Gruppeneigenschaften der Chalkogene Sauerstoff (O) Schwefel (S

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Gruppeneigenschaften der Chalkogene
‹ Elemente
der 6. Hauptgruppe:
Sauerstoff, Schwefel, Selen, Tellur, Polonium
‹ Auch: Chalkogene (griech. Erzbildner)
‹ Unterschiede in den Eigenschaften innerhalb der
Gruppe relativ stark ausgeprägt
‹ Sauerstoff, Schwefel:
Nichtmetalle
‹ Selen, Tellur:
Halbmetalle
‹ Polonium:
Metall
Universität Hamburg
Eigenschaften
Vorkommen
Verwendung
• Typisches Nichtmetall
• Nach Fluor
elektronegativstes Element
• Bei RT farbloses Gas
• Wirkt auf viele Stoffe als
Oxidationsmittel, die
Reaktion verläuft jedoch bei
RT sehr langsam
• zwei allotrope
Modifikationen: O2, O3
• Allotropie: Auftreten eines
Elemente in verschiedenen
Formen im gleichen
Aggregatszustand
•Sauerstoff ist das häufigste
Element der Erdkruste
• Es kommt elementar mit
einem Volumenanteil von
21% in der Luft vor.
• Als Wasser liegt es
gebunden in der
Hydrosphäre vor.
• Die meisten Minerale und
viele Verbindungen bestehen
zu einem großen Anteil aus
Sauerstoff, z.B.:
¾ Silikate
¾ Carbonate
¾ Oxide
• wegen seiner Eigenschaft,
Verbrennungsvorgänge und
die Atmung zu unterhalten,
findet Sauerstoff vielfältige
Anwendung, z.B.:
• Stahlgewinnung aus
Roheisen
• Zusammen mit H2 als
Raketentreibstoff
• Zum Schweißen (meist
Verbrennung von Acetylen)
• Behandlung von
Abwässern
• Als Atmungsgas (vermischt
mit N2 oder He)
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Schwefel (S)
Selen (Se)
Eigenschaften
Vorkommen
Verwendung
• bei RT gelbes kristallines
Pulver
• Typisches Nichtmetall
• hat eine ausgeprägte
Fähigkeit, Ketten und Ringe
zu bilden; daher ist es das
Element mit den meisten
Modifikationen! (mehrere
allotrope und polymorphe
Modifikationen)
• Am stabilsten sind S8-Ringe
• Polymorphie: Das
Auftreten verschiedener
kristalliner Modifikationen
des gleichen Stoffes
• Schwefel kommt in der
Natur elementar in weit
verbreiteten Lagerstätten
vor (70% der SchwefelWeltproduktion werden aus
ihnen gewonnen)
• Verbindungen des
Schwefels, vor allem die
Schwermetallsulfide,
besitzen größte Bedeutung
als Erzlagerstätten, z.B.:
¾ Pyrit – FeS2
¾ Zinkblende – ZnS
¾ Gips – CaSO4 * 2 H2O
• Schwefel wird in großen
Mengen zur Herstellung von
Schwefelsäure gebraucht
(etwa 85% der GesamtSchwefelproduktion!)
• Vulkanisieren von
Kautschuk
• Herstellung von
Zündhölzern,
Feuerwerkskörpern,
Schießpulver
• für Farbstoffe (z.B.
Zinnober – HgS; Ultramarin
– Na4[Al3Si3O12]S3)
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Sauerstoff (O)
Eigenschaften
Vorkommen
• bei RT ist Selen fest
• Halbmetall
• In ihren chemischen
Eigenschaften verhalten sie
sich überwiegend wie
Nichtmetalle.
• Selen kommt in 6
Modifikationen vor.
• Das rote kristalline Selen
besteht aus Se8-Ringen
• Das graue Selen ist eine
metallische Modifikation, die
aus spiraligen Se-Ketten
besteht und stellt einen
Halbleiter dar
• Se ist in Selenide
spurenweise in sulfidischen
Erzen enthalten
• Selen-Minerale sind selten
•Selen-Gewinnung aus dem
Anodenschlamm der
elektrolytischen Kupferraffination und Rückständen
aus der Cyanidlaugerei
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Verwendung
• technische Anwendung in
Selengleichrichtern
• Verwendung in
Selenphotoelementen
Verbindungen des Sauerstoffs
Tellur (Te)
Eigenschaften
• Bei RT silberweißer,
metallischer Feststoff
• Halbmetall
• Tellur ist ein Halbleiter
• Kristallisiert im gleichen
Gitter wie graues Selen
Vorkommen
Verwendung
• Sind als Telluride
spurenweise in sulfidischen
Erzen enthalten
• Tellur-Minerale sind selten
• Tellur kommt in geringen
Mengen auch gediegen vor
• Hauptausgangsmaterial für
die Tellur-Gewinnung ist der
bei der elektrolytischen
Kupferraffination anfallende
Anodenschlamm.
• Dient u.a. als Legierungsbestandteil (< 1%) von
Stählen und Legierungen,
um mechanische
Eigenschaften und
Korrosionsbeständigkeit zu
erhöhen
• Ferrotellur (50-80%
Tellur) wird als Stabilisator
in der Eisengießerei
eingesetzt
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O
S
H O
S
Schwefeltrioxid – SO3
O
O
H
O
O
H
O
O
S
S
Schwefelsäure – H2SO4
O H
S
O
H
O
Schwefelwasserstoff – H2S
Dischwefelsäure – H2S2O7
O
H
H
O
S
O
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O
H
H
O
O
H
•
Wichtigste Wasserstoffverbindung
•
Bindungen sind stark polar, es treten
zwischen den H2O-Molekülen
Wasserbindungen auf
•
•
Wasser hat daher einen anormal hohen
Schmelz- und Siedepunkt
Gegenüber vielen Verbindungen
wirkt H2O2 oxidierend
•
•
Anormalie des Wassers: Beim
Übergang vom flüssigen in den festen
Zustand dehnt sich das Wasser unter
Abnahme der Dichte aus. Das
Dichtemaximum liegt bei 4°C (1g/cm3)
H2O2 ist eine metastabile
Verbindung und zersetzt sich bei
höherer Temperatur
•
Wird heute überwiegend nach
dem Anthrachinon-Verfahren
hergestellt.
Schwefelsäure
O
Schwefelige Säure – H2SO3
H
Wasserstoffperoxid – H2O2
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Verbindungen des Schwefels
Schwefeldioxid – SO2
Wasser – H2O
‹ Schwefelsäure
ist eines der wichtigsten
großtechnischen Produkte
‹ Hauptmenge wird zur Herstellung von
Kunstdünger verwendet
O
‹ Farblose, ölige Flüssigkeit
H O S O H
‹ Wirkt wasserziehend (Hygroskopie)!
O
‹ Ist stark oxidierend!
‹ Wird heute fast ausschließlich durch das
Kontaktverfahren hergestellt
O
O
S
O
H
O
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H2SO4 mittels Kontaktverfahren
2 SO2 + O2
‹
‹
‹
‹
‹
‹
‹
→
2 SO3
Gleichgewicht geht zunehmender Temperatur in Richtung SO2
Bei Raumtemperatur reagieren SO2 und O2 aber nicht miteinander
V2O5 + SO2
2 V2O4 + O2
→ V2O4 + SO3
→
2 V2O5
SO3 + H2SO4
H2S2O7 + H2O
→
→
Linde -Verfahren
‹ Gase
(z.B. Sauerstoff) werden großtechnisch durch
fraktionierende Destillation verflüssigter Luft gewonnen
‹ Luftverflüssigung
nach Linde
Damit die Reaktion bei günstiger Gleichgewichtslage mit gleichzeitig
ausreichender Geschwindigkeit abläuft, werden Katalysatoren verwendet
Beim Kontaktverfahren verwendet man V2O5 und Temperaturen um 500 °C
H2S2O7
2 H2SO4
SO3 löst sich besser in Schwefelsäure als in Wasser.
Beim Lösungsvorgang in Schwefelsäure entsteht Dischwefelsäure H2S2O7.
Diese wird dann mit Wasser zu H2SO4 umgesetzt.
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