Glaukom - Der Grüne Star - St.-Johannes

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Glaukom - Der Grüne Star
Klinik für Augenheilkunde
Chefarzt Prof. Dr. Markus Kohlhaas
Johannesstraße 9 -17
44137 Dortmund
Tel. 02 31/18 43-35 460
Fax 02 31/18 43-35 462
E-Mail: [email protected]
www.st-johannes.de
Wir sind zertifiziert nach:
Klinik für Augenheilkunde
Der Weg zum St.-Johannes-Hospital
Seite
2
Inhalt
4
Was man über das Glaukom wissen sollte
5
Normaldruckglaukom (NDG)
6
Primär chronisches Offenwinkelglaukom (PCOWG)
7
Winkelblockglaukom
8
Risikofaktoren
10
Durchblutung
12
Augenuntersuchungen
14
Augeninnendruckbestimmung
15
Durchführung eines 24-Stunden-Augeninnendruckprofils
16
Hornhautdickenmessung
16
Untersuchung des Kammerwinkels
17
Untersuchung des vorderen Augenabschnittes
18
Untersuchung des Sehnervs und der Netzhaut
19
Heidelberg Retina Tomograph (HRT)
20
GDx Laserpolarimetrie
21
Gesichtsfelduntersuchung
22
Durchblutungsdiagnostik
23
24-Stunden-Blutdruckmessung
24
Therapie des Glaukoms
25
Therapieformen
25
Festlegung des Zieldrucks
26
Medikamentöse Einstellung des Glaukoms
27
Medikamentengruppen in der Glaukomtherapie
29
Durchblutungsfördernde Therapie
29
Neuroprotektive Therapie
30
Operative Senkung des Augeninnendrucks
31
Trabekulektomie mit Mitomycin C
32
Kanaloplastik
33
Zyklophotokoagulation
34
Drainage-Implantat
35
Teamwork
36
Ansprechpartner in der Selbsthilfe Dortmund
36
Glaukom-Foren und Patienten-Informationsseiten
37
Homepages von Initiativen, Verbänden und anderen Organisationen
37
Literaturverzeichnis
38
Lexikon
43
Der Weg zum St.-Johannes-Hospital
Glaukom - Der Grüne Star
Parken am St.-Johannes-Hospital
Parkmöglichkeiten
Das Parkhaus des St.-Johannes-Hospitals befindet sich in der Amalienstraße neben
dem St.-Johannes-Hospital und ist 24 Stunden täglich geöffnet. Vor unserem
Haupt- bzw. Südeingang in der Johannesstraße befinden sich Parkplätze, auf denen
Sie mit einem Parkschein max. 2½ Stunden parken können.
Weitere Parkmöglichkeiten bieten sich in der Post- und Luisenstraße. Bitte
beachten Sie auch hier die Parkscheinregelung. In etwa 5-10 Minuten Entfernung
ist bei Überquerung der Straße „Hiltropwall" das Parkhaus „Stadttheater" zu
erreichen. Weitere Parkhäuser befinden sich in unmittelbarer Umgebung.
Anreise mit Bus und Bahn
Außer mit dem Pkw ist unser Haus auch mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln
zu erreichen:
• mit der U-Bahn U42
Haltestelle Städtische Kliniken, St.-Johannnes-Hospital ca. 300 m Entfernung
• mit den U-Bahnen U41, U42, U45, U46, U47, U49
Haltestelle Stadtgarten, St.-Johannnes-Hospital ca. 800 m Entfernung
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Liebe Patientin, lieber Patient,
mit dieser Informationsbroschüre möchten wir Sie auf die Erkrankung Glaukom
aufmerksam machen. Wichtig ist es uns dabei, Ihnen das Krankheitsgeschehen umfassend und verständlich zu erläutern.
Unter dem Begriff Glaukom ist eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen zusammengefasst, die gemeinsam haben, dass Nervenfaserzellen der Netzhaut untergehen, was zu charakteristischen Schäden am Sehnervenkopf, Gesichtsfeldausfällen und unbehandelt letztendlich bis zur Erblindung führen kann. Einer der
Hauptrisikofaktoren ist der erhöhte Augeninnendruck. Dabei ist zu beachten, dass
der Augeninnendruck häufig mit dem Alter zunehmend ansteigt und im Tagesverlauf insbesondere bei Glaukompatienten schwanken kann.
Ungünstigerweise treten die höchsten Werte häufig nachts oder in den frühen
Morgenstunden auf. Aber auch andere Risikofaktoren wie Durchblutungsstörungen
oder Neurodegeneration haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung
gewonnen.
Im Rahmen unserer Glaukomsprechstunde werden Patienten mitbetreut, die uns
von niedergelassenen Augenärzten überwiesen werden. Dabei kann es um verschiedenste Aspekte der Glaukomerkrankung gehen. So kann z. B. ein Verdacht auf
ein Glaukom vorliegen und die Diagnose muss durch weitere Spezialuntersuchungen gesichert oder ausgeschlossen werden. Häufig geht es auch darum, ob eine
medikamentöse Therapie ausreicht, geändert werden soll oder ggf. eine Operation
notwendig ist.
Da es sich bei der Glaukomerkrankung um eine langsam fortschreitende chronische
Erkrankung handelt, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Ihrem Augenarzt und
der Klinik von ganz besonderer Wichtigkeit. Ebenso wichtig erscheint uns Ihre Mithilfe bei der Einhaltung der verordneten Medikation sowie der begleitenden Verlaufskontrollen, denn diese Bereitschaft zur Mitarbeit ist einer der Bausteine für
einen langfristigen Therapieerfolg.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Markus Kohlhaas
(Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde)
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Glaukom
Gesunder Sehnerv
Ganz allmählich verengt sich das Blickfeld, langsam schwindet die Sehfähigkeit: Das Glaukom, im Volksmund auch
Grüner Star genannt, ist eine Erkrankung, die den Sehnerven gefährlich
schädigen kann – bis zur Erblindung.
Etwa eine Million Deutsche sind am
Glaukom erkrankt, rund drei Millionen
sind gefährdet. Der Verlust des Augenlichts verläuft anfangs für den Betroffenen fast unmerklich und bereitet
meist keine Schmerzen. Das zentrale
Sehen bleibt bei der Erkrankung erhalten, denn das Gesichtsfeld verkleinert
sich von außen. Die Lesefähigkeit zum
Beispiel ist nicht beeinträchtigt, während Details am Rande des Blickfeldes
nicht mehr wahrgenommen werden.
Sehnerv mit fast vollständigem
Nervenfaserverlust beim Glaukom
Das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, steigt mit dem Alter. Knapp vier
Prozent der 75- bis 89-Jährigen haben
ein Glaukom. Es wird vermutet, dass es
zwei bis drei Millionen Betroffene in
Deutschland geben soll. Um eine Erblindung im Rahmen der Glaukomerkran-
Sehnerv mit Nervenfasern
4
Glaukom - Der Grüne Star
kung zu verhindern, ist insbesondere
eine Früherkennung des Glaukoms notwendig. Während der Glaukomerkrankung kommt es zu einem Untergang
von Sehnervenfasern und Nervenzellen
der Netzhaut.
Meist ist dies der Zeitpunkt, an dem die
Patienten zum Augenarzt gehen und
hoffen, dass durch eine Brille das Sehen
wieder verbessert werden kann. Leider
kann die Minderung der Sehleistung, die
durch das Glaukom verursacht wurde,
nicht wiederhergestellt werden. Demzufolge kann eine Behandlung des Glaukoms maximal die Sehleistung erhalten,
die noch bei der Diagnosestellung vorhanden ist. Aus diesem Grund ist eine
Frühdiagnostik wichtig.
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Normaldruckglaukom (NDG)
Beim Normaldruckglaukom, bei dem es
sich um eine andere Variante des Offenwinkelglaukoms handelt, kommt es
auch zu einer Schädigung des Sehnerven. Beim Normaldruckglaukom tritt die
Schädigung jedoch bei Augeninnendruckwerten von bis zu 21 mmHg auf.
Es liegt also ein Glaukom bei normalem
Augeninnendruck vor. Im Gegensatz
zum primär chronischen Offenwinkelglaukom treten andere Risikofaktoren,
wie z. B. Durchblutungsstörungen, in
den Vordergrund.
Der Augeninnendruck spielt aber auch
beim Normaldruckglaukom eine wichtige Rolle. Man weiß, dass bei Patienten
mit Normaldruckglaukom das Auge, das
den höheren Augeninnendruck aufweist, meist stärker geschädigt ist, als
das Auge mit dem niedrigeren Augeninnendruck. Es konnte auch gezeigt
werden, dass mit einer Senkung des Augeninnendrucks auch das Normaldruckglaukom erfolgreich behandelt werden
kann. Da beim Normaldruckglaukom der
Augeninnendruck im Normbereich liegt,
aber für das entsprechende Auge zu
hoch ist, müssen hier im Vergleich zum
Glaukom-Sehnerv mit Randblutung
PCOWG niedrigere Zieldruckwerte angestrebt werden. Zusätzlich sollten beim
Vorliegen von anderen Risikofaktoren,
wie z. B. einer schlechten Durchblutung,
diese entsprechend behandelt werden.
Normales Gesichtsfeld
Gesichtsfeld mit massiver
Einschränkung oder Ausfall
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Primär chronisches Offenwinkelglaukom (PCOWG)
Normaler Kammerwinkel
Das primär chronische Offenwinkelglaukom ist die häufigste Art Glaukom und
eine Alterserscheinung. Das „Abflussrohr“
oder der Kammerwinkel (Trabekelwerk)
des Auges wird mit der Zeit weniger leistungsfähig und der Druck im Auge wird
allmählich stärker (21-35 mmHg). Wenn
dieser verstärkte Druck eine Schädigung
des Sehnervs zur Folge hat, nennt man
das ein chronisches Weitwinkelglaukom.
Das primär chronische Offenwinkelglaukom kann das Gesichtsfeld einengen und
die Sehkraft so allmählich und schmerzlos schädigen, dass der Patient sich keiner
Probleme bewusst ist, bis der Sehnerv
stark geschädigt ist.
6
Sollte es zu einer Schädigung des Sehnervs bei Augeninnendruckwerten kleiner oder gleich 21 mmHg kommen, so
spricht man von einem Normaldruckglaukom. Zur Abgrenzung zum Normaldruckglaukom wird das primär chronische Offenwinkelglaukom auch als Hochdruckglaukom bezeichnet. Die Trennung
bei der Grenze von 21 mmHg ist eher
willkürlich. Am ehesten handelt es sich
beim PCOWG und dem Normaldruckglaukom um Erscheinungsformen derselben Erkrankung, die sich insbesondere
durch die unterschiedliche Gewichtung
von Risikofaktoren unterscheiden.
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Winkelblockglaukom
Eingeengter Kammerwinkel beim Winkelblockglaukom
Manchmal wird der Kammerwinkel (Trabekelwerk) des Auges vollständig verstopft. Dabei ist es so, als ob ein Blatt
Papier, das in der Nähe eines Abflussrohrs herumschwimmt, sich plötzlich vor
die Öffnung legt und den Abfluss aus
dem Waschbecken blockiert. Die Iris oder
Regenbogenhaut kann im Auge wie ein
Blatt Papier fungieren, das den Kammerwinkel (Trabekelwerk) verschließt. Wenn
sich der Augendruck rapide verstärkt,
nennt man das ein akutes Winkelblockglaukom. Die Augeninnendruckwerte
können auf bis zu 60 mmHg ansteigen.
Die Symptome sind u. a.:
• ausgeprägter Schleier vor den Augen
• starke Augenschmerzen
• Kopfschmerzen
• Regenbogen-Halluzinationen um
Lampen herum
• Übelkeit und Erbrechen
Wenn Sie diese Symptome haben, rufen
Sie sofort Ihren Facharzt für Augenkrankheiten an. Wenn ein Augenarzt ein akutes
Winkelblockglaukom nicht schnell behandelt, kann das zur Erblindung führen.
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Risikofaktoren
24-Stunden-Druckprofil mit Anstieg in den Abendstunden gemessen über 3 Tage
Die Erhöhung des Augeninnendruckes,
meist infolge eines verminderten Kammerwasserabflusses durch das Trabekelwerk, ist der häufigste Risikofaktor. Somit
ist die Senkung und Kontrolle des erhöhten Augeninnendruckes seit langem Ziel
der Glaukomtherapie. Es finden sich aber
auch glaukomatöse Sehnervenschädi-
8
gungen bei vielen Patienten, deren Augeninnendruck im Normalbereich liegt
(Norm: 10-21 mmHg). Auch wurde beobachtet, dass die Sehnervenschädigung
bei Patienten fortschreiten kann, deren
Augeninnendruck durch medikamentöse
oder chirurgische Behandlung unter
Kontrolle gebracht worden ist. Dies lässt
Glaukom - Der Grüne Star
die Schlussfolgerung zu, dass auch unabhängige neuropathologische Mechanismen möglicherweise eine wichtige
Rolle in vielen Fällen der Glaukomerkrankung spielen. Aus diesem Grund sollte
jede Person, auf die die Risikofaktoren für
ein Glaukom zutreffen, sich in regelmäßigen Intervallen untersuchen lassen.
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Dabei ist für Personen zwischen dem 40.
und 60. Lebensjahr, die keine Risikofaktoren vorliegen haben, eine Untersuchung alle zwei Jahre anzuraten, jenseits
des 60. Lebensjahres einmal jährlich. Bei
vorliegenden Risikofaktoren sollte einmal
pro Jahr jenseits des 40. Lebensjahres
eine augenärztliche Untersuchung auf
Glaukom durchgeführt werden. Denn die
Früherkennung ist entscheidend, um
dem Verlust des Sehvermögens durch
eine Grüne Star-Erkrankung vorzubeugen. Da unterschiedliche Faktoren zu der
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Entstehung eines Glaukoms beitragen
können, ist es wichtig, mögliche Risikofaktoren zu bestimmen. Durch die genaue Erhebung von Ihren persönlichen
Daten im Rahmen einer Anamnese können bereits wichtige Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für das Vorliegen einer
Glaukomerkrankung gewonnen werden.
Normalerweise ist der Augeninnendruck
in den frühen Morgenstunden am
höchsten. Bei Glaukompatienten kann
diese Tagesrhythmik aufgehoben sein.
So gibt es Patienten, die nur in der
Nacht oder auch zu anderen Tageszeiten einen erhöhten Augeninnendruck
aufweisen. Auch diese nur vorübergehenden Druckerhöhungen können zu
einer glaukomatösen Sehnervenschädigung führen. Daher ist es wichtig, den
Augeninnendruck im Tages- und Nachtverlauf zu überprüfen. Bei den meisten
Glaukompatienten sollte der Augeninnendruck in einem 24-Stunden-Druckprofil bestimmt werden.
Weiterere Riskofaktoren für die Entstehung eines Glaukoms sind:
• Erhöhter Augendruck
• Hohes Lebensalter
• Hohe Kurzsichtigkeit (Offenwinkelglaukom)
• Hohe Weitsichtigkeit (Engwinkelglaukom und Glaukomanfall)
• Niedriger und schwankender Blutdruck (Normaldruckglaukom)
• Genetische Veranlagung (Hier ist zu beachten, dass in diesen Fällen bereits vor dem 40. Lebensjahr eine Kontrolle angeraten wird und dass in einigen Fällen bereits Kinder und Jugendliche vom
Glaukom betroffen sein können, sogar Säuglinge.)
• Ethnische Gruppe: Schwarze haben ein bis zu fünf Mal höheres Risiko als Weiße
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Durchblutung
Durchblutungsstörungen können zu
einer glaukomatösen Schädigung des
Sehnerven beitragen. Faktoren, die zu
einer Durchblutungsstörung des Auges,
insbesondere des Sehnerven führen
können, bezeichnet man auch als vaskuläre Risikofaktoren. Es hat sich gezeigt, dass auch viele Hochdruckglaukompatienten vaskuläre Risikofaktoren aufweisen. Da beim Normaldruckglaukom der intraokulare Druck als
Hauptrisikofaktor definitionsgemäß
niedrigere Werte als beim Hochdruckglaukom aufweist, ist es nicht überraschend, dass den vaskulären Faktoren
hier eine wichtigere Bedeutung zugeschrieben wird als beim Hochdruckglaukom.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass
vaskuläre Faktoren auch beim Hochdruckglaukom eine Rolle spielen und
dass diese für eine Progression des
Glaukomschadens trotz gut eingestellter Augendrucklage verantwortlich sein
können.
Wichtige Durchblutungsregionen am Auge
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Ein wichtiger Risikofaktor ist ein zu
niedriger aber auch ein zu hoher Blutdruck. Der Blutdruck schwankt bei
jedem Menschen im Tagesverlauf. In
mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass bei Glaukompatienten gehäuft
zu niedrige Blutdruckwerte hauptsächlich in der Nachtphase auftreten. Hierdurch kann es zu einer Reduktion des
Sauerstoffangebotes und zu einer Schädigung des Sehnerven kommen. Deshalb reicht eine einmalige Bestimmung
des Blutdruckes am Tag oft nicht aus.
Besteht ein Verdacht auf zu niedrigen
Blutdruck, sollte eine 24-StundenBlutdruckmessung erfolgen. Phasen mit
zu niedrigen Blutdruckwerten in der
Nacht treten nicht nur bei Patienten mit
ohnehin zu niedrigem Blutdruck, sondern auch bei Patienten mit einem Bluthochdruck auf. Obwohl diese Patienten
am Tag vielleicht gut durch Tabletten
eingestellt sind, können sie in der Nacht
„übertherapiert“ sein und nächtliche
Blutdruckabfälle zeigen. Dadurch kann
es trotz einer guten Augeninnendrucklage zu einem Fortschreiten des glaukomatösen Schadens kommen. Auch ein
zu hoher Blutdruck kann zu einer Sehnervenschädigung beitragen, da es hier
zu einer Engstellung der Gefäße kommt
und somit die Durchblutung des Sehnerven verschlechtert wird. Ein weiterer
wichtiger Risikofaktor sind so genannte
Gefäßkrämpfe. Diese Veränderungen
kommen nicht nur bei Patienten mit
Normaldruckglaukom, sondern auch bei
Patienten mit Hochdruckglaukom gehäuft vor. Durch diese Gefäßkrämpfe
kommt es zur Verengung der Blutgefäße. Schon geringe Verengungen der
Gefäße bewirken eine deutliche Verminderung der Durchblutung.
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Augenuntersuchungen
Wie bei jeder Augenerkrankung sind eine
vollständige Anamnese und die ophthalmologische Untersuchung, bei der die
spezifischen Symptome und Befunde
eines Glaukoms berücksichtigt werden,
der Schlüssel zur richtigen Diagnosestellung, Klassifikation und Therapie. Nach
dem Gespräch mit dem Patienten wird
zunächst die Sehschärfe überprüft. Da
zum Beispiel beim akuten Glaukomanfall
die Sehschärfe in der Regel drastisch
herabgesetzt ist, vermindert sich beim
chronischen Glaukom die Sehschärfe
erst im Spätstadium. Zudem ist eine
Refraktionsbestimmung, also eine Bestimmung der Fehlsichtigkeit, notwendig, da beispielsweise die Kurzsichtigkeit
ein relativer Risikofaktor für das primäre
Offenwinkelglaukom darstellt.
Demgegenüber kann die Hyperopie
(Weitsichtigkeit) prädisponierend für ein
Winkelblockglaukom sein. Anschließend
erfolgen eine spaltlampenmikroskopische Untersuchung des Auges und die
Messung des Augeninnendruckes.
Ein weiterer Befund wird mittels der
Gesichtsfeld-Untersuchung erhoben.
Dabei stellen bogenförmige Defekte ein
Frühstadium der Glaukomerkrankung
dar. Stellt sich nur noch eine Restgesichtsfeldinsel dar, muss von einem
fortgeschrittenen Glaukomschaden gesprochen werden.
kroskopische Untersuchung und die erneute Messung des Augeninnendruckes
erfolgen. Mittels der direkten oder indirekten Ophthalmoskopie oder auch mit
der Scanning-Laser-Ophthalmoskopie
erfolgen nun die Beurteilung der retinalen Nervenfaserschicht und die Untersuchung des Sehnerven.
Die Beurteilung des Sehnerven liefert
einige der wichtigsten und zuverlässigsten Informationen über die Glaukomerkrankung, da Veränderungen im
Erscheinungsbild des Sehnervenkopfes
oft frühe Anzeichen einer vorliegenden
Schädigung sind, welche auffällig wer-
Ein weiterer notwendiger Schritt zur
Diagnostik ist die Gonioskopie, eine kli-
den, bevor es zu einer Sehverschlechterung kommt.
nische Untersuchungsmethode zur Beurteilung des Kammerwinkels. Die
Untersuchung ist Voraussetzung für die
Klassifizierung und Therapie der Glaukomerkrankung.
Auch die Untersuchung der Pupillenreaktion zum Aufdecken von Schäden in
der Signalübertragung zwischen Sehnerv und Gehirn sollte in der Glaukomdiagnostik enthalten sein. Nach der
medikamentösen Pupillenerweiterung
sollten eine nochmalige spaltlampenmi-
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Augenuntersuchungen
Bei der Untersuchung der Papille wird
nach Hinweisen für einen Verlust an
Nervengewebe gesucht. Dieser geht
normalerweise mit einer Vergrößerung
der zentralen Vertiefung einher. Aber
auch Veränderungen der Lage und Ausrichtung der Blutgefäße der Netzhaut
und am Sehnervenkopf sowie kleine
Blutungen und Gewebeveränderungen
am Rande der Papille können Anzeichen
für eine Glaukomerkrankung sein.
Hat sich im Rahmen einer allgemeinen
augenärztlichen Untersuchung der Verdacht auf ein Glaukom ergeben, dann
stehen weiterführende Untersuchungen
an, um diesen Verdacht zu widerlegen
oder zu bestätigen und um das Ausmaß
eines eventuell schon bestehenden
Glaukomschadens zu erfassen und zu
dokumentieren.
Diese Untersuchungsmethoden liefern
Ihrem Augenarzt die Informationen, die
er braucht, um Ihre individuelle Therapie
zusammenzustellen. Der Vergleich der
Untersuchungsresultate, die in festgelegten Zeitintervallen regelmäßig erhoben werden, lässt erkennen, ob sich ein
Glaukomschaden weiter vergrößert
oder ob die Therapie das Fortschreiten
unterbinden konnte.
Augenuntersuchung
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Augeninnendruckbestimmung
Druckmessung
Die Messung des Augeninnendrucks ist
einer der wichtigsten Schritte für die
Früherkennung des Glaukoms und wird
auch für die Verlaufskontrolle im Falle
einer Erkrankung eingesetzt. Der Augeninnendruck beträgt beim Erwachsenen normalerweise zwischen 10 und 22
mmHg. Ein erhöhter Augeninnendruck
muss nicht zwangsläufig zu einem
Glaukomschaden führen. Viele Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck
entwickeln kein Glaukom. Eine Glaukomerkrankung kann auch bei einem
niedrigen Augeninnendruck vorliegen,
was bei ca. 40 Prozent der Betroffenen
der Fall ist.
Zur Messung des Augeninnendrucks
werden unterschiedliche Geräte verwendet: Solche, die das Auge bei der
Messung berühren und Non-ContactTonometer, bei denen das Auge nicht direkt, sondern nur durch einen Luftstrahl
berührt wird. Die Untersuchung ist in
jedem Fall völlig schmerzfrei.
Für eine Kontaktmessung wird häufig
das Applanationstonometer nach Goldmann verwendet. Damit der Patient die
Berührung nicht spürt, wird die Hornhaut mit Augentropfen betäubt. Die
Druckmessung erfolgt, indem das Tonometer mit einem runden, platten Mess-
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Glaukom - Der Grüne Star
körper die Hornhaut in einem Bereich
von vier Millimetern applaniert. Der
hierfür erforderliche Impuls wird in
mmHg gemessen und ergibt den momentanen Augeninnendruck.
Bei der Non-Contact-Tonometrie wird
die Hornhaut mit einem Luftstrahl applaniert. Eine spezielle Optik erfasst Geschwindigkeit und Ausmaß der
Abplattung, sodass sich danach der Augeninnendruck errechnen lässt. Da er
großen tageszeitlichen Schwankungen
unterliegen kann, ist es bei einem sich
erhärtenden Glaukomverdacht sinnvoll,
den Augeninnendruck zu verschiedenen
Tages- und möglicherweise auch Nachtzeiten zu messen und zu protokollieren.
Man spricht in diesem Fall von einem
Tagesdruckprofil oder einem 24-Stunden-Druckprofil mit Nachtmessung.
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Durchführung eines 24-Std.-Augeninnendruckprofils
24-Stunden-Tagesdruckprofile unter Therapie mit deutlich
zackelnden Werten über 3 Tage
Der erhöhte Augeninnendruck ist der
wichtigste Risikofaktor für die Entstehung eines Glaukoms. Je höher der Augeninnendruck ist, desto höher ist das
Risiko, an einem Glaukom zu erkranken.
Es hat sich jedoch gezeigt, dass nicht
nur die Erhöhung des Augeninnendrucks selber, sondern auch vermehrte
Schwankungen des Augeninnendrucks
im Tagesverlauf zu einem Fortschreiten
des Glaukomschadens führen können.
Tagesdruckschwankungen bis 5 mmHg
und eine Seitendifferenz zwischen rechtem und linkem Auge bis höchstens
3 mmHg gelten als normal.
Soweit gut eingestellte Drucklage
Bei Glaukompatienten kann es zu
Schwankungen des Augeninnendrucks
im Tagesverlauf von mehr als 10 mmHg
und zu einer Seitendifferenz von mehr
als 5 mmHg kommen. Diese Schwankungen sind nur durch mehrmaliges
Messen des Augeninnendrucks zu unterschiedlichen Tageszeiten nachweisbar. Eine einmalige oder zweimalige
Augendruckmessung reicht nicht aus,
um derartige Schwankungen nachzuweisen.
Zusätzlich gibt es Patienten, bei denen
hohe Druckwerte an verschiedenen
Tagen zu unterschiedlichen Zeitpunkten
auftreten. Daraus wird deutlich, dass bei
vielen Glaukompatienten der Augeninnendruck die höchsten Werte außerhalb
der regulären Öffnungszeiten des Augenarztes aufweist. Dies stellt ein erhebliches Problem dar, da der Augeninnendruck einer der wichtigsten Parameter zur Überprüfung des Therapieerfolges beim Glaukom ist. Aus diesem
Grund ist die Durchführung eines 24Stunden-Augeninnendruckprofils bei
den meisten Glaukompatienten sinnvoll.
Die Bestimmung eines 24-StundenAugeninnendruckprofils erfolgt im Rahmen eines stationären Aufenthaltes. Der
Augeninnendruck wird von einem Augenarzt um 8.00, 12.00, 17.00, 20.00
und teilweise auch 24.00 Uhr gemessen.
Die Messung des Augeninnendrucks um
24.00 Uhr erfolgt im Liegen am Bett.
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Hornhautdickenmessung
Ultraschallvermessung der Hornhautdicke
Der bei der Tonometrie ermittelte Augeninnendruckwert wird maßgeblich
von der Dicke der Hornhaut mit beeinflusst; eine Tatsache, die den Augenärzten und Glaukomspezialisten in den
letzten Jahren bewusst geworden ist.
Daher wird der Augenarzt seinen Patienten möglicherweise eine Messung
der Hornhautdicke empfehlen, deren Ergebnis wesentlich hilft, den gemessenen
Augeninnendruckwert richtig einzu-
schätzen. Eine durchschnittliche
menschliche Hornhaut ist etwa 550 µm
dick. Eine unterdurchschnittlich dünne
oder eine überdurchschnittlich dicke
Hornhaut kann das Ergebnis der Tonometrie verfälschen. Eine umfassende
Studie der Dresdner Universitäts-Augenklinik kam zu dem Ergebnis, dass der
Augeninnendruck pro 10 µm Abweichung von der statistischen Norm
(550 µm) um jeweils 0,5 mmHg fehlgemessen wird – zu niedrig bei einer dünnen, zu hoch bei einer dicken Hornhaut.
Eine derartige Fehlermarge kann bei der
Entscheidung über die Einleitung einer
drucksenkenden Therapie eine Rolle
spielen. Die Hornhautdickenmessung ist
somit bei vielen Patienten, vor allem
jenen mit grenzwertigem Augeninnendruck, eine sinnvolle Zusatzuntersuchung.
Untersuchung des vorderen
Augenabschnittes
Der vordere Augenabschnitt wird mit
einer Spaltlampe untersucht. Es gibt
viele Veränderungen, die im Bereich des
vorderen Augenabschnittes hinweisend
auf ein Glaukom sein können. So kann
z. B. feines Material auf der Linsenvorderfläche abgelagert sein oder es bestehen Lücken im Pigmentblatt der Iris.
Pseudoexfoliationsmaterial auf der Linsenvorderfläche beim PEX-Glaukom
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Untersuchung des Kammerwinkels
Kammerwinkeldarstellung mittels Kontaktglasuntersuchung
Nach Gabe eines Betäubungstropfens
wird ein Kontaktglas, ein so genanntes
Gonioskop, auf das Auge aufgesetzt.
Durch einen Umlenkspiegel innerhalb
dieses Kontaktglases kann der Augenarzt genau den Kammerwinkel sehen.
Man kann unterschiedliche Strukturen identifizieren und die Weite des
Kammerwinkels abschätzen. Auch
strukturelle Veränderungen des Kammerwinkels sind sichtbar.
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Untersuchung des Sehnervs und der Netzhaut
Gesunder Sehnerv
Augenhintergrund mit einem
glaukomatös geschädigten Sehnerv
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Die wichtigste Struktur im Bereich des
Augenhintergrundes, an dem Veränderungen im Rahmen eines Glaukoms
sichtbar sind, ist der Sehnerv mit der
angrenzenden Netzhaut.
Der Sehnerv stellt das Verbindungskabel
zwischen dem Auge und dem Gehirn
dar. Im Sehnerv wird die Sehinformation
vom Auge zum Gehirn weitergeleitet. Er
besteht aus ca. 1,2 Millionen Nervenfasern. Alle Nervenfasern verlassen das
Auge über den so genannten Sehnervenkopf.
Bei der Glaukomfrühdiagnostik ist insbesondere die Beurteilung des Sehnervenkopfes und der Nervenfaserschicht
der Netzhaut von entscheidender Bedeutung. Häufig treten glaukomatöse
Veränderungen des Sehnervs auf, bevor
es zu einer Funktionseinschränkung
kommt. Aus diesem Grund sollte eine
Beurteilung des Sehnervs immer zu
einer Glaukomfrühdiagnostik gehören.
Glaukom - Der Grüne Star
Der Sehnervenkopf mit der angrenzenden Nervenfaserschicht sollte bei jedem
Patienten beurteilt werden.
Hierfür wird mit einer speziellen Lupe
oder einem Kontaktglas der Sehnerv so
vergrößert, dass er ausreichend beurteilt
werden kann. Bei der Untersuchung mit
der Lupe sitzt der Patient meist an der
Spaltlampe und die Lupe wird vor das
Auge gehalten, ohne das Auge zu berühren.
Bei der Kontaktglasuntersuchung wird
nach Gabe eines Betäubungstropfens
ein Glas auf das Auge aufgesetzt. Bei
beiden Untersuchungen ist es hilfreich,
mittels Augentropfen die Pupille weit zu
stellen, um den Sehnervenkopf besser
beurteilen zu können.
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Heidelberg Retina Tomograph (HRT)
Die Vermessung des Sehnerven mit dem
Heidelberg Retina Tomographen bedeutet einen großen Fortschritt für Früherkennung und Verlaufsbeobachtung des
Glaukoms. Das kameraähnliche Gerät
tastet mit einem Laserstrahl die Oberflächenkonfiguration des Sehnervenkopfes ab. Anhand der Messdaten
erfolgt eine dreidimensionale Analyse
des Sehnervenkopfes. Mit diesem Laserscanner können schon geringste Veränderungen entdeckt werden. Ferner ist
mit Hilfe einer Datenbank der Vergleich
mit Normdaten möglich. Da alle Aufnahmen gespeichert werden, können
Folgeuntersuchungen des gleichen Pa-
tienten mit den Erstaufnahmen verglichen werden, so dass z. B. ein Fortschreiten des Glaukomschadens erkannt
wird. Kleinste Veränderungen sind viel
frühzeitiger als mit anderen Methoden
nachweisbar. Neben den klassischen
Untersuchungen (Augeninnendruck,
Augenhintergrund, Gesichtsfeld und
Sehschärfe) kann die Untersuchung mit
dem HRT wesentlich dazu beitragen,
ein Glaukom frühzeitig zu erkennen
oder auszuschließen. Die Untersuchung
mit dem HRT ist schmerzfrei, dauert etwa
2 Minuten und kann meist ohne Pupillenerweiterung durchgeführt werden.
Ergebnis einer HRT-Aufnahme
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GDx Laserpolarimetrie
Dieses moderne Diagnosegerät ermittelt
die genaue Nervenfaserschichtdicke im
Auge. Die Untersuchung ist vor allem bei
Patienten mit einem Glaukom sinnvoll.
Im fortgeschrittenen Stadium dieser Erkrankung weist die Nervenfaserschicht
am Augenhintergrund eine zunehmende
Ausdünnung auf. Bei diesem Verfahren
wird mit Hilfe eines Infrarotlaserstrahls
nicht nur die Oberflächenstruktur, sondern auch die Dicke der Nervenfaserschicht des Auges in dem Bereich der
Netzhaut gemessen, in dem der Sehnerv
aus dem Auge austritt. Eine Untersuchung mit dem GDx Nerve Fiber Analyzer
benötigt wenig Zeit, ist schmerzlos,
blendfrei und ohne lästige Folgen. Sie erfordert keine Weitstellung der Pupille. Die
Befunde werden nach jeder Untersuchung mit einer eingebauten Datenbank,
die Normalwerte enthält, verglichen und
zum späteren Vergleich abgespeichert.
Die Ergebnisse der Untersuchung stehen
sofort zur Verfügung. Sie ist sowohl für
die Verlaufsbeobachtung als auch für
Einzeluntersuchungen geeignet.
Bild einer GDx-Aufnahme
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Glaukom - Der Grüne Star
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Gesichtsfelduntersuchung
Gesichtsfeldausdruck mit Gesichtsfelddefekt in der unteren Hälfte
In den späteren Stadien eines Glaukoms
wird das Sehvermögen beeinträchtigt.
Mit der Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) wird der Bereich gemessen,
den wir gleichzeitig überblicken können,
ohne das Auge zu bewegen: Bei dieser
Untersuchung geht es also nicht nur um
die Beurteilung der zentralen Sehschärfe, sondern insbesondere auch um
das periphere („äußere“) Sehen.
Die perimetrische Untersuchung ist absolut schmerzfrei und dauert bis zu 20
Minuten. Der Patient blickt in das Perimeter und fixiert einen zentralen Punkt.
An verschiedenen Stellen der Halbkugel
beginnen nun Lichtpunkte mit unter-
schiedlicher Größe und Intensität zu
leuchten. Jedes Mal, wenn der Patient
einen davon wahrnimmt, drückt er auf
einen Knopf.
Mit Hilfe der Perimetrie stellt der Augenarzt fest, ob bereits Gesichtsfeldausfälle
bestehen und welches Ausmaß sie haben.
Aufgrund der Messergebnisse können
Form und Lage der geschädigten Bereiche auf der Netzhaut bestimmt werden.
Bei unspezifischen Ausfällen müssen das
Gesichtsfeld und die Papille gemeinsam
beurteilt werden, um Veränderungen auf
glaukombedingte Ursachen zurückführen zu können. Als Früherkennungsmaßnahme ist die Gesichtsfeldbestimmung
nicht geeignet, da Gesichtsfeldausfälle
erst auftreten, wenn bereits rund zwei
Drittel der Nervenfasern ausgefallen
sind. Beim Ausfall einzelner Nervenfasern übernehmen zunächst benachbarte
Zellen deren Funktion, sodass der Gesichtsfelddefekt erst spät gemessen werden kann. Wird das Glaukom nicht
erkannt oder nicht ausreichend behandelt, vergrößern sich diese Ausfälle, fließen schließlich zusammen und können
zur vollständigen Erblindung führen.
Eine Variante der automatischen Perimetrie ist die so genannte Blau-GelbPerimetrie. Dabei wird dem Patienten in
der mit einem gelblichen Licht ausgeleuchteten Halbkugel ein blauer Lichtreiz
dargeboten. Die Blau-Gelb-Perimetrie ist
empfindlicher als die automatische
Standardperimetrie. So ermöglicht dieses Verfahren die Erfassung von frühesten Gesichtsfeldschädigungen, häufig
vor der automatischen Standardperimetrie, z. B. im Anfangsstadium einer Glaukomerkrankung. Für ältere Patienten ist
die Blau-Gelb-Perimetrie häufig ungeeignet, da durch die altersbedingte Linsentrübung die Anteile des Lichtes von
der Linse unterschiedlich gefiltert werden. Die Blau-Gelb-Perimetrie wird insbesondere bei jungen Patienten mit einer
okulären Hypertension, zu hohe Augeninnendruckwerte, zur Frühdiagnostik
eingesetzt.
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Durchblutungsdiagnostik
Da Durchblutungsstörungen zu einer
glaukomatösen Schädigung des Sehnervs mit beitragen können, ist es wichtig, Informationen über die Augendurchblutung zu erhalten, um hier eine
Risikoabschätzung vornehmen zu können. Für die Messung der Augendurchblutung stehen je nach Fragestellung
spezielle Geräte zur Verfügung.
Der Blutfluss in den Arterien ist nicht
konstant, sondern pulsierend und das
gleiche gilt für den Blutzufluss ins Auge.
Da sich die Augenhüllen nur in sehr geringem Umfang ausdehnen können,
kommt es zu pulsierenden Schwankungen des Augeninnendrucks. Aus diesen
Druckschwankungen wird auf die
Durchblutung geschlossen. Das OcularBlood-Flow System (OBF) zeichnet die
Pulsation auf und berechnet daraus den
Blutfluss.
OBF-Messung
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24-Stunden-Blutruckmessung
Das höchste Risiko der Entwicklung
eines Glaukomschadens besteht bei
niedrigem Blutdruck (arterielle Hypotonie) in Kombination mit erhöhtem Augeninnendruck und/oder vaskulären
Fehlregulationen.
Befunde, die auf ein Glaukom hinweisen, sind:
• ein über 24 Stunden konstant (um 10
bis 20 mmHg) erniedrigter Blutdruck
• starke Blutdruckschwankungen und
nächtliche Blutdruckabfälle
• Blutdruckabfälle beim Lagewechsel
von Liegen zum Stehen
Bei dieser Methode wird dem Patienten
eine Blutdruckmanschette angelegt, die
mit einem sehr kleinen Computer verbunden ist, den der Patient umgehängt
bekommt. Das Gerät misst dann automatisch über 24 Stunden in regelmäßigen Abständen den Blutdruck. Mit
dieser Methode lassen sich Blutdruckschwankungen dokumentieren, insbesondere in der Nacht. Gerade die
Blutdruckmessgerät
Nachtmessungen sind besonders wichtig, da bei Glaukompatienten in der
Nacht gehäuft Phasen mit zu niedrigen
Blutdruckwerten auftreten. Der Augenklinik stehen zwei eigene Geräte zur 24Stunden-Blutdruckmessung zur Verfügung, so dass sie auch im Rahmen eines
24-Stunden-Augeninnendruckprofils
erfolgen kann.
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Therapie des Glaukoms
Beim Glaukom kommt es zu einem Untergang von Nervenzellen und Nervenfasern des Sehnervs. Sind die Nervenfasern
bzw. Nervenzellen des Sehnervs erst einmal geschädigt, ist die ursprüngliche
Funktion nicht wieder herstellbar. Das
bedeutet, dass auch die beste Therapie
die Minderung der Sehleistung, die durch
das Glaukom verursacht wurde, nicht
wiederherstellen kann. Daher kann eine
Behandlung des Glaukoms maximal die
Sehleistung erhalten, die noch bei der
Diagnosestellung vorhanden ist. Haupttherapieprinzip ist die Senkung des Augeninnendrucks.
24
Zunächst wird versucht, den Augeninnendruck mittels medikamentöser Therapie zu senken. Zusätzlich kann beim
Vorliegen von Risikofaktoren eine unterstützende Therapie z. B. mit durchblutungsfördernden Medikamenten
probiert werden. Gelingt es nicht, das
Glaukom bei maximaler medikamentöser Therapie ausreichend zu behandeln,
also der Zieldruck nicht erreicht wird
oder das Glaukom weiter fortschreitet,
muss die Durchführung einer Operation
erwogen werden.
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Therapieformen
Mit der medikamentösen Glaukomtherapie soll primär eine Senkung des Augeninnendrucks erreicht werden. Dies
hat eine Entlastung des Sehnervs und
eine Verbesserung der Nährstoffversorgung von Netzhaut und Sehnerv
zur Folge.
Die Senkung des Augeninnendrucks
wird von den einzelnen Medikamentengruppen auf unterschiedlichen Wegen
über eine Herabsetzung der Kammerwasserproduktion oder über eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses
erreicht. Es gibt jedoch auch Medika-
mente, die – zusätzlich zur Drucksenkung – einen direkten Einfluss auf die
Durchblutung haben. Mit all diesen Medikamenten soll ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung verhindert
werden.
Festlegung des Zieldrucks
Der Augeninnendruck ist der wichtigste
Risikofaktor den wir kennen. Je höher
der Augeninnendruck ist, desto höher
ist das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken oder die Verschlechterung eines
vorhandenen Glaukoms. Der „normale“
Augeninnendruck liegt zwischen 10 und
21 mmHg.
Es gibt Menschen, die ein Glaukom entwickeln, obwohl der Augeninnendruck
im Normbereich ist (Normaldruckglaukom) oder die einen erhöhten Augeninnendruck haben, aber keine glaukomatösen Veränderungen aufweisen (okuläre Hypertension). Daraus wird deutlich, dass jeder Mensch einen
individuellen Augeninnendruck hat, der
vom Auge vertragen wird. Den maximalen Augendruck, der vom jeweiligen erkrankten Auge toleriert wird, ohne dass
es zu einer Verschlechterung des Glaukoms kommt, bezeichnet man als Zieldruck. Er wird vom Augenarzt entsprechend dem Risikoprofil individuell
festgelegt. In die Berechnung des Zieldrucks gehen das Augeninnendruckprofil, Stadium der Glaukomerkrankung,
Alter und weitere Risikofaktoren ein.
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Medikamentöse Einstellung des Glaukoms
Augentropfengabe
Mit Beginn der Therapie wird das Glaukom zunächst medikamentös behandelt. Erst wenn die maximale medikamentöse Therapie nicht ausreicht,
wird eine Operation erwogen. Haupttherapieprinzip in der Glaukombehandlung ist die Senkung des Augeninnendrucks mit Augentropfen. Zusätzlich können, wenn Durchblutungsstörungen vorliegen, durchblutungsfördernde Maßnahmen eingeleitet werden.
Eine neuroprotektive Therapie, also ein
Schutz der vorhandenen Nervenfasern,
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ist eine neue, vielversprechende Option.
Die Senkung des Augeninnendrucks
stellt das Haupttherapieprinzip in der
Glaukombehandlung dar. Die medikamentöse Senkung des Augeninnendrucks erfolgt über die Gabe von
Augentropfen. Mittlerweile gibt es eine
Vielzahl von unterschiedlichsten Augentropfenpräparaten, die den Augeninnendruck senken. Es gibt Tropfen, die
die Flüssigkeitsproduktion im Auge verringern. Andere Augentropfen verbessern den Abfluss für das im Auge
produzierte Kammerwasser. Beide
Mechanismen führen zu einer Senkung
des Augeninnendrucks.
Für jeden Patienten wird individuell das
am besten geeignete Präparat ausgesucht. Da nicht alle Augentropfen bei
jedem Patienten ansprechen, muss zunächst geprüft werden, ob es zu einer
ausreichenden Drucksenkung kommt.
Eine ausreichende Augeninnendrucksenkung bei einer Neueinstellung ist
dann erreicht, wenn der Zieldruckbereich nicht überschritten wird. Da der
Glaukom - Der Grüne Star
Augeninnendruck nicht im Tagesverlauf
konstant ist, lässt sich dies am besten
im Rahmen eines 24-StundenAugeninnendruckprofils überprüfen.
Man kann mehrere Augentropfenpräparate miteinander kombinieren. Als
Faustregel gilt, dass ein Patient maximal
drei verschiedene Wirkstoffe bzw. zwei
Augentropfenpräparate (ein Einzelpräparat und ein Kombinationspräparat)
bekommen sollte. Bei Gabe von mehr
Augentropfenpräparaten heben sich die
Wirkungen zum Teil gegenseitig auf
oder die zu schnell aufeinander folgenden Applikationen waschen sich gegenseitig aus dem Bindehautsack wieder
aus. Außerdem ist bei der Verwendung
von zu vielen Augentropfen, die zum
Teil mehrfach am Tag gegeben werden
müssen, eine normale Lebensführung
oft nicht mehr möglich. Deshalb sollte
dann über eine operative Therapie
nachgedacht werden. In Einzelfällen
kann allerdings auch trotz OP eine Therapie mit zusätzlichen Augentropfen
sinnvoll sein.
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Medikamentengruppen in der
Glaukomtherapie
Die folgenden Medikamentengruppen spielen in der momentanen
Glaukomtherapie eine Rolle:
1. Parasympathomimetika
Pilocarpin und seine verwandten Substanzen sind bereits seit 1876 im Einsatz
und waren die ersten lokalen Glaukommedikamente. Sie senken den Augeninnendruck indem sie die Kanälchen weiten, durch die das Kammerwassers abfließt. Wegen ihrer pupillenverengenden Wirkung werden Sie auch Miotika
(Miose=enge Pupille) genannt. Alte Menschen mit einer zusätzlichen Linsentrübung fühlen sich durch die Pupillenverengung beeinträchtigt. Aber auch jüngere Patienten klagen über schlechtes Dämmerungssehen und eine durch das
Medikament hervorgerufene Kurzsichtigkeit.
2. Betablocker
Die Betablocker sind seit über 20 Jahren in der Glaukomtherapie und noch länger in der Inneren Medizin bei Herzkreislauferkrankungen im Einsatz. Stellt der
Arzt keine Gegenanzeigen wie Asthma, niedriger Blutdruck oder bestimmte Herzerkrankungen fest, so sind die Betablocker-Augentropfen fester Bestandteil in
der Therapie. Sie müssen 1 bis 2-mal täglich getropft werden und verursachen
in der Regel lokal wenige Probleme. Betablocker senken den Augeninnendruck
über eine Drosselung der Kammerwasserproduktion. Der am häufigsten eingesetzte Betablocker ist Timolol.
3. Adrenerge Substanzen
Zu dieser Gruppe gehören die Substanzen Clonidin, Apraclonidin und das relativ neue Brimonidin. Sie senken den Augeninnendruck ebenfalls durch eine Verminderung der Kammerwasserproduktion. Nebenwirkungen, die bei den drei
Substanzen unterschiedlich ausgeprägt sein können, sind: Blutdrucksenkung,
Müdigkeit und Mundtrockenheit.
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Medikamentengruppen in der
Glaukomtherapie
4. Carboanhydrasehemmer
Früher wurden Carboanhydrasehemmer in Tablettenform zur Glaukomtherapie
verordnet, was mit einer Reihe von Nebenwirkungen verbunden war. Seit einigen Jahren gibt es auch einen Carboanhydrasehemmer in Form von Augentropfen, der nur noch lokal am Auge wirkt. Die Hemmung des Enzyms
Carboanhydrase führt zu einer Regulation der Kammerwasserproduktion und
damit zu einer Senkung des Augeninnendrucks. Außerdem sprechen Untersuchungen dafür, dass durch die Carboanhydrasehemmung auch direkt die Durchblutung am Sehnerv und an der Netzhaut verbessert werden kann. Lokal kann
es nach dem Eintropfen kurzfristig zu einer Bindehautreizung und gelegentlich
zu einem metallischen Geschmack im Mund kommen.
5. Prostaglandine
Prostaglandine sind relativ neu in der Therapie. Da diese Substanzen schon in
sehr kleinen Mengen Wirkung zeigen, sollte die einmal tägliche Gabe nicht überschritten werden. Sie bewirken eine Entspannung des Ziliarmuskels und über
den Ab- bzw. Umbau von Strukturen im Ziliarmuskel eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses. Dadurch kann der Augeninnendruck wirksam gesenkt werden. Die Therapie kann zu einer Augenrötung führen. In einigen Fällen kann es
zu einer dauerhaften Verfärbung der Iris kommen. Eine weitere ungewöhnliche
Nebenwirkung ist bei einigen Patienten ein verstärktes Wimpernwachstum.
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Durchblutungsfördernde Therapie
Liegen Hinweise auf Durchblutungsstörungen vor, sollten diese zusätzlich zur
Senkung des Augeninnendrucks behandelt werden. So sollte bei einem zu
niedrigen Blutdruck versucht werden,
diesen durch regelmäßigen Sport anzuheben. Regelmäßiger Sport führt zu
einer Tonisierung der Gefäße und kann
so den Blutdruck anheben. Eine weitere
Möglichkeit ist eine salzreiche Diät (z. B.
salzreiche Suppen am Abend) mit entsprechender Flüssigkeitszufuhr. Durch
die vermehrte Salzaufnahme wird Flüssigkeit in die Blutbahn gezogen, wodurch der Blutdruck durch das
zusätzliche Volumen ansteigt. Aus diesem Grund ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr erforderlich.
Es gibt einige Medikamente, die den
Blutdruck anheben, aber auf Grund
ihres Nebenwirkungsprofils für die meisten Patienten ungeeignet erscheinen.
Kommt es bei einem bestehenden Bluthochdruck zu nächtlichen Blutdruckab-
Sehnerv mit venösen und
arteriellen Blutgefäßen
fällen, so sollte in Absprache mit dem
Internisten die Bluthochdrucktherapie
optimiert werden. Manchmal ist es
schon ausreichend, wenn die Medikamenteneinnahme zeitlich umgestellt
wird, z. B. mittags anstatt abends. Liegen Hinweise auf okuläre Vasospasmen
(Gefäßkrämpfe) vor, kann eine Therapie
mit Magnesium versucht werden. Sollte
eine Therapie mit Magnesium nicht ausreichen, kann auch eine Therapie mit
oraler Gabe eines zentralwirksamen
Kalziumantagonisten erfolgen.
Neuroprotektive Therapie
Grundidee dieser Therapieform ist es,
Medikamente zu geben, welche die Nervenfasern widerstandsfähiger machen,
sodass z. B. die Ganglienzellen überleben
können, obwohl der Augeninnendruck
eigentlich für das Auge zu hoch ist.
Zurzeit sind sowohl Augentropfen als
auch Tabletten in der klinischen Erprobung. In Tierversuchen konnte die Wirksamkeit dieser Medikamente bereits nachgewiesen werden. Beim Menschen steht
der Wirksamkeitsnachweis noch aus.
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Operative Senkung des
Augeninnendrucks
Argonlasertrabekuloplastik
Leider erreicht man nicht bei allen
Patienten mit Medikamenten den gewünschten Therapieerfolg. Außerdem
kommt die medikamentöse Glaukomtherapie an ihre Grenzen, wenn der
Patient keines der Glaukommedikamente verträgt oder nicht regelmäßig
tropft.
In solchen Fällen wird der Augenarzt
über eine Glaukomoperation oder einen
Lasereingriff nachdenken. Die moderne
Augenchirurgie kennt eine ganze Reihe
unterschiedlicher Verfahren, deren Ziel
30
es ist, den Augeninnendruck langfristig
zu senken. Häufig wird ein so genannter
filtrierender Eingriff vorgenommen.
Hierbei wird eine kleine Öffnung in
die Lederhaut gestanzt, durch die das
Kammerwasser unter die Bindehaut absickern kann. Weiterhin kann insbesondere bei fortgeschrittenen Schäden eine
tiefe Skleraresektion (Ausschneiden
eines Stückchens Lederhaut und Eröffnen des Schlemm-Kanals ohne durchgreifende Öffnung in das Augeninnere)
durchgeführt werden.
Auch bei Lasereingriffen gibt es verschiedene Verfahren, die für den Patienten
wenig belastend sind. Das gebräuchlichste ist die Laser-Trabekuloplastik.
Mit einem Argonlaser werden kleine
Löcher in das Trabekelwerk geschossen.
Durch das Einsetzen von Narbenbildung
soll der Abfluss des Kammerwassers
verbessert werden. Direkt nach der Behandlung kann der Patient nach Hause
gehen. Leider weist die Laserbehandlung
keine dauerhaften Erfolge auf.
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Trabekulektomie mit Mitomycin C
Auch auf der chirurgischen Seite kämpfen wir mit den ewig gleichen Problemen: Zunächst muss entschieden
werden, ob eine abflussverbessernde
oder eine produktionshemmende Maßnahme sinnvoller erscheint (Produktionshemmung kann bei Überdosierung
zu einem Verlust des Auges führen).
Glaubt man, das Ei des Kolumbus
gefunden zu haben, kommt als
nächstes die Frage, welche Technik zum
besten Erfolg führen wird.
Noch immer ist die Trabekulektomie der
Goldstandard. Dabei wird ein Stück des
Trabekelwerkes herausgeschnitten und
darüber ein Skleradeckel festgemacht,
damit eine Ventilwirkung entsteht. Das
Kammerwasser fließt dann zur Resorption unter die Bindehaut. Es entsteht ein
so genanntes Filter- oder Sickerkissen.
50 Prozent der Probleme bei der Glaukomchirurgie entstehen postoperativ.
Man muss eine gute Balance finden
zwischen Abheilungsprozessen und
Offenhaltung des Sickerkanals.
Um Vernarbungen zu vermeiden, wird
5-Fluorouracil und Mitomycin eingesetzt. Beide Substanzen haben wegen
ihrer toxischen Wirkung auf die Gewebe
ihre Tücken. Außerdem versucht man
die Heilung über die Steuerung mit Kortison zu beeinflussen – häufigste Komplikation ist die Ausbildung einer
Linsentrübung. Sehr große, cystische
und fibrotische Filterkissen machen
Probleme bei der korrekten Druckeinstellung und bei der Befeuchtung, oft
gibt es unregelmäßige Astigmatismen
und für den Patienten störende Sehschwankungen.
Schema einer Trabekulektomie
Postoperativer Zustand eines Filterkissens
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Kanaloplastik
Die Kanaloplastik ist ein neues Verfahren und wurde aus der Viskokanalostomie weiter entwickelt. Es handelt sich
um ein nicht penetrierendes Verfahren,
bei dem zunächst ein oberflächlicher
Lederhautdeckel von ca. 5 x 5 mm präpariert wird, danach erfolgt das Ausschneiden einer etwas kleineren tiefen
Hornhautlederhautlamelle. Mit Hilfe
eines Mikrokatheters wird ein sehr dünner Faden in den Schlemm'schen Kanal
eingeführt und damit eine zirkuläre
Wiedereröffnung des Kanals bewirkt.
32
Dieser ist bei vielen Glaukompatienten
zumindest teilweise kollabiert. Die Dehnung des Trabekelmaschenwerks erhöht
die Abflussleichtigkeit und der Abfluss
über die Sammelkanäle wird dadurch
wieder gewährleistet. Ähnlich wie die
Viskokanalostomie soll die Kanaloplastik
kein Sickerkissen ausbilden, sondern
eine interne Drainage des Kammerwassers bewirken. In Kombination mit einer
„Grauer Star“-Operation zeigt die Kanaloplastik eine stärkere Drucksenkung.
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Zyklophotokoagulation
Endoskopische Zyklophotokoagulation mit Verödung des Ziliarkörpers
Bei der Zyklophotokoagulation wird mit
einem Laserstrahl der so genannte Ziliarkörper, der die Flüssigkeit im Auge produziert, verödet, sodass die Produktion
des Wassers und damit auch der Augendruck sinkt. Durch eine Reduktion des
Drüsengewebes kommt es zu einer geringeren Kammerwasserproduktion und
somit zu einer Senkung des Augeninnendrucks. Während der Operation wird eine
Lasersonde so auf das Auge aufgesetzt,
dass der Laserstrahl seine maximale
Energie im Ziliarkörper entfaltet. Pro
Operation werden mehrere Herde appliziert. Nach der Laseroperation muss sich
eine Narbe im Ziliarkörper ausbilden. Die
Narbenbildung ist meist nach sechs bis
acht Wochen abgeschlossen. Daher wird
der Erfolg der Operation in der Regel erst
drei Monate nach der Operation in einem
24-Stunden-Augeninndruckprofil bestimmt. Das Augeninnendruckniveau ist
meist höher als nach einer erfolgreichen
Trabekulektomie.
Die möglichen Komplikationen dieser
Operation sind keine ausreichende
Drucksenkung, ein zu niedriger Augeninnendruck, Blutungen, Entzündung,
Entrundung der Pupille und – im Extremfall – der Verlust des Auges. Bei der
Operation des Drüsengewebes des Ziliarkörpers darf nicht zuviel zerstört werden, da sonst der Augendruck zu stark
sinkt. Aus diesem Grunde wird die Zyklophotokoagulation lieber in mehreren
Schritten durchgeführt. Sollte nach
der ersten Zyklophotokoagulation der
Augeninnendruck noch immer zu hoch
sein, so kann die Operation erneut
durchgeführt werden bis der gewünschte Druckbereich erreicht ist.
33
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Drainage-Implantat
Zur Senkung des Augeninnendrucks
kann auch ein Drainage-Implantat
eingesetzt werden. Ein kleines
Schläuchlein wird in die Vorderkammer
des Auges eingesetzt. Das Schläuchlein
ist mit einem Hohlraum verbunden,
in dem die Flüssigkeit aus dem Auge
abfließt. Daraus fließt die Flüssigkeit
unter die Bindehaut, wo sie dann wieder
resorbiert wird.
Schema des Drainageimplantates
Auch während dieser Operation verwendet man Mitomycin C, um eine
Vernarbung zu verhindern. Im Gegensatz zur Trabekulektomie wird diese
Operation seltener durchgeführt.
Silikonröhrchen „oben rechts“
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Teamwork
Zur Behandlung eines Glaukoms ist ein „Team“ nötig, das aus Ihnen und Ihrem Arzt
besteht. Ihr Augenarzt kann Medikamente für das Glaukom verschreiben, aber nur
Sie allein können Ihre Augentropfen oder Pillen nehmen.
Was macht der Arzt?
Er …
• kontrolliert den Kammerwinkel
• misst den Augeninnendruck
• kontrolliert den Sehnerven
• kontrolliert das Sehvermögen
Was macht der Patient?
Er...
• besucht kontinuierlich zur Verlaufskontrolle den behandelnden
Augenarzt
• nimmt regelmäßig seine Augentropfen
• setzt sich mit dem Augenarzt bei entstehenden Problemen bezüglich
Therapie und/oder Nebenwirkungen von Augentropfen in Verbindung
• informiert sich in Selbsthilfegruppen über das Krankheitsbild
• übt Erfahrungsaustausch zum besseren Umgang mit der Erkrankung
Glaukom
• nimmt an Patientenschulungen teil
Das müssen Sie unbedingt beachten!
Hören Sie niemals auf, die verschriebenen Augentropfen anzuwenden oder die
Medikamente einzunehmen. Ändern Sie nie die antiglaukomatöse Therapie,
ohne dies zuerst mit Ihrem Augenarzt zu besprechen. Häufige Augenuntersuchungen und Tests sind zur Überwachung Ihrer Augen und zur Feststellung von
Veränderungen von wichtiger Bedeutung. Denken Sie daran, es geht um Ihr
Sehvermögen, und Sie müssen Ihren Teil tun, damit es erhalten bleibt.
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Ansprechpartner in der Selbsthilfe Dortmund
Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e.V.
Im Ärztehaus
Wißstraße 9
44137 Dortmund
Telefon: 02 31 / 97 10 00 34
Telefax: 02 31 / 97 10 00 56
Internet: www.bundesverband-glaukom.de
Patientenforum: www.glaukom-forum.net
E-Mail: [email protected]
Ansprechpartnerin: Helga Kipp
Blinden- und Sehbehindertenverein
Westfalen e. V.
Bezirksgruppe Dortmund
1. Vors. Richard Schmidt
Friedensplatz 7
44135 Dortmund
Telefon: 02 31 / 18 99 89-40
Internet: www.bsvdo.de
E-Mail: [email protected]
• Öffnungszeiten: Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat zwischen 14.00 und 16.00 Uhr
• Einzelgespräche nach Vereinbarung
• Patientenschulungen zur optimierenden Anwendung von
Augentropfen 2 x jährlich und auf Anfrage
• Adressmaterialien zu weiteren bundesweit bestehenden
Selbsthilfegruppen
• Gruppentreffen zum Erfahrungsaustausch jeden 3. Mittwoch im Monat von 17.00 bis 18.30 Uhr in den Konferenzräumen des St.-Johannes-Hospitals – quartalsmäßige
Betreuung durch die Klinik
Bund zur Förderung Sehbehinderter e. V.
Ansprechpartnerin Elisabeth Krych
Waltroper Str. 9
59379 Selm-Bork
Telefon: 0 25 92 / 91 85 36
Internet: www.sehbehinderung.de/bfs-nrw-ev/kontakt.htm
E-Mail: [email protected]
Kath. Blindenhilfswerk NRW e. V.
Blinden- und Sehbehindertenseelsorge
Geschäftsstelle Dortmund
Ralf Althaus
Propsteihof 10
44137 Dortmund
Telefon: 0 23 1 / 18 48-37 2
Internet: www.ebess.de
Glaukom-Foren und Patienten-Informationsseiten
www.glaukom-forum.net
siehe Glaukom-Büro NRW e. V. Dortmund
Homepages mit Infos rund um den Grünen Star
aus Sicht von Glaukompatienten
www.glaukomweb.de
www.glaukominfo.at
36
Glaukom - Der Grüne Star
www.glaukom-kinder.de
Selbsthilfe-Initiative Glaukom-Kinder
Nicole und Ralf Stege
Clueser Straße 32
28857 Syke-Heiligenfelde
Telefon: 0 42 40 / 24 83 40
[email protected]
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07.09.2012
9:51 Uhr
Seite 37
Homepages von Initiativen, Verbänden
und anderen Organisationen
www.glaukom.de
Initiativkreis zur Glaukom Früherkennung e. V.
www.dog.org/patienten/
DOG – Wissenschaftliche Gesellschaft der Augenärzte
www.initiative-auge.de
Patientenvereinigung Glaukom und Maculadegeneration
www.ophthalmologie.de
Deutsche Gesellschaft für ganzheitliche Augenheilkunde
– DGGA
www.augeninfo.de
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA)
Literaturverzeichnis
Glaukom – Ein Ratgeber – Dr. Dr. Ronald Gerste
Früherkennung und neue Therapien – was der Patient
darüber wissen muss
ISBN 3-928027-24-7, Verlag ad manum medici
Das andere Augenbuch – Ilse Strempel
Seele und Sehen – ein Leitfaden für Betroffene
ISBN 3-933351-46-4, KVC Verlag Essen
Glaukom – Josef Flammer
Ein Handbuch für Betroffene – Eine Einführung für
Interessierte – Ein Nachschlagewerk für Eilige
ISBN 3-456835-77-9, Verlag Hans Huber
Glaukom und okuläre Hypertension –
Prof. Dr. Norbert Pfeiffer
Grundlagen, Diagnostik, Therapie
ISBN 3-13-105852-8, Georg Thieme Verlag
Keine Angst vor Grünem Star – Ilse Strempel
Ein Buch für Patienten: Ursachen – Hintergründe –
Begleittherapie mit Entspannungs-CD
ISBN 3-933351-36-7, KVC Verlag Essen
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07.09.2012
9:51 Uhr
Seite 38
Lexikon
Aderhaut
So bezeichnet man die mittlere, sehr gefäßreiche Hülle des Augapfels. Sie übernimmt die Regelung der Temperatur und die Ernährung der Netzhaut.
Augapfel
Er ist kugelförmig, hat einen Durchmesser von etwa 2,4 cm und wird von den
Augenmuskeln bewegt. Er liegt in der schützenden Augenhöhle, eingebettet in
einen gleitfähigen Fettkörper. Er besteht aus Augenhäuten, Kammerwasser, Glaskörper und Linse. Sein Umfang füllt ungefähr 20 % der Augenhöhle aus. Er ist mit
6 Augenmuskeln verbunden, die für die richtige Stellung des Augapfels sorgen.
Augenhintergrund
Der Fundus ist der durch ein Ophthalmoskop sichtbare hintere Anteil des Auges.
Er besteht aus Netzhaut, Aderhaut und Sehnerv. Wenn das innere Auge durch
Licht erhellt wird, z. B. bei einer Fotoaufnahme mit Blitz oder durch das Anstrahlen mit einem Scheinwerfer bei Nacht, sieht man den Fundusreflex rötlich
bei Menschen.
Augeninnendruck
Mit dem Blutdruck vergleichbar darf der Augeninnendruck nicht zu hoch oder
zu tief sein. Gerade Menschen ab dem 40. Lebensjahr sollten diesen regelmäßig
überprüfen lassen. Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Augeninnendruck leicht bis mäßig ansteigt.
Augenkammer, Hinterkammer
Die hintere Augenkammer ist der gewebefreie mit Kammerwasser gefüllte Raum
hinter der Iris bis zum vorderen Glaskörper.
Augenkammer, Vorderkammer
Die vordere Augenkammer ist der Raum zwischen Hornhautinnenfläche und Iris
bzw. Linsenvorderkapsel.
Hier befindet sich der größte Anteil des Kammerwassers. Im gesunden Zustand
ist dieser Bereich immer ganz klar.
Bindehaut
Die Bindehaut ist eine durchsichtige Schleimhaut in der Augenhöhle im vorderen
Augenabschnitt. Sie überzieht die Innenfläche der Lider sowie das Weiße des Augapfels. Dieser Schleimhautüberzug verteilt beim Lidschlag die Tränenflüssigkeit
über die Hornhaut. Sie hat auch eine Schutzfunktion gegen Krankheitserreger.
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Glaukom - Der Grüne Star
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Seite 39
Lexikon
Fehlsichtigkeit
So bezeichnet man das Missverhältnis zwischen der Achsenlänge des Auges und
der Brechkraft von Hornhaut und Linse, im Gegensatz zur Normalsichtigkeit. Sie
wird dadurch verursacht, dass der Augapfel entweder zu lang oder zu kurz ist. Seltener wird eine Fehlsichtigkeit verursacht durch eine zu große oder zu geringe
Brechkraft der Linse. Durch beides resultieren Kurzsichtigkeit sowie Weitsichtigkeit.
Glaskörper
Dieser Bestandteil der Augen aller Wirbeltiere besteht aus einer gelartigen,
durchsichtigen Substanz. Er besteht zu 98 % aus Wasser sowie einem Netz von
Kollagenfasern. Der Glaskörper befindet sich zwischen der Linse und der Netzhaut. Das von der Linse gesammelte Licht gelangt durch den Glaskörper auf die
Netzhaut.
Gonioskopie
Die Gonioskopie ist die Untersuchung des Kammerwinkels (Winkel zwischen der
Hornhaut und der Iris, durch den das Kammerwasser aus dem Auge abfließt).
Dazu benötigt man eine Gonioskopielinse und eine Lichtquelle. Sie dient v. a. der
Glaukomdiagnostik und eventuell der Tumordiagnostik.
Hornhaut = Kornea
Die Hornhaut ist die vordere, klare Begrenzung des Augapfels und wichtigster
lichtbrechender Anteil des optischen Systems des Auges. Sie geht am Limbus in
die weiße Lederhaut über. Die Hornhaut enthält im gesunden Zustand keine
Gefäße oder Pigmente und ist ganz durchsichtig. Ihren transparenten Zustand
erhält sie durch einen ganz bestimmten sehr regelmäßigen Aufbau und die entsprechende Lagerung der Hornhautfasern.
Glaukom
Glaukom ist ein Sammelbegriff für Augenkrankheiten, bei denen es zu Schädigungen des Sehnervs kommt. Ursächlich hierfür ist oft ein erhöhter Augeninnendruck. Eine akute Erhöhung des Augeninnendrucks kann innerhalb weniger
Stunden zur Erblindung des erkrankten Auges führen. 15 – 20 % aller Erblindungen lassen sich auf ein Glaukom zurückführen.
Grauer Star (Katarakt)
Bei dieser Erkrankung ist die normalerweise klare Augenlinse getrübt. Neben
dem angeborenen und altersbedingten Grauen Star gibt es allerdings auch einen,
der durch Verletzungen am Auge entsteht. Ebenso können Erkrankungen wie
Diabetes die Entstehung begünstigen. Der Graue Star kann heute meist operativ behandelt und das Sehvermögen dadurch wieder enorm verbessert werden.
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Seite 40
Lexikon
Intraokularer Druck (Augeninnendruck)
Der intraokulare Druck (IOD) liegt über dem Gewebedruck fast sämtlicher
menschlicher Organe. Für die optische Abbildung von Objekten ist dieser Druck
immens wichtig, da er die glatte Wölbung der Hornhautoberfläche gewährleistet. Ausserdem sorgt der IOD für einen gleichbleibenden Abstand zwischen
der Hornhaut, der Linse und der Netzhaut.
Iris (Regenbogenhaut)
Die Iris funktioniert wie eine Blende und regelt den Lichteinfall auf die Netzhaut. Die unterschiedliche Farbgebung der Iris ist auf einen unterschiedlichen
Pigmentgehalt in den Zellen zurückzuführen. Ist der Pigmentgehalt hoch, ist die
Iris dunkelbraun; ist er niedrig, ist die Iris eher grau-blau. Da sich das Pigment
erst im Laufe des ersten Lebensjahres ausbildet, haben Säuglinge immer eine
grau-blaue Iris.
Kammerwasser
Das Kammerwasser ist eine dem Blutserum ähnliche, glasklare Flüssigkeit, welche
für die Aufrechterhaltung der Form und des normalen Druckes des Auges sowie
für den Stoffwechsel des Auges erhebliche Bedeutung hat. Es wird im Ziliarkörper
gebildet, fließt von der hinteren Augenkammer durch die Pupille in die Vorderkammer des Auges und über den Kammerwinkel wieder aus dem Auge heraus.
Kammerwinkel
Der Kammerwinkel ist der Winkel zwischen Hornhaut und Iris. Er ist der Abfluss
für das Kammerwasser.
Katarakt (Grauer Star)
Bei dieser Erkrankung ist die normalerweise klare Augenlinse getrübt. Neben
dem angeborenen und altersbedingten Grauen Star gibt es allerdings auch einen,
der durch Verletzungen am Auge entsteht. Ebenso können Erkrankungen wie
Diabetes die Entstehung begünstigen. Der Graue Star kann heute meist operativ behandelt und das Sehvermögen dadurch wieder enorm verbessert werden.
Kryotherapie des Glaukoms
Durch das Einfrieren des Ziliarkörpers durch die Sklera hindurch, kann eine partielle
Zerstörung desselben und damit eine Senkung des Augendruckes erreicht werden. Da mit dem Ziliarkörper auch relativ viel anderes Gewebe mitgefroren wird,
sind die Nebenwirkungen relativ groß und die Wirkung nicht sehr gut steuerbar.
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Seite 41
Lexikon
Lasertherapie des Glaukoms
Bei der chirurgischen Behandlung des Glaukoms mittels einer Lasertherapie wird
die Produktionsstelle des Kammerwassers, der Ziliarkörper, mit einem hochenergetischen Lichtstrahl bestrahlt und zum Teil zerstört (so genannte Zyklophotokoagulation des Ziliarkörpers).
Nervus Opticus (Sehnerv)
Im Nervus Opticus werden die visuellen Informationen, die von den anderen
Netzhautzellen vorverarbeitet wurden, zum Gehirn geleitet.
Netzhaut
Als Netzhaut bezeichnet man die innerste Schicht des Augapfels. Die dort enthaltenen Nervenzellen wandeln einfallende Lichtstrahlen in chemische und elektrische Impulse um.
Niedrigdruckglaukom (Normaldruckglaukom)
Menschen mit normalem Augeninnendruck, aber trotzdem glaukomtypischen
Schäden am Auge, leiden an dem so genannten Niedrigdruckglaukom.
Okuläre Hypertension
Eine okuläre Hypertension ist eine Erhöhung des Augeninnendrucks über den
Zeitraum von mehreren Jahren. Allerdings tritt hier keine Schädigung des Sehnervs oder eine Beeinträchtigung des Blickfeldes auf. Ist der Augeninnendruck
sehr hoch, ist die Bildung eines Glaukoms jedoch wahrscheinlich.
Optikusatrophie
So bezeichnet man den Schwund von Sehnervenfasern. Eine Optikusatrophie
kann viele Ursachen haben. Druckbedingte Durchblutungsstörungen, toxische
Einflüsse wie beispielsweise Nikotin, Alkohol oder Medikamente.
Pachymetrie
Bei der Pachymetrie wird die Hornhautdicke gemessen.
Papille
Mit diesem Bereich ist der Austritt des Sehnervs im Augapfel gemeint. Da hier
keine Sinneszellen vorhanden sind, wird die Papille auch als blind bezeichnet.
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Lexikon
Perimetrie
Mit der Perimetrie prüft man das Gesichtsfeld auf Ausfälle.
Primäres akutes Winkelblockglaukom
So bezeichnet man eine plötzliche Blockade des Flüssigkeitsabflusses aus dem
Auge, die meistens bei über 60-jährigen Menschen auftritt. Hierdurch erhöht sich
zunehmend der Augeninnendruck. Die Symptome sind starke Kopfschmerzen,
Übelkeit und Erbrechen.
Pupillenverengung
Eine Pupillenverengung entsteht durch eine Kontraktion eines Ringmuskels. Die
Irisfläche wird dadurch vergrößert und so kann der Ausstrom des Kammerwassers, das normalerweise durch die Iris austritt, stark erhöht werden.
Die Pupillenverengung tritt bei Lichteinfall auf und kann durch die Verabreichung eines bestimmten Medikamentes gehemmt werden.
Pupillenerweiterung
Es ist üblich, dass der Augenarzt zur Beurteilung des Augenhintergrundes eine
Pupillenerweiterung durch die Verabreichung eines bestimmten Medikamentes
herbeiführt.
Sekundäres Glaukom
Als sekundäres Glaukom bezeichnet man den sekundären Grünen Star. Dieser
wird durch andere Augenerkrankungen, Blutungen, Entzündungen, Tumore oder
auch physikalische/chemische Einflüsse verursacht. Durch die Einnahme von
z. B. Kortison oder auch erblich bedingt können sich Ablagerungen bilden, die im
Abfluss des Augeninneren zu Verstopfungen führen. Dadurch erhöht sich der
Augeninnendruck und kann schließlich den Sehnerv schädigen.
Spaltlampenuntersuchung
Bei einer Spaltlampenuntersuchung werden die äußeren und inneren Augenanteile bis zum Bereich des vorderen Glaskörpers untersucht. Die Vorteile einer
Spaltlampe sind unter anderem die mehrfache Vergrößerung und der spaltförmige Lichtstrahl, der einen optischen Schnitt durch die durchsichtigen Medien
des Auges erlaubt.
Tonometrie
Die Tonometrie ist die Messung des Augeninnendrucks.
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Glaukom - Der Grüne Star
Der Weg zum St.-Johannes-Hospital
Seite
2
Inhalt
4
Was man über das Glaukom wissen sollte
5
Normaldruckglaukom (NDG)
6
Primär chronisches Offenwinkelglaukom (PCOWG)
7
Winkelblockglaukom
8
Risikofaktoren
10
Durchblutung
12
Augenuntersuchungen
14
Augeninnendruckbestimmung
15
Durchführung eines 24-Stunden-Augeninnendruckprofils
16
Hornhautdickenmessung
16
Untersuchung des Kammerwinkels
17
Untersuchung des vorderen Augenabschnittes
18
Untersuchung des Sehnervs und der Netzhaut
19
Heidelberg Retina Tomograph (HRT)
20
GDx Laserpolarimetrie
21
Gesichtsfelduntersuchung
22
Durchblutungsdiagnostik
23
24-Stunden-Blutdruckmessung
24
Therapie des Glaukoms
25
Therapieformen
25
Festlegung des Zieldrucks
26
Medikamentöse Einstellung des Glaukoms
27
Medikamentengruppen in der Glaukomtherapie
29
Durchblutungsfördernde Therapie
29
Neuroprotektive Therapie
30
Operative Senkung des Augeninnendrucks
31
Trabekulektomie mit Mitomycin C
32
Kanaloplastik
33
Zyklophotokoagulation
34
Drainage-Implantat
35
Teamwork
36
Ansprechpartner in der Selbsthilfe Dortmund
36
Glaukom-Foren und Patienten-Informationsseiten
37
Homepages von Initiativen, Verbänden und anderen Organisationen
37
Literaturverzeichnis
38
Lexikon
43
Der Weg zum St.-Johannes-Hospital
Glaukom - Der Grüne Star
Parken am St.-Johannes-Hospital
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Das Parkhaus des St.-Johannes-Hospitals befindet sich in der Amalienstraße neben
dem St.-Johannes-Hospital und ist 24 Stunden täglich geöffnet. Vor unserem
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Weitere Parkmöglichkeiten bieten sich in der Post- und Luisenstraße. Bitte
beachten Sie auch hier die Parkscheinregelung. In etwa 5-10 Minuten Entfernung
ist bei Überquerung der Straße „Hiltropwall" das Parkhaus „Stadttheater" zu
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• mit den U-Bahnen U41, U42, U45, U46, U47, U49
Haltestelle Stadtgarten, St.-Johannnes-Hospital ca. 800 m Entfernung
43
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