PowerPoint-Präsentation - Max-Planck

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Supervulkane:
Eine Herausforderung für die
Erdsystemmodellierung
Claudia Timmreck
und
Super Vulkan Gruppe
Max Planck Institut für Meteorologie, Hamburg
Dach Tagung, Hamburg
11 September 2007
Was ist ein Supervulkan?
Supereruptionen sind solche Eruptionen bei
denen 1015kg Masse (>150 mal die Masse
der 1991 Eruption des Mt. Pinatubo)
freigesetzt wird (Mason et al, 2004).
Supereruptionen treten mit einer minimalen
Häufigkeit von 1.4 Ereignissen/Myr (Mason et al,
2004) auf, aber in der Erdgeschichte gibt es auch
Episoden mit einer höhreren Wahrscheinlichkeit.
Historische Supervulkane

Toba:
Die Supereruption des indonesischen Vulkans Toba 7173 ± 5 ka BP (Rose und Chesner, 1987; Oppenheimer,
2002) war die grösste Eruption des Quartärs.

Yellowstone:
Drei Supereruptionen des Yellowstones sind bekannt: die
Huckleberry Ridge Tuff Eruption mit einem Volumen
des eruptierten Materials von 2500 km3 vor 2.1 Ma, die
Mesa Falls Tuff Eruption mit 280 km3 eruptierten
Materials vor 1.3 Ma und die Lava Creek Tuff Eruption
mit einem Volumen von 1000 km3 vor 640000 Jahre
(z.B., Smith and Siegel, 2000).

Weitere mögliche Gebiete for Supervulkane:
Phlegräische Felder westlich von Neapel, Lake Taupo
(NZ), ….
Warum studiert man sehr große vulkanische
Eruptionen (Supervulkane) mit einem
Erdsystemmodell?
Supervulkane beeinflussen sehr stark alle
Kompartments unseres Erdsystems:
•
•
•
•
•
•
•
Änderungen in der Oberflächenalbedo und in der atmosphärischen
Strahlung ->Direkter Einfluß auf die Vegetation
Stratosphärische Erwärmung
Massive globale Abkühlung über mehrere Jahren (Dekaden)
-> Einfluß auf Vegetation z.B. den tropischen Regenwald
Änderungen in der atmosphärischen Zirkulation (AO) und in der
chemischen Komposition (z.B. Ozonzerstörung)
Änderungen im Meeresspiegel und im Wärmegehalt des Ozeans
Einfluß auf den Kohlenstoffkreislauf (z.B. Änderungen in der NPP,
marinen Bioproduktivität)
Einfluß auf den hydrologischen Zyklus
Das MPI-Met „Supervulkan“ Projekt

Ein Projekt des MPI für Meteorologie mit
internationaler Zusammenarbeit
http://www.mpimet.mpg.de/en/wissenschaft/workinggroups/super-volcanoes.html
Die Aufgabe
 Die komplexen Wechselwirkungen des


Erdsystems zu verstehen
Vergangene Klimaänderungen zu verstehen
Das Erdsystemmodel zu verbessern
Das MPI Erdsystemmodell
Das MPI Erdsystemmodell
Simulation einer Supervulkan Eruption
mit dem MPI ESM

Mehrere Aktivitäten im Rahmen des MPI Supervulkan
Projektes
 Zwei Beispiele:
• Die anfängliche Verteilung und der Strahlungsantrieb einer
Supervulkaneruption in den mittleren Breiten der
Nordhemisphäre: Eine Modellstudie mit dem
MAECHAM4/CHEM
•
Einfluß von großen Tephra Ablagerungen auf Vegetation und
Klima
•
•
Weiteres Beispiel:
Auswirkungen der Emissionen feiner Vulkanasche und
vulkanischem Sulfataerosol durch eine Supervulkaneruption
(nachfolgender Vortrag von U. Niemeier et al.)
The initial dispersal and radiative forcing of a Northern Hemisphere mid
latitude super volcano: a model study
(Timmreck and Graf, ACP 2006)


Simulation mit einem Chemieklimamodel dem MAECHAM4/CHEM mit interaktivem Aerosol und Chemie
Initialisierung von 1700 MT SO2 (100 XPinatubo)
Simulation einer Yellowstone Eruption im Sommer
Optische Dicke t=0.5 mm
Interaktive Simulation
Sommer Eruption
Winter
Eruption eruption
summer
Nicht interaktive Simulation
Sommer Eruption
winter eruption
Winter Eruption
Strahlungsantrieb eines „Yellowstone Vulkans“
Heizraten Anomalien [k/day]
TOA
TOA Netto Flußanomalien [W/m2]
3 Monate nach der Eruption
Boden Netto Flußanomalien [W/m2]
Hohe positive
Flussanomalien von mehr als
16 W/m2 in den ersten
Monaten nach der Eruption
an dem oberen Rand (TOA)
und weniger als -32 W/m2
am Boden.
Dynamischer Response in der Stratosphäre
Temperaturanomalien [K]
GPH Anomalien 1. Winter
3 Monate nach der Eruption
12 Monate nach der Eruption
SST ist vorgeschrieben ->
Nur begrenzt Informationen
über mögiche Klimaeffekte
Um die Klimasensitivität zu
studieren, sind Ensembleläufe
mit einem ESM notwendig
Tropisch gemittelte Änderungen in der chem. Konzentration
O3 [ppmv]
ΔO3[%]
NOX[ppbv]
ClOx [ppbv]
ΔNOx[%]
ΔClOx[%]
CH4 [ppbv]
ΔCH4[%]
Einfluß von grossen Tephraablagerungen
auf Vegetation und Klima
Die Yellowstone-Eruptionen verbreiteten vulkanische Asche über
grosse Teile des Nordamerikanischen Kontinentes, über 1/3 des
Kontinentes wurde mit Silikatasche von wenigstens 10 cm Dicke
bedeckt.
Einfluß von grossen Tephraablagerungen
auf Vegetation und Klima
Einfluß von Tephraablagerungen
auf die Vegetation und die
Oberfläche:
•
•
Absterben von Vegetation
Änderung der
Oberflächenflüsse
•
Änderung der
Oberflächenalbedo
•
Änderung in der
Bodenhydrologie
Großer und wahrscheinlich langanhaltender Einfluß auf Wetter, Klima
und den CO2 Kreislauf auf kontinentalen und sogar globalen Skalen.
Modellierung der Tephraeffekte





MPI ESM mit ECHAM5 (Atmosphäre), MPIOM
(Ozean), HAMOCC (Marine Biogeochemie) und
JSBACH (terrestrische Biosphäre).
CO2 wird in der Atmosphäre transportiert und
zwischen Atmosphäre, Ozean, und Land ausgetauscht.
Tephraablagerungen werden ähnlich zu Schnee
behandelt in Bezug auf Dicke und Bedeckung
Der maximale LAI (leaf area index) ist eine einfache
Funktion der Tephrabedeckung, der aktuelle LAI wird in
dem JSBACH Phenology modul modelliert (gestattet
sowohl Absterben als auch Regeneration der
Vegetation).
Oberflächenalbedo hängt von dem Anteil in einer
Gitterzelle ab, die mit Tephra bedeckt ist, und der
Albedo von Asche (0.35).
Verteilung der Tephraablagerungen nach einer
Yellowstone Supereruption
Tephradicke nach dem Ausbruch
0
0.001
0.01
0.1
0.5
1
Tephradicke 5 Jahre nach der Eruption
50
0.001
Tephrabedeckung nach dem Ausbruch
0.0
0.1
0.2
0.3
0.4
0.5
0.6
0.7
0.8
0.9
^1.0
0.004
0.016
0.063
0.252
1
4
16
63
Tephrabeckung 5 Jahre nach der Eruption
0.0
0.1
0.2
0.3
0.4
0.5
0.6
0.7
0.8
0.9
(R. Schnur et al., MPI-M)
^1.0
Vorläufige Ergebnisse, JJA
Differenzen im LAI
Differenzen in dem CO2 flux ()
10-8 kg/m2/s
Differezen in der Oberflächenalbedo
Differenzen für JJA sind von einem drei
Jahresmittel: (2-4 Jahre nach der Eruption) –
(1-3 Jahre vor der Eruption)
(R. Schnur et al., MPI-M)
Nächste Schritte
•Einfluß auf die marine
Biogeochemie
(HAMOCC)
•Gekoppelte Aerosol
Chemie Läufe für
Schwefel und Asche
Eine voll gekoppelte
ESM Simulation
einer vulkanischen
Supereruption
einschliesslich
interaktivem
vulkanischem Aerosol
und Chemie.
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit
und
besonderen Dank an:
Michael Botzet, Guy Brasseur, Reinhard Budich, Martin
Claussen, Monika Esch, Irene Fischer–Bruns, Traute Crueger,
Marco Giorgetta, Hans-F. Graf, Stefan Hagemann, Helmuth
Haak, Michael Herzog, Daniela Jacob, Johann Jungclaus,
Stefan Kinne, Katharina Kurz, Jochem Marotzke, Wolfgang
Müller, Ulrike Niemeier, Clive Oppenheimer, Thomas Raddatz,
Sebastian Rast, Erich Roeckner, Hauke Schmidt, Reiner
Schnur, Joachim Segschneider, Steve Self, Gera Stenchikov,
Christiane Textor, Manu Anna Thomas, Martin Wiesner
Einfluß auf den Meeresspiegel und auf den
Wärmegehalt des Ozeans
„
 Es gibt ein klares Signal in dem Wärmegehalt des Ozeans
nach der Krakatoa Eruption (1883) welches über mehrere
Jahrzehnte in den MPI-M IPCCAR4 Läufen zu beobachten
ist entsprechend Gleckler et al (Nature, 2006).
(F.Landerer, MPI-M)
Einige globale wissenschaftliche Fragen
 Welchen globalen Einfluß hätte eine Yellowstone Eruption
(USA) oder eine Eruption der Phlegräischen Felder (Italien) i
der heutigen Zeit ?

War die Young Toba Tuff Eruption (74±2kyr BP) verantwortlich
für einen Engpass in der menschilichen Bevölkerung um 70 k
BP ?

Können vulkanische Supereruptionen Eiszeiten triggern ?
Das Schneeball Erde
Experiment
 Wird die totale solare
Einstrahlung (TSI) auf fast
Null in dem ECHAM5MPIOM
gesetzt, kommt es zu einen
Übergang vom realistischen
Klima der Gegenenwart zu
einer kompleten eisbedeckten
Welt innerhalb von15 Jahre;
 Supervulkane haben das
Potential die TSI für ein paar
Jahre um einen erheblichen
Prozentsatz zu reduzieren
(ca1/4)
Marotzke und Botzet GRL 2007
Last but not least:
Das Schneeball Erde Experiment:
Ein Extremfall
Heizraten-Anomalien [K/tag]
3 Monate nach der Eruption
total
SW
LW
12 Monate nach der Eruption
total
SW
LW
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