Mauer eher ein Symbol des
geteilten Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch
macht die Atmosphäre der Film einen riesigen Eindruck an alle
Zuschauer.
Der Tunnel
Von Roland Richter, 2001
Drama; Historischer Film,
Hauptfiguren
Harry Milchior
Ex-Sportler und Tunnelbauer
Mit der Hilfe des Tunnels findet er
den neuen Sinn seines Lebens.
Fritzi
Tunnelbauerin
Mit der Hilfe des Tunnels will
sie mit ihrem Verlobter
wieder sehen
Mattis
Ingenieur
Mit der Hilfe des Tunnels
will seine Frau nach
Westen biegen.
Andere Figuren
• Charlotte, Schwester von Harry. Sie vertraut sowjetische
Behörden nicht und will auch nach Westen zu ihrem Bruder
fliehen.
• Theo, Mann von Charlotte hat Angst von der Flucht und von
dem Leben in anderem Land.
• Carola, Frau von Mattis wurde von sowjetischen Soldaten
gefasst und müsste für sowjetische Behörden arbeiten.
• Oberst Krüger, sowjetischer Beamter, der in diesem Film
sowjetische Macht personifiziert.
Inhalt
• Mattis und Carola machen ein Vorsuch nach Westen zu fliehen. Als
Ergebnis kommt Mattis ohne Carola nach Westen, die von sowjetischen
Soldaten gefasst wurde.
• Harry Melchior, der ein erfolgreicher Sportler in DDR ist, will Kontakte
mit Mattis nicht trennen. Er entscheidet sich für eine Flucht und geht mit
einer falschen Erlaubnis über die Grenze.
• Mattis, Harry und ein paar Freunde finden einen Platz in einem alten
Haus an der Grenze, wo sie ein Tunnel bauen können, um zu ihren
Verwandten nach Westen zu ziehen.
• Mehr Leute, die auch ihre Verwandten im Osten haben, treten ihnen bei.
Unter diesen Leuten ist Fritzi, die dort ihren Verlobten hat.
• Carola, die von sowjetischen Soldaten gefasst wurde, fang mit
sowjetischen Behörden zu arbeiten. So kennen sich aufgrund des
Tunnels.
• Verlobter von Fritzi starb neben der Mauer. Fritzi probiert ein Freitod zu
machen, aber sie stirbt nicht.
• trotz der Tätigkeit der sowjetischen Behörden, flohen 1962 29
Menschen nach Westen mit der Hilfe des Tunnels um im Westen ein
neues Leben zu finden.
Bedingungsreälität
• Im Film geht es um die Zeit des Mauerbaus. Die Grenze
wurde geschlossen und viele Leute wurden getrennt.
• Der Regisseur führt vor, dass sich das Leben der Menschen
an dieser Tunnel konzentriert. Sie betrachten diesen Tunnel
wie eine Möglichkeit mit vorigerem Leben zu trennen und
ein neues Leben anzufangen.
• Die Hauptfiguren, die in den Westen flohen, finden einen
neuen Sinn des Lebens in diesem Tunnel.
• Es gibt keine Ironie in diesem Film. Die Verhältnisse zwischen
den Leuten sind anstrengend und kompliziert.
Bezugsrealität
• Im August 1961 wurde der Mauerbau angefangen. Die Grenze
wurde geschlossen und viele Menschen wurden getrennt.
• Die Leute wollten sich mit diesem Situation nicht abzufinden. Sie
suchte nach verschiedene Möglichkeiten mit seinen Verwendeten
wiederzusehen und zusammenzuleben.
• Der Tunnel war ein Weg für ihre Wiedervereinigung. Es war im
gesamten 193 m. lang und gang unter der Mauer.
• Der Bau des Tunnels wurde in 1961 angefangen und im 1962
flohen 29 Leute durch diesen Tunnel nach Westen.
Kati Klee
und
(Krystyna
Stypułkowska)
Werner
Horrath
(Eberhard
Esche)
Hannes Balla
(Manfred Krug)
Spur der Steine ist ein vom DEFA-Studio für Spielfilme,
Künstlerische Arbeitsgruppe (KAG) „Heinrich Greif“,
produzierter Gegenwartsfilm aus dem Jahr 1966. Regisseur
Frank Beyer, der mit Karl-Georg Egel das Drehbuch
verfasste, inszenierte den Streifen basierend auf dem
gleichnamigen Roman von Erik Neutsch. Spur der Steine
wurde im Bezirk Potsdam uraufgeführt, lief anschließend
drei Tage in einigen Kinos als er wegen „antisozialistischer
Tendenzen“ für 23 Jahre im DEFA-Archiv verschwand. Erst
im Oktober 1989 durfte der Film wieder in der DDR
aufgeführt werden, wenig später auch bei der Berlinale
1990 in der Bundesrepublik Deutschland.
Bezugsrealität
„Spur der Steine“ stellt – sicherlich nicht nur wegen Rücksichtnahme auf die DDRZensur – keinen auch nur versteckt vorgetragenen Frontalangriff auf die Politik der
staatlichen und Parteistellen der DDR dar. Beyer unternimmt einen auch heute
noch sehenswerten und historisch äußerst interessanten Versuch, die
verschiedenen Interessen im Umkreis von Wirtschaft, Staat und Privatleben in
Fokussierung auf die drei Hauptfiguren in ihren Gegensätzen darzustellen und legt
den Finger in alle Wunden, egal von welcher Seite. Die fast schon dokumentarische
Art und Weise zeugt von Beyers eigener Überzeugung zu dieser Zeit, die
Verhältnisse innerhalb der DDR zum Besseren wenden zu können, gleichzeitig aber
auch von schonungsloser Kritik an Dummheit, Egoismus, Verantwortungslosigkeit,
Inkompetenz und Machtgerangel, die sich hinter abstrakten Parolen und
Devotismus zu Partei und Staat verschanzen.
Inhalt
• Auf der ostdeutschen Großbaustelle „Schkona“ arbeitet Zimmermann und
Vorarbeiter Hannes Balla, der nicht viel von den bürokratischen Regeln der
Planwirtschaft hält, mit seiner Arbeitsbrigade. Balla und seine Leute zählen zu
den produktivsten Einheiten am Bau, die sich notfalls fehlendes Baumaterial
auch mit Gewalt verschaffen. Dennoch werden sie aufgrund ihrer Produktivität
von der Obrigkeit zunächst geduldet. Als eines Tages der idealistische SEDParteisekretär Werner Horrath seinen Dienst an eben jener Baustelle antritt,
fühlt er sich anfangs in seiner Autorität untergraben, dennoch gelingt es ihm
Balla, den er als erstklassigen Arbeiter schätzt, für seine Idee einer höheren
Produktivität zu gewinnen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
• Die beiden Männer verbindet bald eine Mischung aus gegenseitigem
Respekt, aber auch eine gewisse Rivalität um die Liebe der
Ingenieurin Kati Klee, die ihrerseits auch neu zu der Großbaustelle
gestoßen ist. Beide Männer verlieben sich in Kati, Horrath gelingt es
schließlich jedoch Katis Herz für sich zu gewinnen. Es beginnt eine
heimliche Liebesaffäre, da Horrath bereits verheiratet ist und seinen
Parteiposten nicht gefährden will und sich außerdem nicht von seiner
Familie trennen kann. Später wird Kati schwanger, verrät aber aus
Loyalität den Namen des Vaters nicht und schützt so Horrath, der
wiederum sich immer mehr von Kati entfremdet und in eine Krise
gerät, in der er zwischen Pflichterfüllung und seiner Liebe zu Kati
entscheiden muss. Erst als sich Kati von ihm endgültig lösen will,
bekennt er sich öffentlich zu ihr und verliert dadurch sämtliche
Parteiposten. Seine Frau reicht die Scheidung ein, so dass Horrath
seinen Lebensunterhalt fortan als Arbeiter in Hannes Ballas Brigade
bestreiten muss. Balla ist letztendlich die Person, die ihn bei einem
Parteiausschlussverfahren verteidigt.
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