1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS GHRH Ferring, 50

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Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels
1.
BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
GHRH Ferring, 50 Mikrogramm, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
2.
QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Der Wirkstoff ist: 50 µg Somatorelin als Acetat.
Eine Ampulle enthält 66,7 µg Somatorelinacetat, entsprechend 50 µg Somatorelin.
Aminosäuresequenz von Somatorelin:
H2N-Tyr-Ala-Asp-Ala-Ile-Phe-Thr-Asn-Ser-Tyr-Arg-Lys-Val-Leu-Gly-Gln-Leu-Ser-Ala-Arg-Lys-Leu-LeuGln-Asp-Ile-Met-Ser-Arg-Gln-Gln-Gly-Glu-Ser-Asn-Gln-Glu-Arg-Gly-Ala-Arg-Ala-Arg-Leu-NH 2.
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile: siehe Abschnitt 6.1.
3.
DARREICHUNGSFORM
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
4.
KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.
GHRH Ferring wird verabreicht, um die somatotrope Funktion der Hypophyse bei Verdacht auf
Wachstumshormondefizienz festzustellen. Der Test unterscheidet zwischen Störungen von hypophysärer
oder hypothalamer Art, jedoch ist er als diagnostischer Test für Wachstumshormondefizienzen nicht
geeignet.
4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung
Der Inhalt einer Ampulle GHRH Ferring (50 µg Somatorelin) muss in 1 ml des beigefügten Lösungsmittels
aufgelöst werden.
Diese Menge wird als Standardlösung für Erwachsene mittleren Körpergewichts empfohlen. Bei Patienten
mit Adipositas und bei Kindern muss eine Dosierung von 1 µg/kg Körpergewicht eingehalten werden.
Art und Dauer der Verabreichung des GHRH-Tests:
15 - 30 Minuten vor der Injektion von GHRH Ferring muss hierzu eine venöse Kanüle angebracht werden,
wonach der Patient in der Zwischenzeit ruhen muss.
Unmittelbar vor Verabreichung von GHRH Ferring wird eine Blutprobe entnommen, um den Wert des
basalen Wachstumshormons zu bestimmen. Hierzu wird der Inhalt einer Ampulle von GHRH Ferring in 1 ml
des mitgelieferten Lösungsmittels (0,9 % NaCl) aufgelöst. Die Lösung in einem Volumen entsprechend 1
µg/kg Körpergewicht wird dem nüchternen Patienten i.v. als Bolusinjektion (innerhalb 30 Sek.) verabreicht.
Nach Entnahme von ca. 2 ml venösen Blutes beim nüchternen Patienten wird der Anstieg des
Basalhormonspiegels im Plasma oder Serum nach Verabreichung einer einmaligen intravenösen Injektion
von GHRH Ferring bestimmt.
Um den Anstieg des Wachstumshormonsspiegels im Plasma oder Serum beurteilen zu können,
wird nach 30 Minuten eine zweite Blutprobe entnommen. Maximale Wachstumshormonspiegel können in
manchen Fällen eher oder später auftreten. Darum können zusätzliche Blutproben 15, 45, 60 und 90 Minuten
nach der GHRH-Injektion entnommen werden.
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Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels
Der Test ist für die einmalige Verabreichung bestimmt.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen das (humane) Wachstum-Releasing-Hormon oder einen der sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Auf Grund des möglichen hemmenden Einflusses des humanen Wachstumshormons auf die somatotrope
Funktion der Hypophyse muss der Test mit GHRH Ferring nicht eher als eine Woche nach dem Abbruch
einer Behandlung mit Wachstumshormon durchgeführt werden.
Die Ergebnisse des Tests können durch folgende Erkrankungen beeinflusst werden:
- Unbehandelte Hyperthyreose
- Adipositas, Hyperglykämie, erhöhte Fettsäurespiegel,
- hohe Somatostatinspiegel.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Verabreichung von Substanzen, die die Ausscheidung des Wachstumshormons
beeinflussen, wie Wachstumshormon, Somatostatin oder Analoga hiervon, Atropin, Levodopa, Dopamin,
Clonidin, Arginin, Ornithin, Glyzin, Glucagon, Insulin, oral verabreichte Glucose, schilddrüsenhemmende
Substanzen und Propranolol, ist zu vermeiden.
Hohe Spiegel von Glucocorticoiden und Somatostatin können die Wirkung auf die Ausschüttung von
Wachstumshormon hemmen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Von der Verabreichung von GHRH Ferring während der Schwangerschaft und der Stillzeit wird abgeraten.
Es gibt keine geeigneten Daten über die Anwendung von GHRH Ferring bei schwangeren Frauen.
Tierstudien sind unzureichend, was den Einfluss auf die Schwangerschaft betrifft. Das mögliche Risiko beim
Menschen ist unbekannt. Somatorelin wird am besten während der Schwangerschaft verabreicht, es sei denn,
es ist absolut erforderlich.
Es gibt unzureichende Informationen über die Ausscheidung von Somatorelin in der humanen oder tierischen
Stillzeit. Das Risiko auf Nebenwirkungen beim gestillten Kind nach Einnahme des Arzneimittels durch die
Mutter ist unbekannt. Somatorelin wird vorzugsweise während der Stillzeit nicht verabreicht, es sei denn, es
ist absolut erforderlich.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Es gibt keine Studie über die Wirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Wegen der Wirkungsdauer von Somatorelin wird erwartet, dass der Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vernachlässigbar ist.
4.8 Nebenwirkungen
MedDRA
Systemorganklassen
Erkrankungen des
Sehr häufig
(≥1/10
Häufig (≥1/100,
<1/10)
Gelegentlich
(≥1/1.000,
<1/100)
Selten
(≥1/10.000,
<1/1.000)
Sehr selten
(<1/10.000)
Vorübergehende
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MedDRA
Systemorganklassen
Sehr häufig
(≥1/10
Nervensystems
Herzerkrankungen
Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts
Allgemeine
Erkrankungen und
Beschwerden am
Verabreichungsort
Häufig (≥1/100,
<1/10)
Gelegentlich
(≥1/1.000,
<1/100)
Selten
(≥1/10.000,
<1/1.000)
Sehr selten
(<1/10.000)
Störungen des
Geruchs- und
Geschmacks-sinnes
Leichte
Schwankungen des
Blutdruckes*,
leichte
Schwankungen des
Herzrhythmus*
Vorübergehende
Hitzewallungen
(Flush)
Übelkeit,
Erbrechen
Schmerzen an
der Injektionsstelle, beklemmendes Gefühl
in der Brust
* In Kombination mit Hitzewallungen (Flush)
Wie mit allen intravenösen Injektionen von Peptiden können anaphylaktische Reaktionen nicht
ausgeschlossen werden.
Die beschriebenen Nebenwirkungen sind nicht von schwerer Art bei Dosierung nach Verordnung und
erfordern keine spezifische Behandlung.
4.9 Überdosierung
Fälle von Überdosierung wurden nicht gemeldet.
Im Falle von Überdosierung können die oben genannten Nebenwirkungen auftreten (siehe Rubrik 4.8). Da
Somatorelin aus dem Körper schnell ausgeschieden wird, sind im Falle einer Überdosierung keine
Maßnahmen erforderlich.
5.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Test der Hypophysenfunkion.
ATC-Code: V04CD05
Somatorelin wird im Hypothalamus gebildet und stimuliert die Sekretion von Wachstumshormon durch die
Hypophyse. GHRH Ferring ist die synthetische Form von Somatorelin und ihre Struktur und Funktion sind
dem humanen Somatorelin identisch, das durch den Hypothalamus ausgeschüttet wird.
Somatorelin erhöht auf physiologische Weise die Wachstumshormonplasmaspiegel.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach einmaliger i.v. Verabreichung von verschiedenen Dosen Somatorelin beim Menschen steigen die
Plasmakonzentrationen von Somatorelin innerhalb 5 Minuten auf ein Maximum, wonach eine schnelle
Senkung erfolgt. Nach 30-40 Minuten kehren die Konzentrationen auf die Ausgangswerte zurück.
Die Halbwertzeit einer Dosis von 200 µg Somatorelin beträgt 7,6 ± 1,7 Min.
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Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Die Studie über die akute Toxizität von Somatorelin als Acetat nach i.v. Injektion einer Dosis, die 70x höher
war als die klinische Dosis (71,5 µg/kg), hat keine Nebenwirkungen lokalen oder systemischen Ursprunges
bei Ratten (5 männliche/5 weibliche) und bei Kaninchen (3 männliche) gezeigt. Die subkutane
Verabreichung von 5 mg/kg hat keine toxischen Symptome bei 10 Mäusen innerhalb der
Beobachtungsperiode von 72 Stunden gezeigt. Auch bei wiederholter i.v. Verabreichung von 1250 µg/kg
während 7 Tage bei 12 erwachsenen Ratten wurden weder lokale noch systemische Wirkungen ebenso
wenig wie makroskopische oder mikroskopische pathologische Befunde festgestellt.
6.
PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Pulver zur Herstellung einer Injektion: keine Hilfsstoffe hinzugefügt.
Lösungsmittel: 9 mg Natriumchlorid – Wasser für Injektionszwecke bis 1 ml.
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln zur parenteralen Anwendung (z. B. in gemischten Injektionen oder Infusionslösungen)
verabreicht werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
36 Monate
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach EXP (Monat – Jahr) angegebenen
Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Nach Öffnen der Ampulle und Rekonstitution des Wirkstoffes muss die Injektionslösung sofort angewendet
werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern. Die Ampullen müssen in der Originalverpackung aufbewahrt werden.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Packung mit 1 Ampulle à 2 ml aus farblosem Typ-I-Glas mit Pulver und 1 Ampulle à 2 ml aus farblosem
Typ-I-Glas mit Lösungsmittel.
Packung mit 5 Ampullen à 2 ml aus farblosem Typ-I-Glas mit Pulver und 5 Ampullen à 2 ml aus farblosem
Typ-I-Glas mit Lösungsmittel.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Das Pulver darf nur in dem beigefügten Lösungsmittel aufgelöst werden.
GHRH Ferring muss sofort nach Rekonstitution angewendet werden.
Die rekonstituierte Lösung darf nicht verabreicht werden, falls Partikel vorhanden sind oder die Lösung nicht
klar ist.
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Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels
Alle unverbrauchten Produkte und Abfallstoffe müssen entsprechend den lokalen Vorschriften entsorgt
werden.
7.
INHABER DER ZULASSUNG
nv Ferring sa
Capucienenlaan 93C
B-9300 Aalst
8.
ZULASSUNGSNUMMER
BE160133
9.
DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
26/01/1993 / 10.
STAND DER INFORMATION - ZULASSUNGSDATUM
10/2011 - 05/2012
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