reisekrankheiten

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REISEKRANKHEITEN
bei Hund und Katze
Mag. Astrid Kuhn
www.kleintierklinik-breitensee.at
„Reisekrankheiten“?
„exotische“ Krankheiten?
Canine and Feline Vector-borne Diseases
Naucke
Naucke
Prävention / Prophylaxe
ƒ Zuhause lassen!
ƒ Verhindern der Krankheitsübertragung als
beste Lösung
ƒ Chemoprophylaxe gegen Erreger
ƒ z.B. bei Herzwurmlarven
ƒ Chemoprophylaxe gegen übertragende
Ektoparasiten
ƒ Flöhe
ƒ Zecken
ƒ Stech- und Sandmücken
ƒ verschiedene Übertragungszeiten!
ƒ tlw. sofort mit dem Stich
ƒ repellente Wirkung wichtig!
Babesiose - Erreger
ƒ Babesien sind Protozoen = Einzeller
ƒ Zwischenwirt Säugetier
ƒ befallen rote Blutkörperchen, vermehren sich darin und bringen sie
zum Zerplatzen
ƒ Endwirt + Reservoir: Zecken
ƒ große Babesien
ƒ Babesia canis canis: in Mitteleuropa, Übertragung durch
Dermacentor reticulatus, Unterteilung in Frankreich-Stamm und
aggressiveren Ungarn-Stamm
ƒ B. canis vogeli: in S-Europa, Übertragung durch braune
Hundezecke
ƒ B. canis rossi in S-Afrika
ƒ kleine Babesien
ƒ Babesia gibsoni Vk in Asien, Afrika und Nordamerika; in Europa
kommt diese Art nur in Koexistenz mit B. canis vor
Babesiose – Übertragung
ƒ Übertragung durch Vektoren
ƒ Rhipicephalus sanguineus - braune Hundezecke
ƒ überträgt B.canis vogeli
ƒ Dermacentor reticulatus - Auwaldzecke
ƒ überträgt B.canis canis
ƒ hochpathogen, Mortalität 10%
ƒ Ixodes ricinus - Holzbock
ƒ überträgt B. divergens
ƒ Laboklin/D
ƒ 20% der untersuchten Zecken
sind Babesiose-PCR-positiv
ƒ Österreich
ƒ 15,5% Seroprävalenz beim Hund
Babesiose – Übertragung
ƒ Übertragung von Hund zu Hund
ƒ transplazentare Übertragung
ƒ selten Übertragung von kleinen Babesien von einer
Hündin auf ihre Welpen
ƒ Bluttransfusion
ƒ wenn das Spendertier „positiv“ ist.
ƒ Hundebisse (kleine Babesien)
ƒ keine Übertragung durch normales Spielverhalten
oder Körperkontakt sowie Speichel
Braune Hundezecke
ƒ aus den Tropen / Südeuropa eingeschleppt
ƒ bei uns in Stallungen und Wohnungen
winterüberlebensfähig
ƒ alle Stadien parasitieren am Hund
ƒ überträgt beim Hund
ƒ Babesia canis vogeli
ƒ Ehrlichia canis
ƒ Hepatozoonose
ƒ überträgt beim Menschen
ƒ Borreliose
ƒ Mittelmeerfleckfieber - Rickettsia conori
ƒ Q-Fieber = Balkangrippe - Coxiella burnettii
Naucke
Auwald- und Schafzecke
ƒ Buntzecken
ƒ weiß-marmoriertes Schild, rotbrauner Rand
ƒ größte Zecken: ♀ 5-20mm, agil!
ƒ Vorkommen
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
v.a. Auwälder und Feuchtwiesen
Ausbreitung mit Hochwasser
bis 1000 Höhenmeter
an sonnigen Tagen ab 4-8°C aktiv
Population wurde infiziert durch Stich infizierter Hunde (ursprünglich
im Ausland infiziert oder mit eingeschleppter brauner Hundezecke
befallen)
ƒ überträgt beim Hund
ƒ Babesia canis canis
ƒ überträgt beim Menschen
ƒ Rickettsia slovaca, Ehrlichiose, Tularämie, Q-Fieber
transovarielle Übertragung
ƒ Prävalenz von B. canis in Dermacentor
reticulatus relativ niedrig (1-5%); da aber
der Erreger in der Zecke transovariell
weitergegeben wird, kann das zu lokal
deutlich höheren Prävalenzen führen
ƒ theoretisch kann das komplette Eigelege
einer Dermacentor-Zecke infiziert sein damit ist eine explosionsartige Verbreitung
in der Population möglich
ƒ infizierte Zecken bleiben so über mehrere
Generationen infektiös und stellen das
Reservoir für die Babesien dar, in dem die
Erreger über mehrere Jahre persistieren können
intrastadiale Übertragung
ƒ männliche Dermacentor reticulatus
Zecken nehmen mehrere
Blutmahlzeiten ein, auch auf
verschiedenen Wirten
ƒ Übertragung infektiöser Stadien der
Babesien erfolgt normalerweise erst
nach einer ca. 48 Stunden dauernden
Blutmahlzeit
ƒ Ausnahme: Männchen, die bereits
einmal Blut gesaugt haben - sind
„aktiviert“ - und übertragen die
infektiösen Stadien deutlich rascher
(Innerhalb weniger Stunden)
Naucke
Holzbock
ƒ häufigste Zeckenart bei Hund und Katze
ƒ ♀ 3-11mm, ♂ bis 3mm
ƒ überträgt beim Hund
ƒ Borreliose
ƒ FSME
ƒ Ehrlichiose
ƒ überträgt beim Menschen
ƒ FSME
ƒ Borreliose
ƒ Humane Granulozytäre Ehrlichiose
ƒ Tularämie
ƒ Babesiose
Holzbock als
dreiwirtige
Zecke
Eier
Larve
erwachsene
Zecke
Nymphe
Babesiose – Wer erkrankt?
ƒ Hunde
ƒ B. canis canis + vogeli
ƒ B. gibsoni (Mittelmeerraum)
ƒ erkranken z.T. lebensgefährlich!
ƒ Katzen
ƒ B. felis: Infektion dzt. nur in Afrika
ƒ Mensch
ƒ symptomlose Infektion mit B. canis canis + vogeli
ƒ über Ixodes-Arten Infektion mit B. divergens (Rind) und
B. microti (Nager) möglich
ƒ Anämie mit Hämoglobinurie, Fieber, Muskel- und
Gliederschmerzen, Milzvergrößerung, Nierenversagen
ƒ Todesfälle bei splenektomierten und immunschwachen
Menschen möglich
Babesiose – Symptome Hund
ƒ IKZ 5-14 Tage
ƒ Schwäche, Müdigkeit
ƒ Appetitlosigkeit
ƒ teilweise hohes Fieber
ƒ bis IKT 42°C)
ƒ Blutarmut mit blassen, evtl.
gelblichen Schleimhäuten
ƒ rotbrauner Harn
von Blutabbauprodukten verfärbt
Hämoglobinurie
ƒ Milz- und Lebervergrößerung
ƒ entzündliche Veränderungen der Augen sowie
Netzhautablösung
Babesiose – Symptome Hund
ƒ wenn Hunde die akute Phase
unbehandelt überstehen, kann die
„chronische Babesiose“ auch völlig
symptomlos bleiben
ƒ normales Blutbild
ƒ viele Importhunde aus dem Süden!
ƒ diese Hunde stellen ein
Erregerreservoir für Zecken dar, die
dann beim nächsten Stich den Erreger
auf andere Hunde übertragen können
Babesiose – Symptome Hund
ƒ Komplikationen
ƒ hochgradige Blutarmut ÖBluttransfusion
ƒ Nierenversagen ÖInfusionen
ƒ Autoimmunerkrankung (Antikörperbildung
gegen eigene Blutzellen)
ƒ Blutgerinnungsstörungen
(Mangel an Blutplättchen)
ƒ Doppelinfektion mit Ehrlichiose, Anaplasmose
ƒ bei chronischem Verlauf sind ZNS-Schäden möglich
ƒ Bewegungsstörungen und epileptiforme Anfälle
Diagnose und Prognose
ƒ Diagnose
ƒ Blutausstrich
ƒ ab 5.Tag
ƒ Kapillarblut oder „dicker Tropfen“
ƒ Antikörper
ƒ ab 10-12. Tag
ƒ ELISA oder IF
ƒ PCR
ƒ Prognose
ƒ bei Komplikationen lebensgefährlich
ƒ auch nach überstandener Infektion wird nur eine
kurzzeitige (wenige Monate) und nicht zu 100%
schützende Immunität aufgebaut!
Naucke
Babesia canis - Blutausstrich
ƒ Merozoiten in Erythrozyten:
ƒ runde bis birnenförmige, basophil
umrandete Strukturen
ƒ häufig paarweise im spitzen Winkel
verbunden
ƒ bis zu 3x6µm groß
ƒ Zytoplasma farblos bis hellblau
ƒ Kern purpurfarben
ƒ meist 2 Organismen pro Erythrozyt,
aber auch einzeln oder mehr (-16)
ƒ Vermehrung durch Zweiteilung
Babesiose – Therapie
ƒ Imidocarb
ƒ Injektion 1-2 mal im Abstand von 14 Tagen
ƒ je nach Bedarf
ƒ Bluttransfusion
ƒ Infusionen, ....
ƒ Blutbild-, Harn- und Nierenwertkontrolle!
ƒ bei Doppelinfektion mit Ehrlichiose
ƒ zusätzliche Antibiotika
Babesiose - Impfung
ƒ Wirkung umstritten
ƒ Impfung schützt nicht vor einer Infektion
ƒ Impfung schützt nicht vor dem Entstehen der
Krankheit
ƒ nur Milderung der klinischen Symptome
nach Infektion
ƒ Zeckenschutz ist wichtiger!
ƒ plus tgl. Zeckenabsammeln
Hepatozoonose - Erreger
ƒ Hepatozoon canis
= Einzeller (Kokzidien)
ƒ Übertragung
ƒ durch Zerbeißen der braunen Hundezecke werden
H.canis von den Hunden aufgenommen und Blutzellen
befallen
ƒ auch transplazentäre Übertragung möglich
ƒ Läufigkeitsblut?
ƒ Vorkommen: Mittelmeerraum
ƒ Fleischfresser (Hund, selten Katze, Fuchs,..)
ƒ Übertragung durch:
ƒ braune Hundezecke
ƒ Igelzecke Ixodes hexagonus
www.dartmoorcam.co.uk
Hepatozoonose – Symptome
ƒ Symptome
ƒ meist symptomloser Verlauf
ƒ nur junge, kranke und immunschwache
Tiere entwickeln Symptome
ƒ Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit
ƒ Lymphknotenschwellungen
ƒ Blutarmut, Knochen- und Muskelschmerzen
ƒ Nasen- und Augenausfluss
ƒ blutiger Durchfall
ƒ starke Erhöhung der Entzündungszellen
ƒ epileptiforme Anfälle infolge Blutungen in
Meningen
Hepatozoonose - Diagnose
ƒ Blutausstrich
ƒ Nachweis der Gamonten
in den Leukozyten
ƒ PCR
ƒ Serologie
Otranto
Naucke
Therapie und Prognose
ƒ Therapie
ƒ Imidocarb-Injektionen und Doxycyclin,
Sulfonamide und Coccidiostatika
ƒ Infektionen können trotz Therapie
lebenslang bestehen bleiben
ƒ Prognose
ƒ schlecht - die meisten Hunde mit Symptomen
sterben
ƒ Prophylaxe
ƒ Zeckenschutz und restliche Zecken abklauben,
sodass der Hund keine frisst
Rickettsien
ƒ kleine Bakterien, leben intrazellulär in Blutzellen
ƒ werden von Zecken übertragen
ƒ Ehrlichia canis in Monozyten
ƒ braune Hundezecke überträgt ganzjährig
ƒ Anaplasma phagozytophilum in neutrophilen und
eosinophilen Granulozyten
ƒ Holzbock überträgt
ƒ Krankheitshäufung im Frühjahr und Herbst
ƒ Anaplasma platys in Blutplättchen
ƒ braune Hundezecke überträgt
Rickettsien
ƒ Diagnose
ƒ Serologie (Immunfluoreszenz)
ƒ Blutausstrich: Zytologie in früher Infektionsphase
ƒ PCR (DNA-Nachweis) vor Antibiose
ƒ Therapie Ehrlichiose und Anaplasma platys
ƒ Doxycyclin 10mg/kg BID oral über 28-42 Tage
ƒ Imidocarb 2x im Abstand von 14 Tagen
ƒ Therapie bei Aaplasma phagozytophila
ƒ Doxycyclin 5mg/kg 2xtgl oral über 21 Tage
ƒ Zusatztherapien
ƒ Glukokortikoide bei immunmediierter Thrombozytopenie
ƒ Bluttransfusion
Ehrlichia canis
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Vorkommen im Mittelmeerraum, stellenweise in Österreich
ganzjährige Übertragung mit braune Hundezecke
Infektion beim Hund, selten Katze und Mensch
Symptome im akuten Stadium
ƒ Fieber, Mattigkeit, Anorexie
ƒ Milzvergrößerung
ƒ Symptome im chronischen Stadium (ab dem 3.Monat)
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Blutarmut und Mangel an Blutplättchen mit Blutungsneigung
Blutungen in Haut und Schleimhaut, Nasenbluten
generalisierte Lymphadenopathie
Muskel- und Gelenksschmerzen
Nierenentzündung
ƒ Laborbefunde
ƒ Panzytopenie, v.a. hgr. Thrombozytopenie - Blutungen!
ƒ Hyperglobulinämie ähnl. Leishmaniose
ƒ Proteinurie
Ehrlichia canis
ƒ Morulae in Mono- und Lymphozyten
ƒ rundliche Cluster aus kokkoiden Bakterien,
basophil gefärbt
VUW Zentrallabor
VUW Zentrallabor
Anaplasma phagozytophilum
ƒ Vorkommen in Österreich bei Hund, Katze, Fuchs, Pferd
ƒ Zoonose (nur über Vektor)
ƒ Symptome
ƒ Fieberschübe 40-41°C für 2-3 Tage, alle 2-3 Wochen
ƒ begleitende mäßige Thrombozytopenie
ƒ evtl. Ikterus, Mattigkeit, Inappetenz, Anämie
ƒ Muskelschmerzen, Spleno- /Hepatomegalie
ƒ ZNS-Symptome infolge Blutungen in Meningen
ƒ wechselnde Lahmheiten bedingt durch Polyarthritis
und Gelenkschwellungen, kapilläre Blutungen in
Gelenke
ƒ hohe Seroprävalenz bei Hund (>40%) und Mensch
ƒ tlw. sind seropositive Hunde chronisch infiziert
ƒ Aufflammen der Infektion bei Koinfektionen sowie bei
Immunsuppression möglich
Anaplasma phagozytophilum
ƒ während der Fieberschübe können im Blutausstrich
Morulae im Zytoplasma von neutrophilen und eosinophilen
Granulozyten dargestellt werden (Buffy-Coat-Präparat)
ƒ rundliche Gebilde
ƒ basophil gefärbt
ƒ Cluster aus kokkoiden Bakterien
Synovia, Alleman, Veterinary Medicine
Kleintierklinik Breitensee
Anaplasma platys
ƒ Vorkommen im Mittelmeer-Raum
ƒ wurde aus USA eingeschleppt mit amerikanischen
Militärhunden
ƒ Symptome meist mild
ƒ Fieber, Ataxie, Exsikkose, Inappetenz,
Lymphknotenvergrößerung, Anämie
ƒ zyklische Thrombozytopenie bis <20.000
Thrombozyten mit petechialen Blutungen und
Nasenbluten für 1-2 Tage alle 1-2 Wochen
Anaplasma platys
ƒ Blutausstrich: Pünktchen in Megathrombozyten
Alleman
flickrhivemind.net
Leishmaniose - Vektor
ƒ Sand- oder Schmetterlingsmücken
ƒ Phlebotomus spp. in Europa
ƒ Phlebotomus perniciosus bevorzugt Hunde
ƒ Phlebotomus mascittii Mensch, Hund
ƒ 2-3mm lang, behaart
SANDfarben bis dunkelbraun
ƒ surren nicht
ƒ Weibchen benötigen mehrmalige
Blutmahlzeiten zur Eierproduktion
ƒ schlechte Flieger
ƒ nur wenige Meter hoch (2./3. Stock!)
ƒ stärkerer Wind (>1m/s) beeinträchtigt
ƒ dämmerungs- und nachtaktiv
ƒ Flugzeit v.a. 1 Stunde nach Sonnenuntergang
bis 1 Stunde vor Sonnenaufgang
Leishmaniose - Vektor
ƒ Vorkommen der Sandmücken
ƒ nicht am Strand...
ƒ im Hinterland „nach der ersten Hügelkuppe“
ƒ entlang von Gewässern
ƒ eher in ländlichen Gegenden
ƒ in alten Scheunen ohne Fundament
ƒ hohe Bodenfeuchtigkeit benötigt
ƒ Eiablage in verrottendem organischen Material
ƒ Ausbreitung in Städten
ƒ infolge Aufforsten steigt Luftfeuchtigkeit
ƒ mindestens 16°C
ƒ ∅ Jahrestemperatur >10°C = mediterranes Klima
ƒ Vektoren können überleben
ƒ Saison im Mittelmeer-Raum: 1.6.-15.10
ƒ ganz südlich (Sizilien, Malaga, Gibraltar): 1.4. - 15.11.
Übertragung mit Stich
ƒ landen auf dem Hunderücken und wandern gegen
Haarstrich zum Kopf hinauf (Dauer ½-1min)
ƒ Repellens!
ƒ topische Insektizide notwendig!
ƒ Scalibor Halsband, Advantix, Vectra 3D
ƒ stechen am Hundekopf auf dünnbehaarter Haut zu
ƒ 90% Nasenansatz, 10% Augenlider; seltener Ohren, Schwanz
ƒ sägen ein Loch ins Fleisch und saugen Blut, Gewebsflüssigkeit
und Zellen auf
ƒ sofortige Übertragung beim Stich
Mensch: Stiche v.a. Gesicht + Knöchelbereich (rot, juckend)
ƒ
ƒ stechen NUR Schlafende, da Injektion der Speicheltoxine
schmerzt
ƒ Sandmücken (an der Wand sitzend) beobachten Opfer und fliegen
es erst an, wenn es für 3-5 Minuten regungslos ist
ƒ GassiGEHEN ist auch nachts erlaubt, aber nicht in der Taverne
unter dem Tisch schlafen...
Leishmaniose - seltene
Übertragungsmöglichkeiten
ƒ Deckakt
ƒ transplazentär
ƒ Bsp. Zuchtgruppe Boxer/Dt.
ƒ 3/5 Welpen Serokonversion mit 8Mo - 2,5J
ƒ Bluttransfusion
ƒ Bissverletzungen (USA Fuchsjagd, Duprey 2006)
ƒ Schmierinfektion bei ulzerösen Hautveränderungen?
ƒ Vorsicht bei Kleinkinderkontakt
ƒ vereinzelte autochtone Fälle in Dt
ƒ Nachweis von Phl. perniciosus in A!
ƒ Naturherde: sylvatische Reservoire?
ƒ Rotfuchs (wie in Italien oder Spanien)
Import kranker Hunde?
ƒ Import von leishmaniose-infizierten Hunden
ƒ Elimination der Infektion gelingt in der Regel nicht
ƒ Hunde bleiben auch nach klinisch erfolgreicher Chemotherapie
Parasitenträger
ƒ Hunde bleiben Infektionsquellen für Sandmücken
ƒ in Dt leben ca. 30.000 leishmaniosepositive Hunde - „es wurde ein
Markt geschaffen“ (Naucke)
ƒ Ausbreitung der Leishmaniose in endemiefreie Gebiete
ƒ bei geeigneten Sommertemperaturen könnten lokale Sandmücken
Leishmanien auf andere Hunde oder sogar auf den Menschen
übertragen
ƒ durch Einbringen von Leishmaniose-Erregern in größere
Sandmücken-Population entsteht ein neuer Leishmaniosefocus
ƒ zumindest Übertragung der Erreger – ausgehend von
infizierten Hunden – verringern
ƒ während der Mückensaison sollten leishmaniosepositive
Hunde durchgehend mit Ektoparasitika mit insektizider und
Repellent-Wirkung behandelt werden
Lavanttal
Naucke
Naucke
Leishmaniose – Zyklus
ƒ Entwicklung im Menschen A
ƒ amastigote, unbewegliche
Leishmanien in Zellen des RES
(Monozyten, Makrophagen,...)
ƒ Entwicklung in der Sandmücke B
ƒ promastigote, bewegliche
Leishmanien im Mückendarm, die
beim Stich innerhalb von 3-5min in die
Speicheldrüsen wandern und
übertragen werden
ƒ Entwicklung im Reservoir C
ƒ Hund, Katze, Fuchs, Nagetier, u.a.
Parasitus Ex
Immunologie
ƒ Krankheitsverlauf eng
zusammenhängend mit der
Immunreaktion des Körpers
auf den Leishmaniose-Erreger
ƒ Th1-response
ƒ Aktivierung der zellulären Abwehr
ƒ wirkt gegen intrazelluläre
Pathogene
ƒ Î Hunde sind symptomlos mit
niedrigem Ak-Titer
ƒ Parasiten bleiben an der Stichstelle
in der Haut und dringen maximal
zum lokalen Lymphknoten vor
ƒ oft bei einheimischen Rassen,
zB Galgos und Podencos
„gesund“
Immunologie
ƒ Th2-response
ƒ humorale Abwehr forciert
ƒ Î Hunde mit hohem Ak-Titer
„krank“
ƒ zeigen Symptome
ƒ Hypergammaglobulinämie
ƒ Bildung von Immunkomplexen
ƒ Glomerulonephritis, Vaskulitis,
Polyarthritis, Uveitis, Meningitis
ƒ Bildung von Auto-Ak gegen Erythrozyten und
Thrombozyten
ƒ parasitenbeladene Makrophagen werden über den
lokalen Lymphknoten, Milz und Knochenmark im
gesamten Körper verbreitet
ƒ Amastigoten vermehren sich in den Makrophagen,
führen zur Zellzerstörung und können – freigesetzt –
weitere Makrophagen infizieren
Leishmaniose beim Menschen
ƒ Hautform = L. tropica = Orientbeule
ƒ an der Stichstelle bildet sich ein Geschwür,
das nach 6-12 Monaten unter Narbenbildung abheilt
ƒ Schleimhautform
www.stanford.edu
ƒ entstellende Geschwüre im Gesicht
ƒ viszerale Form
ƒ Abmagerung, Durchfall, Fieber, starke
Leber- und Milzschwellung, Blutarmut,
innerhalb von 1-2 Jahren tot
ƒ v.a. Immunsupprimierte sind in Gefahr
www.your-doctor.com
ƒ Kleinkinder <3J sollten NICHT in MM-Raum
mitgenommen werden - insbes. Mallorca, Sizilien,
Griechenland - „L. INFANTUM“
ƒ ältere Menschen, Diabetiker, Neurodermitis,...
ƒ Reservoirwirte
ƒ für die kutane Form: v.a. Nager
ƒ viszerale Form: Hunde, Füchse, Schakale, Katzen
www.leishrisk.net
Leishmaniose beim Hund
Naucke, VÖK 2013
Symptome - lokale Unterschiede
ƒ Sizilien
ƒ Brillenbildung
ƒ Griechenland
ƒ vermehrt Hautsymptome
ƒ Hunde werden kahl, aber überleben länger,
da weniger viszerale Symptome vh.
ƒ vermutlich alter Leishmaniosestamm, der
besser an den Hund angepasst ist
ƒ Spanien
ƒ vermehrt viszerale Symptomatik
ƒ vermehrt Spleno- und Hepatomegalie
ƒ Leishmaniosefälle aus Malaga und Mallorca
extrem schlecht therapierbar
ƒ Kanarische Inseln
ƒ Kreuzreaktion mit Trypanosoma evansi
ƒ Schlafkrankheit der Kamele, apathogen für Hund,
von Bremsen übertragen
Leishmaniose beim Hund
ƒ IKZ einige Wochen – 7 Jahre
ƒ viszerale Erkrankung mit zusätzlichen
Hautsymptomen im späteren
Krankheitsverlauf
ƒ Apathie, Anorexie, Gewichtsverlust
ƒ intermittierendes Fieber
ƒ generalisierte Lkn-Vergrößerung
ƒ Milz- und Leberschwellung
ƒ Nierenversagen
ƒ Hautsymptome:
ƒ Alopezie und trockene Seborrhoe
ohne Juckreiz
ƒ v.a. am Nasenrücken, um die Augen
(Brillenbildung) und Ohrränder
ƒ lange und verdickte Krallen
ƒ Hyperkeratose (Nase, Pfotenballen)
ƒ später geschwürige Hautveränderungen,
auch mucokutan – „lupus-like“
Zatelli
Naucke
Leishmaniose Hautsymptome
ƒ beim Hund immer zuerst viszerale Leishmaniose;
Hautsymptome entstehen durch ausgeschwemmte
Leishmanien
ƒ NICHT „Hautleishmaniose“ wie L. tropica des Menschen
(Vk. Zypern über Afrika bis Gibraltar)
ƒ Hautsymptome beim Hund sind „Spät“symptome
ƒ entstehen nicht „an der Stichstelle“ (wie bei humaner Form
der Orientbeule), sondern sind Manifestation einer
disseminierten Ausbreitung der Parasiten
ƒ parasitenbeladene Monozyten werden aktiviert
ƒ Anschwellen bis zur 10fachen Größe
ƒ bleiben in kleinen Hautkapillaren stecken - dort lokale
Vermehrung der Leishmanien
Leishmaniose – Symptome
ƒ Immunkomplexerkrankungen
ƒ Glomerulonephritis
ƒ CNI, PU/PD, Proteinurie,
letztendlich Nierenversagen
ƒ Polyarthritis
ƒ Vaskulitis
ƒ Meningitis
ƒ Auge
ƒ Keratokonjunktivitis, Skleritis, Uveitis
ƒ Durchfall
ƒ Epistaxis
ƒ Splenomegalie
Lubas
Leishmaniose – Labor
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Anämie
Hyperglobulinämie
Nierenwerterhöhung
Proteinurie
Serumelektrophorese mit
polyklonaler
Hypergammaglobulinämie
ƒ auch zur Therapiekontrolle
geeignet
Leishmaniose bei Katzen
seltene, aber zunehmende Infektion
öfters serologisch positiv
selten klinische Symptome
als Koinfektion bei FIV-, FeLVoder FIPpos. Katzen
ƒ meist Hautulzera ohne viszerale
Symptome
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Kyle 2008, Irak
vetbook.org, Australien
Leishmaniose - Diagnose
ƒ schwierig!
ƒ direkter Erregernachweis = Antigennachweis
ƒ Zytologie, Histologie
ƒ PCR
ƒ (Flüssigkultur - Humanmedizin)
ƒ indirekter Erregernachweis = Serologie
ƒ Antikörpermessung
ƒ prinzipiell sollten zur Verbesserung der Diagnosesicherheit
sowohl direkter als auch indirekter Erregernachweis
durchgeführt werden
ƒ z.B. Ohrrandnekrosen: oft Ak neg., aber PCR pos. aus
Wundrandbereich (Wattestäbchen abgetrocknet)
direkter Erregernachweis - Zytologie
ƒ wenig sensitiv, nur positiver Befund zählt
ƒ bei Massenbefall rasche Diagnose möglich
KM, VUW Zentrallabor
ƒ diagnostische Sensitivität:
ƒ Knochenmark (bei Anämie!) >
vergrößerte Lkn > Milz > Buffy Coat
ƒ Zytologie Gewebe:
ƒ lymphoplasmazelluläre oder
pyogranulomatöse Entzündung
ƒ Zytologie Lymphknoten:
ƒ reaktive Hyperplasie
ƒ Zytologie Knochenmark:
ƒ myeloide Hyperplasie, erythroide Hypoplasie
ƒ Abklatschpräparate von Randgebieten der
Hautläsionen
ƒ Synovia bei Arthritis
direkter Erregernachweis - PCR
ƒ Polymerase Chain Reaction
ƒ sensitive Methode
ƒ frische oder gefrorene Proben
ƒ evtl. alkoholfixiert, aber nicht formalinfixiert
ƒ in NaCl (steril) oder in speziellem
Transportmedium
ƒ Punktat aus Knochenmark oder
(Popliteal-) Lymphknoten
ƒ Hautbiopsien
Rotureau, 2006
ƒ Cytobrush, Wattestäbchen
ƒ zellreicher Konjunktivalabstrich
ƒ Kaffeefilterschnipsel kurz auf Lidbindehaut aufdrücken ist NICHT
ausreichend - Methode fkt. nur bei L.tropica des Menschen
ƒ Randgebiete von Hautläsionen
indirekter Erregernachweis
ƒ Antikörper-Nachweis
ƒ Serokonversion 1-22 (meist 5) Monate
ƒ bei einheimischen Rassen (Galgos, Podencos,..)
Serokonversion bis 7 Jahre nach Infektion möglich
ƒ bei „Nicht-MM-Raum-Rassen“ wie z.B. Boxer, DSH
Serokonversion meist bis 2,5 Jahre nach Infektion
ƒ Schnelltests in der Praxis: oft falsch-negativ
ƒ hohe Titer
ƒ ≥ 2-4facher Grenztiter
ƒ Parasitenverteilung im gesamten Körper und klinische
Symptomatik zu erwarten
ƒ auch ohne direktem Erregernachweis ist Erkrankung
nachgewiesen
indirekter Erregernachweis
ƒ niedrige Titer
ƒ ≤ 1-2facher Grenztiter
ƒ bei Zytologie und PCR negativ sowie symptomlos
ƒ Verdacht auf stattgefundene und überwundene Infektion
ƒ bei Zytologie und PCR negativ, aber Symptome
ƒ sollten DD abgeklärt werden (insbes. Ehrlichia canis)
ƒ bei positivem direkten Erregernachweis
ƒ subklinisch infizierte Hunde
ƒ Kreuzreaktionen mit Trypanosomen
(Kanarische Inseln!) und
Hepatozoonose möglich
ƒ Bestätigung durch PCR von
Knochenmarks- oder
Lymphknotenpunktat ist zu empfehlen
Leishmaniose - Prognose
ƒ Humanmedizin
ƒ ca 90% Heilungsrate; nach Heilung haben Menschen
sehr guten Schutz gegenüber Reinfektion
ƒ Veterinärmedizin
ƒ Remission erreichbar, aber keine Erregereliminierung
ƒ ohne Behandlung sterben >90% der erkrankten Tiere innerhalb
eines Jahres
ƒ bei Therapie Remission ≥ 1 Jahr erwartbar
ƒ jeder erkrankte Hund stirbt letztendlich an Leishmaniose
ƒ Prognose schlecht bei Nierenproblemen
ƒ Glomerulonephritis mit Proteinurie (insbesondere Albuminverlust)
ƒ zusätzlicher Tubulusschaden (Azotämie bzw. Urämie)
ƒ Überwachung leishmaniosepositiver Hunde
ƒ Blutbild + Chemie 4x/Jahr
ƒ Elektrophorese 2x/Jahr
ƒ Ak-Spiegel 1-2x/Jahr
Leishmaniose - Staging
ƒ A – exponiert
ƒ negativer direkter Erregernachweis und niedriger Ak-Titer (≤ 2x)
ƒ Hunde sind symptomlos oder zeigen
Symptome einer anderen Krankheit
A + B: keine Therapie,
ƒ Hunde leben oder haben längere Zeit
nur Kur mit Domperidon
in endemischen Gebieten gelebt
ƒ B – infiziert
ƒ positiver direkter Erregernachweis und niedriger Ak-Titer (≤ 2x)
ƒ Hunde sind symptomlos oder zeigen
Symptome einer anderen Krankheit
C + D: Therapie
ƒ C – krank
ƒ positiver direkter Erregernachweis und / oder hoher Ak-Titer (≥4x)
ƒ Symptome passend zur Leishmaniose vh
D: Zusatztherapien
ƒ D – schwer krank
ƒ Proteinurie, Nierenversagen, hgr. Augen-/Gelenksymptomatik,
konkomitierende schwere Erkrankungen, Therapieversager
Leishmaniose - Therapie
ƒ leishmanizid
ƒ Glucantime®
ƒ Miltefosan
ƒ leishmanistatisch
ƒ Allopurinol mit purinarmer Diät
ƒ Immunmodulator
ƒ Domperidon
ƒ Deplazes 2006:
ƒ Elimination der Infektion gelingt in der Regel nicht
ƒ Hunde bleiben Infektionsquellen für Sandmücken
ƒ früher oder später treten Rezidive auf
ƒ Therapie langwierig und teuer + Ausheilung nicht zu
erwarten - Prophylaxe besonders wichtig!
Leishmaniose - Prophylaxe
ƒ am besten Hunde nicht in Endemiegebiete
mitnehmen
ƒ Achtung: Hund ist Reservoirwirt für
Humaninfektionen
ƒ Humanmedizin: >2 Millionen Neuinfektionen / Jahr
ƒ Chemoprophylaxe
ƒ Permethrin, Deltamethrin
ƒ Impfung? CaniLeish®
ƒ Expositionsprophylaxe
Dr. Bruce Alexander
Chemoprophylaxe
ƒ Permethrin, Deltamethrin
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Repellentien-Effekt
Anti-Feeding-Effekt
Knock-down-Effekt
Letaler Effekt
ƒ alle gesunden Hunde behandeln
ƒ Infektion vermeiden
ƒ alle kranken Hunde behandeln
ƒ Infektionsrisiko für andere Hunde / Menschen verringern
ƒ Versuch in einem iranischen Dorf: weniger humane Neuinfektionen,
wenn Hunde das Scalibor®-Halsband tragen
ƒ Symptomentwicklung beim Hund verzögert, da es infolge des antifeeding-Effektes zu deutlich weniger infektiösen Stichen kommt und
wahrscheinlich wegen der verminderten Antigen-Stimuli kein Shift
zur nichtschützenden Th2-Immunantwort erfolgt
Expositionsprophylaxe
ƒ Vermeiden flugaktiver Zeiten
ƒ Flugzeit v.a. 1 Stunde nach Sonnenuntergang
bis 1 Stunde vor Sonnenaufgang
ƒ schon im 2. Stock ist man geschützt
ƒ kein Campen am Gewässer,...
ƒ engmaschige, mit Insektiziden imprägnierte
Moskitonetze (Edelstahl)
ƒ Neonröhren statt Glühbirnen
ƒ Klimaanlage
ƒ Kontrolle - es gibt keinen 100%igen Schutz!
ƒ Ak-Titer/PCR bei Symptomen bzw. 3-4 Monate nach der
Heimkehr und weitere 6 Monate danach
Camper als Lockfalle...
ƒ Wohnmobil unter Baum abgestellt
ƒ bei Blattlausbefall wird Wohnmobildach mit
Blattlaussekret verschmutzt, das zu 50% Zucker
enthält
ƒ Melezitose als Lockstoff für Stech- und Sandmücken
ƒ dient als Energiespender
ƒ nach Stärkung Umschalten auf Blutsaugen (Blut nur für Eireife
notwendig)
ƒ offene Dachluke...
Leishmanioseimpfung
ƒ CaniLeish® Fa. Virbac
ƒ 3 Impfungen zur Grundimmunisierung im
Abstand von jeweils 3 Wochen,
danach jährliche Auffrischung
ƒ vorher testen: muß Ak-negativ sein
ƒ Impfung schützt nicht vor Übertragung,
sondern soll zu 93% vor
Krankheitsausbruch schützen durch
Anregung der zellulären Immunität
ƒ dzt. noch kein Schnelltest am Markt,
der zwischen Feldinfektion und
Impfreaktion unterscheiden kann
ƒ Impfung dzt. nur für längerfristigen
Aufenthalt in endemischen Gebieten
anzuraten
Dirofilaria immitis - Erreger
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Nematoden
Herzwurmerkrankung
Zwischenwirt Stechmücken (Culicidae)
Endwirt: Hunde, Katzen, Wildkarnivoren
Zoonoseerreger!
Makrofilarien
ƒ 15-35cm cm lange, dünne Würmer in der
Pulmonalarterie und rechten Herzkammer
ƒ können beim Hund 5 Jahre
(Katze: 2-3 Jahre) überleben
ƒ Anzahl: bis zu Hunderten!
ƒ Larven = Mikrofilarien im Blut
Blutmahlzeit der Stechmücke
ƒ die weibliche Stechmücke (>60 Arten) benötigt
mehrmalige Blutmahlzeiten zur Eierproduktion
ƒ Stechmücken werden von Duftstoffen
und Wärme angelockt
ƒ der mit Haken versehene Stechrüssel sägt sich bis zum
Blutgefäß, über das Saugrohr wird Blut angesaugt und
dazwischen in die Öffnung gespuckt
(blutgerinnungshemmende Stoffe im Speichel)
ƒ Saugakt dauert 1-4 min
ƒ Übertragung von
ƒ Herzwurmerkrankung
ƒ Malaria
Dirofilariose – Entwicklungszyklus
ƒ infizierte Stechmücke sticht Hund und überträgt Larven
ƒ Entwicklung von Larven zu erwachsenen Würmern
dauert beim Hund 6-7 Monate (bei Katze 7-8 Monate)
Simon, 2012
blau - D.immitis
grün - D.repens
orange - beides
Dirofilaria immitis - Pathogenese
ƒ Kontakt des Parasiten mit Gefäßwänden
ƒ Entzündung, Ödematisierung
ƒ später Fibrosierung
ƒ Thromboembolien
ƒ Lunge u. a. Organe
ƒ v.a. bei toten Würmern
ƒ Vorsicht mit Adultiziden!
ƒ lebende Würmer produzieren
gerinnungs- und entzündungshemmende Stoffe
VUW Parasitologie
Dirofilaria immitis - Pathogenese
ƒ adulte Würmer in Pulmonalarterien
ƒ Rückstau in die rechte Herzhälfte mit „Cor pulmonale“
ƒ Hypertrophie/Dilatation der rechten Herzkammer
ƒ chron. Herzinsuffizienz
ƒ adulte Würmer in der Vena cava
ƒ Druckerhöhung im venösen System
ƒ Leberfibrose, Aszites
ƒ Ablagerung von Immunkomplexen
ƒ Glomerulopathien
Symptome beim Hund
ƒ bei geringen Wurmbürden häufig symptomlos
(aber: Tiere als Parasitenträger!)
ƒ erste Anzeichen 3-4 Monate nach Infektion
ƒ Schwäche, Husten, Atemnot
ƒ Nieren- und Leberfunktionsstörungen
ƒ Blutarmut
ƒ Sonderfall Vena-cava-Syndrom
ƒ hochakuter Verlauf mit Verschluss der Hohlvene,
Hämolyse und Schock
ƒ kann auch bei zu aggressiver Therapie mit Adultiziden
passieren (Gerinnungsstörungen verstärkt durch tote
Würmer)
Diagnose
ƒ Knott-Test
ƒ direkter Nachweis von Mikrofilarien im peripheren
Blut und Artbestimmung mit PCR
ƒ erst 6-7 Monate nach der Ansteckung möglich
ƒ falsch negative Ergebnisse wenn nur Adulte, aber keine
Mikrofilarien vorhanden sind
ƒ Blutabnahme abends (18:00-24:00) mit größter
Mikrofilariendiche im
Blut (Stechmückenzeit)
ƒ tagsüber ziehen sich
Mikrofilarien großteils
in Milz zurück
Diagnose
ƒ Antigennachweis
ƒ Antigen, das im Rahmen der
Mikrofilarienabgabe freigesetzt wird
ƒ nur bei höherer Wurmbürde ausreichend
sensitiv
ƒ Nachweis von erwachsenen weiblichen
Würmern ist erst 5-6 Monate nach der
Ansteckung möglich
Therapie und Prophylaxe
ƒ 1) Entfernung/Abtöten von adulten Würmern sehr
schwierig und lebensgefährlich
ƒ Embolie (= Verstopfung durch Wurmleiber) als tödliche
Komplikation!
ƒ 2) Abtöten der Mikrofilarien
ƒ verschiedenste Protokolle je nach Stadium der
Erkrankung und Wurmbürde
ƒ schrittweise, langwierig
ƒ Prophylaxe extrem wichtig!
ƒ Moskitoschutz (Moskitonetz,...)
ƒ Repellens
ƒ monatliches Abtöten der Larven
Zyklus Dirofilariosen
Simon
Test negativ und Blutausstrich positiv?
ƒ DD zu Dirofilaria immitis:
ƒ Dirofilaria repens
ƒ Übertragung durch Stechmücken
ƒ ca. 70 Arten (Culex, Aedes und
Anopheles)
ƒ Dipetalonema reconditum
ƒ Übertragung durch Flöhe
(Ctenocephalides canis, Ct. felis)
ƒ Dipetalonema dracunculoides
ƒ Übertragung durch Lausfliegen
(Hippobosciden)
ƒ Cercopithifilaria grassi
ƒ Übertragung durch Schildzecken
(Ixodes?)
ƒ Diagnose: PCR
D.immitis
Dirofilaria repens - Vorkommen
ƒ Mittelmeerraum
ƒ Ungarn
ƒ sporadisch in Mittelund Nordeuropa
ƒ natürliche Wirte
ƒ Hunde, Katzen und
Füchse (Reservoir)
ƒ ZOONOSE
ƒ Mensch als Fehlwirt
ESCCAP
Dirofilaria repens
ƒ Übertragung
ƒ ausgewachsener Rundwurm mit einer Länge von 5-17
Zentimeter
ƒ leben zusammengerollt in der Unterhaut (schmerzlose
Knoten) und inneren Organen
ƒ vermehrungsfähig nach 3 Monaten: Wurmlarven werden
in das Blutgefäßsystem abgegeben (überleben dort
Monate bis zu 2 Jahre)
ƒ Stechmücke infiziert sich beim Blutsaugen mit diesen
Mikrofilarien
ƒ weitere Reifung in der Stechmücke für 14 Tagen bei
idealerweise 26°C Außentemperatur
ƒ Übertragung bei Blutmahlzeit auf ein anderes Tier
oder den Menschen
ƒ Symptome beim Hund
ƒ meist symptomlose Knotenbildung
Dirofilaria repens beim Menschen
ƒ Symptome
ƒ Hautknoten = Fremdkörpergranulom mit Schwellung
(Lymphgefäßverstopfung)
ƒ auch in inneren Organen (Lunge, Auge,…) können
Knoten auftreten
ƒ Diagnose
ƒ Antikörpernachweis
ƒ Mikrofilariennachweis im Blut gelingt beim Menschen
nicht, da die Würmer meistens bereits vor der
Geschlechtsreife vom Immunsystem abgetötet werden
ƒ Histologie
ƒ Parasit umgeben von eosinophiler
Entzündungsreaktion
Dirofilaria repens beim Menschen
ƒ Therapie
ƒ chirurgische Entfernung der Knoten
ƒ Prophylaxe
ƒ Therapie der Infektion beim natürlichen Wirt
ƒ Stechmückenschutz
Korkhov
Augenwurm
ƒ Thelazia callipaeda
ƒ Nematoden
ƒ Vorkommen
ƒ beim Hund, seltener bei der Katze
ƒ in Italien, Frankreich, Südschweiz
ƒ v.a. in Sommermonaten
ƒ Fruchtfliegen als Zwischenwirt
ƒ Aussehen
milchig-weiße Würmer
1-2cm lang
bis zu 100 Würmer/Auge
leben auf Augenschleimhaut, unter Nickhaut und in
Ausführungsgängen der Tränendrüsen
ƒ rasche schlangenförmige Bewegungen über das Auge
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ƒ
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ƒ
Augenwurm
ƒ Symptome
ƒ Entzündung der Augenschleimhäute
ƒ vermehrter Tränenfluss
ƒ Hornhautentzündung, Ulzera, Uveitis
ƒ Therapie
ƒ (mechanische Entfrnung)
ƒ (Spülung Konjunktivelsack
und Tränennasenkanal)
ƒ makrozyklische Laktone
ƒ Advocate®
ƒ Milbemax®
ƒ Ivermectin s.c.
ƒ ZOONOSE
Vieira
Lungenwürmer als DD bei Husten
ƒ Barutzki, Schaper
“Natural Infections of Angiostrongylus
vasorum and Crenosoma vulpis
in Dogs in Germany (2007-2009)”
ƒ Studie fand Larven von
Angiostrongylus vasorum
in 7,4% und Crenosoma vulpis
in 6,0% der Kotproben von
810 untersuchten Hunden mit
ungeklärter Lungensymptomatik
ƒ Grafik: grau = beprobte Gebiete
rot = Vk von Angiostrongylus vasorum
C. vulpis war weiter verteilt
Angiostrongylus vasorum
ƒ Französischer Herzwurm
ƒ Vorkommen:
ƒ Fuchs: Prävalenz in Europa ca. 40%
ƒ Wolf, Dachs, Hund
ƒ Entwicklungszyklus:
adulte Würmer leben in A. pulmonalis und rechtem Herz
rötliche Weibchen bis 2,5cm lang
Eier werden in Lungenkapillaren abgegeben
Entwicklung zur L1 - aus Alveolen hochgeflimmert
und abgeschluckt - Ausscheidung mit dem Kot
ƒ Weiterentwicklung zur L3 in Nacktschnecken
(und evtl. Fröschen)
ƒ nach Aufnahme durch den Endwirt Wanderung
über Darmlymphknoten in Lungenarterie
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Angiostrongylus vasorum
VUW Parasitologie
Angiostrongylus v. - Symptome
ƒ verminöse Pneumonie
ƒ Thrombosierung von
Lungenarterien (durch
Eier, Larven, Würmer) mit
Granulombildung bis
Walnussgrösse
ƒ Cor pulmonale mit
Dyspnoe, Husten, Aszites
ƒ Verbrauchskoagulopathie
DIC
ƒ Nasenbluten, Bluthusten
ƒ Hämatome, Anämie
ƒ neurotrop
ƒ Tod möglich!
J. Koch, J.L. Willesen
The Veterinary Journal 179 (2009)
Angiostrongylus vasorum
ƒ Diagnose
ƒ Larvennachweis mit
Kot-Auswanderungsverfahren
ƒ Schnelltest AngioDetect von
Fa. Idexx
ƒ Therapie
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Fenbendazol
Ivermectin
Milbemycinoxim
Thromboseprophylaxe
ESCCAP
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