Forum Hyperthermie - Forum Medizin Verlag, Naturheilkunde

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Forum Hyperthermie
1/ 10.2008
Forum Hyperthermie
Control (37°C)
Hyperthermia (42°C)
Oncothermia (42°C)
(immersion to waterbath)
(capacitiv coupling)
Cell count: 34.000/ml
Cell count: 25.000/ml
Cell count: 18.000/ml
± 2.700/ml
± 2.000/ml
± 1.450/ml
Kongress
American Society of Clinical Oncology - Annual Meeting 2008
Studie
Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie bei Fibromyalgie
Wissenschaft und Forschung
Entwicklungen in der Ganzkörperhyperthermie
Forum Medizin
www.forum-medizin.de
Forum Hyperthermie
Inhalt
Editorial
Kongress
Symposium zum 80. Jahrestag der Verleihung des Nobelpreises für
Medizin an Julius Wagner-Jauregg
4
Anwendertreffen Celsius TCS: Elektrohyperthermie als Säule der Krebsbehandlung
6
American Society of Clinical Oncology – Annual Meeting 2008
8
12. Deutscher Kongress für Komplementärmedizin (DKfK®)
10
10 Internationel Congress on Hyperthermic Oncology
11
th
Verbandsnachrichten
Deutsche Gesellschaft für Hyperthermie e. V.
11
portrait
Oncotherm – Traditionen und Reformen in der onkologischen Hyperthermie
12
Studie
Clinical study for advanced pancreas cancer treated by oncothermia 14
Randomisierte, kontrollierte Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit
einer milden wassergefilterten Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie als
Zusatzbehandlung zu einer multimodalen rehabilitativen Standardtherapie
bei der Behandlung der Fibromyalgie
21
Messung der Temperaturverteilung am Modell der nicht perfundierten
Schweineleber bei lokaler Hyperthermie mit Kurzwellen mit 13,56 MHz
30
Wissenschaft und forschung
Strategische Partnerschaft von Heckel und Hydrosun im Bereich der
Ganzkörperhyperthermie
35
Für Sie gelesen
Physikalische Grundlagen der wassergefilterten Infrarot-A-Strahlung
36
Historie
30 spannende Jahre Beschäftigung mit Hyperthermie
37
Autorenrichtlinien/Impressum
39
Quelle:
Posterpräsentation Wiener
Symposium, Sept. 2007, Wien.
Dr. O. Szász, Dr. G. Androcs
Editorial
Forum Hyperthermie
Zuerst wird eine neue Theorie als absurd attackiert;
dann gibt man zu, dass sie richtig, aber ohne Bedeutung ist;
schließlich wird sie für so wichtig gehalten,
dass ihre Gegner behaupten, sie hätten sie selbst entdeckt.
First, you know, a new theory is attacked as absurd;
then it is admitted to be true, but obvious and insignificant;
finally it is seen to be so important
that its adversaries claim that they themselves discovered it.
William James, 1842 – 1910
Amerikanischer Psychologe und Philisoph
Sehr verehrte Leserinnen und Leser,
eingebettet in ein für Ärzte und mit denen verbundene
Akteure im deutschen Gesundheitswesen leider immer
noch unsicheres politisches Umfeld ohne verlässliche Zukunftsparameter, scheinen die Äußerungen der Politiker am
Rande der Demonstrationen und der Finanzspritzen für den
ambulanten und stationären Sektor unerträglich. Insbesondere die Argumentationen gegenüber der Bevölkerung
stellen bei fehlender Inflationsbereinigung der ärztlichen
Gebührenordnung, bei fehlender wirtschaftlicher Kalkulation und dem bekannten Monopolychipsystem in der kassenärztlichen Tätigkeit ohne planbare Einnahmenstruktur
eher eine Ohrfeige für eine so wichtige gesellschaftliche
Gruppe wie die Ärzte dar.
Um so unverständlicher erscheint deshalb innerärztlicher
Streit, Rechthaberei und fehlender Pioniergeist, wie wir ihn
im Bereich der Hyperthermie am Rande aller Tagungen, die
sich mit der Thematik beschäftigen, zu spüren bekommen.
Der fehlende Schulterschluss und das fehlende aufrichtige
Bestreben um bestmögliche Ergebnisse bei chronisch und
Schwerstkranken sowie Krebspatienten ist erster Beleg
dafür, dass einige Geschehnisse aus der historischen Betrachtung vergessen und einige deutsche Ärzte sich ihrer
Verantwortung und ihres Eides nicht mehr ganz bewusst
sind, wenn sie sich von Staatsdoktrien ohne eigene Prüfung auf Werte in Handlungsbahnen lenken lassen, nur
weil diese eben von staatlicher Seite kommen. Aber wie
oft passierte das schon und was waren die späteren Vorwürfe, wenn die Ärzteschaft nicht kritisch genug war? Unter diesen allgemeinen und philosophischen wie ethischen
Betrachtungen der Probleme im deutschen Gesundheitswesen sollte die überdisziplinäre Sparte der Hyperthermie
getreu den Gedanken unseres Kollegen Virchow erfolgen,
nämlich Versuche ohne Vorbehalte durchzuführen, darüber
ohne Vorverurteilung berichten zu dürfen und sich auf eine
Wertung ohne Autorität verlassen zu können.
Diesem hohen ethischen Ziel widmet
sich unser wissenschaftliches Journal. Wie so oft in der Bewältigung
von Problemen, wird das eine oder
andere besser zu beleuchten sein,
wenn historische Daten und Entwicklungsschritte reftlektiert werden.
Durch sachliche Berichterstattung
und gründliche Recherche werden
wir dafür sorgen, dass Bekanntes nicht vergessen wird,
Erforschtes nicht neu untersucht werden muss und die
Potenz von ”Neueinsteigern” sich auch auf das Neue konzentrieren kann. Impulse für das Therapieren sind für den
Praktiker und Kliniker ebenso bedeutsam wie für Fragestellungen, die neue Studien initiieren werden. Die Energie, die
wir in einem zu kurzen Forscher- und Ärzteleben aufbringen
können, darf nicht in Reibungsverlusten reduziert werden,
sondern sollte immer zum Fortgang der Sache beitragen.
Egal welches Ergebnis eine Untersuchung erbringt, es wird
ein Fortschritt für die Sache sein.
Dazu möchte dieses Journal mit einer engagierten Redaktion beitragen. Die Stellen von Reibungsverlusten, die nur auf
dem Boden von Eitelkeit und unärztlichen Eifersüchteleien
entstehen können, weil falsch verstandene Positions- oder
Machtkämpfe auf eine Therapieoption reflektiert werden,
müssen in naher Zukunft beleuchtet und beendet werden.
Eine Therapieoption, die ein so enormes Potential hat wie
die Hyperthermie, verdient eine umfassende Darstellung.
Ihr
Holger Wehner
Herausgeber
Forum Hyperthermie
Kongress
Symposium zum 80. Jahrestag der Verleihung des
Nobelpreises für Medizin an Julius Wagner-Jauregg
7./8. September 2007, Universitätskliniken Wien, Österreich
Gast-Herausgeber: B. Reiter & R. Kleef, Wien
Hyperthermieverfahren im Überblick
Erich Dieter Hager, Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Phys.
BioMed Klinik, Bad Bergzabern, Deutschland
Ergebnisse von klinischen Studien zeigen, dass Hyperthermie
in Kombination mit Chemo- oder Strahlentherapie eine sehr
vielversprechende komplementäre Behandlungsmethode mit
konsistenten und überzeugenden Resultaten ist. Die bisherigen
Ergebnisse begründen die Behandlung mit Hyperthermie als ergänzende Standardbehandlung in der Krebstherapie, um das
Überleben und die Lebensqualität von Krebspatienten zu verbessern. Weitere randomisierte Studien sollten dringend unterstützt werden.
Julius Wagner-Jauregg (1857 – 1940):
Portrait und kritische Würdigung
Michael Hubenstorf, Univ.-Prof. Dr. Dr. med.
Institut für Geschichte der Medizin, Universität Wien, Österreich
Seit der Verleihung des Nobelpreises für Medizin an Julius Wagner-Jauregg im Jahr 1927 scheint seine Einschätzung durch die
Nachfahren gleichsam kanonisiert. […] Dabei stellen sich Widersprüchlichkeiten und Ambivalenzen heraus, welche die vorherrschende Hagiographie zu sehr verdeckt hat. Die Tatsache, dass
die bahnbrechende therapeutische Leistung der Malariatherapie der progressiven Paralyse bereits zweieinhalb Jahrzehnte
nach ihrer Entdeckung medizinisch überholt war, ist durchaus
bekannt. […] Dabei ist die Malariatherapie nur ein Komplex unter mindestens einem halben Dutzend anderer Themen, die zur
vergleichenden Einschätzung der Person des Nobelpreisträgers
herangezogen werden müssten. […] Es wäre auch davor zu
warnen, ihn zu sehr vereinfachend als alleinigen Urheber heutiger Hyperthermie-Therapie darzustellen.
Im Mittelpunkt des Interesses stand hierbei bisher der Einfluss
der Methode auf die Lebensqualität, in neuerer Zeit aber auch
die mögliche Steigerung der Effektivität einer Chemo- und/oder
Strahlentherapie sowie Kombination mit Antikörpern und NeoAngiogenese-Inhibitoren. Daneben liegen klare immunologische
Rationale vor, die wissenschaftlich untersucht und publiziert wurden und den Einsatz der moderaten Hyperthermie in der Onkologie nahe legen. Epidemiologische Untersuchungen über den
Zusammenhang zwischen Krebsinzidenz und fehlendem Fieber
sowie Spontanremissionen nach fieberhaften Infekten wurden
vielfach beschrieben. In-vivo-Experimente mit Bakterienlysaten
zeigten, dass Fieber zu einer erhöhten Expression von Hitzeschockproteinen (HSP) in Makrophagen, Blutgefäßen sowie Gefäßendothel und Enterozyten führt. Ähnliche Effekte sind auch bei
einer exogenen, fieberähnlichen Hyperthermie zu beobachten.
10 Jahre Locoregionale Tiefenhyperthermie bei Tumorpatienten: «The Graz Experience»
Peter Kohek, Univ.-Prof. Dr. med.
AG für Hyperthermie und chirurgische Onkologie, Graz, Österreich
Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Hitze tumorös veränderte
Zellen in ihrem Wachstum hindert bzw. sie sogar abtöten kann.
Die Hyperthermie wird ergänzend zu den bekannten derzeitigen
Krebstherapien wie Chirurgie, Chemoimmuntherapie sowie
Strahlentherapie eingesetzt, um den Therapieeffekt bei einem
selektionierten Patientenkollektiv zu verstärken. […]
Bei der Hyperthermie soll in bestimmten Körperarealen eine
Temperatur von zirka 42 °C herbeigeführt bzw. eine Stunde
lang aufrechterhalten werden. Eine signifikante Zellabtötung
erfolgt ab einer Temperatur von 41 °C. […] Ab 42,5 °C wirkt
sie direkt zytotoxisch, also zellabtötend. Bei Tumoren, welche
eine schlechte Durchblutung aufweisen, können auch schon
niedrigere Temperaturen zellabtötend sein, wobei sich diese
Tumoren, genauso wie Tumoren mit größeren verflüssigten
Nekrosezonen, sehr gut auf- bzw. überwärmen lassen. […]
Ganzkörperhyperthermie im Deutsch-Ordens-Spital Friesach
Fähigkeit zu Fieber als prognostischer Faktor –
Zusammenhänge mit dem Auftreten der Krebserkrankung
Ralf Kleef, Dr. med.
Institut für Wärme- und Immuntherapie – IWIT, Wien, Österreich
Die Hyperthermie in der Onkologie erlebt international seit über
zwei Jahrzehnten eine Renaissance. Zur Hyperthermie in der
Onkologie (lokale Hyperthermie, Perfusionshyperthermie, Moderate- und Hochtemperatur-Ganzkörperhyperthermie [GKHT])
liegen klinische Daten vor. Bereits heute werden viele dieser
Verfahren in verschiedenen Kliniken weltweit eingesetzt.
Klaudia Kraßnitzer, Dr. med.
Deutsch-Ordens-Spital, Friesach, Österreich
Im Rahmen der alternativmedizinischen Tätigkeiten in den Ordinaten von Dr. Klaudia Kraßnitzer und Dr. Sieghard Wilhelmer
im Deutsch-Ordens-Spital Friesach wird die Ganzkörperhyperthermie seit dem Jahr 2002 angeboten. Neben onkologischen
Patienten werden hauptsächlich chronische Erkrankungen erfolgreich behandelt. Bei folgenden Krankheitsbildern konnten
sowohl klinisch als auch laborchemisch nachgewiesene Behandlungserfolge erzielt werden. […]
Kongress
Kurative und palliative Behandlungserfolge:
- Chronische entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
- Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises: Chronische Polyarthritis,
systemischer Lupus erythematodes, Morbus Reiter, Polymyalgia rheumatica,
CREST-Syndrom, Fibromyalgie.
- Hauterkrankungen: Psoriasis vulgaris, Neurodermitis, Akne vulgaris.
- Chronische Atemwegserkrankungen: Chronische Otomastoiditis, chronische
Sinusitis, chronisch rezidivierende Bronchitis, Asthma bronchiale, chronische
Tonsillitis, chronische Pharyngitis.
- Chronische Erkrankungen des Urogenitaltraktes: Chronisch rezidivierender
Harnwegsinfekt, Prostatitis, Adnexitis.
Forum Hyperthermie
Resultate: Zu allen 4 Messzeiten zeigte sich für die bestimmten
Zytokine ein hochsignifikanter Gruppenunterschied (p < 0,0005).
Bei den Patienten zeigten alle Zytokine einen signifikanten Abfall zwischen den Messzeitpunkten nach 1 und 6 h sowie nach
6 und 24 h.
Diskussion: Der durch serielle, systemisch milde Hyperthermie hervorgerufene Besserungseffekt bei AS scheint aus dem
Nachweis von thermischen Effekten auf das Zytokinmilieu zu
resultieren, mit konsekutiven Hyperthermieauswirkungen auf
Entzündungen und Immunreaktionen.
- Arterielle Gefäßerkrankungen: periphere arterielle Verschlusskrankheit.
Das fiebernde Kind – vom heilsamen Umgang mit Fieber
- Erkrankungen des Nervensystems: Restless-legs-Syndrom, Polyneuropathie.
Alfred Längler, Dr. med.
Gemeinschaftskrankenhaus, Herdecke, Deutschland
- Karzinompatienten.
Neuigkeiten zur Hyperthermiebehandlung bei der
ankylosierenden Spondylitis (M. Bechterew)
Uwe Lange, Prof. Dr. med.
Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim, Deutschland
Hintergrund: Die passive Überwärmung des Körpers (Hyperthermiebehandlung) bewirkt bei der ankylosierenden Spondylitis (AS) ohne akute Entzündungsaktivität überzufällig häufig günstige Einflüsse auf das Beschwerdebild. Die Ursachen
dieses Effekts sind nach wie vor unklar.
An der antiphlogistischen Wirkung der Ganzkörperhyperthermie wie auch der analgetischen, durchblutungsfördernden und
muskeldetonisierenden Wirkung besteht heutzutage kein Zweifel mehr. Wärme stellt einen somatischen Stressor dar, und Kortisol, das den Stresshormonen zugerechnet wird, zeigt einen
weitgehend synchronen Anstieg unter akuten Stressreaktionen.
In einer Pilotstudie wurde zunächst der Einfluss einer milden
Ganzkörperhyperthermie (Überwärmungsbad) im Sinne einer
«Stressreaktion» auf die Blutspiegel von Kortisol und Lymphozyten sowie -subpopulationen bei Patienten mit AS im Vergleich
zu Gesunden untersucht. Die Arbeitshypothese konnte jedoch
bei ausbleibendem Kortisolanstieg mit konsekutiver Immunsuppression im Beobachtungszeitraum (vor dem Überwärmungsbad bis zu 5,4 h danach) nicht bestätigt werden.
Aufgrund vorliegender Untersuchungen, die einen Einfluss der
Wärmetherapie auf das Zytokinmilieu belegen, erfolgte eine Anschlussuntersuchung zu möglichen Veränderungen des Zytokinmilieus durch serielle Hyperthermiebehandlung.
Methodik: Hierzu wurden bei 24 Personen, 12 Patienten mit
einer AS und 12 gesunden Probanden gleicher Altersstruktur
(Durchschnittsalter 34 Jahre), seriell 9 Überwärmungsbäder
im Abstand von 3 Tagen in den frühen Morgenstunden bis
zum Erreichen einer Körpertemperatur von 38,5 °C sublingual
durchgeführt (Dauer des Bades zirka 50 Minuten). Zu Beginn
des letzten Bades sowie nach 1, 6 und 24 h erfolgte die
Bestimmung der Plasmazytokinspiegel von TNF-α, Interleukin
1-β und Interleukin 6.
Fieber wird in der Regel als zu bekämpfendes Symptom im
Rahmen von Erkrankungen gesehen. Kritiklose Antipyrese kann
aber in bestimmten Krankheitssituationen kurz-, mittel- und
langfristig auch negative Effekte auf die Gesundheit bzw. Heilungschancen des Patienten haben. Einer kurzen einführenden
Darstellung der Pathophysiologie des Fiebers folgt eine Schilderung positiver akuter Fiebereffekte. Ein Schwerpunkt liegt dabei
auf der Darstellung des Einflusses von Fieber bei viralen Erkrankungen. So ist die Komplikationsrate bei Viruserkrankungen bei
behutsamem Umgang mit Fieber möglicherweise geringer.
Die gesundheitsfördernde Wirkung des Fiebers in der
Anthroposophischen Medizin
René Madeleyn, Dr. med.
Filderklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Filderstadt,
Deutschland
So wie das Kind sich seelisch in der Trotzphase und der krisenhaft verlaufenden Pubertät in aggressiven Handlungen gegen
seine soziale Umwelt zu behaupten lernt, ist die Möglichkeit,
Fieber zu bilden, Ausdruck der Selbstbehauptungskraft des Ich
im menschlichen Körper. Im Reifen des kindlichen Immunsystems lernt das Kind, sich gegen Krankheiten zu wehren. Fieber
ist Symptom dieses sinnvollen Lernvorgangs.
Der praktische Umgang mit Infektionskrankheiten im Kindesalter zeigt, dass Antipyrese, sofern nicht eine schwere andere
Grundkrankheit besteht, unnötig ist.
Entscheidend ist, dass den Eltern vermittelt wird, inwiefern Fieber Ausdruck einer starken Wirksamkeit kindlicher Persönlichkeitskräfte im Organismus ist.
Quelle:
Proceedings
Hyperthermie – Symposium aus Anlass des 80. Jahrestages der
Verleihung des Nobelpreises für Medizin an Julius Wagner-Jauregg
Reiter, B.; Kleef, R.
Veröffentlicht in: Forsch Komplementmed 2007;14:365-370,
S. Karger Verlag GmbH, www.karger.com/fok
Forum Hyperthermie
Kongress
Elektrohyperthermie als Säule der Krebsbehandlung
Anwendertreffen zur Vorstellung der
randomisierten Phase III Therapiestudie zur
Komplementärbehandlung des inoperablen
Pankreaskarzinoms
Susan Schlange
Im März 2008 trafen sich in Garbsen bei
Hannover Mediziner und Anwender des
Hyperthermiesystems Celsius TCS (Thermo Cancer Select) der Firma Celsius42+
GmbH aus Köln, um ausführlich über
die Fortschritte und Möglichkeiten der
ergänzenden Behandlung von Krebserkrankungen in Verbindung mit Elektrohyperthermie zu diskutieren. Eine Studie
zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen, inoperablen Pankreaskarzinoms mit
Gemcitabin vs. Gemcitabin und regionaler Elektrohyperthermie (Celsius TCS)
wurde auf den Weg gebracht.
Renommierte Referenten, darunter Ärzte
mit langjähriger Hyperthermieerfahrung,
sowie Fachleute aus den Bereichen Me-
TCS Hyperthermiesystem inkl. Software
dizintechnik, Softwareentwicklung und
Gerätehersteller berichteten über Erfahrungen und neueste Erkenntnisse.
Thomas P. Muffler,
Geschäftsführer der Celsius42+ GmbH
Mit diesem Symposium hat es Thomas
Muffler, Geschäftsführer der Celsius42+
GmbH, geschafft, anerkannte, kompetente Experten auf diesem Gebiet der
Hyperthermie zusammenbringen. Ziel
des Anwendertreffens war es, den bereits heute schon deutlich überlegenen
Entwicklungsfortschritt des Celsius TCS
weiter voranzubringen. Dieser wichtigste Fortschritt basiert auf der zukunftsfähigen Technik der leistungsfähigen HFEinheit mit zwei aktiven Elektrozellen, die
Behandlungsleistungen von bis zu 600
Watt ermöglicht. Durch Kombinationen
mit einer schnellen Abstimmungseinheit,
der so genannten Matchbox, ist dieses
Hyperthermiesystem auch für zukünftige
Elektrodenformen und -größen gerüstet.
Ebenso überzeugt dieses System durch
seine flexible Softwareumgebung, die
nicht nur der Steuerung des Systems
dient, sondern auch die medizinischen
und betriebswirtschaftlichen Daten statistisch auswerten kann.
Im Rahmen des Treffens referierte
Dr. med. Hüseyin Sahinbas aus Bochum
Kongress
über die Behandlung eines Pankreaskarzinoms mit der Hyperthermie. Der Vortrag
endete mit der Schlussfolgerung, dass
bei der Behandlung des Pankreaskarzinoms die regionale Hyperthermie eine
geeignete Methode darstellt, da durch
die Thermochemotherapie die Resistenz
des Pankreaskarzinoms vermindert werden kann. Somit kann die Kombinationstherapie ein wichtiger Schritt in Richtung
erfolgreicherer Behandlungsmethoden
darstellen.
Diese bisherigen positiven Resultate in
der Therapie des Pankreaskarzinoms
sind nicht nur für ihn als Spezialisten auf
diesem Gebiet ein wichtiger Anlass, weitere Untersuchungen in einer prospektiven Studie voranzutreiben. In seinem
Vortrag machte er deutlich, dass mittels
Hyperthermie eine Steigerung der Effektivität von Strahlentherapie und Zytostatika zu verzeichnen ist.
Der bekannte Hyperthermiker Dr. med.
Hüseyin Sahinbas verfügt über weit reichende Erfahrungen auf dem Gebiet der
Hyperthermie. Dies zeigt unter anderem
seine auf internationalen Kongressen
vorgestellte Arbeit zur Behandlung von
über 200 Hirntumorpatienten, mit einer
annähernden Verdopplung der Überlebenszeiten bei Hirntumoren WHO Grad
III und IV. Mit dieser Arbeit erreichte er
in internationalen Fachkreisen große Anerkennung.
Die Vorstellung der geplanten Therapiestudie durch PD Dr. Kirchner, Internistischer Onkologe und Chefarzt am Siloah
Krankenhaus Hannover (Lehrkrankenhaus der MHH) unter dem Titel: randomisierte Phase III Studie zur Behandlung
des lokal fortgeschrittenen, inoperablen
Pankreaskarzinoms mit Gemcitabin vs.
Gemcitabin und regionaler Elektrohyperthermie (Celsius TCS) schloss sich an.
In dieser Studie sollen 70 betroffene
Patienten in einer 1:1 Randomisation
zentrumsbezogen behandelt werden.
Primäres Ziel soll dabei sein, das Gesamtüberleben (OAS) im Vergleich zwischen der Behandlung mit Gemcitabin
Forum Hyperthermie
und Gemcitabin mit regionaler Elektrohyperthermie beim inoperablen, lokal
fortgeschrittenen und/oder metastasierten Pankreaskarzinom zu untersuchen.
Als Einschlusskriterien wurden ein histologisch/zytologisch nachgewiesenes
lokal fortgeschrittenes, inoperables Adenokarzinom des Pankreas in einer zweidimensional messbaren Raumforderung
(Bildgebung mittels CT/MRT), ein Alter
über 18 Jahre, keine stattgefundenen
Vorbehandlungen, ein Karnofsky-Performance-Status > 60 % sowie eine adäquate Knochenmarksreserve beschlossen. Aufgrund des großen Interesses
seitens der Ärzte und Celsius TCS-Anwender wird die Studie unter der Leitung
von Hartmut Kirchner in naher Zukunft
beginnen.
Am Veranstaltungsende wurde wieder
einmal mehr deutlich, dass es trotz der
vorzuweisenden Erfolge bei der Behandlung von Tumorerkrankungen mit
Hilfe der regionalen Elektrohyperthermie
notwendig ist, dieses Verfahren wissenschaftlich zu untermauern und weiterhin
zu diskutieren, um schließlich eine Akzeptanz des Verfahrens auf breiter Ebene
zu erlangen.
Weitere Zielsetzungen:
•die Gegenüberstellung des progressionsfreien Überlebens (PFS)
•die Gesamtansprechrate (ORR)
der beiden Therapiearme gemäß
der RECIST-Kriterien; Vergleich der
Rate an Fällen mit kontrollierter
Erkrankung (disease control rate;
DCR) als Summe aus CR-, PRund SD-Raten gemäß bestehender
RECIST-Kriterien
•Die Evaluation des Verlaufs des
Tumormarkers CA19-9
•Veränderungen im ECOG-Performance-Status/Karnofsky-Index
•Erfassung der Lebensqualität
gemäß des EORTC-Evaluationsbogens
1. Nordwestdeutsches Hyperthermiezentrum
•
mehr als 20 Jahre Erfahrung
• Thermochemotherapie
•
lokale, regionale und Ganzkörperhyperthermie (milde und extreme Temperaturführung)
•
Prostatahyperthermie / Transurethrale Mikrowellen Thermotherapie (TUMT)
•
LITT (Laserinduzierte interstitielle Thermotherapie)
•
Hypertherme Lavage (Blase, Abdomen)
•
systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie (nach v. Ardenne)
• Einsatz
im onkologischen und nichtonkologischen Bereich
Internationale Kooperationen, Ausbildung und Forschung
Oldenburger Straße 87
•
26340 Zetel • Telefon: 0 44 53/97 82-0 • Telefax: 0 44 53/97 82-10
E-Mail: klinik@gisunt.de • www.gisunt.de
Forum Hyperthermie
Kongress
American Society of Clinical Oncology - Annual Meeting 2008
Fortschritte bei der Behandlung
von Hirntumoren
E. Dieter Hager
Der weltgrößte internationale Krebskongress, das ASCO Annual Meeting, fand in diesem Jahr vom 30. Mai
bis 3. Juni in Chicago statt. Auf der 44. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO)
wurden die neuesten Ergebnisse aus Grundlagenforschung und klinischer Krebsforschung vorgetragen.
An dem Treffen nahmen mehr als 25.000 Onkologen, Krebsforscher und weitere Fachleute aus mehr als
100 Ländern teil.
Die BioMed-Klinik in Bad Bergzabern ist
eine der wenigen deutschen außeruniversitären Kliniken, die schon mehrfach die
Gelegenheit hatte, auf diesem Kongress
Ergebnisse der klinischen Forschung vorzustellen. Die Forschungsarbeit von Hager und Sahinbas war die einzige von fast
4.800 akzeptierten Vorträgen, Postern
und publizierten Kurzfassungen, die sich
mit dem Thema Hyperthermie beschäftigte; ein bemerkenswertes Ergebnis.
Studie
Prospective phase II trial for recurrent
high-grade gliomas with capacitive
coupled low radiofrequency (LRF) hyperthermia.
Zusammenfassung
Die Behandlung bösartiger Hirntumore ist
trotz vielfältiger Therapieansätze immer
noch enttäuschend. Die mediane Überlebenszeit für Glioblastoma multiforme ab
Diagnosestellung, Operation, Strahlenund Chemotherapie liegt zwischen 6 und
12 Monaten. Die simultane Kombination
aus Strahlen- und Chemotherapie verbessert die Überlebenschancen um ca.
2,5 Monate, wie in der randomisierten
EORTC-Studie 26981 gezeigt worden ist.
Daran hat sich in den letzten Jahrzehnten
trotz vielfacher Anstrengungen und Prüfungen neuer Medikamente und Methoden nichts Wesentliches geändert. Auf
dem Meeting der ‚American Society of Clinical Oncology’ (Annual ASCO-Meeting)
im Juni dieses Jahres in Chicago, haben
Hager ED und Sahinbas H et al. in einer
prospektiven offenen Beobachtungsstudie Ergebnisse klinischer Forschung mit
179 Patienten mit anaplastischem Astrozytom WHO Grad III (AA) und Glioblastoma multiforme WHO Grad IV (GM) vorgestellt, die eine deutliche Verbesserung in
der Überlebenszeit und der Lebensqualität nach Rezidiv oder Progression unter
konventioneller Therapie gegenüber den
bisherigen Methoden durch die Anwendung loko-regionaler Tiefenhyperthermie
mit Radiowellen zeigen.
In dieser Studie wurden Patienten mit
Hirntumoren, bei denen der Tumor nach
Operation, Chemo- und Strahlentherapie wieder gewachsen ist und für die es
konventionell keine weiteren wirksamen
Therapiemöglichkeiten gibt, mit niederfrequenten Radiowellen über kapazitiv
gekoppelte Elektroden (LRF-THT) behandelt. Während Hyperthermie-Verfahren,
die nur auf Überwärmung ausgerichtet
sind, kontraindiziert sind, kann die LRFTiefenhyperthermie auch bei primären
und sekundären Hirntumoren angewendet werden, wie Hager et al. schon 2002
in einer retrospektiven Verträglichkeitsstudie gezeigt haben. Mit dieser speziellen
Hyperthermie-Technik können komplette
und partielle Tumorrückbildungen sowie
ein hoher Anteil an lang anhaltenden stabilen Krankheitsverläufen erzielt werden.
Die medianen Überlebenszeiten betrugen
ab Diagnosestellung bei AA 38,2 Monate
beziehungsweise 20,3 Monate bei GM.
Vor allem der Anteil der Langzeitüberlebenden 5 Jahre nach Rezidiv beziehungsweise Progression der Erkrankung unter
primär konventioneller Radio- und Chemotherapie von 30 % bei AA und 11 %
bei GM hat die Fachwelt mit besonderem
Interesse zur Kenntnis genommen.
Die Verträglichkeit der LRF-Tiefenhyperthermie ist sehr gut, insbesondere
im Vergleich zur Chemotherapie, und ist
wesentlich kostengünstiger als konventionelle Therapieversuche. 8 – 10 % der
Patienten fühlen sich für einige Stunden
bis zu 1 – 2 Tagen nach der Tiefenhyperthermie müde und schwach (insbesondere am Anfang der Behandlung und
bei großen Tumorrezidiven), in wenigen
Fällen können subkutane Fettgewebsfibrosen und vereinzelt Brandblasen oder
Ödeme an Narben auftreten.
Die Folien des Vortrags können im Internet auf der ASCO-Homepage im sogenannten ‚Virtual ASCO-Meeting 2008‘ auf
der Webseite www.asco.org eingesehen
oder heruntergeladen werden, ebenso
die Kurzfassung der Studie unter ‚Abstracts – Annual Meeting 2008’ (Abstract
2047). Eine mündliche Kurzfassung des
Vortrages kann ebenfalls heruntergeladen werden (‚Podcast ASCO 2008’).
Autor
Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Phys. E. Dieter Hager
BioMed-Klinik Betriebs-GmbH
Tischberger Straße 5 – 8
76887 Bad Bergzabern
E-Mail: info@biomed-klinik.de
www.biomed-klinik.de
MRI 01/04
06/01 subt. resection
Since 06/02 LRF-DHT+
08/01 subt. res. of recur. B.s.+Thal.+ELP
09-10/01 RTx (TD 60 Gy)
01-06/02 CTx (7xTemodal)
MRI 06/02
Anaplastic Astrocytoma (WHO° III)
• Deep hyperthermia was biweekly performed with
13.56 MHz capacitive coupled electrodes
(Oncotherm®)
• Power: increasing from 20 to max. 100 Watts
Treatment time: 60 minutes
• Treatment including RTx, CTx , Boswellia caterii (6x
400 mg/die), a selective inhibitor of leukotrienes
0
50
100
150
200
170
27
179
LRF-DHT+Supportive
LRF-DHT+Radio
LRF-DHT+Chemo
Concurrent
Therapies
• Accrual time from 02/2000 to 04/2007
• 53 pts. with anaplastic astrocytoma(WHO°III)
• 126 pts. with glioblastoma multiforma (WHO°IV)
• Median age [range]:
AA: 40 yrs
GM: 49 yrs
GM; N = 126
1st LRF-DHT
AA; N = 53
1st LRF-DHT
AA WHO°
WHO°III;
N=53
From newly
diagnosed
96
1 yr
72
2 yrs
53
3 yrs
35
4 yrs
30
5 yrs
Time [months]
Table 2: Survival probability (Kaplan-Meier-Estimation)
GM; N = 126
Newly diagnosed
AA; N = 53
Newly diagnosed
(Kaplan--Meier
(Kaplan
Meier--Estimation
Estimation))
Overall Median Survival
ASCO 2008; 2047
0
10
20
30
40
50
60
Untreated
38 °C
38 °C
hyperthermia
6.1
17.9
38 °C
Hyperthermia Oncothermia
42 °C
38 °C
42 °C
hyperthermia
oncothermia
45.9
Oncothermia
42 °C
42 °C
oncothermia
57.1
E-cadherin
Untreated control
Beta-catenin
Untreated control
E-cadherin
Hyperthermia 42 °C
Beta-catenin
Hyperthermia 42 °C
E-cadherin
Oncothermia 42 °C
Beta-catenin
Oncothermia 42 °C
E.D. Hager, None; H. Sahinbas, None; D.H. Groenemeyer, None;
E. Boecher, None.
Complete data where collected from all pts. and
GM WHO°
WHO°IV;
82
41
23
11
11
N=126
• Prospective open-label, single-arm observational study considered for evaluation if at least 1 cycle of
LRF-DHT could be performed. The median
• Mono-centered phase II trial
Adverse effects:
a) Technical Devices
follow-up time was for AA: 40 and GM 36 mos.
• Intention-to-treat-analysis from relapse/progression
A) Short-term (2h) asthenia after treatment (8-10%)
The median overall survival times (MST) with
B) Local redness (rubor) of the skin (8%)
confidential intervals are listed in table 1 and the
• 1. Primary Endpoint:
C) Edema of (fresh) scars (<1%)
survival probabilities in table 2. Complete and
Median overall survival-time (survival rate)
D) Complications:
partial remissions could be achieved in both groups
radiative
capacitive
inductive
• 2. Response rate
-subcutaneous fibrosis of fat tissue (1%)
by LRF-DHT alone.
• 3. Quality of life
- burning blisters stage I-II (2%)
Technical Decision Making:
- headache, fatigue & nausea (1-2 days) (12%)
Table 1: MST of patients with WHO°III & IV gliomas
- radiative
contraindicated (hot spots)
(Kaplan-Meier-Estimation)
- capacitive
indicated, selective heating and
• Recurrent after surgery, RTx and/orCTx
non-thermal effects
• DHT with capacitive coupled electrodes with
• Progression after RTx and/or CTx in
- induktive
indicated with nanoparticels
AA ; N = 53 pts
GM; N = 126 pts
low radiofrequency (13.56 MHz) is feasible
MST
from
subtotally
resected
or
inoperable
cases
or liposomes containing Fe)
months±se [95%CI]
months±se [95%CI]
without any severe side effects, and even pts.
• Age > 15 years
at advanced stages of disease could be treated.
b) Electromagnetic (13.56 MHz) vs heat
• Karnofsky Perfomance Score ≥ 40
• Complete and long duration partial remissions
Newly
(Szasz et al., 2008)
38.2±3.5 [31.3;45.0]
20.3±1.7 [17.0;23.6]
or stable disease is possible.
diagnosed
• A significant prolongation of survival after
1. LRF-DHT
10.6±2.0 [6.7;14.4]
7.6±0.9 [5.9;9.3]
relapse and progression after 1st line therapy
• Uncontrolled epileptic seizures
could be demonstrated.
• Tetra- & Hemiplegia
Events/Censored N
Contacts: sahinbas@microtherapy.de; edh-bmk@biomed-klinik.de
39/14 (26.4%)
101/25 (19.8%)
(%)
• KPS < 40%
Author Disclosure Information:
• Lower thermal doses (mild to moderate T):
- protein denaturation, esp. nuclear matrix
- increased blood perfusion → tumor oxygenation ↑
- reduction of intratumoral pressure
- reduction in DNA repair capacity
- anti-cancer immunogenicity, stimulation of innate
and adaptive immun response
- increase in uptake of drugs
• Higher thermal doses:
- cytotoxic, increases tumor necrosis & apoptosis
- vascular destruction & anti-angiogenic effects
- synergistic response to RTx/CTx/Itx/geneTx
• Non-thermal effects:
- electromagnetic coupling, interstitial heating
Rationale for Hyperthermia
Treatment of malignant gliomas is in spite of many
new approaches still disappointing. Median survival
time (MST) of pts. with glioblastoma multiforme
(GM) after diagnosis is 6 to 12 months.
Surgery is treatment of first choice, but in most
cases healing is not possible. The aims of surgery are
tumor debulking or decompression of the brain.
Radiation will double MST after surgery but high
grade gliomas are not very radiosensitivesurvival.
Concomitant radiation with temozollamide could
increase median survival time of pts with GM from
12.1 to 14.6 montths
No. Patients
c) Treatment
ED Hager, H Sahinbas, DH Groenemeyer
Groenemeyer,, F Migeod; Biomed
Biomed--Hospital & University WittenWitten-Herdecke, Germany
Prospective phase II trial for recurrent high
high--grade malignant gliomas
with capacitive coupled low radiofrequency (LRF) deep hyperthermia
Cum. Survival
Cum. Survival
Background
dead/vivid cells in the tumor [%]
Kongress
Forum Hyperthermie
Forum Hyperthermie
Kongress
„Die Natur kennt Lösungen“
12. Deutscher Kongress für
Komplementärmedizin (DKfK®)
Hyperthermie –
eine wertvolle Therapieoption
Über 50 internationale Experten aus allen
Bereichen der Medizin ließen den Kongress in Schortens bei Wilhelmshaven im
Juni 2008 zu einem hochkarätigen Erfahrungsaustausch werden. Die Fachvorträge
versorgten die Zuhörer mit den neuesten
Informationen aus der Wissenschaft, hilfreichen Tipps und praxisrelevanten Empfehlungen. Veranstalter des jährlich statt
findenden Kongresses sind die Deutsche
Gesellschaft für Hyperthermie e. V. und
die Forschungsförderungsgesellschaft für
Komplementärmedizin e. V.
Schwerpunktthema war die Hyperthermie
neben anderen Themen wie Immunologie,
komplementäre Medizin, Pflanzenheilkunde, Sekundäre Pflanzenstoffe, Schmerztherapie, Telemedizin und Fibromyalgie.
„Die dank High-tech möglich gewordene
Hyperthermie als sehr naturnahe Heilweise ist ein Paradebeispiel integrativer
Medizin. Als derzeitiger Präsident der
Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie
Temperaturmessungen unter
der Elektro-Hyperthermie
10
e. V. (DGHT) bin ich froh, dass eine eigenständige Fachtagung für Hyperthermie
ihren regelmäßigen Platz auf diesem Kongress gefunden hat. In keinem anderen
Segment der Medizin hat es eine so rasante Entwicklung und den Erkenntnisgewinn am wachsenden Bedarf entwickelt
gegeben, wie auf diesem Gebiet“, so
Professor Dr. Holger Wehner.
Nach repräsentativen Umfragen wünschen sich bis zu 80 Prozent der Patienten, dass zur Behandlung verschiedener
Leiden vordergründig Naturheilverfahren
eingesetzt werden. Es ist der Wunsch der
Patienten, möglichst sanft und umsichtig,
weitsichtig mit guten Strategien und stets
im Bemühen um Prognoseverbesserung
bei chronischen Erkrankungen und Krebs
behandelt zu werden.
Ziel der Kongressorganisatoren ist es,
den Erfahrungsaustausch zwischen den
Experten selbst, aber auch mit den niedergelassenen Ärzten zu fördern und eine
Plattform zu bieten, sich über neue Verfahren, speziell auch in der Hyperthermie,
zu informieren.
Chemotherapie in Kombination mit lokoregionaler
Hyperthermie beim metastasierten Mammakarzinom: Die
Mammatherm-Studie
Trotz zahlreicher Grundlagenforschungen und umfangreicher
klinischer Anwendungen,
besteht eine wiederkehrende
Frage nach der Temperaturentwicklung.
Die Untersuchungen sollen zeigen, wie sich die Temperaturen in Abhängigkeit von
Größe, Position und Energieeintrag der Applikatoren
im Gewebe verändern.
Die aktuelle Versuchsanordnung zeigt die Temperaturentwicklung in nicht perfundierten avitalen
biologischen Geweben als Voraussetzung für
Untersuchungen am perfundierten vitalen humanen
Gewebe.
In der Therapie von Patientinnen mit metastasiertem
Mammakarzinom haben sich
Behandlungsschemata mit
einerseits möglichst hoher Ansprechrate und andererseits bestmöglicher Verträglichkeit durchgesetzt. Bisher gibt es keine Standardtherapie in der
metastasierten Situation. Lokoregionale Hyperthermie könnte aufgrund einer erhöhten Perfusion
bei gleichzeitig vermehrter interstitieller Azidose im
behandelten Tumorgewebe additive Effekte auf die
Wirkung der Chemotherapie haben.
Prof. Dr. med. Holger Wehner
Chefarzt gisunt Klinik, Zetel /
1. Nordwestdeutsches Hyperthermiezentrum
Dr. med. Julia Jückstock
Oberärztin Frauenklinik Innenstadt der
Ludwig Maximilians Universität München
Der 13. Kongress für Komplementärmedizin findet vom 19. bis 21. Juni 2009
in Schortens bei Wilhelmshaven statt.
Kongressorganisation:
Forum Medizin Verlagsgesellschaft mbH
Telefon: 04421/75566-15
E-Mail:sekretariat@forum-medizin.de.
Randomisierte, kontrollierte
Studie zur Wirksamkeit und
Verträglichkeit einer milden,
wassergefilterten Infrarot-AGanzkörper­hyperthermie als
Zusatzbehandlung zu einer
multimodalen rehabilitativen
Standardtherapie bei der Behandlung der Fibromyalgie
Die Studie evaluiert, ob bei Patienten mit Fibromyalgie die milde, wassergefilterte Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie als Zusatzbehandlung zu einer
multimodalen rehabilitativen Standardtherapie
gegenüber einer multimodalen rehabilitativen Standardtherapie allein, einen therapeutischen Nutzen
erbringt.
Dr. med. Andreas Wagner
Chefarzt Südharz Krankenhaus Nordhausen
Zentrum für Rehabilitation und Physiotherapie
Can we prolong cancer patients life with complementary
medicine?
(Kann Komplementärmedizin das Leben
krebskranker Patienten verlängern?)
Adding complementary cancer
treatment methods and hyperthermia may have a positive
effect not only on cancer and
chemotherapy symptoms, but also on prolonging
patient‘s life. It is well documented in many studies
published in the medical literature some of them
will be presented. In our experience, 60 % and
more of very advanced cancer patients, many of
them failed all types of conventional therapies, may
benefit by adding such treatments to the conventional methods. This is done by using hyperthermia,
i.v. and oral supplements, nutrition and more.
Joseph Brenner M. D., „New-Hope“ The Center for
Complementary Cancer Treatments and Hyperthermia/Head of Oncology, Wolfson Hospital, Tel
Aviv/Israel
Kongress
Forum Hyperthermie
ICHO 2008
10th International Congress on Hyperthermic Oncology im April 2008 im
Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München
Dieser Kongress wurde unter der Schirmherrschaft der International Association on Hyperthermic Oncology (IAHO) organisiert. Die IAHO ist die Dachorganisation für weitere Gesellschaften wie zum Beispiel der
Asian Society for Hyperthermic Oncology (ASHO), der Society of Thermal Medicine (STM) und der European Society for Hyperthermic Oncology (ESHO).
Die alle vier Jahre stattfindende Veranstaltung bringt Fachleute aus der onkologischen Hyperthermie aus aller Welt
zusammen. Rund 400 international führende Experten aus Bereichen wie Biologie, Physik und Medizin informierten
sich über die neuesten Entwicklungen
und die state-of-the-art Techniken bei
der Anwendung der Hyperthermie. Diskutiert wurden Themen wie zum Beispiel
die Rolle der Hitzeschock-Proteine, neue
klinische Anwendungen der Hyperthermie sowie diagnostische Verfahren. In
den letzten Jahren wurde das Feld der
klinischen Hyperthermie immer dyna-
mischer. Ergebnisse aus randomisierten
Phase II und III Studien, sowie erweiterte
Basisforschungen haben die Hyperthermie als eine wertvolle Therapieoption
etabliert, die gerade auch in Verbindung
mit den Standardtherapien gute Ergebnisse erzielt.
Der Bedarf an konstanter optimierter Forschung im Bereich der Molekularbiologie
und die Einsicht in deren Prinzipien und
Funktionsweisen benötigen mehr und
mehr den interdisziplinären, internationalen Wissensaustausch. Das große Interesse an der Hyperthermie zeigt sich in
der Vielzahl an Organisationen und Ins-
titutionen, die inzwischen großen Bedarf
an Hyperthermie-Technik haben. Sowohl
in Europa als auch in den USA und China
wächst die Zahl der Institute, die Hyperthermie als Therapieform anbieten.
Das erste internationale Symposium für
Krebstherapie mit Hyperthermie und
Strahlentherapie fand 1975 in Washington, USA statt. 1977 organisierte Chris
Streffer das zweite internationale Meeting in Essen. Seitdem findet die ICHO
abwechselnd in den USA, Europa und
Asien statt.
Der nächste Kongress öffnet seine Türen
2012 in Japan.
Verbandsnachrichten
Deutsche Gesellschaft für Hyperthermie e. V. (DGHT)
Im Bemühen, Qualitätsmerkmale zu definieren, die Entwicklung zu fördern, praxisrelevante Fragestellungen zu untersuchen und die Kollegen zu unterstützen,
engagiert sich die Deutsche Gesellschaft
für Hyperthermie seit zwölf Jahren.
Sie versteht sich als Organisation für Gemeinsamkeiten bei den Anstrengungen
um Geräteentwicklung, sichere Anwendung und Patientenfragen. In den letzten
Jahren haben proportional zur zunehmenden Zahl von Anwendern und Anwendungen auch die Anfragen der Versicherungen, Krankenkassen und anderer
Erstattungsstellen zugenommen.
Leider ist dieser Dialog selten vom Patienteninteresse getragen. Um so mehr
verwundert es, wie divergent die Antworten der Kollegen ausfallen. Es sind dann
bei Begutachtungen Stellungnahmen von
Kollegen zu lesen, die entweder noch nie
mit der Hyperthermie gearbeitet haben,
sich aber Ausführungen anmaßen oder
die bereits Untersuchungen oder gar Studien publizierten, dann aber den ”Rest”
der Hyperthermie verdammen, wenn dieser nicht mit dem Gerät arbeitet, mit dem
der/die Kollege/in seine positiven Erfahrungen machte. Hyperthermie ist doch
aber mehr als ein Geräteherstellerportal.
Gerade die Ärzte sollten nach dem umfangreichen Studium prädestiniert sein,
umfassend zu denken und dann erst zu
werten.
So ist es schön zu wissen, dass es eine
Gesellschaft gibt, die Patientennähe, Praxisrelevanz und umfassende medizinische
Anwendung im Fokus ihrer Tätigkeit hat.
Die Existenz der Gesellschaft hat so zahlreiche Antragstellungen bei den Kassen
ausgelöst, dass die Therapieoption als
ernst zu nehmend eingestuft wurde, was
zur Etablierung von Gebührenordnungs-
ziffern in der 1996 veröffentlichten amtlichen Gebührenordnung führte.
Besonders freuen wir uns, dass wir das
erste deutschsprachige Wissenschaftsjournal für Hyperthermie Forum Hyperthermie als unser Verbandsorgan nutzen
dürfen – und dies so lange, wie der Verlag die unabhängige, allen Rechten der
Pressefreiheit folgende Berichterstattung
ermöglicht und Publikationen vornimmt,
die das gesamte Spektrum der Hyperthermie, von der aktiven Fiebertherapie
bis zur extremen Ganzkörperhyperthermie und von der Dermatologie über die
physikalische Medizin und Orthopädie
bis zur Onkologie abdecken. Nur so gelingt eine Plattform, die den Mitgliedern
Rechtssicherheit,
Diskussionspodium
und Entwicklung ermöglicht.
Der Vorstand
11
Forum Hyperthermie
Portrait
Oncotherm
Traditionen und Reformen
in der onkologischen
Hyperthermie
Die Hyperthermie ist eine der ältesten Behandlungsmethoden der Onkologie und wurde bereits in den antiken Kulturen angewendet. Trotz ihrer langen Geschichte
stößt die Hyperthermie im Kreis der Krebsmediziner auf
Skepsis. Ursprung dafür sind die kontroversen Ergebnisse, die
diese Behandlungsmethode hervorbringt. Der Grund hierfür
ist darin zu sehen, dass die Hyperthermie zwei gegensätzliche
Wirkungsweisen hat. Auf der einen Seite gehen die Tumorzellen
auf Grund der starken Hypoxie und anderer durch Wärme entstandener Schäden zugrunde. Auf
der anderen Seite steigert die Wärme gleichzeitig aber auch die metabolische Aktivität der gesunden Zellen, die so den malignen Zellen die benötigten Wachstumsstoffe liefern und damit deren Proliferation und
Ausbreitung verstärken. Der Schlüssel zur Zerstörung der malignen Zellen ist demzufolge die Selektivität,
durch die nur die malignen Zellen erwärmt werden, nicht aber die gesunden Zellen und die malignen Zellen
auf Grund von „Nahrungsmangel“ absterben. Somit handelt es sich um die Lösung eines biomedizin-technischen Problems. So war es auch ein Professor der Biophysik (und nicht ein Humanmediziner), der auf der
Grundlage dieses Effekts 1988 die Oncothermie als Behandlungsmethode entwickelt und die Oncotherm
GmbH gegründet hat. Seitdem wird die Oncothermie in vielen Ländern mit mehr als 100.000 Behandlungen
pro Jahr angewandt.
Die Oncothermie nutzt die Selektivität auf
Zellebene von malignen und gesunden
Zellen zur Zerstörung von bösartigem
Tumorgewebe. Die Sie nutzt hierbei das
Wissen der Biophysik und der Biomedizin unter Verwendung der fraktalen Physiologie und der Methodik der Bioimpedanz. Die Oncothermie ist keine einfache
Tiefenerwärmung, sondern eine effektive
Methode, die selektierten malignen Zellen zu zerstören. Mit Hilfe der elektrischen
Komponenten, die bei der Behandlung
mit Oncothermie eingesetzt werden,
wird der programmierte Zelltod (Apoptose) gefördert und es kommt zu einem
positiven Zusammenspiel von Apoptose
und dem Zelltod durch Wärmeeinwirkung
(Nekrose).
Wie bereits erwähnt, liegt die Besonderheit der Oncothermie in dem Mecha-
12
nismus der zellulären Selektion durch
fraktale Physiologie. Dabei wird das
modulierte Signal über die klassische
13,56 MHz Trägerfrequenz transportiert.
Das asymmetrische Feld verhindert das
Verbrennen von Fettgewebe und steigert die Fokussierung der Energie auf
die gewünschte Zellregion. Diese technische Finesse führt zur Zerstörung der
Zellmembran der malignen Zellen bzw.
fördert zumindest die Apoptose durch
die Modifizierung der adherenten Zellverbindungen und der HSP-Ausschüttung
an der Zellmembran.
Oncotherm produziert medizinische Hightech-Systeme auf der Basis langjähriger
Erfahrung. Begonnen hat die Produktion
mit einem System für die minimal-invasive Galvano-Therapie – dem ECT2000.
Hier wurden der Effekt des elektrischen
Feldes und die Bedeutung der Modulation erkannt und umgesetzt. Heute findet sich dieser Ansatz im nicht invasiven
Oncothermie-System EHY-3000 wieder.
Nachdem man erkannt hatte, dass die
Asymmetrie des Feldes besonders wichtig ist, wurde die Technik der Ablation im
Oncothermie-System ICT2000 und die
intraluminale Anwendung im PCT2000System umgesetzt.
Des Weiteren hat Oncotherm ein Ganzkörper-Hyperthermie-System
(WBH2000) entwickelt, das sich aber leider auf
Grund der hohen Gerätekosten nicht am
Markt durchsetzen konnte. 2004 wurde
die Technik des EHY-2000 verbessert und
es entstand das EHY-2000plus. Dieses
System vereinte den neuesten Stand von
Wissenschaft und Technik in sich.
Portrait
Die Entwicklung neuer
Geräte stand aber nicht
still. Unter Einsatz der
20jährigen Erfahrung im
Bereich der professionellen
Biophysik, Biomedizin und
technischen Entwicklung hat Oncotherm neue Systeme entwickelt
und nun auf dem Markt.
EHY-1000 IL Serie
Der „Star“ ist gegenwärtig das EHY-1000
zur intraurethralen Prostata-Behandlung
von malignen und benignen Tumoren.
Dieses verhältnismäßig preisgünstige,
aber effektive System leitet eine neue Ära
in der Behandlung von Prostata-Tumoren
ein.
EHY-2000 Serie
Oncotherm hat auch sein „klassisches“
Behandlungssystem
weiterentwickelt.
Das Bolus-System wurde nicht nur technisch modifiziert sondern auch äußerlich
neu gestaltet. Alle bisherigen Elemente
– Bett, Turm, und Bildschirm – sind nun
in einem Gerät mit der neuesten Oncotherm-Technologie vereint. Ebenfalls integriert ist eine Webbrowsing-Software,
die die Verbindung zu jedem anderen
Webbrowser (PDA, Telefon, Laptop, PC,
MAC etc.) ermöglicht.
Forum Hyperthermie
Einsatz und erweitert dort das Wissen
über die Hyperthermie im Allgemeinen
und der Oncothermie im Speziellen.
Die Firma veröffentlicht regelmäßig Arbeiten und Artikel zu theoretischen und
biophysischen Grundlagen der Oncothermie-Methode, sowie zu präklinischen
und experimentellen Ergebnissen. Des
Weiteren publizieren auch die Anwender
der Behandlungssysteme ihre medizinischen Ergebnisse.
Die evidenzbasierten Daten sind eine
Zusammenstellung der Ergebnisse unterschiedlicher voneinander unabhängig
arbeitender Anwender, die jeweils mit
gleichen Datenprotokollen und Patientengruppen gearbeitet haben. Diese Daten
weisen gute Ergebnisse bei Krebserkrankungen der Lunge, des Pankreas, der Leber, des Magens sowie bei Gliomen und
anderen Krebsarten auf.
Im Mittelpunkt der Firmenphilosophie
steht das Wohlergehen des Patienten.
Oncotherm strebt die Heilung, Verlängerung der Lebenszeit sowie eine verbesserte Lebensqualität der Patienten
an. Dabei arbeitet die Firma mit einem
3-Punkte-Wirkungs- und Sicherheitsprinzip. Das Wirkungsprinzip beinhaltet
die Energieabsorption, die selektive Fokussierung der malignen Zellen und eine
Verlängerung der Überlebenszeit. Das
Sicherheitsprinzip dient zum Schutz von
Patient sowie Anwender und Umgebung
durch Ausschluss von Verbrennungen
und Strahlung.
Der Gründer und Leiter der Forschungsund Entwicklungsabteilung der Firma
Oncotherm Kft. mit Sitz in Ungarn ist
Prof. Dr. András Szász (www.Szasz-Andras.hu). Als Geschäftsführer der Hot Oncotherm GmbH mit Sitz in Deutschland
ist er ebenfalls unternehmerisch tätig.
Darüber hinaus betreut er in seiner Funktion als Leiter der Abteilung für Physik
und Biophysik der St. Istvan Universität,
Budapest, den wissenschaftlichen Nachwuchs. Als Referent hält Professor Szász
zahlreiche Vorträge auf nationaler und
internationaler Ebene. Im Rahmen seiner
wissenschaftlichen Forschungsarbeit hat
er mehr als 20 seiner Entwicklungen zum
Patent angemeldet. Überwiegend finden
diese ihren Einsatz in der OncothermTechnologie.
Weitere Informationen:
www.oncotherm.de
Telefon: +49 (0) 2241 31992-0
EHY-3000 Serie
Das EHY-3000 erfüllt den lang gehegten
Wunsch der Oncothermie nach einer
multilokalen
Behandlungsmöglichkeit.
Das leicht zu bedienende System ermöglicht die Behandlung großer Regionen mit
einer 10fach höheren Effektivität gegenüber dem Bolus-System. Der Einsatz einer
Textil-Elektrode vermeidet die enormen
Kühlungsverluste des Bolus-Systems
und ermöglicht eine genauere Berechnung der benötigten Leistung.
EHY-100 Labor-Serie
Oncotherm hat das vorläufig erste Laborgerät zur Durchführung von In-vitro- und
In-vivo-Experimenten für die Hyperthermie-Forschung entwickelt. Das System
kommt gegenwärtig in Universitäten und
anderen Forschungseinrichtungen zum
13
Forum Hyperthermie
Studie
Clinical study for advanced pancreas
cancer treated by oncothermia
Daniα A, Varkonyiβ A, Magyarγ T, Szászδ A.
(α) Oncology Department, Vaszary K. Hospital, Petofi S. u. 18, Esztergom, Hungary
(β) Polyclinic XIV, Jokai u. 3 Budapest, Hungary
(γ) Oncology Department, Peterfy Hospital, Peterfy S. u. 1, Budapest, Hungary
(δ) Department Biotechnics, St. Istvan University, Godollo, Hungary
Abstract
Pancreas cancer (PCA) is an aggressive,
common malignant tumor. We present
two retrospective clinical studies of PCA
done in two medical centers (HTT-MED
Day-clinic and Peterfy Hospital). Both of
the centers made the treatments by oncothermia in combination with the conventional tumor-therapies. We present
the data from both centers and make a
metaanalysis of the data as well. Results
show a remarkable survival benefit for the
patients compared to the historical data.
The comparison of the studies shows a
good correspondence in the data, which
strengthens the reliability of the studies,
and points out the feasibility of the oncothermia application on PCA.
Key words:
pancreas cancer, clinical-study,
hyperthermia, oncothermia,
survival-time, comparison.
Introduction, objectives
Pancreas cancer [PCA, (topographic ICD:
C25)] is a very aggressive tumor, one of
the major unsolved health problems of
the present [1].The PCA is one of the
most aggressive malignant diseases with
rapid progression-rate and short survivaltime. Despite the massive efforts to find
the adequate therapy, relatively low progress could be achieved in survival-rate
of the disease.
The prognosis of the disease is extremely
poor; only less than a quarter of the pati-
14
ents are operable, and less than a quarter
of those survive to 5 years, and its incidence does not decrease in the past five
years [2]. Its gold-standard management
is the resection, but most of the patients
are unresectable [3]. The radiation therapy is more palliative than curative [4, 5].
This is the reason, why the chemotherapy
in this disease has an especially important role. The subsequent reviews point
out the importance of the adjuvant and
neoadjuvat therapies [6, 7, 8], and the
Gemcitabine (Gemzar) + 5-fluorouracil
+ leucovorin combination had shown a
remarkable efficacy [9, 10, 11, 12], table I.
Hyperthermia (HT), combined with radiotherapy (RT) and chemotherapy (CT),
seems to be a promising method for
cancer treatment, although many of the
underlying molecular mechanisms of this
combination treatment are not properly
understood yet. Although some widely
accepted effects had been recognized:
It has been shown that an increase in
temperature can cause vasoconstriction
in certain tumors leading to decreased
blood perfusion and heat conduction,
and also inhibit angiogenesis [60, 61, 62].
At the same time, the elevated temperature causes vasodilation in the healthy
tissues, leading to its increased blood
perfusion and heat conduction [63]. These effects functioning like an effective
heat trap [64], selectively increase the
temperature in the tumor [65]. Furthermore it has long been known that hyperthermia can cause softening or melting of
the lipid bilayer [66, 67, 68], it can change
lipid-protein interactions [69], and it can
denature proteins [70]. All of these events
can significantly disrupt a tumor cell’s
capacity to divide. It is shown, that the
increased temperatures cause a drastic
change in transmembrane currents [71]
and structurally alters the transmembrane proteins causing a change in active
membrane transport and membrane capacity [72], leading to substantial changes
in potassium, calcium, and sodium ion
gradients [73], membrane potential [74],
cellular function [75, 76], and induce
thermal blocks of electrically excitable
cells [74, 77]. Hyperthermia changes the
pH values by increasing the biochemical
reaction rates [78] and therefore also the
metabolic rate. The lack of the oxygen for
this forced metabolism results hypoxia
[79] and the anaerobe metabolism produces lactate [80] and cell destruction by
acidosis. Furthermore, the increased metabolism can significantly decrease the
cellular ATP stores leading to increased
cell destruction [80]. The DNA replication
process is also altered by heat. The increased temperatures can slow down or
even block DNA replication [81, 82], as
well as stimulate the immune system [81],
with observed increases in natural killer
cell activity [83]. Moreover, the elevated
temperature distributes tumor-specific
antigens on the surface of various tumor
cells [84] and assists in their secretion into
the extracellular fluid [85]. It is important
to mention for the clinical outcome the
improvement in the quality of life due to
the significant pain reduction [86], which
can be prolonged and enhanced by the
electric field using TENS effects [87]. This
pain-reduction has special importance at
such painful diseases like PCA. Additionally, hyperthermia is an ideal combination therapy. It has low toxicity, mild side
effects, and has been shown to provide
Studie
Forum Hyperthermie
Pts.#
RR (%)
16
25
16
25
5.25
[14]
36
14
4.4
[15]
163
5.4
[16]
164
6.7
[16]
12
1 y surv. (%)
Median surv. (m)
Ref.
[13]
25
[17]
16
31
9.6
[18]
54
3.7
7
[19]
34
17
5.7
[20]
26
19.3
8.5
[21]
24
8
52
31
44
13
6
[24]
48
9
6
[24]
28
29
8
[25]
[22]
[23]
24
[26]
24
38
12
41
2.5
6
[27]
8.3
8.5
[28]
11
8.2
[29]
26
19.2
10.3
[30]
27
7.4
22
7
[31]
42
5.7
28
6.5
[32]
29
10
4
[33]
25
8
9.6
[34]
62
25.9
9
64
29
[36], [37]
13
23
[38], [39]
11
9.1
[40]
19
0
[41]
[35]
24
35
9
[42]
23
34.7
9
[43]
38
5
9.3
[44], [45], [46]
24
13
7.5
[47]
14
7
6.1
[48]
42
26
7.1
[49], [50]
40
20
25
20
6.75
[52]
49
58
11
[53]
43
19
9
[54]
14
14
21
19
5.5
[56]
16
19
4.7
[57]
15
13
8
[58]
12
25
[51]
[55]
Table 1: Clinical studies on efficacy of Gemzar combination
[59]
synergies with many of the traditional treatment modalities. It enhances the effect of chemotherapy [88, 89];
and also has pronounced advantages for surgical interventions.
One of the most advanced treatment HT-modalities devoted to oncology is oncothermia (OT) [90, 91]. Due to
the limited effectiveness of established therapies, OT
could be one of the important future methods to improve
the treatment facilities of PCA [92, 93].
Our objective in this article is to present a retrospective
clinical study for PCA. The study concentrates on the effects of the survival time as one of the most important
factors to measure the success of a treatment in oncology.
The retrospective data are indications only, the prospective, randomized, controlled study should clarify the situation as according to evidence based medicine. However, we present data from two study-places, showing
their similar results, and also present a comparison of the
first year survival by oncothermia with two more independent clinics.
Method
The present results are obtained from an open-label,
single-arm, retrospective study. The involved patients
are being analyzed according to an intention-to-treat
(ITT) schedule. Recruiting time was from Apr. 1997 to
Aug. 2002, all together 64 months. The primary check
of the efficacy of a curative method in such a lethal kind
of disease is the survival time. The primary endpoints of
the present study therefore were the overall survival oncothermia treatment time (OS) and the survival time from
the first oncothermia treatment (oncothermia treatment
survival time, OSO). The date of death (or alive) were
checked by the Hungarian National Death Register, so
the actual and accurate data were collected. The latest
check of the deaths was 31. December of 2003.
The evaluation methods were: descriptive biostatistics,
log-rank survival tests (Kaplan-Meier plot), and comparison with large studies and databases and/or local
historical data. In order to support the reliability of the
retrospective data-set, two independent hospitals were
involved in the present study. One is the Peterfy Hospital,
Budapest (PFY). It is a governmental hospital involved in
the regular health-service network. The other one is a private day-clinic (HTT-Med Polyclinics, (HTT)), serving the
patients only on private basis. The two trial-places were
in tight information-contact, making the treatments with
the same practical conditions and guidelines.
15
Forum Hyperthermie
Patients were dominantly in late/advanced stages, where the traditional oncotherapies were unsuccessful.
Inclusion criteria were: (1) Inoperable or
sub-totally resected or recurrent primary
pancreas tumor, (2) progression after surgery and/or chemo-therapy, (3) Karnofsky
Performance Score (KPS) > 40 % and the
inclusion was irrespective of the localization of the lesion in the pancreas. Most
of the patients failed to respond to any of
the applied conventional therapies.
Exclusion criteria were only the wellknown contraindications of the oncothermia method (metallic implants or replacements in the treated area, missing
heat-sense in the treated area, pacemaker or other field-sensitive implants in the
patient).
The study had a couple of possible negative biases: (1) the treatment is paid or
co-paid by the patients, who do it on a
voluntary basis (ITT) in strict control of
the oncologist who was responsible for
the patient treatment till that time; (2) no
randomized control arm exists, the trial is
compared to the historical control or to
the available literature.
However, the present study had a few
possible positive biases as well: (1) patients were treated in their advanced
stages, when other treatments had failed
and/or were not possible; (2) the involved clinics are not equipped so well as
the special institutes/universities; (3) the
involved patients had no extra “trial-attention”.
The safety of the method is proven. It
has been applied over 15 years in clinical practices. No serious safety problem
has been reported about the oncothermia treatments. The devices are approved according to the European Medical
Device Directive (CE/MDD) and those are
under permanent vigilance system. The
treatment dose is personalized, fitted for
the actual status of the given patient.
The used device was EHY2000 (Onco-
16
Studie
Therm), capacitive coupled, working on
13.56 MHz, time-domain (fractal) modulated, with 30 – 150 W power absorbed
by the tumor, keeping the skin surface
on 20 oC. (For further details of the method we would like to refer to some of
our other papers [71, 90, 91]). The treatment control was made by the absorbed
energy [kJ], which was converted to the
equivalent temperature [T]. The equivalent temperature is higher than the actual temperature value, calculated by the
assumption that the energy makes only
a temperature increase. The reality, that
the energy together with the increase of
the temperature is basically used for the
distortion of the structures, change of
the chemical bonds and compensate of
the physiological regulations [94, 95, 96].
The equivalent temperature is in average
higher, about 10 oC, than the measurable
one in the actual conditions, however it
is always the function of the given conditions and mechanisms.
The calculated average equivalent temperature in the tumors was above 43oC
in more than 90 % of the treatment time.
The targeted area was treated by the
properly covering applicator system. OT
was performed in two/three sessions per
week. Treatment time and power range
per session were 60 minutes, and 150 W.
The power was gradually and linearly
raised up depending on the patient tolerance. The applied average energy was
300 kJ/treatment (250 – 450). The applied
applicators were 3.1 dm2 and 7.1 dm2,
depending on the tumor volume.
Results
Hospital Peterfy (PFY) (n=26)
The age-distribution of n=26 patients was
near to normal; no outlier were present.
The median age was 64.5 y (37 – 77), the
mean-age was 62.5 y (st.err. = 1.99). The
gender distribution was 14/12 female/
male (53.8/46.2 %). The ratio of the elderly (>68 y) patients were 42.3 %.
Most of the patients (23, 88.5 %) had
distant metastases. They were heavily
pretreated, everybody received at least
one chemotherapy and most of them underwent surgery.
The actual staging was made at the first
diagnosis: 23, [88.5 %] was in advanced
[WHO III or IV] stages, and at the first
oncothermia treatment 100 % was in advanced stages, 19 (73.1 %) were in the
worst stage.
The median of the elapsed time from the
1st diagnosis to the 1st oncothermia was
4.1 m (0.8 – 75), while its mean was 8.6 m
(st.err. = 3.0). The elapsed time ratio to
the overall survival was more than 35 %
(median 37.3 %, [5.9 – 86], mean 44.3
[st.err. = 4.2]).
The oncothermia treatment was provided
2-3 times a week, the treatment number
was in average 9.0 (st.err = 0.86) and its
median 6 (3-16), (Fig. 1)
Fig. 1: Treatment number of oncothermia is
dominantly in the 5 – 10 interval
The Kaplan-Meier plots of the overall survival (OS) (median 12.0 m, [2.3 – 115.5];
mean 17.5 m, [st.err. = 4.4]) and the survival from the first oncothermia treatment
(OSO) (median 6.32 m, [0.7 – 40.4]; mean
8.9 m, [st.err. = 1.9]) are shown in Fig. 2.
For elderly patients neither the OS nor the
OSO were different (p=0.41 and p=0.61,
respectively).
a)
Fig. 2: The OS (a) and OSO (b) Kaplan-Meier
plots
Studie
Forum Hyperthermie
10 (13.7 %) and 1 (1.4 %) patients, respectively). They were heavily pretreated,
mostly (93.4 %) underwent surgery and
subsequent radiation and/or chemo-therapies, Figs. 3, 4).
b)
Fig. 2: The OS (a) and OSO (b) Kaplan-Meier
plots
The survival was significantly different
and for patient without or with metastases in their OS, (p=0.039), but was not
significant in their OSO (p=0.20).
We studied the effect of the experience of
the treating medical personnel by the data
before and after the median time of the
study. No observable effect could be registered: OS (p=0.86) and OSO (p=0.69).
The elapsed time to the first oncothermia
from the first diagnosis is lower in the
late experience, (medians are 5.17 m [0.8
– 75.1], and 3.27 m [0.9 – 35.3], in early
and late experience period, respectively)
but the difference is not significant either
(p=0.29).
ted case.) The applied treatment time in
average was 67.2 min, (st.err. = 1.8) and
its median was 60 (45 – 120).
The Kaplan-Meier plots of the overall survival (OS) (median 12.7 m, [1.2 – 94.5];
mean 19.2 m, [st.err. = 2.1]) and the survival from the first oncothermia treatment
(OSO) (median 4.7 m, [0.3 – 49.2]; mean
12.6 m, [st.err. = 1.7]) are shown in Fig. 6.
For elderly patients neither the OS nor the
OSO were different (p~0.23 and p~0.42,
respectively).
Fig. 4: Pretreatment distribution
HTT-MED Polyclinic (HTT) (n=73)
The age-distribution of n=73 patients
was near to normal; no outlier were present. The median age was 58 y (24 – 79),
the mean-age was 59.1 y (st.err. = 1.3).
The gender distribution was 33/40 female/male (45.2/54.8 %). The ratio of the
elderly (>68 y) patients were 26.0 %.
Most of the patients (54, 74.0 %) had distant metastases, (one, two and three metastases were observed for 43 (58.9 %),
The actual staging was made at the first
diagnosis (45, 61.6 % was in advanced
[WHO III or IV] stages) and at the first oncothermia treatment they were in more
advanced status.
The median of the elapsed time from the
1st diagnosis to the 1st oncothermia was
3.3 m (0.3 – 85.7), while its mean was
6.6 m (st.err. = 1.3). The median of the
elapsed time ratio to the overall survival was 37.1 % (5.1 – 96.0], mean 41.2
[st.err. = 3.4]).
The oncothermia treatment was provided twice a week, the treatment number
was in average 8.0 (st.err. = 0.6) and its
median 6 (3 – 26) (Fig. 5). The equivalent temperature in average was 50.7 (st.
err. = 0.6), median 51 (43 – 59). (Note,
that the equivalent temperature is not
the real temperature. It is the calculated
value from the actual energy-absorption
and the impedance, meaning the actual
destruction rate, which is as high, as it
would be in a purely temperature orien-
Fig. 3: Pretreatment combinations
Fig. 5: Number of oncothermia treatments
a)
b)
Fig. 6: OS (a) and OSO (b) of HTT-study
The differences between patients without
or with metastases in their OS and OSO
were significantly different (p=0.016 and
p=0.004 for OS and OSO, respectively).
The number of treatnemts does not significantly influence the OS (p=0.24) and the
OSO (p=0.16) and the follow-up time after the last oncothermia (p=0.23, Fig. 7).
Fig. 7
17
Forum Hyperthermie
Studie
respectively (Fig. 9). Patients were heavily pretreated (Fig. 10), in PFY the chemotherapy, in HTT the surgery was the most
frequent modality.
Fig. 10: Pretreatment distribution
The elapsed time to 1st oncothermia from
the first diagnosis was identical (p=0.69)
in the two places.
Fig. 7: The typical survival times do no depend significantly on the number of treatments (few = below median, many = above
median number of treatments)
Interestingly, the gold-standard, the surgical pretreatment was not significantly
important for the longer survival either for
OS (p=0.84) and OSO (p=0.87).
This was probable, because the tumor
was only partially resected, or the surgery
was only for palliation.
We studied the effect of the experience
of the treating medical personnel by the
data before and after the median time of
the study.
Fig. 8: The experience of the treating personnel did not modify the results significantly
(“early experience” = the treatment was started earlier than the median time of the study;
“late experience” = the treatment was started
later than the median time of the study)
Comparative-analysis
The age-distribution of the alltogether
n=99 patients was near to normal; and
no outlier were present. The median age
was 60 y (24 - 79), the mean-age was 60 y
(st.err. = 1.1). In the spectrum of the PTF
a shift to the elderly patients was present.
The gender distribution was 47/52 female/male (47/53 %), and no significant
difference could be measured between
the places. The PFY/HTT patients’ ratio
is 61/197 (24/76 %).
There is some difference (not significant)
in the OS, OSO and ETO (p=0.15; p=0.077
and p=0.52, respectively), (Fig. 8).
Fig. 9: Number of metastases of the patients
involved in the study
74 % and 88 % of the patients had distant metastases in HTT and PFY groups,
18
The oncothermia treatment was provided
twice a week, the treatment number was
in average was more in PFY than in HTT
procedures (Fig. 11).
Fig. 11: The number of treatments for the
patients in the study
Neither of the measured parameters, the
overall survival (OS) and the survival from
the first oncothermia treatment differed
from each other (p=0.38 and p=0.39, respectively).
After the treatment was not different in
the two places (p=0.34).
Discussion
Results show the identical survival parameters in the two independent places.
The yearly survival rate is also not significantly different (Fig. 12).
Studie
Forum Hyperthermie
Fig. 12: The yearly survivals are well corresponding in the two studies
Fig. 14: Comparison of the first year survival-rates (%) in various clinics
The results could be well compared to the available SEER [97]
and Eurocare-3 [98] data. The comparison of the yearly survival
rate is shown in Fig. 13. The gain of the first few years is obvious, while the difference gradually vanishes approaching the
5th year.
(1 – 31), and the mean survival was 8.7 m (st.err. = 1.29), while
the compared HTT (n=73), median 12.7 m (1.2 – 94.5), mean 19.6
(st.err. = 2.1).
The comparison of the Kaplan-Meier survival curves demonstrates the cogently significant difference (p<10 – 4) (Fig. 15).
Fig. 15:
The comparison of
the Kaplan-Meier
survival curves of
the results by HTT
and the historical
control, collected
by the same
treating physician in
St. Borbala Hospital
Fig. 13: The comparison of the results with SEER and Eurocare-3 data
in first five years survival-rate (%).
Conclusion
The reason is the difference of the treated patients. When the
patient has a long survival, His/Her oncothermia treatment
starts only at the end of the available conventional treatments;
the patient receives oncothermia only in a small fraction of His/
Her survival time, therefore the survival time does mostly not
depend on the end-application of oncothermia. While in case
of the short survivals a considerable lifetime depends on the
oncothermia application.
To prove the results we had compared the most surprising firstyear survival with other independent clinical results from two
German clinics. The two additional retrospective oncothermia
trials were performed by VeraMed Clinic [99] and Nurnberg
Town Hospital [100]. The result is shown on Fig. 14. The result
convincingly demonstrates the significant difference between
the oncothermia and the general retrospective data.
For additional check a historical control (n=34) from the
St.Borbala Hospital (Tatabanya, Hungary) was given as comparison to the data. The reality of this comparison is the fact that
one of the authors (AD) had worked at HTT and at St.Borbala
Hospital at the same time and so the comparison of his own
data is feasible. The median OS of the control was 6.5 m
Our present paper indicates the feasibility of the oncothermia
treatment of PCA. The results are well indicating the benefit of
treating PCA by oncothermia:
1.Oncothermia was applied for pancreas tumors, showing a
valid treatment potential and safe application.
2.No safety or notable toxicity problem has occurred. The development of an edema or burn, which was a complication
of hyperthermia applications in the past, is not the case with
oncothermia. The treatment is safe and convenient to use.
3.The survival time, as one of the most important parameters,
was increased for the patients making progress by other
treatments.
4.The quality of life of the patient was improved by oncothermia according to their subjective reports.
Our present data are only retrospective indications of the efficacy of the oncothermia method. A prospective, randomized,
controlled double-arm clinical study is needed for an evidencebased evaluation.
19
Forum Hyperthermie
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Studie
Forum Hyperthermie
Randomisierte, kontrollierte Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit
einer milden wassergefilterten Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie als
Zusatzbehandlung zu einer multimodalen rehabilitativen Standardtherapie bei der Behandlung der Fibromyalgie*
T. Brockow1, A. Wagner2, A. Franke3, M. Offenbächer4, K.L. Resch1
Deutsches Institut für Gesundheitsforschung, Bad Elster
Rehabilitationsklinik Hoher Meissner, Bad Sooden-Allendorf
3
Büro für medizinische Statistik, Bad Elster
4
Institut für Medizinische Psychologie am Klinikum der Universität München
1
2
Schlüsselwörter: Fibromyalgie, Rehabilitation,
Physikalische Medizin, Ganzkörperhyperthermie,
wassergefilterte Infrarot-A-Strahlung
Key words: fibromyalgia, rehabilitation, physical medicine,
whole-body hyperthermia, water-filtered near infrared
Zusammenfassung
Ziel: Die Studie evaluiert, ob bei Patienten mit Fibromyalgie
(FM) die milde wassergefilterte Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie (NI-WBH) als Zusatzbehandlung zu einer multimodalen
rehabilitativen Standardtherapie (MR) gegenüber alleiniger MR
einen therapeutischen Nutzen erbringt.
Methoden: 139 stationäre Patienten einer deutschen Rehabilitationsklinik, welche die Kriterien des American College of
Rheumatology (ACR, 1990) für eine FM erfüllten, wurden in die
Studie eingeschlossen und randomisiert einer Versuchs- oder
Kontrollgruppe zugewiesen. Die Patienten der Versuchsgruppe erhielten neben einer MR zusätzlich eine Behandlungsserie NI-WBH (6 Behandlungen insgesamt, 2 Behandlungen pro
Woche, Erwärmung auf 38,1 °C Körperkerntemperatur, gefolgt
von 15 min. Wärmestauphase), während die Patienten der Kontrollgruppe ausschließlich eine MR erhielten. Hauptzielparameter waren das affektive und sensorische Schmerzempfinden,
gemessen mit der deutschen Version des McGill Pain Questionnaire (Schmerzempfindungsskala), erhoben zur Baseline,
zum Interventionsende sowie 3 und 6 Monate nach Interventionsende und analysiert nach dem Intention-to-Treat-Prinzip.
Ergebnisse: In der Kovarianzanalyse mit Messwiederholungen
ergaben sich in der Primäranalyse signifikante Differenzen zwischen den Gruppen für beide Hauptzielparameter zugunsten
von NI-WBH plus MR im Vergleich zu alleiniger MR (p<0,001
für affektives Schmerzempfinden, p=0,001 für sensorisches
Schmerzempfinden). Die Sekundäranalyse zu Schmerzintensität, FM-bezogener Lebensqualität und Tenderpoint-Assessment erbrachte der Primäranalyse entsprechende Resultate.
Mittlere Effektstärken wurden für alle Zielparameter beobachtet
(Spannbreite, 0,41 – 0,75). NI-WBH bezogene Nebenwirkungen
traten bei 14 von 69 Studienpatienten (20%) auf, die jedoch
alle in weniger als 30 min nach Interventionsende nicht mehr
vorhanden waren.
Diskussion: Die Studie zeigt, dass NI-WBH eine wertvolle Ergänzung zur MR bei der rehabilitativen Behandlung der FM darstellt.
Einleitung:
Fibromyalgie (FM) ist definiert als ein chronisch generalisiertes
Schmerzsyndrom mit charakteristischen Begleitsymptomen
wie nicht erholsamer Schlaf, Erschöpfung, Steifheit und/oder
Stimmungsschwankung [1]. Die bevölkerungsbezogene Prävalenz der FM in Industrieländern beträgt 2 %, mit einem Anteil
von 3,4 % bei den Frauen und 0,5 % bei den Männern [2]. 20 %
der Überweisungen in rheumatologische Praxen betreffen FM,
7 % in Praxen für Allgemeinmedizin [3, 4]. FM beeinflusst nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens [5] mit großer Auswirkung
auf Erwerbsfähigkeit und Arbeitsproduktivität [6 – 8].
Die medikamentöse Therapie ist die häufigste Behandlungsoption bei der FM [9]. Nichtmedikamentöse Behandlungen, wie
Bewegungstherapie [10] und psychologische Interventionen
[11, 12] sind vergleichbar oder sogar effektiver, insbesondere in
ihrer Langzeitwirkung [13]. Der Stellenwert einer Thermotherapie für die Behandlung der FM ist unklar. Sowohl extreme systemische Kälte in einer Kältekammer als auch milde systemische
Wärme kommen als Behandlungsoption in multimodalen Rehabilitationsprogrammen in Deutschland zum Einsatz [14 – 16].
Der klinische Nutzen einer Thermotherapie ist jedoch niemals
in einer randomisierten kontrollierten Studie evaluiert worden.
Neben unkontrollierten Studien [14, 15] liegen nur Daten von
kleinen nicht randomisierten kontrollierten Studien vor, die entweder den gesamten Behandlungsverlauf [17, 18] oder nur eine
einzelne Anwendung untersuchten [19].
Es existieren viele physikalische Methoden, die eine milde systemische Wärme induzieren. Die kurzwellige Infrarot-Ganzkörperhyperthermie scheint dabei aus verschiedenen Gründen
ein geeigneter Ansatz zu sein. Verglichen mit Methoden, die
auf Übertragung durch Wärmeleitung basieren, wie das Warmwasserbad oder langwelliges Infrarot, ist der thermische Stress
geringer und der Energieeintrag in den Körper kann durch die
Hyperthermieeinrichtung besser gesteuert werden [20, 21].
*Erstveröffentlichung in englischer Sprache in Clin J Pain, 2007; 23; 67 – 75
21
Forum Hyperthermie
Ferner kann die Hautverträglichkeit und die Geschwindigkeit
der Körpererwärmung erhöht werden, wenn die langwelligen Infrarotstrahlen, d. h. Infrarot-B und –C, eliminiert werden [22, 23].
Infrarot-A, auch „Nahes Infrarot“ genannt, wirkt als Tiefenwärme
und wird vorwiegend in tieferen Hautschichten absorbiert [22].
Im Gegensatz zu Kurz- oder Mikrowellenhyperthermie, kann die
Infrarothyperthermie auch bei Patienten mit Metallimplantaten
und Herzschrittmachern eingesetzt werden [20].
In Deutschland wurde zuerst von Heckel in den 60er-Jahren eine
Kabine für die Infrarot-Ganzkörperhyperthermie eingeführt [20].
20 Jahre später entwickelte von Ardenne eine Hyperthermieanlage, die fast ausschließlich Infrarot-A-Strahlung (Wellenlängen:
760 – 1400nm), unter Anwendung des Prinzips einer Wasserfilterung [21, 23], nutzt. Im gegensatz zum kontinuierlichen InfrarotA ahmt wassergefiltertes Infrarot-A das Infrarot-Spektrum des
Sonnenlichts auf Meeresniveau nach. Sonnenlicht durchdringt
die wasserdampfhaltige Erdatmosphäre, wobei die typischen
Absorptionslinien bei den Wellenlängen 940, 1130 und 1380 nm
entstehen, ebenso bei der wassergefilterten Infrarot-A-Strahlung [24]. Um den Bedürfnissen der Patienten und Therapeuten
besser gerecht zu werden, wurde die Hyperthermieanlage von
Ardenne in einem offenen Design gestaltet.
Hiermit präsentieren wir die erste prospektive randomisierte
kontrollierte klinische Studie zur Evaluierung der Wirksamkeit
und Verträglichkeit einer milden wassergefilterten Infrarot-AGanzkörperhyperthermie (NI-WBH) als Zusatzbehandlung zu
einer Multimodalen-Standard-Rehabilitation (MR), im Vergleich
zu einer alleinigen MR bei Patienten mit FM. Die MR enthielt, wie
in klinischen FM-Studien üblich, Bewegungsübungen, kognitive
Verhaltenstherapie und Gesundheitserziehung als zentrale Behandlungskomponenten [25].
Studie
Gruppenzuteilung offengelegt. Zuvor wurde die Eignung des
Patienten durch den Studienarzt festgestellt und eine schriftliche Einverständniserklärung entsprechend der Deklaration
von Helsinki seitens des Patienten unterschrieben. Folgende
Informationen bez. der Teilnehmer wurden beim Studienzentrum registriert: Datum des Studieneinschlusses, Initialen und
Geburtsjahr.
Studienteilnehmer: Kandidaten für einen Studieneinschluss
waren alle Patienten, die während der Durchführungsphase der
Studie vom Haus- oder Facharzt mit der Diagnose FM zur stationären Aufnahme in eine Rehabilitationsklinik in Hessen überwiesen wurden.
Diese Patienten wurden in die Studie eingeschlossen, wenn sie
die ACR-1990-Kriterien für FM [27] erfüllten, einen Score ≥ 4 auf
der Subskala Schmerzintensität und einen Score ≥ 4 auf der
Subskala zur körperlichen Funktionsfähigkeit (jede Skala reicht
von 0 – 10) des Fibromyalgia Impact Questionnaire (FIQ) [28]
aufwiesen und zwischen 18 und 70 Jahre alt waren.
Patienten wurden ausgeschlossen, wenn sie an einer oder
mehreren der folgenden Erkrankungen litten: schwere kardiovaskuläre Erkrankungen, schwere metabolische Erkrankungen,
schwere Erkrankungen des Nervensystems, Blutgerinnungsstörungen, Karzinomerkrankungen, akute Entzündungen, Status
nach Organtransplantation, deutlich reduzierter Allgemeinzustand (Karnofsky-Index ≥ 50 [29]). Ferner wurden Schwangere
und stillende Mütter sowie Personen mit Rentenantragsplanung
bzw. laufendem Rentenverfahren, bedingt durch FM, nicht in die
Studie aufgenommen. Das zentrale Ethik-Votum wurde von der
Ethikkommission der Sächsischen Landesärztekammer erteilt.
Interventionen
Material und Methoden
Fragestellung: Das primäre Ziel dieser Studie bestand darin,
zu evaluieren, ob NI-WBH plus MR den affektiven und sensorischen Schmerz besser kontrollieren kann als eine alleinige MR.
Sekundäre Zielkriterien der Studie bildeten verschiedene Parameter wie Schmerzintensität, FM-bezogene Lebensqualität und
Tenderpoint-Assessment. Ferner sollte die Verträglichkeit der
Methode eingeschätzt werden.
Design: Monozentrische, offene, randomisierte, kontrollierte,
klinische Wirksamkeitsstudie (RCT) mit 2 parallelen Gruppen
und einem 6-Monats-Follow-up nach Interventionsende bei Patienten mit FM.
Randomisierung: Die Studienteilnehmer wurden mittels einer zentralen Telefon-Hotline extern randomisiert und der NIWBH plus MR-Gruppe oder der MR-Gruppe zugeordnet. Die
Randomisierung erfolgte als Blockrandomisation mit variabler
Blocklänge [26]. Die Randomisierungsliste wurde durch den
Studienleiter (T.B.) erstellt und war dem Studienarzt (A.W.) nicht
bekannt. Erst unmittelbar vor dem Behandlungsstart wurde die
22
Versuchsgruppe
Studienteilnehmer, die der Versuchsgruppe zugeordnet wurden,
erhielten NI-WBH plus MR. NI-WBH wurde 6 mal durchgeführt,
2 mal pro Woche über eine dreiwöchige Periode hinweg. Als Hyperthermieanlage wurde eine IRATHERM® 1000 (www.ardenne.
de/med) eingesetzt. Dieses System ist nach dem Europäischen
Medizinproduktegesetz zertifiziert und für die Anwendung am
Menschen zugelassen. Sechs spezielle Halogenstrahler mit
ca. 2600 K Wendeltemperatur bilden die Bestrahlungseinheit,
jeweils drei in Linie, rechts und links unterhalb des Patienten.
Die Bestrahlungseinheit ist geometrisch so gestaltet, dass in
Patientenebene eine große Homogenität der Bestrahlungsstärke, im Bereich des Oberkörpers, des Rumpfes und der unteren
Extremitäten gegeben ist. Die Kopfregion wird nicht bestrahlt.
Die langwelligen Infrarotanteile des Strahlungsspektrums sind
mittels einer Wasserschicht herausgefiltert. Die Bestrahlungsstärke eines jeden Strahlers kann an einem Kontroll-Panel in
5 %-Stufen eingestellt werden (Abb. 1). Die maximale Bestrahlungsstärke beträgt 1400W/m².
Studie
Forum Hyperthermie
gotherapie (Zeitdauer nicht festgelegt). Die MR wurde durch
ein multidisziplinäres Team erbracht, welches aus examinierten
Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen (kognitive
Verhaltenstherapie) und Ärzten (Gesundheitserziehung) mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung bestand. Alle Trainingsmaßnahmen entsprachen den minimalen Dosisanforderungen
für einen adäquaten Trainingsstimulus [31].
Studienteilnehmer, die vor Beginn der Studie Medikamente einnahmen, wurden instruiert, ihre Medikation kontinuierlich weiter
zu nutzen und in der Dosis während der Studienphase konstant
zu halten.
Abb. 1: Skizze der Ganzkörper-Hyperthermieanlage IRATHERM ® 1000.
(Mit freundlicher Genehmigung des „Von Ardenne Institut für Angewandte Medizinische Forschung GmbH, Dresden“.)
Die Patienten wurden bis auf 38,1 °C Körperkerntemperatur erwärmt (Erwärmungsphase). Während der Erwärmung wurde die
Bestrahlungsstärke an die individuelle Verträglichkeit der Studienteilnehmer angepasst, jedoch so hoch wie möglich gewählt.
Ausgenommen war die erste Sitzung, bei der etwa 75 % der
maximalen Bestrahlungsstärke (1050W/m²) eingestellt wurden.
Sobald die rektal gemessene Körperkerntemperatur das Zielniveau (38,1 °C) erreicht hatte, wurde die Bestrahlungsstärke auf
30 % (420W/m²) des Maximums reduziert und diese Bestrahlungsstärke dann 15 min. konstant gehalten (Wärmestauphase). Trotz der beträchtlichen Reduktion der Bestrahlungsstärke
in der Wärmestauphase steigt die Körperkerntemperatur i.d.R.
noch um einige Zehntel Grad an, ein Phänomen, welches auch
von Überwärmungsbad-Anwendungen her gut bekannt ist [30].
Während der Anwendung der Wärmestrahlung liegt der Patient
unbekleidet mit dem Rücken auf einem gespannten feinmaschigen, knotenfreien Netz und ist mit einem Tuch und einer
darüberliegenden Reflexionsfolie zur Reduzierung von Wärmeverlusten zugedeckt.
Während jeder Sitzung wurden die Herzfrequenz, die Rektaltemperatur und die Bestrahlungsstärke durch eine Monitoring-Einheit im Minutentakt erfasst. Zusätzlich wurden der systolische
und diastolische Blutdruck vor der Erwärmungsphase und am
Ende der Wärmestauphase gemessen.
Kontrollgruppe
Studienteilnehmer, die der Kontrollgruppe zugeordnet wurden, erhielten nur die MR. Die MR wurde als Gruppentherapie
durchgeführt und bestand aus Bewegungsbädern, Übungen an
Trainingsgeräten, Ergometertraining, Flexibilitätstraining, kognitiver Verhaltenstherapie, Ergotherapie und Gesundheitserziehung. Alle Interventionen wurden 6 mal durchgeführt, 2 mal pro
Woche über insgesamt 3 Wochen, ausgenommen die kognitive Verhaltenstherapie (5 mal) und die Gesundheitserziehung
(3 mal). Die Dauer jeder einzelnen Intervention betrug 30 min.,
ausgenommen die Gesundheitserziehung (90 min.) und die Er-
Zielparameter
Primäre Zielparameter waren das affektive und sensorische
Schmerzempfinden, erhoben mittels einer validierten deutschen
Version [32 – 34] des McGill Schmerz-Fragebogens (MPQ)
[35]. Die Skala zum affektiven Schmerzempfinden umfasst 14
Items, die zum sensorischen Schmerzempfinden 10 Items. Höhere numerische Werte zeigen dabei einen größeren affektiven
bzw. sensorischen Schmerz an. Der Gesamtwert der affektiven
Schmerzskala kann zwischen 14 und 56 variieren (Spannbreite,
42 Punkte), der sensorischen Schmerzskala zwischen 10 und
40 (Spannbreite 30 Punkte).
Die Schmerzintensität, die FM-bezogene Lebensqualität, die
mittlere Tender-Point (TP)-Druckschmerzschwelle, die TP-Zahl
und die Gesamt-TP-Schmerzintensität wurden als Nebenzielparameter definiert.
Die FM-bezogene Lebensqualität wurde mittels einer validierten
deutschen Version [36] des FIQ [28] eingeschätzt. Der FIQ ist ein
kurzer, vom Patienten auszufüllender, 19 Items beinhaltender
Fragebogen, welcher körperliche Funktionsfähigkeit im Alltag
(10 Items), Arbeitsstatus, Gesamtwohlbefinden, Arbeitsfähigkeit, Schmerz, Ermüdung, Morgensteifigkeit, Schlaf, Angst und
Depression erhebt [28]. Einen Gesamtwert, dessen Bereich von
0 bis 80 reicht, kann man durch Spreizung zweier Subskalen auf
den Bereich 0 – 10 und anschließender Summation der Werte
aller Items mit Ausnahme der beiden, auf die Arbeit bezogenen
Items, bilden. Höhere Gesamtwerte zeigen einen größeren Einfluss der FM auf die Lebensqualität an.
Die Schmerzintensität wurde durch die entsprechende Subskala des FIQ evaluiert.
Alle TP-Untersuchungen wurden mittels Fischer-Dolorimetrie
vorgenommen [37]. Das Fischer-Dolorimeter ist ein Gerät, das
mit einer Druckfeder ausgestattet ist, an deren Spitze sich eine
1 cm runde Gummischeibe mit einer Fläche von 0,78 cm² befindet. Das integrierte Messsystem zeigt die Kraft an, mit der auf
den Tenderpoint gedrückt wird. Diese kann bis maximal 10kp
erhöht werden. Zur Ermittlung des auf den Tenderpoint ausgeübten Drucks in kp/cm² ist die gemessene Kraft durch die Fläche der Gummischeibe zu dividieren.
Die Druckschmerzschwelle der TPs wurde für alle 18 TPs gemäß ACR-1990-Kriterien [27] ermittelt und der Durchschnittswert gebildet (mittlere TP-Druckschmerzschwelle). Die Druck-
23
Forum Hyperthermie
24
Studie
kraft wurde kontinuierlich erhöht, bis der Studienteilnehmer eine
schmerzhafte Empfindung verspürte. Druckempfindlichkeit allein wurde nicht als Schmerzhaftigkeit gewertet.
Die Gesamt-TP-Schmerzintensität wurde in Anlehnung an das
Okifuji-Protokoll [38] ermittelt. Für jeden der 18 ACR TPs [27]
wurden die Studienteilnehmer nach Anwendung einer Kraft
von 3kp (ca. 4kp/cm²) gebeten, die von ihnen empfundene
Schmerzintensität zu bewerten und auf einer 100 mm langen
visuellen Analogskala einzuordnen. Die Bewertungen aller 18
untersuchten TPs wurden aufsummiert, um den Gesamtwert zu
bilden, welcher von 0 bis 1800 reicht. Okifuji und Kollegen verwendeten eine numerische 11-Punkte-Bewertungsskala anstatt
der visuellen Analogskala [38].
Die TP-Anzahl wurde mittels Fischer-Dolorimetrie bestimmt aus
der Zahl jener TPs mit einem Schmerz-Schwellwert ≤ 3kp (ca.
4kp/cm²).
Alle TP-Untersuchungen wurden durch ein und dieselbe Person
(A.W.), einen Oberarzt der Rehabilitationsklinik, mit langjähriger
Erfahrung in der Fischer-Dolorimetrie durchgeführt.
MPQ und FIQ wurden vor Behandlungsbeginn (Baseline), am
Ende der Behandlung sowie 3 und 6 Monate nach Behandlung ermittelt. Am Ende der Behandlung wurde der FIQ ohne
die Skala zur körperlichen Funktionsfähigkeit im Alltag ermittelt,
weil diese Skala Fragen enthält, die bei stationärer Rehabilitation gewöhnlich keine Rolle spielen (z. B. Gartenarbeit, Essenszubereitung, Einkaufen). Wir bezeichnen diese leicht gekürzte
Version des FIQ als FIQ-modifiziert. Der FIQ-modifiziert kann
Werte von 0 bis 70 annehmen. Die Untersuchung der TPs wurde
vor Behandlungsbeginn und am Ende der Behandlungsperiode
durchgeführt. Alle postinterventionellen Follow-up-Erhebungen
wurden postalisch realisiert.
Die Studienteilnehmer beider Gruppen wurden bei der 2., 4. und
6. Sitzung nach unerwünschten Ereignissen (AEs) befragt (offene Befragung). Darüber hinaus wurde jedes spontan berichtete AE aufgezeichnet. Im Falle eines AE wurden sein zeitlicher
Bezug zur Therapie und seine Dauer evaluiert sowie therapeutische Gegenmaßnahmen, falls notwendig, protokolliert. Die
Wahrscheinlichkeit einer kausalen Beziehung zwischen einem
beobachteten AE und der Studienintervention wurde durch den
Studienarzt auf einer 4-stufigen Rangskala eingeordnet (Kategorien: unwahrscheinlich, möglich, wahrscheinlich und sehr
wahrscheinlich). AEs, die der Studienarzt als „sehr wahrscheinlich“ klassifizierte, wurden als Nebenwirkungen eingestuft.
(Pearson-Korrelation). Unter Zugrundelegung dieser Voraussetzungen ergab sich eine Gesamtstichprobengröße von mindestens 132 Patienten, 66 pro Gruppe, zum Studienschluss [39].
Stichprobengröße:
Mit der Studie sollte eine Effektstärke von δ=0,3 zwischen beiden
Gruppen unter Zugrundelegung eines zweiseitigen Signifikanzniveaus von 5 % und einer Teststärke von 80 % nachweisbar
sein. Die Fallzahlschätzung basierte auf einem Messwiederholungsdesign mit einer Messung vor der Randomisierung und 3
Messungen nach der Randomisierung (am Ende der Intervention sowie 3 und 6 Monate nach Intervention). Es wurde eine
Korrelation zwischen den Messungen von p=0,6 angenommen
Ergebnisse:
Statistische Methoden
Primäre Analyse
Die Analyse erfolgte nach dem Intention-to-Treat-Prinzip. Zur Testung der Signifikanz wurde eine zwei-faktorielle Kovarianzanalyse
mit Messwiederholungen gewählt (RM-ANCOVA). Für die Analyse
wurden die Veränderungswerte gegenüber den Baseline-Daten betrachtet. Die Baseline-Werte der beiden Hauptzielparameter wurden
als einzige Kovariante in die Analysen eingeschlossen. Ein „saturiertes Modell“ wurde erstellt, das die fixen Effekte der Behandlung
(Zwischen-Gruppen-Faktor), der Follow-up-Zeitpunkte (Inner-Gruppen-Faktor) und die Behandlungs-Zeit-Interaktion einschloss. Die
„Sphärizitätsvoraussetzung“ wurde mit „Mauchly`s SphärizitätsTest“ geprüft [40]. Falls die „sphärische Voraussetzung“ verletzt
wurde (p<0,05), wurde das Signifikanzniveau nach „Huynh-FeldtEpsilon-Korrektur“ modifiziert [41]. Fehlende Werte wurden durch
ein Worst Case Szenario ersetzt (siehe Ergebnisse).
Sekundäre Analysen
Die sekundären Analysen basierten ebenfalls auf den Veränderungswerten zur Baseline und wurden ebenfalls mit zwei-faktoriellen RM-ANCOVAs durchgeführt. Die einzige Ausnahme bildete die
Evaluation des TP-Assessments. Hier wurde der t-Test für unabhängige Stichproben durchgeführt, da nur Veränderungswerte am
Ende der Intervention vorlagen. Alle Ergebnisse wurden deskriptiv
interpretiert. In den sekundären Analysen wurden weder fehlende
Werte ersetzt noch das Signifikanzniveau.
Zur Beurteilung der Effektstärke wurde die standardisierte mittlere
Differenz (SMD) mit 95 %-Konfidenzintervall für alle Ergebnismaße
und alle Follow-up-Zeitpunkte bestimmt.
Die SMD wurde durch Subtraktion des mittleren Veränderungswertes
der Kontrollgruppe vom mittleren Veränderungswert der Versuchsgruppe berechnet, geteilt durch die gepoolte Standardabweichung
beider Gruppen [42]. Gemäß Cohen`s Klassifikation kennzeichnet
eine SMD von 0,2 einen „kleinen“, von 0,5 einen „moderaten“ und
von 0,8 oder darüber einen „großen“ Effekt [43]. Die Analysen wurden mittels SPSS-Software, Version 10, durchgeführt.
Patientenfluss
212 Patienten mit der Zuweisungsdiagnose FM wurden durch
den Studienarzt im Jahr 2004 auf Eignung untersucht. 72 Patienten (34 %) wurden ausgeschlossen, da sie nicht die Eignungskriterien erfüllten. 139 Personen wurden randomisiert und
in die primäre Analyse eingeschlossen. Details zum Patientenfluss sind in Abb. 2 wiedergegeben.
Studie
Forum Hyperthermie
Merkmale
Frauen, Anzahl (%)
Alter, Mittelwert (SD), Jahre
Hyperthermieanwendung und physiologische Reaktionen
Die Ergebnisse, die in diesem Abschnitt präsentiert werden,
beziehen sich auf die 403 in dieser Studie absolvierten Hyperthermiesitzungen. Die mittlere Bestrahlungsstärke während der
Erwärmungsphase betrug 1257W/cm² (SD, 145W/cm²). Die
mittlere Bestrahlungsstärke während der Wärmestauphase betrug 452W/cm² (SD, 63W/cm²).
Die mittlere rektal gemessene Temperatur vor der Behandlung
betrug 37,1 °C (SD, 0,3 °C). Die mittlere Zeit der Erwärmungsphase, um eine Körperkerntemperatur von 38,1 °C zu erreichen,
betrug 41 min. (SD, 10,7min). Die maximal erreichte rektale Temperatur in der Wärmestauphase betrug 38,4 °C (SD, 0,1 °C). Der
mittlere Blutdruck vor der Behandlung betrug 119/72 mmHg
(SD, 17,8/10,5 mmHg). Der mittlere Anstieg des systolischen
Blutdrucks am Ende der Wärmestauphase betrug 4,5 mmHg
(SD, 18,1 mmHg), während der diastolische Blutdruck im Behandlungsverlauf um 3,3 mmHg (SD, 13,1 mmHg) absank.
Die mittlere Herzfrequenz betrug vor der Behandlung 74 min-1
(SD, 9,6 min-1). In der Erwärmungsphase erhöhte sich die Herzfrequenz um 27,8 min-1 (SD, 11,6 min-1). Am Ende der Wärmestauphase war die Herzfrequenz noch um 17,8 min-1 (SD,
10,1 min-1) gegenüber ihrem Ausgangswert bei Behandlungsbeginn erhöht.
Primäre Analyse
Fehlende Werte wurden bei 5 Patienten der Gruppe NI-WBH
plus MR beobachtet. 4 Teilnehmer lieferten keine Daten beim
6-Monats-Follow-up und 1 Teilnehmer lieferte überhaupt keine
Follow-up-Daten. Die Datenverluste beim 6-Monats Follow-up
Total (n =
139)
66 (96)
69 (99)
135 (97)
49 (7,6)
50 (7,8)
49 (7,7)
27,1 (6,9)
28,4 (5,5)
27,8 (6,2)
27 (39)
22 (32)
9 (13)
10 (15)
1 (1)
27 (39)
23 (33)
11 (16)
7 (10)
2 (3)
54 (39)
45 (32)
20 (14)
17 (12)
3 (2)
Familienstand, Anzahl (%)
ledig
verheiratet
geschieden, getrennt, oder verwitwet
6 (9)
45 (65)
18 (26)
8 (11)
46 (66)
16 (23)
14 (10)
91 (66)
34 (25)
Berufsstatus, Anzahl (%)
angestellt
arbeitslos
selbständig, berentet, Hausfrau o. Azubi
61 (88)
4 (6)
4 (6)
60 (86)
6 (9)
4 (6)
121 (87)
10 (7)
8 (6)
Arbeitsunfähigkeit, Anzahl (%)
19 (28)
21 (30)
40 (29)
Dauer des weitgestreuten Schmerzes,
Anzahl (%)
3 bis 12 Monate
1 bis 5 Jahre
> 5 Jahre
0 (0)
21 (30)
48 (70)
2 (3)
20 (29)
48(69)
2 (1)
41 (30)
96 (69)
Begleitende Symptome/ Erkrankungen,
Anzahl (%)
gastrointestinale
kardiovaskuläre
psychische
muskuloskeletale*
andere†
18 (26)
13 (19)
29 (42)
38 (55)
33 (47)
12 (17)
20 (29)
30 (43)
42 (60)
38 (54)
30 (22)
33 (24)
59 (43)
80 (58)
71 (51)
5 (7) 8 (12)
11 (16)
8 (12)
23 (33)
35 (51)
5 (7)
2 (3)
18 (26)
8 (11)
26 (37)
40 (57)
10 (7)
10 (7)
29 (21)
16 (12)
49 (35)
75 (54)
53 (77)
55 (79)
108 (78)
6,4 (1,5)
6,3 (1,4)
6,4 (1,4)
Affektiver Schmerz (14 – 56), Mittelwert (SD)
35,5 (8,1)
37,1 (7,9)
36,3 (8,0)
Sensorischer Schmerz (10 – 40),
Mittelwert (SD)
22,3 (6,3)
22,0 (7,7)
22,2 (7,0)
FIQ, (0 – 80), Mittelwert (SD)
48,2 (12,0)
50,6 (9,5)
49,4 (10,8)
Body Mass Index, Mittelwert (SD), kg/m
Charakteristika der Studienteilnehmer vor Studienbeginn
Tab. 1 zeigt die Merkmale der Studienteilnehmer vor Studienbeginn. Alle Merkmale waren zwischen den beiden Gruppen
gut ausbalanciert.
MR (n =
70)
Ausbildung, Anzahl (%)
Hauptschule
Realschule
Berufsbildendes Gymnasium
Gymnasium
andere
2
Abb. 2: Flussbild der Studienteilnehmer, Abkürzungen:
MR = Multimodale-Standard-Rehabilitation
NI-WBH = milde wassergefilterte Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie
NI-WBH +
MR (n = 69)
Medikamente, Anzahl (%)
Opioidanalgetika
Nicht-Opioidanalgetika
nicht steroidale Antirheumatika
Muskelrelaxanzien
Antidepressiva
andere‡
Einnahme mindestens eines Medikamentes
Schmerzintensität während der vorhergehenden Woche (0 – 10)§ , Mittelwert (SD)
Abkürzungen: NI-WBH = milde wassergefilterte Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie;
MR = Multimodale-Standard-Rehabilitation; FIQ = Fibromyalgia Impact Questionnaire
* Andere muskuloskelettale Beschwerden – fibromyalgieunabhängig (z. B. Wirbelsäulen-Syndrom, Osteoarthritis, Osteoporose)
†
Otolaryngologische, pulmologische, urogenitale, endokrine oder metabolische
Erkrankungen
‡
Nicht auf FM gerichtete Medikamente (z. B. Schilddrüsenmedikamente, Betablocker,
gastrointestinale Medikamente)
§
Item 14 des FIQ
Tab. 1 Studienteilnehmermerkmale zum Aufnahmezeitpunkt.
25
Forum Hyperthermie
Ergebnismaß
Studie
Mittelwert (SD)
Baseline Score
Mittelwert (SD)
Veränderungswerte zur Baseline (Rohdaten) †
P-Wert *
I
II
III
Ende der Intervention
3 Monate nach
Intervention
6 Monate nach
Intervention
Zwischen-GruppenHaupteffekt
Primäre Analyse
Affektiver Schmerz (14 – 56)
NI-WBH + MR (n = 69)
MR (n = 70)
35,5 (8,1)
37,1 (7,8)
- 11,4 (8,8)
- 6,2 (8,8)
- 8,2 (10,1)
- 3,1 (8,6)
- 6,2 (9,1)
- 2,1 (9,3)
< 0,0005
Sensorischer Schmerz (10 – 30)
NI-WBH + MR (n = 69)
MR (n = 70)
22,3 (6,3)
22,0 (7,7)
- 3,9 (5,9)
- 1,4 (6,1)
- 3,7 (5,9)
+ 0,4 (7,2)
- 2,5 (5,9)
+ 0,9 (8,7)
0,001
Schmerzintensität (0 – 10)
NI-WBH + MR (n = 64)
MR (n = 70)
6,4 (1,5)
6,2 (1,4)
- 2,4 (2,6)
- 0,9 (26)
- 1,6 (3,2)
+ 0,1 (2,4)
- 1,2 (2,7)
+ 0,2 (2,5)
< 0,0005
FIQ-modifiziert (0 – 70)‡
NI-WBH + MR (n = 63)
MR (n = 70)
43,3 (11,7)
45,6 (9,1)
- 17,5 (14,5)
- 11,6 (14,0)
- 13,6 (17,6)
- 2,5 (12,4)
- 9,5 (15,3)
- 0,4 (14,7)
< 0,0005
FIQ (0 – 80)
NI-WBH + MR (n = 64)
MR (n = 70)
48,4 (12,1)
50,6 (9,5)
- 16,1 (18,4)
- 4,0 (13,7)
- 11,4 (16,4)
- 1,9 (15,9)
< 0,0005
Sekundäre Analyse
Bemerkung:
p-Werte werden für die Sekundäranalyse unter explorativer Zielstellung angegeben *p-Werte aus RM-ANCOVA adjustiert an die Baseline-Werte der jeweiligen Ergebnismaße †
Ein negativer Veränderungswert zeigt eine Verbesserung an ‡
In der modifizierten Version bleibt die Subskala körperliche Funktionsfähigkeit unberücksichtigt (siehe Methodik)
Tab. 2: Primäre und sekundäre Analyse
Ergebnismaß
Mittelwert (SD)
Mittelwert (SD)
Baseline Score
Score-Änderung am Ende
der Intervention
Mittlerer TP-Druckschmerzschwelle (0 – 10 kp) ‡
NI-WBH + MR (n = 68)
MR (n = 70)
- 1,8 (0,7)
- 1,8 (0,6)
+ 0,2 (0,28)
0,0 (0,34)
0,002
Gesamt TP-Schmerzintensität (0 – 1800)
NI-WBH + MR (n = 68)
MR (n = 70)
1036 (277)
1017 (249)
- 139 (169)
- 32 (154)
< 0,001
Anzahl der TP (0 – 18)
NI-WBH + MR (n = 68)
MR (n = 70)
16,2 (2,2)
16,2 (2,2)
- 1,9 (2,1)
- 1,0 (2,3)
< 0,001
P-Wert†
*Ein negativer Veränderungswert zeigt eine Verbesserung an, außer für die mittlere Tenderpoint Druckschmerzschwelle p-Werte aus ungepaarten t-Test ‡ Die Kraftwerte müssen zur Umrechnung in kp/cm2 durch 0,78 cm2 geteilt werden (Stempeloberfläche des Fischer-Dolorimeters)
†
Tab. 3: Tender Point Assessment
wurden durch den schlechtesten Individualwert der Beobachtungsperiode ersetzt, während für die 1 Person, bei der alle Follow-up-Daten fehlten, die Baseline-Werte auf die Vakanzen zu
allen Follow-up-Zeitpunkten übertragen wurden.
In der RM-ANCOVA zeigten sich für beide Hauptergebnismaße
signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen zuguns-
26
ten von NI-WBH plus MR (Tab. 2).
Für beide Hauptzielparameter waren
die Behandlung-Zeit-Interaktionen
statistisch nicht signifikant (p=0,48
für das affektive Schmerzempfinden, p=0,31 für das sensorische
Schmerzempfinden).
Sekundäre Analyse
Die sekundäre Analyse von Schmerzintensität, FIQ-modifiziert, FIQ (Tab.
2) und TP-Assessment (Tab. 3) lieferte der Primäranalyse entsprechende
Resultate. Die SMDs demonstrierten
mittlere Effektstärken für alle betrachteten Zielparameter (Spannbreite 0,41 – 0,75) (Tab. 4).
Unerwünschte Ereignisse (AEs) und Nebenwirkungen
der NI-WBH
Insgesamt wurde während der Studie von 19 AEs berichtet.
17 von 69 Patienten (25 %), die eine NI-WBH plus MR erhielten, entwickelten AEs und 1 von 70 Personen (1 %), welche
Studie
Forum Hyperthermie
RCT überhaupt, die eine milde Infrarot-Ganzkörperhyperthermie bei
chronischen
Schmerzsyndromen
affektives Schmerzempfinden
0,60 (0,26; 0,94)
0,54 (0,20; 0,88)
0,44 (0,10; 0,78)
des Stütz- und Bewegungssystems
sensorisches Schmerzempfinden
0,42 (0,08; 0,76)
0,62 (0,29; 0,96)
0,46 (0,12; 0,80)
untersucht. NI-WBH plus MR erwies
†
0,60 (0,25; 0,94)
0,59 (0,25; 0,94)
0,51 (0,16; 0,85)
Schmerzintensität
sich einer alleinigen MR überlegen,
0,41 (0,07; 0,75)
0,72 (0,37; 1,08)
0,60 (0,25; 0,95)
FIQ-modifiziert ‡
sowohl in der primären als auch sekundären Analyse. Die Effekte zuFIQ
0,75 (0,40; 1,10)
0,59 (0,25; 0,93)
gunsten der Versuchsgruppe waren
mittlere TP-Druckschmerzschwelle
0,53 (0,19; 0,87)
nicht nur statistisch signifikant, sonGesamt-TP-Schmerzintensität
0,66 (0,31; 1,00)
dern die beobachteten Effektstärken
Anzahl TP
0,44 (0,10; 0,78)
weisen auch auf einen klinisch rele*Standardisierte mittlere Differenz, basierend auf den Veränderungswerten zur Baseline vanten Effekt hin. In beiden Gruppen
†
Item 14 des FIQ nahmen die Veränderungswerte im
‡
In der modifizierten Version bleibt die Subskala körperliche Funktionsfähigkeit unberücksichtigt (siehe Methodik)
Vergleich zur Baseline ab dem Ende
Tab. 4: Effektstärken ( 95 % Konfidenzintervalle) zwischen den Studiengruppen*
der Intervention bis zum 6-MonatsFollow-up kontinuierlich ab, wobei
eine alleinige MR erhielt. Bei 4 AEs wurde vom Prüfarzt eine
sich jedoch die Zwischen-Gruppen-Differenzen nicht wesentBeziehung zur Studienintervention als „unwahrscheinlich“ belich änderten. Deshalb konnte keine statistisch signifikante Beurteilt (Harnwegsinfektion, Atemwegsinfektion, Migräneattacke,
handlung-Zeit-Interaktion gefunden werden. Die Nutzung von
orthostatische Hypotonie ohne irgendeine zeitliche Beziehung
Gesundheitsdienstleistungen als auch die Dauer der Krankzur Studienintervention), während für 1 AE eine „wahrscheinschreibung unterschieden sich 3 und 6 Monate nach dem Ende
lich“ Beziehung zu NI-WBH durch den Studienarzt angenomder Intervention zwischen beiden Gruppen nicht. Dies macht
men wurde (Exazerbation Hämorrhoidalleiden). Von den verinsbesondere eine Ergebnisverzerrung infolge unterschiedlicher
bleibenden 14 AEs wurde angenommen, dass sie in einer „sehr
Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen unwahrscheinwahrscheinlichen“ Beziehung mit der NI-WBH standen. Sie
lich. (Tabellen können beim korrespondierenden Autor angeforwurden als Nebenwirkungen der NI-WBH klassifiziert, sodass
dert werden).
die Nebenwirkungsrate bei 20 % (14/69) lag.
Eine Verblindung der Studienteilnehmer gegenüber WärmeanDie Mehrheit der Nebenwirkungen der NI-WBH erwiesen sich als
wendungen ist möglich, da die Wärmeempfindung nicht eliunerwünschte physiologische Reaktionen auf die Erwärmung
miniert werden kann, ausgenommen in Anästhesie. Deshalb
des Körpers (Blutdruckanstieg, n=5; orthostatische Hypotonie,
könnten unspezifische Effekte, insbesondere Präferenzen der
n=3; dysproportionale Erhöhung der Körperkerntemperatur,
Studienteilnehmer bzw. des involvierten Studienpersonals einen
n=1). Die meisten unerwünschten physiologischen Reaktionen
Beitrag zu den beobachteten Therapieeffekten geleistet haben.
waren begleitet durch klinische Symptome (psychomotorische
Die Tatsache jedoch, dass die therapeutische Überlegenheit
Unruhe, Kopfschmerz, Palpitationen und/oder Paraesthesie)
des Verumarms über die gesamte Follow-up-Periode persisund traten kurz vor oder am Ende der Therapiesitzungen auf.
tierte, macht unspezifische Effekte als Hauptwirkungsfaktoren
Alle Studienteilnehmer, bei denen unerwünschte physiologische
unwahrscheinlich. Außerdem wurde die Studie in einer RehabiReaktionen beobachtet wurden, standen unter Polymedikation.
litationsklinik durchgeführt, in welcher die Infrarot-Hyperthermie
Bei 2 medikamentös vorbehandelten Hypertonikern wurde die
niemals zuvor als Therapieoption angeboten worden war. Ferner
Blutdrucksenkende Medikation infolge orthostatischer Hypotohatten weder die Studienteilnehmer noch das Studienpersonal
nie unter NI-WBH reduziert; bei 1 Patienten wurden 7,5 mg Dipraktische Erfahrungen mit Infrarot-Ganzkörperhyperthermie.
azepam wegen psychomotorischer Unruhe oral verabreicht. Die
einzige Nebenwirkung, die zum Abbruch einer NI-WBH-BehandDie TP-Untersuchungen erfolgten unverblindet. Der hohe Grad
lungsserie führte, war Hitze-Intoleranz. Obwohl von 71 % (10/14)
an Homogenität zwischen der Untersucher- und den Patientender Patienten die Nebenwirkungen mit „stark“ oder „sehr stark“
Einschätzungen macht jedoch eine relevante Verzerrung des
bezeichnet wurden, erwiesen sie sich sämtlich als nicht bedrohStudienergebnisses durch den Untersucher unwahrscheinlich.
lich. Alle Nebenwirkungen waren von kurzer Dauer und verschWir schlossen Patienten aus, die erwogen, wegen FM einen Renwanden innerhalb 30 min. nach Beendigung der NI-WBH.
tenantrag zu stellen bzw. sich bereits in einem laufenden Rentenverfahren befanden. Von Patienten mit Rentenbegehren war kein
Diskussion
Nutzen durch die Studieninterventionen zu erwarten. Ebenso
Soweit uns bekannt, liegt hiermit die erste RCT vor, welche die
schlossen wir FM-Patienten aus, die zum Zeitpunkt des StudiWirksamkeit einer milden Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie
enbeginns weder über klinisch bedeutende Schmerzintensitäten
bei FM evaluiert. Wahrscheinlich ist es auch die erste publizierte
noch über relevante funktionelle Beeinträchtigungen berichteten.
Ergebnismaß
Ender der
Intervention
3 Monate nach
Intervention
6 Monate nach
Intervention
27
Forum Hyperthermie
Diese Ausschlusskriterien limitierten einerseits die Verallgemeinerbarkeit der Studienresultate, fokussieren aber andererseits auf
eine Population, die bereit ist, sich helfen zu lassen.
Verschiedene weitverbreitete altersbezogene Krankheiten, wie
ernsthafte kardiovaskuläre Erkrankungen, schwere Erkrankungen des Zentralnervensystems und Krebserkrankungen
werden für die milde Infrarot-Ganzkörperhyperthermie formal
als Kontraindikation betrachtet. Das könnte die Anwendung einer milden Infrarot-Ganzkörperhyperthermie muskuloskelettalen Affektionen im höheren Alter (>65 Jahre) einschränken, insbesondere bei Osteoarthrose. FM ist hingegen eine Erkrankung
des mittleren Alters mit einem Häufigkeitsgipfel in der Altersgruppe zwischen 45 und 55 Jahren [44 – 46], was die milde Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie für FM-Patienten besonders
geeignet erscheinen lässt.
Die klinische Rationale für den Einsatz einer milden Infrarot-AGanzkörperhyperthermie zur Schmerzbehandlung bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems basiert primär auf
empirischen Beobachtungen, Interpretationen von Ergebnissen
aus der Grundlagenforschung [47] und physiologischen Studien
[30]. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch auch
heute noch nicht gut verstanden [48]. Verschiedene Faktoren
könnten die Schmerzlinderung vermitteln, wie neuromuskuläre
Effekte (Reduktion des Muskeltonus), Beschleunigung biochemischer Prozesse und/oder vaskulär-rheologische Veränderungen (Intensivierung der Blutmikrozirkulation) [49]. Auch das
Stresshormon Betaendorphin, welches wärmeintensitätsabhängig freigesetzt wird, könnte eine Rolle spielen [50].
Als minimale Dosisanforderung wurde für die Studie eine Körperkernzieltemperatur von 38,1 °C festgelegt. Alternativ hätte
man als Mindestdosis auch eine Anhebung der Körperkerntemperatur von 0,5, 1,0 oder 1,5 °C definieren können. Beide Ansätze überlappen sich in gewissem Maße, insbesondere wenn die
Körperkerntemperaturen vor Hyperthermiebeginn nur so gering
variieren wie in unserer Studienpopulation. Auch die Dauer der
Wärmestauphase könnte ein wichtiger Vorhersagewert für das
therapeutische Ansprechen sein. Wir begrenzten in der Studie
die Zeit für die Wärmestauphase auf 15 min. Diese Festlegung
basierte einerseits auf empirischen Beobachtungen, andererseits auf pragmatischen Überlegungen, die Gesamtbehandlungszeit nicht über eine Stunde hinausgehen zu lassen.
Alle NI-WBH-bezogenen Nebenwirkungen waren kurzlebig und
traten überwiegend kurz vor oder am Ende einer Therapiesitzung auf. Das weist darauf hin, dass die Mehrzahl der Nebenwirkungen hätte vermieden werden können, wenn eine kürzere
Behandlungszeit oder eine niedrigere Bestrahlungsstärke im
Behandlungsprotokoll festgelegt worden wäre. Neben der Wärmedosis könnten negative Wechselwirkungen zwischen der
Erhöhung der Körperkerntemperatur und den eingenommenen
Medikamenten bei der Entwicklung der Nebenwirkungen eine
Rolle gespielt haben. Alle Studienteilnehmer, die unerwünschte
physiologische Reaktionen entwickelten, standen unter Polymedikation.
28
Studie
Eine Interpretation der Studienergebnisse im Kontext externer
Evidenz ist nahezu unmöglich. Unseres Wissens wurde bis
heute nur eine sehr kleine, unkontrollierte Pilotstudie (n=11) publiziert, die zeigte, dass eine milde wassergefilterte Infrarot-AGanzkörperhyperthermie FM-bezogene Schmerzen statistisch
signifikant lindert [14].
Unsere Ergebnisse können möglicherweise auf andere muskuloskelletale Erkrankungen und andere systemische Erwärmungsverfahren verallgemeinert werden. Jedoch sollte diese
Vermutung in separaten Studien untersucht werden. Hinsichtlich Akzeptanz und Sicherheit beeindruckte das in dieser Studie
verwendete Hyperthermiesystem durch sein Strahlungsspektrum, sein offenes Design und seine technischen Möglichkeiten.
Die Frage, ob ein Behandlungsregime mit einer geringeren Wärmedosis und/oder einem anderen Applikationsmuster zu einem
höheren therapeutischen Nutzen geführt hätte, sollte in DosisWirkungs-Studien geklärt werden. Da Wärmeapplikationen nicht
verblindet werden können, könnten Dosis-Wirkungs-Studien
auch indirekte Hinweise für wärmespezifische Effekte erbringen.
Um einen besseren Einblick in den Mechanismus der Schmerzlinderung durch systemische Erwärmungsverfahren zu erhalten,
sind Studien erforderlich, welche die Beziehungen zwischen
klinischen, physiologischen, biochemischen und strukturellen
Zielgrößen prüfen.
In zukünftigen Studien zur Evaluierung klinischer Effekte der
NI-WBH sollte auf die Kontrolle unspezifischer Effekte, d. h. auf
die Differenzierung zwischen unspezifischen und spezifischen
Wirkfaktoren, geachtet werden. Bei fehlender Maskierungsmöglichkeit des Wärmeempfindens, ist grundsätzlich die Einführung
einer Scheinkontrolle angezeigt. Möglicherweise bestünde eine
geeignete Option darin, als Kontrollperson liegend auf dem Rücken sanfte Musik zu hören, ohne zu wissen, dass die Testperson NI-WBH erhält. Jedoch müsste zuvor zumindest in einer
methodisch hochwertigen, randomisierten, kontrollierten Studie
belegt sein, dass das Hören von sanfter Musik keinen Einfluss
auf FM-Schmerz hat.
Schlussfolgerungen
Unsere Studie demonstriert, dass NI-WBH plus MR der alleinigen Anwendung von MR in Bezug auf Schmerzkontrolle und
Verbesserung der FM-spezifischen Lebensqualität überlegen
ist. Diese Ergebnisse sind deshalb besonders bemerkenswert,
da die Wirksamkeit der NI-WBH zusätzlich zu einem multimodalen rehabilitativen Standardprogramm evaluiert wurde. Wir
empfehlen die NI-WBH als zusätzliche Behandlungskomponente zu Bewegungsübungen, kognitiver Verhaltenstherapie und
Gesundheitserziehung in die multimodale Rehabilitation der FM
einzubeziehen.
Studie
Quelle:
Brockow, T.; Wagner, A.; Franke, A.; Offenbächer, M.; Resch, K. L.:
Randomisierte, kontrollierte Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit einer milden
wassergefilterten Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie als Zusatzbehandlung zu einer
multimodalen rehabilitativen Standardtherapie bei der Behandlung der Fibromyalgie,
Phys Rehab Kur Med, 2008; 18: 171-180, Abdruck mit Genehmigung von
Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart
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29
Forum Hyperthermie
Studie
Messung der Temperaturverteilung am Modell der
nicht perfundierten Schweineleber bei lokaler
Hyperthermie mit Kurzwellen mit 13,56 MHz
Alexander Herzog
Einleitung:
Trotz mehrerer Hersteller kapazitiver Hyperthermie-Systeme und einer enormen
Anwenderzahl liegen erstaunlicherweise
bis heute noch keine publizierten Daten
über thermometrische Messungen der im
Gewebe erreichten Temperaturen vor.
Bezüglich der thermischen Effekte der
Hyperthermie-Geräte werden experimentelle Temperaturmessungen mittels
metallischer Sonden, faseroptischer
Thermometrie-Systeme und MRT mitgeteilt. Eine Temperaturmessung mit metallischen Sonden sei nicht möglich, da
die Sonden sich aufheizen. Mit faseroptischer Temperaturmessung am Mausmodell hatte sich in einem Maustumor
ein Temperaturanstieg von 35 bis auf
42 °C innerhalb von 30 Minuten ergeben.
Die MRT-Temperaturmessung befinde
sich erst im Anfangsstadium. Es käme
zu Interferenzen, entsprechende Filter
müssten erst installiert werden.
Fragestellung:
1.Wärmeentwicklung über Grenzflächen
(Haut/Fascien/Knochen/Leberoberfläche)?
2.Wärmeentwicklung in der Tiefe der
Leber?
3.Temperaturanstieg pro Zeiteinheit bei
definierter Bestrahlung mit 13,56 MHz
und einer „Therapieleistung“ von
100 Watt?
4.Absorption der applizierten Energie
in den verschiedenen Geweben?
5.Potentiell gefährliche Temperaturspitzen im Gewebe oder an Metallprothesen?
6.Findet eine Selbstfokussierung der
Hyperthermiebehandlung im
Tumorgewebe, wie von Herstellerseite
postuliert, statt?
Material und Methoden:
1. Modell:
Eine Schweineleber wird in die zugehörigen Rippenthorax-/Abdominalschwarten-Teile eingelegt. Die Leber wird zur
späteren Messung der Temperatur in der
Tiefe vor der Behandlung sagittal eingeschnitten (Abb. 1).
2. Geräte:
a. Hyperthermiegerät:
EHY-2000 (Hot OncoTherm GmbH), angezeigte „Therapieleistung“ von 0 – 150
W mit einer Frequenz von 13,56 MHz
über einen kreisrunden flachen Applikator von 20 cm Durchmesser mit vorgelagertem Wasserbolus. Aufbau eines elektromagnetischen Feldes über kapazitive
Kopplung.
b. Temperaturmessgerät (Infrarot):
Raytek, European Headquarters Raytek
GmbH, Berlin; Messgenauigkeit 0,1°C.
3. Methodisches Vorgehen:
Einlage der Leber in die Thoraxwand/
Abdominalschwarte des Schweins und
Abdeckung mit einem weiteren Schwartenteil, um so möglichst natürliche Verhältnisse zu erzielen.
Hyperthermie der nicht perfundierten Leber mit dem EHY-2000-Gerät, „Therapieleistung“ 100 Watt. Messung der Energie-Reflexion und -Absorption am Gerät.
Hyperthermiezeit von 15 min. im ersten
Experiment (Abb.2).
Mit der vorliegenden experimentellen
Untersuchung sollen die thermischen
Effekte einer Radiowellenbestrahlung
mit 13,56 MHz am Modell (tote, nicht
perfundierte Schweineleber mit umgebender Bauch- bzw. Rippenschwarte)
gemessen werden. Die gemessenen
Werte sollen in Relation gesetzt werden
zu rechnerischen Erwartungswerten aufgrund physikalischer Kenngrößen wie zu
erwärmendes Volumen, Wärmekapazität
des Gewebes, Energieeintrag und Dauer
der Erwärmung.
Es sollen folgende Fragen geklärt werden:
30
Abb. 1: Schweineleber vor Hyperthermie,
sagittaler Einschnitt vor Abdeckung mit
Schwarte
Abb. 2: Hyperthermie der nicht perfundierten
Leber mit dem Gerät EHY-2000
Studie
Forum Hyperthermie
Um eine Abkühlung durch Energieabstrahlung über die Oberfläche möglichst gering zu halten erfolgt die Temperaturmessung
unmittelbar nach Therapieende mit dem Raytek-Messgerät, wobei die Oberflächenmessungen über eine Schablone in jeweils
2 x 2 cm großen Messquadraten über einem Gesamtquadrat
von 20 x 20 cm durchgeführt werden. Entlang der Schnittfläche
in der Leber erfolgen in der Tiefe weitere Messungen im Abstand von jeweils etwa 2 cm horizontal und vertikal.
In einem weiteren Experiment wird über 26 Minuten die Schweineleber mit Rippenthorax bzw. Bauchschwarte zugedeckt und eine
Oberschenkelprothese
zwischen Haut und Rippen eingelegt, um den
Temperaturanstieg entlang der Rippenfascien
und um die Metallprothese zu dokumentieren
Abb. 3: Schweineleber mit Rippenthorax bzw. Bauchschwarte und Ober(Abb. 3).
Die Leber hat trotz ihrer geringen Masse von etwa 1,5 kg eine
Durchblutung von 28 % des gesamten Blutflusses des Körpers,
wozu die Vena portae zu 75 % und die Arteria hepatica zu 25 %
beitragen. Angesichts dieses massiven Kühleffekts der Durchblutung ist die Abkühlung über die Oberfläche vernachlässigbar.
So kann berechnet werden, dass bei einem Blutdurchfluss von
1,3 l Blut/min mit 37 °C eine Abkühlung der Leber um 5 °C (von
42 °C auf 37 °C) in 4,7 Minuten erfolgt (Abb. 5).
Erwärmungszeit der nicht durchbluteten
Leber um 5 °C bei Hyperthermie mit 100
W (Lebervolumen 1,5 l)
Abkühlungszeit der 42 °C warmen Leber
um 5 °C durch Blutfluss auf 37 °C ohne
Hyperthermie
Abkühlung der Oberfläche
í
í
í
3,7 Minuten
4,7 Minuten
vernachlässigbar
Anmerkung Idealbedingungen: • 100 % Energieabsorbtion
• gleichmäßige Wärmeverteilung
Abb. 5: Rechnerische Erwartungswerte für die Temperatur im
Lebergewebe
schenkelprothese
Ergebnisse:
A: Physikalische Vorüberlegungen und Berechnungen:
Am toten Organ kann die Erwärmung des Gewebes ohne den
Einfluss der Blutperfusion gemessen werden. Unter der Annahme einer gleichmäßigen Erwärmung des Gewebes bei bekanntem Bestrahlungsvolumen bzw. bekannter Gewebemasse
sowie bei Annahme einer Absorption von 100 % der zugeführten Energie, kann der Temperaturanstieg nach folgender Formel
berechnet werden:
Q
ΔT = c x m
Bei Zusammenwirken von Erwärmung durch lokale Hyperthermie und gleichzeitiger Abkühlung durch den Blutfluss ergibt
sich bei 100 W Energieeinstrahlung rechnerisch ein Temperaturanstieg auf ein Plateau von ca. 38,3 °C (Abb. 6).
Berechnung der Temperatur im Lebergewebe bei 100 W bzw. 200 W
Energieeinstrahlung und Durchblutung mit 1,3 l Blut/min mit 37°C
Wärmezufuhr
Temperaturanstieg = spez. Wärmekapazität x Masse
Entsprechend der spezifischen Wärmekapazität der Leber
2,9 kj
müsste es damit bei 100 Watt Energiezufuhr und einer
kg x K
Absorption von 100 % zu einem Temperaturanstieg im bestrahlten Lebergebiet von ΔT = 1,35 °C/min kommen.
Am lebenden Gewebe ist die Erwärmung komplexer, denn hier
spielt die Abkühlung durch die Blutperfusion eine wichtige Rolle; diese wirkt vergleichbar einer Wasserkühlung bei einem Motor (Abb. 4).
Energiezufuhr
(Watt)
Gewebetemperatur
Abkühlung
d. Perfusion
Abkühlung durch Wärmeabstrahlung an der Oberfläche
Abb. 4: Energiefluss bei lokaler Hyperthermie
Abb. 6: Rechnerischer Temperaturanstieg unter Annahme einer Energie-Absorption von 100 %
Bei 200 W Energieeinstrahlung ergibt sich ein Plateau von ca.
39,6 °C. Es wird deutlich ersichtlich, dass die Leber so stark
durchblutet ist, dass mit den Watt-Leistungen des verwendeten Hyperthermiegerätes rein rechnerisch selbst unter Idealbedingungen (= 100 % Absorption der Energie) eine Erwärmung
der Leber auf Temperaturen über 42 °C nicht zu erreichen ist.
Hierzu müssten Energien von mindestens 400 W appliziert werden, was dank der Weiterentwicklung der verschiedenen Geräte
mittlerweile möglich ist.
31
Forum Hyperthermie
Studie
Temperatur ºC
Anders verhält es sich bei geringer durchbluteten Geweben,
z. B. bei Lebermetastasen. Diese werden von der Arteria hepatica perfundiert. Bei einer Perfusion der Lebermetastasen durch
die Arteria hepatica (entspricht etwa einem ¼ der Leberdurchblutung) ergeben sich rechnerisch Temperaturanstiege auf über
43 °C (bei angenommener Energie-Absorption von 100 %).
Damit ist rein rechnerisch bei 100 W Energieeintrag eine ausreichende Erwärmung von Lebermetastasen auf Temperaturen
über 42 °C möglich. Bei noch geringer durchbluteten Metastasen oder geringer durchbluteten Geweben (Hautgewebe, Fettgewebe) sind thermische Schäden rechnerisch zu erwarten.
Damit ist der postulierte Selbstfokussierungseffekt auf z. B. Lebermetastasen rechnerisch nachvollziehbar (Abb. 7).
„Matastasen“
Leber
Rechnerischer
Temperaturanstieg
in „Metastasen“
bei Perfusion durch
die Arteria hepatica
(0,32 l Blut/min mit
37ºC) bei 100 W
Energieeinstahlung
im Vergleich zur
Leber
min
Abb. 7: Temperaturanstieg unter Annahme einer Energie-Absorption
von 100%
B: Messergebnisse:
Nach 15 Minuten Hyperthermie mit 100 W lassen sich am Modell der nicht perfundierten Schweineleber an der Leberoberfläche die in Abbildung 8 gezeigten Temperaturanstiege ermitteln.
Die Temperaturanstiege folgen ungefähr der Applikatorform und
sind relativ gleichmäßig (Abb. 8).
Schweineleber (Hautschwarte
weggeklappt) mit Messschablone
Bedingung:
20 cm Applikator
100 W Leistung über 15 min.
Geräterückmeldung:
Gute Kopplung
Minimale Reflexion
Abb. 8: Messwertgewinnung am Beispiel der Leberoberfläche:
ΔT = Temperaturanstieg °C / 15 min.
32
1. Messwerte bei Hyperthermie mit 100 W nach 15 min.:
Im Folgenden werden die Messungen an der Hautoberfläche,
der Leberoberfläche und in der Tiefe der Leber dargestellt.
Messpunkte
Temperaturanstieg
ΔT
Haut
5,4 °C (2,6 – 7,1 °C)
ΔT
Leberoberfläche
4,1 °C (2,6 – 5,0 °C)
ΔT
Lebertiefe
2,4 °C – 3,9 °C
Im Vergleich zum rechnerisch erwarteten Temperaturanstieg
der Leber von ΔT = 1,35 °C/min liegt der gemessene Temperaturanstieg bei etwa 0,3 °C/min an der Leberoberfläche. Der
Temperaturanstieg in der Tiefe der Leber beträgt etwa 0,21
– 0,25 °C min.
2. M
esswerte bei Hyperthermie mit 100 W nach 26
Minuten sowie Temperatur einer metallischen
Hüftkopfprothese eingelegt zwischen Haut und Rippen:
Messpunkte
Temperaturanstieg
ΔT
Haut
16,6 - 17,3 °C
ΔT
Rippen
9,5 - 14,3 °C
ΔT
Leberoberfläche
7,9 - 8,5 °C
ΔT
Lebertiefe
6,2 - 6,6 °C
ΔT
Hüftkopfprothese
9,5 °C (Temp. identisch wie umliegendes Muskel- und Rippengewebe)
Insgesamt lassen sich die Temperaturanstiege nach 15 und
nach 26 min. gut korrelieren. In den einzelnen Geweben kommt
es zu relativ gleichmäßigen Temperaturanstiegen. Im subcutanen Fettgewebe und im Bereich der Rippen kommt es zu
Temperaturspitzen. Die zwischen Haut und Rippengewebe eingelegte metallische Hüftkopfprothese zeigt keine zusätzliche
Erwärmung, die Hüftkopfprothese und ihre Umgebungstemperatur entsprechen vielmehr dem umliegenden Gewebe.
C: Hochrechnung der Messwerte auf in vivo Bedingungen:
Die Absorption einer „Therapieleistung“ von 100 W bei 13,56
MHz und der Temperaturanstieg im nicht perfundierten Lebergewebe sind nun gemessen und bekannt. Damit kann der Temperaturanstieg in gut durchblutetem Lebergewebe, aber auch in
weniger gut durchbluteten Geweben (wie Metastasen) berechnet werden. Wird die Metastasenperfusion gleichgesetzt mit
einer durchschnittlichen Gewebedurchblutung (0,06 l Blut/min./
kg), dann ergibt sich ein Temperaturplateau bei etwa 40,2 °C.
Bei „hypoxischem Gewebe“ mit einer Durchblutung von etwa
der Hälfte der durchschnittlichen Gewebedurchblutung fände
sich ein Temperaturanstieg auf mehr als ca. 43 °C (Abb. 9). Man
beachte den relativ langen Zeitbedarf von mehr als 30 Minuten
bis ein Temperaturanstieg von 3 – 4 °C erreicht würde.
Forum Hyperthermie
Temperatur ºC
Studie
min
Abb. 9: Lokale Hyperthermie mit 13,56 MHz; Berechnung der Gewebetemperatur
Diskussion:
Bei der regionalen Hyperthermie wird mittels kapazitiver Kopplung ein elektromagnetisches Feld aus Radiowellen mit einer
Frequenz von 13,56 MHz über Körper- bzw. Tumorarealen aufgebaut und eine „Therapieleistung“ von max. 150 W abgegeben. Eine Selbstfokussierung auf den Tumor wird von Herstellerseite her postuliert. Diese Selbstfokussierung beruhe darauf,
dass Radiowellen bevorzugt Gewebe mit guter Leitfähigkeit und
niedriger Impedanz penetrieren, dies sei vor allem Tumor- oder
Metastasengewebe.
Obwohl der Anwenderpool in den letzten 15 Jahren stetig gewachsen ist und an mehreren Universitätskliniken Forschungsprojekte laufen, sind grundlegende wissenschaftliche Fragestellungen zu dieser Technik bislang unbeantwortet geblieben.
Ungeklärte Fragen:
1.Entsteht überhaupt Wärme im Gewebe oder durchdringen die
elektromagnetischen Wellen das Gewebe, ohne dass eine
nennenswerte Absorption stattfindet?
2.Wieviel Prozent der applizierten Energie werden absorbiert?
3.Ist die Absorption gleichmäßig verteilt, auch in der Tiefe des
Gewebes, oder wird der Großteil der Energie bereits in oberflächlichen Schichten oder an Grenzschichten absorbiert oder reflektiert?
4.Ist die Wärmeabsorption über die gesamte Fläche des Rundapplikators mit einem Durchmesser von 20 cm gewährleistet oder bündelt
sich die Energie in bestimmten Bereichen?
5.Wie reagieren Metalle im Strahlengang? Kommt es hier zu einer
Überhitzung? (Vom Hersteller wird angegeben, dass Metallimplantate mindestens 10 cm außerhalb des elektromagnetischen
Feldes liegen müssen.)
6.Ist der postulierte Selbstfokussierungseffekt möglich?
Betrachtet man die Hyperthermiebehandlung unter physikalischen Grundsätzen, kann man bei bekannter spezifischer Wärmekapazität des Gewebes den Temperaturanstieg in Abhängig-
keit von der Wärmezufuhr berechnen. Bei 100 W Energiezufuhr
lässt sich rechnerisch ein Temperaturanstieg ΔT von 1,35 °C/min.
ermitteln. Bereits nach 3,7 min. wäre eine Lebertemperatur von
42 °C erreicht; ohne den Einfluss der abkühlenden Durchblutung
würde der Temperaturanstieg ähnlich weiter gehen.
Im Experiment zeigt sich ein durchschnittlicher Temperaturanstieg an der Leberoberfläche von etwa 0,3 °C/min., in der Lebertiefe beträgt der Temperaturanstieg etwa 0,21 – 0,25 °C/min.
Von 100 W „Therapieleistung“ werden damit ca. 25 % an der
Leberoberfläche absorbiert, etwas weniger in den tiefer liegenden Schichten.
Die Messungen zeigen hierbei einen relativ gleichmäßigen Temperaturanstieg in den im Strahlenfeld gelegenen Anteilen der
Leber, so dass von einem gleichmäßigen Energieeintrag ausgegangen werden kann. Die Energieabsorption ist allerdings
stärker an Grenzflächen und fällt in der Tiefe des Lebergewebes
geringer aus. Der Temperaturanstieg ist über den Zeitverlauf
konstant, die Messungen nach 15 min. und nach 26 min. lassen
sich gut korrellieren. Temperaturspitzen fanden sich unmittelbar
an der Hautoberfläche, aber auch in unter der Haut gelegenen
Rippen und Weichteilgeweben. In diesen Grenzschichten findet
damit eine verstärkte Absorption der Energie statt, was mit dem
klinisch beobachteten Auftreten von Verbrennungen in Hautund subcutanem Fettgewebe korrelliert.
Die im Strahlengebiet eingelegte metallische Hüftkopfprothese
wirkte nicht als Antenne. Es war keinerlei Überhitzung zu beobachten. Die Temperatur der Hüftkopfprothese entsprach nach
26 min. Hyperthermiezeit dem umliegenden Gewebe. Damit ist
eine Wirkung der Hüftkopfprothese als Antenne ausgeschlossen,
da in diesem Gebiet Temperaturspitzen hätten vorkommen müssen. Hieraus ergibt sich, dass das Vorhandensein von Metallimplantaten im Behandlungsgebiet nicht zu Überhitzung führt.
Die Messungen erfolgten am toten Gewebe. Wichtige Faktoren
wie die Gewebedurchblutung sind bei den Messungen nicht
berücksichtigt. Aufgrund der Messungen konnte jedoch die
Energieabsorption bestimmt werden. So kann man den Temperaturanstieg im Gewebe unter gleichzeitiger Durchblutung
berechnen.
Da die Leber mit ca. 28 % des Gesamtblutflusses sehr stark
perfundiert wird, ergibt sich rechnerisch, dass mit einem Energieeintrag von 100 W selbst bei vollständiger Absorption nur
eine geringe Erwärmung der Leber erfolgen kann.
Ziel der Hyperthermie ist jedoch nicht die gesamte Leber, sondern Tumorgewebe zu erwärmen. Tumorgewebe in der Leber
wird von der Arteria hepatica durchblutet, welche nur etwa ¼
des Blutflusses durch die Leber ausmacht. Aufgrund des chaotischen Gefäßsystems von Metastasengewebe kann die Durchblutung dort noch niedriger sein. Bei 100 W „Therapieleistung“
sind bei einer durchschnittlichen Gewebeperfusion (0,06 l Blut/
min/kg) bereits Temperaturen von etwas über 40 °C zu erwarten. In geringer durchblutetem „hypoxischem“ Gewebe mit einer Durchblutung von 0,03 l/min/kg sind Temperaturanstiege
auf über 43 °C berechenbar.
33
Forum Hyperthermie
Damit ist die von der Herstellerfirma postulierte „Selbstfokussierung“ auf Tumorgewebe rechnerisch darstellbar. In einer gut
durchbluteten Leber werden weniger durchblutete Metastasen
selektiv erwärmt.
Ein wichtiger Aspekt ist der Zeitaufwand. Unter Berücksichtigung der gemessenen Werte und der Berechnungen muss man
von einem Zeitaufwand von wenigstens 30 bis 40 Minuten ausgehen, bis Temperaturen in der Nähe von 42 °C erreichbar sind.
Diese Überlegungen müssen bei der Energieeinstellung und
Therapieplanung berücksichtigt werden.
Grundsätzlich gelten die hier vorgestellten Messungen und
Schlussfolgerungen auch für andere Hyperthermiegeräte, da
überall die gleichen physikalischen Gesetze gelten. Bei Verkleinerung des Bestrahlungsvolumens bei gleicher Energie kommt
es zu einem rascheren Temperaturanstieg, bei Vergrößerung
des Volumens wird der Temperaturanstieg geringer ausfallen.
Bei Abgabe höherer Energien können die bereits bei 100 W
„Therapieleistung“ beobachteten Temperaturspitzen im Subcutangewebe und an inneren Grenzschichten bedenklich werden, da hier keine externe Kühlung möglich ist.
Unter Kenntnis der Absorption und der Tumordurchblutung lassen sich im Prinzip Kalkulationen der Temperatur vornehmen
ohne eine invasive Temperaturmessung im Tumor.
Die Messergebnisse lassen sich nicht auf andere Gewebe übertragen. So gelten z. B. bei der Lunge aufgrund des starken Luftgehaltes möglicherweise andere Bedingungen.
Nachruf
Nach langer, schwerer Krankheit verstarb am
15.08.2008 Professor Rainer Maria Konrad
Rainer Maria Konrad wurde 1927 in Schwäbisch-Gmünd
geboren. Nach dem Medizinstudium in Tübingen und
Bonn absolvierte er ab 1955 eine chirurgische Ausbildung an der chirurgischen Klinik der damaligen Medizinischen Akademie Düsseldorf unter Professor Derra.
Schon 1956 galt er als ein engagiert publizierender Wissenschaftler mit einem breiten Themenspektrum. Mit
der Habilitationsschrift „Experimentelle Untersuchungen über spezielle Fragen des alloplastischen Zwerchfellersatzes beim wachsenden Organismus“
erhielt er 1962 die Venia legendi.
1966 lagen bereits mehr als 70 Veröffentlichungen vor, die sich neben klinischen Fragestellungen mit Problemen des postoperativen Stoffwechsels,
ferner mit Untersuchungen zum alloplastischen Zwerchfell-, Gefäß- und Trachealersatz beschäftigten und es erfolgten erste Tierversuche zur Lungentransplantation.
Der Aufstieg in der Derra-Klinik, damals eine 360-Betten-Klinik, bis zum 1.
Oberarzt war für den hoch motivierten Kliniker und Chirurgen nur konsequent, wie auch die Ernennung zum apl. Professor. Ab 1972 übernahm Konrad die Chefarztposition in Duisburg, zuletzt im seinerzeitigen Städtischen
Klinikum. Bemerkenswert ist sein damaliger Einsatz für den Aufbau eines
Notarztdienstes in Duisburg, wie er heute flächendeckend praktiziert wird.
34
Studie
Zusammenfassung:
Nach Hyperthermiebehandlung einer nicht perfundierten Schweineleber, in Haut und Muskelschwarte eingelegt, mit einer „Therapieleistung“ von 100 W mit 13,56 MHz über 15 bzw. 26 Minuten können
folgende Erkenntnisse gewonnen werden:
1.Es kommt zu einem Temperaturanstieg, entsprechend einer
Energieabsorption von etwa 25 % an der Leberoberfläche, in der
Lebertiefe etwas weniger, an Haut- und Grenzschichten teilweise
deutlich mehr.
2.Rechnerisch ergibt sich, dass eine normal durchblutete Leber mit
diesen Energien, aber auch mit wesentlich höheren Energien nicht
bis auf 42 °C erwärmt werden kann.
3.Bei schlecht durchbluteten Geweben (hypoxisches Gewebe), wie
man es häufig im Tumor- oder im Metastasengewebe findet, sind
Temperaturanstiege über 43 °C anhand der gemessenen Werte
rechnerisch darstellbar.
4.Die gemessenen Temperaturspitzen an Grenzflächen und im
oberflächlichen Gewebe korrellieren mit der klinischen Beobachtung von Fettgewebsnekrosen. In der gleichförmigen Struktur der
Leber ist die Temperaturverteilung relativ homogen. Temperaturspitzen fanden sich hier nicht.
5.Metallimplantate erwärmen sich nicht selektiv. Eine Überhitzung
im Bereich einer Hüftkopfprothese trat nicht auf.
6.Die postulierte Selbstfokussierung einer Hyperthermiebehandlung
mit 13,56 MHz auf Tumorgewebe ist rechnerisch nachvollziehbar.
In einer gut durchbluteten Leber wird weniger gut durchblutetes
Metastasengewebe deutlich weniger abgekühlt, so dass hier ein
verstärkter Temperaturanstieg erfolgt.
Die ungebrochene wissenschaftliche Arbeit hatte sich ganz auf Fragen der
multimodalen Therapie bösartiger Tumoren und hier insbesondere des Bronchialkarzinoms konzentriert. In jener Zeit, für Chirurgen nicht selbstverständlich, war er bereits von den Möglichkeiten adjuvanter Chemotherapie-Konzepte überzeugt, die er auch in der eigenen Klinik durchführte. Dabei war
für Konrad ein intensiver Kontakt zu internistischen Onkologen wichtig. Die
Einrichtung einer speziellen Tumorsprechstunde, die auch eine jahrelange
Nachsorge umfasste und die Einführung regelmäßiger interdisziplinärer Tumorkonferenzen, war für die damaligen Verhältnisse schon sehr innovativ.
Auch später blieb das Interesse an der Thematik multimodaler Therapien
ungebrochen und dehnte sich dabei auch auf immunologische Fragestellungen und auf die Einbeziehung naturheilkundlicher Behandlungsverfahren
aus. Dabei beschäftigte Konrad sich auch mit den Möglichkeiten der Hyperthermie. So zählte Professor Konrad 1996 zu den Gründungsmitgliedern der
Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie e. V. Seine Impulse initiierten wissenschaftliche Untersuchungen und er trug erheblich zur Festschreibung von
Qualitätsstandards bei. Er gehörte zu den wenigen, die die Vorteile extremer
Ganzkörperhyperthermie erkannten und die Durchführung entwickelten.
Konrad verkörperte schon früh einen chirurgischen Onkologen, der die
teilweise begrenzten Möglichkeiten des eigenen Fachs erkannte und aufgeschlossen, aber nicht unkritisch gegenüber den Möglichkeiten anderer
Fachrichtungen war. Bemerkenswert bleibt seine stete Publikationsfreude
und die große Schar seiner Doktoranden, denen er stets ein engagierter
Doktorvater war.
Dr. U. Ammedick
Wissenschaft und Forschung
Forum Hyperthermie
Strategische Partnerschaft von Heckel und Hydrosun im Bereich der Ganzkörperhyperthermie
Positive erste Erfahrungen mit der
Gemeinschaftsentwicklung heckel-HT3000
Die Firma Hydrosun in Müllheim/Baden produziert und vertreibt seit 1994 Lokal-Strahler mit wassergefilterter Infrarot-A-Strahlung (wIRA), die sich in verschiedensten Indikationsgebieten bewährt und weite
Verbreitung gewonnen haben. In der hermetisch geschlossenen, patentierten Wasserküvette werden die
hautbelastenden Spektralanteile ausgefiltert, die in den obersten Hautschichten absorbiert und damit zu
starker Erhitzung und Verbrennungsgefahr führen würden.
Die Firma Heckel in Esslingen produziert und vertreibt seit 1995 das von
Dr. Martin Heckel entwickelte Ganzkörperhyperthermiegerät, häufig liebevoll
„Heckel-Bett“ genannt, bei dem der mit
Baumwollstoffen abgedeckte Patient in
einem Zelt mit diffus reflektiertem kurzwelligen Infrarot bestrahlt wird. In der
„Wärmestauphase“ wird der Patient in
die flexiblen Zeltwände eingeschlagen,
um die erreichte Temperaturerhöhung
ohne weitere Wärmezufuhr über 1 bis 6
Stunden aufrechtzuerhalten.
Im neuen heckel-HT3000 wird die
Hydrosuntechnik mit den bewährten
Elementen
der
Heckel-Methode
zum Zwecke einer verträglichen und
sicheren Ganzkörperhyperthermie (GHT)
kombiniert. Der Wärmeeintrag geschieht
durch wIRA, das mit vier speziellen, über
dem unbekleideten Oberkörper des Patienten liegenden hydrosun®-Strahlern
appliziert wird. Zur Verhinderung der
Wärmeabfuhr liegt der Patient in einer
mit IR-C-Strahlern erwärmten Zeltkabine, wobei der Kopf inner- oder außerhalb gelagert werden kann. Die Temperaturerhöhung geschieht rascher und
die Belastung des Patienten ist geringer
als beim Vorgänger-Modell HT2000.
In der Wärmestauphase genießt der
Patient mittels eines elektrisch verstellbaren Patientenbettes auf einer bequemen
Matratze eine große Bewegungsfreiheit
und kann von Seiten- und Rückenlage bis
zur Sitzposition wechseln. Im StandardModell kann während des Wärmestaus
die gesamte Bestrahlungseinheit auf eine
Höhe von über 2 m gefahren werden.
Auch das neue heckel-HT3000 ist mobil.
Mit spezieller Reflektortechnik ist es gelungen, die wIRA-Bestrahlung so effizient
und energieoptimiert auszuführen, dass
eine normale Steckdose für den Betrieb
von HT3000 genügt. Weder Starkstromnoch Wasseranschluss werden benötigt.
Nach Auskunft der Firma Heckel wurden
seit Markteinführung im letzten Dezember
15 neue Ganzkörperhyperthermie-Systeme ausgeliefert. Die Rückmeldungen
der Anwender im Bereich der milden und
fieberähnlichen Hyperthermie, darunter viele erfahrene HT2000-Nutzer, sind
durchweg positiv.
heckel-HT3000 ist ohne technische Änderungen auch für die extreme Ganzkörperhyperthermie geeignet und zugelassen. Für die Durchführung der extremen GHT muss allerdings eine spezielle
Ausbildung bei erfahrenen Anwendern
absolviert werden.
„Wir haben nun ein zukunftsfähiges, auch
international attraktives und konkurrenzfähiges System zur Verfügung. Nun wollen wir in Zusammenarbeit mit unseren
Anwendern und universitären Partnern
verstärkt die medizinische Forschung
und Weiterentwicklung der milden, moderaten und extremen Ganzkörperhyperthermie vorantreiben.“ sagt Geschäftsführer Stefan Heckel-Reusser.
Denn zu dieser im Grunde seit Jahrtausenden überlieferten Therapieform steht
die wissenschaftliche Datenlage nach
modernen Standards noch in einem
groben Missverhältnis. Zudem sind bei
vielen Indikationen bezüglich der optimalen Temperaturhöhe, Behandlungsdauer,
Behandlungsfrequenz und Kombination
mit anderen Therapien noch viele Fragen
offen.
In der klinischen Erprobung der onkologischen fieberähnlichen Ganzkörperhyperthermie in den USA werden zur Zeit
wesentliche Fortschritte erzielt, bei denen sich die besondere Bedeutung des
Timings zwischen Zytostase und Hyperthermie in teilweise überraschender Weise zeigt.
In Deutschland soll ein wesentlicher
Fokus der wissenschaftlichen Bemühungen auf nicht-onkologische Indikationen gelegt werden. Wissenschaftliche
Projekte zur Behandlung der Arthrose,
chronisch-entzündlicher
Darmerkrankungen und der Borreliose sind in Planung.
www.hyperthermie.de
www.hydrosun.de
35
Forum Hyperthermie
Für Sie gelesen
Physikalische Grundlagen der
wassergefilterten Infrarot-A-Strahlung
Für Sie gelesen in: Vaupel, P. und Krüger, W. (Hrsg.):
Wärmetherapie mit wassergefilterter Infrarot-A-Strahlung.
2. Aufl., Hippokrates Verlag GmbH, Stuttgart 1995.
C. C. Cobarg (Seiten 19 – 28).
Therapie am Menschen also, in welchen Wellenlängenbereichen
eine Heizquelle strahlt, da die Verträglichkeit der Strahlung sowie die aufnehmbare Energiemenge davon abhängen.
Strahlung im Allgemeinen ist eine elektromagnetische Welle,
die Energie transportiert. Der Energiegehalt der Strahlung hängt
von der Wellenlänge und der Frequenz ab, die sich umgekehrt
proportional zueinander verhalten. Je kürzer demnach die Wellenlänge ist, desto höher ist die Frequenz und umso höher auch
die Energie der betreffenden Strahlung.
Infrarot-Strahlung:
Die Infrarot-Strahlung wird unterteilt in IR-A-, IR-B- und IR-CStrahlung, abhängig vom jeweiligen Wellenlängenbereich.
Strahlung
Wellenlänge (µm)
Strahlung
Wellenlänge (µm)
Ultraviolett (UV)
sichtbares Licht
Infrarot (IR)
0,01 – 0,38
0,38 – 0,76
0,76 – 1000
Strahlung und Strahlenintensität:
Da UV-Strahlung im unsichtbaren Randbereich auf kurzwelliger
Seite des sichtbaren Lichts liegt, ist sie wesentlich energiereicher als das sichtbare Licht selbst und als die langwelligere
Infrarot-Strahlung.
Der Energiegehalt der Ultravioletten Strahlung ist so hoch, dass
durch deren Einwirkung chemische Bindungen gespalten werden können, was beispielsweise bei der Bildung von D-Vitaminen aus körpereigenen Stoffen von Vorteil ist, im Gegensatz
dazu aber auch Schäden an lebenswichtigen Verbindungen verursachen kann. Das sichtbare Licht ist von der Strahlungsstärke
her in der Lage, milde photochemische Reaktionen auszulösen,
worauf z. B. unser Gesichtssinn beruht. Durch Infrarot-Strahlung wird „nur“ die Eigenschwingung von Molekülen beeinflusst;
hierbei wird die Schwingungszunahme als Erwärmung wahrgenommen. Die Moleküle müssen die Strahlung absorbieren,
nehmen aber je nach Struktur nur bestimmte Wellenlängen auf.
Deshalb werden die Moleküle bei Strahlung gleicher Wellenlänge unterschiedlich stark in Schwingung versetzt, was wiederum
eine verschieden starke Erwärmung bewirkt.
Strahlung und Materie:
Jeder Körper, der Strahlung aufnimmt, gibt neben Wärme auch
Strahlung wieder ab, da er sich ansonsten extrem überhitzen
würde. Desweiteren hat der Körper das Bestreben, mit der Umgebung in eine Art Gleichgewichtszustand zu gelangen.
Jede Strahlungsquelle emittiert eine Strahlung, die ihrer Temperatur entspricht und durch das Strahlungsmaximum und die
Intensität der Strahlung gekennzeichnet ist. Wichtig ist für die
36
IR-A
IR-B
IR-C
0,76 – 1,4
1,4 – 3,0
3,0 – 1000
Für therapeutische Zwecke darf die Strahlung an der Körperoberfläche nicht vollständig reflektiert oder gestreut werden,
die Haut muss eine gewisse Durchlässigkeit für Wärmestrahlung besitzen, welche von der Wellenlänge abhängig ist: IR-B
und IR-C werden stärker an der Oberfläche absorbiert, woraus
starke Temperaturerhöhungen und Überhitzungserscheinungen
an der Haut sowie eine geringere Eindringtiefe resultieren. Die
IR-A-Strahlung wird auf Grund ihrer kürzeren Wellenlänge wesentlich weniger an der Oberfläche absorbiert, durchdringt die
Haut also leichter.
Um die Infrarot-Strahlung auf die Wellenlängen zu beschränken, welche die Barriere der Haut durchdringen können, wird
ein Wasserfilter eingesetzt. Dieser absorbiert die IR-B- und
IR-C-Strahlung, die sonst von den Wassermolekülen der Haut
aufgenommen würden, und verhindert somit schmerzhafte Veränderungen an der Oberfläche. Die IR-A-Strahlung wird vom
Wasserfilter nicht absorbiert, durchläuft diesen ungehindert und
kann dementsprechend in tiefere Schichten des Körpers vordringen, um dort eine therapeutische Tiefenerwärmung hervorzurufen.
Das Wirkprinzip des Wasserfilters ist bekannt aus der Atmosphäre: Die Sonnenstrahlen sind oberhalb der Erdatmosphäre
wesentlich energiereicher als über dem Meeresspiegel, da die
Strahlen bestimmter Wellenlängen hauptsächlich durch den atmosphärischen Wasserdampf absorbiert werden.
Literatur:
1.Bachem, A., Reed, C.I.: The penetration of light through human skin. Amer. J. Physiol. 97 (1931) 86-91
2.Harten H.U.: Physik für Mediziner. 5. Aufl., Springer, Berlin 1987
3.Henschke, U.: Biologische und physikalische Grundlagen der Rot- und Ultrarotstrahlentherapie.
Strahlentherapie 66 (1939) 646-662
4.Herschel, F.W.: Investigation of the power of the prismatic colours to heat and illuminate objects, with remarks that prove
the different refrangibility of radiant heat. To which is added an inquiry into the method of viewing the sun advantageously
with telescopes of large apertures and high magnifying power. Gilbert`s Ann. 7 (1801) 137-157
5.Radio Corporation of America (Firmenschrift): Electrooptics Handbook, a Compendium of Useful Information
and Technical Data, Section 6: Sources of Radiation. RCA Commercial Engng., Harrison (N.J.) 1968
6.Westphal, W.H. (Hrsg.): Physikalisches Wörterbuch, Springer, Berlin 1952, 751
7.Witte, E.: Über die qualitativen und quantitativen Unterschiede in den Strahlungen von Natursonne und therapeutisch
benütztem Kunstlicht sowie über eine neue Lampe zur künstlichen Herstellung praktisch sonnengleichen Lichtes.
Strahlentherapie 58 (1937) 113-124
Historie
Forum Hyperthermie
30 spannende Jahre Beschäftigung mit Hyperthermie
Bekenntnisse und Hoffnungen eines
unverändert Begeisterten
Klaus L. Schmidt
Die vielen positiven Ergebnisse aus
Therapie und Forschung in der Hyperthermie können wirklich begeistern.
Viele Wissenschaftler beschäftigen sich
inzwischen intensiv mit dieser Materie.
Ein Forum, wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen, bietet die Deutsche Gesellschaft für Hyperthermie.
Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, experimentelle und klinische Forschung auf
diesem Gebiet zu fördern.
Auf einer Tagung der DGHT zeigte sich
Professor Dr. med. Klaus L. Schmidt
als ein großer Fürsprecher dieser Therapieform. Er spricht für alle, die sich
diesem Thema mit großem Elan, Idealismus und viel Engagement widmen und
macht Mut, die Hyperthermie immer
wieder aufs Neue in die Öffentlichkeit
zu bringen und sich dafür zu engagieren, dass diese Therapieoption anerkannt und für alle bedürftigen Patienten
zugänglich gemacht wird.
„Wenn wir heute das zwölfjährige Bestehen der Deutschen Gesellschaft für
Hyperthermie betrachten, so dürfen und
müssen wir uns zunächst freuen, dass es
eine solche Gesellschaft überhaupt gibt.
Deren Gründung war eine revolutionäre
Tat. Sie spiegelt die äußerst wechselvolle
Geschichte wider, die die Fieber- und
Hyperthermie-Therapie seit ihrer Geburtsstunde erlebt hat. Wenn man den
Juli 1917 – als Wagner-Jauregg Blut von
Malaria tertiana-Kranken an drei an progressiver Paralyse leidende Patienten
übertrug – als die Geburtsstunde dieser
Therapieform ansieht, dann erlebt diese
im nächsten Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum. Das Experiment Wagner-Jaureggs
war eigentlich ein Versuch, Teufel mit
Beelzebub auszutreiben; mit einer po-
tentiell tödlichen Erkrankung eine andere
sicher tödliche zu behandeln, erforderte
Mut, und Wagner-Jauregg ist dafür auch
intensiv gescholten worden. Keine Ethikkommission würde heute ein solches Experiment durchgehen lassen!
Aber: es begann damit die erste glückliche Phase einer Therapie mit hohen
Körpertemperaturen, in der diese sich
in der Schulmedizin etablierte. Dies galt
besonders für die Behandlung von Infektionskrankheiten in der vorantibiotischen
Ära. Kaum ein Dermatologe und Venerologe weiß heute noch, dass es gelang,
mit Hyperthermie allein eine Gonorrhoe
zu heilen einschließlich der GonokokkenArthritis und Endocarditis, und dass dies
eines der wenigen Beispiele einer geradezu kausalen Therapie war. Meine Studenten saßen immer mit ungläubigen offenen Mündern da, wenn ich ihnen diese
exotisch anmutende Anekdote erzählte.
Die Hyperthermie-Therapie der Gonorrhoe war der wohl durchschlagendste
Erfolg einer physikalisch-medizinischen
Maßnahme überhaupt; mit einer Heilungsquote von 90 %, manchmal nur in
einer Sitzung, war dies konkurrenzlos.
Dass die so behandelten Männer danach
für mehrere Wochen unfruchtbar waren,
ist gleichzeitig ein Beispiel für eine zytostatische Wirkung an den Keimzellen, die
sich wie alle sich rasch teilenden Zellen
als sehr thermosensibel erwiesen.
Das danach höchst „wellenförmig“ verlaufende Schicksal dieser Therapie mit
ihrem ersten Bedeutungsverlust mit der
Beherrschbarkeit von Infektionskrankheiten ist bekannt und muss hier nicht
skizziert werden; aber gerade deshalb
darf und muss man heute auch einmal
seiner Freude darüber Ausdruck geben,
dass wir uns mitten in einer Renaissance
derselben befinden, mit neuen Akzenten
und Erkenntnissen.
Ich selbst hatte das Glück, mit meinem
Chef und Vorgänger, Professor Dr. V. R.
Ott, einen aus der Schweiz stammenden
Lehrer zu haben, der sowohl physikalischer Mediziner, als auch Balneologe
und Rheumatologe war und der alle drei
Fächer mit Leidenschaft vertrat. Er hat
selbst eine Schlüsselarbeit über die Hyperthermie (die ja zum Fachgebiet der
Physikalischen Medizin gehörte) verfasst
und auch das erste Buch über die Sauna 1948 veröffentlicht. Er hat mich mit
der Hyperthermie infiziert, und bis heute
bin ich davon nicht mehr losgekommen.
Mich interessierte von Anfang an eine
bestimmte Nahtstelle zwischen Physikalischer Medizin und Rheumatologie:
experimentell ausgelöste Gelenkentzündungen bei Tieren, die rheumatische Leiden des Menschen imitierten einerseits
und die Überwärmung als eingreifende
Maßnahme und alte Indikation bei rheumatischen Erkrankungen andererseits
– also schrieb ich meine Habilitationsarbeit über Hyperthermie und experimentelle Arthritis, die später als „Worstseller“
und jetzt als Antiquität zwei Auflagen erlebt hat.
Wo stehen wir heute? Während inzwischen erfreulich viele Arbeitsgruppen
sich mit den onkologischen Indikationen
der Hyperthermietherapie befassen, ist
es um die moderate Hyperthermie leider recht still geworden. Man muss hier
schon von einem „Kampf gegen das
Vergessen“ sprechen. Dies betrifft aber
in gleicher Weise andere Verfahren der
Physikalischen Medizin und zum Beispiel
auch die Balneologie als die Wissen-
37
Forum Hyperthermie
schaft von den sogenannten natürlichen
Heilmitteln. Kaum einer weiß noch – ich
bitte um Verzeihung, dass ich kurz von
meinem Thema abweiche – was Balneologie überhaupt ist: so erhielten wir in der
Klinik Briefe mit Adressen wie „Klinik für
Theologie“, „Psychiatrie“ und „Beinneurologie“; erschüttert aber war ich, als ein
Patient mit einem Überweisungsschein in
unsere Ambulanz kam zum „Arzt für Pathologie“ – auch noch zu einer Kontrolluntersuchung! Im Zeitalter der Gentechnologie und der Molekularen Medizin ist
Forschung auf diesen Gebieten absolut
nicht attraktiv, und die Arbeiten früherer
Generationen geraten in Vergessenheit.
Gerade in der Balneologie werden aber
heute noch regelmäßig überwärmende
Maßnahmen eingesetzt – zum Beispiel
Peloidbäder – ohne dass man diese als
Hyperthermiemaßnahme deklariert. Wir
selbst haben an unserer Klinik vierzig
Jahre lang Patienten mit ankylosierender
Spondylitis (Strümpell-Marie-Bechterewscher Erkrankung) erfolgreich mit Überwärmungsbädern behandelt; im Neubau
der Klinik sind Überwärmungsbäder nicht
mehr vorgesehen, da diese Therapie
schlechthin unwirtschaftlich sei.
Aber wir dürfen uns nicht bange machen
lassen: Die Hyperthermie-Therapie hat
auch in Zukunft einen Stellenwert; man
muss sie nur unverdrossen immer aufs
Neue stimulierend ins Gespräch bringen!
Gerade aufgrund neuer pathophysiologischer Forschungen speziell zu der Rolle
von Zytokinen und deren Beeinflussung
durch Wärme sehe ich weiterhin neben
den schon bekannten fortbestehenden
Indikationen folgende Akzente:
1. Die Hyperthermie in der Schmerztherapie: Wärme ist das stärkste
physikalisch-medizinische Analgetikum das wir kennen!
2. Die Hyperthermie bei Virusinfektionen, eventuell auch als Präventivmaßnahme, mit klinischen Forschungsprojekten zu Fragen wie:
38
Historie
Was ist der Mechanismus, mit dem
man früher mit Hyperthermie einen beginnenden Infekt „kupieren“
konnte? Inwiefern bestimmen Temperaturen an Haut und Schleimhäuten das „Angehen“ einer Infektion?
3. Die Hyperthermie in der Therapie
von chronischen Infektionen, wo
Keime persistieren, pathogen wirken, sich aber nicht mehr vermehren können, mit Entstehen postinfektöser/reaktiver Erkrankungen,
zum Beispiel Arthritiden, Prototyp:
Borrelliose. Dazu gehörend: Kombinierte Antibiotica-Hyperthermietherapie mit möglichen überadditiven Wirkungen – die Feststellung
von dringendem Forschungsbedarf
auf diesem Gebiet wurde schon
vor einem halben Jahrhundert erhoben!
4. Die Hyperthermie in der Therapie
der Psoriasis und anderer Hautkrankheiten.
5. Die Hyperthermie bei chronischen
allergischen Leiden.
Für alle diese und andere Erkrankungen
gilt: Ohne kontrollierte therapeutische
Studien, die den gleichen Maßstäben
gehorchen müssen wie Arzneimittelstudien, geht es nicht, auch wenn aus nahe
liegenden Gründen Placebo kontrollierte
Versuche nicht möglich sind.
Jeder, der Hyperthermietherapie praktisch betreibt, sollte im Übrigen nie vergessen, dass dies eine Form der intensiven Wärmebehandlung ist; dies gilt
auch in der Onkologie. Das heißt, auch
manche nicht mit einer Erhöhung der
Körpertemperatur zusammenhängenden
Effekte der Wärme sind therapeutisch
erwünscht und nutzbar, nämlich: die
Wärmeanalgesie, die antiphlogistischen,
muskeldetonisierenden und bindegewebsauflockernden Effekte der Wärme.
Dies gilt in umgekehrter Weise auch für
die Kontraindikationen der lokalen Thermotherapie, die auch auf die Hyperthermietherapie übertragen werden können.
Im übrigen bin ich nach wie vor davon
überzeugt, dass die Hyperthermietherapie
nicht nur symptomatisch wirkt, sondern
in die Pathogenese der Erkrankungen
eingreifen kann: durch Beeinflussung der
Trophik, von Entzündungsprozessen, des
Immunsystems, von Modulatoren und
Mediatoren.
Gerade darum aber sollte man allen Experimentatoren, die mit Geweben und
Zellkulturen arbeiten, dringend ans Herz
legen, die Temperaturen ihrer Objekte
sorgfältig zu kontrollieren. Ich bin davon
überzeugt, dass viele Ergebnisse von
Zell- und Gewebskultur-Forschungen
früherer Jahrzehnte falsch sind, weil sie
nicht mit adäquaten Temperaturen durchgeführt wurden. Dies gehört aber zu dem
unendlichen Themenkreis „Temperatur
und Leben“.
Lassen Sie uns aller derer gedenken, die
sich vor uns mit Idealismus und Einsatz
diesem Thema gewidmet haben. Unser
Giessener Medizinhistoriker Professor
Benedum hat immer einen Herrn Guy
de Chauliac zitiert, der 1363(!) sagte:
„Zwerge nämlich sind wir auf den Schultern eines Riesen und können nur dank
des Riesen etwas mehr erkennen“. Oder
wie es mein Chef und Lehrer Professor
Ott 1981 formulierte: „Vieles haben die,
die vor uns dahingegangen sind, richtig
gesehen, aber viele ihrer Theorien waren
so fragwürdig wie unsere eigenen. So ist
Geschichte nicht tot, wenn wir ihre Lehren annehmen!“.
Autor:
Prof. Dr. med. Klaus L. Schmidt
Benekestr. 2 – 8
61231 Bad Nauheim
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Forum Hyperthermie
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„Forum Hyperthermie“ ist das Verbandsorgan der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie e. V. Das Journal publiziert Originalarbeiten,
Fallberichte und Studien ausschließlich zum Thema Hyperthermie für
den onkologischen und nichtonkologischen Bereich.
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39
anzeige hyperthermie 10-2008n
06.10.2008
15:00 Uhr
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