Dokumentation - Historische Stadtkerne NRW

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Walter Ollenik | Franz Pesch (Hg.)
Gestaltung im Dialog –
Vom Satzungsrecht bis zur individuellen Beratung
Forschungsbericht
Dokumentation
der Fachtagung
in Hattingen
Inhalt
4
Vorwort
Christof Sommer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft,
Bürgermeister der Stadt Lippstadt
Prof. Dr. Franz Pesch, Pesch und Partner, Herdecke
6 Tagung
Gestaltung im Dialog – Nachhaltige Stadtentwicklung in den historischen Stadtkernen in Nordrhein-Westfalen
8
Grußworte
Dr. Dagmar Goch, Bürgermeisterin der Stadt Hattingen
Christof Sommer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, Bürgermeister der Stadt Lippstadt
Günter Kozlowski, Staatssekretär im Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW bis zum 15.07.2010
14 Neue Architektur in alten Städten – Integration oder Irritation?
Prof. Frank Werner, Bergische Universität Wuppertal
20 Zukunft braucht Herkunft – Der „genetische Code“ der Stadt. Ein internationaler Erfahrungsbericht
Prof. Christa Reicher, Technische Universität Dortmund
26 Podiumsdiskussion 1
Die Zukunft der europäischen Stadt – Identität schafft Chancen
30 Integrierte Handlungskonzepte – Der Weg zur ganzheitlichen Stadtentwicklung
Alexandra Landsberg, agiplan GmbH
36 Podiumsdiskussion 2
Historische Stadtkerne – Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven
40 Stadtspaziergang und Impressionen aus Hattingen
51 Forschungsbericht
Gestaltung im Dialog – Vom Satzungsrecht bis zur individuellen Beratung
62 Untersuchung Phase 2
62 Untersuchungsmethode Phase 2
63 Handlungsfelder
63 Strukturelle Veränderungen im Einzelhandel
67 Neue Nutzungsprofile: Kultur, Bildung, Freizeit und Tourismus, Gesundheit
71 Wohnen im historischen Stadtkern
74 Neubau im historischen Kontext
75 Klimaschutz und Energieeinsparung
78 Nutzung des öffentlichen Raums
81 Landschaft, öffentliche Grünflächen und Gärten
83 Folgerungen und Empfehlungen
83 Anforderungen an die inhaltliche Gestaltung der Rechtsinstrumente
84 Anforderungen an Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
52 Untersuchung Phase 1
85 Integrierte Handlungskonzepte für die historischen Stadtkerne
52 Untersuchungsmethode Phase 1
86 Vergleichende Tabellen und ausgewertete Fragebögen
52 Profil der historischen Stadtkerne
54 Instrumente zur Sicherung der Gestaltqualität
56 Zukünftige Aufgabenschwerpunkte und Strategien aus Sicht der Städte
Vorwort
Die historischen Stadtkerne mit ihren großen
architektonischen und städtebaulichen Qua­
litäten gehören zu den bedeutenden Kultur­
gütern des Landes. In ihrer Bausubstanz – vor
allem in ihren Baudenkmälern –, aber auch in
den erhaltenen Stadtgrundrissen werden vie­
le Jahrhunderte Baukultur gegenwärtig und
anschaulich. Die historischen Stadtkerne bie­
ten sozusagen Geschichte zum Anfassen und
leisten damit einen wichtigen Beitrag zum
Aufbau eines historischen Bewusstseins der
nachfolgenden Generationen.
Seit ihrer Gründung vor nunmehr über zwan­
zig Jahren ist die Arbeitsgemeinschaft der Sicherung dieser Qualitäten in hohem Maße
verpflichtet. Mit Hilfe des Landes sowie enga­
gierter Bürger und Unternehmen konnte vie­
les erreicht werden. Straßen und Plätze wur­
den neu gepflastert, historische Stadtbefesti­
gungen herausgearbeitet, Fassaden saniert,
Stadtrundgänge entwickelt und vieles mehr.
Der große – und noch zunehmende – touristi­
sche Erfolg der Stadtkerne ist ein schöner Er­
4
folg, auf den alle Beteiligten ruhig ein biss­
chen stolz sein dürfen, aber er ist kein Selbst­
läufer. Die Qualitäten müssen sich im städti­
schen Alltag ständig aufs Neue bewähren,
denn die Stadtkerne sind lebendige, urbane
Zentren, in denen gewohnt, gearbeitet und
eingekauft wird. So ist nicht allein der Schutz,
sondern vor allem die Weiterentwicklung und
Anpassung der historischen Stadtkerne an
die sich stetig verändernden ökonomischen
und sozialen Rahmenbedingungen die wich­
tigste Aufgabe der Mitgliedsstädte. Den sich
oftmals überlagernden Nutzungsansprüchen
gerecht zu werden und zwischen zeitgemä­
ßen Nutzungsanforderungen und dem Schutz
denkmalwerter Gestaltqualitäten abzuwä­
gen, ist keine leichte Aufgabe. Der Erfahrungs­
austausch zwischen den Mitgliedsstädten ist
hierbei eine wichtige Hilfestellung.
Um diesen Erfahrungsaustausch über die Ge­
staltung auf eine neue, aktuelle und empi­
risch verlässliche Basis zu stellen, hat die Arbeitsgemeinschaft beschlossen, einen For­
schungsauftrag zu vergeben. Zielsetzung war
es, die Anwendung des zum Schutz der bau­
lichen und städtebaulichen Qualitäten vor­
handenen rechtlichen Instrumentariums in
den historischen Stadtkernen zu untersuchen
und zu analysieren. Welche Rolle spielen Ge­
staltungs- und Werbesatzungen, Denkmalbe­
reichssatzungen oder Sondernutzungssatzun­
gen? Werden sie ihrer wichtigen Aufgabe ge­
recht oder sind inhaltliche Anpassungen er­
forderlich? Und was können kommunikative
Instrumente leisten? Sind Gestaltungsfibeln,
persönliche Beratungen und Bürgerversamm­
lungen oder Runde Tische unerlässlich, um
die notwendige Akzeptanz für gestalterische
Vorgaben von Eigentümern, Pächtern und
Mietern zu erzielen?
Mit dem in dieser Dokumentation vorgeleg­
ten Ergebnissen liegen erstmals systemati­
sche Erkenntnisse über den Einsatz von recht­
lichen und kommunikativen Instrumenten in
den Mitgliedsstädten vor. Aus der vergleichen­
den Analyse lässt sich der Erfolg dieser Instru­
mente bezogen auf die stadt- und baugestal­
terischen Ziele bewerten und es lassen sich
Aussagen zur Wirksamkeit in Abhängigkeit
von Entstehung, Regelungsinhalten und An­
wendung treffen. Das Forschungsprojekt war
mehrschichtig angelegt und umfasste eine
flächendeckende Erhebung in allen Mitglieds­
städten per Fragebogen sowie telefonische
Nachfragen und, in einem zweiten Schritt, ver­
tiefende Studien und Begehungen in einigen
Stadtkernen, die aufgrund ihrer besonderen
Problemkonstellation ausgesucht wurden.
Auf der jährlichen Fachtagung der Arbeitsge­
meinschaft, die sich in diesem Jahr dem The­
ma „Gestalten im Dialog“ widmete, wurden
die Ergebnisse der Untersuchung der Fachöf­
fentlichkeit, den beteiligten Akteuren und der
baukulturell interessierten Öffentlichkeit erst­
mals vorgestellt. Vorträge von Experten sowie
Podiumsdiskussionen zu besonderen Aspek­
ten der Gestaltung und zur alltäglichen Praxis
stellten Thema und Ergebnis des Forschungs­
projekts in einen wissenschaftlichen bzw. ört­
lichen, kontextbezogenen Zusammenhang.
Der Stadt Hattingen als Gastgeberin der Ta­
gung und Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch
danken wir an dieser Stelle herzlich für die
professionelle Ausrichtung der Tagung in der
einzigartigen Atmosphäre der ehemaligen hi­
storischen Werkshalle der Henrichshütte.
Ebenso herzlich möchten wir allen Beteilig­
ten, insbesondere den Mitgliedsstädten, für
ihre Mitwirkung und ihr großes Engagement
danken. Wir sind sicher, dass die hier vorge­
legte Dokumentation ihr Interesse findet und
dazu ermuntert, sich dem Thema „Gestaltung
im Dialog“ auch zukünftig mit unverminder­
tem Elan zu widmen.
Christof Sommer
Bürgermeister der Stadt Lippstadt und
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Historische
Stadtkerne in Nordrhein-Westfalen
Prof. Dr. Franz Pesch
Pesch und Partner Architekten und Stadtplaner
5
Gestaltung im Dialog | Eindrücke der Tagung | Henrichshütte Hattingen, 30. Juni 2010
6
7
Grußwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
schön, dass Sie mit ihrer schon traditionellen
Fachtagung nach Hattingen gekommen sind.
Nach Barrierefreiheit, Neuem Bauen im histo­
rischen Kontext, Gartenkunst und Energieein­
sparung steht nun die Gestaltung unserer In­
nenstädte auf dem Programm.
Dr. Dagmar Goch
Bürgermeisterin der Stadt Hattingen
Herzlich willkommen in Hattingen, hier im historischen Teil der Gebläsehalle des LWL-In­
dustriemuseums, ein Dankeschön an das LWL
und das Museumsteam vor Ort für die Gast­
freundschaft und die gute Organisation.
Die Wahl des Tagungsortes ist Ihnen hervor­
ragend gelungen – trifft doch gerade in Hat­
tingen traditionelle Baukunst ständig auf die
Moderne, lassen sich gerade hier verschiede­
ne bedeutende Baustile noch in situ bewun­
dern.
Wo gibt es auf so engem Raum Zeugnisse des
Mittelalters und der Industriegeschichte als
Auslöser für das heutige Bild des Ruhrgebie­
tes zu bestaunen? Wo wird – wie in den ande­
ren historischen Stadt- und Ortskernen auch –
8
der Verlust an Baukultur deutlicher als neben
unseren intakten und bewundernwerten Alt­
städten? Wie ist es zu erklären, dass jahrtau­
sende alte Baukunst von der Höhle zum Bau­
haus, weitestgehend verloren gegangen ist?
Zarte Pflänzchen herausragender moderner
Architektur hier und da täuschen nicht dar­
über hinweg, dass ein in der Gesellschaft tief
verankerter Formenkanon und damit die Äs­
thetik unserer Städte als Gesamtkunstwerk
nicht mehr vorhanden sind. In der öffentli­
chen Wahrnehmung und Wertschätzung spie­
len Architektur und Städtebau keine zentrale
Rolle mehr.
Unsere historischen Innenstädte zeugen noch
von einer intakten Stadtentwicklung und
Bautradition. Sicher wurden auch in frühe­
ren Epochen Denkmäler für neuzeitliche Ent­
wicklungen der Städte abgerissen, aber in der
Regel durch neue Baudenkmäler ersetzt. Das
dürfte heute kaum noch der Fall sein. Gerade
in Maßstab, Proportion und Baukunst sind un­
sere Städte für das Land beispielhaft.
Unsere Städte sind lebens- und liebenswert,
bieten eine hohe Gestalt- und Aufenthaltsqua­
lität. Doch wir müssen sie ständig pflegen, be­
hutsam entwickeln und dem ständig drohen­
den Verlust an Qualität entgegenwirken. Dies
ist nicht immer einfach und steht oft dem In­
teresse von Investoren und Eigentümern ent­
gegen.
Daher ist es nur folgerichtig, dass die Arbeits­
gemeinschaft der Frage nach dem Verlust von
Bauqualität nachgehen und die Frage stellt,
wie dem Einhalt geboten werden kann. Regle­
mentierungen wie zum Beispiel durch Bebau­
ungspläne und Gestaltungssatzungen sind
eine Möglichkeit, die vielleicht das Schlimm­
ste verhindert, aber gute Architektur nicht er­
zwingen kann. Der Titel der Fachtagung „Ge­
staltung im Dialog“ weist in eine andere Rich­
tung.
Gemeinsam mit Investoren, Eigentümern und
Architekten, basierend auf guten Planungs­
grundlagen wie einer Denkmalbereichssat­
zung oder Rahmenplänen, können Erfolge im
Sinne einer neuen Baukultur erzielt werden.
Auch dafür gibt es in Hattingen schon eine
Reihe guter Beispiele, zu denen der heutige
Moderator Franz Pesch beigetragen hat.
Gestaltung im Dialog verbunden mit dem Er­
gebnis der Untersuchung von Gestaltungs­
satzungen, das sind spannende Themen an ei­
nem spannenden und spektakulären Ort der
Industriekultur.
Ich wünsche Ihrer Tagung einen ebenso span­
nenden und erkenntnisreichen Verlauf.
Die Heldenausstellung, Heldenwerkstatt oder
Industriemuseum und Altstadt werden zu ei­
nem abschließenden Höhepunkt. Helden sind
wir heute allemal, denn wir befinden uns in
der „Local Heroes Woche“ der Kulturhaupt­
stadt RUHR.2010, zu deren Bestandteil Sie so­
eben werden.
Am Schluss noch eine Bitte: Sie haben viel­
leicht von dem Projekt der SING-Säule in der
Kulturhauptstadt gehört. Die steht jetzt im
Rahmen der Local Heroes Woche in Hattin­
gen, und zwar hier in der Gebläsehalle unten
im Foyer. Lassen Sie Ihrer Stimme freien Lauf
und machen von der SING-Säule regen Ge­
brauch.
Glück auf!
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Grußwort
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe
Teilnehmer unserer Fachtagung,
ich begrüße Sie recht herzlich zu unserer dies­
jährigen Fachtagung in Hattingen, in diesem
außergewöhnlichen Ambiente der Gebläse­
halle der Henrichshütte.
Christof Sommer
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft
Historische Stadt- und Ortskerne NW
Bürgermeister der Stadt Lippstadt
10
Unsere Arbeitsgemeinschaft versteht sich als
Netzwerk der besonderen „Perlen“, die sich
als historische Stadt- und Ortskerne über ganz
Nordrhein-Westfalen verteilen. Eine wichti­
ge Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft ist si­
cherlich der laufende Erfahrungsaustausch.
Dies betrifft insbesondere den Erfahrungs­
austausch über die den Status „Historischer
Stadt- und Ortskern“ betreffenden Anforde­
rungen an unsere besonderen städtebauli­
chen Pflichten und Aufgaben.
Da heute nachweislich immer mehr Men­
schen in Städten als auf dem Land leben –
eine Tendenz, die nach den Prognosen noch
zunehmen wird –, müssen wir ein besonderes
Augenmerk auf die Entwicklung unserer
Stadtzentren legen.
Die Stadtzentren sind der Knotenpunkt von
Wirtschaft, Handel und Versorgung, von Kul­
tur und Bildung sowie von Arbeit und Woh­
nen. Zugleich sind sie ein Identifikations- und
sicherlich Alleinstellungsmerkmal, insbeson­
dere in unseren historischen Städten. Die Ent­
wicklung der Stadtzentren ist zukunftswei­
send und entscheidet über eine nachhaltige
Lebensqualität und daraus resultierend über
die Attraktivität unserer Städte, was wieder­
um sicherlich auch das Umland prägt.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden,
um mit der Entwicklung Schritt zu halten, ist
es opportun, umfassende integrierte Hand­
lungskonzepte aufzustellen, die neben den
sogenannten weichen Standortfaktoren auch
lange und stetig gewachsene und bewähr­
te Strukturen der historischen Stadtkerne be­
rücksichtigen müssen.
Aus meiner persönlichen Erfahrung und aus
den Berichten, die mir immer wieder zugetra­
gen werden, kann ich mit Stolz sagen, dass
sich die historischen Stadtkerne durch eine
besonders gelungene Gestaltung auszeich­
nen, die aber auch noch an vielen Stellen wei­
terentwickelt werden kann und muss. Und ge­
nau dies ist der Grund unseres heutigen Zu­
sammentreffens.
Um von anderen Mitgliedsstädten zu lernen
und zu profitieren, haben wir mit Unterstüt­
zung des Ministeriums für Bauen und Verkehr
eine Analyse zur Stadtgestaltung in unseren
Städten beim Büro Pesch + Partner in Auftrag
gegeben. Heute werden uns die Ergebnisse
vorgestellt. Ich bin schon sehr gespannt auf
die vielfältigen und ideenreichen Lösungen
der Kolleginnen und Kollegen und wünsche
Ihnen für die heutige Fachtagung viele gute
Anregungen und aufschlussreiche Gespräche.
11
Grußwort Ministerium
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Günter Kozlowski
Staatssekretär im Ministerium für Bauen und
Verkehr bis zum 15.07.2010
die Tagungen der Arbeitsgemeinschaften der
historischen Stadt- und Ortskerne widmen
sich seit langem wichtigen Themen der Stadt­
entwicklung. In diesem Jahr stehen die The­
men „Gestaltung“ und „Nachhaltigkeit“ im
Mittelpunkt. Das Tagungsthema ist einmal
mehr tagesaktuell. Zu den Etatberatungen
für den Bundeshaushalt 2011 hatte das Bun­
desministerium für Verkehr, Bau und Stadt­
entwicklung (BMVBS) für die Zukunftspro­
gramme der Städtebauförderung 610 Millio­
nen Euro angemeldet. In der Sitzung des Bauund Verkehrsausschusses am 9.6.2010 kündig­
te Bundesminister Ramsauer nun an, das Pro­
grammvolumen auf 305 Millionen Euro zu hal­
bieren. Die angekündigte 50-prozentige Kür­
zung trifft neben allen Programmen der Städ­
tebauförderung auch die energetische Gebäu­
desanierung.
Angesichts dieser Nachricht stellt sich die Fra­
ge, ob nachhaltige Stadtentwicklung in den
historischen Stadtkernen in Nordrhein-West­
falen noch möglich ist und ob es sich über­
haupt lohnt, um die Gestaltung im Dialog zu
12
ringen. Die Folgen der Mittelkürzungen und
die Auswirkungen auf Nordrhein-Westfalen
sind derzeit noch nicht absehbar, es wird aber
empfindliche Einschnitte geben, wenn die An­
kündigen tatsächlich umgesetzt werden.
Eine nachhaltige Stadtentwicklung nach Kas­
senlage kann und darf es nicht geben. Dafür
haben wir, jeder an seinem Platz, zu sorgen.
Weniger kann manchmal auch mehr sein, und
langsam ist manchmal besser als schnell. Hei­
mat und Identifikation der Menschen ist nur
durch einen behutsamen Umgang mit der
Stadt und einem langsamen und qualitätvol­
len Veränderungsprozess zu erhalten. Die Bür­
ger sind in der Regel nicht für harte Brüche
im Stadtbild zu haben. Wir brauchen die Ba­
lance zwischen Erhalt und Erneuerung. Dör­
fer, Stadtquartiere und Regionen müssen die
Chance haben, ihre Eigenart zu erhalten. Es
ist verständlich, dass sich die Bevölkerung zu­
nehmend gegen die globale Standardisierung
im Städtebau wehrt.
Um es noch deutlicher zu sagen: Ob Libeskind
oder Gehry in New York oder Düsseldorf bau­
en, hat für die Menschen in ihrem Alltag nur
wenig Bedeutung. Das schmälert den Wert
dieser Architektur keineswegs. Der große Ef­
fekt ist das eine, das Maß und die Mitte das
andere. Der Alltag der Menschen, die Bedürf­
nisse der Architekturnutzer und die regiona­
le Baukultur müssen künftig stärker im Vor­
dergrund stehen. Es ist gut, wenn Architektur,
Städtebau und Landschaftsplanung wieder
verstärkt aufeinander zugehen. Diesen Dia­
log zu beflügeln ist eine der zentralen Aufga­
ben, die vor uns liegen und die sich auch die
Arbeitsgemeinschaft der Historischen Stadtund Ortskerne stellen muss. Der Titel einer
der beiden Podiumsdiskussionen der heuti­
gen Veranstaltung, der besagt, dass Identität
Chancen schafft und darin die Zukunft der eu­
ropäischen Stadt liegt, ist Richtung weisend.
Für die Identität unserer Städte sind die Sub­
stanzerhaltung, die Revitalisierung von Alt­
stadtkernen, Innenstädten und Wohnquartie­
ren, die Schaffung von Aufenthaltsqualität in
den öffentlichen Räumen und die Verbindung
von Städtebau mit ökologischen Forderungen
vordringlich. Unangefochten bleiben auch der
städtebauliche Denkmalschutz und die Pflege
Stadtbild prägender Einzelbauwerke hochran­
gige Aufgaben. Egal, ob die Umsetzung aus fi­
nanziellen Gründen kurz- oder mittelfristig ge­
lingt, wir benötigen gerade in Zeiten wie die­
sen integrierte Handlungskonzepte auf dem
Weg zu einer ganzheitlichen und nachhalti­
gen Stadtentwicklung.
Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, das
rechtliche Instrumentarium zu kennen und
auch zu bewerten, mit dem der Schutz der ar­
chitektonischen und städtebaulichen Quali­
täten einer Stadt sichergestellt werden kann.
Gespannt sein darf man auf den Forschungs­
bericht zum Thema Satzungsrecht, der heu­
te hier zur Anwendung von Gestaltungs- und
Werbesatzungen, von Denkmalbereichssat­
zungen und Sondernutzungssatzungen in den
historischen Stadt- und Ortskernen vorgelegt
wird.
sonen und Institutionen. Auf Dauer können
unsere Städte und Regionen ihre Funktion
als Träger gesellschaftlichen Fortschritts und
wirtschaftlicher Stärke nur aufrecht erhalten,
wenn es gelingt, kulturelle Vielfalt und soziale
Balance zu erhalten und eine hohe gestalteri­
sche , bauliche und Umweltqualität zu schaf­
fen. Ohne die Mitwirkung der Bürgerschaft
wird das nicht gelingen. Neue Anforderungen
erfordern neue Strategien.
Die Bilanz der Arbeitsgemeinschaft histori­
sche Stadt- und Ortskerne zeigt, dass sie gut
gerüstet ist und sich den Herausforderungen
der Zukunft stellt. Ich wünsche allen Beteilig­
ten weiterhin viel Erfolg auf dem eingeschla­
genen Weg.
Wer das Nebeneinander von Wachsen und
Schrumpfen in den Regionen und Städten un­
seres Landes gestaltend begleiten will, der
sollte Stadtentwicklung als interdisziplinä­
re und partizipative Strategie begreifen. Wir
brauchen abgestimmtes Handeln aller am
Prozess der Stadtentwicklung beteiligten Per­
13
Neue Architektur in alten Städten – Integration oder Irritation?
Frank R. Werner
Zugegebenermaßen ein etwas abgestande­
ner Titel, genauso abgestanden wie das The­
ma an sich. Man sollte doch meinen, dass die
über 1.300 einschlägigen Buchtitel und Dut­
zende nationaler wie internationaler Kon­
gresse, die sich seit 1945 kontrovers mit dem
Thema der Integration von Neubauten in alte
Stadtkerne beschäftigt haben, inzwischen
längst zu letzten Wahrheiten und Erkenntnis­
sen geführt hätten; zu Erkenntnissen, die kei­
nen Spielraum mehr für Fehlleistungen die­
ser oder jener Art zulassen. Doch weit gefehlt,
das Thema scheint heute aktueller denn je zu
sein. Dafür mögen mehrere Gründe verant­
wortlich sein. Zum einen hat die historienseli­
ge, mitunter auf ziemlich vulgäre Weise histo­
rische Vorbilder plündernde Architektur der
Postmoderne nach jahrzehntelanger asketi­
scher Abstinenz den verbotenen Blick auf das
architektonische Erbe wieder freigegeben.
Womit sie freilich nicht die zweite große Zer­
störungswelle historisch authentischer Ar­
chitektur in den achtziger und neunziger Jah­
ren verhindern konnte. Zum anderen hat eine
aus globalen Verunsicherungen heraus ent­
wachsene Sehnsucht nach den schönen iden­
titätsstiftenden Bildern der Stadt von gestern
eine Nostalgiewelle entfacht, die bis heute an­
hält. Letztere speist sich aus einem grundsätz­
14
lichen Unbehagen an neuer Architektur, an
dem vermeintlichen Unvermögen zeitgenös­
sischen Bauens und zeitgenössischen Städte­
baus, kollektive Vertrautheit und Geborgen­
heit im Hier und Jetzt, im Kontext des vorge­
fundenen Ortes zu vermitteln.
Architekturtheoretisch besehen, lässt sich
die Debatte der letzten Jahrzehnte um Kon­
text und Ort exemplarisch auf vier Positio­
nen reduzieren. So hat Aldo Rossi bereits im
Jahre 1966 die Aufsehen erregende Studie
„L’Architettura della Città“ publiziert, in der
er sein Modell der „analogen Stadt“ vorstell­
te. Selbst die moderne Stadt, forderte er, müs­
se ihre eigene Geschichte, ihre spezifischen
Orte, Kontexte und Typologien mit adäquaten
zeitgenössischen Mitteln reflektieren. Für ei­
nen stärker phänomenologisch eingefärbten
Ansatz sorgte dann Christian Norberg-Schulz
1979 mit der Arbeit „Genius Loci“, der 1982 die
erweiterte deutsche Fassung mit dem Unterti­
tel „Landschaft, Lebensraum, Baukunst“ folg­
te. Darin analysierte Norberg-Schulz „den an
einem Ort herrschenden Geist, seine Idee und
seine Zwecke“. Daneben stellte er praktische
Beispiele, mit denen er aufzeigen wollte, wie
man ein angemessen angepasstes Gefühl für
Raumerlebnisse und Umgebung gewinnen
kann. Das Ganze mündete in eine „Theorie des
räumlichen Gefühls“.
Ganz anders dagegen Marc Augé mit seiner
1992 veröffentlichten Arbeit „Non Lieux. In­
troduction à une anthropologie de la surmo­
dernité“, später auch auf deutsch veröffent­
licht unter dem nicht ganz korrekten Titel
„Orte und Nicht-Orte. Vorüberlegungen zu ei­
ner Ethonologie der Einsamkeit“. Darin forder­
te Augé nicht etwa (wie häufig unterstellt) die
Abschaffung der traditionellen Orte und ihrer
Kontextualität, sondern vielmehr die Hinwen­
dung zu so genannten Nicht-Orten, die von
der Planung bis dahin weitgehend vernach­
lässigt worden seien; sprich: viel frequentierte
Flughäfen, Verkehrsknotenpunkte, Einkaufs­
zentren oder Supermärkte. Nach Augé müs­
se diesen Nicht-Orten künftig mehr Aufmerk­
samkeit geschenkt werden, um sie zu ausge­
wiesenen Orten mit gänzlich neuen Kontex­
tualitäten werden zu lassen. Eine rigorose Ab­
lehnung von jedwedem Ort und Kontext ver­
tritt schließlich Rem Koolhaas in seiner 1995
publizierten Studie „S,M,L,XL“, in der er die Ei­
genschaftslosigkeit des Ortes vertritt und sich
zu dem oft kolportierten Ausspruch „fuck con­
text“ verleiten lässt. Sachlicher ausgedrückt
fordert Koolhaas, dass der vorgefundene Ort
Neues Bauen in histo­
rischen Stadtkernen
zwischen Irritation und
Anpassung. Beispielen
aus Ahaus, Münster
(oben) Potsdam und
Wesel (unten)
15
Neue Architektur in alten Städten – Integration oder Irritation?
Frank R. Werner
und seine Umgebung jeweils radikal „ausra­
diert“ werden müsse, bevor man mit einer
Neuplanung beginnen könne.
Was soll der Bürger aber nun davon halten,
dass Thesen wie die Empfehlungen von Chri­
stian Norberg-Schlulz zum äußerst behutsa­
men Umgang mit den jeweils vorgefundenen
historischen Landschaften und städtischen
Lebensräumen, dass solche Thesen heute of­
fenkundig Makulatur sind? Und was sollen
Laien denn von jemandem halten, der nicht
nur von „fuck context“ spricht, sondern – wie
all die Möchtegern-Hadids, -Gehrys, -Libes­
kinds oder -Coop Himmelb(l)aus (siehe deren
jüngstes „Energy Roof“ in der Altstadt Perugi­
as) – „fuck context“ auch baut?
So erscheint es gar nicht verwunderlich, dass
sich große Teile der Bevölkerung, allen Bau­
kulturdebatten trotzend und noch so viele
„offene Tage der Architektur“ ignorierend, in
neubaufeindliche Nostalgien flüchten. Und
es sind beileibe nicht nur Laien. So hat Ma­
thias Schreiber im Spiegel vor gar nicht allzu
langer Zeit Albert Speer ungestraft als „letz­
ten großen Baumeister Deutschlands“ be­
zeichnen dürfen; wohlweislich dabei außer
Acht lassend, dass sich Speer keinen Pfiffer­
ling um historisch gewachsene Stadtstruk­
16
turen gekümmert hat. Und mein niederländi­
scher Kollege Ibelings spricht gar von „unmo­
dern architecture“, also historisierender neu­
er Architektur, die sich allenthalben durchset­
ze, wie er an frisch generierten Renaissance­
städten der Gebrüder Krier und anderer Archi­
tekten nachweist. Offensichtlich hat er Recht,
denn Martin Mosebach durfte anlässlich der
Debatte um den Wiederaufbau des Berliner
Stadtschlosses in der FAZ unwidersprochen
schreiben: „Die Behauptung sei gewagt, dass
es nicht einen einzigen Platz auf der Welt
gibt, auf dem die Verbindung zwischen Bau­
hausnachfolge im weitesten Sinn und der Ar­
chitektur vor 1900 gelungen ist. In alten En­
sembles wirkt die neue Zutat wie ein Loch,
das die solidesten alten Bauten zur bloßen Ku­
lisse macht. Durch das Glas- oder Betonloch
entweicht ihre Lebensberechtigung und da­
mit ihr Leben.“
Deshalb flüchten sich Bürger, ebenso wie In­
vestoren und Politiker, die dem Volk gerne
aufs Maul schauen, landauf landab in Rekon­
struktionen, sprich gespenstische Beschwö­
rungen längst vergangener architektoni­
scher Herrlichkeiten. Wobei sie vor nichts zu­
rückscheuen, auch nicht vor Geschichtsklit­
terung, Camouflage oder Scheinheiligkeit.
Sie liegen damit gleich doppelt im Trend. Un­
ter der Überschrift „Und wir nennen diesen
Schrott auch noch schön“ durfte sich der be­
reits zitierte Schriftsteller Martin Mosebach
erst vor wenigen Tagen auf immerhin zwei
vollen Feuilletonseiten der FAZ darüber entrü­
sten, wie sehr „das in Beton gegossene Milli­
meterpapier unserer bauwütigen Epoche (der­
zeit) gegen die weiträumige Schönheit und
Eleganz der verschwindenden europäischen
Stadt“ wüte. Mosebach, der die Moderne in
Bausch und Bogen als kulturelle Fehlleistung
verurteilt, fordert die Rückkehr zu steinernen
Gebäuden mit hölzernen Decken und Dach­
stühlen. Was das Material anbelangt, schreibt
er: „Warum sind etwa die Frankfurter Stadt­
väter, die in ihren Ferien bewundernd in Städ­
ten wie Siena, Toulouse, Paris, Venedig oder
Bath herumlaufen, nicht imstande zu befeh­
len, dass in Frankfurt nur mit rotem Sandstein
gebaut werden darf? Es ist wohl eine schreck­
liche Einsicht für Architekten, aber eine Wahr­
heit: Im kollektiven Kunstwerk Stadt ist das
richtige Material, der zur Region gehörende
Stein bei weitem wichtiger als gute Architek­
tur (!). Es bedarf ohnehin für eine Straße kei­
ner Meisterwerke, sondern vor allem der De­
mut, sich dem Vorhandenen bescheiden ein­
zufügen und die vorgegebene Atmosphä­
re möglichst wenig zu stören. Ich ersehne Ar­
chitekten, die ihren Geschmack bis zu die­
Bauen gegen den Kon­
text: Das „Energy Roof“
von coop Himmelb(l)au in
der Altstadt von Perugia
Plädoyers für Historis­
mus: der Schriftsteller
Martin Mosebach
17
Shopping-Center hinter historisierender Fassade: Die Schloss-Arkaden in Braunschweig
Neubebauung im historischen Stil:
der Dresdner Neumarkt
ser Demut entwickelt haben ... (Und) ich wün­
sche mir, dass die Liebe überhaupt im Bauge­
schäft (wieder) die entscheidende Rolle spie­
le: dass der Architekt die Stadt, für die er bau­
en darf, für ihre Lebenden und Toten und für
die Ungeborenen, von ganzem Herzen liebt
und es als höchste Ehre empfindet, ihrem Or­
ganismus etwas hinzuzufügen, und deshalb
von Anfang an im Bewusstsein an seine Auf­
gabe geht, für die Jahrhunderte zu bauen, und
wenn es auch nur ein Zeitungskiosk ist, den
er entwerfen darf, weil etwas, das nicht in der
Absicht gebaut wird, für die Jahrhunderte zu
gelten, überhaupt nicht das Recht hat, gebaut
zu werden.“ Soweit Martin Mosebach. Hans
Stimmann, Christoph Mäckler und andere las­
sen grüßen.
einer Novellierung des Denkmalpflegegeset­
zes beabsichtigt, etwa achtzig Prozent seiner
derzeit anerkannten Kulturdenkmale aus der
besonderen Fürsorgepflicht des Staates zu
entlassen. Öffentliche und didaktisch wichti­
ge Auseinandersetzungen wie bei der pseudo­
historischen Retro-Bebauung des Dresdener
Neumarkts werden damit in Zukunft ebenso
ausgeschlossen sein wie hilfreiche Argumen­
tationen gegen Investoreneingriffe in die vie­
len, noch intakten, aber eher unspektakulä­
ren Altstadtkerne Sachsens. Stattdessen sol­
len sich die staatlichen Denkmalpfleger künf­
tig nur noch um wenige investorenfreundlich
kategorisierte Premium-Objekte kümmern
dürfen. Damit stellt sich das an Denkmal- und
Kulturlandschaften so reiche Sachsen ins in­
ternationale Abseits. Wenn künftig – wie zu
erwarten ist – mehr Fördergelder für den Ab­
riss eines Gebäudes bereit stehen als für des­
sen Erhaltung, dann werden sich selbst noch
leidlich erhaltene Altstadtensembles des ein­
stigen Kulturlandes Sachsen gravierend ver­
ändern. Wunder, wie sie noch vor zwanzig Jah­
ren in Görlitz möglich gewesen sind, hätten
damit künftig keine Chance mehr.
Ich habe als Historiker bislang selten eine der­
art ahistorische Betrachtung, eine derart un­
kritische Apotheose der alten europäischen
Stadt, einen derart subjektiven Umgang mit
all jenen Phantomschmerzen gelesen, welche
die Moderne angeblich verursacht haben soll.
Als wenn die europäische Stadt nicht ständi­
gem Wandel und Brüchen unterworfen ge­
wesen wäre. Als wenn sich die Geschichte der
europäischen Stadt nicht (wie schon Robert
Venturi festgestellt hat) aus einem unablässi­
gen Auf und Ab von Komplexitäten und Wider­
18
sprüchen gespeist hätte. Als wenn sich Neues
nicht, wie spätestens seit dem Untergang der
Antike zu beobachten, stets aus Auslöschung
oder Überformung des bestehenden Alten
herausgeschält hätte. Und die europäische
Stadt war erwiesenermaßen niemals rundher­
um schön, sondern ist stets Spiegelbild sozi­
aler Realitäten inklusive städtischer Abseiten
des Gesellschaftlichen gewesen. Mosebach
hat die Komplexität der europäischen Stadt
auf fahrlässige Weise ästhetisch verkürzt und,
fast noch schlimmer, die sie konstituierenden
Materialien auf Naturstein, Holz oder Ziegel
reduziert, freilich ausgestattet mit Ewigkeits­
anspruch. So, als wenn ein verändertes Ma­
terialbewusstsein heute noch als Allheilmit­
tel gegen jegliche Art von Fortschritt fungie­
ren könne.
Manche Aspekte dessen, was Mosebachs we­
nig fundierter Rundumschlag beklagt, be­
herrschen auch die Diskurse der städtischen
Denkmalpfleger, freilich auf einer sehr viel se­
riöseren Ebene, und dies nicht erst seit ge­
stern. Ich kenne viele Denkmalpfleger, die sich
um das neue Bauen in historischen Städten
sehr viel verdienter gemacht haben als berufs­
ständische Organisationen oder Hochschu­
len. Umso bestürzter nehmen wir zur Kennt­
nis, dass das Bundesland Sachsen im Rahmen
Derartige Entwicklungen sind es, die neue Ar­
chitekturen in alten Städten zu Störfakto­
ren, im schlimmsten Fall sogar zu Gebilden
Renaissance des urbanen Wohnens:
Townhauses in Berlin
mit Sprengwirkung werden lassen, und eben
nicht die verwendeten Baustoffe oder Mate­
rialien. Unzählige gebaute Beispiele haben
im Verlauf der letzten Jahrzehnte bewiesen,
dass Carlo Scarpa doch Recht hatte mit sei­
nen subtilen Kombinationen alter und neuer
Materialien. Und dass er doch Recht hatte in
der Annahme, dass gerade neue Materialien
und Baukörperlichkeiten verantwortlich ein­
gesetzt sehr wohl in der Lage sind, Geschich­
ten der alten Stadt weiter zu erzählen, an­
statt sich in ästhetischem Autismus oder men­
schenabweisender Autonomie zu erschöp­
fen. Und dass er richtig lag in seiner Annahme,
dass Architekten ohne Bildung, ohne kultur­
geschichtliches Bewusstsein eigentlich dar­
an gehindert werden müssten, in alten Städ­
ten zu bauen.
Aber Scarpa war gestern, was ist heute? Da
lässt sich unschwer beobachten, dass sich
vor allem die sog. „Star-Architektur“ seit den
zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts bis
heute immer weiter von denen entfernt hat,
die sie realiter behaust; aus deren Gemein­
schaft sie ja erst ihre eigentliche Daseinsbe­
rechtigung bezieht. Will sie nicht sang- und
klanglos untergehen, wird es allerhöchste Zeit
für die Architekten, wieder Konsense mit ihrer
Alltags-Klientel herzustellen; Konsense, was
Respekt vor der Geschichte, aber ohne Anbiederung: David
Chipperfields Restaurierung des Neuen Museums in Berlin
den Qualitätsbegriff, die Definition des Schö­
nen und Nachhaltigen, vor allem aber den
alltäglichen Gebrauchswert anbelangt, wel­
cher sich immer stärker aus regional Vertrau­
tem und innovativem Fremden speist. Das
hört sich leicht an, ist aber immens schwer.
Schon zu weit sind Allerweltsbauten, welche
auch in historischen Stadtkernen weitgehend
ohne Architekten entstehen, und Vorzeige­
bauten prominenter Architekten auseinander­
gedriftet. Gute, zeitlose Gebrauchsarchitek­
turen, ortsverträgliche Bautypen und begreif­
bare Texturen, das ist in erster Linie der Fun­
dus, aus dem sich – wenn überhaupt noch –
neue kontextuelle Architekturen für die unter­
schiedlichen Altstädte Europas speisen könn­
ten.
Und trotzdem erscheint mir eine Anmerkung
sehr wichtig:Ohne die stetige Anreicherung
mit neuen Substanzen in Gestalt mehrwerti­
ger neuer Architekturen würde die alte Stadt
genauso verkümmern wie ein Baum, der nicht
mehr in der Lage ist, sich kontinuierlich neue
Jahresringe zuzulegen. Das Neue darf nicht
generell verteufelt werden, wir brauchen es
zum Über- bzw. Weiterleben. Wir sollten da­
her das Neue inmitten von Altem nicht länger
verketzern, sondern stattdessen viel intensi­
ver und produktiver darüber nachdenken, was
neue Architekturen in historischen Kontexten
den Menschen der Stadtgesellschaft von mor­
gen überhaupt noch erzählen könnten, über­
haupt noch erzählen sollten.
Ich möchte mit einem Zitat des Architekturse­
miotikers Claus Dreyer schließen. Er hat dazu
erst kürzlich sehr zutreffend festgestellt: „Die
architektonische Wahlfreiheit, die wir heu­
te genießen, ist eine Errungenschaft und soll­
te als Chance begriffen werden. Nie zuvor hat
es in der Architekturgeschichte so viele unter­
schiedliche Erscheinungsformen architekto­
nischer Repräsentationsformen gegeben, die
im Wettstreit miteinander liegen. Die Monoto­
nie der klassischen Moderne gehört damit ein
für allemal der Vergangenheit an. Heute kön­
nen interessierte Menschen sich das Univer­
sum ihres eigenen architektonischen Diskur­
ses je nach Gusto frei zusammenstellen, real
bis virtuell. Daraus könnten uns völlig neue
architektonische Paradigmen, ja sogar unter­
schiedliche Architektursprachen erwachsen.
Diese wären sicher in der Lage, eine global zu­
sammengewachsene Weltkultur adäquater zu
repräsentieren, ohne regionale Verschieden­
heiten, ohne regionale Dialekte, ohne histori­
sche Kontexte aus den Augen zu verlieren.“
19
Zukunft braucht Herkunft – Der „genetische Code“ der Stadt. Ein internationaler Erfahrungsbericht
Christa Reicher
Der Philosoph Jean Gebser schreibt in seinem
Werk „Ursprung und Gegenwart“: „Etwas Neu­
es kann man nur finden, wenn man das Alte
kennt. Der Satz, dass alles schon einmal da ge­
wesen ist und es nichts Neues unter der Son­
ne (und dem Mond) gebe, dieser Satz hat nur
bedingte Richtigkeit: Es ist alles immer schon
da gewesen, doch jeweils auf eine andere
Weise, in einem anderen Lichte, in einer an­
deren Bewertung, in einer anderen Verwirk­
lichung, in einer anderen Sichtbarwerdung.“
Hieraus lässt sich die Schlussfolgerung zie­
hen, dass die Stadt aus der ständigen Interak­
tion von menschlicher Gesellschaft und vor­
handenem Raum entsteht. Diese Interaktion
kann das Einfügen eines neues Hauses in ein
vorhandenes städtisches Gefüge sein, es kann
die partielle Transformation eines vorhande­
nen Gefüges sein, es kann die Neubesetzung
eines bisher noch nicht besetzen Raumes sein
oder auch die Transformation einer Stadt als
Ganzes. Dies geschieht immer wieder, „jeweils
auf eine andere Weise, in einem anderen Lich­
te, in einer anderen Bewertung, in einer ande­
ren Verwirklichung, in einer anderen Sichtbar­
werdung.“
Mit dem Begriff des „genetischen Codes“ der
Stadt möchte ich an diese philosophischen
Feststellungen anknüpfen. Der in der Biolo­
20
gie und Medizin zentrale Begriff des geneti­
schen Codes, der auf der Doppelhelix beruht
und den Zusammenhang zwischen der Spra­
che der Nukleinsäuren und der Proteine her­
stellt, lässt sich auch auf den urbanen Kontext
beziehen. Der Code ist ein Träger von spezifi­
schen Informationen, vergleichbar mit Buch­
staben, deren Abfolge „Wörter“ kodieren.
Vor diesem Hintergrund möchte ich verschie­
denen Fragen nachgehen: Gibt es in unseren
Städten diese Träger der Erbinformationen
noch ... oder haben wir sie längst durch unse­
re formalistischen und oberflächlichen Pla­
nungskonzepte zugeschüttet? Und was be­
deutet ein Anerkennen eines solchen „Codes“
für unser planerisches Handel an dem spezifi­
schen Ort, insbesondere auch für den histori­
schen Stadtkern?
1 Städte zwischen Modernisierung und Tradition
Unsere Städte sind die Orte der Modernisie­
rung. Hier haben traditionell die größten ge­
sellschaftlichen und technischen Innovatio­
nen stattgefunden. Als Motoren der gesell­
schaftlichen und wirtschaftlichen Entwick­
lung sind die Städte maßgeblich daran betei­
ligt, dass sich auch die Anforderungen an ihre
baulichen Strukturen verändern.
Ein Blick in die Vergangenheit macht deutlich,
wie die planerischen Antworten auf den tech­
nischen Fortschritt wie die zunehmende Mo­
torisierung der Gesellschaft, zu einer Verände­
rung unserer Städte geführt haben.
Auch wenn wir oft den Eindruck haben, un­
sere Städte seien bereits gebaut, sie unterlie­
gen einem permanenten Veränderungspro­
zess. Dieser Veränderungsprozess läuft ein­
mal mehr und einmal weniger schnell, es gibt
Bereiche, die eher konstant geblieben sind,
und andere, die von einer extremen Dynamik
geprägt sind.
Die Städte gelten zugleich als Wahrer der Tra­
dition. Die Erklärungsversuche, warum es ge­
rade im Augenblick diese Art der Renaissance
von Innenstädten aber auch von Historischem
gibt, sind vielfältig. Medienwissenschaftler
haben festgestellt, dass die Menschen durch
die neuen Medien und ihre Möglichkeiten zu­
nehmend überfordert sind. Aufgrund dieser
Überforderung streben die Menschen nach ei­
nem humanen Ausgleich wie z. B. einer attrak­
tiven Umgebung und insbesondere auch nach
historischen Orten, die bleibende Identifika­
tionswerte verkörpern. Gerade im Medienzeit­
alter werden die realen „Kult-Orte“ also wich­
tiger, um die eigene Identität zu finden.
Objekt als Träger des Codes: Das Dortmunder U
Der Journalist Andreas Denk hat im Rahmen
der Berliner BDA-Gespräche unter der Über­
schrift „Ästhetik des Widerspruchs“ die hier­
mit verbundene Herausforderung prägnant
auf einen Nenner gebracht: „Das ‚Weiterbau­
en’ von Architektur und Stadt ist eine der
wesentlichen Aufgaben der Zukunft: Unse­
re Städte müssen so konzentriert, umgebaut
und verbessert werden, dass sie die demogra­
phischen, klimatischen und mentalen Verän­
derungen verkraften, die unsere Gesellschaft
durchmacht ... Von der denkmalpflegerischen
Anpassung bis zum offenen Widerspruch ge­
gen das „Alte“ reichen die Ansätze.“ (vgl. Denk,
2008, S. 20)
Genau in dieser Erkenntnis liegt der vermeint­
liche Widerspruch: Städte sind zugleich Ort
der Innovation und Wahrer der Tradition. Die­
ses Spannungsfeld bestimmt den Raum, in­
nerhalb dessen wir uns als Akteure in der Ge­
staltung und Weiterentwicklung von Stadt
und Quartier bewegen dürfen. In diesem
Spannungsfeld suchen Architekten, Städte­
bauer und Planer nach Antworten für wach­
sende, stagnierende und schrumpfende Städ­
te, Stadtkerne und Stadtquartiere.
Dieser Aufforderung von Herrn Denk zum
Weiterbauen möchte ich im Folgenden nach­
gehen und fragen, wann und wie dieses Wei­
terbauen – auch im internationalen Kon­
text – vonstatten geht bzw. zukünftig viel­
leicht auch etwas bewusster gesteuert wer­
den kann.
2 Träger des Codes: Objekt und Kontext
Was sind die relevanten Komponenten, wel­
che die Gestaltung der gebauten Stadt und
insbesondere auch der historischen Stadtker­
ne prägen und beeinflussen? Einerseits gibt
es die Objekte, die Gebäude, von denen eine
Impulswirkung für ihre Umgebung ausgehen
kann. In Zeiten geringen Wachstums bzw. der
Schrumpfung wird diese Art der Einflussnah­
me auf den Kontext besonders hochgehalten.
Andererseits kommt auch dem Instrument
des Masterplans als Gesamtstrategie, als städ­
tebauliches Zukunftsbild, im Augenblick wie­
der eine wichtige Rolle in der Diskussion um
die Weiterentwicklung von Stadt und Quar­
tier zu.
 Objekte als Träger des Codes: Das Beispiel
des Dortmunder U
Wenn man die Rolle eines Objekts als Träger
des Codes beleuchten will, dann eignet sich
das Beispiel des Dortmunder U und sein Um­
feld ganz hervorragend. Unmittelbar am Rand
der inneren City, am Westentor, zieht das gro­
ße Gebäude der Union-Brauerei mit seinem
weithin sichtbaren „U“ die Blicke auf sich.
Die Historie des Bierbrauens in Dortmund
reicht bis zum Beginn des Mittelalters in das
Jahr 1293 zurück, als der Stadt Dortmund die
Braurechte verliehen wurden. Im Mittelalter
war das Bierbrauen ein Handwerk, das von
vielerlei Personen ausgeübt wurde. Das mar­
kante Sudhaus am Westentor wurde in den
Jahren 1926/1927 gebaut und gilt als das er­
ste Hochhaus in Dortmund, ein Stahlbeton­
skelettbau, auf dessen Dach 1968 das große
„U“ errichtet wurde. Dieser Standort, der über
ein halbes Jahrhundert lang ein wesentlicher
Bestandteil der Dortmunder Bierproduktion
war, stand seit 1994 nahezu vollständig leer.
Der sich anschließende Planungsprozess dien­
te dazu, eine überzeugende städtebauliche
und architektonische Antwort auf den Stand­
ort und das bauliche Erbe zu finden. Im Herbst
2010 ist das umgebaute Gebäude mit seiner
neuen Nutzung als Kultur- und Kreativzen­
trum der Öffentlichkeit übergeben worden.
Spezifisch für diesen Transformationsprozess
ist die Bedeutung eines Gebäudes, eines Ob­
jekts, das in besonderem Maße Träger des „ge­
netischen Codes“ des Stadt ist.
21
Kontext als Träger des Codes:
DiePrager Altstadt
Objekt und Kontext als Träger des Codes:
Das Wien Museumsquartier
22
Zukunft braucht Herkunft – Der „genetische Code“ der Stadt. Ein internationaler Erfahrungsbericht
Christa Reicher
 Kontext als Träger des Codes: Das Beispiel
der Altstadt von Prag
Die historische Altstadt von Prag ist ein präg­
nantes Beispiel dafür, wie der historische Kon­
text nahezu dogmatisch vor Veränderungen
bewahrt worden ist bzw. wie neue städtebau­
liche Leitbilder als Brüche und eigene Schicht
im Stadtkontext sichtbar sind. Auch wenn es
mittlerweile so etwas wie Leitlinien für die zu­
künftige Entwicklung gibt, so spielt das Haf­
ten am historischen Kontext eine zentrale
Rolle.
Wenn Carl Fingerhuth davon spricht „Die Zei­
ten kristallisieren sich aus und liegen wie Eis­
schollen nebeneinander, oder sie überlagern
sich wie geologische Schichten.“ (Fingerhuth,
2004, S. 33), dann trifft genau dieses Bild der
geologischen Schichten und der nebeneinan­
der liegenden Eisschollen für Prag in besonde­
rem Maße zu.
 Objekt und Kontext als Träger des Codes:
Das Beispiel des Museumsquartiers Wien
Ein in den letzten Jahren viel diskutiertes Bei­
spiel ist das Museumsquartier in Wien. Das Er­
folgsrezept für diesen attraktiven urbanen Ort
beruht auf dem Zusammenspiel der Gebäu­
de mit dem öffentlichen Raum, den sich ge­
genseitig ergänzenden Nutzungen sowie der
bewussten Förderung von Aktivitäten. Weder
die drei neuen Museen noch der historische
Fischer-von-Erlach-Trakt beanspruchen die
Dominanz in diesem Ensemble. Im Gegenteil.
Jedes Gebäude hat eine gewisse Eigenstän­
digkeit und steht doch in einem Zusammen­
hang. Die Bespielung des öffentlichen Raums
durch temporäre Architektur – die sog. Enzies
– und die Öffnung für Events und Kunstinstal­
lationen stärkt die Lebendigkeit dieses Ortes,
aber auch die seines erweiterten Umfelds. Das
Museumsquartier in Wien stellt unter Beweis,
dass der genetische Code eines Ortes aus vie­
len Schichten bestehen kann, vom gebauten
Raum und seiner Fügung von historischem
Bestand und neuer markanter Architektur bis
zu einem vielschichtigen Nutzungsangebot
aus Kunst, Kultur und Event. Das Gebaute bil­
det den statischen Rahmen, die Nutzung und
Bespielung des öffentlichen Raums ist die Va­
riable, die ihre Anziehungskraft durch neue
Überraschungen entfaltet. Die Zeichen und
die Buchstaben des Codes sind immer wieder
neu kombinierbar und sorgen für modifizier­
te „Worte“.
3 Ein Blick auf den internationalen Kontext
Im Rahmen eines internationalen Koope­
rationsprojektes „Revitalisation of histo­
ric towns“ hat die TU Dortmund/Fachgebiet
Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitpla­
nung gemeinsam mit Universitäten in Jordani­
en, in Palästina, in Syrien und im Irak verglei­
chenden Studien im Umgang mit historischen
Städten bearbeitet:
– Madaba in Jordanien
– Maloula in Syrien
– Birzeit in Palästina
– Amedia im Irak
– Hattingen in Deutschland
Die vergleichende Betrachtung fördert ähnli­
che räumliche Gesetzmäßigkeiten und Proble­
me im Umgang mit der Revitalisierung zutage.
23
Revitalisierung of historic towns – Comparative Study
24
Zukunft braucht Herkunft – Der „genetische Code“ der Stadt. Ein internationaler Erfahrungsbericht
Christa Reicher
Die Identität einer Stadt: Konstanten und
Variablen
Von der gebauten Stadt, in besonderem Maße
vom Stadtkern selbst, kann eine identitätsstif­
tende Wirkung ausgehen, die durch den „Ge­
nius loci“, den „Geist des Ortes“, weiter ver­
stärkt wird. Die Identität einer Stadt oder
auch einer Region ist also angewiesen auf ab­
lesbare, authentische bauliche Spuren der
Geschichte. Nur in dieser authentischen Be­
gegnung mit der Vergangenheit wird Identi­
tät möglich. Authentische Erinnerung ist eine
Voraussetzung für Identität.
Im Umgang mit der gebauten Stadt müssen
wir differenzieren zwischen zwei räumlichen
Ebenen bzw. Parametern:
– den Konstanten (historische Stadt als Iden­
titätsträger, markante Gebäude, ...), die es
zu erhalten und bewahren gilt,
– den Variablen (aufgegebene Orte, Brachen,
„Niemandsland“, ...), die es weiterzuent­
wickeln und zu qualifizieren gilt
Gebaute Geschichte wird nicht verstanden als
eine Konstante, die sich über Jahrhunderte
hinweg gehalten hat und auch in Zukunft un­
angetastet bleiben soll. An nahezu jedem Ort
existieren – mehr oder weniger ausgeprägt –
erkennbare und datierbare Abfolgen von Ge-
Schichten. Sie stellen keine konstante Einheit
dar, sondern sie überlagern sich mit neuen
Schichten. In der Konsequenz dieses Ge­
schichtsverständnisses muss die Tradition,
auf die wir uns als Orientierungsgröße beru­
fen, immer eine Erfindung in ihrer jeweiligen
Zeit gewesen ist. Das bedeutet nicht, dass die
Tradition mit dieser Erkenntnis wertlos ge­
worden ist, es relativiert lediglich das Ver­
ständnis von Tradition, ohne jedoch ihren
Wert zu mindern. Aus diesem Geschichtsver­
ständnis heraus erscheint es notwendig, Ge­
bäude in ihrem eigenen Sinn und Sinnzusam­
menhang zu sehen und entsprechend zu
schützen.
Das Zusammenwirken von Konstanten und
Variablen folgt nicht einer vorgegebenen Re­
zeptur, sondern ist jeweils neu zu definieren.
Der „genetische Code“ als Wegweiser
Die geschichtlich gewachsene Stadt ist immer
auch das geformte System von vielfältigen So­
zialbezügen. Auch der sichtbare, bauliche Teil
der Stadt ist Produkt sozialer Bezüge. In die­
sem Sinne kann die geschichtlich gewachsene
Stadt nie nur „schön“ sein. Sie ist Träger eines
„genetischen Potentials“ oder eines „geneti­
schen Codes“, der sich über Jahrhunderte ge­
bildet hat. Dazu gehören etwa das innerstäd­
tische Straßen- und Platzsystem, Baumateri­
alien, Klima etc. –, Aspekte, die nicht nur einer
spezifischen Funktion dienen wie dem Han­
del oder der industriellen Produktion, son­
dern dem Wirkungsgefüge der Gesamtstadt.
Die baulichen Strukturen haben sich dem Ge­
füge angepasst.
Vor dem Hintergrund dieses Wirkungszusam­
menhangs wird deutlich, dass die Bewahrung
baulicher Geschichte als ureigenste Aufgabe
des Denkmalschutzes sich nicht nur auf äs­
thetische Äußerlichkeiten beziehen kann. Die
materiellen geschichtlichen Spuren des Be­
zugssystems „Stadt“ sind zu vernetzt und zu
vielschichtig, als dass man sie z. B. auf zuer­
haltende Fassaden reduzieren könnte. Für
denjenigen, der in der Stadt wohnt und arbei­
tet, sind die geschichtlichen Spuren mehr als
ein kunsthistorisches Bildungsgut oder touri­
stischer Werbeträger, sie sind ein vertrauter
Verfügungsraum, ein sich mit ihm verändern­
der Teil seiner Welt.
Literatur
Fingerhuth, Carl: Learning from China. Basel-BostonBerlin, 2004
Gebser, Jean: Ursprung und Gegenwart, Stuttgart, 1953
Mörsch, Georg : Aufgeklärter Widerstand – Das Denkmal
als Frage und Aufgabe. Basel – Boston – Berlin, 1989
25
Podiumsdiskussion 1
Die Zukunft der europäischen Stadt – Identität schafft Chancen
Wie hält man historische Stadtkerne leben­
dig, welche Nutzungen sind verträglich und
wo liegen die Konfliktlinien für die prakti­
sche Denkmalpflege vor Ort? Ist es nicht so,
dass der Konflikt mit den Bauten der ersten
und zweiten Moderne gar nicht mehr das Ent­
scheidende ist, sondern eher die alltägliche
Banalität?
Dr. Holger Mertens, LWL
Prof. Frank Werner, Bergische Universität Wuppertal
Prof. Christa Reicher, Technische Universität Dortmund
Moderation: Prof. Dr. Franz Pesch, Universität Stuttgart
26
 Holger Mertens: Gefährdungen für histori­
sche Stadtkerne sehe ich vor allem darin, dass
die touristische Nutzung oder auch die Nut­
zung als Einkaufsstandort zunehmend die
Wohnnutzung überlagern und dass Nutzun­
gen hineindrängen, die dort nichts zu suchen
haben. Man muss die traditionellen Nutzungs­
mischungen bewahren und behutsam weiter­
entwickeln. Zum neuen Bauen: Hier gelten
nach wie vor die Grundsätze der Charta von
Venedig. Die Grenze zwischen Original und
Kopie darf nicht verwischt werden. Neue Zu­
taten sollten als Kind ihrer Zeit gekennzeich­
net werden, ablesbar sein im historischen
Kontext. Hierfür stehen aber sehr unter­
schiedliche Formsprachen zur Verfügung.
Lassen sich 15.000 qm Einkaufsfläche in einen
historischen Stadtkern integrieren? Wie sehen
Sie das als Architekturhistoriker?
 Frank Werner: Die Frage der Integration ist
aus historischer Perspektive durchaus zwie­
spältig. Zu ihrer Zeit umstrittene Großvolumi­
na wie etwa Mendelssohns Kaufhäuser Schoc­
ken in Chemnitz oder Petersdorff in Breslau
stehen heute selbst unter Denkmalschutz.
Es ist mit heutigen Mitteln durchaus mög­
lich, auch sehr große Volumina zu integrie­
ren, sie müssen aber im Maßstab angepasst
werden. Das Großkaufhaus Kastner & Öhler in
Graz umfasst heute ein Fünftel der Grundflä­
che der gesamten Altstadt, aber das sieht man
nicht. Denn die Dachlandschaft ist erhalten,
kleine Gässchen sind eingeschnitten, das Vo­
lumen ist in unterschiedliche Units aufgeteilt.
Wie soll man in historischen Stadtkernen bau­
en? Liefert der Begriff des „genetischen Co­
des“ einer Stadt, von dem Christa Reicher
sprach, hierfür einen gleichsam naturgesetz­
lichen Maßstab oder ist Bauen nicht doch ei­
gentlich eher eine Summe von historischen
Entscheidungen, Anpassungen, Korrekturen?
 Christa Reicher: Der genetische Code einer
Stadt ist dynamisch, nicht statisch. Er ist also
nicht unveränderbar, sondern er kann und
soll weiterentwickelt werden, indem jede Epo­
che etwas Eigenes hinzufügt und sich plane­
risch und gestalterisch mit dem konkreten Ort
auseinandersetzt. Es geht immer auch dar­
um, spezifische Orte und Räume zu schaffen
oder spannend neu zu definieren. Der Code ist
nicht nur die Summe von Objekten, die dort
im Laufe der Zeit errichtet worden sind, son­
dern die spezifische Prägung des Ortes durch
die städtebauliche Konstellation, den Grund­
riss, die atmosphärische Wirkung des Raumes
und viel weitere Aspekte.
raum ist so stark, dass er durch die großen Ku­
ben nicht beeinträchtigt wird.
 Holger Mertens: Wir dürfen nicht allein am
historischen Bild kleben. Denn es ist mög­
lich, das Bild zu bewahren und doch wichti­
ge historische Zeugnisse gelöscht zu haben,
wenn man den Stadtgrundriss nicht gewahrt
hat. Aus Sicht der Denkmalpflege sind deshalb
zwei Aspekte wichtig: der Erhalt der origina­
len Bausubstanz und die Bewahrung des hi­
storischen Grundrisses mit den tradierten Par­
zellen- bzw. Hausstellenstrukturen. Manchmal
ist aus Sicht der Denkmalpflege eine architek­
tonisch misslungene Ergänzung leichter zu
verschmerzen – die kann ja auch irgendwann
wieder abgerissen werden – als fundamenta­
le Verluste im Grundriss der Stadt oder in der
originalen Bausubstanz.
 Frank Werner: Die Bewahrung des Stadt­
raums ist das Entscheidende. Das Beispiel
des Wiener Museumsquartiers zeigt, dass der
Raum von den Menschen angenommen wird,
auch wenn die Architektur und das Gebäude­
ensemble selbst umstritten sind. Der Stadt­
27
Podiumsdiskussion 1
Die Zukunft der europäischen Stadt – Identität schafft Chancen
Viele Bürger wollen ein Stück Altstadt oder
ein bestimmtes Gebäude wiederhaben, ohne
nach der Authentizität der neu entstehenden
Bausubstanz zu fragen. Die Identifikation ist
offenbar an das Erscheinungsbild gebunden.
Wie gehen Sie mit dieser Forderung um? Was
ist am Wiederherstellen historischer Bauten
so schlimm bzw. welche Haltung haben Sie
zur neuen Architektur? Denn auch Architekten
haben ja unterschiedliche Meinungen, was
modernes, zeitgemäßes Bauen bedeutet.
 Frank Werner: Ich habe meine Unterschrift
gesetzt gegen den Wiederaufbau des Berli­
ner Schlosses, das ist ein Bastard, weder Fisch
noch Fleisch, einfach abstrus. Mit heutigen
Mitteln kann man auch Gebäude wiederher­
stellen, die 300 Jahre oder länger nicht mehr
bestanden haben, ohne überhaupt genau zu
wissen, wie sie einmal ausgesehen haben. Am
Frankfurter Römerberg hat man irgendeinen
x-beliebigen Zustand aus der Geschichte fi­
xiert. Heute wird das als Architektur aus dem
16. Jh verkauft – und von den Besuchern ge­
liebt. Die Architekten müssen es schaffen, sich
auf eine Sprache einzulassen, die die Bürger
auch verstehen. Andererseits darf drittklassi­
ge Architektur nicht plötzlich nur deshalb ak­
zeptiert werden, weil sie ein bisschen histori­
28
sierend daherkommt. Für die Erweiterung des
Technischen Rathauses in Frankfurt gab es
einen Wettbewerb inklusive Überarbeitung,
doch eine Bürgerinitiative sagt nein, lässt ei­
nen historistischen Gegenentwurf erarbei­
ten und setzt damit Politik und Denkmalpfle­
ge unter Druck. Dies müssen wir in den Griff
bekommen.
 Holger Mertens: Historisierenden Bauten
gegenüber – etwa einer neuen Mall im histo­
risierenden Stil –, da sind wir Denkmalpfleger
nicht so empfindlich. Ich hätte auch kein Pro­
blem damit, wenn die Bürger sagen, uns fehlt
ein Identifikationsobjekt und das wollen wir
wiederhaben. Das Risiko ist heute aber sehr
hoch, dass alles, was im historisierenden Stil
gebaut wird, als Denkmalpflege (miss-)ver­
standen wird. So wird der Wiederaufbau der
Frauenkirche in Dresden durchaus als Akt der
Denkmalpflege gesehen. Das trifft aber nicht
zu. Im Gegenteil: Hier wurde gar mit der Re­
konstruktion das eigentliche Denkmal, d.h.
die Kriegsruine, zerstört. Die Denkmalpfleger
der Republik sollten sich in diesem Punkt ei­
nig sein.
 Birgitta Ringbeck (Publikum): Unabhängig
von der Frage nach historisierender oder mo­
derner Architektur müssen wir auch über den
genetischen Code der Bauherren sprechen.
Viele Bauherren suchen einfach einen großen
Namen und eine berühmte architektonische
Handschrift, ganz unabhängig davon, welche
Architektur sich für den Ort am besten eignet
oder welches Ergebnis ein Architekturwettbe­
werb hatte. Qualitativ gute, sich in die histori­
sche Struktur einfügende Architektur von re­
lativ unbekannten Architekten hat da oft kei­
ne Chance.
 Christa Reicher: Wir müssen Architektur und
Städtebau, und insbesondere die Frage nach
der Qualität, stärker in der öffentlichen Dis­
kussion verankern und bei konkreten Bauvor­
haben frühzeitig die Meinung der Bürger in Er­
fahrung bringen. Sonst wird keine Akzeptanz
entstehen. Die Bereitschaft der Bürger dazu
ist vorhanden und muss genutzt werden. An
der Abstimmung über das Bauhaus Europa in
Aachen, das an sehr prominenter Stelle in der
Nachbarschaft zum Dom entstehen sollte, be­
teiligten sich zwei Drittel der Bürger. Das ver­
stehe ich als Erfolg, auch wenn das Ergebnis
der Abstimmung nicht in meinem Sinne aus­
gefallen ist.
29
Integrierte Handlungskonzepte – Der Weg zur ganzheitlichen Stadtentwicklung
Alexandra Landsberg, agiplan GmbH
1 Integrierte Handlungskonzepte schaffen Perspektiven
Die Städte und Gemeinden in Nordrhein-West­
falen stehen vor großen Herausforderungen:
Die Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen geht
von 2009 bis 2030 um 3,5 % zurück. Das Spek­
trum reicht von -27,6 % in Wülfrath bis zu
+21,8 % in Alfter.1 Die von Schrumpfung betrof­
fenen Städte müssen auf vielfältige städtebau­
liche, wirtschaftliche und soziale Folgen rea­
gieren. Bis 2030 wird sich die Zahl der Älteren
mehr als verdoppeln, während jüngere Alters­
kohorten teilweise um über ein Viertel zurück­
gehen.2 Hinzu kommen die Folgen der Globali­
sierung und der Klimawandel. Diese Entwick­
lungen verstärken sich gegenseitig und ver­
dichten sich auch in den historischen Stadt­
kernen. Neue Aufgaben treten neben die Erhal­
tung und Wiederherstellung der denkmalwer­
ten Bausubstanz.
Ein integriertes, zeitlich abgestimmtes und
ausreichend intensives Ansetzen aller relevan­
ten Fachämter, der Arbeitsverwaltung, der Un­
ternehmen und sonstigen Akteure entwickelt
eine zukunftsfähige Perspektive für die be­
troffenen Städte und Gemeinden. Die Städ­
tebauförderung des Landes unterstützt die
Kommunen bei der Behebung städtebauli­
30
cher Missstände nach §§ 136, 171b und 171e
BauGB. Voraussetzung für die städtebauliche
Förderung ist ein städtebauliches Entwick­
lungskonzept nach § 171b BauGB, das in Nord­
rhein-Westfalen als integriertes Handlungs­
konzept den städtebaulichen Funktionsverlu­
sten nachhaltig entgegentritt und durch sozi­
ale Missstände benachteiligte Ortsteile stabi­
lisiert und aufwertet. Die erforderlichen städ­
tebaulichen Maßnahmen werden gebietsbe­
zogen durchgeführt und durch Ansatzpunkte
zur Verbesserung der sozialen und wirtschaftli­
chen Situation ergänzt.
2 So wirken integrierte Handlungskonzepte
Ein gutes integriertes Handlungskonzept
zeichnet sich durch geeignet ausgewähl­
te Handlungsfelder und Projekte aus. Sie lei­
ten sich aus der Analyse der Situation im Pro­
grammgebiet ab und leisten einen optimalen
Beitrag zur Zielerreichung. Dafür ist es grund­
legend, zu verstehen, wie die Handlungsfelder
und Projekte eines Handlungsprogramms zu­
sammenwirken. Im Folgenden wird daher er­
läutert, wie ein räumlich verdichteter Hand­
lungsbedarf entstehen kann und welche me­
thodischen Ansatzpunkte zu einer strukturel­
len Verbesserung des Gebiets führen können.
2.1 Ursachen für die Entwicklung benach-
teiligter Gebiete
 Städtebauliche Abwärtsspirale: Häufig be­
einträchtigen städtebauliche Mängel oder
Leerstände die weitere Entwicklung eines
Quartiers. Wegen städtebaulicher Missstände
ziehen aufstrebende Bevölkerungsschichten
aus dem Gebiet weg oder gar nicht erst dort
hin, so dass die Mieten stagnieren und Haus­
halte mit sehr begrenzter ökonomischer Leis­
tungsfähigkeit zuziehen. Die Erhaltungsinves­
titionen an Gebäuden gehen zurück, die städ­
tebaulichen Mängel nehmen zu und das Image
verschlechtert sich.
 Sozialer Teufelskreis: Haushalte mit gerin­
ger ökonomischer Leistungsfähigkeit sind vor
allem Erwerbslose, aber auch niedrig Qualifi­
zierte mit nicht existenzsicherndem Einkom­
men. Besonders häufig betroffen sind Migran­
ten und Alleinerziehende. Erwerbslosigkeit
kann zur Verfestigung qualifikatorischer, sozi­
aler und gesundheitlicher Defizite führen. Kin­
der, die in diesem Umfeld aufwachsen, erhal­
ten oft keine ausreichende Unterstützung und
sind in der Schule überfordert.3 In der Konse­
quenz erreichen Jugendliche oft nicht die aus­
reichenden oder nicht die passgenauen Quali­
Städtebauliche Abwärtsspirale
Quelle: eigene Darstellung / ARGEBAU
fikationen, die ihnen einen erfolgreichen Ein­
stieg ins Berufsleben ermöglichen. Sie werden
erwerbslos, wie schon ihre Eltern. Der Teufels­
kreis der Erwerbslosigkeit setzt sich fort.
 Ökonomische Abwärtsspirale: Aufgrund der
oben beschriebenen städtebaulichen und so­
zialen Impulse oder aus einem ökonomischen
Anlass wie der Schließung eines größeren Ge­
werbe- oder Industriebetriebs gehen die Er­
werbseinkommen im Gebiet zurück. Die Nach­
frage nach Produkten und Dienstleistungen
sinkt und die Qualität der nachgefragten Lei­
stungen nimmt ab. Die Einzelhändler und
Dienstleister müssen die Qualität und Vielfalt
ihres Sortiments reduzieren. Die Attraktivität
der Geschäftsstraßen, der Gastronomie und an­
derer lokaler Betriebe nimmt ab,. Die Leistungsund Zahlungsströme gehen zurück und es wird
noch weniger in das Gebiet investiert, sodass
die städtebauliche Qualität erneut sinkt. Die
Mieten bleiben auf geringem Niveau und die
Abwärtsspirale setzt sich fort.
Sozialer Teufelskreis
Ökonomische Abwärtsspirale
spirale durchbrochen werden. Es muss ein aus­
reichender Impuls gegeben werden, um das
Gebiet zu stabilisieren oder eine Aufwärtsspi­
rale in Gang zu setzen. Die Abbildung zeigt, wo­
her diese Impulse kommen können.
Die Abbildung4 unten links zeigt die Situation
in einem Gebiet mit städtebaulichen, sozialen
und ökonomischen Missständen. Das Gebiet
besitzt eine geringe Urbanität und städtebau­
liche Defizite. Die Menschen aus der übrigen
Stadt bzw. Gemeinde, aus der Region oder
auch Touristen tragen nur wenig Geld in das
Gebiet hinein, um dort Produkte und Dienstlei­
stungen zu kaufen: Die Geschäfte und die Ga­
stronomie sind wenig attraktiv. Außerdem sind
die Bewohner/-innen aus dem Gebiet aufgrund
geringer Qualifikation nicht ausreichend in der
Lage, Arbeit zu finden. Durch die geringe Men­
ge und Qualität der im Gebiet nachgefragten
Produkte und Dienstleistungen ist auch der
wirtschaftliche Wert der angebotenen Leistun­
gen gering. Die Betriebe im Gebiet können nur
geringe Gehälter zahlen, wachsen wenig und
schaffen entsprechend kaum zusätzliche Ar­
beitsplätze.
Ein Impuls, der das Gebiet in eine Aufwärts­
spirale bringen kann, muss auf verschiede­
nen Ebenen ansetzen. Durch eine städtebau­
liche Aufwertung gewinnt das Gebiet wieder
an Attraktivität. Für die Entwicklung histori­
2.2 Ansatzpunkte für eine strukturelle Verbesserung
Um eine städtebauliche, soziale und wirt­
schaftliche Erneuerung des historischen Stadtoder Ortskerns zu erreichen, muss die Abwärts­
Strukturelle Verbesserung städtischer Quartiere
31
Integrierte Handlungskonzepte – Der Weg zur ganzheitlichen Stadtentwicklung
Alexandra Landsberg, agiplan GmbH
scher Stadtkerne besitzen zudem Maßnahmen
der lokalen Ökonomie eine besondere Bedeu­
tung, die durch eine aktive Betriebs- und Bran­
chenentwicklung und ein gutes Standortmar­
keting zur Verbesserung der Situation beitra­
gen. Parallel müssen bei Bedarf die Bildungser­
folge an den Schulen, die Qualifikation der Er­
werbspersonen und ihre persönliche Konstitu­
tion verbessert werden. Wird nur an der Quali­
fikation der Bevölkerung angesetzt und nicht
bei der städtebaulichen Qualität, würden Men­
schen, „die es geschafft haben“, das Gebiet ver­
lassen. Hier zeigt sich die Bedeutung einer inte­
grierten Stadterneuerung. Im Zusammenspiel
der Aktivitäten entsteht ein ökonomischer Mul­
tiplikatoreffekt, der es der Bevölkerung und
der Wirtschaft im Gebiet ermöglicht, in die Auf­
wärtsentwicklung zielgerichtet zu investieren.
Die neu gewonnene Attraktivität erleichtert es
nun, Käufer/-innen aus dem gesamten Stadtge­
biet oder sogar aus der Region in die zentrale
Geschäftsstraße des Stadtteils zu ziehen oder
für die örtliche Gastronomie zu interessieren.
Touristen entdecken den Stadt- oder Ortskern
für sich. So kommt zusätzliche Wertschöpfung
und Beschäftigung in den Stadtteil.
32
3 Inhalte eines Integrierten Handlungs-
konzepts
Entscheidend für die Bewilligung der Städte­
bauförderungsmittel ist ein gutes integriertes
Handlungskonzept. Das integrierte Handlungs­
konzept ist ein mehrjähriges, ämterübergrei­
fendes Entwicklungskonzept für ein räumlich
begrenztes, funktional zusammenhängendes
Gebiet auf bestimmte Zeit, das neben einer Be­
standsanalyse, einer Gesamtstrategie, die sich
in mehrere Handlungsfelder auffächern kann,
und entsprechenden Maßnahmen insbesonde­
re einen Maßnahmen-, Kosten-, Finanzierungsund Zeitplan enthält. Das Profil des Programms
ist aus der spezifischen Situation und den Ent­
wicklungszielen des Gebiets zu erarbeiten. Das
Konzept ist auf Fortschreibung angelegt und
umfasst folgende Bausteine:
 Statusbericht
 Stärken-Schwächen-Analyse
– Abgrenzung des Programmgebiets
– Analyse der städtebaulichen Situation
– Analyse der Situation der Bevölkerung
– Analyse der Situation der Wirtschaft
Nachdem die Stärken-Schwächen-Analyse auf­
gezeigt hat, welche Entwicklungsprobleme
das Gebiet kennzeichnen und welche Potenzi­
ale vorhanden sind, müssen die strategischen
Entwicklungsziele des zu erarbeitenden Pro­
gramms daraus abgeleitet werden. Dies erfolgt
qualitativ und quantitativ.
 Zielsetzung
Zunächst ist zu klären, welche Funktion das
Gebiet derzeit übernimmt und welche es zu­
künftig übernehmen kann und soll. Vor diesem
Hintergrund wird entschieden, ob das Gebiet
in seinen bestehenden Strukturen stabilisiert
oder umstrukturiert werden soll. Auf dieser Ba­
sis werden strategische Entwicklungsziele ab­
geleitet, die mit dem später zu konkretisieren­
den Projektprogramm realistisch erreicht wer­
den können. Die qualitative Zielsetzung kann
als Grundlage für eine erfolgreiche Programm­
steuerung quantifiziert werden.
Die Projekte leiten sich aus den strategischen
Entwicklungszielen ab. Sie müssen geeignet
sein, die zuvor festgesetzten strategischen Ent­
wicklungsziele zu erreichen.
Die Projekte werden bei komplexeren Program­
men vor dem Hintergrund der spezifischen
Lage des Gebiets in Handlungsfelder eingeord­
net. Die Handlungsfelder bestimmen sich aus
folgenden Themenbereichen und können sich
in den integrierten Handlungskonzepten ganz
oder teilweise mit unterschiedlichen Schwer­
punktsetzungen wiederfinden:
– Bauen und Umwelt
– Bildung, Soziales und Integration
– Wirtschaft und Beschäftigung
Hinzu kommen ggf. verschiedene Querschnitts­
themen, wie z. B. Partizipation, Aktivierung pri­
vater Investitionen, Integration von Akteuren
und Einwohner/-innen mit Migrationshinter­
grund, Chancengerechtigkeit oder Identität
und Image.
Um einen ökonomischen Multiplikatoreffekt
zu erzielen, ist es wichtig, Private und Unter­
nehmen für die Investition im Gebiet zu gewin­
nen. Dies geschieht zunächst durch die Erar­
beitung und Kommunikation einer klaren Ent­
wicklungsstrategie, die es Investoren ermög­
licht, in die Verbesserung des Gebiets zu inve­
stieren. Darüber hinaus sollten Eigentümer/innen von Wohnungen, Einzelhändler/-innen
und kleine Gewerbetreibende durch individuel­
le Vereinbarungen z. B. mit den örtlichen Indu­
striebetrieben, den Wohnungsbaugesellschaf­
ten, durch die Einrichtung von Immobilienund Standortgemeinschaften oder Housing Im­
provement Districts oder den Aufbau anderer
Netzwerke für die Investition im Programmge­
biet gewonnen werden.
Zu den hartnäckigsten Eigenschaften eines be­
nachteiligten Gebiets gehört sein Image. Ziel
des Handlungsfelds ist es,
– die eigene Identität und das Profil des Ge­
biets zu stärken und
– das Image innerhalb und außerhalb des Ge­
biets zu verbessern.
Grundlegend für den Erfolg des Programms ist
das zeitliche Zusammenwirken der Projekte.
Zu diesem Zweck, als Überblick für die beteilig­
ten Akteure und Stellen sowie als Basis für die
Finanzplanung und die spätere Programmab­
rechnung ist ein Maßnahmen-, Kosten-, Finan­
zierungs- und Zeitplan zu erstellen.
Gegenstand des integrierten Handlungskon­
zepts sind auch Ausführungen zu seiner Um­
setzung. Die Konzepte zur Programmsteue­
rung, ihre Organisation, die Personalausstat­
tung, der Maßnahmen-, Kosten-, Finanzierungsund Zeitplan, die frühzeitige Gewährleistung
der Nachhaltigkeit des Programms und seiner
Projekte und die Evaluation schaffen die zen­
trale Voraussetzung, um den Erfolg des inte­
grierten Handlungskonzepts zu gewährleisten.
Alte Hansestadt Lemgo – zwischen Renaissance und
Moderne5
Der historische Stadtkern der über 800 Jahre alten Han­
sestadt Lemgo (6.400 Einwohner) konnte bis heute in sei­
nem städtebaulichen Gesamtcharakter erhalten werden.
Er zählt deshalb zu den bedeutendsten Zeugnissen mit­
telalterlicher Stadtbaukunst in Nordrhein-Westfalen.
Mehr als 300 Baudenkmäler sind allein im historischen
Stadtkern zu finden. Die Stadt Lemgo hat dieses Erbe
sehr sorgfältig gepflegt und ergänzt. Die weitgehend in­
takte Wohnfunktion und die kontinuierliche Förderung
innerstädtischer Wohnformen und der Nutzungsvielfalt
sorgen dafür, dass die Innenstadt sehr lebendig ist.
Dennoch ist die Pflege und Förderung des baukulturel­
len Erbes und die zeitgemäße und sensible Weiterent­
wicklung der Stadt sowie die Stärkung der Innenstadt­
funktion eine Daueraufgabe, die kontinuierliches fachli­
ches und finanzielles Engagement erfordert. Der Struk­
turwandel im Einzelhandel, die demographische Ent­
wicklung, die Pflege der Baudenkmäler und erhaltens­
werten Gebäude und die sich abzeichnenden Leerstän­
de bei modernisierungsbedürftigen Wohngebäuden, ins­
besondere in den Obergeschossen der Ladenzonen, kon­
frontieren die Stadt Lemgo mit der Fragestellung, wie
dieser Strukturwandel bewältigt werden kann.
Das Integrierte Handlungskonzept der Stadt Lemgo ent­
wickelte dazu die fünf Leitlinien Kaufhaus Innenstadt,
Kulturquartier Neustadt, Der Weg der Sinne, Wohnen in
der Innenstadt und Verbindungen gestalten, die in den
sechs Handlungsfeldern Städtebauliche Teilmaßnah­
men, Straßen, Wege, Plätze, Citymanagement, Bau- und
Ordnungsmaßnahmen, Städtebaulicher Denkmalschutz
sowie Grünflächen und Stadt ans Wasser umgesetzt wer­
den. Ein Rahmenplan löst herausgehobene städtebauli­
che Fragestellungen. Die Umsetzung soll durch zu grün­
dende Immobilien- und Standortgemeinschaften beglei­
tet werden. (Gefördert aus dem Programm Städtebauli­
cher Denkmalschutz.)
33
Integrierte Handlungskonzepte – Der Weg zur ganzheitlichen Stadtentwicklung
Alexandra Landsberg, agiplan GmbH
4 Finanzierung
Abhängig von der Situation im identifizierten
Handlungsgebiet können die Förderprogram­
me ausgewählt werden, aus denen die notwen­
digen Maßnahmen finanziert werden sollen.
Hierzu ist es erforderlich, sich mit der Bezirks­
regierung abzustimmen. Nachdem das Haupt­
förderprogramm und ergänzende Finanzie­
rungsmöglichkeiten festgelegt wurden, muss
geprüft werden, ob die Projektdarstellung ggf.
im Einzelfall den Fördermöglichkeiten anzu­
passen ist, um eine Förderfähigkeit der Projek­
te sicherzustellen.
Zur Unterstützung der Entwicklung von Gebie­
ten der integrierten Stadterneuerung auch in
historischen Stadt- und Ortskernen stehen in
Nordrhein-Westfalen grundsätzlich folgende
Förderprogramme zur Verfügung:
 Das Programm Aktive Stadt- und Ortsteil­
zentren widmet sich der nachhaltigen Stär­
kung von zentralen Versorgungsbereichen,
die durch Funktionsverluste (insbesondere
gewerblichen Leerstand) bedroht oder be­
troffen sind.
 Der Schwerpunkt des Programms Soziale
Stadt besteht in der städtebaulichen Auf­
wertung und der sozialen Stabilisierung
von Gebieten, die aufgrund der Zusammen­
setzung und wirtschaftlichen Situation der
34
darin lebenden und arbeitenden Menschen
erheblich benachteiligt sind. Der Bund hat
die Möglichkeit eingeräumt, sozial-flankie­
rende Maßnahmen im Rahmen von soge­
nannten Modellvorhaben im Einzelfall zu
fördern.
 Der Schwerpunkt des Programms Stadtum­
bau West besteht in der städtebaulichen
Umstrukturierung von Gebieten, die von er­
heblichen städtebaulichen Funktionsverlu­
sten insbesondere durch Brachen und Ge­
bäudeleerstände betroffen sind.
 Das Programm des Städtebaulichen Denk­
malschutzes hat zum Ziel, bau- und kultur­
historisch wertvolle Gebiete, insbesonde­
re in historischen Stadtkernen – über die je­
weiligen Einzeldenkmale, Straßen und Plät­
ze hinaus – als städtebauliche Gesamtmaß­
nahme in ihrer baulichen und strukturellen
Eigenart und Geschlossenheit zu erhalten
und zukunftsweisend weiterzuent­wickeln.
Für alle Programme der integrierten Stadter­
neuerung steht der Gebietsbezug im Vorder­
grund. Abhängig vom Bedarf können in allen
Programmen sowohl städtebauliche als auch
ökonomische und soziale Projekte gefördert
werden. Dabei ist die Hauptausrichtung des
Programms entsprechend der Förderrichtlini­
en Stadterneuerung 2008 zu berücksichtigen.
Fördermittel können auch zur Vorbereitung
der Gesamtmaßnahme eingesetzt werden. Mit
den Vorhaben darf vor der Bewilligung nicht
begonnen werden, es sei denn, dem vorzeiti­
gen Maßnahmebeginn wird vorab durch die
Bewilligungsbehörde schriftlich zugestimmt.
 Verfügungsfonds: Zur stärkeren Beteiligung
und Mitwirkung von Betroffenen kann die Ge­
meinde sogenannte Verfügungsfonds ein­
richten. Der Verfügungsfonds kann direkt und
unbürokratisch Ideen und Anregungen der
Bewohner/-innen und Akteure aufgreifen. Die
Verfügungsfonds für Immobilien- und Stand­
ortgemeinschaften und die Verfügungsfonds
der Sozialen Stadt sind unterschiedlich kon­
struiert.
Die Verfügungsfonds der Immobilien- und
Standortgemeinschaften werden mit bis zu
50 % aus Mitteln der Städtebauförderung von
Bund, Land und Gemeinde sowie zu minde­
stens 50 % aus Mitteln privater Akteure oder
zusätzlichen Gemeindemitteln gespeist. Die
Mittel der Fonds müssen für Investitionen und
investitionsfördernde Maßnahmen eingesetzt
werden. Mittel, die nicht aus der Städtebauför­
derung stammen, können auch für nicht-inve­
stive Maßnahmen eingesetzt werden. (Nr. 14
Förderrichtlinien Stadterneuerung 2008)
Grundlage der integrierten Stadterneuerung
ist die räumliche Bündelung verfügbarer Res­
sourcen und Programme aus den Bereichen
Städtebau, Soziales, Beschäftigung, Wirtschaft,
Integration, Jugend, Familie, Frauen, Verkehr,
Bildung und Gesundheit. Damit tritt neben
die o. g. Programme der integrierten Stadter­
neuerung die Notwendigkeit, weitere Finan­
zierungsquellen zu erschließen bzw. zu ver­
dichten, um die Finanzierung des integrierten
Handlungskonzepts sicherzustellen. Für jedes
einzelne Projekt des Programms muss der ad­
äquate Finanzierungsansatz gefunden werden.
Dann muss geprüft werden, ob die Ausrichtung
der Projekte aus dem Integrierten Handlungs­
konzept ggf. angepasst werden sollte, um die
Förderfähigkeit zu gewährleisten. Dabei kön­
nen im Gespräch mit dem jeweiligen Förder­
mittelgeber auch Auslegungsspielräume und
ggf. Möglichkeiten zur Realisierung von Mo­
dellvorhaben geprüft werden.
5 Antragsverfahren
Das integrierte Handlungskonzept wird durch
den Stadtrat und ggf. durch die Bezirksvertre­
tung beschlossen und bei der Bezirksregierung
zur Aufnahme des Gebiets bzw. zur Genehmi­
gung des Programms eingereicht. Im Vorfeld
empfiehlt sich ein Abstimmungsgespräch mit
der Bezirksregierung, um sich über den Hand­
lungsbedarf im Gebiet und eine sachgerechte
Finanzierung des geplanten Programms auszu­
tauschen. Die Bezirksregierung leitet das Pro­
gramm der Landesregierung zur Entscheidung
zu (Interministerielle Arbeitsgruppe Soziale
Stadt) oder befindet selbst über das integrier­
te Handlungskonzept (Stadtumbau West, Akti­
ve Stadt- und Ortsteilzentren, Städtebaulicher
Denkmalschutz). Richtschnur der Entschei­
dung ist die Qualität des integrierten Hand­
lungskonzepts.
Nach einer Anerkennung des integrierten
Handlungskonzepts und des Fördergebiets
stellt die Kommune dann einen bzw. mehre­
re Förderanträge bei der Bezirksregierung und
ggf. bei anderen zuständigen Stellen. Die Be­
willigung erfolgt in der Regel durch die Bezirks­
regierung. Projekte, die Mittel aus der Städte­
bauförderung nutzen, werden in funktionsfä­
higen Abschnitten bewilligt und müssen in der
mittelfristigen Finanzplanung der Kommune
abgesichert werden. Entsprechend stellt die
Kommune jährlich projektbezogen Anträge zur
Bewilligung weiterer Fördertranchen.
1
Städte größer 20.000 Einwoh­
ner/-innen in NRW 2009 zu 2030,
IT.NRW, eigene Berechnungen
2
IT.NRW, eigene Berechnungen
3
vgl. z.B.: Organisation für wirt­
schaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung: Lernen für die
Welt von morgen. Erste Ergeb­
nisse von PISA 2003, Paris 2004
4
Abbildung in Anlehnung an eine
Darstellung der Export-BasisTheorie von Gärtner 2008
5
nach: Stadt Lemgo (Hrsg.) /
Wolters Partner: Alte Hansestadt
Lemgo. Städtebauliches Ent­
wicklungskonzept Innenstadt,
Coesfeld 2009
35
Podiumsdiskussion 2
Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven
Peter Zlonicky hat einmal gesagt: Stadterneu­
erung ist eine Daueraufgabe ohne eine Dau­
erlösung. Sind integrierte Konzepte wie z. B.
städtebauliche Rahmenpläne hilfreich beim
Umgang mit den alltäglichen Problemen?
 Dr. Dagmar Goch: Die Vielzahl von Planun­
gen und Konzepten, die es in unserer Stadt
gibt, ist die Basis all unserer Entscheidungen,
und ich bin froh, dass wir sie haben. Sie wer­
den auch politisch sehr ernst genommen, im­
mer wieder wird Bezug auf diese Gutachten
genommen, immer wieder wird nachgefragt,
wie der Stand ist, ob sich die Ziele geändert
haben. Wenn man sich langfristig orientieren
will – und in der Stadtplanung muss man sich
langfristig orientieren –, sind integrierte Kon­
zepte der einzige Weg. Ein historischer Stadt­
kern ist auch ein schweres Erbe. Kluge Kon­
zepte helfen, es zu tragen.
Dr. Reiner Austermann, Bürgermeister der Stadt Lemgo
Michael Stojan, Stadt Siegen
Walter Ollenik, Stadt Hattingen
Dr. Dagmar Goch, Bürgermeisterin der Stadt Hattingen
Moderation: Prof. Dr. Franz Pesch
36
Wie kann der historische Stadtkern als Ein­
kaufsbereich attraktiv bleiben? Wie erreichen
Sie die Akzeptanz der Eigentümer für die ge­
stalterischen Konzepte der Stadt?
 Dr. Reiner Austermann: Lemgo ist im Einzel­
handelsbereich gut aufgestellt. Bei uns ma­
chen die Läden auf, nicht zu. Wie haben wir
das geschafft? Verantwortlich ist ein Strauß
von Maßnahmen: Zunächst brauchen Sie ei­
nen Grundkonsens von Rat, Verwaltung und
Einzelhandel. Er beruht auf gegenseitigem
Vertrauen, das nur durch langjährige gute Zu­
sammenarbeit entsteht. Dann brauchen Sie
gute Konzepte und ein gutes Stadtmarketing,
das ebenfalls auf Konstanz setzt. Alle öffentli­
chen Investitionen müssen auf gestalterische
Qualität bedacht sein. Und dann brauchen Sie
auch ein bisschen Glück – vor allem, wenn es
um Investoren geht.
Wie sieht es in Siegen aus. Welche Rolle spielt
die Gestaltung bei der Stabilisierung der Ober­
stadt. Sind gestalterische Leitlinien eine Hilfe­
stellung im Umgang mit den Investoren?
 Michael Stojan: Siegen verfügt über ein sehr
gutes ganzheitliches Stadtentwicklungskon­
zept aus dem Jahr 1988, von dem bislang erst
einige Highlights umgesetzt worden sind: So
wurde das alte Apollo-Kino zum Theater um­
gebaut und ein Kaufhaus in der Oberstadt
aus den zwanziger Jahren zu einem Kultur­
zentrum. Wie eine Umfrage ergeben hat, se­
hen die Bürger die Mängel des Stadtbilds und
der Grünbereiche als größte Defizite und als
Grund für einen Wegzug. Unsere Gestaltungs­
satzung bezieht sich leider nicht auf den wie­
deraufgebauten Teil der Stadt, der für mich
eine hohe Qualität beinhaltet. Wir versuchen
zur Zeit durch ein Geschichtsforum Wieder­
aufbau gemeinsam mit der VHS das Bewusst­
sein der Bürger für diese Architektur zu we­
cken. Die Instrumente zur Gestaltsicherung
helfen dabei. Es ist sinnvoll, kleine städtebau­
liche Vorstudien mit den Investoren zusam­
men zu entwickeln, um städtebauliche Rah­
menbedingungen gemeinsam festzulegen. Bei
großen Vorhaben dienen Gutachterverfahren
dazu, die Gestaltungsqualität zu sichern. Mit
der Stadtbildoffensive Siegen wollen wir mit
allen Akteuren einen umfassenden Rahmen
für eine attraktivere Innenstadt entwickeln.
Wie kommen Sie in ihrer Stadt mit den zur
Verfügung stehenden Instrumenten zurecht.
Wo sehen Sie Erfordernisse für eine Weiter­
entwicklung?
 Walter Ollenik: Unsere Gestaltungssatzung
stammt aus den 80er Jahren. Sie wurde mitt­
lerweile dreimal überarbeitet. Von Anfang
an haben wir Wert darauf gelegt, die Inhal­
te über persönliche Gespräche zu vermitteln.
Für alle Gespräche mit Eigentümern und Nut­
zern brauchen wir die Satzung als Grundla­
ge, ohne Satzung lässt sich schlechter disku­
tieren. Unsere Gestaltungssatzung gilt nur für
den Bereich der Altstadt, für den unmittelbar
angrenzenden Teil gibt es zur Zeit nur Gestal­
tungsempfehlungen. Auch hier sind die Eigen­
tümer an uns herangetreten mit dem Wunsch,
diesen Empfehlungen eine verbindliche Sat­
zungsform zu geben, damit sie die gestalteri­
schen Vorgaben ihren Mietern gegenüber bes­
ser vertreten können.
Ein zweites wichtiges Element neben dem Di­
alog mit den Bürgern ist die Zusammenarbeit
innerhalb der Kommune. Wir brauchen die Ak­
zeptanz aller beteiligten Fachämter. Bei uns
arbeiten Planung, Bauordnung und Denkmal­
pflege sehr erfolgreich zusammen.
37
Podiumsdiskussion 2
Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven
Über die Bedeutung des Gesprächs herrscht
Einigkeit. Auf welchen Ebenen wird dieser Dia­
log geführt, wo liegen die Konflikte?
 Dr. Reiner Austermann: Der Schlüssel zum
Erfolg – ich kann mich da Herrn Ollenik nur
anschließen – liegt in der Kombination von
Satzung und Dialog mit den Investoren, Bau­
herren und Eigentümern. Das eine funktio­
niert ohne das andere nicht. Wenn Gestal­
tungswünsche oder die Entwicklung einer
Satzung auf den Wunsch des Einzelhandels
selbst zurückgehen, haben Sie auch die Politik
auf ihrer Seite.
Am Ende müssen Sie aber Ordnungsbehörde
sein. Dann müssen Sie durchsetzen. Rat und
Verwaltung müssen eine Einheit sein.
 Michael Stojan: Kommunitation ist die we­
sentliche Grundlage einer qualitätvollen
Stadtentwicklung. In unserem Forum Innen­
stadt arbeiten wir regelmäßig mit den ver­
schiedenen Interessengruppen an gemeinsa­
men Zielen und Aktionen.
38
 Dr. Dagmar Goch: Man muss vermitteln,
dass das Stadtbild ein gemeinsames Pro­
jekt ist. Das kann die Stadtverwaltung alleine
nicht erreichen. Jeder muss seinen Teil dazu
beitragen: in Quartiersgesprächen, im Stadt­
marketingbereich, in Eigentümergesprächen.
Und deshalb ist die Richtung, Gestaltung im
Dialog zu entwickeln, genau der richtige Weg.
 Walter Ollenik: Es kommt auf die Form der
Ansprache an. Nach dem Baugesetzbuch müs­
sen alle gestalterischen Angelegenheiten öf­
fentlich behandelt werden, da herrscht auf
den Zuschauertribünen gähnende Leere. Die
Bürger interessieren sich nicht für die Ent­
scheidungen, die im Rat getroffen werden.
Wenn man sie aber gezielt und direkt an­
spricht, zu Eigentümergesprächen einlädt z. B., dann kommt etwas dabei heraus.
 Dr. Reiner Austermann: Der Dialog muss da­
rüber hinaus sehr strukturiert geführt und gut
vorbereitet werden. Wenn das unstrukturiert
passiert, habe ich da nur die üblichen Ver­
dächtigen sitzen, die ich kenne, deren Argu­
mente ich kenne. Das ist für den Prozess nicht
förderlich.
39
Stadtspaziergang und Impressionen
aus Hattingen
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
Forschungsbericht
Gestaltung im Dialog – Vom Satzungsrecht bis zur individuellen Beratung
Zum Schutz baulicher und städtebaulicher
Qualitäten sowie zur Sicherung baugestalte­
rischer Absichten steht den Städten und Ge­
meinden des Landes Nordrhein-Westfalen ein
differenziertes rechtliches Instrumentarium
zur Verfügung. Insbesondere zählen dazu:
 Gestaltungs- und Werbesatzungen auf der
Grundlage des § 86 der Bauordnung für das
Land Nordrhein-Westfalen,
 Denkmalbereichssatzungen auf der Grund­
lage des § 5 des Denkmalschutzgesetzes
des Landes Nordrhein-Westfalen,
 Sondernutzungssatzungen auf der Grund­
lage der §§ 18, 19 und 19a des Straßen- und
Wegegesetzes des Landes Nordrhein-West­
falen,
 Bebauungspläne nach dem Baugesetzbuch
im Allgemeinen.
Mit einer Untersuchung zur Anwendung die­
ses Instrumentariums in den historischen
Stadtkernen des Landes Nordrhein-Westfalen
verbindet die Arbeitsgemeinschaft das Inter­
esse:
 systematische Erkenntnisse über den Ein­
satz dieser Instrumente in ihren Mitglieds­
städten zu erlangen,
 den Erfolg dieser Instrumente bezogen auf
die mit ihrem Einsatz verbundenen stadtund baugestalterischen Ziele zu bewerten,
 sowie die Wirkung dieser Instrumente in
Abhängigkeit von Entstehung, Regelungs­
inhalten und Anwendung zu analysieren.
Die Untersuchung dieser Fragestellungen
setzt sowohl eine systematische Erfassung al­
ler Satzungen als auch vertiefende Studien
repräsentativer sowie besonderer Fälle vor­
aus. Demnach erfolgte die Untersuchung von
Herbst 2009 bis Sommer 2010 in zwei Phasen:
 Untersuchung Phase 1 – Empirische Grund­
lage war die systematische Befragung
sämtlicher Mitgliedsstädte mit Hilfe eines
standardisierten Fragebogens.
 Untersuchung Phase 2 – Zur inhaltlichen
Vertiefung von Einzelaspekten wurden In­
terviews und Ortsbegehungen in 15 ausge­
wählten Stadtkernen durchgeführt.
Stadtkernen. Die Fachtagung richtete sich an
die im Arbeitskreis Historische Stadtkerne ver­
tretenen Städte, an die privaten Akteure in
den Satzungsgebieten und darüber hinaus an
die interessierte Fachöffentlichkeit.
Ziel der Untersuchung ist es, Handlungsemp­
fehlungen für die Anwendung des Instrumen­
tariums zur Stadtgestaltung zu geben. Dabei
geht es sowohl um beispielhafte Regelungs­
inhalte, die sich in ihrer Wirksamkeit und
Rechtssicherheit bewährt haben, als auch um
Verfahren, mit denen es gelingt, den Satzun­
gen zu einer breiten Akzeptanz bei den betei­
ligten Akteuren sowie in der Stadtöffentlich­
keit zu verhelfen.
Eine Fachtagung am 30. Juni 2010 in Hattingen
vervollständigte das Thema durch Fachbei­
träge und eine erste Übersicht der Ergebnisse
der systematischen Erfassung zum Satzungs­
recht zur Stadtgestaltung in historischen
51
Forschungsbericht | Gestaltung im Dialog – Vom Satzungsrecht bis zur individuellen Beratung
Untersuchung Phase 1
Untersuchungsmethode Phase 1
Die Durchführung des Forschungsvorhabens
erfolgte in enger Abstimmung mit einer von
der Arbeitsgemeinschaft gebildeten Len­
kungsgruppe. In einem ersten Arbeitsschritt
wurde in einer Expertenrunde ein Fragebogen
erarbeitet, der an alle 37 Mitgliedsstädte der
Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne
NRW verschickt wurde. In vertiefenden Telefo­
naten wurden die Bereitschaft und das Inter­
esse am Projekt erfragt sowie Rückfragen be­
antwortet. Die Resonanz war ausnahmslos
positiv: Alle 37 Mitgliedsstädte haben sich an
der Befragung beteiligt.
Der Fragebogen beinhaltete im Wesentlichen
folgende Fragestellungen:
 Kurzdarstellung des Portraits der Stadt
und des historischen Stadtkerns, wie zum
Beispiel
–Erscheinungsbild
– Strukturmerkmale
– Alleinstellungsmerkmale
 Darstellung des aktuellen Einsatzes von In­
strumenten zur Stadtgestaltung
–Rechtsinstrumente
– Kommunikative Instrumente
–Förderinstrumente
52
 Aktuelle Erfolge in der Umsetzung stadtge­
stalterischer Qualitäten
– Private Umsetzungen
– Öffentliche Umsetzungen
– Strategien für die Zukunft
 Bewertung und Einschätzung zur
– Leistungsfähigkeit der Instrumente
– Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
– sowie Nennung von drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
Die Angaben aller Städte sind in vergleichba­
rer Form auf jeweils einer Doppelseite im An­
hang dargestellt, als Fußnote ist ein aus dem
jeweiligen Erhebungsbogen ablesbares Fa­
zit angemerkt. Darin werden die Zufrieden­
heit mit der aktuellen Situation, Probleme, Zu­
kunftsstrategien und der Umgang mit den In­
strumenten deutlich.
Die wichtigsten Ergebnisse aus der Beantwor­
tung der Fragebögen sind nachfolgend darge­
stellt. Tabellen und Diagramme ermöglichen
den Vergleich der Situation in den Städten zu
den oben genannten Themenschwerpunkten.
Profil der historischen Stadtkerne
Die historischen Stadtkerne der Arbeitsge­
meinschaft unterscheiden sich deutlich hin­
sichtlich ihrer Flächengröße, ihrer Einwohner­
zahl und damit auch ihrer funktionalen Be­
deutung für die Gesamtstadt. Entsprechend
sind die Themen und Problemlagen in den
einzelnen Stadtkernen unterschiedlich zu ge­
wichten. Auch die Methoden zur Erfüllung
des stadtgestalterischen und denkmalpflege­
rischen Anspruchs variieren. Während es in
den kleinen Stadtkernen gelingt, über knapp
gefasste Satzungstexte und Kommunikation
auf kurzem Weg Gestaltungsfragen zu klären,
stellt sich die Situation in den größeren Stadt­
kernen in der Regel komplexer dar.
Die Erhebung zum Satzungsrecht enthält da­
her nicht nur eine rein quantitative Abfrage
der zur Verfügung stehenden Instrumente.
Von besonderer Bedeutung ist vor allem auch
die Frage, wie die Verwaltungen die Handhab­
barkeit und Leistungsfähigkeit der Instrumen­
te sowie ihre Akzeptanz bei den Bürgerinnen
und Bürgern einschätzen. Beide Faktoren tra­
gen in erheblichem Maße zur Wirksamkeit der
Instrumente bei. Vor allem in dem hohen Stel­
lenwert dieser qualitativen Aspekte gründete
auch die Notwendigkeit einer zweiten, vertie­
21 - 50 ha
Nebenzentrum
16
15
9 - 20 ha
0
5
28
Hauptzentrum
6
>50 ha
10
15
5
4
Nahversorgung
20
25
30
35
0
40
5
10
15
Größe und städtebauliche Bedeutung
 Flächengröße: Die Flächengröße der histo­
rischen Stadtkerne beträgt durchschnittlich
etwa 37 Hektar mit einer Streuung zwischen
6 Hektar (Hückeswagen) und 142 Hektar (AltArnsberg). Bei einer Gruppierung nach Grö­
ßenklassen ergibt sich folgendes Bild:
 Flächengröße bis 20 Hektar: 15 Stadtkerne
 Flächengröße 21 bis 50 Hektar: 16 Stadt­
kerne
 Flächengröße über 50 Hektar: 6 Stadtkerne
 Funktionale Bedeutung: Überwiegend bil­
den die historischen Stadtkerne gleichzeitig
das Hauptzentrum für die Gesamtstadt. Die
aktuellen strukturellen Probleme der Innen­
städte in Mittel- und Grundzentren treffen da­
mit insbesondere auch für die historischen
Stadtkerne zu.
 Insgesamt weisen 28 historische Stadtker­
ne die Bedeutung des Hauptzentrums für
die Gesamtstadt auf.
 Nebenzentrale Bedeutung haben die Stadt­
kerne Alt-Arnsberg, Düsseldorf-Kaisers­
werth, Monschau, Remscheid-Lennep und
Velbert-Langenberg.
25
30
Funktionale Bedeutung
Flächengröße
fenden Erhebungsphase vor Ort mit persön­
lichen Gesprächen.
20
 Lediglich Nahversorgungsfunktion haben
die historischen Stadtkerne Bad Laasphe,
Freudenberg, Krefeld-Linn und SchiederSchwalenberg.
 Einwohnerzahl: Neben den zentralen Nut­
zungen (Einzelhandel, Gemeinbedarf, Dienst­
leistungen etc.) ist durchgehend Wohnen ein
bedeutendes Nutzungssegment in den histo­
rischen Stadtkernen. Dies belegen die aktuel­
len Einwohnerzahlen und Einwohnerdichten.
 Die durchschnittliche Einwohnerdichte
in den historischen Stadtkernen beträgt
67 Einwohner je Hektar. Dabei liegen 80 %
der Einzelwerte zur Einwohnerdichte zwi­
schen 30 und 80 Einwohner je Hektar.
 Zum Vergleich: Die Einwohnerdichte in
den Innenstädten der Großstädte entlang
des Rheins beträgt 70 Einwohner je Hektar
(Quelle: BBR-Raumbeobachtung)
 Baugeschichtliche Bedeutung und Anzahl
denkmalwerter Gebäude: Insgesamt befinden
sich in den 37 historischen Stadtkernen etwa
5.300 Baudenkmäler. Durchschnittlich beträgt
die „Denkmaldichte“ mehr als 5 Baudenk­
mäler je Hektar. Dies dokumentiert die bau­
geschichtliche Bedeutung der historischen
Stadtkerne, zusätzlich unterstrichen durch 17
Denkmalbereichssatzungen.
Herausforderungen
Als Entwicklungstendenz lässt sich festhalten,
dass die historischen Stadtkerne von den allge­
meinen strukturellen Problemen der Innen­
städte (insbesondere der Grund- und Mittelzen­
tren) in besonderem Maße betroffen sind. Auf­
grund der hohen Gestaltqualität der Stadtker­
ne müssen diese Probleme mit großer Sorgfalt
angegangen werden. Zu den Hauptproblemen
gehört die Schwächung des Einzelhandels, ins­
besondere vor dem Hintergrund der kleinteili­
gen Parzellen- und Baustrukturen. Hinzu
kommt der demografische Wandel mit einem
Rückgang der Bevölkerungszahlen und einer
Veränderung der Bevölkerungs- und Haushalts­
strukturen. Bezogen auf die Wohnfunktion
sind in den historischen Stadtkernen jedoch
auch gegenläufige Entwicklungen festzustel­
len, die Hinweise auf eine mögliche Trendum­
kehr geben. Während einige Städte weiter sin­
kende Einwohnerzahlen und Leerstände be­
fürchten, registrieren andere Städte bereits
eine zunehmende Beliebtheit und Nachfrage
der historischen Stadtkerne als Wohnstandort.
 24 der 37 befragten Städte (etwa 65 %) nen­
nen ausdrücklich „Leerstände“ in ihrem hi­
storischen Stadtkern als negative Entwick­
lungstendenz mit der Folge ausbleiben­
der Investitionen. Als Ursachen werden so­
53
Schieder-Schwalenberg
Bad Münstereifel
wohl eine Schwächung des Einzelhandels
als auch Bevölkerungsrückgänge genannt.
Hinzu kommen in Einzelfällen besondere
Aspekte, wie beispielsweise ein deutlicher
Rückgang des Kurbetriebs in Bad Salzuflen
und Bad Münstereifel.
 Einzelne Städte beschreiben gegenläufige
Entwicklungstendenzen, etwa eine zuneh­
mende Nachfrage als Wohnstandort und
gleichzeitig Leerstände im gewerblichen
Bereich, zum Beispiel in Lemgo und Vel­
bert-Langenberg.
 In einigen Fällen werden auch durchge­
hend positive Entwicklungen benannt,
zum Beispiel in Düsseldorf-Kaiserswerth,
Krefeld-Linn und Kempen.
Warburg
Instrumente zur Sicherung der
Gestaltqualität
Rechtsinstrumente
Den Städten stehen mehrere Instrumente zur
Verfügung, von denen sie in unterschiedlicher
Zusammenstellung und unterschiedlichem
Umfang Gebrauch machen. Die folgenden In­
strumente können zur Sicherung der Gestalt­
qualität im historischen Stadtkern herangezo­
gen werden:
–Gestaltungssatzung
–Werbesatzung
–Sondernutzungssatzung
–Denkmalbereichssatzung
–Denkmalpflegeplan
–Erhaltungssatzung
–Sanierungssatzung
–Bebauungspläne
bei dominiert mit 31 Nennungen deutlich die
Gestaltungssatzung. Immerhin 17 Stadtkerne
verfügen über eine Denkmalbereichssatzung.
Werbesatzungen sind mit 13 und Sondernut­
zungssatzungen mit 14 Nennungen vertreten.
Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass die
Gestaltung von Werbeanlagen sowie die Mö­
blierung des öffentlichen Raums häufig be­
reits in den Gestaltungssatzungen geregelt
werden. Mit Erhaltungssatzungen und Sanie­
rungssatzungen wurden auch planungsrecht­
liche Instrumente auf der Grundlage des Bau­
gesetzbuches benannt. Die Anzahl der Nen­
nungen im Einzelnen:
– Gestaltungssatzungen: 31 Städte
– Werbesatzungen: 13 Städte
– Sondernutzungssatzung: 14 Städte
– Denkmalbereichssatzung: 17 Städte
– Denkmalpflegeplan: 2 Städte
– Erhaltungssatzung: 12 Städte
– Sanierungssatzung: 23 Städte
Anwendung der Rechtsinstrumente
Das Angebot der Rechtsinstrumente zur Si­
cherung der Gestaltqualität in den histori­
schen Stadtkernen wird umfassend wahrge­
nommen. Alle Städte setzen mindestens ein
Rechtsinstrument für den Erhalt des Gestalt­
werts ihrer historischen Stadtkerne ein. Da­
54
Von den Gestaltungssatzungen sind 26 in den
1980er Jahren oder früher entstanden. Nur
vier dieser Satzungen wurden nach der Jahr­
tausendwende fortgeschrieben, lediglich zwei
Gestaltungssatzungen wurden nach 2000 neu
aufgestellt. Aufgrund neuer Anforderungen
(z. B. Satellitenanlagen und Solarkollektoren)
Detmold
Höxter
planen nunmehr 20 Städte, ihre Gestaltungs­
satzungen zu überarbeiten oder neu aufzu­
stellen. Ähnlich verhält es sich mit den Werbe­
satzungen.
Leistungsfähigkeit und Akzeptanz der
Rechtsinstrumente
Soest
Als wirkungsvollstes Rechtsinstrument zur
Sicherung der Gestaltungsqualität wird mit
23 Nennungen deutlich die Gestaltungssat­
zung favorisiert. Es folgt die Aufstellung einer
Denkmalbereichssatzung nach dem Denkmal­
schutzgesetz mit 14 Nennungen.
Kommunikative Instrumente
Die Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumen­
te wird aus der Sicht der Städte überwiegend
(65 % der befragten Städte) als hoch oder so­
gar sehr hoch eingeschätzt. Offensichtlich ha­
ben sich die Instrumente zur Sicherung der
Gestaltqualität in der langjährigen Anwen­
dung bewährt. Nur drei Städte bewerten die Leistungsfähigkeit als niedrig:
– Leistungsfähigkeit sehr hoch: 5
– Leistungsfähigkeit hoch: 19
– Leistungsfähigkeit mittel: 6
– Leistungsfähigkeit niedrig: 3
– keine Angabe: 4
Ebenso wird die Akzeptanz der Rechtsinstru­
mente auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger
überwiegend als insgesamt gut eingestuft:
– hohe Akzeptanz: 17
– eingeschränkte Akzeptanz: 15
– keine Akzeptanz: 3
– keine Angabe: 2
Immer größere Bedeutung kommt den kom­
munikativen Instrumenten zur Sicherung der
Gestaltqualität zu. Während die Rechtsinstru­
mente als auch im juristischen Sinne verbind­
liche Grundlage unverzichtbar erscheinen,
sorgen erst die kommunikativen Instrumen­
te mit ihrem ausgeprägten Dialogcharakter
bei den Bürgerinnen und Bürgern für das not­
wendige Verständnis für den Wert des histori­
schen Erbes und für die Akzeptanz der zu sei­
nem Schutz notwendigen Maßnahmen. Zur
Verfügung stehen den Städten insbesonde­
re die folgenden kommunikativen Möglich­
keiten:
–Gestaltungsfibel
– Prospekte und Merkblätter
–Gestaltungsbeirat
–Bürgerveranstaltungen
–Akteursgruppen
– Plattformen und Foren
–Stadtmarketing
– Individuelle Beratung
Anwendung der kommunikativen
Instrumente
Bauherren oder Architekten werden in allen
Mitgliedsstädten der Arbeitsgemeinschaft bei
der Bauantragsstellung engagiert beraten.
Mit 22 Nennungen wird diese individuelle Be­
ratung noch unterstützt durch illustrierte Pro­
spekte und Merkblätter oder Gestaltungsfi­
beln als bebilderte Ergänzungen zu den Ge­
staltungssatzungen. Über einen Gestaltungs­
beirat verfügen insgesamt 11 Städte.
Mit den Stadtmarketingprozessen und der Er­
arbeitung komplexer Handlungsprogramme
für die historischen Stadtkerne (Städtebauli­
che Entwicklungskonzepte, Integrierte Hand­
lungskonzepte) hat sich in rund einem Drit­
tel der Städte inzwischen eine aktive Beteili­
gungskultur etabliert. Die guten Erfahrungen
mit dem intensiven Dialog mit allen Akteuren
sollen zukünftig auch bei der Überarbeitung
bzw. Neufassung von Gestaltungssatzungen
berücksichtigt werden. Die Nennung der kom­
munikativen Instrumente im Einzelnen:
55
Zukunftswerkstatt Schmallenberg
–
–
–
–
–
–
–
–
Gestaltungsfibel: 9 Städte
Prospekte, Merkblätter: 13 Städte
Gestaltungsbeirat: 11 Städte
Bürgerveranstaltungen: 20 Städte
Akteursgruppen: 16 Städte
Plattformen, Foren: 4 Städte
Stadtmarketingprozesse: 21 Städte
Individuelle Beratung in Gestaltungsfra­
gen: alle 37 Städte
Leistungsfähigkeit und Akzeptanz
kommunikativer Instrumente
Der Leistungsfähigkeit der kommunikativen
Instrumente wird durchgängig ein sehr hoher
Stellenwert eingeräumt. 30 Städte (81 %) be­
werten die Leistungsfähigkeit als sehr hoch
oder hoch:
– Leistungsfähigkeit sehr hoch: 7
– Leistungsfähigkeit hoch: 23
– Leistungsfähigkeit mittel: 3
– Leistungsfähigkeit niedrig: 0
– keine Angabe: 4
Die Akzeptanz der kommunikativen Instru­
mente durch Bürgerinnen und Bürger ist
nach Auskunft der befragten Städte uneinge­
schränkt:
56
– hohe Akzeptanz und Mitwirkungsbereit­
schaft: 33
– keine Angabe: 4
Als wirkungsvollstes kommunikatives Instru­
ment zur Sicherung der Gestaltqualität wird
nach wie vor die individuelle Beratung an­
gesehen. Aber auch dem organisierten Dia­
log mit den Akteuren und der Einrichtung ei­
nes Gestaltungsbeirates wird inzwischen eine
hohe Wirkung beigemessen:
– Individuelle Beratung: 30 Nennungen
– Informationsveranstaltungen, Arbeitskrei­
se: 10 Nennungen
– Gestaltungsbeirat, Wettbewerbe: 6 Nen­
nungen
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte und
Strategien aus Sicht der Städte
Die befragten Städte sehen bezogen auf ihre
historischen Stadtkerne zukünftig die nach­
folgenden Aufgabenschwerpunkte. Dabei wa­
ren keine Antwortmöglichkeiten vorgegeben,
es konnten mehrere Nennungen erfolgen.
 Stärkung einzelner Nutzungssegmente: Das
Thema der Stärkung des Einzelhandels ha­
ben sich 8 Städte als zukünftigen Aufgaben­
schwerpunkt vorgenommen. Von 5 Städten
wird die Sicherung, Stärkung und Anpassung
der Wohnfunktion als vordringliche Aufgabe
genannt, 3 Nennungen entfallen auf die Stär­
kung von Kultur und Tourismus und auf die
Stärkung der Gastronomie. 3 Städte sehen im
Leerstandsmanagement die geeignete Stra­
tegie, gering genutzte Gebäude zu revitali­
sieren.
 Gestaltung des öffentlichen Raums: Nach
wie vor wird die Gestaltung des öffentlichen
Raums als wichtige Zukunftsaufgabe in den
historischen Stadtkernen gesehen. 11 Städte
geben an, dass Plätze, Straßen, Fußgängerbe­
reiche gestalterisch aufgewertet werden sol­
len. Dabei wird in einigen Fällen ausdrücklich
die Barrierefreiheit als wichtiges Anliegen be­
tont. Neben den befestigten Flächen ist es die
Gestaltung von Frei- und Grünflächen, in der
drei Städte einen wichtigen Ansatzpunkt zur
Förderung der Gestaltungs- und Aufenthalts­
qualität in ihren historischen Stadtkernen se­
hen.
 Erhalt, Instandsetzung und Modernisierung
von Gebäuden: Mit 14 Nennungen wird deut­
lich, dass dieser Themenkomplex in den Städ­
ten weiterhin hohe Aufmerksamkeit genießt.
Genannt werden der Substanzerhalt, die In­
standsetzung von Gebäuden und insbeson­
Wettbewerb in Siegen dere von Denkmälern oder allgemein die Pfle­
ge und Verbesserung des Stadtbildes. Mehr­
fach wird als besondere Herausforderung die
Lösung des Spannungsfeldes zwischen Klima­
schutz und Denkmalschutz im Rahmen der
baulichen Erneuerung genannt.
 Integrierte Handlungskonzepte: Folgt man
der Häufigkeit der Nennungen, ist es die vor­
dringlichste Aufgabe, für die historischen
Stadtkerne Konzepte und Programme zu er­
arbeiten, die die funktionalen, räumlichen,
ökonomischen, ökologischen und gestalteri­
schen Herausforderungen im Zusammenhang
betrachten. Genannt werden städtebauli­
che Entwicklungskonzepte, integrierte Hand­
lungskonzepte oder Stadtumbaukonzepte als
geeignete Planungsinstrumente. 16 Städte ge­
ben an, dass solche integrierten Konzepte er­
arbeitet werden sollen, bereits in der Bearbei­
tung sind oder dass deren Umsetzung unmit­
telbar bevor steht.
 Finanzierung und Förderung: Die Umset­
zung notwendiger Maßnahmen scheitert oft
an fehlenden Eigenmitteln. Viele Städte be­
finden sich im Nothaushalt. Dies spiegelt sich
auch in der Personalpolitik wider. So fehlen
beispielsweise Mitarbeiter, die sich um das
Thema Innenstadt und Stadtmarketing küm­
mern können. Es wird mehrfach der Wunsch
geäußert, Stadtmarketing, Tourismus und
Wirtschaftsförderung stärker zu aktivieren.
Gleichzeitig wird beklagt, dass Planung und
Bauordnung der Stadt intensive Beratung und
aktive Konzepte personell kaum bewältigen
können. Daher gibt es in einigen Städten be­
reits, zum Teil mit öffentlichen Mitteln geför­
derte, private Akteure und Kümmerer, wie bei­
spielsweise Immobilien- und Standortgemein­
schaften.
Vielfach fehlen Mittel zur Gestaltung des öf­
fentlichen Raums, wichtige Maßnahmen, die
in der Regel Investitionen im Privaten nach
sich ziehen. Nahezu durchgängig werden die
stark eingeschränkten Möglichkeiten zur För­
derung von privaten Maßnahmen bedauert,
wie zum Beispiel von Fassadensanierungen.
Der Wegfall der Stadtpauschale hat bei den
Denkmalpflegemitteln eine große Lücke hin­
terlassen. In einigen Städten verbleibt ein klei­
nes, eher symbolisches Budget für die Hono­
rierung privater Anstrengungen zum Erhalt
von Baudenkmälern.
57
Die Instrumente und ihre Leistungsfähigkeit
13
Werbesatzung
14
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
17
Denkmalpflegeplan
2
12
Erhaltungssatzung
23
Sanierungssatzung
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
aus Sicht der Städte
5
sehr hoch
19
hoch
6
mittel
niedrig
3
4
keine Angabe
0
5
10
15
hohe Akzeptanz
20
25
30
35
40
Akzeptanz der Rechtsinstrumente bei
Bürgerinnen und Bürgern
17
eingeschränkte
Akzeptanz
15
keine Akzeptanz
3
2
keine Angabe
0
58
Anwendung der Rechtsinstrumente
31
Gestaltungssatzung
5
10
15
20
25
30
35
40
Anwendung kommunikativer Instrumente
9
Gestaltungsfibel
13
Prospekte, Merkblätter
11
Gestaltungsbeirat
20
Bürgerveranstaltungen
16
Akteursgruppen
4
Plattformen, Foren
21
Stadtmarketingprozesse
37
Individuelle Beratung
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Leistungsfähigkeit kommunikativer
Instrumente aus Sicht der Städte
7
sehr hoch
23
hoch
mittel
3
niedrig
4
keine Angabe
0
5
Gestaltungsbeirat
Wettbewerbe
10
15
20
25
30
35
40
Wirkungsvollstes kommunikatives
Instrument aus Sicht der Städte
6
Informationsveranstaltungen, Arbeitskreise
10
30
Individuelle Beratung
0
5
10
15
20
25
30
35
40
59
Ausgewählte Städte Phase 2
60
Forschungsbericht | Gestaltung im Dialog – Vom Satzungsrecht bis zur individuellen Beratung
Untersuchung Phase 2
Untersuchungsmethode Phase 2
Im Anschluss an die erste Untersuchungspha­
se wurden in Abstimmung mit der Lenkungs­
gruppe 15 Mitgliedsstädte für eine intensive­
re Untersuchung ausgewählt. Absicht war, die
allgemeinen, quantitativen empirischen Da­
ten durch eine Untersuchung individueller,
qualitativer Aspekte vor Ort zu stützen und zu
ergänzen. Die Kriterien für die Auswahl waren:
 Historische Stadtkerne mit unterschiedli­
chen Größen und funktionalen Bedeutun­
gen,
 unterschiedliche Prägungen der Architek­
tur und des Stadtraums,
 besondere aktuelle Projekte zu speziellen
Themenschwerpunkten und
 eine ausgewogene Verteilung in der Re­
gion.
Im Mai und Juni 2010 wurden die ausgewähl­
ten Städte bereist. Ein Gespräch in der Stadt­
verwaltung, ein Rundgang durch den histori­
schen Stadtkern sowie eine Fotodokumenta­
tion gehörten zum Programm. Es wurden Er­
folge wie auch Probleme gemeinsam erörtert
und vor Ort begutachtet. Die zukünftig anste­
henden Aufgaben und die hierzu notwendi­
gen Weichenstellungen konnten im Gespräch
präzisiert werden.
Nach den aus der Befragung und Bereisung
gewonnenen Erkenntnissen sind die Erfah­
rungen und die Themen, mit denen sich die
Mitgliedsstädte beschäftigen, weitgehend
ähnlich. Im Detail jedoch sind thematische
Schwerpunkte zu erkennen. In einer verglei­
chenden Gegenüberstellung von individu­
ellen Lösungen in gestalterisch wirksamen
Handlungsfeldern lassen sich wichtige Aus­
sagen zum jetzigen und zukünftigen Umgang
mit dem Thema Stadtgestaltung herauslesen.
Daher werden die Ergebnisse der Untersu­
chung im Folgenden themenbezogen darge­
stellt. Herausgestellt werden vor allem Strate­
gien und Konzepte, die aktuell oder in den ver­
gangenen Jahren erfolgreich waren. Die Dar­
stellung konzentriert sich auf sieben zentrale
Handlungsfelder.
Die nachfolgend näher dargestellten Projek­
te stehen stellvertretend für viele weitere Pro­
jekte in den historischen Stadtkernen der Ar­
beitsgemeinschaft, die nicht in einer zweiten
Runde eingehender betrachtet worden sind.
61
Sieben Handlungsfelder zur
Sicherung von Gestaltqualität:
Einzelhandel
Kultur, Bildung, Freizeit
Wohnen
Neubau
Klimaschutz
Öffentlicher Raum
Landschaft und Grün
62
Handlungsfelder
Strukturelle Veränderungen im Einzelhandel
Die wirtschaftlichen und demografischen
Rahmenbedingungen machen deutlich, dass
Satzungen allein als Instrument zur Sicherung
der Gestaltqualität nicht ausreichen. Satzun­
gen können zwar dabei helfen, die Gestalt­
qualität bei Neubau- oder Bestandsinvestitio­
nen zu sichern. Wo jedoch Investitionen aus­
bleiben, kann eine Satzung keine Wirkung ent­
falten. Konsequenterweise konzentrieren sich
die Städte auf aktive Entwicklungsstrategien,
die sich insbesondere mit folgenden Themen
befassen:
 Strukturelle Veränderungen im Einzelhan­
del
 Neue Nutzungsprofile: Kultur, Bildung,
Freizeit und Tourismus, Gesundheit, Well­
ness
 Wohnen im historischen Stadtkern
 Neubau im historischen Kontext
 Klimaschutz und Energieeinsparung
 Nutzung des öffentlichen Raums
 Landschaft, öffentliche Grünflächen und
Gärten
Einzelhandelsnutzung und Gastronomie prä­
gen entscheidend die Gestaltqualität in den
historischen Stadtkernen, die als Haupt- oder
Nebenzentrum fungieren. Die Aufgabe von
Geschäftsnutzungen, oftmals auch aufgrund
fehlender Nachfolgeregelungen der inhaber­
geführten Geschäfte, ist ein großes strukturel­
les Problem in zahlreichen historischen Stadt­
kernen. Leerstand und Desinvestition haben
wiederum einen erheblichen negativen Ein­
fluss auf die Gestaltqualität, nicht nur der Im­
mobilie selbst sondern auch des Umfelds.
Rechtsinstrumente wie eine Gestaltungssat­
zung allein bieten in solchen Fällen keine aus­
reichende Handhabe gegen drohende Gestalt­
defizite. Die Gegenstrategien der befragten
Städte sind vielfältig und reichen von tempo­
rären kulturellen Nutzungen über eine aktive
Ansiedlungspolitik, die individuelle Angebote
in den Stadtkern holt, bis hin zu größeren neu­
en Projekten zur Stärkung der kleinteiligen
Handelsflächen im Bestand.
63
Einzelhandel in Lippstadt
 Integration großflächiger Handelsformen
und Nahversorgung: In einigen Stadtkernen
stellt sich die Frage der Integration zeittypi­
scher großflächiger Einzelhandelsformen wie
Shopping-Center, um in der Standortkonkur­
renz bestehen zu können und die regionale
Kaufkraft an den Ort zu binden, aber auch um
die Nahversorgung vor Ort zu sichern. Aktu­
ell beschäftigen sich zum Beispiel die Städte
Kempen, Werl, Kalkar oder auch Minden mit
diesem Thema.
In Hattingen konnte ein Shopping-Center städ­
tebaulich und funktional verträglich am Rand
des historischen Stadtkerns platziert werden.
Der südliche Rand der Altstadt fiel Ende der
1960er/ Anfang der 1970er Jahre einer vollstän­
digen Sanierung zum Opfer und wies mit dem
daraufhin dort eingerichteten großen Bus­
bahnhof und Kaufhaus kein dem historischen
Stadtkern angemessenes Stadtbild auf. Um die
touristisch attraktive Stadtmitte Hattingens
auch für den Einkauf wieder interessanter wer­
den zu lassen, entstand die Idee eines Einkaufs­
zentrums in günstiger Lage am südlichen Ende
der Fußgängerzone. Das Reschop-Carré wurde
im Frühjahr 2009 nach einem intensiven Qua­
lifizierungsverfahren eröffnet. Verschiedene
Konzepte interessierter Investoren wurden sei­
64
Reschop Carré in Hattingen
tens der Stadt mit gutachterlicher Begleitung
hinsichtlich ihrer stadträumlichen Verträglich­
keit und Architektur, ihres Nutzungskonzepts
sowie ihrer Wirtschaftlichkeit geprüft. So ent­
stand ein Shopping-Center, das sich mit einem
Innenhof zum Außenraum öffnet und in seiner
Größe und Gliederung gut in die Kleinteiligkeit
der Altstadt einfügt. Neben 11.500 qm Verkaufs­
flächen wurden die Stadtbibliothek, die mit der
Lesereihe „Literatur im Carré“ und anderen Ver­
anstaltungen viele Kulturinteressierte anzieht,
und ein Gesundheitszentrum in das Gebäude
integriert.
Mit der Integration eines großflächigen Invest­
ments allein ist aber die Einzelhandelsproble­
matik nicht gelöst. Die für die Stadt Hattingen
nun anstehenden Aufgaben liegen unter ande­
ren im Erhalt und der Aufwertung des Handels­
bereichs in der nördlichen Stadtmitte. Dazu ge­
hören sowohl die Aufwertung des öffentlichen
Raums als auch Branchen, die mit spezialisier­
ten Angeboten zur Belebung der nördlichen
Fußgängerzone beitragen können.
Die kleinteilige Gebäudestruktur in den histo­
rischen Stadtkernen stellt für den Handel mit
seinen stark gestiegenen Flächenansprüchen
eine große Herausforderung dar. Dass auch
größere Einzelhandelsgeschäfte verträglich
in die historische Struktur und den Bestand
eingefügt werden können, zeigt ein Beispiel
in Lippstadt. Hier wurden drei historische Ge­
bäude im Erdgeschoss zu einer Handelsfläche
zusammengeführt. Die Gebäudefassaden wei­
sen nach diesem Umbau weiterhin ihr indivi­
duelles Bild und ihre Kleinteiligkeit auf. Das
Konzept wurde in intensiven Abstimmungen
mit den Eigentümern und dem Betreiber auf
der Grundlage der Gestaltungssatzung ver­
wirklicht.
Einige Beispiele zeigen, dass historische
Stadtkerne auch für große Filialisten und ih­
ren Flächenbedarf ein geeigneter Standort
sein können. Viele Unternehmen sind durch­
aus bereit, zugunsten eines stimmigen Er­
scheinungsbilds des Stadtkerns auf Elemen­
te ihrer Corporate Identity zu verzichten, Sym­
bolfarben und Leuchtelemente zurückzuneh­
men, oder – etwa bei einer Hennes & MauritzFiliale in Lippstadt – Standortkriterien wie
eine üblicherweise geforderte Schaufenster­
strecke nicht anzuwenden. So erstreckt sich
die Ladenfläche der Lippstädter Filiale über
die ganze Tiefe eines klassizistischen Gebäu­
des, bei einer im Verhältnis zur Verkaufsfläche
sehr kleinen Schaufensterfläche.
Geschäftsfassaden in Bad Münstereifel, Hattingen, Kempen und Warburg
 Gestaltqualität der Erdgeschossfassaden
und der Werbeanlagen: Die Gestaltung der
Erdgeschosszone bei Ladennutzungen ist
häufig eine besondere baugestalterische
„Schwachstelle“. Große Schaufensterflächen
ignorieren konstruktive Bauteile, große und
massive Kragplatten trennen das Erdgeschoss
von den gestalterisch ansprechenden Oberge­
schossen. Eine Einflussmöglichkeit bietet sich
bei einer baulichen Veränderung, die häufig
bei einem Mieterwechsel beantragt wird.
Auch die Werbeanlagen, die insbesondere bei
Ladenketten zumeist in Gestaltung und Grö­
ßenordnung standardisiert sind, bedürfen in
den historischen Stadtkernen einer individu­
ellen, dem besonderen Ort angemessenen Ge­
staltung. In den meisten historischen Stadt­
kernen wird auf Grundlage der Gestaltungsoder Werbesatzung gemeinsam mit dem Ei­
gentümer und Geschäftsbetreiber eine gute
Lösung gesucht. In allen Städten der Arbeits­
gemeinschaft findet man viele gelungene Bei­
spiele von Fassadenrückbau im Erdgeschoss
und behutsam angepassten Werbeanlagen.
Ein Erfolg, der im Laufe der Jahre mithilfe der
Satzungen und individueller Beratungen, vor
allem aber aufgrund eines gewachsenen Be­
wusstseins der Bürgerinnen und Bürger für
den Wert ihres Stadtkerns entstanden ist.
So sind in Kempen in wenigen Jahren insge­
samt 12 Beispiele für einen gelungenen Fas­
sadenrückbau entstanden, ganz ohne Ge­
staltungs- oder Werbesatzung. Die Stadt legt
Wert darauf, dass auf kurzen Wegen ein inten­
siver Austausch zwischen Hauseigentümern,
Geschäftsleuten, ihren Architekten und dem
Bau- und Planungsamt sowie der Denkmal­
pflege stattfindet. Die Stadt selbst übernimmt
zum Teil auch die Initiative: Sobald sich ein La­
denwechsel ankündigt, wird Kontakt mit dem
Eigentümer oder neuen Ladeninhaber aufge­
nommen.
Die Mitwirkung des Einzelhandels an der Auf­
stellung der Gestaltungssatzung und eine
fortlaufende Kommunikation sind entschei­
dende Faktoren bei der Umsetzung von Ge­
staltqualität im Geschäftsbereich. Für die
Überarbeitung der Gestaltungssatzung in Bad
Münstereifel wurde ein „Arbeitskreis Gestal­
tungssatzung“ unter Leitung von Professor
Werling, Baudenkmalpfleger aus Köln, ins Le­
ben gerufen. Der Kreis setzt sich zusammen
aus Kur- und Verkehrsverein, Aktivkreis der
Einzelhändler, örtlichen Architekten und der
Politik. Das gemeinsame Erarbeiten der Sat­
zungsregeln verspricht eine hohe Akzeptanz
ihrer Anwendung.
 Erschließung neuer Märkte mit regionalen
Produkten: Die historischen Stadtkerne kön­
nen allein aufgrund ihrer individuellen touri­
stischen und kulturellen Begabungen ökono­
mische Alleinstellungsmerkmale ausbilden
und zusätzliche Kaufkraft generieren. Von die­
ser Möglichkeit wird bislang noch zu selten
Gebrauch gemacht. So können handwerkli­
che, regionale Produkte im Stadtkern selbst
produziert und verkauft werden. Aufgrund
des Manufakturcharakters sind dafür auch
kleine Geschäftseinheiten geeignet. So wird
das Stadtbild bereichert und der Stadtkern für
Besucher und Touristen noch attraktiver.
In Freudenberg beispielsweise wurde das
Konzept des „Erlebniskaufs“ entwickelt. Es
soll eine regionaltypische Einzelhandelsstruk­
tur etabliert werden. Erste erfolgreiche Ge­
schäftsideen sind eine Holzwerkstatt mit Ver­
kauf – bei Kaffee und Kuchen im Laden oder
auch über das Internet –, ein Filzladen und
eine Hutmacherei. In Alt-Arnsberg soll der Be­
reich Kultur besonders entwickelt werden. In
der Folge kultureller Angebote wird auch eine
Stärkung der privaten Kulturwirtschaft erwar­
tet. So entstand in der Nähe der neuen Musik­
schule ein Laden für den Verkauf von Musik­
instrumenten. Und in Rietberg sollen typische
65
Handwerkliche und regional­typische Angebote in Freudenberg, Tecklenburg, Minden, Soest und Arnsberg
66
Szenegastronomie zwischen
Ober- und Unterstadt in Minden
Mietbare Scheune in Bad Salz­
uflen
regionale Handwerkerbetriebe, wie eine Kaffeerösterei oder eine kleine Bierbrauerei,
wieder in die Stadtmitte geholt werden.
Neue Nutzungsprofile: Kultur, Bildung,
Freizeit und Tourismus
dende Infrastrukturmaßnahmen im Kultur-,
Freizeit- und Tourismusbereich. Getragen wer­
den diese Angebote von städtischen Kulturund Bildungseinrichtungen, Kulturinitiativen
sowie der Kultur- und Freizeitwirtschaft. Die
Ziele solcher Angebote und Projekte sind:
 die Bindung unterschiedlicher Besucher­
gruppen an den Stadtkern mit positiven Ef­
fekten für den Einzelhandel;
 eine nachhaltige Attraktivitätssteigerung
des Stadtkerns durch Frequenzerzeuger
aus Kultur und Freizeit und Tourismus;
 die Belebung des historischen Stadtkerns
in den Abendstunden und am Wochenen­
de;
 die Erhöhung der Wohnstandortattrakti­
vität für innenstadtorientierte Lebensstil­
gruppen;
 die Verbesserung der Standortbedingun­
gen in Zukunftsbranchen;
 eine allgemeine Verbesserung der Standor­
tattraktivität und des Images der Stadt.
Neben den zentralen städtischen Handlungs­
feldern Handel und Wohnen können weitere
gestaltungsrelevante Handlungsfelder iden­
tifiziert werden, die die Zukunft des histori­
schen Stadtkerns sichern helfen. Das sind so­
wohl temporäre Kultur-, Freizeit-, Gesund­
heits- oder Sportnutzungen als auch profilbil­
 Neue Profile für ehemalige Handelslagen:
Verursacht durch den Rückgang der Kaufkraft
sind einige Handelslagen auch in den histori­
schen Stadtkernen in ihrer Existenz bedroht.
Das gilt in besonderem Maße für Randlagen,
abseits von Hauptgeschäftsstraßen oder La­
gen mit sanierungsbedürftigem Gebäudebe­
In Tecklenburg befindet sich seit Jahren eine
Keramikwerkstatt im sogenannten „Schiefen
Haus“. Das Schiefe Haus, ein Fachwerkhaus,
das 1693 als Wohnhaus einer Weberfamilie
gebaut wurde, ist integraler Bestandteil des
historischen Stadtbilds Tecklenburgs. Es wur­
de in den 1980er Jahren grundlegend reno­
viert und in die Denkmalliste aufgenommen.
Von Anfang an wurde eine Nutzung gesucht,
bei der die handwerkliche Produktion im Mit­
telpunkt steht. Die Produktion und der Ver­
kauf der Töpferei Schulte Uebbing stehen im
Einklang mit dem Haus und seinem Umfeld.
Das Schiefe Haus wurde 1989 mit dem euro­
päischen Umweltpreis prämiert.
stand. Die Städte versuchen, mit ganzheitli­
chen neuen Konzepten für die betroffenen
Straßenzüge gegenzusteuern. Dazu ist ein in­
tensiver Dialog unverzichtbar: Eigentümer,
Händler, Gastronomen und Kulturvereine kön­
nen nur gemeinsam ein neues Profil für ihre
Nachbarschaft erarbeiten und realisieren.
In Lemgo beispielsweise soll für die Breite
Straße ein solcher Prozess ins Leben gerufen
werden. Die Fußgängerzone verfügt mit Mit­
telstraße und Breite Straße über eine lange T-förmige Lauflage. Während sich die Mittel­
straße stabil entwickelt hat, bricht die Fre­
quenz in der Breite Straße ab. Das hat Auswir­
kungen auf die Qualität der Angebote. Ein
noch auszuarbeitendes Konzept, das im
Schwerpunkt kulturelle Angebote, Gastrono­
mie und innerstädtisches Wohnen als Nut­
zungsperspektive vorsieht, könnte die Situa­
tion erheblich verbessern.
Auch in Minden gibt es Überlegungen zur Sta­
bilisierung eines gefährdeten Straßenzugs.
Unter Beteiligung von Architekturstudenten
werden bereits Entwürfe zur Umgestaltung
und Umnutzung der stark sanierungsbedürf­
tigen Gebäude erstellt und damit erste An­
regungen für die Hauseigentümer zur Verfü­
gung gestellt.
67
Grünsandsteinmuseum in Soest
Kulturschmiede in Arnsberg
68
Kunsthaus in Rietberg
Stadtbücherei in Lippstadt
Buchhandlung in der ehemaligen Heilig-Geist-Kapelle in
Kempen
 Kultur und Bildung: Die Stärkung von Kul­
tur und Bildung ist eine Aufgabe, die die Städ­
te – trotz aller Schwierigkeiten bei der Finan­
zierung – intensiv verfolgen. Die historischen
Stadtkerne sind aufgrund ihrer Geschichte
und ihres historischen Gebäudebestands in
besonderem Maße geeignet für die Vermitt­
lung zeitgenössischer Kultur und des kulturel­
len Erbes.
Für die Stadt Arnsberg sind intensive Beteili­
gungsprozesse ein unverzichtbarer Bestand­
teil für die Entwicklung von Projekten. Ge­
meinsam mit der Bürger- und Händlerschaft
entstand ein Leitbild für Alt-Arnsberg, das auf
den besonderen landschaftlichen, städtebau­
lichen, kulturellen und historischen Qualitä­
ten des Ortes aufbaut. Die Altstadt soll zu einem touristischen und kulturellen Zen­
trum entwickelt werden. So steht die 2003 er­
öffnete „KulturSchmiede“ heute für kulturel­
le Veranstaltungen zur Verfügung und trägt
mit vielfältigen Programmen ebenso zu ei­
ner Belebung des historischen Stadtkerns
bei wie die Umnutzung des ehemaligen Ho­
tels „Zur Krone“ zur Kreismusikschule. Mit der
Neugestaltung des Westflügels des ehemali­
gen Klosters Wedinghausen fand das Stadtund Landständearchiv ein neues Zuhause. Da­
bei blieb der historisch bedeutsame barocke
Dachstuhl erhalten und wurde der Öffentlich­
keit zugänglich gemacht. Gemeinsam mit der
Umgestaltung des alten Musiksaals zur Auf­
nahme der historischen Schulbücherei und ei­
ner Ausstellung zur Geschichte des Ortes Klo­
ster Wedinghausen, der neuen „SchulStadt­
Bücherei“ mit „SelbstLernZentrum“ am Gym­
nasium Laurentianum und vor allem der Um­
gestaltung des Klosterinnenhofes entwickelt
sich der Klosterberg zu einem Zukunftsort für
Kultur und Bildung. Mit der geplanten Aufstel­
lung einer Erhaltungssatzung soll in Alt-Arns­
berg über die Fortführung des Dialogs hinaus
das kulturelle Erbe erhalten werden.
In Lippstadt wurden mithilfe von Fördermit­
teln und der Beteiligung Privater mehrere hi­
storische Gebäude nach umfangreicher Sanie­
rung einer neuen kulturellen Nutzung zuge­
führt. Das 1898 erbaute dreigeschossige Back­
steingebäude an der Fleischhauerstraße war
lange Jahre der Standort der katholischen Ma­
rienschule, wurde später städtische Musik­
schule und auch für verschiedene schulische
Zwecke genutzt. In den Jahren 2006/2007 er­
folgten umfangreiche Umbauarbeiten zur
neuen Thomas-Valentin-Stadtbücherei auf
drei Ebenen mit Veranstaltungsräumen und
Lesecafé.
Nachdem der Jakobikirche in Lippstadt das
Aus drohte, wurde 2005 das Konzept einer
Mehrfachnutzung entwickelt. Die Jakobi­
kirche sollte als Kirche erhalten bleiben und
gleichzeitig auch als Raum für besondere kul­
turelle Veranstaltungen zur Verfügung ste­
hen. Mithilfe von Siftungsmitteln und dem finanziellen Engagement der Kirche konnte
die umsetzung erfolgen. In gemeinsamer Akti­
on von Stadt, Kirche und Sponsoren wird die
Lippstädter Jakobikirche nun seit Herbst 2007
auch für kulturelle Veranstaltungen, wie Kam­
merkonzerte, Vorträge und Ausstellungen, ge­
nutzt. Das aus dem 15. Jahrhundert stammen­
de „Alte Steinwerk“ an der Soeststraße wurde
bereits 1991 zum Stadtarchiv mit Lese- Vor­
trags- und Seminarraum umgebaut.
Seit Jahrhunderten prägt der Grünsandstein
die Baukultur in der Region rund um Soest
und in seinem historischen Stadtkern. Vie­
le Gebäude und die den historischen Stadt­
kern prägenden Mauern sind aus Grünsand­
stein errichtet worden. In unmittelbarer Nähe
der Grünsandsteinkirche St. Maria zur Wie­
se befindet sich eine ehemalige Fachwerk­
scheune, die in ihrer letzten Nutzungsperi­
ode noch bis etwa 1970 als Speicher einer Fut­
termittelhandlung diente. Aufgrund der typi­
schen Beschaffenheit und der in vielen Tei­
69
Informations- und Leitsystem in Rietberg und Lemgo
len erhaltenen Originalsubstanz lassen sich
an diesem Gebäude direkt Aufschlüsse gewin­
nen über die Stadt- und Siedlungsentwicklung
sowie über die frühere Einheit von Wohnen
und Arbeiten. 1987 wurde die Scheune daher in
die Denkmalliste der Stadt Soest eingetragen.
Nachdem der Scheune nach längerem Leer­
stand der Verfall drohte, entstand die Idee ei­
nes Grünsandsteinmuseums. Mithilfe von För­
derung des Landes und Stiftungsmitteln konn­
te das Gebäude gerettet werden. Das im Jahr
2006 eröffnete Museum im denkmalgeschütz­
ten Scheunengebäude stellt nun eine Beson­
derheit dar: Es bereichert das Kulturangebot
in Soest mit einer Ausstellung des die Stadt­
gestalt prägenden Grünsandsteins in einem
stadtbildprägenden historischen Gebäude.
 Freizeit und Tourismus: Viele Stadtkerne
profitieren vom Trend zur Naherholung und
bauen ihr Angebot an Gastronomie, Hotels,
Pensionen und Ferienwohnungen mit zeitge­
mäßem Standard aus. Insbesondere der Fahr­
radtourismus hat in den letzten Jahren stark
zugenommen. So ist der Ausbau von Fahrradund Wanderwegen und ihre Einbindung in re­
gionale Tourismuskonzepte eine wichtige Auf­
gabe für viele Städte geworden. In nahezu al­
len Stadtkernen finden sich Rundwegesyste­
me mit Beschilderungen historischer Bauten
70
Touristische Angebote in Warburg, Minden und Kalkar
und Informationstafeln zu besonderen Orten.
Die oftmals über Jahrzehnte gewachsene, ge­
stalterisch uneinheitliche Form wurde in vie­
len Städten bereits durch ein einheitliches Be­
schilderungssystem ersetzt. Auch der wichti­
ge Trend zur Verbindung von Einkaufen und
Freizeit bildet sich in historischen Stadtker­
nen ab, verkaufsoffene Sonntage, Kunst- und
Handwerkermärkte an Wochenenden oder
Stadtfeste locken zahlreiche Besucher.
Für die Stadt Rietberg war die Landesgarten­
schau 2008 der entscheidende Impuls für eine
gestaltwirksame Stadtentwicklung. Im Jahr
der Gartenschau konnte Rietberg etwa 1 Mil­
lion Besucher verzeichnen, heute sind es im­
mer noch 250.000 Besucher jährlich, haupt­
sächlich Tagestouristen und Radtouristen. Die
Stadt bietet entsprechende Angebote:
 Fast täglich findet eine Stadtführung statt.
 Kleine, inhabergeführte Geschäfte und ga­
stronomische Angebote ziehen die Besu­
cher an.
 Es gibt Ausstellungen regionaler Künstler
und seit dem Jahr 2000 Kunst im öffentli­
chen Raum.
 Viele kulturelle Veranstaltungen werden
regelmäßig angeboten.
Seit Mai 2009 ist Rietberg staatlich anerkann­
ter Erholungsort. Die hierfür erforderlichen
Kriterien wie Luftqualität, Hotel- und Gast­
stättenbesatz sowie ein hoher Anteil an Grün­
flächen und Verkehrsberuhigungsmaßnah­
men konnten nachgewiesen werden.
In Minden wird das Thema Freizeit und Tou­
rismus von einer eigenständigen Gesellschaft,
der Minden Marketing GmbH, organisiert. In­
formationsbroschüren und eine ausführli­
che Internetseite geben Auskunft über die
Angebote, wie Radrouten entlang der Weser
oder durch den Teutoburger Wald, Schiffstou­
ren auf der Weser, Stadtführungen und Über­
nachtungsmöglichkeiten und die besonderen
Angebote, wie öffentliche Veranstaltungen,
Stadtfeste, Theater und andere Kulturveran­
staltungen. Die Stadt Minden sieht eine große
Chance darin, die Potenziale der Region mit
den Nachbarstädten gemeinsam anzubieten
und weiterzuentwickeln.
 Gesundheit: Der klassische Kurbetrieb mit
seinen mehrwöchigen Aufenthalten in den
Kurorten ist aufgrund der einschneidenden
Maßnahmen im Gesundheitswesen deutlich
zurückgegangen. An seine Stelle sind Beautyund Wellnessangeboten getreten, die wesent­
lich kurzzeitiger wahrgenommen werden.
Kurbereich Bad Salzuflen
Bad Salzuflen orientiert sich von der klassi­
schen Kurstadt hin zur „Erholungs- und Ge­
sundheitsstadt“, die auch ein jüngeres Publi­
kum ansprechen will. Im Rahmen des „Städ­
tebaulichen Handlungskonzepts Historischer
Kurbereich Bad Salzuflen“ wurden drei Haupt­
säulen genannt, die es weiter zu stärken gilt:
 die hervorragende Kurortinfrastruktur, ins­
besondere mit den mitten in der Stadt ge­
legenen Gradierwerken;
 Historie und Kultur, Gärten und Parks, ins­
besondere die historische Altstadt und der
unmittelbare Übergang in die weitläufige
Park- und Erholungslandschaft;
 die medizinisch-balneologische Kompe­
tenz mit der Kernkompetenz Thermalsole
(Inhalieren, Baden, Trinken: „Mystifizierung
des Wassers“)
In dem direkt nördlich an den historischen
Stadtkern angrenzenden Stadterneuerungs­
gebiet „Historischer Kurbereich Bad Salz­
uflen“ werden schrittweise Maßnahmen zur
Aufwertung der kurörtlichen und touristi­
schen Infrastruktur umgesetzt. So wurden ak­
tuell nach der abgeschlossenen Wiederher­
stellung der Gradierwerke der Kurparkein­
gang und der Vorplatz der Konzerthalle mit­
hilfe von Fördermitteln neu gestaltet. Aber
nicht in jedem Fall kann bereits heute eine
nachhaltige Nutzung der teilweise leerstehen­
Kurpark Bad Münstereifel
den, großzügig dimensionierten ehemaligen
Kurgebäude genannt werden.
stein, das Wohnen im historischen Stadtkern
attraktiv zu machen.
Zur weiteren Profilierung als Gesundheits­
standort, auch vor dem Hintergrund des ho­
hen und weiter wachsenden Anteils älterer
Menschen, hat der Rat der Stadt Bad Salzuflen
als Ergänzung zu städtebaulichen Maßnah­
men am 18. Juni 2008 die Umsetzung eines
„Modellprojekts zur Gesundheitsförderung
und Prävention für die Bürgerinnen und Bür­
ger der Stadt Bad Salzuflen“ beschlossen.
 Hochwertig ausgestatteter Wohnraum
durch Bestandsaufwertung: In den zumeist
großzügigen historischen Strukturen aus der
Phase des Klassizismus oder der Gründerzeit
kann in der Regel durch Modernisierung und
Umnutzung attraktiver Wohnraum geschaf­
fen werden, ohne die Gestaltqualität der Ge­
bäude zu beeinträchtigen. In der kleinteiligen,
mittelalterlichen Substanz der Fachwerkhäu­
ser ist eine Anpassung ohne Veränderung der
Gestaltqualität jedoch eine große Herausfor­
derung, insbesondere, wenn es sich um denk­
malgeschützte Gebäude handelt. Moderne
Wohnstandards, wie Barrierefreiheit, woh­
nungsbezogener Freiraum oder ausreichen­
der Freiraumbezug durch Belichtung, sind
aber auch hier zu erreichen. Kreative, den Ge­
staltwert sichernde Lösungen findet man in
allen historischen Stadtkernen der Arbeitsge­
meinschaft.
Wohnen im historischen Stadtkern
Neben dem gewerblichen Leerstand befürch­
ten die historischen Stadtkerne auch Bevölke­
rungsverluste aufgrund des demografischen
Wandels. Doch wird in einigen Städten schon
wieder ein gestiegenes Interesse registriert, in
den historischen Zentren zu wohnen. Insbe­
sondere kleine Haushalte – ältere Menschen
oder Singlehaushalte – suchen wieder Woh­
nungen in der Stadt mit ihrer dichten sozialen
und kulturellen Infrastruktur. Die historischen
Gebäudestrukturen sind sorgfältig an zeitge­
mäße Wohnstandards und besondere Wohn­
bedürfnisse anzupassen. Auch der Neubau
von qualitätvollen Wohnungen in Baulücken
und auf Stadtbrachen ist ein weiterer Bau­
In Höxter entstand mit dem Teilumbau eines
historischen Adelshofes an der Westerbach­
straße, bestehend aus drei aus dem 16. Jahr­
hundert stammenden Fachwerkbauten, eine
Kombination aus Kultur und zeitgemäßem
Wohnen. Nach jahrzehntelangem Leerstand
71
Wohnen ineinem ehemaligen Verwaltungsbau und Sanierte Fachwerkhäuser in Bad Salzuflen
in einem Adelshof in Höxter
und drohendem Verlust der Gesamtanlage
ist es mithilfe von Förder- und Stiftungsmit­
teln sowie privaten Spenden gelungen, durch
eine Komplettsanierung zwei Gebäude wie­
der nutzbar zu machen. Das „Tillyhaus“ wartet
noch auf eine Sanierung. Neben Eigentums­
wohnungen beherbergt der frühere Adels­
hof heute das „Forum Jacob Pins“. Das Forum
beherbergt Werke des aus Höxter stammen­
den jüdischen Künstlers Jacob Pins und dient
als Ort der Erinnerung an die ehemals in Höx­
ter lebenden Juden. Die großzügigen Wohnun­
gen, die 2008 bezogen werden konnten, verfü­
gen über individuelle Größen und Zuschnitte
sowie eigene Freiräume.
Ein weiteres Beispiel für hochwertiges Woh­
nen im Bestand befindet sich in Höxter an der
Ecke Knochenbachstraße/Obere Mauerstraße.
Das ehemalige Verwaltungsgebäude eines Ge­
werbebetriebs konnte durch Sanierung und
eine dem historischen Charakter des Gebäu­
des angemessene Neugestaltung der Fassa­
den mit französischen Fenstern zu einem at­
traktiven Wohnhaus mit guter Belichtung um­
gestaltet werden.
In Bad Salzuflen wurden 2009/2010 im östli­
chen Stadtkern zwei unter Denkmalschutz
stehende Fachwerkhäuser grundlegend sa­
72
niert. Es entstanden moderne Wohnungen im
historischen Bestand. Um die Wohnungen mit
viel Tageslicht und angenehmen Raumhöhen
auszustatten, wurden teilweise Decken zu­
gunsten von Galeriegeschossen entfernt. Dies
hatte keinen Einfluss auf das Bild der histori­
schen Fassaden. Dem energetischen Aspekt
wurde denkmalgerecht Rechnung getragen,
durch Aufdoppelung der Fenster zu Kasten­
fenstern mit historischer Teilung und schma­
len Profilen aus Holz. Grundlage dieser gelun­
genen Realisierung von zeitgemäßem Wohn­
raum im Bestand war eine enge Abstimmung
zwischen Denkmalpflege und Hauseigentü­
mer auf der Grundlage der umfangreichen
Baufibel für den historischen Stadtkern Bad
Salzuflens.
Auch durch Umbau von Geschäftshäusern
und ehemaligen Ladenlokalen in weniger fre­
quentierten Einkaufsbereichen der histori­
schen Stadtkerne kann attraktiver Wohnraum
geschaffen werden. Eine interessante Idee
hierzu wurde in Lemgo entwickelt. Hier plant
man die Durchführung eines Wettbewerbs für
die Instandsetzung privater Wohn- und Ge­
schäftshäuser. Über eine Mehrfachbeauftra­
gung von Bauteams aus der Region (Architek­
ten, Ingenieure, Fachplaner, Handwerker) sol­
len beispielhafte und kostengünstige Um­
Offene Wohnhaus-
fassade in Warburg
bauvorschläge eingebracht werden. Die Stadt
hofft, etwa 5 bis 6 Hauseigentümer zu finden,
die sich zur Umsetzung der Siegerentwürfe
verpflichten.
 Wohnen für besondere Zielgruppen: Auf­
grund der Kleinteiligkeit der historischen
Grundrisse und des fehlenden Freiraums ist
das Wohnen im historischen Stadtkern für
junge Familien oftmals wenig attraktiv. Vie­
le Mitgliedsstädte der Arbeitsgemeinschaft
sehen das steigende Durchschnittsalter der
Wohnbevölkerung in ihren Stadtkernen daher
mit Besorgnis. Hier gilt es Konzepte zu ent­
wickeln, wie zeitgemäße Grundrisslösungen
und vor allem Freiräume für Aufenthalt und
Spiel integriert werden können. Ein positiver
Trend zur Stärkung der Wohnfunktion in vie­
len Stadtkernen ist die Nachfrage nach Woh­
nungen in historischen Gebäuden mit moder­
ner Ausstattung und zeitgemäßen, großzügi­
gen Grundrissen, meist von Menschen mittle­
ren Alters mit gutem Einkommen. Aber auch
Seniorenwohnen oder betreute Wohnformen
nehmen in vielen Stadtkernen eine bedeuten­
de Rolle ein. Wichtiges gemeinsames Merk­
mal dieser Wohnungen ist die Barrierefreiheit.
Die barrierefreie Gestaltung des Wohnraums
ist aber nur dann wirklich zukunftssicher,
wenn sie – als Komfortmerkmal – den Bedürf­
Barrierefreies Wohnen in Lemgo und Bad Münstereifel
nissen aller künftigen Bewohnergruppen ent­
spricht. Da solche Maßnahmen im Bestand
schwer realisierbar sind, werden barrierefreie
Wohnungen in den historischen Stadtkernen
meist in Neubauten im Zuge von Nachverdich­
tungsmaßnahmen oder als Ersatz nicht mehr
erhaltenswerter Bausubstanz angeboten.
Gemeinsam mit der Abteilung Architektur und
Städtebau der Universität Siegen lud die Stadt
Freudenberg die Bewohner des Alten Fleckens
zu Veranstaltungen ein, um Handlungsemp­
fehlungen für die zukünftige Entwicklung die­
ses kulturgeschichtlich bedeutenden und
städtebaulich einzigartigen Orts zu erarbei­
ten. Leerstände, enge räumliche Situationen
und Barrieren, energetische und haustechni­
sche Missstände sowie das zunehmende Alter
der Bewohner sind die größten Probleme im
Alten Flecken. Die von Juli bis Dezember 2009
geführten Arbeitskreisgespräche haben in der
Bewohnerschaft eine von einem „Wir-Gefühl“
getragene Bereitschaft zur Veränderung be­
wirkt. Um den Alten Flecken auch für jüngere
Menschen wieder interessant zu machen,
werden Modelle des generationenübergrei­
fenden Wohnens angestrebt. Erleichterungen
für Senioren und Anreize für junge Familien,
im Alten Flecken zu leben oder auch zu arbei­
ten, können nur mithilfe zeitgemäßer Grund­
Alter Flecken in Freudenberg
risskonzepte, gut nutzbarer privater und öf­
fentlicher Freiräume und Gebäuden mit ver­
besserter Energiebilanz erreicht werden. Die
in den kleinen seitlichen Abstandsflächen und
Wegen geschaffenen Freiräume zeigen be­
reits das liebenswürdige Bild eines belebten
und in Besitz genommenen Wohngebiets. Die
weitere Entwicklung Freudenbergs wird stark
von der Dauerhaftigkeit der nun eingeleiteten
Bereitschaft der Hauseigentümer abhängen.
Die Stadt Freudenberg wird diesen Prozess
weiterhin sehr engagiert unterstützen.
In Minden entwickelt sich die Obere Altstadt
zu einem attraktiven Wohnstandort mit klei­
nen Kulturangeboten. Die 1834-35 erbaute
Schule an der Ecke Ritterstraße und Videbul­
lenstraße wurde zu einem Wohngebäude mit
hochwertigen Eigentumswohnungen umge­
baut. Die symmetrische Gestalt des im klassi­
zistischen Stil errichteten Gebäudes und die
Erschließung durch den zentralen Mittelflur
mit seiner historischen Treppe blieben erhal­
ten. Zusätzlich wurde ein Aufzug eingebaut,
der für die vorgesehene gehobene Wohnnut­
zung unabdingbar war. Alle Wohnungen er­
hielten einen Freisitz als Balkon oder Loggia.
Die Gestaltungssatzung und vor allem eine
bebilderte Gestaltungsfibel dienen in Minden
seit vielen Jahren als verlässliche Grundlage
Ehemalige Schule in Minden
für die Gespräche mit den Eigentümern und
die Bewilligung von Projekten.
In Lemgo hat das Wettbewerbswesen auch im
Wohnungsbau eine lange Tradition. Bereits
1982 fand in Lemgo ein Wettbewerb für den
Bau einer Seniorenwohnanlage statt. Das Ar­
chitekturbüro Auer und Weber aus Stuttgart
und München wurde mit dem ersten Preis
prämiert und baute die vielfach publizierte
Seniorenwohnanlage Echternstraße im histo­
rischen Stadtkern in mehreren Bauabschnit­
ten. Die Proportion und Kleinteiligkeit der An­
lage, ihre stadträumliche Anordnung und Frei­
raumbezüge können nach wie vor als vorbild­
lich für historische Stadtkerne gelten. Auf der
Basis dieser Erfahrung wurden weitere barrie­
refreie und betreute Wohnprojekte in Lemgo
verwirklicht, wie beispielsweise die Wohnan­
lage des Lippischen Damenstifts in der Heu­
straße von Brand Architekten aus Lemgo. Die
Architektur des Gebäudes setzt einen qua­
litätvollen, zeitgemäßen Akzent im histori­
schen Stadtkern. Zuletzt wurde eine Wohnan­
lage des Elisenstifts in der Sauerstraße in un­
mittelbarer Nachbarschaft zur Echternstraße
verwirklicht.
73
Neue Wohn- und Bürohäuser in Soest und Kempen
Neubau im historischen Kontext
Die Flächen für Neubaumaßnahmen im histo­
rischen Stadtkern sind begrenzt. Deshalb sind
die Möglichkeiten zur Verdichtung oder der
Ersatz nicht mehr haltbarer Bausubstanz be­
hutsam abzuwägen. Viele Beispiele von Neu­
bauten zeigen, dass Alt und Neu miteinander
harmonieren und neue Architektur die histori­
schen Orte gestalterisch bereichern und zeit­
gemäße Wohnraumlösungen anbieten kann.
Die Städte bedienen sich unterschiedlicher
Grundlagen zur Sicherung der Gestaltqualität
von Neubauten. Die wichtigsten Instrumen­
te sind:
 die Gestaltungssatzung mit ihren Regelun­
gen bezüglich Proportionen, Materialien,
Farben etc., die dann auch auf Neubauvor­
haben übertragen werden,
 Gestaltungsbeiräte
 und bei größeren Bauvorhaben Wettbe­
werbe oder Mehrfachbeauftragungen.
 Nachverdichtung durch Nutzung von Bau­
lücken und Aufwertung durch Abriss und Neu­
bau: Gute Neubaubeispiele in den historischen
Stadtkernen zeichnen sich zumeist durch die
Fortführung der vorgegebenen Proportionen
in Kombination mit einer zeitgenössischen
Formensprache und Materialwahl aus. Dem
74
Respekt vor dem historischen Stadtgrundriss
kommt bei der Nachverdichtung und Neunut­
zung von Baulücken entscheidende Bedeutung
zu. Die Parzelle bleibt in der Regel das maßgeb­
liche Modul.
Die Stadt Soest will durch ein Konzept zur Nut­
zung von Baulücken und Brachen zu einer At­
traktivierung des Wohnungsangebots beitra­
gen. Das Konzept, das die Möglichkeiten ei­
ner Verdichtung im historischen Stadtkern
prüft, soll dazu dienen, weitere Entwicklungen
nicht der Nachfrage und dem Zufall zu über­
lassen, sondern gezielt zu lenken. Dabei blie­
ben die in der Denkmalbereichssatzung festge­
legten wichtigen Sichtbezüge, die Grünflächen
mit zum Teil großkronigem Baumbestand und
die ortstypischen Grünsandsteinmauern unbe­
rührt. Die gestalterische Verträglichkeit mög­
licher Neubauvorhaben wird in Soest darüber
hinaus mithilfe der Gestaltungssatzung, der
Denkmalbereichssatzung und durch Festset­
zungen im Bebauungsplan sichergestellt.
In unmittelbarer Nähe zum Kuhtor am Burg­
wall in Kempen zeigt ein Neubau, wie durch
einfach gestaltete, klar gegliederte Fassaden,
mit zurückhaltender, zeitgenössischer For­
mensprache die Integration in eine historische
Baustruktur gelingen kann. Der Baukörper des
Neubaus folgt dem Grundriss eines zu erset­
zenden Altbaus. Auch die Fassaden sind teil­
weise dem Altbau nachempfunden. Die alte
Stadtmauer an der Süd-West-Ecke des Gebäu­
des wurde in den Fassadenverlauf eingebun­
den. Das Gebäude wird als Bürogebäude, unter
anderem vom Entwurfsverfasser, dem Kempe­
ner Architekturbüro Pastor, genutzt.
In Hattingen wurde eine Baulücke in der Stra­
ße Im Horst zur Realisierung eines Wohn- und
Geschäftshauses genutzt. Das kleine Gebäu­
devolumen, die Proportion und Fassadenge­
staltung des Gebäudes weisen eine zeitgemä­
ße Architektursprache auf und passen sich
gleichermaßen in die Struktur der Altstadt ein.
Das mit einem steilen Satteldach ausgebilde­
te Dachgeschoss wird durch eine kleine Gau­
be, französische Fenster im Giebel und einen
Dacheinschnitt zur Balkonnutzung gut belich­
tet und bietet daher attraktiven Wohnraum.
In Höxter wurde in der Oberen Mauerstraße
ein nicht mehr sanierungsfähiges Gebäude zu
Gunsten eines Neubaus abgerissen. Das mo­
derne Wohnhaus, das direkt an ein Fachwerk­
haus angebaut wurde, setzt neue Akzente.
Raumgrößen und -höhen konnten frei reali­
siert werden, sodass der Wohnwert hoch ist.
Bei der Planung wurde großer Wert auf wohn­
Zeitgenössische Architektur in Hattingen, Höxter, Lemgo und Kalkar
raumbezogenen Freiraum und einen Winter­
garten als attraktiven Übergang zwischen In­
nen- und Außenraum gelegt.
In den historischen Stadtkernen stellt sich oft­
mals das Problem des nicht ausreichend zur
Verfügung stehenden Freiraums für Gärten
oder auch für das Parken. Im Einzelfall wird
bei fallender Bausubstanz darauf reagiert. So
werden beispielsweise kleine, durch Abriss
frei gewordene Flächen in Minden gestaltet
und als dringend benötigter Anwohnerpark­
platz genutzt.
 Qualitätssicherung bei Neubauvorhaben:
Die Gestaltqualität einer Neubebauung kann
nur bedingt durch eine Gestaltungssatzung
geregelt werden. Viele Beispiele belegen, dass
die Einhaltung von Rechtsvorschriften allein
nicht zwingend zu qualitätvoller Architektur
führt. Bewährt haben sich qualitätsichern­
de Instrumente wie Wettbewerbe oder Gut­
achterverfahren, intensive Beratungen oder
die Beurteilung und Anregungen eines Gestal­
tungsbeirats.
Lemgo hat mit der Ausrichtung von Wettbe­
werben seit den 1980er Jahren sehr gute Er­
fahrungen gemacht. 1997 verlieh die Architek­
tenkammer Nordrhein-Westfalen der Stadt
dafür den Ausloberpreis. Die historische Alt­
stadt zeichnet sich heute durch eine gelun­
gene Integration architektonisch hochwerti­
ger zeitgenössischer Bauten aus. Als Beispiel
können unter anderen genannt werden die
bereits erwähnte Seniorenwohnanlage Ech­
ternstraße des Architekturbüros Auer und We­
ber oder das Gemeindezentrum St. Johann mit
Kindergarten der Architekten Droste MeyerSchwickerath und Warner aus Braunschweig.
Erst kürzlich wurde das Parkhaus Wüste am
westlichen Altstadtrand, der prämierte Wett­
bewerbsbeitrag des Architekturbüros Brüch­
ner-Hüttemann Pasch aus Bielefeld, realisiert.
Der Ideenwettbewerb „Kulturquartier Neu­
stadt“ zum Strukturwandel der Breiten Straße
ist für 2011 geplant. Die qualitätvollen Wett­
bewerbsergebnisse sind in Lemgo Vorbild
auch für kleinere Baumaßnahmen im privaten
oder öffentlichen Bereich, wie mehrere zeit­
genössische Wohnhäuser oder beispielswei­
se der Anbau an das Hexenbürgermeisterhaus
– ein Entwurf des Hochbauamtes der Stadt
Lemgo – beweisen.
Neue Wohnhäuser in der Wallstraße und der
Grabenstraße in Kalkar zeigen, dass auch
Flachdachbauten einen Platz im historischen
Stadtkern finden können. Dort wurden im Stil
der klassischen Moderne gestaltete Einfami­
lienhäuser nach kontroverser Diskussion
durch den Gestaltungsbeirat gestützt und
schließlich in Abstimmung mit dem Landes­
konservator genehmigt.
Klimaschutz und Energieeinsparung
Alle Städte der Arbeitsgemeinschaft müssen
sich mit dem Thema energetische Verbesse­
rungen des Gebäudebestands und klimaneu­
trale Energiegewinnung auch vor dem Hinter­
grund der gestalterischen Auswirkungen be­
schäftigen. Die Ausstattung der Wohnhäuser
mit Wärmedämmung oder Photovoltaikanla­
gen ist bautechnisch und ökologisch sinnvoll,
wirft aber Fragen der Gestaltung auf. Die Re­
gelung dieser gestalterischen Herausforde­
rung zwischen zeitgemäßer Bautechnik und
historischem Erbe ist der am häufigsten ge­
nannte Grund für die Überarbeitung der Ge­
staltungssatzungen oder Baufibeln. Im Rah­
men dieser Überarbeitung müssen hierzu
Grundsatzentscheidungen getroffen werden.
Dieser Prozess befindet sich in den meisten
historischen Städten noch in der Entschei­
dungsphase. Die Regeln werden im Detail un­
terschiedlich sein. Einig sind sich alle Städte
aber darin, dass nur behutsame Lösungen zu­
gelassen werden können.
75
76
Linke Seite:
Intakte Dachlandschaft in
Warburg
Moderne Energiestandards in
historischen Gebäuden in Bad
Salzuflen und Soest
Zum Thema Denkmalschutz und Energieeffi­
zienz fanden am 05. November 2009 in Mon­
schau und am 14. April 2010 in Rheda-Wie­
denbrück zwei Tagungen der Arbeitsgemein­
schaft mit dem Titeln „DENKMAL an Energie!
– Gutes Klima in historischen Stadt- und Orts­
kernen“ statt. Hier wurden die technischen
Chancen, die gestalterischen Auswirkungen
wie auch die Finanzierungsmöglichkeiten der
energetischen Aufrüstung des Baubestands in
den historischen Stadtkernen erörtert.
 Historische Gestalt und Energieeinsparung
und -gewinnung: Das Beispiel der Photovolta­
ikanlagen verdeutlicht die gestalterische Bri­
sanz des Themas. Einige Städte schließen Son­
nenkollektoren auf Dachflächen grundsätz­
lich aus, andere Städte wollen sie erlauben,
jedoch nur unter bestimmten Bedingungen.
Dies hängt nicht zuletzt auch mit der Topo­
graphie zusammen. So hat in Warburg die kla­
re Haltung gegen den Einsatz von Photovolta­
ikanlagen die einzigartige Silhouette und den
von vielen Stellen aus der Umgebung mögli­
chen Blick auf die historische Dachlandschaft
bewahrt. In anderen Städten sind solche Weit­
blicke jedoch nicht gegeben. Daher denkt
man zum Beispiel in Minden, einer Stadt mit
stärker urbanem Charakter, über Regeln zur
Integration von Photovoltaikanlagen in die
Gebäudehülle nach. Kriterien könnten die zu­
lässige Größe und die Nichteinsehbarkeit vom
öffentlichen Raum sein. In anderen Städten
hofft man auf zukünftige technische Optimie­
rungen, die mit einer visuellen Verbesserung
einhergehen und eine gute gestalterische In­
tegration versprechen, etwa Solardachziegel.
Um das Ziel der Verringerung des CO2-Aussto­
ßes und der Senkung von Heizkosten zu errei­
chen, sind gerade bei historischen Bauten in­
telligente Lösungen gefragt. In Soest wurde
kürzlich der von Clotz’sche Hof – ein Patrizier­
sitz des ausgehenden Mittelalters, der heute
als Wohnhaus genutzt wird – umfassend sa­
niert. Die historische Grünsandsteinfassade
und der hohe schiefergedeckte Dachstuhl er­
hielten eine Innendämmung. In die filigranen
Holzsprossenfenster wurde eine Isolierver­
glasung eingesetzt, ein modernes Heiz­system
wurde installiert. Die bauphysikalischen
Nach­teile der Innendämmung konnten ange­
sichts des Werts des Erhalts der historischen
Fassade in Kauf genommen werden.
 Gesamtkonzepte zum Einsatz erneuerba­
rer Energie: Zukunftsweisend sind Gesamt­
konzepte zum Einsatz erneuerbarer Energi­
en, die von privaten wie auch von öffentli­
chen, größeren Maßnahmen getragen wer­
den. So hat die Flächengemeinde Bad Mün­
stereifel mit ihren 19.000 Einwohnern in nicht
weniger als 58 Siedlungseinheiten große Pro­
bleme bei der Erhaltung und Finanzierung
der umfangreichen Infrastruktur, vor allem
des ÖPNV, des Straßennetzes, der Kanäle und
des Versorgungsnetzes. Als Ergebnis einer Zu­
kunftswerkstatt im Jahr 2007 hat die Politik ei­
nen Antrag zur Erstellung eines Stadtentwick­
lungskonzepts gestellt. Zentrales Thema der
Stadtentwicklung in Bad Münstereifel könn­
ten der Klimaschutz und regenerative Energi­
en sein.
Nach dem Vorbild der österreichischen Ge­
meinde Güssing, die mit zahlreichen Preisen
ausgezeichnet wurde, besteht die Chance, ver­
schiedene erneuerbare Energiequellen zu ak­
tivieren. Die Nutzung des Energieträgers Holz
bietet sich in der waldreichen Umgebung Bad
Münstereifels an, denn rund die Hälfte des
Waldes befindet sich in städtischem Besitz.
Eine Biogasanlage ist ein Zukunftsprojekt. Ein
neues Wasserrad in der Stadtmitte könnte der
Start für die Wiederbelebung der Nutzung der
Wasserenergie sein – es gab insgesamt zehn
Mühlen in der Stadt. Diese Maßnahmen hät­
ten neben dem ökologischen Mehrwert auch
wirtschaftliche Vorteile für die Versorgung
der großen Stadtfläche.
77
Gesamtkonzepte zur Umgestaltung des öffentlichen Raums in Warburg und Bad Salzuflen
Nutzung des öffentlichen Raums
Neben der Architektur ist es besonders der
zumeist in seiner historischen Dimensionie­
rung erhaltene öffentliche Raum, der den ge­
stalterischen Reiz der Stadtkerne ausmacht:
die engen Straßen, Gassen und die oft male­
rischen Plätze. Dieses Erbe gilt es zu erhalten
und zu pflegen. Die Nutzung des öffentlichen
Raums durch Gastronomie und Veranstaltun­
gen hat sich in allen Städten des Landes in
den vergangenen Jahrzehnten deutlich ver­
stärkt. Der öffentliche Raum ist beliebter Be­
gegnungsort, auch in der kühleren Jahreszeit.
Dementsprechend sind Straßen und Plätze
heute nicht reine Funktionsflächen des Ver­
kehrs, sondern übernehmen vielfältige Aufga­
ben des Aufenthalts. Dabei sind zum Teil um­
fangreiche Gesamtkonzepte zur Gestaltung
des öffentlichen Raums notwendig, manch­
mal helfen aber auch einfache, punktuell ein­
gesetzte Mittel und aufeinander abgestimmte
private Maßnahmen, den Stadtraum in Wert
zu setzen und seine Nutzbarkeit zu verbes­
sern. Ein immer wichtiger werdendes Thema
für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit
des öffentlichen Raums ist die barrierefreie
Gestaltung.
78
 Gesamtkonzepte zur Nutzung und Gestal­
tung des öffentlichen Raums: Ganzheitliche
Konzepte zur Gestaltung des öffentlichen
Raums bieten die Chance der sukzessiven Um­
setzung und garantieren ein aufeinander ab­
gestimmtes Erscheinungsbild von Straßen
und Plätzen.
In Warburg wird in den kommenden Jahren
das Projekt „Barrierefreier Historischer Stadt­
kern“ realisiert. Nach einer Mehrfachbeauftra­
gung wählte eine Lenkungsgruppe den Ent­
wurf des Büros Lohaus und Carl aus Hanno­
ver als Vorlage für die Umsetzung der barrie­
refreien Umgestaltung der Straßen und Plätze
der Neustadt. Ein wesentliches Ziel der Neu­
gestaltung ist die Stärkung des historischen
Gesamtensembles bei gleichzeitiger Integrati­
on aktueller Nutzungsanforderungen an Bar­
rierefreiheit, an Attraktivität für Touristen und
für den täglichen Gebrauch. Dazu trägt ein
einheitlicher Bodenbelag aus Naturstein bei,
der an traditionelle Gestaltungsbilder War­
burgs anknüpft und sich gut in das histori­
sche Ensemble einfügt.
Farblich abgesetzte seitliche „Laufbänder“
mit sicher begehbarer Oberflächentextur for­
mulieren eine klar von Einbauten, Auslagen
und parkenden Autos freizuhaltende Zone,
die nicht nur seh- und gehbehinderten Men­
schen, sondern allen Nutzern, Bewohnern und
Touristen, klare, durchgängige Bewegungs­
leitlinien durch die Neustadt bietet.
Die Mittelzone ist als Mischverkehrsfläche für
alle Verkehrsarten inklusive Fußgänger mit
integrierten Stellplätzen ausgelegt. Teile der
Stellplätze können in den Sommermonaten
auch als Außengastronomieflächen genutzt
werden. Querungsmöglichkeiten für sehbe­
hinderte Menschen sind als Oberflächenriffe­
lung integriert und durch Aufmerksamkeits­
felder in den Laufbändern auffindbar gestal­
tet.
In Bad Salzuflen wurde im Jahr 2009 ein Ma­
sterplan zur Gestaltung der Innenstadt ent­
wickelt. Verwaltung, Planer, Politik, Einzel­
händler, Eigentümer und viele Initiativen dis­
kutierten gemeinsam die Möglichkeiten zur
Verbesserung des in vielen Aspekten nicht
mehr den Ansprüchen an eine Kur-, Handelsund Wohnstadt genügenden öffentlichen
Raums in der Innenstadt. In zwei Planungs­
werkstätten mit allen Akteuren wurden Ideen
gesammelt und weiterentwickelt. Im Mittel­
punkt der Überlegungen standen die beson­
deren Begabungen des Ortes, seine histori­
Lichtkonzept für den historischen Stadtkern Rietberg
schen Strukturen und vor allem die durch die
Stadtmitte fließende Salze. Unter Federfüh­
rung des Büros scape Landschaftsarchitekten
aus Düsseldorf und der Moderation des Büros
Scheuvens und Wachten aus Dortmund ent­
stand so ein ganzheitliches Konzept zur Ge­
staltung aller Innenstadtstraßen und -plätze,
dessen geplante sukzessive Umsetzung eine
Herausforderung für die Stadt darstellt.
Mit dem Ziel eines barrierefreien Stadtkerns
will die Stadt Rietberg an den Erfolg der Lan­
desgartenschau anknüpfen. Der historische
Stadtkern soll künftig für alle Menschen unein­
geschränkt zugänglich sein. Dieses Ziel ist ge­
rade im Zusammenhang mit der demografi­
schen Entwicklung ein wichtiger Schritt hin zu
einer zukunftsgerechten Gestaltung. In diesem
Zusammenhang ist auch der Erfolg Rietbergs
im vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung ausgelobten Wettbewerb „Kom­
munen im neuen Licht“ zu sehen. Ein wichti­
ger Aspekt des Lichtkonzepts zur Beleuchtung
des historischen Stadtkerns mit Leuchtdioden
(LED) ist die Einrichtung einer Pilotstrecke für
ein barrierefreies Leitsystem für sehbehinder­
te und alte Menschen. Gleichzeitig kann mit
dem Medium LED-Licht die Grundfigur des hi­
storischen Stadtkerns nachgezeichnet werden.
Damit treten die das Stadtbild prägenden Ele­
mente – der öffentliche Raum oder Einzelge­
bäude – deutlich hervor und verdichten sich zu
einer lichttechnischen Inszenierung. Wesentli­
che Rahmenbedingungen sind die Energieeffi­
zienz und die Einhaltung eines normgerechten
Beleuchtungsniveaus.
 Einzelmaßnahmen zur Gestaltung des öf­
fentlichen Raums: Oftmals genügen punktu­
elle Maßnahmen zur Verbesserung verkehr­
licher Situationen oder zur Aufwertung von
Straßen und Plätzen, um einen neuen Nutzund Gestaltwert in der Stadt erlebbar zu ma­
chen. Kommunale Investitionen im öffentli­
chen Raum ziehen erfahrungsgemäß ein ho­
hes Maß privater Maßnahmen nach sich.
Mit dem Bau einer Umgehungsstraße allein
konnte die Verkehrsbelastung der Ortsdurch­
fahrt Rathausstraße in Rietberg nicht nach­
haltig reduziert werden. Erst eine Verkehrs­
beruhigung und die Schaffung von mehr Auf­
enthaltsqualität waren erfolgreich. So darf
die Rathausstraße seit 2008 nur noch in NordSüd-Richtung als Einbahnstraße bei reduzier­
ter Geschwindigkeit befahren werden. Mit
einfachen Mitteln wurden die für den Fahrver­
kehr nicht mehr benötigten Flächen in die Sei­
tenbereiche integriert. Es wurden neue Stell­
plätze markiert, vor allem aber begrünte Holz­
decks für die Außengastronomie installiert.
In einem Gutachterverfahren wurde in Kalkar
eine Planung für die Neugestaltung des
Marktplatzes gesucht. Der Entwurf des Büros
GTL Landschaftsarchitekten aus Kassel und
Düsseldorf wird zur Zeit realisiert. Mit der ein­
fachen, klaren Gestaltung soll die Situation
für die Außengastronomie verbessert werden
und das barrierefreie Queren des Platzes mög­
lich werden. Dafür wird das Grauwackepfla­
ster am Rand des Marktplatzes gegen einen
Basaltbelag ausgetauscht, bestehende Terras­
sen werden zurückgebaut. Besonderen Wert
legt die Planung auch auf die Beleuchtung.
Die Lichtquellen sollen sowohl den Markt­
platz aus- als auch die umliegenden histori­
schen Gebäude beleuchten.
Im Frühjahr 2010 wurde der Umbau des Markt­
platzes in Lemgo abgeschlossen. Gehfreund­
liches großformatiges Pflaster aus Porphyr
bietet nun einen barrierefreien, vielfältig
nutzbaren Raum für Stadtfeste und zum Ver­
weilen vor der historischen Kulisse des alten
Rathauses. Die alten Pflastersteine wurden
graviert und zum Kauf angeboten. Rund 500
79
Marktplatz in Kalkar
Gestaltung von Außengastronomie
in Rietberg und Soest
Umgestalteter Markt in Lemgo
Auslagen in Bad Salzuflen
Künstlerisch gestaltete Stadttore in Hattingen und Skulpturenpark in Rietberg
Kleine Platzgestaltung in Warburg
80
Bürgerinnen und Bürger erwarben diese Erin­
nerung an die Stadtgeschichte und bezeugen
so ihre Identifikation mit dem historischen
Stadtkern. Aktuell wird die Umgestaltung des
St.-Nicolai-Kirchplatzes nach einer Mehrfach­
beauftragung umgesetzt.
 Gestalterische Regeln für Sondernutzun­
gen im öffentlichen Raum: In den Gestaltungs­
satzungen, Werbesatzungen oder in Sonder­
nutzungssatzungen sind die für das Erschei­
nungsbild der Geschäftsstraßen und Fußgän­
gerzonen ausschlaggebenden Regeln für Son­
dernutzungen festgehalten. Zu den Sonder­
nutzungen gehören Auslagen und Werberei­
ter im öffentlichen Raum sowie die Außenmö­
blierung der Gastronomie. Ziel dieser Satzun­
gen ist es, ein heterogenes, unharmonisches
Erscheinungsbild zu vermeiden und vor allem
die störende „Übermöblierung“ zu verhindern,
die auch die Lauflagen für Fußgänger stark
beeinträchtigt.
In den Städten, die eine Umgestaltung des öf­
fentlichen Raums auf Grundlage eines Ge­
samtkonzepts beabsichtigen, wird die Orga­
nisation der Sondernutzungen als Gemein­
schaftsaufgabe öffentlicher und privater Ak­
teure verstanden. In Bad Salzuflen wurde kurz
nach der Erarbeitung des Gestaltungskon­
zepts der Straßen und Plätze eine bebilder­
te Gestaltungsrichtlinie an alle Einzelhändler
und Gastronomen der Stadtmitte verteilt. Die
Bereitschaft vieler Geschäftsinhaber zur Mit­
wirkung an der Stadtgestaltung konnte da­
durch erheblich erhöht werden.
Nicht nur innerhalb eines historischen Stadt­
kerns, sondern auch an seinem unmittelba­
ren Rand gilt es gestaltwirksame Störungen
zu vermeiden. In Höxter, wo große Werbe­
tafeln am Rand des historischen Stadtkerns
das Stadtbild beeinträchtigen, werden der­
zeit Überlegungen angestellt, den Regelungen
für Werbeanlagen auch außerhalb des histori­
schen Stadtkerns Geltung zu verschaffen.
 Kunst im öffentlichen Raum: Kunst im öf­
fentlichen Raum kann das Stadtbild berei­
chern, gestalterische Akzente setzen, den Blick
dafür schärfen, Ungewöhnliches im Gewohn­
ten zu erkennen, zu einem spielerischen Um­
gang mit dem Stadtraum einladen und – nicht
zuletzt – an das historische Erbe erinnern.
Hattingen verfügt über eine in weiten Teilen
erhaltene Stadtmauer. Die fünf Stadttore wa­
ren darin allerdings kaum mehr erkennbar. In
den vergangenen Jahren wurde die Stadtmau­
er dort, wo sie zugewachsen war, wieder frei­
gelegt und die Stadttore bzw. ihre ehemaligen
Standorte wurden mit einem Kunstprojekt ak­
zentuiert. Skulpturen internationaler Künster
– das Bruchtor „La porta aperta“ von Marcel­
lo Morandini, das Weiltor von Auguste Roqué,
der „Wächter“ von Jan Koblasa am Heggertor,
eine Stahlskulptur von Voré am Steinhagen­
tor und der „Engel ante Portas“ von Urs Dic­
kerhoff am Holschentor – erinnern an die Ge­
schichte der Stadt und markieren diese Orte
städtischer Identität für nachfolgende Gene­
rationen.
Landschaft, öffentliche Grünflächen und
Gärten
Der enge Bezug von Stadt und Landschaft und
die Integration von Grünflächen in die Stadt
sind für die Attraktivität der historischen
Stadtkerne unverzichtbar. Landschaft und
Gärten erfüllen wichtige ökologische Funktio­
nen, bereichern das Stadtbild und bieten sich
81
Landschaft als Teil des Stadtbilds in Warburg und Tecklenburg
für Freizeit und Erholung an. Eine intakte grü­
ne Infrastruktur erhöht aber nicht nur den
Wohnwert des Stadtkerns für die Bürgerinnen
und Bürger, sondern auch seine touristische
Attraktivität.
 Landschaft als Teil des Stadtbilds: Der Land­
schaftsbezug gehört zu den prägenden Ge­
staltungsmerkmalen der Stadtkerne ebenso
wie die klare Trennung von bebautem Stadt­
kern und unbebauter umgebender Land­
schaft. Beides muss daher erhalten werden.
Dies gilt insbesondere für Stadtkerne in Hö­
henlage wie Warburg und Tecklenburg. Die
Bemühungen zur Einhaltung der Grenze zwi­
schen Stadt und Landschaft waren hier bis­
lang erfolgreich. Auch in Zukunft werden sat­
zungsrechtliche Schutzinstrumente zur Sicherung der Zäsur zwischen Kulturland­
schaft und Stadtkern notwendig sein. Eine
städtebauliche Besonderheit, die es zu be­
wahren gilt, ist Tecklenburgs landschaftlich
geprägte grüne Mitte mit ihrem großkroni­
gem Baumbestand und Streuobstwiesen. Die
historische Kulturlandschaft reicht auch im
Süden bis unmittelbar an den Stadtkern mit
dem Burgberg heran und hat so einen in sei­
ner Prägung eindrucksvoll erlebbaren Stadt­
eingang erhalten.
82
Uferlandschaft in Höxter, Minden und Hattingen
Die besondere Lage von historischen Stadt­
kernen in unmittelbarer Nähe zum Wasser
wird von den Städten genutzt. Die Begabun­
gen des Ruhrtals beispielsweise werden in
Arnsberg und Hattingen qualifiziert. In Höx­
ter und Minden sind die Weser und ihre Ufer
stadtbildprägend. Der Ausbau des Ruhrtal­
Radwegs und des Weserradwegs veranlasst
die Städte darüber hinaus, Konzepte zur stär­
keren Vernetzung von Altstadt und Natur­
raum zu entwickeln. Synergetisch wirkt die
wirtschaftliche Kraft auf Grundlage von Erho­
lungs-, Freizeit-, Sport- und Tourismuspotenzi­
alen, die Auswirkungen auf das Stadtbild hat.
 Pflege, Aufwertung und Neuanlage öffent­
licher Grünflächen und Gärten: Die histori­
schen Stadtkerne verfügen über Grünflächen
unterschiedlicher Größen und Charaktere.
Vielfach bietet die Wall- und Grabenzone, wie
beispielsweise in Soest, Rietberg oder Lemgo,
ein grünes Potenzial für Erholung und Ruhe
im historischen Stadtkern. Diese Flächen oder
große Parkanlagen, wie der Kurpark in Bad
Salzuflen, erfordern einen hohen Pflege- und
finanziellen Aufwand. Der Nutzwert wie auch
der stadtgestalterische Wert dieser Grünflä­
chen rechtfertigen jedoch diese Anstrengun­
gen. Auch kleine öffentliche Gärten, eventuell
von Bürgerinnen und Bürgern gestaltet und
gepflegt, sind eine Bereicherung für die dicht
bebauten historischen Stadtkerne.
Mit der Untersuchung zur Geschichte und zu
den Entwicklungsmöglichkeiten der histori­
schen Gärten und Gartenhäuser am Rande
des Klassizismusviertels in Alt-Arnsberg durch
das Büro scape Landschaftsarchitekten aus
Düsseldorf hat die Stadt Arnsberg Ende 2007
die Vorgaben für die Aufwertung und Nutzung
dieses sensiblen Bereiches zwischen gebauter
Stadt und freier Landschaft definiert. Als alte
Hauptstadt des Herzogtums Westfalen, als
preußischer Regierungssitz und seit fast 200
Jahren als Sitz der Bezirksregierung haben die­
se Epochen ein bedeutendes städtebaulichkulturelles Erbe hinterlassen, das vom Zusam­
menspiel der mittelalterlichen Stadt und des
Klassizismusviertels in einzigartiger topogra­
phischer Lage innerhalb der Arnsberger Ruhr­
schleife geprägt wird. Die Stadt Arnsberg hat
zwei vom Verfall bedrohte klassizistische Gar­
tenhäuser mitsamt den umgebenden Flächen
erworben und sie so vor Verfall und drohen­
dem Abriss gerettet. Die Gartenhäuser wur­
den renoviert und die Gärten auf Grundlage
des historischen Bestands neu gestaltet. Ein
„Förderverein Bürgergärten“ wurde gebildet,
Grünanlagen und Gärten in Bad Münstereifel, Rietberg, Arnsberg und Soest
um Veranstaltungen in den Gärten zu organi­
sieren. Die Gärten sind direkt an den Ruhrtal­
Radweg angebunden.
Im historischen Stadtkern Rietbergs treten
aus der Menge der meist kleinteiligen priva­
ten Grünflächen drei größere Grünflächen
hervor: Der ehemalige Klostergarten, der heu­
te den Skulpturenpark des Künstlers Wilfried
Koch beherbergt, die ehemals privaten Gar­
tengrundstücke am „Klingenhagen“, die als
Bürgergärtchen – von Bürgerinnen und Bür­
gern gepflegt – und als Drostengarten zu städ­
tischen Grünanlagen gestaltet wurden, und
der große Garten des Hauses Münte, des ehe­
maligen gräflichen Verwaltungsbaus. Neben
den großen Grünflächen der Grabenzone und
der direkt an den Stadtkern angrenzenden
Fläche der ehemaligen Landesgartenschau
sind es gerade diese kleinen, den historischen
Stadtgrundriss öffnenden Grünflächen, die er­
heblich zum Wohlbefinden in der Stadt bei­
tragen.
Folgerungen und Empfehlungen
Nach Auswertung der Fragebögen aller 37 Mit­
gliedsstädte der Arbeitsgemeinschaft Histori­
sche Stadtkerne und der anschließenden Ge­
spräche vor Ort in den 15 ausgewählten Städ­
ten wurde deutlich, dass die Sicherung der
qualitätvollen und historischen Stadtgestalt
wesentlich von drei Faktoren abhängt:
 Rechtsinstrumente bilden die juristisch
notwendige Grundlage für die Sicherung
der Gestaltqualität. Diese Satzungen müs­
sen immer wieder an aktuelle Probleme
und Aufgaben angepasst werden.
 Nur durch intensiven Einsatz kommunika­
tiver Instrumente wird die Akzeptanz und
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerschaft
sowie eine Identifikation mit dem histori­
schen Stadtkern erzeugt, die für den Erhalt
des Gestaltwerts unabdingbar ist.
 Eine nachhaltige Stadtentwicklung mit
qualitätvoller Gestaltung braucht über­
greifende Konzepte.
Anforderungen an die inhaltliche Gestaltung
der Rechtsinstrumente
Viele Städte der Arbeitsgemeinschaft planen
die Einrichtung neuer Instrumente bzw. eine
Überarbeitung ihrer Satzungstexte, die viel­
fach noch aus den 1980er Jahren datieren. Bei
der Erarbeitung der neuen Texte sind in allen
Städten, neben den spezifischen Besonder­
heiten des Ortes, ähnliche Aspekte zu berück­
sichtigen:
(1) Neue Themen, die in die Satzungen inte­
griert werden müssen, sind Klimaschutz und
Energieeinsparung, wie beispielsweise der
Umgang mit Photovoltaikanlagen. Der kon­
krete Überarbeitungsbedarf hängt von den
spezifischen örtlichen Erfahrungen ab.
(2) Die Satzungstexte müssen zur Gewährlei­
stung von Rechtssicherheit eindeutige Fest­
setzungen und nachvollziehbare städtebauli­
che Begründungen enthalten. Eine allgemein
gefasste Mustersatzung für Gestaltungs- und
Werbesatzungen mit besonderen juristischen
Hinweisen kann dabei den Mitgliedsstädten
als wichtige Arbeitshilfe dienen.
(3) Eine Gestaltungsfibel oder ein Gestaltungs­
handbuch können die nicht in juristische Tex­
te zu fassenden Gestaltungskriterien gut ver­
anschaulichen. Die Satzungen sind deshalb
mit illustrierenden Abbildungen anzurei­
chern, um sie allgemein verständlich zu ma­
83
Instrumente der Stadtgestaltung: Gestaltungssatzung mit Fibel, Flyer, Projektzeitung
chen. Gestaltungsfibeln dienen der öffentli­
chen Kommunikation und der Beratung im
Einzelfall.
Anforderungen an Öffentlichkeitsarbeit und
Kommunikation
Die Akzeptanz der gesetzlichen Regelungen
ist umso größer, je stärker Bürger, Gewerbe­
treibende und Eigentümer im Vorfeld nach ih­
ren Interessen befragt werden und sich in die
Ausarbeitung, bis hin zu konkreten Formulie­
rungen, einbringen können. Die genaue Aus­
bildung der kommunikativen Instrumente
richtet sich dann nach den individuellen ört­
lichen Voraussetzungen und Problemen. Die
Herstellung eines guten kommunikativen Kli­
mas und die gegenseitige Bereitschaft, auf­
einander einzugehen, sind wichtige Aufgaben
der Planung. Das persönliche Engagement al­
ler Beteiligten ist dabei unverzichtbar.
(1) Die Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit
dient einer breiten Bewusstseinsbildung für
den Wert des historischen Stadtkerns. Infor­
mationsveranstaltungen, Medienarbeit, VHSVeranstaltungen, Internetforen, Ausstellun­
gen etc. sind hierfür geeignete Mittel. Die öf­
fentliche Würdigung von positiven Beispie­
84
len durch die Auslobung von Fassadenprei­
sen oder die Publikation gelungener Beispie­
le können das Engagement festigen und stär­
ken. Regelmäßige Stadtführungen, tragen
dazu bei, die baukulturelle Bedeutung der hi­
storischen Stadt den Eigentümern, Bürgern
und Entscheidungsträgern bei Gestaltungs­
fragen zu erschließen.
Über traditionelle Feste und Events wird die
historische Stadt zu einem überregionalen An­
ziehungspunkt.
(2) Es gilt, ein Kommunikationsnetzwerk mit
wichtigen Akteuren aufzubauen, auf das im
Bedarfsfall ohne Vorlauf und auf informel­
lem Wege zurückgegriffen werden kann. Bei
der Erarbeitung oder Überarbeitung von Sat­
zungen und Regelwerken oder Stadtentwick­
lungsprojekten sind geeignete Beteiligungs­
formate zu entwickeln. Die Beteiligung ei­
nes breiten Spektrums unterschiedlicher Per­
sonenkreise ist von großem Wert für die Ent­
wicklung von Projekten und für ihre Umset­
zung.
(3) Die Schaffung und Verbesserung der or­
ganisatorischen und personellen Vorausset­
zungen in der Verwaltung (vom persönlichen
Integriertes Handlungskonzept Höxter
„Kümmerer“ bis zu fachübergreifenden Ar­
beitsformen) muss gewährleistet sein. Bauan­
tragsverfahren sollten immer von einer quali­
fizierten Beratung in städtebaulichen und ge­
stalterischen Fragen begleitet werden. Die
Beratung benennt klar die Qualitätskriterien
und verdeutlicht sie mit Hilfe von Bildern und
gebauten Beispielen, etwa in Form einer Infor­
mationsbroschüre. Die Beratung in gestalteri­
schen Fragen kann gekoppelt werden mit an­
deren Informationen, etwa über Energiespar­
maßnahmen oder Förderprogramme.
(4) Zur fachlichen Begutachtung der nicht
über bestimmte Rechtsbegriffe regelbaren
Gestaltungsmerkmale – zum Beispiel für Neu­
bauvorhaben im historischen Kontext – bietet
sich ein unabhängiger Gestaltungsbeirat an.
Im Gestaltungsbeirat werden Vorhaben hin­
sichtlich Ihrer architektonischen und stadt­
gestalterischen Qualitäten begutachtet. Ziel
ist es, zum Erhalt und zur Verbesserung des
Stadtbilds beizutragen, die architektonische
Qualität auf einem hohen Niveau zu sichern
sowie städtebauliche und architektonische
Fehlentwicklungen zu vermeiden. Zu den Vor­
haben zählen sowohl Einzelvorhaben, die we­
gen ihres Standorts, ihres Umfelds, ihrer Nut­
zung, ihrer Größe oder wegen sonstiger Belan­
Gestaltung im Dialog
ge von besonderer Bedeutung sind, als auch
städtebauliche Planungsprojekte von beson­
derer Relevanz. Ebenso werden Vorhaben be­
gutachtet, die von örtlichen Rechtsnormen
wie Gestaltungssatzung und Denkmalbe­
reichssatzung abweichen oder bei denen Be­
lange betroffen sind, die in den entsprechen­
den Satzungen nicht ausdrücklich geregelt
sind. Damit sollen auch „moderne Lösungen“
ermöglicht werden, die zwar einzelnen Regeln
der Gestaltsatzungen widersprechen, aber die
allgemeinen Ziele der Stadtgestaltung einhal­
ten und von überragender Qualität sind.
(5) Für größere Bauvorhaben sind Wettbewer­
be ein bewährtes Instrument zur Qualitätssi­
cherung. Wettbewerbe haben eine lange Tra­
dition. Sie sind ein wesentlicher Teil der Pla­
nungskultur und eine unersetzliche Voraus­
setzung für unsere Baukultur. Über Wettbe­
werbe kann am ehesten die beste architekto­
nische, städtebauliche und freiraumplaneri­
sche Lösung hinsichtlich Funktion, Ökonomie
und Ästhetik gefunden werden. Wettbewerbs­
art und -umfang sollten jedoch der Größe und
Komplexität der Aufgabe angemessen sein.
Integrierte Handlungskonzepte für die
historischen Stadtkerne
Neben der intensiven Anwendung kommuni­
kativer Instrumente sind strategische Ge­
samtkonzepte für die historischen Stadtkerne
wichtige Voraussetzung für die Wirksamkeit
eines gestalterischen Regelwerks. Gestaltqua­
lität kann nur dann nachhaltig gesichert wer­
den, wenn zugleich die ökonomischen, sozi­
alen und ökologischen Entwicklungsgrundla­
gen tragfähig sind. Bei Leerstand und Desin­
vestition bleibt die beste Gestaltungssatzung
wirkungslos. An die Erarbeitung dieser strate­
gischen Gesamtkonzepte sind folgende Anfor­
derungen zu stellen:
J Sie sollten gesamtstädtisch eingebunden
und fachübergreifend sein
J Sie sollten abgestimmt zwischen öffent­
lichen und privaten Akteuren entwickelt
werden
J Sie sollten maßnahmen- und umsetzungs­
orientiert angelegt sein
(1) Die Nutzungsperspektiven der historischen
Stadtkerne sind auf die gesamtstädtische Ent­
wicklung abzustimmen. Hierzu gehört etwa
ein gesamtstädtisches Einzelhandelskonzept
ebenso wie die Beachtung des gesamtstädti­
schen Wohnungsmarkts. Auch ist die beson­
dere Bedeutung der historischen Stadtkerne
für zentrale kulturelle und soziale Infrastruk­
turen zu untersuchen.
(2) Eine erfolgreiche Umsetzung der Gesamt­
konzepte ist nur im Zusammenspiel öffent­
licher und privater Akteure denkbar. Dies betrifft einerseits die Akzeptanz, insbeson­
dere aber auch die aktive Beteiligung der privaten Akteure an der Umsetzung der Maß­
nahmen. Eine denkbare Form der Einbindung
privater Akteure ist zum Beispiel die Bildung
von Immobilien- und Standortgemeinschaf­
ten.
(3) Die Gesamtkonzepte münden in Maßnah­
menkonzepte, die sowohl Aussagen zur Um­
setzungsstrategie als auch zu Kosten, Finan­
zierung und Förderung machen. Mit einem
städtebaulichen Entwicklungskonzept nach
§ 171b BauGB oder integrierten Handlungs­
konzepten im Rahmen der Programme „Aktive Stadt- und Ortszentren“,“ „Städtebau­
licher Denkmalschutz“, „Soziale Stadt“, „Stadt­
umbau West“ oder „Städtebauliche Sanierung
und Entwicklung“ steht den Städten mit hi­
storischen Stadtkernen eine Vielzahl von Pla­
nungsinstrumenten zur Verfügung.
85
Vergleichende Tabellen und ausgewertete Fragebögen
86
87
Fläche Historischer Stadtkern
Einwohner im Hist. Stadtkern
Anzahl Baudenkmäler
Portrait
Alt-Arnsberg
142 ha
2.400
246
Bad Berleburg
17,5 ha
680
23 (20%)
bislang kaum Leerstände
6 ha
498
62 (38%)
Leerstände, hohe Mieten
Bad Laasphe
Aktuelle Situation im Historischen Stadtkern
Leerstände, Wandel zum Kultur- u. Tourismusstandort
Bad Münstereifel
26 ha
935
160 (80%)
Leerstände, derzeit Wiedernutzungstendenzen
Bad Salzuflen
24 ha
2.260
105 (25%)
Leerstände, Rückgang des Kurbetriebs
Blomberg
15 ha
950
92 (27%)
Brakel
27 ha
1.500
81 (25%)
Detmold
110 ha
4.621
479 (43,8%)
Düsseldorf-Kaiserswerth
41,8 ha
1.049
64 (33%)
bislang kaum Leerstände, hohe Investitionsbereitschaft
6,8 ha
720
80 (90%)
Leerstände, Wohnproblematik
Hattingen
10,6 ha
1.400
158 (50%)
Horn-Bad Meinberg
26,6 ha
1.300
43 (15%)
Höxter
45 ha
2.799
184
Leerstände, sinkende Einwohnerzahl
Hückeswagen
6,5 ha
2.500
152
Leerstände
Kalkar
40 ha
1.660
112 (26%)
wenige Leerstände
Kempen
27 ha
1.700
131 (14%)
bislang kaum Leerstände, hohe Nachfrage als Wohnstandort
Krefeld-Linn
7,5 ha
600
50 (30%)
Lemgo
62 ha
3.500
300
113 ha
5.208
222 (16%)
Freudenberg
Lippstadt
Lügde
Leerstände
starke Identifikation der Bewohner, Leerstände
Gastronomie u. öffentl. Raum positiv, Handel geschwächt
Investitionsbedarf im öffentl. Raum und bei Gebäuden
Leerstände, geringe Investitionsbereitschaft, gepl. Großprojekte
keine negativen Tendenzen
Leerstände, hohe Nachfrage als Wohnstandort
Leerstände, leicht sinkende Einwohnerzahl
24 ha
990
80 (24%)
Leerstände und Investitionsbedarf
Minden
156 ha
3.800
361 (12%)
Leerstände und Investitionsbedarf
Monschau
15,2 ha
1.660
282 (85%)
Leerstände, hohe Investitionsbereitschaft
Remscheid-Lennep
11,4 ha
1.100
120 (30%)
positive Sanierungsentwicklung
20 ha
1.520
133 (30%)
hohe Investitionsbereitschaft
21,6 ha
816
74 (29%)
Leerstände
Schieder-Schwalenberg
20 ha
370
75 (90%)
Leerstände, geringe Investitionsbereitschaft
Schmallenberg
17 ha
725
31 (20%)
kaum Leerstände, hohe Investitionsbereitschaft
Siegen
6,7 ha
1.100
28 (19%)
positive Sanierungsentwicklung
Soest
102 ha
6.532
570 (30%)
Gastronomie u. öffentl. Raum positiv, Identifikation der Bewohner
Steinfurt
32 ha
1.450
111 (39%)
positive Sanierungsentwicklung, Leerstände
Stolberg
13 ha
96
Leerstände, geringe Investitionsbereitschaft
Tecklenburg
15 ha
470
54 (39%)
Velbert-Langenberg
23 ha
1.900
117 (32%)
Leerstände, hohe Nachfrage als Wohnstandort
Warburg
43 ha
8.000
187 (30%)
wenige Leerstände, Investitionsbedarf im öffentl. Raum
Warendorf
42 ha
2.197
257 (40%)
Leerstände
Werl
42 ha
3.500
70 (15%)
Handel geschwächt
13,2 ha
1.200
70 (30%)
hohe Investitionsbereitschaft
Rheda-Wiedenbrück
Rietberg
Werne
88
Identifikation der Bewohner, Leerstände, schwache Infrastruktur

Bad Laasphe

Bad Münstereifel

Bad Salzuflen

Blomberg

Brakel

Detmold




Freudenberg


Horn-Bad Meinberg

Höxter
































Lippstadt


Lügde


Minden


Monschau

Remscheid-Lennep

Rheda-Wiedenbrück

Rietberg

Schieder-Schwalenberg

Schmallenberg

Siegen

Soest

Steinfurt

Stolberg





































Warburg

Warendorf



























Werl































































Werne


















Stiftungen




Komm. Förderangebote



Tecklenburg
Öffentliche Mittel

























Individuelle Beratung












Krefeld-Linn







Kempen
Stadtmarketing
Akteursgruppen



Plattformen, Foren
Bürgerveranstaltungen
Gestaltungsbeirat
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsfibel


Hückeswagen
Velbert-Langenberg







Hattingen


Düsseldorf-Kaiserswerth
Lemgo
B-Pläne

Alt-Arnsberg
Bad Berleburg
Kalkar
Sanierungssatzung
Erhaltungssatzung
Denkmalpflegeplan
Denkmalbereichssatzung
Sondernutzungssatzung
Werbesatzung
Gestaltungssatzung
Instrumente























































89
Aufgaben
Überarbeitung bestehender oder Erarbeitung neuer
Rechtsinstrumente
Alt-Arnsberg
Erhaltungssatzung
Bad Berleburg
Gestaltungssatzung
Bad Laasphe
Erhaltungssatzung
Bad Münstereifel
Gestaltungs- u. Sanierungssatzung
Bad Salzuflen
Gestaltungs-, u. Erhaltungssatzung
Blomberg
Gestaltungssatzung
Brakel
Gestaltungs- u. Erhaltungssatzung
Detmold
Überarbeitung bestehender oder Einführung neuer
kommunikativer Instrumente
Gestaltungsbeirat
Klimabeirat neu, Gestaltungsbeirat wird beendet
Düsseldorf-Kaiserswerth
Freudenberg
Erhaltungssatzung
Hattingen
Gestaltungssatzung
Horn-Bad Meinberg
Höxter
Gestaltungssatzung, Werbesatzung für Einfallstraßen
Hückeswagen
Kalkar
Kempen
evtl. Gestaltungssatzung
Krefeld-Linn
Lemgo
Gestaltungs-, Werbe-, Sondernutzungs-, Erhaltungs- u. evtl. Denk­
malbereichssatzung
Lippstadt
Sondernutzungssatzung
Lügde
Gestaltungssatzung
Minden
Gestaltungs- u. Werbesatzung
Monschau
Gestaltungs- u. Werbesatzung
Beratungsbroschüre Wohnen im historischen Stadtkern
evtl. Gestaltungsfibel
Gestaltungsfibel
Remscheid-Lennep
Rheda-Wiedenbrück
Gestaltungssatzung
Rietberg
Gestaltungssatzung
Schieder-Schwalenberg
Gestaltungsfibel
Schmallenberg
Prospekte
Siegen
Gestaltungssatzung
Soest
Gestaltungs- u. Werbesatzung
Steinfurt
evtl. Gestaltungssatzung, evtl. Denkmalpflegeplan
Stolberg
Tecklenburg
evtl. Erhaltungs- u. Denkmalbereichssatzung
Velbert-Langenberg
Gestaltungs- u. Erhaltungssatzung
Warburg
Warendorf
Gestaltungssatzung
Werl
Werne
90
alle vorhandenen Satzungen
mehr kommunikative Instrumente
Aufgaben
Aktuelle Konzepte sowie aktuelle und zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Ausbau Tourismus und Wohnstandort
Alt-Arnsberg
Umbau des historischen Marktplatzes
Bad Berleburg
Stärkung Handel u. Gastronomie
Bad Laasphe
Stadtbildpflege, verbesserte Förderung
Bad Münstereifel
Stadtbildpflege, Gestaltung öffentl. Raum
Bad Salzuflen
Städtebauliches Entwicklungskonzept
Blomberg
Stadtentwicklungskonzept, Leerstandsmanagement
Brakel
Stärkung Handel, Gestaltung öffentl. Raum, Integriertes Handlungskonzept
Detmold
Projektumsetzung auf Grundlage Stadtentwicklungskonzept
Düsseldorf-Kaiserswerth
Wohnqualität, Studie der Universität Siegen
Freudenberg
Stadtumbau Innenstadt, verbesserte Förderung, Integrietes Handlungskonzept
Hattingen
Stärkung Handel und Wohnstandort, Einzelhandelskonzept
Horn-Bad Meinberg
Stadtentwicklungskonzept, Einzelhandelskonzept, verbesserte Förderung
Höxter
Stadtumbau Innenstadt
Hückeswagen
Einzelhandelskonzept, Gestaltung öffentl. Raum
Kalkar
Stadtbildpflege
Kempen
Stadtbildpflege
Krefeld-Linn
Stärkung Wohnstandort, Leerstandsmanagement, Gestaltung öffentlicher Raum,
Stadtentwicklungskonzept
Lemgo
Integriertes Handlungskonzept (Abschluss Anfang 2011)
Lippstadt
Städtebauliches Entwicklungskonzept
Lügde
Gestaltung öffentl. Raum
Minden
Stadtbildpflege, Gestaltung öffentl. Raum
Monschau
Integriertes Handlungskonzept
Remscheid-Lennep
Stadtbildpflege
Rheda-Wiedenbrück
Stärkung Handel, Gestaltung öffentl. Raum, Integriertes Handlungskonzept
Rietberg
Kulturarbeit, Stadtbildpflege, Stadtentwicklungskonzept
Schieder-Schwalenberg
Stadtbildpflege, Stadtmarketing
Schmallenberg
Siegen
Stadtbildpflege, Stadtmarketing, Einzelhandelskonzept
Soest
Stärkung Handel, Einzelhandelskonzept, Stadtbildpflege
Steinfurt
Stadtentwicklungskonzept, Stadtumbaugebiet, verbesserte Förderung
Stolberg
Integriertes Handlungskonzept, Bürgerbeteiligung
Tecklenburg
Stadtbildpflege, Maßnahmenkonzept
Velbert-Langenberg
Gestaltung öffentl. Raum, Integriertes Handlungskonzept
Warburg
Stadtbildpflege, Leerstandsmanagement
Warendorf
Stärkung Handel und Wohnstandort, Anbindung EKZ
Werl
Integriertes Handlungskonzept
Werne
91
–
+
+
+
–/+
+
–/+
Akzeptanz Denkmalpflege
Akzeptanz kommunikativer
Instrumente
+
Akzeptanz Rechtsinstrumente
–
Bad Berleburg
Stellenwert der Förderung
Leistung kommunikativer
Instrumente
Alt-Arnsberg
Leistung Rechtsinstrumente
Einschätzung
Bad Laasphe
–
+
+
–
+
–/+
Bad Münstereifel
+
+
+
+
+
+
Bad Salzuflen
+
+
+
–/+
+
+
Blomberg
+
+
+
+
+
+
Brakel
+
+
+
+
+
+
Detmold
+
+
+
+
+
+
Düsseldorf-Kaiserswerth
+
+
+
+
+
+
–/+
+
+
–/+
+
–/+
+
+
+
+
+
+
–/+
+
+
Freudenberg
Hattingen
Horn-Bad Meinberg
Höxter
+
+
+
Hückeswagen
–
+
+
+
–/+
+
–/+
+
+
+
+
+
Krefeld-Linn
–/+
–/+
+
+
+
+
Lemgo
–/+
+
+
–/+
+
+
Lippstadt
+
+
+
+
+
+
Lügde
+
+
–/+
+
–/+
Minden
+
+
+
+
+
+
Monschau
+
+
+
–/+
+
–/+
Remscheid-Lennep
+
+
+
–/+
+
+
Rheda-Wiedenbrück
+
+
+
–/+
+
–/+
+
Kalkar
Kempen
+
+
+
+
+
–/+
+
+
+
+
+
Schmallenberg
+
+
+
+
+
+
Siegen
+
+
+
+
+
Soest
+
–/+
+
–/+
+
+
Steinfurt
+
+
–/+
+
+
+
+
–/+
+
+
–/+
+
–/+
Velbert-Langenberg
+
–/+
+
–/+
+
–/+
Warburg
+
+
+
+
+
+
Warendorf
+
–/+
+
+
Werl
+
+
+
+
–/+
–/+
+
–
+
–
Rietberg
Schieder-Schwalenberg
Stolberg
Tecklenburg
Werne
92
–/+
Einschätzung
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Arbeitskreise
Alt-Arnsberg
Gestaltungssatzung
Individuelle Beratung
Bad Berleburg
Gestaltungssatzung, Erhaltungssatzung
Individuelle Beratung
Bad Laasphe
Denkmalbereichssatzung, Gestaltungssatzung
Individuelle Beratung, Arbeitskreise
Bad Münstereifel
alle örtlichen Satzungen, Denkmalschutzgesetz
Individuelle Beratung
Bad Salzuflen
Gestaltungssatzung
Individuelle Beratung
Blomberg
Gestaltungssatzung, Denkmalschutzgesetz
Individuelle Beratung, Arbeitskreise
Brakel
Denkmalschutzgesetz
Individuelle Beratung
Detmold
Denkmalbereichssatzung, Sanierungssatzung
Veranstaltungen, Arbeitskreise, Vortragsreihen
Düsseldorf-Kaiserswerth
Gestaltungssatzung, B-Pläne
Individuelle Beratung
Freudenberg
Gestaltungssatzung
Individuelle Beratung
Hattingen
Gestaltungssatzung
Individuelle Beratung
Horn-Bad Meinberg
Gestaltungssatzung, B-Pläne
Individuelle Beratung, Veranstaltungen
Höxter
Individuelle Beratung
Hückeswagen
Gestaltungsbeirat, Individuelle Beratung
Kalkar
Individuelle Beratung
Kempen
Denkmalbereichssatzung, Denkmalschutzgesetz
Gestaltungsbeirat, Denkmalausschuss
Krefeld-Linn
Gestaltungs-, Werbe- und Sanierungssatzung
Individuelle Beratung, Wettbewerbe
Lemgo
Werbesatzung, Gestaltungssatzung
Individuelle Beratung
Lippstadt
Gestaltungssatzung
Einbindung in Planungsprozesse, Individuelle Beratung
Lügde
alle auf ihre Art
Individuelle Beratung
Minden
Gestaltungssatzung
Individuelle Beratung, Gestaltungsbeirat
Monschau
Denkmalbereichssatzung
Individuelle Beratung
Remscheid-Lennep
Gestaltungssatzung, Denkmalschutzgesetz
Individuelle Beratung, Gestaltungsbeirat
Rheda-Wiedenbrück
Gestaltungssatzung mit Rahmenplan
Bürgerversammlungen, Quartiersbesprechungen
Rietberg
jede Form von Kommunikation
Schieder-Schwalenberg
Gestaltungssatzung
Gestaltungsbeirat
Schmallenberg
Gestaltungssatzung, Denkmalbereichssatzung
Veranstaltungen, Stadtmarketing, Stadtfeste
Siegen
Gestaltungssatzung, Werbesatzung
Tag des offenen Denkmals, Öffentlichkeitsarbeit, Ind. Beratung
Soest
Gestaltungssatzung, Denkmalschutzgesetz
Individuelle Beratung (Farbbedeutungsplan)
Steinfurt
Stolberg
Gestaltungssatzung, Denkmalbereichssatzung
Denkmalbereichssatzung
Veranstaltungen, Arbeitskreise, Gespräche
Tecklenburg
Gestaltungssatzung
Bürgerbeteiligung, Akteursgruppen, Gespräche
Velbert-Langenberg
Gestaltungssatzung, Erhaltungssatzung
Individuelle Beratung
Warburg
Gestaltungssatzung, Erhaltungssatzung
Individuelle Beratung
Warendorf
Gestaltungssatzung
Individuelle Beratung
Werl
Gestaltungs-, Werbe- und Denkmalbereichssatzung
Individuelle Beratung
Werne
93
Alt-Arnsberg
Portrait der Stadt und des historischen Stadtkerns
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Flächengröße des historischen Stadtkerns
142 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
2.400
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Nebenzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Festungs- und Klosterstadt, Regierungsneustadt
Anzahl der Baudenkmäler
246
Prägendes Erscheinungsbild
mittelalterlich und klassizistisch
Alleinstellungsmerkmale
Burgruine, Kloster, Neumarkt, s-förmige Ruhrschleife
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Nutzungsmischung und Schwerpunkt Kultureinrichtungen
Entwicklungstendenzen
Wandel zum Kultur- und Tourismusstandort noch nicht vollständig gelungen, Leerstände
Einsatz von Instrumenten zur Stadtgestaltung
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1989
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
94 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Stadterneuerungsmittel
Umsetzung stadtgestalterischer Qualitäten
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Hotel zur Krone (2007)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Schlossruine (1995), Kloster Wedinghausen (2005)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Stärkung des Kultur- und Tourismusstandorts / Sicherung der Innenstadtleit­funktion Wohnen /
Revitalisierung historischer Viertel / Einbindung der Ruhr
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Erhaltungssatzung
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
Fachbereich Planen, Bauen, Umwelt – Fachdienst Stadt- und Verkehrsplanung – Untere Denkmalbehörde
Bürgerversammlungen, Presse, Internet, Workshops
Bewertung und Einschätzung
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
niedrig
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Arbeitskreise
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
niedrig
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Mitwirkungsbereitschaft und Akzeptanz, da Inhalte vermittelt werden können
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Akzeptanz, wenn keine Einschränkungen und Belastungen entstehen
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Bau- Erhaltungs- und Pflegezustand öffentlicher Räume
2. Erhalt historischer Fassaden, maßstäbliche und auf den Ort abgestimmte Neubauten
3. Belebung durch Nutzungen (Kunstsommer, Weihnachtsmarkt, Openair-Kino, Arnsberger Kneipennacht)
 Schwerpunkt kommunikative Instrumente
 Übergeordnete Stadtentwicklungsziele und öffentliche Maßnahmen sollen privates Engagement erzeugen
95
Bad Berleburg
Portrait der Stadt und des historischen Stadtkerns
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
17,5 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
680
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Burgenstadt
Anzahl der Baudenkmäler
23 (20 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk, Schieferfassaden, Schieferdächer
Alleinstellungsmerkmale
Schlossanlage (18. Jh.) am höchsten Punkt der Stadt
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
kleinteilige Struktur, vor allem Wohnen und Gastronomie
Entwicklungstendenzen
keine Leerstände, Befürchtungen aufgrund der demografischen Entwicklung
Einsatz von Instrumenten zur Stadtgestaltung
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1981
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1991
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen 1991 u 1993
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Stadterneuerungs-, Haus- u Hofflächen-, Fassadenprogramm
Kommunale Förderangebote
Aufstockung der Landesmittel
Stiftungen
96 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Umsetzung stadtgestalterischer Qualitäten
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Jugendherberge (1994), Musikschule (1996)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Umbau des historischen Marktplatzes
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung soll auf die Erfordernisse der Energiesparverordnung angepasst werden
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Bauaufsicht - Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
Bewertung und Einschätzung
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Akzeptanz in Verbindung mit Förderangeboten
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Individuelle Beratung wird gut angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Akzeptanz in Verbindung mit Förderangeboten
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Eine zeitgemäße, auf energetische Probleme eingehende, rechtssichere Gestaltungssatzung
2. Ausreichende Fördermöglichkeiten von Denkmälern und sonstigen Bauwerken
3. Vereinfachung der neuen Förderrichtlinien – für kleine Kommunen nicht praktikabel
 Gestaltungssatzung und individuelle Beratung werden für den kleinen Stadtkern als ausreichend erachtet
 Der Erfolg der weiteren Entwicklung wird in starker Abhängigkeit zu den finanziellen Möglichkeiten gesehen
97
Bad Laasphe
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
6 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
498
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Nahversorgungsbereich
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt, Ackerbürgerstadt
Anzahl der Baudenkmäler
62 (38%)
Prägendes Erscheinungsbild
Putzbauten und Fachwerkgebäude auf Natursteinsockel
Alleinstellungsmerkmale
rechteckiger Stadtkerngrundriss, Stadtmauer u. Tore ablesbar
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Wohn- und Geschäftshäuser, Nahversorgung und Tourismus
Entwicklungstendenzen
Leerstände – zu hohe Mieten, fehlende Stellplätze
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1979 / 2006
Ortssatzung seit 1910
Werbesatzung 1979 / 2006
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan 1994
Erhaltungssatzung (in Vorbereitung)
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel 2008
„Baufibel“ Illustrierte Fibel mit Positivbeispielen
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen 2002
im Vorfeld der „Baufibel“
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren 2002
Arbeitskreis Baukultur und Baupflege
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Handlungs- und Maßnahmenkonzept
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
98 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Wohnumfeldverbesserung, Fassaden- u. Modprogramm
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Wiederaufbau Kirchplatz 9 (durch Brand zerstört)
Instandsetzung privater Gebäude
Instandsetzung Kirchplatz 14
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Umgestaltung von privaten Hausvorflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Umgestaltung des Kirchplatzes, der öffentl. Verkehrsflächen
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Stärkung von Handel und Gastronomie / Nahversorgungszentrum am Rand des Stadtkerns
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Erhaltungssatzung in Vorbereitung
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen und
LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen zuständig
Beteiligung der Öffentlichkeit
Bürgerbeteiligung, öffentliche Sitzungen, Presse
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
niedrig, „Verhinderung von Schlimmerem“
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung in Kombination mit Erhaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
geringe Akzeptanz, vermeintliche Einschränkung
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Akzeptanz bei Erwartung von Fördermitteln oder steuerlichen Vorteilen
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Überzeugungsarbeit leisten, das Thema Baukultur verständlich machen
2. Frühzeitige Information über Bauabsichten ermöglicht intensive Beratungsgespräche und Einflussnahme
3. Aussicht auf Förderung hilft, gestalterische Ansprüche umzusetzen
 Schwerpunkt Individuelle Beratung
 Fördermittel sind ein nicht zu unterschätzender Anreiz für die Umsetzung von Qualitäten
99
Bad Münstereifel
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum / Ballungsrand
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Grundzentrum mit Teilfunktion eines Mittelzentrums
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
26 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
935
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum / Nahversorgungsbereich
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Burgenstadt, Klosterstadt, Fachwerkstadt
Anzahl der Baudenkmäler
160 (80 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk- und Natursteinbauten
Alleinstellungsmerkmale
Stadtbefestigung mit 4 Stadttoren, 2 Erftdurchlässen, zahlreichen Türmen und Burggrundmauern,
Sakralbauten, Windeckhaus
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
urbane Mischnutzung
Entwicklungstendenzen
einige Leerstände bei Wohnungen und Geschäften, positive Entwicklungen (Wiedernutzung, Sanierung) in
den letzten Monaten
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1986
wird aktuell überarbeitet unter Beteiligung von Akteuren
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung 1989
Denkmalbereichssatzung 1982
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 2010
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Presseinfo, Arbeitskreise
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
100 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
überwiegend in den 90er Jahren, zuletzt kleine Beträge über Denkmalpflegemittel
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Bahnhofsgebäude (2000), Fassadensanierungen
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Sanierung der Stadtmauer (laufend), ehem. Rathaus am Klosterplatz (2009),
St. Michael Gymnasium (2010)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
zentrale Straßen und Plätze (1990er Jahre)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Substanzerhalt, Verbesserung des Stadtbildes / Schaffen von Möglichkeiten zur verbesserten finanziellen
Unterstützung Privater und Förderung öffentlicher Projekte
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung und Sanierungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
vorrangig Amt für Stadtentwicklung mit Funktion als Untere Denkmalbehörde – Gewerbeamt – Tiefbauamt –
Bauaufsicht – Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
monatliche Sprechtage mit der Denkmalpflege, Beteiligung von Akteuren im Rahmen der Überarbeitung der
Gestaltungssatzung, aktiver Förderkreis für Denkmalpflege
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Denkmalbereichssatzung, Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Gespräche und Arbeitskreise
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
hoch
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
engagiert
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Bewusstsein für das „kulturelle Erbe“ ist recht ausgeprägt
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Förderung privater Projekte
2. Persönliche Beratung und ausführliche Information
3. Gestaltungssatzung mit erläuternder Fibel und Flyern zum besseren Verständnis
 Städtisches Engagement für eine Verbesserung der Fördermöglichkeiten: Überarbeitung der Sanierungssatzung zur Verbesserung der steuerlichen
Absetzbarkeit und Prüfung ob Zuschüsse über Bund-Länder-Programme möglich sind
 Die grundsätzlich positive Einstellung Privater zur Denkmalpflege scheitert derzeit an den finanziellen Mitteln
101
Bad Salzuflen
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
24 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
2.260
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Bürgerstadt / Markt
Anzahl der Baudenkmäler
105 (25 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk, Steingiebelbauten, Architektur des Badebetriebs
Alleinstellungsmerkmale
Entwicklung der Stadt um die Saline und die Salzquelle
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Historischer Stadtkern ist eng mit dem Kurbereich verknüpft:
Tagestourismus, Gastronomie, Hotels, Handel, Wohnen
Entwicklungstendenzen
Bedeutungsverlust der Kur führt zu Leerstand u.a. Defiziten
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1981
Erhaltungs- und Gestaltungssatzung mit Regeln zu Werbung
Werbesatzung 1981
Erhaltungs- und Gestaltungssatzung mit Regeln zu Werbung
Sondernutzungssatzung 2009
für das gesamte Gemeindegebiet (wird ergänzt mit altstadtspez. Regeln in der Gestaltungsrichtlinie)
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung 1981
Erhaltungs- und Gestaltungssatzung mit Regeln zu Werbung
Sanierungssatzung 1991
Förderung läuft aus, ersetzt durch das Stadtumbaugebiet „Aktive Innenstadt Bad Salzuflen“
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Stadtumbaugebiet „Aktive Innenstadt Bad Salzuflen“
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel 2005
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
bei der Bearbeitung von Konzepten, Richtlinien und B-Plänen
Beteiligung von Akteursgruppen
„planBar“, Masterplan Gestaltung Innenstadt, Gestaltungsrichtlinie Sondernutzungen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Stadterneuerungsprogramme „Aktive Innenstadt Bad Salzuflen“ und „Historischer Kurbereich“
Kommunale Förderangebote
Fassadenprogramm
Stiftungen
102 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Lange Straße 45 (2004)
Instandsetzung privater Gebäude
mehrere Gebäude im Stadtgebiet
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung Geschäftsfassade Steege 6 (2001)
Gestaltung privater Freiflächen
Brunnengasse 2 (2006)
Weitere private Projekte
Wenkenstraße 5 (2010)
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Historisches Rathaus (2004), Stadt- und Bädermuseum (2005)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Hallenbrinkplatz (1994)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Wiederherstellung der Stadtmauer (2004-2009), Aufwertung im Bereich Bastion (2009), Rückschnitt
Uferbewuchs Salze (2009)
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Umgestaltungs- und Rückbaumaßnahmen im öffentlichen (Verkehrs-) Raum / Neugestaltung der
Fußgängerzone / Instandsetzung privater Gebäude
Überarbeitung bestehender Instrumente
Sondernutzungssatzung wurde aktualisiert und ergänzt / neue Gestaltungs- und Erhaltungssatzung muss
noch verabschiedet werden
Einrichtung neuer Instrumente
Gestaltungsbeirat / Verfügungsfond für kleine Maßnahmen
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Stadtplanung – Bauaufsicht – Denkmalpflege – Landeskonservator – Tiefbau – Hochbau –
Grünflächenplanung
Beteiligung der Öffentlichkeit
Informationsveranstaltungen und Werkstattgespräche
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Erhaltungs- und Gestaltungssatzung, Regeln des Denkmalschutzgesetzes
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Notwendigkeit der Rechtsinstrumente wird akzeptiert
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Mitwirkungsbereitschaft zeigt sich in guten Ergebnissen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
überwiegend positiv
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Als Basis dient eine fundierte Bestandsanalyse des Stadtkerns, ein integriertes Entwicklungskonzept und die Mitwirkung lokaler Akteure
2. Vorhandensein von Rechtsinstrumenten und die Kontrolle ihrer Einhaltung
3. Finanzhilfen – Förderung des denkmalpflegerischen Mehraufwands erhöht die Bereitschaft Privater
 Es gibt eine Vielzahl von Rechtsinstrumenten, die derzeit aktualisiert werden, und ein Angebot von kommunikativen Instrumenten und
Öffentlichkeitsarbeit
 Ein aktueller Masterplan, der unter Einbeziehung von Experten und der Öffentlichkeit entstand, dient als Richtschnur für die zukünftige Gestaltung der
Innenstadt und bildet die Grundlage für das aktuelle Stadtumbauprogramm „Aktive Innenstadt Bad Salzuflen“
103
Blomberg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
15 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
950
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Festungsstadt, Fachwerkstadt, Bürgerstadt
Anzahl der Baudenkmäler
92 (27 %)
Prägendes Erscheinungsbild
vorwiegend Fachwerkbauten
Alleinstellungsmerkmale
gut erhaltene Stadtmauer, Stadttor, Burg, ehem. Synagoge
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Wohnen, Einzelhandel, Dienstleistung
Entwicklungstendenzen
Leerstände
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1986
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
im Rahmen von konkreten Projekten
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
104 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Stadterneuerungsprogramm, Denkmalförderprogramm
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Wohn- und Geschäftshaus Kurzer Steinweg (2008)
Instandsetzung privater Gebäude
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Restaurierung des alten Amtshauses (2009)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Umgestaltung des alten Friedhofs zum Groenen Plats (2009)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Erhalt von Bausubstanz und Nutzungsvielfalt / Städtebauliches Entwicklungskonzept in Arbeit
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung – Bauaufsicht – Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
im Rahmen von Ausschusssitzungen
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Akzeptanz gegeben
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Positive Haltung durch Beratung
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Leerstandsmanagement
2. Ortstypische Besonderheiten hervorheben, Förderung der Baukultur
3. Belebung der Innenstadt durch Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten
 Die Rechtsinstrumente, hier Gestaltungssatzung, müssen durch individuelle Beratung unterstützt werden
 Die Ziele sind nur mit entsprechender Förderung umsetzbar
105
Brakel
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
27 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.500
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt, alte Hansestadt
Anzahl der Baudenkmäler
81 (25 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk- und Backsteinbauten
Alleinstellungsmerkmale
Wall- und Grabenzone, allseitig umschlossener Marktplatz, Sakralbauten
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
zentraler Wohn- u. Arbeits- und Versorgungsbereich
Entwicklungstendenzen
Leerstände – starke Identifikation der Bewohner
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1993
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung 1993
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Städtebauförderung, Stadterneuerungsmittel
Kommunale Förderangebote
Brachflächenförderung
Stiftungen
106 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Sparkassenmodernisierung (1992)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Neubau Verwaltungsnebenstelle (1988)
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Fassadenerneuerung Rathaus (2003)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Fußgängerzone (1994)
Entwicklung von Flächen
Kirchumfeld in unmittelbarer Rathausnähe (2001)
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Stadtentwicklungskonzept in Arbeit / Leerstandsmanagement
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungs- und Erhaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Liegenschaftsamt – Ordnungsamt – Denkmalpflege des LWL
es besteht keine eigene Bauaufsicht
Beteiligung der Öffentlichkeit
häufige Beteiligung im Rahmen der gesetzlichen Regelungen und auch informell
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung, Denkmalschutzgesetz
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Einzelgespräche, Foren
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
große Akzeptanz
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Interesse muss noch gesteigert werden
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Akzeptanz gegeben
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Aufklärung von Bauherren und Interessierten über die städtischen Ziele
2. Gestaltungs- und Erhaltungssatzung und Bebauungspläne
3. Denkmalschutz mit Förderangeboten
 Die Identifikation der Bewohner mit dem historischen Stadtkern ist sehr hoch, dadurch entstehen Aktivitäten
 Stadtentwicklungskonzept ist in Arbeit
107
Detmold
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
110 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
4.621
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Bürgerstadt, Residenzzentrum
Anzahl der Baudenkmäler
479 (43,8 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk, Barock, Klassizismus, Gründerzeit
Alleinstellungsmerkmale
Residenzbauten, Sakralbauten, Markt, Wallanlage, Friedrichstaler Kanal
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
urbane Mischstruktur
Entwicklungstendenzen
positive Entwicklungen im öffentlichen Raum und der Gastronomie – negative Entwicklungen im
Einzelhandel
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1974 / 2007
in 2007 unter Beteiligung der Händler überarbeitet
Werbesatzung 1974
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung 1981
Sanierungssatzung 1992
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel 2006
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat 2002-2009
abgeschlossen
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
im Rahmen von Umgestaltungen im öffentlichen Raum
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Fassaden- und Hofflächenprogramm
Kommunale Förderangebote
29.000 €/Jahr für denkmalpflegerischen Mehraufwand
Stiftungen
108 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Bruchstraße 4 (2001)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Sommertheater (2003), Bahnhof (2009)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Friedrichstaler Kanal (2009), Marktplatz (2008), Krumme Straße (2007)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Stabilisierung der Innenstadt als Einkaufszentrum / Erneuerung der Fußgänger­zone / Erneuerung von
Grünanlagen / Eintragung und Förderung der denkmal­werten Bausubstanz
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Klimabeirat
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Untere Denkmalbehörde – Bauordnung – Stadtmarketing – Wirtschaftsförderung – Standort- und
Werbegemeinschaften
Beteiligung der Öffentlichkeit
Beteiligung von Arbeitskreisen, Jugendbeteiligung, Ausstellungen im Rathaus, Presse
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Denkmalschutzgesetz
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Akzeptanz bei der Mehrheit
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird gut angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
geschätzte 80 % empfinden die Denkmalpflege als positiv
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Stadteigene Gebäude und Freiflächen weisen vorbildhafte Gestaltqualität auf
2. Bei Neubauten, ob privat oder öffentlich, qualitätvolle Architektur möglichst durch Wettbewerbe einfordern
3. Unterstützung des wirtschaftlichen Erfolgs inhabergeführter Betriebe zur Finanzierung des denkmalpflegerischen Mehraufwandes
 Pflege der Zusammenarbeit zwischen Stadtplanung, Wirtschaftsförderung, Standortgemeinschaften, Händlern, Gastronomen, Dienstleistern
 Stadt gibt den Qualitätsmaßstab durch die Umsetzung eigener Projekte vor
109
Düsseldorf-Kaiserswerth
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ballungskern
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Oberzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Stadtteil
Flächengröße des historischen Stadtkerns
41,8 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.049
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Nebenzentrum, Nahversorgungsbereich
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Festungsstadt, Klosterstadt, Bürgerstadt
Anzahl der Baudenkmäler
64 (32,6 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Putzbauten, Natursteinbauten, Backsteinarchitektur
Alleinstellungsmerkmale
direkte Rheinlage, Stadtgrundriss, Wall- und Grabenzone, Kaiserpfalz, Sakralbauten
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
kleinteilige Nutzungsmischung mit Schwerpunkt Wohnen
Entwicklungstendenzen
hohe Investitionsbereitschaft – geringer Leerstand
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 1988
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 2007
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Baudichte und Dachformen
Weitere Rechtsinstrumente
Fluchtlinienpläne sichern den historischen Straßenverlauf
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
im Rahmen des Entwicklungskonzepts Kaiserswerth 2004
Prospekte, Merkblätter
stadtgeschichtliche Veröffentlichungen
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
im Rahmen des Entwicklungskonzepts Kaiserswerth 2004
Beteiligung von Akteursgruppen
im Rahmen des Entwicklungskonzepts Kaiserswerth 2004
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
110 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Städtebaulicher Rahmenplan 1992
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Kaiserswerther Markt 51 (2008)
Instandsetzung privater Gebäude
Mühlenturm und benachbarter Neubau (2009)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Grundschule (2009)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Klemensplatz (2007), geplant: Grünzug, Bastionsmauer u. Straßen (2010)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
als Grundlage dient das Entwicklungskonzept Kaiserswerth, einzelne Projekte werden sukzessive umgesetzt
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Umweltamt – Bauverwaltung – Stadtplanung – Vermessung und Liegenschaft – Bauaufsicht – Verkehr –
Garten- Friedhofs- u. Forstamt – Untere Denkmalbehörde
Beteiligung der Öffentlichkeit
Beteiligung im Rahmen des Entwicklungskonzepts, Vortragsreihen, Informationsabende in der
Bezirksvertretung
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Denkmalbereichssatzung, Sanierungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch, stellen Akzeptanz her
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Veranstaltungen, Beteiligungen, Vortragsreihen
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Akzeptanz, denn der Ortskern ist Identifikationsfaktor
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Angebote werden angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Akzeptanz, denn der Ortskern ist Identifikationsfaktor
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Der Denkmalbereichssatzung kommt die größte Bedeutung zu, da diese Rechtsnorm zu beachten ist
2. Die Sanierungssatzung ist Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln
3. Kommunikative Instrumente ergänzen die Rechtsinstrumente und dienen der Stärkung von Akzeptanz und Identität
 Zusammenspiel aus Rechtsinstrumenten (Denkmalbereichssatzung, Sanierungssatzung) und kommunikativen Instrumenten
(Veranstaltungen, Arbeitskreise, Vorträge)
 Hohe Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Stadtkern erzeugt Investitionsbereitschaft
111
Freudenberg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Grundzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
6,8 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
720
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Nahversorgungsbereich
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt
Anzahl der Baudenkmäler
80
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerkbauten
Alleinstellungsmerkmale
Silhouette am Hang, geometrischer Stadtgrundriss mit Doppelhaushälften, Scheunen in Randlagen (Lage­
rung von brennbarem Gut nach dem Stadtbrand von 1666)
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Wohnen, Einzelhandel für den täglichen Bedarf, Gastronomie, Hotelerie
Entwicklungstendenzen
Leerstände im Bereich Einzelhandel für den täglichen Bedarf, demografischer Wandel
Handlungsempfehlungen der Uni Siegen zur Problematik
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Ziel erfüllt
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Denkmalpflegemittel bei kleineren Maßnahmen
Kommunale Förderangebote
zur Zeit keine, dem Haushaltssicherungsgesetz geschuldet
Stiftungen
Bürgerstiftung
112 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Wohnhaus Mittelstraße (2010)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Kulturhaus Kölner Straße (2009)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Anpassung der Wohnqualitäten und des Wohnumfelds an den heutigen Anspruch
Überarbeitung bestehender Instrumente
evtl. Anpassung an die Themen Solaranlagen, Energieeinsparung, Überarbeitung Erhaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
mittlere Leistungsfähigkeit
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung und B-Pläne
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hohe Leistungsfähigkeit
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
mittlere Akzeptanz
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
gute Beteilung
Haltung zum Thema Denkmalpflege
mittlere Akzeptanz
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Zukunftsfähigkeit durch Wohnbedürfnisse, welche den Änderungen der Gesellschaft Rechnung tragen
2. Öffentlichkeitsarbeit, Informationen sind zu intensivieren
3. Mit Förderung durch Land und Bezirksregierung Anreize schaffen
 In der Bevölkerung ist das Bewusstsein über die Sanierungsphase der 1970er Jahre verloren gegangen, es besteht die Hoffnung, dass die Analyse und die
Handlungsempfehlungen der Uni Siegen dies ändert
113
Hattingen
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ballungsrand
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
10,6 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.400
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt, Textil- u. Bergbaustadt, Handels- und Marktstadt
Anzahl der Baudenkmäler
158 (50 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerkbauten
Alleinstellungsmerkmale
Wall- und Grabenzone, geschlossene Kirchplatzbebauung, Stadtkirche, Altes Rathaus
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
urbane Mischnutzung, überwiegend Wohnen
Entwicklungstendenzen
demografische Veränderungen, Investitionsbedarf bei einigen Gebäuden und öffentlichen Flächen
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 2006
beinhaltet Werbe- und Sondernutzungssatzung
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1966 - 1990
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
„Stadtumbau Innenstadt“, Integriertes Handlungskonzept
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
114 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Beantragung von Mitteln ab 2010 (Stadtumbau Innenstadt)
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Einkaufszentrum Reschop-Carré (2009)
Instandsetzung privater Gebäude
Gestaltung von Geschäftsfassa-den/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Altes Rathaus
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Grundlagen für die weitere Entwicklung: Stadtumbau Innenstadt und Fassadenprogramm, Gestaltung des
öffentlichen Raums
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
FB Weiterbildung und Kultur/Untere Denkmalbehörde – FB Stadtentwicklung, Bauordnung, Verkehr – FB
Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Touristik
Beteiligung der Öffentlichkeit
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Beratung und Förderung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
positiv
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
positiv
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Gestaltungssatzung, die angewendet und eingehalten wird
2. Akzeptanz in der Politik und bei Eigentümern, Mietern und Pächtern, dass Gestaltqualität Mehrwert und Nachhaltigkeit erzeugt
3. Öffentliche Förderung und Förderprogramme
 Das Programm „Stadtumbau Innenstadt“ mit integriertem Handlungskonzept ist aktuell erarbeitet
 Verbesserte Förderung wird ab 2010 erwartet
115
Horn-Bad Meinberg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Stadtteil Horn
Flächengröße des historischen Stadtkerns
26,6 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.300
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Burgenstadt, Fachwerkstadt, Bürgerstadt, Markt
Anzahl der Baudenkmäler
43 (15 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk-Ackerbürgerhäuser
Alleinstellungsmerkmale
mittelalterlicher Stadtgrundriss (3-Straßen-Schema), Wall- und Grabenzone, Stadtmauer mit Burg, gotische
Kirche
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
überwiegend Wohnen, kleinteiliger Einzelhandel und Gastronomie
Entwicklungstendenzen
negativ: zahlreiche Leerstände, geringe Investitionsbereitschaft, geringe Immobi­lienwerte, keine zeitgemäße
Wohnqualität aufgrund der Enge
positiv: Projekte in Aussicht (Seniorenwohnanlage, Revitalisierung eines Tradi­tionshotels im Renaissancehof)
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1984
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung 1987
Sanierungssatzung 1992
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Einzelhandelskonzept zur Sicherung des historischen Stadtkerns als Einzelhandelsstandort
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
116 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Einzelprojekte und Fassaden- u. Freiflächenprogramm
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
4 Mehrfamilienhäuser (1998), Altenwohn- und Pflegeheim (2005)
Instandsetzung privater Gebäude
ca. 90 Maßnahmen im Rahmen des Fassadenprogramms (1987-2002)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
alle öffentlichen denkmalgeschützten und stadtbildprägenden Gebäude (1986-2004)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Umgestaltung aller Straßen und des Marktplatzes (1986-ca.2011)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Wiederbelebung als Wohn- und Geschäftsstandort
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Fachbereich Stadtentwicklung, Bauen und Liegenschaften mit Funktion Untere Denkmalbehörde
Beteiligung der Öffentlichkeit
wichtige Maßnahmen in öffentlichen Ausschusssitzungen, Pressemitteilungen
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Gestaltungssatzung
2. Intensive persönliche Beratungsgespräche
3.
 Oberstes Ziel ist die Wiederbelebung des historischen Stadtkerns als Wohn- und Geschäftsstandort, Gestaltung kann dazu nur ein Mittel sein
 Administrative Instrumente werden als wenig hilfreich gesehen
117
Höxter
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
45 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
2.799
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt, Bürgerstadt, Markt
Anzahl der Baudenkmäler
184
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerkbauten (hohe Zahl spätgotischer u. renaissancezeitlicher Fachwerkbauten)
Alleinstellungsmerkmale
direkte Lage an der Weser, System von künstlichen Wasserläufen seit dem 9. Jh., Stadtmauer und Wallzone
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
zentral urbane Mischnutzung, angrenzend Wohnen
Entwicklungstendenzen
negativ: sinkende Kaufkraft und Einwohnerzahl, verfestigte Leerstände in Denkmälern, überalterte Eigentü­
merstruktur
positiv: geplante Neugestaltung des Marktes, übergeordnete Konzepte und Förderprogramme in Arbeit
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1988
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung 2002
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung 1987
Sanierungssatzung 1993
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Fassaden, Erwerb von Altbauten, öffentliche Flächen
Kommunale Förderangebote
Förderung des Erwerbs von Altbauten
Stiftungen
118 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
zahlreiche Fassaden mit Rückbau gestörter Erdgeschosszonen (z.B. Marktstraße 2008, Stummrige Straße 2004)
Adelshof Westerbachstraße
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Stadthaus, historisches Rathaus, Arge Höxter, historische Baugewerkeschule
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Engemundstraße (2009), Grubestraße (2007)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Instandsetzung und Erhalt von Denkmälern und stadtbildprägenden Gebäuden / Umgestaltung von Wegen
und Plätzen / Entwicklungskonzept Innenstadt / Einzelhandels- und Zentrenkonzept
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Werbesatzung für Einfallstraßen
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Stadtplanung – Untere Denkmalbehörde - Landesdenkmalamt – Bauaufsicht nach Erfordernis
Beteiligung der Öffentlichkeit
im B-Planverfahren
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung und Bebauungspläne
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Gespräche und Informationsveranstaltungen
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
gemischt
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
positive Resonanz
Haltung zum Thema Denkmalpflege
positive Haltung aufgrund intensiver Beratungsangebote und finanzieller Anreize
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Eindeutige und nachvollziehbare Regeln in Satzungen und Bebauungsplänen
2. Konsequente Anwendung
3. Förderung und steuerliche Vergünstigung
 Entwicklungskonzept Innenstadt, Einzelhandels- und Zentrenkonzept sowie Gestaltung von öffentlichen Flächen sollen negativen Entwicklungen entgegen
steuern
 Bemühen um Fördermöglichkeiten und steuerliche Vergünstigungen zur Erhöhung des privaten Engagements
119
Hückeswagen
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Grundzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
6,5 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
2.500
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt
Anzahl der Baudenkmäler
152
Prägendes Erscheinungsbild
mittelalterliches Fachwerk
Alleinstellungsmerkmale
Schloss mit Schlosshagen über der Altstadt
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Wohnen und Einzelhandel
Entwicklungstendenzen
nicht unerhebliche Leerstände, Nutzungswandel von Geschäften zu Wohnen
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 1983
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Förderprogramme sind ausgelaufen
Kommunale Förderangebote
Eigenanteile konnten nicht mehr geleistet werden
Stiftungen
120 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
denkmalgerechte Erneuerung der öffentlichen Parkanlage am Schloss
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Stadtumbau Innenstadt
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Abstimmung mit dem Landeskonservator
Beteiligung der Öffentlichkeit
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
niedrig
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Gespräche mit den Eigentümern und Nutzern
2. Fördermittel anbieten
3.
 Der Anteil des Erfolgs von Rechtsinstrumenten in der Stadtbildpflege wird als gering gesehen
 Es scheinen sich eher negative Entwicklungstendenzen (Leerstände – keine Angaben zu zukünftigen Aufgabenschwerpunkten) abzuzeichnen
121
Kalkar
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Grundzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
40 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.660
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Bürgerstadt / Markt
Anzahl der Baudenkmäler
112 (26 %)
Prägendes Erscheinungsbild
spätgotische Backsteinarchitektur
Alleinstellungsmerkmale
Gotisches Rathaus, St. Nicolai Kirche mit spätgotischer Kunst, Markt mit Gerichtslinde, komplett erhaltene
Wallanlage
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Mischnutzung mit touristischen Angeboten
Entwicklungstendenzen
wenige Leerstände, Umnutzung von Handel zu Wohnen
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1977
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 1985
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
122 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Neubau eines Mehrfamilienhauses Kirchplatz (1993)
Instandsetzung privater Gebäude
Nutzungsänderung einer Villa zu gewerbl. Zwecken (2010)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Erweiterung des Alten- u. Pflegeheims Marienstift (2010)
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Rathausdach (2009), Umnutzung Gaststätte zu kommunalen Zwecken (2010)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Einzelhandelskonzept ist in Arbeit / barrierefreie Neugestaltung des Marktes
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Planen, Bauen, Umwelt – Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kultur u. Tourismus – Einbindung des
Gestaltungsbeirats und des LVR-Amtes für Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
nicht einschätzbar
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
eher hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Gestaltungsbeirat, Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Bewusstsein ist vorhanden, Hilfestellung aber notwendig
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Bewusstsein ist vorhanden, Hilfestellung aber notwendig
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Satzung mit klarem Anwendungsprofil
2. Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger
3. Erhalt, Pflege, Umgebungsschutz der bestehenden Baudenkmäler
 Die Umsetzung der Regeln der Rechtsinstrumente muss durch Hilfestellungen (Hinweise aus dem Gestaltungsbeirat, Individuelle Gespräche)
unterstützt werden
123
Kempen
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Grundzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
27 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1700
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Festungsstadt
Anzahl der Baudenkmäler
131 (14 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Putz- und Ziegelbauten
Alleinstellungsmerkmale
Befestigungsanlage mit Stadttoren, Burg, Kloster, Propsteikirche
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Wohnen, Einzelhandel, Gastronomie
Entwicklungstendenzen
hohe Nachfrage als Wohnstandort, keine Leerstände
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung 2003
Denkmalbereichssatzung Ber I 1989 Ber II 1997
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Sanierung abgeschlossen
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
124 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Förderung kleiner privater Denkmalpflegemaßnahmen
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
diverse Fassadenrückbauten
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Thema Stadtgestaltung
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
evtl. Gestaltungssatzung für Werbeanlagen und Fassaden
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Denkmalreferat – Planungs- und Bauordnungsamt
Beteiligung der Öffentlichkeit
öffentliche Präsentation guter Beispiele
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
hohe Akzeptanz durch Beratung
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Positive Haltung zum Thema Denkmalpflege
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Bauherrenberatung
2. Bauherrenberatung
3. Bauherrenberatung
 Ohne Beratung kein Erfolg
125
Krefeld-Linn
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ballungsrand
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Oberzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Stadtteil
Flächengröße des historischen Stadtkerns
7,5 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
600
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Nahversorgungsbereich
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Burgenstadt
Anzahl der Baudenkmäler
50 (30 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Putzbauten, vereinzelt sichtbares Fachwerk
Alleinstellungsmerkmale
mittelalterliche Stadt mit Burg, vollständig erhaltene Stadtmauer, Wallanlagen
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Wohnen und Tourismus, Einzelhandel sekundär
Entwicklungstendenzen
keine negativen Tendenzen
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 1987
Denkmalpflegeplan 1987
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat seit 1990
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Denkmalausschuss
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Denkmalförderanträge
Kommunale Förderangebote
bei kleineren Sanierungsmaßnahmen
Stiftungen
Deutsche Stiftung Denkmalschutz oder NRW-Stiftung
126 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Neubau Margaretenplatz und Albert-Steeger-Straße (1999)
Instandsetzung privater Gebäude
Fassade und Dachstuhl Margaretenstraße 19 (2009)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Dachstuhl Burg Linn (1993)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Fundamentfreilegung Margaretenplatz (1997), Burgpark Linn (2002)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Bewahrung des gegenwärtigen Zustands
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
je nach Bauvorhaben fachübergreifende Beteiligung
Untere Denkmalbehörde ist immer eingebunden
Beteiligung der Öffentlichkeit
je nach Bedarf
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
mittel
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Denkmalbereichssatzung als Hilfe zur Anwendung des Denkmalschutzgesetzes
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
mittel
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Gestaltungsbeirat, Denkmalausschuss
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Akzeptanz gegeben
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Gestaltungsbeirat und Denkmalausschuss werden akzeptiert
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Akzeptanz gegeben
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Denkmalschutzgesetz NRW, Denkmalbereichssatzung und evtl. zusätzlich eine Werbesatzung als rechtliche Grundlage
2. Genügend Personal und Haushaltsmittel für eine kommunale Förderung durch die Untere Denkmalbehörde
3. Einrichtung eine „Kümmerers“ für regelmäßige Sprechstunden und direkte Hilfe vor Ort
 Es wird Wert gelegt auf den Anreiz der Förderung von Maßnahmen
 Die Rechtsinstrumente werden unterstützt durch einen Gestaltungsbeirat und Denkmalausschuss, die individuelle Beratung könnte verstärkt werden
127
Lemgo
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
62 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
3.500
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Bürgerstadt / Markt
Anzahl der Baudenkmäler
300
Prägendes Erscheinungsbild
Putzbauten und Fachwerk (Weserrenaissance, Gotik)
Alleinstellungsmerkmale
parkartige Wallzone, ablesbarer Übergang zwischen historischer Altstadt und historischer Neustadt,
Sakralbauten
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
urbane Mischnutzung – Wohnen / Seniorenwohnen
Entwicklungstendenzen
hohe Wohnraumnachfrage – jedoch fehlende Anpassung der Wohnstrukturen an neue Bedarfe, Leerstände
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1987
Werbesatzung 1987
Sondernutzungssatzung 1991
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Arbeitsprogramm Denkmalschutz ab 2010
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1970 / 2008
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
bebilderte Flyer zu Satzungen, Denkmalbroschüre
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzepts (2008 abgeschlossen)
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Städtebaulicher Denkmalschutz
Kommunale Förderangebote
10.000 € für kleinere Maßnahmen
Stiftungen
NRW-Stiftung, Denkmalstiftung, STAFF-Stiftung, Vereine
128 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Gemeindezentrum St. Johann (1994)
Instandsetzung privater Gebäude
Vielzahl von Fassaden im Hauptstraßenzug Mittelstraße
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Vielzahl von Rückbauprojekten in EG-Zonen
Gestaltung privater Freiflächen
Parkplatz Sparkasse Ostertor (1990), Kirchplatz St. Nicolai (2010)
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Neubau Parkhaus Wüste (2008)
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Ballhaus (2009/2010), Rathaus (2009/2010)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Umgestaltung Abteigarten (2007), Marktplatz (2009/2010)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Förderung von Wohnen in der Stadt / Anpassung des Wohnungsbestandes an den demografischen Wandel /
Leerstandsmanagement
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungs- und Werbesatzung, Sondernutzungssatzung bei auftretenden Anwendungsproblemen
Einrichtung neuer Instrumente
Erhaltungssatzung, evtl. Denkmalbereichssatzung, Beratungsbroschüre Wohnen im Bestand
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Tiefbau – Stadtplanung – Denkmalpflege – Bauaufsicht – Forst u. Grün – Stadtmarketing – Kreis Lippe – LWL
– Amt für Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
Bürgerversammlungen, Werkstätten, Infoveranstaltungen, Presse, Internet
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
mittel
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungs- u. Werbesatzung, Sanierungssatzung aufgrund der Förderung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung, Wettbewerbe, Werkstätten
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
eher ein „Beugen durch Zwang“, politisch stark akzeptiert
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen, Verständnis wächst, Gestaltung wird als Wirtschaftsförderung verstanden
Haltung zum Thema Denkmalpflege
hohe Akzeptanz, wichtiges Gut und Wirtschaftsfaktor
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Wettbewerbe, Planungswerkstätten, Gutachterverfahren: über Konkurrenz werden qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt
2. Beratungs- und Informationsgespräche sorgen für „Selbstverpflichtung“ Privater
3. Fördermittel, zur Unterstützung privater und öffentlicher Maßnahmen, Best-Practice Beispiele durch Kommune (Vorbildwirkung)
 Erst durch Wettbewerbe, Individuelle Beratung und ausreichend Förderung werden stadtgestalterische Qualitäten umgesetzt, die Rechtsinstrumente bilden
die Basis
 Zukünftiger Aufgabenschwerpunkt ist die Förderung des Wohnens, insbesondere des Seniorenwohnens
129
Lippstadt
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
113 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
5.208
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt, Bürgerstadt, Markt
Anzahl der Baudenkmäler
222 (16 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Putzbauten, Fachwerkbauten
Alleinstellungsmerkmale
planmäßige Anlage der Altstadt, teilweise Erhalt des Festungssystems, Lippe und Kanal durchschneiden die
Altstadt
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
urbane Mischnutzung
Entwicklungstendenzen
rückläufige Bewohnerzahl, Leerstände in 1b-Lagen bei Handel und Wohnen
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 2009
Werbesatzung 1988
Sondernutzungssatzung 1984
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter 2010 geplant
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
ISG westliche Altstadt
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Städtebauförderung
Kommunale Förderangebote
Förderung privater Denkmalpflegemaßnahmen
Stiftungen
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
130 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Umnutzung einer Schule zu Gastronomie, Büro und Wohnen
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Umnutzung der Jakobi-Kirche zum Kunst- und Kulturzentrum, Umnutzung einer Schule zur Stadtbücherei
(2008), Umnutzung des alten Steinwerks zum Stadtarchiv (1991)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Neugestaltung Kirchplatz; diverse Straßen, Wege und Plätze
Entwicklung von Flächen
Neugestaltung innerstädtischer Grünflächen
Weitere öffentliche Projekte
Gestaltungskonzept öffentliche Möblierung, Wegweisung und Ausstattung
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Umsetzung der Gestaltungssatzung / Aufnahme der Arbeit des Gestaltungsbeirats / Erstellung eines
integrierten Handlungskonzepts Altstadt
Überarbeitung bestehender Instrumente
Sondernutzungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Stadtplanung u. Umweltschutz – Bauordnung u. Denkmalschutz – Grünflächen
Beteiligung der Öffentlichkeit
offener Dialog (z. B. über ISG Westliche Altstadt)
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Werbesatzung, Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
hohe Akzeptanz der Werbesatzung, Gestaltungssatzung noch nicht präsent
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
hohe Akzeptanz
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Fachlich qualifiziertes Personal in der Stadtverwaltung zur Entwicklung der entsprechenden Zielvorstellungen und zur Beurteilung der Projekte im Rahmen guter
Beratung
2. Zur Steuerung sind entsprechende Rechtsinstrumente nötig: Gestaltungssatzung, Werbesatzung
3. Als Anreiz sind Fördermöglichkeiten, sowohl kommunale als auch überörtliche, förderlich
 Auf Gestaltqualität ausgerichtete zukünftige Aufgabenschwerpunkte: neue Gestaltungssatzung, Aufnahme der Arbeit des Gestaltungsbeirats, integriertes Handlungskonzept
 Ausgewogene Mischung aus Satzungen, Beratung und Dialog sowie Fördermöglichkeiten
131
Lügde
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Grundzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
24 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
990
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt
Anzahl der Baudenkmäler
80 (24 %)
Prägendes Erscheinungsbild
zweigeschossige, giebelständige Fachwerkbauten (Ackerbürgerhäuser)
Alleinstellungsmerkmale
Wall- und Grabenanlage mit zwei Wehrtürmen, historischer Stadtgrundriss
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
vorwiegend Wohnen mit Durchsatz von kleinteiligen Gewerbebetrieben und Geschäften
Entwicklungstendenzen
Leerstände und Investitionsstau
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1986
wird zur Zeit überarbeitet
Werbesatzung 1986
in Gestaltungssatzung integriert
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung 1984
Sanierungssatzung 1980
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
132 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Städtebauförderung: Hof- und Fassadenprogramm
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Neubau Geschäftshaus (1997)
Instandsetzung privater Gebäude
Instandsetzung Baudenkmal (2003)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
ehemaliges Franziskanerkloster (1999)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Umsetzung des beschlossenen Städtebaulichen Entwicklungskonzepts „Lügde 2015“ / Verbesserung des
Wohnumfelds und des öffentlichen Raums
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
evtl. Gestaltungsfibel
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
FB Planen und Bauen – Bauaufsicht – Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
im Rahmen des Entwicklungskonzeptes: Versammlungen, Workshops
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Einbindung in Planungsprozesse, Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
gemischt, kritische Stimmen nennen die Gestaltungsvorgaben als Grund für Investitionsstau
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
gute Beteiligung
Haltung zum Thema Denkmalpflege
gemischt, kritische Stimmen nennen die Denkmalvorgaben als Grund für Investitionsstau
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Sicherung und Erhaltung der Bebauungsstrukturen
2. Attraktivitätssteigerung des historischen Stadtkerns als Wohnstandort durch Verbesserung des Wohnumfeldes
3.
 Leerstände und Investitionsstau
 Im Rahmen des aktuell entstandenen Städtebaulichen Entwicklungskonzepts „Lügde 2015“ wurden positive Erfahrungen im gemeinsamen Entwickeln
von Konzepten und intensiven Gesprächen gemacht
133
Minden
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
156 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
3.800
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Festungsstadt, Bürgerstadt, Markt, Domstadt
Anzahl der Baudenkmäler
361 (12 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Untere Altstadt: Putzbauten mit Stuckdekor (Weserrenaissance, Spätklassizismus, Gründerzeit) Obere
Altstadt: schlichte Putz- und Fachwerkbauten
Alleinstellungsmerkmale
1000-jähriger Dom, klassizistische Militärbauten, 12 m Geländekante zwischen Unterer u. Oberer Altstadt,
Glacis, Weser
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Untere Altstadt: Mischnutzung, Obere Altstadt: Wohnen, Bindeglied: Kultureinrichtungen
Entwicklungstendenzen
Verfall und Leerstände aufgrund der Enge u. Handelskonkurrenz
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1990
bezieht sich auf die Obere Altstadt und die Fischerstadt
Werbesatzung 1990
bezieht sich auf die gesamte Altstadt innerhalb des Glacis
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1993 / 2009
Fassung 1993 in Fassung 2009 aufgegangen ( gesamte Innenstadt)
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel 1990
richtet sich an alle Eigentümer Obere und Untere Altstadt
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Minden Marketing
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
134 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Städtebauförderung in der Oberen Altstadt
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Wohnhaus Brüderstraße (2008)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Wohn- und Geschäftshaus Simeonstraße (2005)
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Umnutzung Bürgerschule (2008)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Erneuerung Fußgängerzone / Neuordnung Verkehr / Erneuerung Glacisanlagen und Weserpromenade auf
Grundlage Masterplan und Städtebauförderungsprogramm „Aktives Stadtzentrum“
Überarbeitung bestehender Instrumente
geplante Überarbeitung Werbe- und Gestaltungssatzung (Anpassung an neue Gegebenheiten wie
Werbeträger und energetische Anlagen)
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
„Runder Tisch“ zwischen den Ämtern
Beteiligung der Öffentlichkeit
keine
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch, könnte aber mit verbesserten Fördermöglichkeiten erhöht werden
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
alle auf ihre Art
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch, ergebnisorientiertes gemeinsames Arbeiten
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
hohe Akzeptanz, in den vergangenen Jahren gewachsen
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
sehr positive Einstellung zur Denkmalpflege
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Satzungen sind als Rechtsgrundlage unerlässlich. Insbesondere dann, wenn diese eine Fördermöglichkeit begründen
2. Die individuelle Förderung ist ein starkes Argument zur Akzeptanz der Richtlinien
3. Die persönliche Beratung schafft das notwendige Verständnis für die Gestaltungsvorgaben der Stadt
 Satzungen, Fördermöglichkeiten und persönliche Beratungsgespräche sind das zielführende Gesamtpaket
 Die Entwicklungstendenzen Verfall und Leerstand können nur mit finanzieller Unterstützung Privater abgewendet werden
135
Monschau
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
15,2 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.660
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Nebenzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt, Bürgerstadt, Markt
Anzahl der Baudenkmäler
282 (85 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerkbauten, Putzbauten
Alleinstellungsmerkmale
Burg Monschau, Burgruine Haller, Tuchmacherhäuser z.B. Rotes Haus
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Schwerpunkt Fremdenverkehr
Entwicklungstendenzen
hohe Leerstände in Wohngebäuden, hohe private Investitionsbereitschaft durch Städtebauförderung
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1987
„Ortsstatut“
Werbesatzung
in Arbeit
Sondernutzungssatzung (1988)
Denkmalbereichssatzung (1993)
Schutz des geograf. Bildes und der Schieferdachlandschaft
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
in Arbeit
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
durch das Amt oder den Gestaltungsbeirat
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
„Marke Monschau“ Hof- u. Fassadenprogramm
Kommunale Förderangebote
30 % iger Eigenanteil der Stadt
Stiftungen
Deutsche Stiftung Denkmalschutz noch nicht in Anspruch genommen
136 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Aukloster, evangelische Kirche
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Stadtarchiv (2009)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Zeitgemäße und kreative Gestaltung von Gebäuden und Freiflächen unter Erhalt der historischen Qualitäten
/ Barrierefreiheit
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Werbesatzung und Gestaltungsfibel
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Bauaufsicht – Untere Denkmalbehörde – Amt für Denkmalpflege im Rheinland
Beteiligung der Öffentlichkeit
Bürgerveranstaltungen und Presse
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung, Gespräch mit dem Gestaltungsbeirat
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Akzeptanz beim überwiegenden Teil der Bewohner
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Akzeptanz beim überwiegenden Teil der Bewohner
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Erhalt und Stärkung der Wohnfunktion
2. Stärkung der touristischen Attraktivität
3. Denkmalgerechte Modernisierung – lebendige Altstadt
 Eine Vielzahl von Rechtinstrumenten und kommunikativen Instrumenten und die hohe Zahl an unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden sichert den Erhalt
des historischen Erbes
 Die Nutzung von Förderung erhöht die Investitionsbereitschaft Privater
137
Remscheid-Lennep
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ballungsrand
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Stadtteil
Flächengröße des historischen Stadtkerns
11,4 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.100
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Nebenzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt, Rundling
Anzahl der Baudenkmäler
120 (30 %)
Prägendes Erscheinungsbild
„Bergischer Dreiklang“, mittelalterliche Struktur
Alleinstellungsmerkmale
Röntgens Geburtststadt – Röntgen-Museum, ehem. Hauptstadt des Herzogtums Berg, barocke Stadtkirche
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Mischnutzung
Entwicklungstendenzen
baulicher Sanierungsprozess wurde weitgehend umgesetzt, organisatorische Maßnahmen sollen folgen
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1982
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 1992
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1978
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
über die Untere Denkmalbehörde
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
138 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
indirekte Förderung durch Steuerbescheinigung
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Wohnbebauung mit Tiefgarage (1996)
Instandsetzung privater Gebäude
Sanierung Klosterkirche (1987), Umnutzung Moll’sche Fabrik (2003)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Erweiterung Röntgen-Museum (2007), Stadtteilbibliothek (2002)
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Integriertes Handlungskonzept ist aktuell entwickelt worden / Nutzungsstrukturen sollen optimiert werden
z.B. touristische Vernetzung ins Umland / baulicher Status quo soll gehalten werden
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Bauaufsicht - Untere Denkmalbehörde – Landschaftsverband Rheinland-Amt für Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
Bezirksvertretung, Bau- und Denkmalausschuss
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Denkmalbereichssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
mittlere Akzeptanz
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird gut angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
positive Haltung
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Regelwerke/Satzungen bzw. Orientierungswerke (wie Gestaltungsfibeln), damit der Gestaltungsrahmen skizziert ist
2. Eine ausreichende personelle Besetzung der zuständigen Stellen, so dass die Inhalte kompetent vertreten werden können (Akzeptanz durch Kommunikation)
3. Sicherstellung der öffentlichen Förderung
 Grundsätzliche Zufriedenheit mit der baulichen Situation
 Mit dem neuen Integrierten Handlungskonzept wird erwartet, dass zukünftig neue Förderwege erschlossen werden können
139
Rheda-Wiedenbrück
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Stadtteil
Flächengröße des historischen Stadtkerns
20 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.520
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum (bipolare Stadt mit 2 Zentren)
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt, Bürgerstadt, Markt
Anzahl der Baudenkmäler
133 (30%)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk- und Putzbauten
Alleinstellungsmerkmale
Historischer Stadtgrundriss erhalten, Stadtgraben und Ems umgeben die Altstadt
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Mischnutzung mit Tourismus
Entwicklungstendenzen
hohe Investitionsbereitschaft, starker Handelsbesatz führt zu Problemen bei der Gestaltung von
Werbeanlagen
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1988
wird zur Zeit überarbeitet
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat seit 2008
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Förderprogramm „Historischer Stadtkern“, Denkmalförderungsprogramm NRW
Kommunale Förderangebote
Fortführung des städtischen Anteils der ehemaligen Pauschalzuweisung des Landes
Stiftungen
140 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
diverse Instandsetzungsmaßnahmen bei Denkmälern und denkmalwerten Gebäuden
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Wiederherstellung des Stadtgrabens (2000), mehrere Straßen
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
weitere Sanierung von Baudenkmälern
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Stadtplanung – Untere Denkmalbehörde
Beteiligung der Öffentlichkeit
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung und denkmalrechtliche Erlaubnis nach § 9 DschG
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung, Gestaltungsbeirat
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
mäßige Akzeptanz
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Denkmalschutz wird als sinnvoll erachtet, „sofern das eigene Gebäude nicht betroffen ist“
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Bereitstellung weiterer Fördermittel, nur durch Gewährung von Zuschüssen kann auch zukünftig die Durchsetzung gestalterischer Anforderungen sicher gestellt
werden
2.
3.
 Gestaltungssatzung wird derzeit aktualisiert
 Investitionsbereitschaft ist gegeben, ist aber auch abhängig von Anreizen aus Förderung
141
Rietberg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
21,6 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
816
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt
Anzahl der Baudenkmäler
74 (29 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerkrundling mit giebelständigen Gebäuden
Alleinstellungsmerkmale
umlaufende Wallanlage mit offen gelegtem Gewässer
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Mischnutzung mit Tourismus
Entwicklungstendenzen
Leerstände – Gegensteuern durch Flächenmanagement in Kooperation von Stadt und ISG
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1982
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1993
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Rahmenplan als Leitbild der Planung und Beratung
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter 1982
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
ISG und ganzheitlicher Stadtmarketingprozess
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management 2006
ISG und ganzheitlicher Stadtmarketingprozess
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Stadterneuerungsmittel
Kommunale Förderangebote
städtischer Eigenanteil
Stiftungen
Sparkassenstiftung, Bürgerstiftung
142 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Drostenhaus (2008),
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Drostengarten (2008)
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Altes Progymnasium (1985), Museum Dr. Wilhelm Koch (2007)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Stärkung des Einzelhandels / Umsetzung des Konzepts „barrierefreie historische Innenstadt“ /Lösungs­
strategien für das Spannungsfeld Denkmalschutz/Klimaschutz | Umsetzung Lichtkonzept aus BMBFWettbewerb „Kommunen in neuem Licht“
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Westfälisches Amt für Denkmalpflege – Untere Denkmalbehörde – Räumliche Planung & Entwicklung –
Bauaufsicht
Beteiligung der Öffentlichkeit
im Rahmen des Stadtmarketingprozesses
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
sehr hoch, aufgrund eines intensiven Dialogs
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung in Verbindung mit dem Rahmenplan
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Bürgerversammlungen und Quartiersbesprechungen
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
sehr hoch
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
rege Teilnahme an Veranstaltungen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
hohes Bewusstsein für die Besonderheit des Ortes
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Gestaltungssatzung als Handlungsleitfaden
2. Rahmenplan als übergeordnetes Leitbild
3. Konsequente städtebauliche Beratung und Information



Umsetzung der gestalterischen Ziele auf Grundlage der Gestaltungssatzung und eines Rahmenplans durch offene, quartiersbezogene und
individuelle Gespräche
Konzentration auf die Stärkung des Einzelhandels
Interessanter Aspekt: Sparkassen- und Bürgerstiftung
143
Schieder-Schwalenberg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Grundzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Stadtteil
Flächengröße des historischen Stadtkerns
20 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
370
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Nahversorgungsbereich
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt
Anzahl der Baudenkmäler
75 (90 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerkbauten mit steilen rot gedeckten Satteldächern
Alleinstellungsmerkmale
Kirche und Burg prägen den Blick von außen, künstlich angelegtes Gewässer entlang des Burgbergs
(Wasserversorgung der Zisterzienser)
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Schwerpunkt Wohnen sowie kleine Dienstleister, Kulturtourismus, Gastronomie
Entwicklungstendenzen
geringe Wirtschaftskraft (allgemeine Wirtschaftskrise und Krise in der Möbelindustrie), geringe
Investitionsbereitschaft, Leerstände
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Stadtentwicklungsbereich (Stadtentwicklungskonzept 2008)
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Denkmalpflege, Stadterneuerung-Fassadenprogramm
Kommunale Förderangebote
städtischer Eigenanteil
Stiftungen
Bürgerstiftung
144 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Erhalt der Besonderheit des historischen Stadtkerns, Intensivierung der Kulturarbeit
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Gestaltungsfibel (scheitert bisher an Finanzierbarkeit)
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Fachbereich Stadtentwicklung – Bauaufsicht (Kreis)
Beteiligung der Öffentlichkeit
Gespräche mit Multiplikatoren
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
sind eine gute Hilfe
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
jede Form von Kommunikation ist wichtig
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
als sinnvoll / notwendig akzeptiert
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Vereine und Bürgerstiftungen sind sehr aktiv
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Entwicklung einer größeren Sensibilität zur Denkmalpflege
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Gute Kommunikation in möglichst direktem Kontakt zu Gebäudeeigentümern und gute Printmedien
2. Ausreichende Ausstattung der Förderprogramme Stadterneuerung und Denkmalpflege mit Fördergeldern
3. Stützung und Entwicklung der öffentlichen und privaten Infrastruktur als Basis für privatwirtschaftliche Investitionen
 Rechtsinstrumente sind die hilfreiche Basis, Kommunikation in jeder Form ist unerlässlich
 Stadt und Ortsvereine versuchen mit eigenen Akzenten (z.B. Stärkung des Kulturstandorts) den negativen Entwicklungstendenzen entgegen zu steuern
145
Schmallenberg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
17 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
725
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Bürgerstadt, Markt
Anzahl der Baudenkmäler
31 (20 %)
Prägendes Erscheinungsbild
symmetrische, traufständige Bürgerhäuser mit Sockel, Putz- und Schieferfassaden
Alleinstellungsmerkmale
klassizistischer Stadtgrundriss, streng geometrisches Straßensystem
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Mischnutzung
Entwicklungstendenzen
hohe Identifikation mit dem Stadtkern – hohe Investitionsbereitschaft, vereinzelt Leerstände
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1996
die Geltungsbereiche aller Satzungen gehen über den historischen Stadtkern hinaus
Werbesatzung
in Gestaltungssatzung integriert
Sondernutzungssatzung 2005
Denkmalbereichssatzung
im Entwurf
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel 1996
Prospekte, Merkblätter
geplant
Gestaltungsbeirat seit 1996
Bürgerveranstaltungen seit 1996
Beteiligung von Akteursgruppen 1991
im Vorfeld der Satzungserarbeitung
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Internet
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Städtebauförderung Straßen und Plätze – Haus- und Hof-flächenprogramm, Finanzierung der Bürgerberatung
Kommunale Förderangebote
kommunale Ergänzungsmittel
Stiftungen
146 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Volksbank (1998)
Instandsetzung privater Gebäude
mehrere Wohn- und Geschäftshäuser
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
mehrere Wohn- und Geschäftshäuser
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Anbau Rathaus (1994)
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Pfarrkirche St. Alexander (1999)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Schützenplatz (1991)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Pflege der in den vergangenen Jahren erneuerten öffentlichen Räume / Stadtmarketing
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung wurde aktuell an die Themen Energie und Werbung angepasst
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Amt für Stadtentwicklung – Bauordnungsamt – Bauamt – Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
Bürgerversammlungen im Vorfeld öffentlicher Projekte
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Gestaltungsbeirat unter Beteiligung des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege und eines auswärtigen
namhaften Architekten
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
hoch, unterstützt durch den Anreiz der Förderung
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratungsgespräche werden angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
grundsätzliche Akzeptanz
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Förderinstrumente – Vor allem die Fortführung des Haus- und Hofflächenprogramms ist unbedingte Voraussetzung
2. Gestaltungs- und Mängelanalyse sowie eine gute Stadtplanung
3. Durch frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft in die Planungsprozesse wird eine hohe Akzeptanz erreicht
 Identifikation mit dem Ort und Förderangebote bewirken Investitionsbereitschaft
 Öffentliche Projekte werden im Vorfeld mit der Bürgerschaft besprochen, private Projekte werden vor allem über den Gestaltungsbeirat gesteuert
147
Siegen
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Südwestfälischer Verdichtungsraum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Oberzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
6,7 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1100
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Burgenstadt
Anzahl der Baudenkmäler
28 (19 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerkbauten, zum Teil verschiefert
Alleinstellungsmerkmale
Teile der historischen Stadtmauer
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
überwiegend innerstädtisches Wohnen und einige Geschäfte, Dienstleister, Gastronomiebetriebe
Entwicklungstendenzen
Positive Entwicklung seit Umsetzung der Wohnumfeldverbesserung „Historische Altstadt Siegen“
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1988
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 1986
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1980 / 1986
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
B-Plan „Altstadt“ 1988
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat seit 1987
Bürgerveranstaltungen
bei Planungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management 1994
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Altstadtfest, Märkte
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
148 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Städtebauförderungs- und Denkmalpflegemittel
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
diverse Gebäudesanierungen u. Fassadengestaltungen
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Verkehrsberuhigung, Brunnen, Treppen, Mauern (1984-1989)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Parkeinrichtungen, Stellplätze (1988)
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Überarbeitung bestehender Instrumente
Überarbeitung der Gestaltungssatzung und Erweiterung ihres Geltungsbereichs
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Bauaufsicht – Stadtplanung – Denkmalschutz – Strukturförderung – Liegenschaften – Statistik
Beteiligung der Öffentlichkeit
bei B-Planverfahren und Planungen der Stadt durch Werkstätten oder Bürgerveranstaltungen
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung und Denkmalbereichssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Bürgerveranstaltungen, Stadtmarketing und auch Stadtfeste
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
hoch, bis auf wenige Ausnahmen
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
gute Beteiligung
Haltung zum Thema Denkmalpflege
positive Haltung zur Denkmalpflege
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Gestaltungssatzung
2. Denkmalbereichssatzung
3. Beratung durch den Beirat und durch die Servicestelle Bauberatung und Untere Denkmalbehörde
 Zufriedenheit mit der Situation seit Umsetzung der Wohnumfeldverbesserungsmaßnahme „Historische Altstadt Siegen“
(öffentliche und private Maßnahmen Ende 1980er / Anfang 1990er)
 Geplante Überarbeitung der Gestaltungssatzung
149
Soest
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
102 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
6.532
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Bürgerstadt, Markt
Anzahl der Baudenkmäler
570 (30 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk- und Natursteinbauten (Grünsandstein)
Alleinstellungsmerkmale
mittelalterlicher Stadtgrundriss, Befestigungsanlage, 7 mittelalterliche Kirchen, Stadtgewässer mit
unterirdischen Quellen
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
hauptsächlich Wohnen, ausgeprägte Gastronomie, Gärten und Grünflächen
Entwicklungstendenzen
Stärken: Ambiente, Gastronomie, Veranstaltungen auf Stadtplätzen, Schwächen: Leerstände
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 2001
Werbesatzung 2002
Sondernutzungssatzung 2000
Denkmalbereichssatzung 1996
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1989
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
B-Pläne enthalten detaillierte Festsetzungen, die die Denkmalpflege flankieren
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management seit 1998
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
150 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Städtebauförderungsmittel
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Wohnhaus auf dem Brennecken
Instandsetzung privater Gebäude
Klotz’ sches Haus
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Neugestaltung Marktplatz und weitere öffentliche Räume
Entwicklung von Flächen
Neubebauung des Quartiers am Burghoftheater
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Stadtbildpflege, Stadtmarketing, Einzelhandelskonzept in Bearbeitung
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung, Werbesatzung
Einrichtung neuer Instrumente
möglicherweise Gestaltungsbeirat
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Stadtentwicklung – Bauordnung – Denkmalpflege – Ordnungsamt
Beteiligung der Öffentlichkeit
im Rahmen von Ortsrechtserstellungsverfahren
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung, Werbesatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Tag des offenen Denkmals und Presseberichte zu Heimat- und Ortsbildpflege
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Akzeptanz der Anwendungsergebnisse übersteigt die Akzeptanz der Instrumente selbst erheblich
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
gute Resonanz
Haltung zum Thema Denkmalpflege
historisch positiv
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Denkmalpflege, Archäologie und Stadtgeschichte (Stadtarchiv)
2. Städtebaulicher Denkmalschutz, Bauleitplanung und Beratung der Bürger gehen Hand in Hand
3. Sicherung der Gestaltqualität bedeutet Imagepflege – qualifiziertes Fachpersonal ist für diese Aufgabe unabdingbar
 Stetiges Bemühen um die Umsetzung öffentlicher und privater Projekte steigert den Wert der Stadt und kann im Rahmen des Stadtmarketing weiteren
Mehrwert erzeugen
 Satzungen werden aktualisiert, ein Gestaltungsbeirat möglicherweise eingerichtet
151
Steinfurt-Burgsteinfurt
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Stadtteil Burgsteinfurt
Flächengröße des historischen Stadtkerns
32 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.450
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Burgenstadt, Bürgerstadt
Anzahl der Baudenkmäler
111 (39 %)
Prägendes Erscheinungsbild
giebelständige Putzbauten, Ziegelbauten
Alleinstellungsmerkmale
Wasserschloss, Hohe Schule, Reste der Stadtmauer, Landschaftspark Steinfurter Bagno mit Konzertgalerie
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
urbane Mischnutzung
Entwicklungstendenzen
positiv: Sanierungsentwicklung, negativ: Leerstände (großflächiger Einzelhandel südwestlich der Altstadt)
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1987 / 2002
Regeln zur Werbung enthalten
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 1989
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1978 / 1989
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Veränderungssperren
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat seit 1980
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Arbeitskreis Stadtmarketing
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Farbbedeutungsplan (Farb- und Rückbauvorschläge)
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Städtebauförderung
Kommunale Förderangebote
Denkmalpflegemittel (geringe Mittel)
Stiftungen
Deutsche Stiftung Denkmalschutz, NRW-Stiftung
152 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Neubau mit altengerechten Wohnungen, Lückenschließung
Instandsetzung privater Gebäude
Restaurierung historisches Bürgerhaus
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Rückbau von Straßenfassaden am Markt
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Fassade historisches Rathaus
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Rückbau und Gestaltung von Straßen
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Verbindung zwischen Altstadt und Einzelhandelsentwicklung südwestlich der Altstadt /
Einzelhandelskonzept / weitere Sanierung und Gestaltung historischer Fassaden
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung bereits 2002, evtl. Ergänzung (Konkretisierung zum Thema Stadtmobiliar) / evtl.
Fortschreibung des Farbbedeutungsplans
Einrichtung neuer Instrumente
evtl. Denkmalpflegeplan
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Untere Denkmalbehörde – Planungsamt – Bauaufsicht – Stadtarchiv
Beteiligung der Öffentlichkeit
über den Gestaltungsbeirat, Beratung und Presse
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung, Denkmalschutzgesetz
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
relativ hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung (Farbbedeutungsplan)
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
kritisch, aber letztlich Akzeptanz
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung und Farbbedeutungsplan werden angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
sehr hoch, sofern man nicht selbst betroffen ist
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Gestaltungssatzung: große Unterstützung bei der Arbeit der Unteren Denkmalbehörde
2. Gestaltungsbeirat: hilfreiches Instrument für „Problemfälle“
3. Individuelle Beratung: unumgänglich, wenn auch oft schwierig
 Gute Aufstellung hinsichtlich Satzungen, Beirat (seit 1980!) und Förderangeboten
 Das eigens eingeführte Instrument „Farbbedeutungsplan“ (Farbgestaltungsvorschläge und Rückbauvorschläge) ist bei der Beratung hilfreich
153
Stolberg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Stadtteil
Flächengröße des historischen Stadtkerns
13 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Burgenstadt, Bürgerstadt
Anzahl der Baudenkmäler
96
Prägendes Erscheinungsbild
Bruchsteinfassaden
Alleinstellungsmerkmale
Stolberger Burg
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
Schwerpunkt Wohnen und Tourismus, vereinzelt Handel
Entwicklungstendenzen
Leerstand im Handel, unsanierte Wohnungen, geringe Investitionsbereitschaft
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1985
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung 1991
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
geplant Stadtumbaugebiet
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
bereits seit Ende der 1960er Jahre
Individuelle Beratung
durch die Untere Denkmalbehörde
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Förderung ist ausgelaufen
Kommunale Förderangebote
Förderung ist ausgelaufen
Stiftungen
154 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Sanierung Stolberger Burg
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Steinweg und Eselsgasse
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Städtebauliches Entwicklungskonzept (2010/2011) / geplantes Stadtumbaugebiet (2011) / Förderung privater
Initiativen
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Entwicklung und Planung – Bauordnungsamt – Untere Denkmalbehörde – Amt für Touristik
Beteiligung der Öffentlichkeit
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungs- und Denkmalbereichssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
nur Erfahrung bei der Beratung durch die Denkmalbehörde
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Akzeptanz gegeben
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Haltung zum Thema Denkmalpflege
teils Unverständnis
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Kontinuität innerhalb der denkmalpflegerischen Erhaltung bzw. Sanierung
2. Sensibilisierung der Eigentümer für die Denkmalpflege
3. Belebung des historischen Stadtkerns durch aktiven Tourismus und Kulturangebote
 Fördermittel sind ausgelaufen, mithilfe des geplanten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts und Stadtumbaugebiets werden Perspektiven für eine
mögliche Förderung ab 2011 aufgebaut
 Leerstände, unsanierter Wohnungsbestand und fehlende Investitionsbereitschaft bereiten Probleme
155
Tecklenburg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Grundzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
15 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
470
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Burgenstadt, Fachwerkstadt, Zeugnis für Handwerker- und Ackerbürger
Anzahl der Baudenkmäler
54 (39 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerkbauten / Terrassen, Mauern und Sockel aus Ibbenbürener Sandstein
Alleinstellungsmerkmale
Stadtkern mit Kranz aus Gründerzeitvillen und Parkanlagen, prägnante Hanggliederung und Stadtsilhouette,
Burgruine, Kulturlandschaft
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
überwiegend Wohnen, kleinteilig Handel, Gastronomie, touristische Angebote
Entwicklungstendenzen
positiv: hohes Interesse der Grundstückseigentümer am Erhalt des historischen Stadtkerns, intakte
Kulturlandschaft; negativ: Leerstände, demografischer Wandel, Rückgang der Einwohnerzahl, Rückzug der
Kreisverwaltung, schwache Infrastruktur
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 1986
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Bebauungsplan: Sanierung der Innenstadt mit Gestaltungsfestsetzungen
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management seit 1985
für touristische Vermarktung (Verkehrsverein, Wirtschaftsgemeinschaft)
Individuelle Beratung
unterstützt durch Demonstration von Handwerkstechniken
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
156 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Städtebauförderung, Denkmalförderung NRW
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
„Schiefes Haus“ (Europäischer Umweltpreis 1989), Freilegung Fachwerkfassaden, Harmonisierung der
Dachlandschaft
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Sanierung Wierturm (2009)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Sanierung Stützmauern (seit 1988), Umgestaltung von Straßen
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzepts in 2010
Überarbeitung bestehender Instrumente
wahrscheinlich Erweiterung und Überarbeitung der Denkmalbereichssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
wahrscheinlich Erhaltungssatzung und evtl. weitere, je nach Ergebnis des integrierten Handlungskonzepts
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Bauamt – Hauptamt – Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
Informationsveranstaltungen, Presse, zukünftig evtl. Arbeitskreise
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
mittel bis hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Denkmalbereichssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
grundsätzlich hoch, in Tecklenburg noch zu gering
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Informationsveranstaltungen, Arbeitskreise, Gespräche
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
im zentralen Stadtkern akzeptiert, in den Randlagen gibt es größere Schwierigkeiten
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
die hohe Bereitschaft wird nicht ausreichend ausgeschöpft
Haltung zum Thema Denkmalpflege
im zentralen Stadtkern positive Haltung, in den Randlagen gibt es Unverständnis
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Förderung, um Planungshilfen und kompetentes externes Fachpersonal zu Rate ziehen zu können und um Weiterbildung und Sensibilisierung von Verwaltung und
Rat durchführen zu können
2. Die Finanzausstattung der Städte und Gemeinden muss sich verbessern
3. Unkomplizierte, praktikable Rechts- und Förderinstrumente mit nur kleinen Hürden für eine öffentliche Förderung


Mit der Erarbeitung des integrierten Handlungskonzepts in 2010 stehen Veränderungen an: ein Entwicklungs- und Maßnahmenplan,
aber auch die Überlegung zur Aufstellung und Überarbeitung von Rechtsinstrumenten wie auch neue Möglichkeiten der Förderung
Dem grundsätzlichen Engagement Privater wird derzeit noch nicht angemessen begegnet (Zukunftsaufgaben: Arbeitskreise, Informationsveranstaltungen,
Beratung durch Externe, bessere Fördermöglichkeiten)
157
Velbert-Langenberg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ballungsrand
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
Stadtteil
Flächengröße des historischen Stadtkerns
23 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.900
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Nebenzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt
Anzahl der Baudenkmäler
117 (32 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerkbauten, Bergischer Dreiklang
Alleinstellungsmerkmale
Bürgerhaus, Eventkirche, Bücherstadt Langenberg
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
überwiegend Wohnen, Kunst und Kultur mit Besonderheit „Bücherstadt“
Entwicklungstendenzen
negativ: Leerstände, positiv: privates Interesse an historischen Immobilien steigt – stadtnahes Wohnen mit
besonderem Ambiente
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1989
Werbesatzung 1989
Bestandteil der Gestaltungssatzung
Sondernutzungssatzung 2008
für das gesamte Stadtgebiet
Denkmalbereichssatzung 1992
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
in Aufstellung, neue Grundlage für Projekte
Sanierungssatzung 1972 bis 2000
war 30 Jahre Grundlage für Förderung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Neuordnungskonzept 1980
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter 2002
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen ab 1980
Beteiligung von Akteursgruppen ab 1980
Bildung von Projektgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management seit 1992
Bildung von Projektgruppen
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
158 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
bis 2000: Stadterneuerungsmittel, Fassadenprogramm / ab 2010: Programm Städtebaulicher Denkmalschutz,
Fassadenprogramm
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Sparkasse und Gemeindezentrum mit Tiefgarage (1989)
Instandsetzung privater Gebäude
Feldhoff’sche Fabrik (1986)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Rückbau Fassade alte Reichsbank (1990)
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Sanierung Bürgerhaus (2009)
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Bürgerhauspromenade (2005), Tunnel als Ortumgehung (2002)
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Umsetzung des Maßnahmenkonzepts zur Erhaltungssatzung: Optimierung von Nutzungen, Sanierung von
historischen Gebäuden
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungssatzung hinsichtlich energetischer Anforderungen
Einrichtung neuer Instrumente
Erhaltungssatzung
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Stadtplanung – Untere Denkmalbehörde – Bauaufsicht
Beteiligung der Öffentlichkeit
über politische Gremien, Presse
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch (60 %)
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
mittel (40 %)
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Bürgerbeteiligung, Akteursgruppen, Gespräche
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
Akzeptanz, solange Förderung angeboten wird
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
gute Erfahrungen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Akzeptanz, solange Förderung angeboten wird
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Finanzen: Jede auch nur geringe Förderung gibt dem Eigentümer das Gefühl der Anerkennung seiner Bemühungen
2. Bürgerbeteiligung: Damit Bürger, Bewohner und Eigentümer sich mit dem historischen Stadtkern und seiner Gestaltung identifizieren
3. Nachhaltigkeit: Dauerhafte Nutzung und Belebung des historischen Stadtkerns
 Investitionsbereitschaft und Identifikation werden vor allem durch Überzeugungsarbeit (Gespräche, Beteiligung, Arbeitskreise) erzeugt
 Letztlich ist eine, wenn auch noch so kleine, Förderung Motor für Entwicklungen
 Um zukünftige Förderung bemüht sich die Stadt mithilfe der Aufstellung der Erhaltungssatzung
159
Warburg
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
43 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
8.000
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt
Anzahl der Baudenkmäler
187 (30 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk, Topografie – Ober- und Unterstadt – Doppelstadt
Alleinstellungsmerkmale
herausragende pittoreske Südansicht, mittelalterlicher Stadtgrundriss
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
urbane Mischnutzung
Entwicklungstendenzen
negatives Erscheinungsbild durch schadhafte Straßen, wenig Leerstände
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1980 / 2008
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung 1988 / 2008
Sanierungssatzung 1993
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
160 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Städtebauförderung, Fassadenprogramm
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Barrierefreiheit, Umbau von Straßen und Plätzen, Integriertes Handlungskonzept
Überarbeitung bestehender Instrumente
Gestaltungs- und Erhaltungssatzung in 2008 neugefasst
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Bauverwaltungs-, Hoch- und Tiefbauamt – Untere Denkmalbehörde – LWL-Amt für Denkmalpflege
Beteiligung der Öffentlichkeit
im Rahmen von Planungen im öffentlichen Raum
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungs- und Erhaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
hoch
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
sehr positive Haltung
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Individuelle Beratung unter Einbeziehung der Landesdenkmalpflege
2. Umsetzung der Gestaltungs- und Erhaltungssatzung und Bereitstellung von Fördermitteln
3. Barrierefreie Gestaltung der Verkehrsflächen im Rahmen eines landesweiten „Modellprojektes“
 Konzentration auf den zukünftigen Aufgabenschwerpunkt der Umgestaltung öffentlicher Räume
161
Warendorf
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ländlicher Raum
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
42 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
2.197
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Fachwerkstadt, Bürgerstadt, Markt
Anzahl der Baudenkmäler
257 (40%)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk- und Putzbauten
Alleinstellungsmerkmale
Wall und Graben, Pfarrkirchen, ehem. Franziskanerkloster
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
westlich Geschäftszentrum, östlich Wohnen
Entwicklungstendenzen
Leerstand wegen fehlender zusammenhängender Ladennutzung
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1986
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung 1980
Sanierungssatzung 1993
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat 2009
Neugründung des Beirats nach 10-jähriger Pause unter Beteiligung von Akteursgruppen, Vereinen und Verbänden
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management 1997
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
162 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
Wohnumfeldprogramm, Fassadenprogramm
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Wohnbebauung Münsterwall (1983-1993)
Instandsetzung privater Gebäude
Kloster Warendorf (2009)
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Revitalisierung gering genutzter Wohn- und Geschäftsgebäude / Bebauung von Baulücken und provisorischen
Parkplätzen
Überarbeitung bestehender Instrumente
geplante Überarbeitung der Gestaltungssatzung
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Bauordnung – Stadtplanung – Denkmal- und Stadtbildpflege – LWL-Amt für Denkmalpflge
Beteiligung der Öffentlichkeit
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung, Erhaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
zu wenig Erfahrung
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Gespräche
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
abhängig von den Betroffenen
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
eher positiv
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Denkmalschutzgesetz
2. Gestaltungssatzung
3. Beratung
 Es wird angegeben, wenig Erfahrung im Umgang mit kommunikativen Instrumenten zu haben, kürzlich neu gegründeter Gestaltungsbeirat unter Beteiligung
von Akteursgruppen kann dies ändern
163
Werl
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ballungsrand
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
42 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
3.500
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
unregelmäßiges Straßennetz sowie unregelmäßige Raum- und Parzellenstruktur
Anzahl der Baudenkmäler
70 (15 %)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk- und Putzbauten mit steil geneigten Dächern, ehemalige Erbsälzer- und Burgmannshöfe,
Kirchenbauten, Grünsandsteinmauern
Alleinstellungsmerkmale
großvolumige Kirchenbauten, Wechsel zwischen kleinparzelligen Grundstücken der Stadthäuser und großen
Gartengrundstücken der ehem. Erbsälzer- und Burgmannshöfe
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
urbane Mischnutzung mit Flächen für Freizeit und Erholung
Entwicklungstendenzen
zunehmende Filialisierung, zunehmende Wohnnutzungen
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 1989 / 1999
Werbesatzung
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 1988
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
164 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Gestaltung von Geschäftsfassa-den/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
Anbindung eines neuen Einkaufszentrums an den historischen Stadtkern
Überarbeitung bestehender Instrumente
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Bauaufsicht und Denkmalpflege (eine Abteilung)
Beteiligung der Öffentlichkeit
im Rahmen des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
hoch
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Beratung
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
nach der Novellierung der Gestaltungssatzung gestiegen (flexiblere Handhabung)
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Gestaltungssatzung in Verbindung mit Beratungsgesprächen
2. Denkmalbereichssatzung in Verbindung mit Beratungsgesprächen
3. Gestalterische Festsetzungen in Bebauungsplänen in Verbindung mit Beratungsgesprächen
 Die Wirksamkeit der Rechtsinstrumente wird über Beratungsgespräche gestützt
165
Werne
PORTRAIT DER STADT UND DES HISTORISCHEN STADTKERNS
Lage der Stadt
Ballungsrand
Örtliche Bedeutung der Gesamtstadt
Mittelzentrum
Lage des historischen Stadtkerns in der Stadt
zentral
Flächengröße des historischen Stadtkerns
13,2 ha
Einwohnerzahl des historischen Stadtkerns
1.200
Funktionale Bedeutung für die Gesamtstadt
Hauptzentrum
Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns
Historische Stadtstruktur
Klosterstadt, Fachwerkstadt, Acker- und Bürgerstadt, Markt
Anzahl der Baudenkmäler
70 (30%)
Prägendes Erscheinungsbild
Fachwerk- und Putzbauten
Alleinstellungsmerkmale
Kapuzinerkloster mit Stadtmauer, Wasserlauf als Altstadtbegrenzung, Ablesbarkeit des mittelalterlichen
Dreiklangs von Handel, Politik und Klerus (Markt, Rathaus, Kirche)
Strukturmerkmale des historischen Stadtkerns
Nutzungsstruktur
urbane Mischnutzung
Entwicklungstendenzen
solide Investitionsbereitschaft privater und öffentlicher Akteure
EINSATZ VON INSTRUMENTEN ZUR STADTGESTALTUNG
Rechtsinstrumente
Gestaltungssatzung 2003
Werbesatzung 2003
Sondernutzungssatzung
Denkmalbereichssatzung 2004
Denkmalpflegeplan
Erhaltungssatzung 2002
Sanierungssatzung
Gestalterische Festsetzungen in B-Plänen
Weitere Rechtsinstrumente
Kommunikative Instrumente
Gestaltungsfibel
Prospekte, Merkblätter
Gestaltungsbeirat
Bürgerveranstaltungen
Beteiligung von Akteursgruppen
Kommunikationsplattformen, Foren
Stadtmarketing, City-Management
Individuelle Beratung
Weitere kommunikative Instrumente
Förderinstrumente
Öffentliche Mittel
Kommunale Förderangebote
Stiftungen
166 | Rote Kennzeichnung in der Tabelle: = vorhanden
aktuelle Bewerbung um Städtebauförderung (städtebaulicher Denkmalschutz) und um ein Fassadenprogramm
UMSETZUNG STADTGESTALTERISCHER QUALITÄTEN
Private Umsetzungen
Neubau privater Gebäude
Instandsetzung privater Gebäude
Gestaltung von Geschäftsfassaden/Werbeanlagen
Gestaltung privater Freiflächen
Kirchplatz
Weitere private Projekte
Öffentliche Umsetzungen
Neubau öffentlicher Gebäude
Instandsetzung öffentlicher Gebäude
Öffentliche Plätze oder Straßenräume
Umgestaltung des Marktplatzes und der Fußgängerzone
Entwicklung von Flächen
Weitere öffentliche Projekte
Strategien
Zukünftige Aufgabenschwerpunkte
aktuell erarbeitet wird ein integriertes Handlungskonzept unter Einbeziehung privater Akteure
Überarbeitung bestehender Instrumente
Satzungen müssen überarbeitet werden
Einrichtung neuer Instrumente
Kommunikation zwischen den Fachämtern
Einbindung von Bauaufsicht und Denkmalpflege
Bauordnung und Denkmalpflege – Stadtentwicklung/Stadtplanung – Umwelt und Verkehr – Stadtmarketing
Beteiligung der Öffentlichkeit
Beteiligung der Politik, Einzelhandelsverband, Heimatverein, Seniorenvertretung, Behindertenbeirat,
Jugendvertreter, lokale Agenda, lokale Arbeitsgruppen, einzelne Bürger
BEWERTUNG UND EINSCHÄTZUNG
Leistungsfähigkeit der Instrumente
Leistungsfähigkeit der Rechtsinstrumente
gering bis mittel
Wirkungsvollste Rechtsinstrumente
Gestaltungs und Schutzsatzung, Werbesatzung, Denkmalbereichssatzung
Leistungsfähigkeit kommunikativer Instrumente
sehr hoch
Wirkungsvollste kommunikative Instrumente
Individuelle Gespräche
Mitwirkungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger
Akzeptanz der Rechtsinstrumente
gering
Mitwirkung bei kommunikativen Instrumenten
Beratung und Beteiligung in Akteursgruppen wird angenommen
Haltung zum Thema Denkmalpflege
wenig Bewusstsein für das historische Potenzial
Drei Faktoren zur Sicherung der Gestaltqualität
1. Beratung
2. Einbeziehung der Bürger
3. Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements
 Schwerpunkt kommunikative Instrumente
 Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzepts unter Einbeziehung von Akteuren
167
Foto- und Abbildungsnachweis
Titel oben und Rückseite
Christiane Herl, Hattingen
Seite 6, 7, 26, 27, 29, 36, 37, 39, 40 bis 49
Christiane Herl, Hattingen
Seite 55
Stadt Soest
Seite 66 oben und unten links:
Prof. Dr.-Ing. Hilde Schröteler-von Brandt, Uni
Siegen
Seite 66 Mitte rechts
Stadt Soest
Seite 68 oben links
Stephan Hense
Seite 70 rechts
Stadt Kalkar
Seite 71 rechts
Foto Hürten, Bad Münstereifel
Seite 72, 3. und 4. Foto
Eduard Menke, Bad Salzuflen
168
Seite 73, 3. Foto
Prof. Dr.-Ing. Hilde Schröteler-von Brandt, Uni Siegen
Seite 75, 3. Foto
Klemens Ortmeyer
Seite 76
Stadt Warburg
Seite 78 links
Irene Lohaus und Peter Carl
Landschaftsarchitektur
Seite 78 rechts
scape Landschaftsarchitekten
Seite 79
Stadt Rietberg
Seite 82 links
Stadt Warburg
Seite 83, 2. Foto
Stadt Bad Münstereifel
Seite 83 rechts
Stadt Soest
Seite 84
Städte Bad Salzuflen, Lemgo und Höxter
Seite 85 links
Stadt Bad Salzuflen
Seite 86 bis 167
alle Städte der Arbeitsgemeinschaft
Histo­rische Stadtkerne NRW
alle anderen Abbildungen
Pesch und Partner, Architekten Stadtplaner
Die Fotos bzw. Grafiken zu den Vorträgen wur­
den von den Referenten zur Verfügung ge­
stellt
Nicht in allen Fällen war es möglich, die
Rechteinhaber der Abbildungen ausfindig zu
machen. Berechtigte Ansprüche werden im
Rahmen der üblichen Vereinbarungen abge­
golten.
169
Impressum
Herausgeber
Walter Ollenik
Franz Pesch
für:
Redaktion
pp a | s
pesch partner architekten stadtplaner
Herdecke
Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne
in Nordrhein-Westfalen
c/o Stadt Lippstadt
Ostwall 1
59555 Lippstadt
Telefon 02941 980-428
Telefax 02941 980-78428
eMail: [email protected]
Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft
Historische Stadtkerne, Lippstadt
Walter Ollenik, Hattingen
Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen,
Wohnen und Verkehr des Landes NordrheinWestfalen
Jürgensplatz 1
40219 Düsseldorf
Layout
Doris Fischer-Pesch
Die Vorlage für das Titelbild wurde von
Christiane Herl zur Verfügung gestellt
Druck
AALEXX Buchproduktion GmbH
Großburgwedel
ISBN 978-3-9812399-4-2
Copyright 2010
Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne
in Nordrhein-Westfalen, Lippstadt
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch aus­
zugsweise, nur mit Genehmigung der Heraus­
geber
1. Auflage 2010
170
171
historische
Stadtkerne
in NRW
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