Shigellen

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Landkreis Waldeck-Frankenberg
Fachdienst Gesundheit
Information für Betroffene
Infektiöse Enteritis durch Shigellen
Erreger:
zellgiftbildende Stäbchenbakterien : S. dysenteriae, S. flexneri , S. boy-dii, S. sonnei
Übertragung:
Die Aufnahme der Erreger erfolgt oral, bereits 10 Keime genügen, um eine Erkrankung zu verursachen.
Die Infektionsquelle ist der Stuhl akut erkrankter Personen oder symptomloser Patienten, welche dennoch
Bakterien im Stuhl haben, sogenannte Ausscheider. Die Shigellen gelangen über infizierte Gegenstände,
Hände, Trinkwasser, Nahrungsmittel oder Fliegen in den Mund.
Inkubationszeit:
1-3 Tage, (bei S. dysenteriae evtl. bis zu 10 Tagen)
Krankheitsbild:
Während der ersten zwei Krankheitstage treten Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe und wässrige Durchfälle auf. Typischerweise beginnt die Erkrankung plötzlich. Die Durchfälle sind typischerweise blutig, schleimig und evtl. durch das Einschmelzen von kleinen Mikroabszessen auch eitrig. Ca.
30% der Patienten zeigen jedoch eher wässrige Durchfälle. Als bedeutende Komplikation können bei Kindern (ca. 70% aller Krankheitsfälle) Krampfanfälle auftreten. Die unkomplizierte Erkrankung endet normalerweise nach 4-7 Tagen. Die Erregerausscheidung dauert meist länger an als die Rekonvaleszenzphase,
gesunde Ausscheider sind selten. Besonders bei alten Menschen, Kleinkindern und geschädigtem Immunsystem treten schwere Verläufe mit Bewusstseinsverlust, Nackensteifigkeit, hohem Fieber bis zum Tod auf.
Die wesentliche Komplikation ist der enorme Wasser- und Mineralsalzverlust durch die häufigen Durchfälle,
welche im Kreislaufversagen enden können. Unbehandelt können die Geschwüre die Darmwand durchbrechen und verursachen dann eine lebensgefährliche Entzündung des Bauchfells. Durch die geschwürige
Schädigung der Schleimhautbarriere im Darm können sich zusätzlich auch andere krankmachende Bakterien im Körper verteilen. Bei besonderer genetischer Disposition (HLA-B27 positiv) und chronischer Infektion treten einseitige Entzündungen der großen Gelenke, Bindehautentzündungen und Harnröhrenentzündungen auf. Dieses Krankheitsbild heißt Reiter-Syndrom.
Ansteckungsdauer:
Nicht genau bekannt. Im Stuhl sind die Bakterien gewöhnlich 4 Wochen, mitunter auch Monate nachzuweisen.
Diagnose:
Isolation des Erregers aus Stuhlproben (oder Rektalabstrichen).
Behandlung:
Symptomatisch und antibiotisch.
Bedeutung und Vorkommen:
Bedeutung und Vorkommen: weltweit, mangelnde Hygiene sowie Fliegen spielen eine große Rolle bei der
Verbreitung.
Vorsorge und Hygiene:
Nahrungsmittelhygiene. Fliegenbekämpfung. Die Keime sind gegen Austrocknung sehr empfindlich. Eine
Impfung ist nicht möglich. Nach überstandener Erkrankung besteht nur kurzzeitige Immunität
Landkreis Waldeck-Frankenberg
Fachdienst Gesundheit
Information für Betroffene
§ Es gilt das Infektionsschutzgesetz:
Eine Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt besteht bei Verdacht, Erkrankung und Tod.
Gemeinschaftseinrichtungen dürfen bei Erkrankungen oder bei Krankheitsverdacht nicht besucht werden.
Die Eltern müssen die Gemeinschaftseinrichtung informieren
Erkrankte und Krankheitsverdächtige, die im Lebensmittelbereich tätig sind, dürfen während dieser Zeit, bis
zum Nachweis von 3 aufeinander folgenden Negativ-Stuhlproben nicht arbeiten, bzw. dürfen nur nach
Rücksprache mit dem zuständigem Gesundheitsamt eine Tätigkeit aufnehmen.
Mehr Informationen?
Sachbearbeitung:
Herr Berg
Herr Bettelhäuser
Herr Möbus
Herr Wilke
05631/954499
475
486
483
05631/954Herr Schohr
Frau Scriba-Head
Frau Ritter
 Mail: infektionshygiene@landkreis-waldeck-frankenberg.de
Landkreis Waldeck-Frankenberg
06451/743-664
473
476
Fax: 05631/954-490
Fachdienst Gesundheit
Am Kniep 50
34497 Korbach
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