Meeresspiegelanstieg und Klimawandel

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Factsheet
Meeresspiegelanstieg
und Klimawandel
I
n den letzten drei Millionen Jahren erreichte
der Meeresspiegel eine Rekordhöhe von fünf
Metern über dem heutigen Niveau, bei einer
mindestens 2°C wärmeren Wassertemperatur.
Während der letzten Eiszeit lag der Meeresspiegel hingegen um etwa 120 m tiefer als
heute und stieg erst vor 6.000 - 12.000 Jahren,
auf sein derzeitiges Niveau an. Etwa 6.000
Jahre lang blieb der Meeresspiegel weitgehend
auf gleicher Höhe. Erst mit Beginn der Industrialisierung, Mitte des 19. Jahrhunderts, konnte
man einen erneuten, Anstieg beobachten
Seit ca. 150 Jahren verfügt die Menschheit über
die Technik relativ verlässlicher Pegelmessungen und seit Anfang der 1990er Jahre wird mit
Hilfe von Satelliten die Höhe des Meeresniveaus recht genau bestimmt. Viele Experten
sehen den Meeresspiegelanstieg als gravierendste Folge der globalen Erwärmung an und
rechnen bis zum Jahr 2100 mit einem Anstieg
von 44cm -73cm (IPCC).
Wie kommt es zum Meeresspiegelanstieg?
Die erwärmungsbedingte Ausdehnung der
Wassersäule (sterischer Effekt) und die Zufuhr
von Wasser durch das Abschmelzen von
Gletschern (eustatischer Effekt) sind für über
75% des weltweiten Meeresspiegelanstiegs
verantwortlich. Während der sterische Temperatureffekt bisher den größten Beitrag zum
Meeresspiegelanstieg leistet, kommt es seit
Beginn der 90er Jahre durch die zunehmende
globale Erwärmung bei den Eisschilden Grönlands und der Antarktis zu einem erhöhten
Abschmelzen.Und: Sollten die vorhandenen
Landeismassen vollständig abschmelzen,
würde dies den Meeresspiegel um 70 m (!)
erhöhen. Dabei sind 61,1 m dem antarktischen
Inlandeis zuzuweisen, 7,2 m dem Eisschild
Grönlands und 1,5 m den übrigen Eiskörpern
an Land inklusive aller Gebirgsgletscher.
Die Küstenlinien der Erde wenn jegliche Eismassen
geschmolzen und der Meerespiegel um 70 Meter
gestiegen ist. Quelle: Wikimedia
Große regionale Unterschiede
Der Anstieg des Meeresspiegels vollzieht sich
nicht überall gleichmäßig sondern kann durch
Oberflächenwinde, die Ausdehnung von warmen Wassermassen, zusätzliche Einträge von
kaltem Schmelzwasser beeinflusst werden und
so regional unterschiedliche Höhen verursachen. Lokale Prozesse wie die Verdichtung von
Sedimenten oder tektonische Bewegungen können ebenfalls zu Unterschieden führen.
95% der Ozeane werden bis zum Ende des 21.
Jahrhunderts einen Anstieg erfahren.
Verlust von Staatsterritorien
Im Zuge des ansteigenden Meeresspiegels
muss damit gerechnet werden, dass ganze
Staaten durch Überflutungen teilweise oder vollständig verloren gehen. Dies wirft völkerrechtliche Fragen und Probleme auf, da weder geregelt ist wer die vom Meeresspiegel vertriebenen
Menschen aufnimmt, noch ob und ggf. durch
wen, finanzielle Ausgleiche für betroffene Staaten erbracht werden müssen, die sich nicht
selbst helfen können.
Insbesondere pazifische Inselstaaten wie z.B.
die Malediven, welche teilweise nur maximal
zwei Meter über dem Meeresspiegel liegen,
werden durch dessen Anstieg existenziell
betroffen sein.
Klimawandel
DEEPWAVE e.V.
Der Klimawandelbedingte Meeresspiegel-anstieg
wird besonders die heutigen Küstenlinien betreffen und zu erheblichen Veränderungen der dortigen Ökosysteme führen. Neben dem Meeresspiegelanstieg birgt der Klimawandel weitere
Gefahren mit drastischen Auswirkungen.
Naturräume der Küsten in Gefahr
Die Auswirkungen des Klimawandels auf küstennahe Naturräume werden immer größer. Je
nach Lage oder Form der Küstenzone variieren
die Folgen für die Ökosysteme. Die mit Sand
bedeckte Küstenlinie wird sich dramatisch
schnell zurückziehen und Küstenformen aus
weichem Gestein werden durch vermehrte
Abrutschungen deutlich abbruchgefährdeter.
Eisbedeckte Küsten in den hohen Breiten werden durch die Auflösung von Permafrostböden
instabil und die verkürzten Winterperioden führen zu vermehrten Erosionen. Küstennahe
Feuchtgebiete wie Salzmarschen, Watten- und
Mangrovenwälder würden bei einem schnell
fortschreitenden Meeresspiegelanstieg vollständig zerstört werden. Allerdings könnten sie bei
einem langsamen Meeresspiegelanstieg als
aktive Elemente auch mitwachsen, sofern sie
zuvor nicht von menschlichen Aktivitäten degradiert werden.
Aktivitäten wie die Landwirtschaft, Grundwasserentnahme und Dammbauten setzen neben
der Vegetation auch die Flussmündungen Strapazen aus. Der Meeresspiegelanstieg in Kombination mit der intensiven Wirkung der Gezeiten
führt zu mehr Interaktion zwischen Land und
Meer, bei der es besonders zu starken Wellenerosionen des äußeren Flussrandes kommen
wird. Korallenriffküsten leiden bereits unter der
Zunahme der Wassertemperatur sowie unter
Apprupte Küstenerosion die den Strand einer
australischen Großstadt deutlich verkleinerte
Quelle: Csiro
der Versauerung der Ozeane, die durch immer
mehr gebundenes CO2 weiter verstärkt wird. Da
der größte Teil der Riffe bereits geschädigt ist,
werden sie dem prognostizierten Meeresspiegelanstieg nicht standhalten können und weitgehend absterben.
Was Sie tun können:
-> Versuchen Sie jederzeit Energie
und Strom zu sparen
-> Nutzen Sie die bereits verarbeiteten
Ressourcen sorgfälltig und bedacht
-> Machen Sie Freunde und Bekannte
auf die Problematik aufmerksam
Helfen Sie DEEPWAVE e.V. beim Schutz der
Meere. Werden Sie Mitglied oder fördern Sie
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Quellen:
- IPCC Climate Change (2013): The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change.
http://www.ipcc.ch/report/ar5/wg1/
- Sterr, H., et al. (2000): Weltmeere und Küsten im Wandel des Klimas.
Petermanns Geographische Mitteilungen. 143. Jahrg. 24 - 31.
- Sterr, H. (2007): Folgen des Klimawandels für Ozeane und Küsten.
Kiel - In: Der Klimawandel - Einblicke, Rückblicke und Ausblicke.
Impressum: Leonie Mülhens, Stand: Juli 2016
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