SÜDWESTRUNDFUNK SWR2 Wissen – Manuskriptdienst Basalt

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SÜDWESTRUNDFUNK
SWR2 Wissen – Manuskriptdienst
Basalt – Gestein aus den Tiefen der Vulkane
Autor: Konrad Lindner
Redaktion: Detlef Clas
Regie: Andrea Leclerque
Sendung: Montag, 18. November 2013, 8:30 Uhr, SWR2 Wissen
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Dieses Manuskript enthält Textpassagen in [Klammern], die aus Zeitgründen in
der ausgestrahlten Sendung gekürzt wurden.
1
MANUSKRIPT
Musik 1: Matthias Jackisch. Granitflöte mit Sehnsuchtslauten bei Gewitter.
Cut 1: Arnold Müller
Basalt kommt aus der Tiefe. Das sehen wir natürlich an vulkanischen Ereignissen an
Land, dass das nicht von oben kommt, sondern glutflüssiges Gestein ist, was aus dem
Erdmantelbereich kommt.
Cut 2: Jens Czoßek
Basalte sind generell interessant, aber Stolpen hat neben dem Scheibenberg im
Erzgebirge eine sehr historische Bedeutung für die Geowissenschaften. [Sowohl der
Scheibenberg im Erzgebirge als auch Stolpen sind sogenannte Loci typici. Das heißt
ein typischer Ort für ein bestimmtes Gestein.] Weil es dort historisch gesehen zum
ersten Mal beschrieben wurde. [Dazu kommt natürlich dann auch aus rein optischästhetischen Gesichtspunkten, wenn man dann in der Stadt in Stolpen ist: Man steht
vor einem wirklich sehr großen, schönen Steinbruch mit schräg gestellten Basaltsäulen.
Das ist natürlich eine Gesteinsformation, die man nicht jeden Tag sieht und die auch
eine gewisse Ästhetik hat und natürlich damit auch Leute fasziniert, beeindruckt.]
Cut 3: Klaus Stanek
Basalt ist eines der Hauptgesteine, die an der Oberfläche der Erdkruste zu finden sind.
Ein Großteil der Ozeane besteht aus Basalt.
Ansage (Zitator):
Basalt – Gestein aus den Tiefen der Vulkane
Eine Sendung von Konrad Lindner
Atmo 1: Schläge auf Basalt
Sprecherin:
Helle Klänge. Fast wie eine Glocke. Der Geologe Olaf Tietz vom Senckenberg-Museum
für Naturkunde in Görlitz schlägt ein Belegstück für die Gesteinssammlung zu Recht.
Wichtig ist die Brille, damit keine Splitter ins Auge fliegen können. Es ist Basalt, der
Bote aus der Tiefe des Erdmantels, den die Görlitzer Geologen bearbeiten. Ein Gestein,
das bereits Johann Wolfgang von Goethe in Weimar im Haus am Frauenplan eifrig
sammelte und in seiner Altersdichtung als schwarzes „Höllen“-Gestein bezeichnete. Für
Olaf Tietz hat das Sammeln von Steinen nicht nur mit Wissenschaft, sondern auch mit
Ästhetik zu tun.
Cut 4: Olaf Tietz
Wenn ich dann rausfahre und will wirklich für einen Aufschluss, der vielleicht auch
temporär ist und vielleicht auch wieder mal verschwindet, zwei, drei Belegstücke holen,
dann zerpoche ich mindestens 50 und dann werden die besten drei genommen und die
also von der Form, vom Inhalt, wo ich alle Informationen habe, Einschlüsse und
Verwitterungsgrad, Art der Bruchfläche, wo man alle diese Merkmale sehen kann und
das Ganze auch noch eine schöne Form hat und nicht bloß ein dreieckiger Splitter ist.
Es sollte wirklich ansprechend sein.
Musik 2: Matthias Jackisch. Basaltflöte mit Walgesangseffekten.
2
Sprecherin:
Wenn der Bildhauer, Steinflötenbauer und Naturklangkünstler Matthias Jackisch aus
Tharandt auf seinen Flöten aus Granit oder Basalt musiziert, ist kaum noch vorstellbar,
wie erbittert und nervend zum Ende des 18. Jahrhunderts zwischen Plutonisten und
Neptunisten über den Ursprung des Basalts gestritten wurde. In dieser Kontroverse
über die Entstehung des Gesteins ging es den Plutonisten zunächst einmal um den
stofflichen Vergleich, Zitat, „zwischen den italiänischen Laven“ von Ätna, Stromboli und
Vesuv „mit den Basalten des festen Landes“. So schrieb Johann Carl Wilhelm Voigt,
1789, in seinen „Mineralogischen und bergmännischen Abhandlungen“. Der Bergrat in
Ilmenau war Absolvent der Bergakademie Freiberg. Er hatte bei Abraham Gottlob
Werner eine solide Ausbildung in der geologischen Geländearbeit erhalten. Voigt
betonte aber nicht allein die Ähnlichkeit der basaltischen Gesteine vom Plattenrand des
europäischen Kontinents und der Basalte in Mitteldeutschland. Im Unterschied zu
seinem berühmten Freiberger Lehrer stritt er auch beharrlich für die Aufklärung über:
Zitator:
Die „ehemalige Existenz feuerspeyender Berge oder brennender Vulkane in
Deutschland“.
Sprecherin:
Das Senckenberg-Museum für Naturkunde in Görlitz ist ein moderner Ort der
„plutonistischen“ Forschung im Geiste von Voigt, an dem der Vulkanismus in
Mitteleuropa mit dem zeitlichen Fokus auf die letzten 65 Millionen Jahre betrachtet wird.
Die Geologische Sammlung zum Thema „Basalt“ befindet sich im Humboldt-Haus der
Stadt an der Neiße. Gleich vor dem Gebäude steht eine zweieinhalb Meter hohe und
tonnenschwere Gesteinssäule mit sechs Kanten, die den Gesteinsforscher Olaf Tietz
weit überragt.
Cut 5: Olaf Tietz
Ich erlebe immer wieder bei Führungen, wenn ich das Objekt vorstelle, dass viele
denken, das hat ein Bildhauer hier so in dieser schönen glatten Form gemeißelt. Und
habe immer ganz schöne Mühe dann zu erklären, dass das ein reines Naturprodukt ist.
Die Basaltlava, wenn sie erstarrt, schrumpft und dann reißt die in diesen Säulen auf.
Aus dem Verband herausgeholt, steht eben eine Säule dann jetzt. Da ist nichts
nachgemeißelt oder irgendetwas verändert worden.
Sprecherin:
[Die Beschäftigung der Görlitzer Geologen mit dem Basalt wurde durch einen Tagebau
der Oberlausitzer Region ausgelöst. Bei Bernzdorf kam nicht nur Braunkohle zum
Vorschein, sondern auch Basalt, das häufigste Gestein der obersten Erdschicht. Für
Geologen ist ein Tagebau ein aufgeschlagenes Buch der Natur.]
Cut 6: Olaf Tietz
[Da haben wir uns mit Pflanzenfossilien vor allem beschäftigt. Aber es gab große,
Hunderte Meter lange Strossen, wo also Basalt abgebaggert wurde. Basalt in Form von
intensiv karbonisiertem, also umgewandeltem Gestein. Ich hatte mal einen
Diplomanden aus Halle hier. Der hat das dann kartiert. Auch Diplomarbeit drüber
geschrieben. Das war eigentlich letztendlich der Ausgangspunkt dafür, dass wir uns
heute nur noch mit Basalt beschäftigen.]
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Sprecherin:
Der Name „Basalt“ wurde erstmals von Georgius Agricola 1546 in seinem Standardwerk
„De natura fossilium“ verwendet. Agricola bezog sich dabei auf die Vorkommen in
Sachsen. Nicht nur Agricola hatte an der Universität Leipzig studiert, sondern auch
Abraham Gottlob Werner, der in Leipzig 1774 seine berühmte Studie „Von den äußeren
Kennzeichen der Fossilien“ publizierte. Den Namen „Basalt“ behielt auch Werner bei
und auch er besuchte die Burg Stolpen. Doch anders als im 18. Jahrhundert weiß man
heute, dass sich die ausgedehntesten Basaltvorkommen nicht auf dem Festland
befinden. Arnold Müller, Kustos der Geologisch-Paläontologischen Sammlung der
Universität Leipzig:
Cut 7: Arnold Müller
Der größte Teil der basaltischen Eruptionen findet unter dem Meeresspiegel statt, im
Bereich der Spreading-Zonen in den Ozeanen, wo ständig durch das
Auseinanderdriften der Platten ein Riss frei wird, an dem basaltische Magma nach oben
quillt und diesen Riss immer wieder verschließt. Das geht also fortlaufend weiter. Auf
diese Weise entsteht primäre Kruste auf der Erde. Das ist basaltische Kruste. Erst da
oben drauf lagern sich die marinen Sedimente ab, die dann den ganz normalen marinen
Schichtenstapel ergeben.
Musik 3: Matthias Jackisch. Stolpner Basaltflöte. Langes Tönen mit Klangwirbeln
bei Gewitter.
Sprecherin:
So wie noch heute ozeanische Kruste gebildet wird, ist bereits vor mehr als vier
Milliarden Jahren die frühe Basaltkruste der Erde entstanden. Geologen von der
Universität Bonn haben die neue Hypothese vorgestellt, dass die ozeanische Ur-Kruste
die späteren Kontinente direkt „ausgeschwitzt“ habe. Ein wichtiger Ort der Erzeugung
von Erdkruste ist der Mittelatlantische Rücken. Auf dieser Spreizungszone ist vor etwa
17 bis 20 Millionen Jahren Island entstanden. „Spreizung“ oder englisch „Spreading“
bedeutet in der Geologie, dass sich zwischen den Platten des Ozeanbodens Risse
bilden, die immer wieder neu durch Magma aufgefüllt werden. In Island sind die
Fördermengen an Basalt im Gefolge der Spreizung weitaus größer als bei den
Vulkanen inmitten der europäischen Kontinentalplatte. Auch die chemische
Zusammensetzung unterscheidet sich. Olaf Tietz zum Wandel des Begriffs „Basalt“.
Cut 8: Olaf Tietz
Echte Basalte treten eigentlich mehr an Plattenrändern auf, wie zum Beispiel Island, wo
also einfach ganz andere Schmelzmengen entstehen und dadurch auch die chemische
Zusammensetzung eine andere ist. Unsere Basalte sind kieselsäureuntersättigt. Sie
haben also deutlich weniger Kieselsäure als die echten Basalte. Deswegen reden wir
hier nicht von Basalten, sondern von Basaniten, Tephriten und Nepheliniten. Das sind
eigentlich die Namen, die ich ständig in den Mund nehmen müsste. Aber auch ich als
Fachmann rede hier erst mal von Basalt. Weil: Schwarz sehen alle aus.
Sprecherin:
Die Görlitzer Wissenschaftler erkunden zum einen die Lausitzer Vulkanprovinz – in der
vor ungefähr 27 bis 35 Millionen Jahren Hunderte Feuerberge aktiv waren. Sie fahnden
aber auch nach Mineralen mit Edelsteinqualität, die überraschenderweise auch im
Höllendreck Basalt [drin]stecken können. Zum Beispiel die schmucken
bernsteinfarbenen Zirkone. Wer ins Geologische Magazin schauen möchte, muss sich
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in den Keller des Humboldt-Hauses begeben. Die besten Basalt-Handstücke liegen in
einer Rollschrankanlage.
Cut 9: Olaf Tietz
Müssen wir die einfach nur aufdrehen. Sind immerhin fünf Tonnen pro Schrank und
trotzdem kann man es mit einem Finger hier bewegen. Das ist schon genial. Mehr als
fünf Tonnen dürfen wir hier nicht einlagern. Das ist die Obergrenze. Ob wir die wirklich
erreicht haben, kann ich gar nicht so genau sagen. Sind nach dem Alter sortiert. Und
die Basalte sind sehr jung. 20 bis 30 Millionen Jahre. Sind hier also mehr am Ende
untergebracht. Hier haben wir das nach Fundstellen abgelegt. Zum Beispiel Steinberg
bei Dittelsdorf. Das ist einfach eine Lokalität. Sieht man. Hier sind verschiedene
Sonnenbrenner zu sehen. Verschiedene Handstücke einfach von diesen Basalten. Wir
haben auch hier Baruth/Schafberg. Das ist nördlich von Bautzen eine Lokalität. Da
haben wir eine größere Publikation zu geschrieben. Hier zum Beispiel Blasenbasalt.
Auch wieder Sonnenbrenner. Sehr schöne Exemplare, die also richtig schön strukturiert
sind.
Sprecherin:
Der Name „Sonnenbrenner“ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck. Er spielt auf die
Verwitterung von Basaltschotter an. In der regionalen Sammlung des SenckenbergMuseums für Naturkunde lagern auch Stücke von Heinrich Möhl. Als von Jules Verne in
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“
erschien, war Möhl einer der Pioniere der Basalt-Forschung. Er entdeckte im Lausitzer
Granit kleine Gänge mit sogenannten Menalit-Basalten, die aus einer Tiefe von
immerhin 100 bis 150 Kilometern kommen.
Cut 10: Olaf Tietz
Das Vorkommen ist eigentlich erloschen. Wir haben das vor Jahren wiedergefunden.
Haben ein paar Proben noch mal nehmen können, aber die dünnen Gänge sind sehr
verwittert und uns ist es nicht gelungen, diesen Menalit, dieses Mineral nachzuweisen.
Musik 4: Matthias Jackisch. Basaltflöte mit Rufeffekten.
Sprecherin:
Die Erde ist in ihrem Innern nicht kalt wie eine Höhle, sondern im Erdkern herrschen
Temperaturen von 4.000 bis 5.000 Grad Celsius. Bereits in 30 Kilometer Tiefe sind die
Temperaturen sehr hoch. Sie schwanken für Europa an der Grenze von Kruste und
Mantel zwischen 280 und 900 Grad Celsius. Das wusste im 18. Jahrhundert noch
niemand. Auch nicht der Star-Geologe Werner, der von 1775 bis 1817 an der
Bergakademie Freiberg die Naturforscher-Schule formte, aus der sowohl Voigt als auch
Alexander von Humboldt und Leopold von Buch hervorgingen. Im Basalt-Streit von
1787 vertrat Werner vehement die Ansicht, dass Basalt neptunistisch, und das heißt im
Urmeer, entstanden sei. Um den Werdegang der Ansicht darzulegen, dass Basalt nicht
vulkanisch entstanden sei, berichtete er in seiner Studie „Kurze Klassifikation und
Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten“ über die erwähnte Exkursion nach
Stolpen gleich während des ersten Jahres seiner Berufung nach Freiberg.
Zitator:
(Es war im Sommer 1776, da) „ich den berühmtesten sächsischen Basaltberg, den bey
Stolpen, besuchte und beobachtete. Hier fand ich nun auch nicht die Spur von
5
vulkanischer Wirkung, auch nicht das geringste Merkmal einer vulkanischen Erzeugung.
Vielmehr bewies die ganze innere Struktur des Berges ganz das Gegenteil.“
Sprecherin:
Werner erblickte in Stolpen, was zutrifft, kein Vulkangebäude mehr. Daher meinte er,
was nicht zutrifft, dass die Basaltsäulen in einem Urmeer auskristallisiert seien. Klaus
Stanek, Professor der Geologie an der Bergakademie Freiberg, über den Irrtum seines
berühmten Kollegen:
Cut 11: Klaus Stanek
Ich kann mich schlecht in die Gedankenwelt von Werner begeben. Aber ich nehme an,
Werner kam aus der Mineralogie. Er hat auch Versuche gemacht, indem er Kristalle in
einer wässrigen Lösung, in einer Salzlösung hat wachsen lassen. Und insofern denke
ich, er sah die wunderschönen Basaltsäulen, die Erstarrungssäulen, die
Abkühlungssäulen des Basaltes und hat sie einfach mit Kristallen verglichen. Und
Kristalle wachsen aus einer wässrigen Lösung. Und insofern war für ihn die
Schlussfolgerung sehr nahe: Dass auch ein Basalt, ähnlich wie ein Kristall am
Meeresboden aus einer wässrigen Lösung gewachsen ist. Insofern war das für ihn eine
gängige Lösung.
Sprecherin:
Dem wortgewandten Werner, der nie einen aktiven Vulkan gesehen hatte, gelang es im
September 1789, den 40-jährigen Goethe vom Neptunismus zu überzeugen. Obwohl
Goethe zwei Jahre zuvor eine heftige Eruption des Vesuvs erlebt hatte, ließ er sich von
der Ansicht Werners anstecken, dass Vulkanismus nur ein zufälliges Phänomen der
späten Erdgeschichte sei. Ein Jahrzehnt zuvor war Goethe noch ein bekennender
Plutonist. Im Ergebnis gemeinsamer Exkursionen mit seinem geologischen Berater
Voigt in der Rhön formulierte Goethe am 27. Dezember 1780 beim hypothetischen Blick
auf die „Basaltberge bei Stolpen“, dass eine „ungeheure vulcanische Wuth“ der Erde
auch in Sachsen gewirkt habe. Diese frühe plutonistische Ansicht traf aus heutiger Sicht
den Nagel auf den Kopf. Goethe bekam in seinem ersten größeren Bericht zur Geologie
Thüringens an Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg 1780 überhaupt einen
wichtigen Teilabschnitt des tertiären mitteleuropäischen Vulkangürtels in den Blick. Der
Geologe Jens Czossek vom Museum der Westlausitz in Kamenz über Goethes
anfängliche Perspektive in der Frage des Vulkanismus in Deutschland:
Cut 12: Jens Czossek
Aus heutiger Sicht war er da durchaus auf einem nicht ganz abwegigen Theoriepfad. Er
stellt ja den Zusammenhang her zwischen den Eifelvulkanen, der Rhön, Vogelsberg
und zieht halt die Linie bis nach Sachsen weiter. Damit, ohne zu wissen, wie die
überregionalen geologischen Zusammenhänge bestanden, hat er durchaus da einen
sehr richtigen Gedanken gehabt. Denn es gibt tatsächlich einen Vulkangürtel, der sich
komplett durch Mitteleuropa zieht. Fängt bei den Karpaten an und zieht sich dann auch
zeitlich bis tief in den Westen, bis in die Vogesen hinein. Dieser Vulkanismus ist sehr
stark an die Auffaltung der Alpen gekoppelt. Seit Ende der Kreidezeit wird Afrika unter
Europa geschoben. Das heißt irgendwann wird mal das Mittelmeer komplett
verschwunden sein. Und vor allen Dingen vor 30 bis 35 Millionen Jahren kam es zur
Hauptauffaltungsphase der Alpen. Wenn große Kontinentalmassen zusammenprallen,
kann man sich vorstellen: Gesteine … sind recht sperrig. Kommt es natürlich auch zu
Ausgleichsbrüchen und Rissen. Zum Teil auch zu Bruchstrukturen, die bis tief in den
Mantel reichen und dann natürlich auch zum Aufstieg von basaltischen Laven.
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[Musik 5: Matthias Jackisch. Granitflöte mit Sehnsuchtslauten bei Gewitter.]
Sprecherin:
Das Lausitzer Granitmassiv bildet eine mächtige Platte. Um eine derartige Panzerung
beim Aufstieg aus den Tiefen des Erdmantels zu durchbrechen, müssen heiße
Urgewalten wirken. Das war beim Basaltdurchbruch in der Gegend des heutigen
Stolpen der Fall. Die vor allem auf den streitbaren Plutonisten Voigt zurückgehende
Metapher von der „Wut der Vulkane“ , an der ein Sprachschöpfer wie Goethe munter
mitgewirkt haben dürfte, beschreibt das Geschehen vermenschlicht, aber dennoch
zutreffend als ein plötzliches und heftiges Ereignis. Klaus Stanek über die neuesten
Ergebnisse der Altersbestimmung sowohl des Lausitzer Granits als auch des Basalts
von Stolpen im Isotopenlabor des Instituts für Geologie in Freiberg:
Cut 13: Klaus Stanek
Nach unseren bisherigen Messungen ist der Basalt etwa 30 Millionen Jahre alt. Und er
muss damals auf eine Oberfläche ausgeflossen sein, das ergibt zumindest die
Säulenstruktur. Das heißt, wir haben eine Abkühlungsfläche in dieser Region gehabt.
Der Granit ist wesentlich älter. Der ist nach unseren Datierungen etwa 540 bis 550
Millionen Jahre alt. Zählt also zu den ältesten nicht deformierten Gesteinen in
Deutschland. Insofern haben Sie eine Riesenzeitspanne zwischen Entstehung oder
Erstarrung des Granits und dem Austritt des Basalts.
Sprecherin:
Auch wenn es sich im Vergleich zu heute aktiven Vulkanen – wie dem Ätna auf Sizilien
– nur um winzige magmatische Ereignisse handelt, sind die tertiären Feuerberge der
Oberlausitz keine unwichtige Vulkanprovinz.
Cut 14: Olaf Tietz
Es gibt aber hier einen sehr schönen Basalt. Mit Interaktion zu Kalkstein. Ist er am Ende
hier? Ooch nicht. Wo ist er denn? Hier geht es noch weiter, sehe ich gerade! Hier! Das
ist er! Also..
Sprecherin:
Holt Olaf Tietz eines der eindrucksvollsten Handstücke der Basalt-Sammlung in Görlitz
aus dem Rollschrank hervor, verrät das Farbspiel eindringlich: Durch die Hitze des
Erdinneren kann hartes Gestein dünnflüssig werden.
Cut 14: Olaf Tietz (Fortsetzung von Cut 14)
… es gibt an der Lausitzer Verschiebung Kalkvorkommen. Jurakalke. Ganz kleine
Vorkommen. Die sind – weil es wenig Kalk war – sind die sogar unterirdisch, im Tiefbau
abgebaut worden. An einer Stelle ist dann auch an der Lausitzer Verschiebung später
noch ein Basalt hochgekommen. Und der hat mit den Kalken sich vermischt. Die sind
dann durchgekocht und wir haben so ein schönes poliertes Handstück, wo man diese
Kalkschollen im Basalt schwimmen sieht. Rings um diese kleinen Blasen. (Man sieht),
wie der Zustand des Durchkochens einfach eingefroren wurde durch Erstarrung der
Basaltlava dann, wo man weiße, eckige Körper in diesem schwarzen Basalt
schwimmen sieht.
Musik 6: Matthias Jackisch. Stolpner Basaltflöte. Langes Tönen mit Klangwirbeln
bei Gewitter.
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Cut 15: Thomas Scholle
Wir befinden uns jetzt an meinem Liebling auf der Burg. Das ist der tiefe Burgbrunnen.
Der ist 84,4 Meter tief. Wurde von 1607 bis 1630 gebaut. Also 23 Jahre. Sie können
sich das ausrechnen. Das macht einen täglichen Arbeitsfortschritt von 1,5 Zentimeter.
Gearbeitet wurde übrigens außer an Feiertagen an allen Tagen. Man kann sich
vorstellen, dass das eine extrem mühsame und aufwendige Sache war. Und damit man
mal eine Vorstellung bekommt – der Wasserstand liegt zurzeit bei 70 Metern – werde
ich jetzt mal ein wenig Wasser hineinschütten in einen Brunnen. Dann kann man mal
abschätzen, wie tief das ist. So, jetzt schütte ich mal. – (Lange Pause. Dann Rauschen
in der Tiefe.)
Sprecherin:
Der Geologe Thomas Scholle schüttet auf der Burg Stolpen ein Glas Wasser in den
Basalt-Brunnen. In der Ausstellung nebenan ist zu lernen, dass das heutige „Oben“
einst ein tief „Unten“ war. Das „Oben auf der Burg“ war einmal ein „Ort im
Vulkanschlund“. Vor vielen Millionen Jahren war hier der Teufel los: Aktiver
Vulkanismus mit Hitze, Lärm, Gestank und Basaltausfluss. Die vulkanische Energie
wütete. Thomas Scholle [aus Stolpen] über den Vulkan zu einer Zeit, als es in dem
Gebiet von Mitteldeutschland bereits fossile Affen, aber noch keine Menschen gab.
Cut 16: Thomas Scholle
Also, man sieht natürlich keinen Vulkan mehr. Wir gehen davon heute aus, dass es sich
um eine Art Schlackevulkan gehandelt hat. Ein Vulkan, so wie wir ihn auch kennen.
Strombolianischer Typ. Dass dort praktisch viele vulkanische Bomben und Ähnliches
herausgeworfen wurden. Von dem Vulkan sehen wir aber nichts mehr. Wo wir heute
stehen, das ist lediglich der Förderschlot. Also ein Förderschlot Ost-West-Ausbreitung
350 Meter. Nord-Süd etwa 150 Meter. Wir sehen heute nur noch den Förderschlot, in
dem relativ langsam aus diesem Magma sich diese Säulen haben bilden können.
Sprecherin:
Ein halbes Jahrtausend lang wurde bereits zum Stolpener Basalt geforscht. Den Anfang
machte Georgius Agricola, der Begründer der Montanwissenschaften. Im Jahr 2006
wurde der Stolpener Burgberg zum Nationalen Geotop erklärt. Durchgesetzt hat sich
die Sicht des plutonistischen „Dissidenten“ Voigt und nicht das neptunistische Dogma
seines Lehrers Werner: Basalt kommt nicht aus dem Urmeer, sondern aus dem
Ursprungsort der vulkanischen Aktivität unseres Planeten und das heißt: aus dem
Erdmantel. Die moderne Auffassung, dass der Vulkanismus ein Tiefen- und
Folgephänomen der frühen und heißen Erde ist, konnte erst im 20. Jahrhundert durch
das Modell der Plattentektonik bewiesen werden. Thomas Scholle führt die Besucher
bei seinen Führungen stets zu dem Ort, der im Fachjargon als locus typicus bezeichnet
wird.
Cut 17: Thomas Scholle
Wir stehen hier am sogenannten alten oder großen Steinbruch am Basaltvorkommen
von Stolpen und zwar an der Westseite. Der Steinbruch war ursprünglich wesentlich
größer. Aber er ist heute noch sehr eindrucksvoll, weil oberhalb des Steinbruches auch
die westlichen Mauern der Burg zu sehen sind. An dieser Stelle hat mit großer
Wahrscheinlichkeit Agricola 1546 das Wort „Basalt“ geprägt. Und ansonsten: Jeder
Student der Geologie an einer ordentlichen geologischen Universität oder Fakultät hat
hier mal gestanden.
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Sprecherin:
Der Arzt und Naturforscher Agricola aus Chemnitz verglich die Säulen des Basalts mit
Kristallen. In seinem Buch über die Minerale – er sprach damals noch von „Fossilien“ –
beschrieb er die Säulenform und auch die Zahl der Ecken des Stolpener Basalts. In
Stolpen ist – wie in der Eifel und im Vogelsbergmassiv – der Basalt allgegenwärtig,
obwohl der Steinbruch stillgelegt ist. In der Stadt gibt es hohe und gut temperierte Keller
aus Basalt. Viele Stützmauern in den Häusern und Gartenmauern sind aus Basalt.
Basalt auch in der Kunst. Eine Skulptur der Gräfin Cosel aus Stolpner Basalt im
Stadtmuseum ist ein Meisterwerk, das den Bildhauer Detlef Herrmann unzählige Meißel
gekostet hat. Eine der ausgefallendsten Inszenierungen: Matthias Jackisch spielt auf
Basaltflöten, die er aus dem schwarzen Gestein baut. Um eine Basaltflöte zum Tönen
und das heißt, das Erdmantelgestein zum Singen zu bringen, ist eine kräftige Lunge
erforderlich.
Musik 7: Matthias Jackisch. Basaltflöte mit Lacheffekten.
Sprecherin:
Die Erdkruste inmitten von Europa ist weniger stabil und vulkanisch aktiver als bislang
gedacht. Die Feldarbeit von Olaf Tietz und seinen Kollegen zur Oberlausitzer
Vulkanprovinz bildet bei der Erforschung des mitteleuropäischen Vulkangürtels deshalb
ein wichtiges Teilsegment. Der Freiberger Geologe Klaus Stanek wiederum hat
herausgefunden, dass sich das Alter der Vulkane in der Oberlausitzer Vulkanprovinz
überraschenderweise auf etwa 30 Millionen Jahre einpegelt und dichter beieinanderliegt
als noch vor zehn Jahren angenommen.
Cut 18: Klaus Stanek
Man versucht ja, diesen Vulkangürtel insgesamt zu rekonstruieren. Man versucht dort,
Puzzle für Puzzle zusammenzubauen. Insofern ist der Beginn einer solchen speziellen
Altersdatierung in Ostsachsen schon auch bedeutend für den Rest des Vulkangürtels.
Man kann das weiterführen. In unseren Labors ist das auch gemacht worden für die
Rhön-Basalte. Insofern haben wir schon einen Beitrag geleistet zu dieser Datierung der
einzelnen vulkanischen Ereignisse dieses Gürtels. Ein großer Teil davon spielt sich im
Moment auch in Ostsachsen ab. Da gibt es Leute, die sich dafür interessieren. Leute,
die Interesse an dieser Datierung haben. Insofern ist das im Moment einer der
Brennpunkte für die tertiäre Basaltforschung in Europa.
Sprecherin:
Während der Vulkanismus bei Stolpen ebenso als erloschen gilt wie die Vulkane der
Auvergne im Zentralmassiv von Frankreich, kann das vom Vulkanismus in der Eifel
nicht behauptet werden. Die letzten Vulkanausbrüche liegen hier nur etwa 10.000 Jahre
zurück. Der Eifelbasalt in der Sammlung des Senckenberg-Museums für Naturkunde in
Görlitz sieht entsprechend jungfräulich aus. Olaf Tietz im Keller des Humboldt-Hauses:
Cut 19: Olaf Tietz
Das ist die Mendig-Lava. Ich denke, man sieht das schon auch als Laie. Die Schlacken,
dass das wesentlich frischer ist, als was jetzt in der Lausitz gefunden wird. Hier sind
sehr schön diese Spindelbomben. Lavafetzen, die beim Fliegen sich wie ein Kuchenteig
umeinander rollen. In der Mitte sind sie dick. Dann wie so eine Zitrone an zwei Ecken
wird das immer dünner. Wo dann diese Fetzen sich immer mehr so einrollen. Man sieht
so ein bisschen das Fließgefüge hier beim Fliegen. Dann hier diese typisch,
schaumisch, schlackigen Oberflächenstrukturen. Sehr scharfkantig. Und dann auch
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nicht nur schwarz, sondern auch bis hin zu rot oder rotbraun oder hier gelb und blaue
Farben. Also sehr bunt. Wie bei den frisch gegossenen Basaltstücken so eine Art
Anlauffarben auf der Oberfläche, die bei uns in der Lausitz, weil die Gesteine bei uns
viel älter sind als hier, natürlich alle verloren gegangen sind. Dies poröse Material ist
zerstört, verwittert. Wir haben hier nur noch diese absolut harten, festen, dichten Kerne
der Vulkangebäude.
Sprecherin:
In der vulkanischen Eifel kann ein Vulkan entstehen. Im Egergraben bei Karlovy Vary ist
der Vulkanismus ebenfalls nicht erloschen. Klaus Stanek von der Bergakademie
Freiberg:
Cut 20: Klaus Stanek
Denken Sie an die isländischen Fusionen in den vergangenen Jahren. Damit fiel fast
der gesamte Flugverkehr in Europa aus. Es gibt Szenarien, die so etwas auch für das
nördliche Böhmen vorhersagen. Inwieweit die zutreffen werden, sei dahingestellt, aber
es ist immer ganz gut, wenn man sich auf solche Ereignisse auch mental vorbereitet.
Wir leben in einer geologisch nicht stabilen Zone. Insofern kann in geologischen
Zeiträumen auch ein solcher Vulkan wieder in Erscheinung treten.
Musik 8: Matthias Jackisch. Basaltflöte mit Walgesangseffekten.
Sprecherin:
Lange dachte man, dass die heißen Quellen bei Karlovy Vary, früher Karlsbad,
Nachwirkungen eines abklingenden Vulkanismus sind. Doch auch in der Nähe des
Goethe-Ortes kann die vulkanische Wut von gestern wiederkehren. Der Geologe und
Paläontologe Arnold Müller von der Universität Leipzig:
Cut 21: Arnold Müller
Wir sollten uns daran gewöhnen, dass auch Mitteleuropa keine vulkanisch absolut
ruhige Zone ist und auch in Zukunft nicht sein wird. Der Vogelsberg, unser größter
Vulkan in Mitteleuropa, ist auch nicht so alt. Oder wenn wir die Vulkane in der Rhön
oder im Egergraben nehmen, die sind auch nicht so alt. Das heißt, nicht unbedingt
gleich morgen, aber irgendwann in näherer Zukunft, könnte einer dieser Vulkane auch
mal wieder anfangen aktiv zu werden.
Sprecherin:
Die Hand-Stücke im Senckenberg-Museum [für Naturkunde in Görlitz] reduzieren sich
nicht auf Klumpen aus „Höllen“-Gestein. Vielmehr erzählen sie, um mit den Worten von
Bergrat Voigt aus Ilmenau zu reden, dass man sie als „Urkunde zur Geschichte der
Erde“ auffassen kann. Der scharfsinnige wie felderprobte und belesene Geologe
beharrte 1789 im Unterschied zu Werner und zu Goethe auf der noch heute gültigen
Ansicht, dass die basaltfördernden Vulkane wichtige Mitspieler bei der Bildung von
Erdkruste und Atmosphäre sind. Und das nicht zuletzt inmitten von Europa!
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Verwendete Literatur:
Basalt 2013. Cenozoic Magmatism in Central Europe. Senckenberg scientific
conference April 2013 in Görlitz. Prag 2013.
Wolf von Engelhardt: Goethe im Gespräch mit der Erde. Weimar 2003.
Thorsten Nagel vom Steinmann-Institut für Geowissenschaften der Universität Bonn.
Ozeanische Ur-Kruste „schwitzte“ älteste Kontinente aus. Vgl. den Link:
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-14539-2012-03-09.html.
Rolf Schick: Erdbeben und Vulkane. München 1997.
Hans-Ulrich Schmincke: Tanz auf dem Vulkan. Goethe und die Entfaltung der
Vulkanologie als Wissenschaft. In: Senckenberg, Goethe und die Naturwissenschaften.
Stuttgart 2002.
Johann Carl Wilhelm Voigt: Mineralogische und bergmännische Abhandlungen. Leipzig
1789.
Verwendete Steinflötenklangszenen von Matthias Jackisch (Tharandt):
Stolpner Basaltflöte. Langes Tönen mit Klangwirbeln bei Gewitter.
Basaltflöte mit Walgesangseffekten.
Basaltflöte mit Lacheffekten.
Basaltflöte mit Rufeffekten.
Granitflöte mit Sehnsuchtslauten bei Gewitter.
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