KONZERT - spielzeit 13/14

Werbung
NEUJAHRSKONZERT
BERNSTEIN
NEUJAHRSKONZERT 2014
Auszüge aus Musicals und Orchesterwerken von Leonard Bernstein (1918 – 1990)
Candide
Comic Operetta in Two Acts (1956/88)
Libretto: Lillian Hellman (nach Voltaire); Songtexte: Richard Wilbur,
John LaTouche, Dorothy Parker, Lillian Hellman & Leonard Bernstein
Ouvertüre
Oh, Happy We
Emily Hindrichs & Steven Ebel
Ballad of Eldorado
Steven Ebel
Glitter And Be Gay
Emily Hindrichs
On The Town
Musical Comedy (1944)
Libretto und Songtexte: Betty Comden & Adolph Green
(nach einer Idee von Jerome Robbins)
New York, New York
Steven Ebel, Andrew Finden & Eddie Gauntt
I Can Cook Too
Heidi Melton
Lucky To Be Me
Eddie Gauntt (chorus: Heidi Melton,
Steven Ebel & Andrew Finden)
Three Dance Episodes
I. The Great Lover Displays Himself
II. Lonely Town: Pas De Deux
III. Times Square: 1944
– Pause –
1.1.14 19.00 GROSSES HAUS
Dauer ca. 2 Stunden
Wonderful Town Musical Comedy (1953)
Libretto: Joseph Fields & Jerome Chodorov, nach dem Schauspiel
My Sister Eileen von Fields & Chodorov und den Erzählungen von
Ruth McKenny; Songtexte: Betty Comden & Adolph Green
Ballet at the Village Vortex
Halil Nocturne für Solo-Flöte, Streichorchester und Schlagzeug (1981)
„To the spirit of Yadin and to his fallen brothers“
Solistin
Tamar Romach
West Side Story Musical nach einem Konzept von Jerome Robbins (1957)
Libretto: Arthur Laurents; Songtexte: Stephen Sondheim
Prologue
Maria
Mambo
A Boy Like That
Tonight Quintet
Eleazar Rodriguez
Heidi Melton & Katharine Tier
Heidi Melton, Katharine Tier, Eleazar
Rodriguez, Andrew Finden & Eddie Gauntt
Aufführungrechte: Leonard Bernstein Music Publishing Company / Boosey & Hawkes
Emily Hindrichs & Heidi Melton Sopran
Katharine Tier Mezzosopran
Steven Ebel & Eleazar Rodriguez Tenor
Ks. Edward Gauntt & Andrew Finden Bariton
Tamar Romach Flöte
Justin Brown Dirigent
BADISCHE STAATSKAPELLE
Vitalität &
Rhythmus
Der 1918 in Lawrence, Massachusetts als
Sohn jüdischer Einwanderer geborene
Leonard Bernstein war der erste weltweit
aktive US-amerikanische Musiker, der seine Ausbildung komplett in seinem Heimatland genossen hatte. Er wirkte als Komponist, Pianist, Dirigent, Liedbegleiter,
Moderator, Schriftsteller und Lehrer und
schaffte es dabei meisterhaft, alle ideologisch-bürokratischen Abgrenzungen zwischen „E“ und „U“ geflissentlich zu ignorieren. Zwar wurde seine umfassende
musikalische Kompetenz nie ernsthaft in
Frage gestellt, doch drang er dem Publikum in Deutschland hauptsächlich als Dirigent ins Bewusstsein, erst in zweiter Linie
als Komponist, und da vor allem mit seinen
Musicals. Mit dem europäischen oder vielleicht noch mehr deutschen „Schubladendenken“ hatte er nie etwas im Sinn: „Ich
bin ein Komponist ernster Musik, der versucht, Songs zu schreiben. Ich hatte eine
Sinfonie komponiert, bevor ich einen
Schlager schrieb.“
2
Bernsteins Wirken als Komponist hat ein
noch viel weiteres Werkspektrum von Gattungen und Stilrichtungen. Er komponierte
neben seinen zahlreichen Beiträgen zum
amerikanischen Musiktheater u. a. Sinfonien, Ballette, Opern, Chorwerke, Klavierwerke, Kammermusik, Liederzyklen sowie
Filmmusiken. Mit Mass wurde 1971 in
Washington das Kennedy Center eröffnet,
1981 kam das Werk als erste Bühnenkomposition eines amerikanischen Komponisten an der Wiener Staatsoper zur Aufführung – die britische Erstaufführung
bedeutete das Dirigenten-Debüt von GMD
Justin Brown, der fünf Jahre als „Lennie’s“
Assistent gewirkt hatte.
Verbindende Elemente in Bernsteins kompositorischem Schaffen sind eine ungemeine tänzerische Vitalität, große rhythmische Virtuosität, Offenheit für Einflüsse
aller Art bis hin zur Zwölftontechnik, jedoch immer eingebettet in einen tonalen
Rahmen, der für ihn Ursprung allen Schaf-
fens war: „Tonalität, die dem menschlichen
Organismus eingebaut ist.“
Die „Comic Operetta“ Candide entstand
1956 als Adaption des beinahe 200 Jahre
alten satirischen Romans von Voltaire –
und hatte zunächst nur geringen Erfolg.
Dies lag wohl nicht an der Musik Bernsteins, sondern vielmehr an der Theaterferne der Umsetzung eines philosophischen Stoffs aus dem 18. Jahrhundert. Erst
eine Zuspitzung und stärkere Ironisierung
verhalf einer 2. Fassung 1973 zum endgültigen Durchbruch. Bernstein hat hier tatsächlich in der Art einer Operette komponiert, die sich geschickt aus dem Fundus
aller klassischen Vorbilder wie auch aus
dem Jazz und der Folk-Musik bedient, bis
hin zur großen Koloratur-Arie in Glitter
And Be Gay.
Candide und seine heimliche Liebe Cunegonde wachsen geprägt von Leibniz‘ optimistischen Philosophie von „der besten
aller Welten“ auf, die friedliche Idylle wird
jedoch durch den Einbruch des Krieges jäh
gestört. Die folgende Suche nach der idealen Welt wird zur großen Desillusion mit allen erdenkbaren Schrecken und Katastrophen. Diese reichen bis hin zur bitteren
Erkenntnis, dass auch das unendliche
grenzenlose Glück im Traumland Eldorado
nicht zu ertragen ist. Am Ende der Reise
reift die Einsicht, dass der Welt ohne Realismus nicht beizukommen ist.
New York ist die Stadt, der Leonard Bernstein seinen Aufstieg und seine größten
Erfolge verdankt – und die gleich in mehreren seiner Musicals zum Schauplatz und
Thema wird. In seinem ersten BroadwayErfolg On the Town von 1944 verleben drei
Seeleute einen 24-stündigen abenteuerlichen Landurlaub in Manhattan. Auf ihrer
Tour durch die Stadt suchen und finden sie
schließlich drei Frauen, mit denen sie den
Abend verbringen können – doch als die
drei Paare sich nach vielen Verwicklungen
gefunden haben, heißt es auch schon wieder Abschied nehmen und der Landurlaub
ist vorbei.
Das Musical basiert auf dem erfolgreichen
Ballettstück Fancy Free von Jerome Robbins, zu dessen Erfolg Bernsteins Musik
maßgeblich beigetragen hatte. In Deutschland ist es auch unter dem Titel New York,
New York nach dem gleichnamigen Hauptsong bekannt, nicht zu verwechseln mit
dem gleichnamigen Welthit Frank Sinatras.
Ballett bzw. Tanz ist denn auch im Musical
ein zentraler Bestandteil , so konnte Bernstein drei Zwischenspiele als eigenständige Instrumentalstücke für den Konzertsaal
auskoppeln (Three Dance Epsiodes).
Acht Jahre nach On the Town entstand in
einer Blitzaktion das zweite New YorkMusical Wonderful Town. Bernstein sollte
fünf Wochen vor der angesetzten Uraufführung eine durch Leroy Andersen bereits
fast vollständig vertonte Vorlage komplettieren, nahm den Auftrag jedoch nur unter
der Bedingung an, das Werk in Gänze neu
schreiben zu dürfen. Beim Lesen der Vorlage, einer Serie von Kurzgeschichten, hatte
Bernstein sich sofort für den Stoff begeistert: Sie handeln von den Abenteuern
zweier Schwestern aus der Provinz, die im
etwas heruntergekommenen Künstlerviertel Greenwich Village ihr berufliches und
privates Glück suchen und es erst nach allerlei vergnüglichen Verwicklungen finden,
u. a. im Nachtclub „Vortex“.
Spielt On the Town 1953 noch in einem
eher ruhigen Teil New Yorks, so führt die
West Side Story vier Jahre später mitten
3
in einigen der schönsten Songs, die Bernstein verfasst hat, und die auch herausgelöst aus dem Kontext des Bühnenwerks
ihren Siegeszug um die Welt antraten.
in den Bandenkrieg jugendlicher Gangs
aus den Slums der West Side. Mit der Adaption von Shakespeares Romeo und Julia
gelang Bernstein, dem Textdichter Arthur
Laurents, dem Schöpfer der Songtexte,
Stephen Sondheim, und dem Choreografen
Jerome Robbins eine ganz neue Form des
Musicals: Schauspiel, Musik und Tanz bilden eine Synthese aller dramatischen
Künste. Während Wort und Musik vor allem als lyrische Ausdrucksmittel genutzt
werden, ist der Tanz als Medium dramatischer Höhepunkte den beiden mindestens
gleichgestellt und damit die Choreografie
ein eigenständiger essentieller Bestandteil
des Werks.
Weniger bekannt ist Halil (hebräisch „Flöte“), ein Nocturne für Flöte und kleines Orchester, das Bernsteins tiefer Beziehung
zu Israel entspringt, wo er von 1947 an regelmäßig das Israel Philharmonic Orchestra dirigierte. Das Werk entstand aus der
Trauer und im Andenken an den begabten
19jährigen Flötisten Yadin Tanenbaum, der
während seines Militärdienstes 1973 bei
der Verteidigung der israelischen Grenze
getötet wurde.
Die Musik trägt sowohl die lyrischen wie
auch die dramatischen Szenen und vereinnahmt zeitgenössische Elemente des Cool
und Modern Jazz bis hin zu Zwölftonreihen. Bernstein spielt dabei mit unterschiedlichen Formen wie Tänzen oder gar
Fugen, die den Rahmen für die verschiedensten Rhythmen und folkloristischen
Muster abgeben. Er ordnet den Personen
und ihren Beziehungen Motive zu, die das
ganze Stück durchziehen und es musikalisch zusammenhalten. Die unmögliche Liebe zwischen Tony und Maria aus den beiden verfeindeten Gangs materialisiert sich
Das Werk ist in Bernsteins typischer tonaler Behandlung der Zwölftontechnik gehalten, wir erleben einen Kampf zwischen den
tonalen und atonalen musikalischen Kräften. Er bezeichnete das Werk als „Nachtmusik“ mit einer Abfolge von nächtlichen
Bildern: Wunsch- und Alpträume, Erholung, Schlaflosigkeit, Nachtschrecken –
„und der Schlaf selbst, Zwillingsbruder
des Todes.“ Die Flöte verkörpert den jungen Yadin. Sie wird gespielt von der neuen
israelischen Solo-Flötistin Tamar Romach,
die sich damit dem Publikum erstmals
solistisch vorstellt.
4
Leonard Bernstein
5
KONZERT-
Pädagogik
Angebote für kinder & jugendliche
Welche Möglichkeiten gibt es, um Interesse
und Neugier für Musik zu wecken? Wie
lassen sich Brücken bauen zwischen Zuhörern und Musikern? Wie kann ein Bewusstsein für klassische Musik geschaffen und
der Zugang zu ihr vereinfacht und vertieft
werden? Mit all diesen Fragen beschäftigt
sich die Konzertpädagogik.
Angefangen bei den Kinderkonzerten
ab sechs bis hin zu den Jugendkonzerten
ab zwölf Jahren bietet die BADISCHE
STAATSKAPELLE für nahezu alle Altersstufen Konzertprogramme an. In den
Kinderkonzerten lernen die Kinder auf
eingängige und unterhaltsame Weise Komponisten und Gestalten aus dem Musiktheater kennen. Die Kinderkammerkonzerte
entführen ihre kleinen Besucher musikalisch in Fantasiewelten. Einen direkten
Kontakt zu den Orchestermusikern können
Kinder und Jugendliche in den Schulkonzerten im Klassenzimmer erhalten.
Die Jugendkonzerte bereiten Werke der
sinfonischen Literatur jugendgerecht auf,
in den Jugendkammerkonzerten stellen die
Musiker der Staatskapelle selbst ihre Lieb6
lingswerke vor. Und natürlich sind auch
zahlreiche Mitglieder der STAATSKAPELLE
selbst als Lehrer An Musikschulen und
Hochschulen tätig.
Ein ganz besonders Projekt in dieser Saison
sind die aus der Orchesterpatenschaft
erwachsenen gemeinsamen Konzerte mit
den Orchestern des Helmholtz Gymnasiums. Im 2. Kinderkonzert und im SonderJugendkonzert teilen sich die jungen
Nachwuchsmusiker mit einem Orchestermusiker das Notenpult.
Konzertpädagogin Lena Jaeger
Emily Hindrichs Sopran
Heidi Melton Sopran
Die mehrfache Preisträgerin hat in der
jüngeren Vergangenheit mit erfolgreichen Auftritten als Koloratursopranistin
Aufmerksamkeit erregt. 2009 gestaltete
sie die Königin der Nacht an der English
National Opera, worauf weitere Engagements an der New Orleans und der Seattle
Opera folgten. Zudem sang sie Konstanze
in Die Entführung aus dem Serail beim
Connecticut Early Music Festival, Bachs
h-Moll-Messe in der Avery Fisher Hall und
gastierte mit einem Britten- und CoplandLiederabend beim Aldeburgh Music Festival. 2013 feierte sie ihr Debüt an der Oper
Köln als Adina in Donizettis L’elisir d’amore
und gastierte als Königin der Nacht an der
Oper Frankfurt. Ab der Spielzeit 2013/14 ist
sie Ensemblemitglied am STAATSTHEATER KARLSRUHE und singt hier u. a. Oscar
in Ein Maskenball, Costanza in Riccardo
Primo, Prinzessin, Feuer und Nachtigall in
Das Kind und die Zauberdinge sowie die
Titelpartie in Die Nachtigall.
Die amerikanische Sopranistin debütierte
an der San Francisco Opera in der Uraufführung von Phillip Glass’ Appomattox,
später sang sie dort die Titelpartie in Aida,
Sieglinde in Die Walküre sowie Dritte
Norn in der Götterdämmerung. Ihr Debüt
an der Opéra National de Bordeaux gab sie
in der Spielzeit 2007/08 als Amelia in Un
ballo in maschera und kehrte für die Elisabeth im Tannhäuser und für die Titelpartie
von Ariadne auf Naxos dorthin zurück. Sie
gab ihr Debüt an der Metropolitan Opera
New York als Zweite Magd in Elektra und
führte Bergs Sieben Frühe Lieder mit dem
BBC Scottish Symphony Orchestra auf.
Die Gewinnerin zahlreicher Preise und
Wettbewerbe kam nach einem Engagement an der Deutschen Oper Berlin 2011/12
in das Opernensemble des STAATSTHEATERS KARLSRUHE. 2013/14 singt sie die
Amelia in Ein Maskenball, Rosalinde in Die
Fledermaus, Ellen Orford in Peter Grimes
sowie Elisabeth/Venus in Tannhäuser.
7
Katharine Tier Mezzosopran
Steven Ebel Tenor
Als Mitglied des Adler Fellowship Programs der San Francisco Opera trat sie an
zahlreichen Opernhäusern auf, darunter
die Opera North (USA), die Opera Australia
sowie die Deutsche Oper Berlin und konzertierte mit dem Sydney, Melbourne und
West Australian Symphony Orchestra. Zu
ihrem Repertoire zählen u. a. Brigitta in Die
tote Stadt, die Titelpartie in Carmen, die
Charlotte in Werther, die Mary in Der fliegende Holländer sowie Annina in La Traviata und Erda in Das Rheingold. Als begeisterte Konzertsängerin trat Katharine Tier u.
a. mit Schostakowitschs Liederzyklus Aus
jüdischer Volkspoesie, Beethovens Neunte
Sinfonie, Bachs Matthäuspassion, Händels
Israel in Egypt und Mozarts Requiem auf.
2010 gab sie ihr Japan-Debüt beim Saito
Kinen Festival, seit der Spielzeit 2011/12
ist sie am STAATSTHEATER KARLSRUHE
engagiert. In der Spielzeit 2013/14 singt sie
u. a. Orlofsky in Die Fledermaus und Kitty
Oppenheimer in Doctor Atomic.
Als Teilnehmer des Jette Parker Young
Artists Programme am Royal Opera House
in London debütierte er 2009 als Victorin/
Gaston in Korngolds Die tote Stadt. In der
Spielzeit 2010/11 sang er den Jaquino in
Fidelio, Messaggiero in Aida und Heinrich
der Schreiber in Tannhäuser. Zudem war
er unter Lorin Maazel als Quint in The Turn
of the Screw beim Castleton Festival zu
hören. Es folgten Tamino in Die Zauberflöte
am Cleveland Institute of Music sowie Jimmy Mahoney in Aufstieg und Fall der Stadt
Mahagonny am Tanglewood Music Centre,
eine Rolle, für die er auch in Livorno, Lucca,
Pisa und Ravenna engagiert war. Seine
erste Einspielung bei Naxos war die Rolle
des Frantz Wolf in Louis Karchins Romulus. Seit der Spielzeit 2011/12 ist er am
STAATSTHEATER KARLSRUHE engagiert.
In der Spielzeit 2013/14 singt er u. a. Steuermann in Der fliegende Holländer, Robert
Wilson in Doctor Atomic und Don Basilio in
Die Hochzeit des Figaro.
8
Eleazar Rodriguez Tenor
Ks. Edward Gauntt Bariton
Der Mexikaner war „Plácido Domingo“Stipendiat und Preisträger der Carlo Morelli
National Competition in Mexiko. Er wurde
in das Merola Opera Program der San
Francisco Opera aufgenommen und sang in
der Spielzeit 2006/07 drei UraufführungsHauptrollen in David Contes Famous und
America Tropical sowie in Lou Harrisons
Young Caesar. 2010 wurde er an das Theater
Heidelberg engagiert, wo er u. a. Tamino
in Die Zauberflöte, Jaquino in Fidelio und
Cassio und Roderigo in Otello sang. 2012/13
sang er die Rolle des Rodrigo in Otello
bei seinem Debüt an der Oper Frankfurt
und Almaviva in Il barbiere di Siviglia am
Michigan Opera Theatre in Detroit. Darüber
hinaus ist er regelmäßig bei Konzerten und
Liederabenden in Mexiko zu hören. 2011/12
kam er ins Ensemble am STAATSTHEATER
KARLSRUHE. In der aktuellen Spielzeit singt
er u. a. Alfred in Die Fledermaus, David in
Die Meistersinger von Nürnberg sowie den
Fischer in Die Nachtigall.
Der Texaner wurde mit der „Rotary Fellowship“ ausgezeichnet und war Preisträger
des „Internationalen Hugo-Wolf-Wettbewerbs“. Engagiert wurde er zunächst
an der Wiener Staatsoper, am Theater
an der Wien und am Theater Krefeld und
Mönchengladbach. Er gastierte z. B. an
der Deutschen und der Komischen Oper
Berlin, am Staatstheater Nürnberg, an der
Semperoper Dresden, am Nationaltheater
Mannheim, am Nico Malan Theatre in
Kapstadt und in Luxemburg. Zu seinem
Repertoire gehören u. a. die Titelrolle in
Eugen Onegin, Faninal aus Der Rosenkavalier, Marcello aus La Bohème und
Sharpless aus Madama Butterfly. Seit 1985
ist er Ensemblemitglied am STAATSTHEATER KARLSRUHE, 2006 wurde ihm der
Titel „Kammersänger“ verliehen. In der
Spielzeit 2013/14 ist er u. a. als Frank in Die
Fledermaus, Beckmesser in Die Meistersinger von Nürnberg und als Sprecher in
Die Zauberflöte zu hören.
9
Andrew Finden Bariton
Tamar Romach Flöte
Der australische Bariton ist Preisträger etlicher Gesangswettbewerbe, darunter die
Australian Singing Competition, der Internationale Gesangswettbewerb „Francisco
Viñas“ in Barcelona sowie der „Stuart
Burrows International Voice Award“. An
der Guildhall School wurde ihm 2009 der
Harold Rosenthal Preis verliehen. Er arbeitete mit Dirigenten wie Richard Bonynge,
Robert Dean und Christof Prick zusammen
und sang in Meisterklassen bei Olaf Bär,
Håkan Hagegård und Thomas Hampson.
2010/11 wurde er Mitglied des Opernstudios des Staatstheaters Nürnberg, wo er
u. a. Partien wie Falke in Die Fledermaus,
Alvaro in Il viaggio a Reims und Morales in
Carmen sang. Seit der Spielzeit 2011/12 ist
er festes Ensemblemitglied am STAATSTHEATER KARLSRUHE. In der Spielzeit
2013/14 singt er u. a. Ned Keene in Peter
Grimes, Cristiano in Ein Maskenball,
Berardo in Riccardo Primo und Schtschekalow in Boris Godunow.
Die 1986 in Tel Aviv geborene Tamar
Romach studierte in ihrer Heimatstadt bei
Eyal Ein Habar, dem Solo-Flötisten des
Israel Philharmonic Orchestra. Nach dem
Bachelor wechselte sie an die Stuttgarter
Hochschule, wo sie bei Davide Formisano
erfolgreich die Master-Prüfung absolvierte und derzeit ihr Konzert-Examen ablegt.
Bereits während ihres Studiums in Israel
wurde sie als Flötistin im West Eastern
Divan Orchester unter Daniel Barenboim
aufgenommen, dem sie heute noch angehört. Ersten befristeten Engagements
als Solo-Flötistin im Königlich Dänischen
Orchester Kopenhagen, im Schwedischen
Kammerorchester und dem Orchester der
Scala in Mailand folgte 2013 die Aufnahme
in die BADISCHE STAATSKAPELLE als
neue Solo-Flötistin.
10
Justin brown
Dirigent
Justin Brown studierte in Cambridge und
Tanglewood bei Seiji Ozawa und Leonard
Bernstein und arbeitete später als Assistent
bei Leonard Bernstein und Luciano Berio.
Als Dirigent debütierte er mit der gefeierten
britischen Erstaufführung von Bernsteins
Mass. Für seine Programmgestaltung beim
Alabama Symphony Orchestra, wo er fünf
Spielzeiten als Chefdirigent wirkte, wurde er
drei Mal mit dem ASCAP-Award ausgezeichnet. Auf Einladung des renommierten „Spring
for Music Festival“ dirigierte er 2012 das
Orchester in der Carnegie Hall. Brown leitete
zahlreiche Uraufführungen und dirigierte
wichtige Stücke bedeutender Zeitgenossen
wie Elliott Carter und George Crumb. Er musizierte zudem mit namhaften Solisten wie
Yo-Yo Ma, Leon Fleisher und Joshua Bell.
Zahlreiche Gastengagements führten ihn an
renommierte Opernhäuser und zu Orchestern weltweit, in Deutschland u. a. an die
Bayerische Staatsoper München und zu den
Dresdner Philharmonikern. Komplettiert wird
sein Erfolg durch viele CD-Einspielungen,
2006 wurde er für einen Grammy nominiert.
Als Generalmusikdirektor am STAATSTHEATER KARLSRUHE, der er seit 2008
ist, wird Brown v. a. für seine Dirigate von
Wagners Ring sowie den Werken Berlioz‘,
Verdis und Strauss’ gefeiert. Unter seiner
Leitung stehen auf dem facettenreichen
Konzertspielplan Werke wie Amériques von
Edgar Varèse, Mahlers 9. Sinfonie oder die
Gurre-Lieder von Schönberg. Gemeinsam mit
seinem Team erhielt er hierfür die Auszeichnung „Bestes Konzertprogramm 2012/13“.
11
die
badische
staatskapelle
Als sechstältestes Orchester der Welt kann
die BADISCHE STAATSKAPELLE auf eine
überaus reiche und gleichzeitig gegenwärtige Tradition zurückblicken. 1662 als
Hofkapelle des damals noch in Durlach residierenden badischen Fürstenhofes gegründet, entwickelte sich aus dieser Keimzelle
ein Klangkörper mit großer nationaler und
internationaler Ausstrahlung. Berühmte
Hofkapellmeister wie Franz Danzi, Hermann
Levi, Otto Dessoff und Felix Mottl leiteten
zahlreiche Ur- und Erstaufführungen, z. B.
von Hector Berlioz, Johannes Brahms und
Béla Bartók, und machten Karlsruhe zu
einem der Zentren des Musiklebens. Neben
Brahms standen Richard Wagner und
Richard Strauss gleich mehrfach am Pult
der Hofkapelle; Niccolò Paganini, Clara
Schumann und viele andere herausragende Solisten waren gern gehörte Gäste.
Hermann Levi führte 1856 die regelmäßigen
Abonnementkonzerte ein, die bis heute als
Sinfoniekonzerte der BADISCHEN STAATSKAPELLE weiterleben.
Allen Rückschlägen durch Kriege und
Finanznöten zum Trotz konnte die Tradition des Orchesters bewahrt werden.
Generalmusikdirektoren wie Joseph Keil12
berth, Christof Prick, Günther Neuhold
und Kazushi Ono führten das Orchester in
die Neuzeit, ohne die Säulen des Repertoires zu vernachlässigen. Regelmäßig
fanden sich zeitgenössische Werke auf
dem Programm; Komponisten wie Werner
Egk, Wolfgang Fortner oder Michael
Tippett standen sogar selbst vor dem
Orchester, um ihre Werke aufzuführen.
Die große Flexibilität der BADISCHEN
STAATSKAPELLE zeigt sich auch heute
noch in der kompletten Spannweite zwischen Repertoirepflege und der Präsentation zukunftsweisender Zeitgenossen,
exemplarisch hierfür der Name Wolfgang
Rihm. Der seit 2008 amtierende Generalmusikdirektor Justin Brown steht ganz
besonders für die Pflege der Werke
Wagners, Berlioz’, Verdis und Strauss’
sowie für einen abwechslungsreichen
Konzertspielplan, der vom Deutschen
Musikverleger-Verband als „Bestes
Konzertprogramm 2012/13“ ausgezeichnet
wurde. Auch nach dem 350-jährigen Jubiläum 2012 präsentiert sich die BADISCHE
STAATSKAPELLE – auf der reichen Aufführungstradition aufbauend – als lebendiges und leistungsfähiges Ensemble.
besetzung
1. Violine
Janos Ecseghy
Yin Li
Lutz Bartberger
Rosemarie Simmendinger-Kàtai
Susanne Ingwersen
Thomas Schröckert
Ayu Ideue
Juliane Anefeld
Bettina Knauer
Sabina Bunea
Tomomi Isobe*
Rolf Gelbarth*
2. Violine
Annelie Groth
Shin Hamaguchi
Km. Toni Reichl
Christoph Wiebelitz
Diana Drechsler
Dominik Schneider
Birgit Laub
Eva-Maria Vischi
Tamara Polakovicová
Katrin Dusemund*
Viola
Michael Fenton
Christoph Klein
Anna Pelczer
Ortrun Riecke-Wieck
Kyoko Kudo
Akiko Sato
Tanja Linsel
Indira Pérez Valdés*
Violoncello
Samuel Lutzker*
Benjamin Groocock
Wolfgang Kursawe
Alisa Bock
Iftach Czitron*
Laura Mehlin*
Kontrabass
Km. Joachim Fleck
Peter Cerny
Xiaoyin Feng
Christoph Epremian
Harfe
Claudia Karsch*
Gitarre
Boris Bagger*
Flöte
Georg Kapp
Km. Rosemarie Moser
Oboe
Kai Bantelmann
Dörthe Mandel
Posaune
Michael Zühl
Lennart Fries
Holger Schinko
Tuba
Dirk Hirthe
Pauke & Schlagzeug
Helge Daferner
Raimund Schmitz
Hans-Joachim Göhler
Km. Rainer Engelhardt
Alexander Schröder*
Herbert Brandt*
Klavier
Steven Moore
Klarinette
Daniel Bollinger
Martin Nitschmann
Jochen Weidner
Saxophon
Christine Rall*
Elliot Riley*
Kenneth Coon*
Fagott
Lydia Pantzier
Horn
Susanna Wich-Weißsteiner
Peter Bühl
Trompete
Jens Böcherer
Ulrich Dannemaier
Ulrich Warratz
Km. = Kammermusiker/in
* Gast der STAATSKAPELLE
13
14
15
bildnachweise
impressum
UMSCHLAGPrivat
S. 5
The International Review
of Music
S. 7
Privat / Jochen Klenk
S. 8
Privat / Privat
S. 9
Privat / Jochen Klenk
S. 10
Privat / Meirav Kadichevski
S. 11
Arik Sokol
S. 14, 15
Uli Deck
Herausgeber
BADISCHES STAATSTHEATER
Karlsruhe
TEXTNACHWEISE
S. 2 – 4
Originalbeitrag von
Axel Schlicksupp
Sollten wir Rechteinhaber übersehen
haben, bitten wir um Nachricht.
WIR DANKEN
Eventfloristik für die Blumen
STAATSTHEATER KARLSRUHE
Saison 2013/14
Programmheft Nr. 157
www.staatstheater.karlsruhe.de
Generalintendant
Peter Spuhler
VERWALTUNGSDIREKTOR
Michael Obermeier
Chefdramaturg
Bernd Feuchtner
ORCHESTERDIREKTOR &
KONZERTDRAMATURG
Axel Schlicksupp
REDAKTION
Axel Schlicksupp
KONZEPT
DOUBLE STANDARDS Berlin
www.doublestandards.net
GESTALTUNG
Kristina Pernesch
DRUCK
medialogik GmbH, Karlsruhe
Unser Abonnementbüro berät Sie gerne!
Ab 10,00 bzw. 5,00 Euro PRO Konzert
16
ABONNEMENTBÜRO
T 0721 3557 323
F 0721 3557 346
[email protected]
DIE nächsten
Konzerte
2. KAMMERKONZERT
Giacomo Meyerbeer Hirtenlied Franz Schubert
Impromptu Es-Dur op. 90/2 Johannes Brahms
Fünf ausgewählte Lieder & Klarinettensonate
Nr. 1 Igor Strawinsky Elegie für JFK & Berceuses du chat Conradin Kreutzer Das Mühlrad
Mit Christina Bock und Freya Jung holen
sich die Klarinettisten der STAATSKAPELLE
Verstärkung im Opernensemble und an der
Karlsruher Musikhochschule. Gemeinsam
präsentieren sie ein ungewöhnliches und
abwechslungsreiches Programm, das die
Gattungsgrenzen verschwinden lässt: Jedes
Werk in diesem spannenden Konzert eröffnet ein ganz neues Klangspektrum.
Christina Bock Mezzosopran Daniel Bollinger,
Martin Nitschmann & Leonie Gerlach Klarinette Freya Jung Klavier
12.1. 11.00 KLEINES HAUS
Anschließend Brunch im MITTLEREN FOYER
KINDERkammerKonzert
VON BÜCHERFRESSERN, DACHBODEN6+
GESPENSTERN UND ANDEREN HELDEN
„Passend zu den spannenden und bis ins
kleinste Detail liebevoll vorgetragenen Abenteuern gibt’s während der Vorstellung viele
witzige Einfälle und tolle Überraschungen,
die beim Kinderkammerkonzert für strahlende
Augen sorgen.“ BNN
Martin Nitschmann Klarinette Annelie Groth
Violine Jeanette La-Deur Klavier Gunnar
Schmidt Konzeption & Erzähler
18.1. 15.00 KLEINES HAUS
4. SONDERKonzert
Francis Poulenc Litanies à la Vierge noire
Olivier Messiaen Trois petites liturgies de la
présence divine Igor Strawinsky Oedipus Rex
Ergänzend zur französischen Linie des
Opernprogramms erklingt ein farbenreiches
Programm, das charakteristische Werke aus
unserem Nachbarland mit einem Oratorium
von Strawinsky verbindet: Oedipus Rex ist ein
absoluter Höhepunkt der neoklassischen Moderne des 20. Jahrhunderts
Matthias Wohlbrecht Oedipus Ks. Ewa
Wolak Jokaste Renatus Meszar Kreon & Bote
Luiz Molz Tiresias Steven Ebel Hirte Gunnar
Schmidt Sprecher BADISCHER STAATSOPERNCHOR & EXTRACHOR Ulrich Wagner
Choreinstudierung Justin Brown Dirigent
2.2. 11.00 & 3.2. 20.00 GROSSES HAUS
2. KINDERKonzert –
Eine reise um die welt
6+
Alexander Borodin Eine Steppenskizze aus
Mittelasien Alberto Ginastera Tänze aus
Estancia op. 8 Lieder und Tänze aus aller Welt
Ein Riesenorchester bricht auf zur musikalischen Weltreise: Die Musiker der BADISCHEN
STAATSKAPELLE spielen gemeinsam mit zwei
Schulorchestern Lieder und Tänze aus aller
Welt. Auf der Bühne sitzen immer abwechselnd ein Profi und ein Nachwuchsmusiker.
Orchester II & III des Helmholtz-Gymnasiums
Ulrich Wagner Dirigent & Moderator
16.2. 11.00 & 15.00 GROSSES HAUS
Herunterladen