Europäische Stadtentwicklung 2014-2020

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Europäische
Stadtentwicklung 2014-2020
Tilman Buchholz,
Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Nationaler URBACT Infotag
Essen, 15. September 2014
Die Europäische Kohäsionspolitik
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Kohäsionspolitik 2014-2020: Konzentration auf Ziele der EU
2020 Strategie (intelligentes, nachhaltiges und inklusives
Wachstum); Schwerpunkt Wachstums- und Investitionspolitik
•
2 Ziele: Investitionen für Wachstum und Beschäftigung;
Förderung der territorialen Zusammenarbeit
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3 Gebietskategorien nach BIP/Kopf:
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Weniger entwickelte Regionen (< 75%)
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Übergangsregionen (75-90%)
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Stärker entwickelte Regionen (> 90%)
Fördergebietskulisse
Strukturfondsperiode
2014-2020
11 Thematische Ziele: Ausrichtung auf
EU 2020-Strategie mit festen Quoten
Intelligentes Wachstum:
1. Forschung und Innovation
2. Informations- und Kommunikationstechnologien
3. Wettbewerbsfähigkeit von KMU
Nachhaltiges Wachstum:
4. Umstellung auf eine CO2-arme Wirtschaft
5. Anpassung an den Klimawandel und Risikoprävention
6. Umweltschutz und Ressourceneffizienz
7. Verkehr, Engpässe in zentralen Netzwerkinfrastrukturen
11 Thematische Ziele: Ausrichtung auf
EU 2020-Strategie mit festen Quoten
Integratives Wachstum:
8. Beschäftigung und Arbeitskräftemobilität
9. Soziale Eingliederung und Armutsbekämpfung
10. Bildung, Qualifikation und lebenslanges Lernen
11. Aufbau der institutionellen Kapazitäten und einer effizienten
öffentlichen Verwaltung
Spezifische städtische Investitionsprioritäten
• Förderung der Energieeffizienz und erneuerbarer Energien (Ziel 4)
• Strategien zur Verminderung der CO2-Emissionen in städtischen
Gebieten (Ziel 4)
• Nachhaltiger Verkehr: Städtische Mobilität (Ziel 4)
• Risikovorsorge, Hochwasserschutz (Ziel 5)
• Maßnahmen zur Verbesserung des städtischen Umfelds,
Brachflächenrevitalisierung (Ziel 6)
• Schutz des Kulturerbes (Ziel 6)
• Lokale Beschäftigungsinitiativen (Ziel 8)
• Erneuerung benachteiligter städtischer Gebiete (Ziel 9)
Projekte der Stadtentwicklung können auch andere Investitionsprioritäten
wie z. B. Innovations- oder KMU-Förderung umfassen
Art. 7: Nachhaltige Stadtentwicklung
Mind. 5 % der EFRE-Mittel für integrierte nachhaltige
Stadtentwicklung auf Ebene der Mitgliedstaaten
• Förderung integrierter Stadtentwicklungsstrategien, auch StadtLand-Partnerschaften
• In Form von Integrierten Territorialen Investitionen (ITI), durch
eigenes Operationelles Programm oder durch Mischachse
• Länder wählen Mischachse, nur zwei ITI geplant
• Einbeziehung der städtischen/lokalen Behörden, mindestens
bei Projektauswahl – nur eingeschränkte Aufgabendelegation
Neue freiwillige Instrumente für integrierte
territoriale Entwicklung
Integrierte Territoriale Investitionen (ITI) für funktionale Räume
• Top-down Orientierung mit Aufgabendelegation
• Umsetzung integrierter Förderstrategien
• Bündelung vom Mitteln aus verschiedenen OPs und Prioritätenachsen
• Kombination EFRE-ELER-ESF möglich
• Länderübergreifende Projekte möglich
Community led local development (CLLD)
• Bottom up Orientierung nach LEADER-Ansatz
• Umsetzung integrierter Förderstrategien für kleine Gebietseinheiten
• Lokale Aktionsgruppen aus öffentlichen und nicht-öffentlichen
Akteuren
Art. 8: Innovative Maßnahmen auf dem Gebiet der
nachhaltigen Stadtentwicklung
• Förderung von experimentellen und innovativen Ansätzen im
Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung, Studien,
Pilotprojekte
• Suche und Verbreitung guter Beispiele
• Auswahl durch jährliche Projektaufrufe ab 2015
• Management und Finanzierung durch die KOM
• 330 Mio. Euro (für 7 Jahre)
Art. 9: Netzwerk zur Stadtentwicklung
Stadtentwicklungsplattform -> Netzwerk zur Stadtentwicklung
• Netzwerke zum Erfahrungsaustausch, Capacity Building
• Direkter Dialog zwischen EU Kommission und Städten
• Städte, die integrierte Stadtentwicklung nach Art. 7 umsetzen
• Städte, die innovative Maßnahmen nach Art. 8 umsetzen
• Austausch zu neuen Instrumenten der integrierten
Stadtentwicklung (ITI, CLLD)
• URBACT unterstützt dieses Netzwerk
• Informationsveranstaltung am 9. Oktober 2014 in Brüssel
Planung der neuen Förderperiode
• Annahme der Verordnungen Ende 2013
• Partnerschaftsvereinbarung als strategisches Dokument
zwischen MS und KOM enthält Kapitel zu integrierter territorialer
Entwicklung
• BMUB hat Beitrag Stadtentwicklung beigesteuert
• Genehmigung Partnerschaftsvereinbarung im Mai 2014
• Verhandlungen der Länder mit der KOM zu den Operationellen
Programmen laufen noch
• Genehmigung der OPs bis Ende 2014
• ReFo-Projekt wird Überblick über städtische Dimension in den
OPs liefern
Informelle Kooperation der MS in der Stadt- und
Raumentwicklung
• Keine Kompetenz der KOM, Verantwortung liegt bei MS
• Ratspräsidentschaften organisieren Kooperation:
• Urban Development Group
• Generaldirektorentreffen
• Informelle Ministertreffen (2007, 2008, 2010)
• Ministertreffen der letzten Jahre:
• Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt 2007
• Marseille Statement 2008
• Toledo-Deklaration 2010
Informelle Kooperation der MS in der Stadt- und
Raumentwicklung
• Inhaltliches Ziel: Stadtentwicklung EU-weit zum Thema machen
• Städtische Dimension in Strukturpolitik gegenüber
Sektorpolitiken stärken
• Umsetzung Ziele Leipzig-Charta, z.B. Referenzrahmen zur
nachhaltigen europäischen Stadt
Informelle Kooperation der MS in der Stadt- und
Raumentwicklung
• Triopräsidentschaften gewährleisteten früher Kontinuität der
Kooperation
• Problem: Schwache Ratspräsidentschaften ohne Ideen
• Daher Initiative der NL:
• Urban Agenda
• Ziel: mehr Kontinuität, mehr Sichtbarkeit, mehr Relevanz
• Beitrag integrierte Stadtentwicklung zu Europa 2020
Informelle Kooperation der MS in der Stadt- und
Raumentwicklung
Urban Agenda:
• Betonung integrierter Ansatz, place based approach
• Städtische Dimension in Strukturfonds stärken
• EU-Politik „stadtverträglicher“ machen
• Freiwilliges Angebot der „Willigen“ an die Ratspräsidentschaften
• Keine Doppelarbeit, nur Unterstützung der Präsidentschaften
• Erfahrungsaustausch zwischen MS zu bestimmten Themen
intensivieren, z.B. städtische Armut
• Nutzung von vorhandenen Strukturen (URBACT, EUKN,
ESPON)
• Informellere Formate der GD-Treffen
Konsultation der Kommission zur „EUStädteagenda“
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Mitteilung zur Konsultation bis 26. September 2014
Bedeutung der Städte für EU-2020-Strategie
Städtische Dimension in unterschiedlichen Politikfeldern
Aufwertung der GD Regio im Verhältnis zur anderen GDs
Mehr Mitsprache der Städte in EU-Politik
Bessere Mehrebenenkooperation
Internationale Dimension der Stadtentwicklungspolitik
Beachtung Subsidiarität, keine neuen Kompetenzen für KOM
Nutzung vorhandener Instrumente und Netzwerke
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