Buddhismus - Hinduismus

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Der Hinduismus
1. Hinduismus – der religiöse Hintergrund des Buddhismus
Streng genommen darf der Hinduismus in seiner religiösen Vielfalt nicht als eine Religion bezeichnet werden. Auch kennt der Hinduismus keine Stifter-Persönlichkeit. Er
hat sich über Jahrhunderte entwickelt. Die Anfänge des Hinduismus reichen bis etwa
2000 v. Chr. zurück. Er entstand in Indien, und auch heute sind die meisten der 550
Millionen Inder Hindus. Hindu wird man nicht durch einen
förmlichen Beitritt oder durch Taufe, sondern durch Geburt.
Der Ort der Geburt und die gesellschaftliche Schicht, in die
ein Hindu hineingeboren wird, prägen den Inhalt des Glaubens mit: Ein Teil der Hindus glaubt an viele Götter, andere
glauben an keinen Gott. Einige halten Opfer für die wichtigste
Handlung, andere die eigene geistige Erkenntnis. Trotz dieser
Unterschiede gibt es gemeinsame Grundlagen der Religiosität,
die Mahatma Gandhi in seinem Glaubensbekenntnis formuliert hat. Grundlage seien die Veden (Heilige Schriften), die seit etwa 1500 v. Chr.
gesammelt wurden. Die Upanischaden (Opfersprüche und -gesänge), die philosophische Gedanken über das ewige Sein enthalten und die Puranas (Helden/Göttergeschichten der Vorzeit) gehören ebenso zu dieser gemeinsamen Grundlage.
Aufgabe: Unterstreiche wichtige Begriffe und Informationen!
2. Das hinduistische Glaubensbekenntnis Mahatma Gandhis
Mahatma Gandhi war der Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Durch
gewaltlosen Kampf erzwang er die Freiheit seines Landes. Er formulierte ein Glaubensbekenntnis, dem alle Hindus zustimmen können:
„Ich nenne mich einen Hindu, weil ich an die Veden, die Upanischaden, die Puranas
und alles, was zu den Hindu-Schriften gehört, glaube, und darum auch [...] an Wiedergeburt. Ich glaube an Varnashrama in einem, nach meiner Meinung, strikt vedischen Sinne. Ich glaube an den Schutz der Kuh. Ich verwerfe die Bilderverehrung
nicht.“
Aufgabe: Vergleiche das hinduistische Glaubensbekenntnis mit dem christlichen!
3. Die hinduistische Vorstellung vom Leben nach dem Tod
Die hinduistische Vorstellung vom Leben nach dem Tod basiert auf dem Gedanken der Reinkarnation (Wiedergeburt). Ein Hindu wird so lange im Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) bleiben, bis seine Seele völlig rein
ist. Im irdischen Leben lädt ein Hindu gute und schlechte Taten (Karma) auf sein Innerstes, seine Seele (Atman).
Durchbricht er diesen Kreislauf, wird er mit Brahma eins. Es gibt im Hinduismus verschieden Gottheiten. Das
höchste Wesen ist Brahman (Nicht zu verwechseln mit Brahma!). Es ist in allem und jedem, und dabei ist es
Mann, Frau, Tier, Natur usw. zugleich. Alles Existente ist aus Brahma hervorgegangen.
Aufgabe: Erstelle eine Tabelle mit den hinduistischen Begriffen und ihren Bedeutungen!
© S. Bernoth
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4. Das indische Kastenwesen – Varnashrama
In Indien stellt die Kaste die Grundlage des hinduistischen Gesellschaftssystems seit dem 1. Jh. v. Chr. dar. Das
Kastenwesen ist Zeichen der Ordnung, die das Verhalten des einzelnen Menschen und seine Pflichten gegenüber
der Gesellschaft bestimmt. Menschen werden durch die Kasten einander zugeordnet, aber auch zugleich von
Angehörigen anderer Kasten getrennt. Nach der Hineingeburt in eine Kaste ist im irdischen Leben eine Veränderung nicht mehr möglich. Die Kasten geben jedoch auch eine gewisse Sicherheit und Geborgenheit, da jeder
seinen Platz beanspruchen kann. Wie kam es zu den Kasten? Am Anfang verscheuchte der „Durch-Sich-SelbstSeiende, Heilige“ die Finsternis und ordnete die Welt. Aus seinem Körper schuf er Menschen und gab ihnen
verschiedene Aufgaben:
•
Die Brahmanen sollen lehren und studieren, für sich selbst und andere Opfer darbringen, geben und
nehmen.
•
Die Ksatriyas sollen das Volk beschützen, geben, Opfer bringen, studieren und sich nicht an sinnliche
Dinge klammern.
•
Die Vaishyas sollen Vieh halten, handeln, gegen Zinsen Geld leihen und das Land bestellen.
•
Die Shudras sollen den anderen drei Kasten neidlos dienen.
Außerhalb des Kastensystems leben die Parias, die Unberührbaren. Sie gelten als kastenlos und verrichten verabscheute Tätigkeiten wie Schlachten, Leichenwaschen usw.
Die Folgen des Kastensystems sind, dass Menschen nur innerhalb der eigenen Kaste heiraten, nicht gemeinsam
mit den Angehörigen anderer Kasten essen und grundsätzlich den Umgang mit Menschen aus niederen Kasten
meiden. Denn allein der Kontakt zu Menschen niederer Kasten führt zur eigenen Verunreinigung und bringt
somit negatives Karma.
Aufgabe: Erstelle eine Grafik zum indischen Kastenwesen!
5. Stellung der indischen Verfassung zum Kastenwesen
Aus der indischen Verfassung (erstellt 1949):
§ 14
§ 15
§ 16
§ 17
Der Staat darf keiner Person Gleichheit vor dem Gesetz [...] verweigern.
Der Staat darf keinen Bürger aus Gründen seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion, Rasse,
Kaste oder seines Geschlechts wegen benachteiligen.
Keinem Bürger darf aus diesen Gründen der Zutritt zu Läden, Gasthäusern, Unterkünften oder Vergnügungsstätten verweigert werden, noch die Benutzung von Brunnen, Teichen, Straßen und anderen Plätzen [...].
Alle Bürger haben zu den Staatsämtern den gleichen Zugang [...].
Die Unberührbarkeit ist abgeschafft und [...] verboten.
Frage: Inwiefern stimmen die Grundsätze der Kastenordnung mit der Staatsordnung überein?
© S. Bernoth
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