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Borreliose
Stand: März 2012
Allgemein
Die Borreliose, nach einer Stadt im Bundesstaat Connecticut (USA), in der die Erkrankung erstmals beschrieben wurde, auch Lyme-Borreliose genannt, ist in Europa, Asien und Nordamerika
verbreitet. In der gemäßigten Klimazone ist sie die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Die Erreger sind bestimmte Arten von spiralförmigen Bakterien der Gattung Borrelia.
Borrelien können verschiedene Organsysteme befallen und dort Entzündungen hervorrufen. Vor
allem sind Haut, Gelenke und Nerven betroffen. Therapiert wird die Borreliose mit Antibiotika.
Wie werden Borrelien übertragen?
Borrelien werden durch Zecken übertagen. Während ihres Lebenszyklus müssen Zecken als Larven, Nymphen und Adulte Blut an ihren Wirten wie kleinen Nagetieren, Reh- oder Rotwild saugen. Dabei können sie sich mit Borrelien infizieren, welche sich im Organismus der Zecke vermehren. Bei einer erneuten Blutmahlzeit werden die Borrelien auf einen neuen, empfänglichen
Wirt, zum Beispiel einen Menschen übertragen.
Wo kann man sich infizieren?
In Deutschland kann man sich in allen Bundesländern mit Borrelien infizieren. Man schätzt, dass
je nach Gebiet zwischen 5 und 40% aller Zecken infiziert sind. Flächendeckende Untersuchungen
fehlen allerdings. An den im Jahr 2005 untersuchten Stellen in Thüringen lagen die Befallsraten
der erwachsenen Zecken zwischen 10 % in der Rhön und 28% im Saale- und Ilmtal. Jährlich
werden aus den thüringischen Landkreisen zwischen einer und 80 Erkrankungen pro 100.000
Einwohner gemeldet (siehe Borreliose Karte Thüringen). Für die Beurteilung des persönlichen
Risikos einer Borrelieninfektion sind das persönliche Verhalten und die Schutzmaßnahmen, wie
im Artikel „Erkrankungen durch Zecken“ beschrieben, von besonderer Wichtigkeit.
TLLV, Abteilung Medizinaluntersuchung, Tennstedter Str. 8/9, 99947 Bad Langensalza
Internet: www.thueringen.de/tllv, Kont@kt: [email protected]
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Welche Krankheitserscheinungen können auftreten?
Das klinische Bild einer Borreliose kann sehr vielgestaltig sein. Es wird in drei Stadien eingeteilt.
Im Stadium 1 erfolgt die lokale Infektion der Haut. Einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich bildet sich das Erythema migrans, auch Wanderröte genannt. Es handelt sich dabei um eine
schmerzlose, ringförmig um die Einstichstelle ausbreitende Hautrötung mit zentraler Aufhellung.
In ca. 90 % der Fälle heilt die Infektion im Stadium 1 nach etwa 4 Wochen spontan aus. In einem
kleinen Teil der Fälle kann es zusätzlich zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Kopf- oder Muskelschmerzen kommen.
Im Stadium 2 tritt der Erreger auf andere Organsysteme über. In etwa 10 % der Borreliosen
kommt es zu einer Entzündung von Nervenendigungen, die sich durch Schmerzen,
Missempfindungen (z. B. Hitze- oder Kältegefühl) oder durch Lähmungen (z. B. Gesichtslähmung) äußert. Nur vereinzelt sind auch das Gehirn, Herzmuskel und weitere Organe betroffen.
Im Stadium 3 wird die Erkrankung chronisch. Siedelt der Erreger dauerhaft in Geweben, die von
der körpereigenen Abwehr schlecht erreicht werden, so kommt es von dort aus zu immer wieder
aufflammenden Entzündungen. Typisch sind chronische Gelenk-, Muskel-, Haut- und Nervenentzündungen. Diese können noch Monate bis Jahre nach der Infektion auftreten.
Wie wird die Borreliose behandelt?
Allgemeine Schutzmaßnahmen vor Zeckenstichen, die jeder ergreifen sollte, der sich in der freien
Natur aufhält, sind im Artikel „Erkrankungen durch Zecken“ erläutert. Wurde eine Borreliose festgestellt, so sollte so früh wie möglich mit der Therapie begonnen werden. Verabreicht werden
Antibiotika über eine Dauer von mehreren Wochen. Impfstoffe gegen die Borrelien stehen derzeit
nicht zur Verfügung.
Weitere Informationen:
Informationen des RKI:
http://www.rki.de/cln_226/nn_196658/DE/Content/InfAZ/B/Borreliose /Borreliose.html?__nnn=true
TLLV, Abteilung Medizinaluntersuchung, Tennstedter Str. 8/9, 99947 Bad Langensalza
Internet: www.thueringen.de/tllv, Kont@kt: [email protected]
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