apoBank Fokus Research HealthCare Ist Ebola erst der Anfang?

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Analyst: Dr. Uwe Färber, CEFA, 2. Oktober 2014
Ist Ebola erst der Anfang?
 Wird die Epidemie zu einer Pandemie?
 Risikofaktoren
 Betroffene Gesundheits-Unternehmen
Wir haben vor kurzem an dieser Stelle über die Infektion, den Krankheitsverlauf, die Behandlung und die geographische
Ausbreitung von Ebola geschrieben. In der Zwischenzeit (seit Anfang August) hat sich die Krankheit weiterhin rasant ausgebreitet. Inzwischen geht die WHO von über 6.500 Infizierten und knapp 3.100 Verstorbenen aus. Die Ansteckungs- und
Ausbreitungsgefahr ist hoch und noch nicht gebannt. Bis November rechnet die WHO mit 21.000 Fällen, während die USSeuchenbehörde sogar mit bis zu 1,4 Millionen bis Januar 2015 rechnet. Was sind jedoch die Risiken, dass es zu einer Pandemie kommt?
Wird die Epidemie zu einer Pandemie?
Eine Pandemie ist eine Epidemie, die über Ländergrenzen hinaus geht und eine sehr hohe Anzahl von Menschen betrifft.
Zusätzlich muss die Krankheit auch ansteckend sein. So resultiert z. B. Krebs in einer sehr hohen Sterberate und tritt global
auf. Da die Krankheit jedoch nicht ansteckend ist, redet man nicht von einer Pandemie.
Es gibt sechs Stadien einer Pandemie. Es beginnt damit, dass der Virus hauptsächlich Tiere infiziert und nur in vereinzelten
Fällen vom Tier auf den Menschen übertragen wird. Dann schreitet der Virus fort und es kommt vermehrt zu einer Mensch
zu Mensch Übertragung. Der Höhepunkt der Pandemie ist erreicht, wenn die geographische Ausbreitung maximal ist, sprich
über einen Kontinent oder sogar global.
Phase 4
Phase 5-6
Pandemie
Phase 1-3
Hauptsächlich
Tierübertragung, fast
keine menschliche
Übertragung
Erhöhte Mensch-zuMensch-Übertragung
Sehr weit verbreitete
Mensch-zu-MenschÜbertragung
Nach
Höhepunkt
Möglichkeit einer
Wiederkehr der
Pandemie
Nach
Pandemie
Krankheitsaktivität
auf saisonalem
Niveau
Infektion und Krankheitsverlauf
Es gab unzählige Pandemien in der Vergangenheit. Die größte mit über 300 Millionen Opfern bis Ende der 1970er Jahre
waren die Pocken, gefolgt von Masern mit 200 Millionen Opfern bis Mitte der 1960er Jahre und der spanischen Grippe
Anfang des 20. Jahrhunderts mit etwa 100 Millionen Opfern. Obwohl die meisten Pandemien heute nicht mehr auftreten,
gibt es einige, die noch nicht ausgerottet sind, wie z. B. Typhus, Cholera, oder HIV/AIDS. In jüngster Vergangenheit gehörten auch die Vogelgrippe und SARS dazu.
Risikofaktoren
Aufgrund der hohen Mobilität der globalen Bevölkerung erhöhen sich die Risiken für die Verbreitung einer Pandemie. Erst
diese Woche wurde in den USA der erste Patient diagnostiziert, nachdem er schon drei Tage im Land war. Über 3 Milliarden
Die hier getroffenen Aussagen beruhen auf Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen,
die wir für zuverlässig halten, aber nicht überprüft haben. Die Haftung für Richtigkeit und Vollständigkeit
der gemachten Angaben ist auf grobes Verschulden begrenzt. Nachdruck nur mit Genehmigung.
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Menschen fliegen jährlich und die weltweiten Abflüge stiegen 2013 auf 33 Millionen. Auch die Urbanisierung und das rasante Bevölkerungswachstum, vor allem in den Schwellenländern, tragen zu den erhöhten Risikofaktoren bei. Bis 2050 soll die
Weltbevölkerung um weitere 9 bis 11 Milliarden Menschen steigen und etwa 66 % der Bevölkerung in Städten leben, während es heute nur 54 % sind. Der grenzübergreifende Handel von Lebensmitteln und Waren erleichtert eine Verbreitung der
Krankheitserreger. Es gibt aber auch ökologische Risikofaktoren, wie z. B. Klimawandel oder eine Veränderung der Agrarnutzung. Dazu kommt, dass es immer mehr Antibiotika-resistente Bakterien, sogenannte Superbugs gibt.
Betroffene Gesundheits-Unternehmen
Experten in der Virologie nehmen an, dass 60 % aller Infektionskrankheiten ihren Ursprung in Tieren haben und dann auf
den Menschen übertragen werden. Im Falle einer weltweiten Pandemie würde die Nachfrage im Gesundheitsmarkt stark
ansteigen. Der US-amerikanische Kongress rechnet mit einem Anstieg von 15 %. Dies wird sich über das gesamte Gesundheitssystem wie Life Science, Biotechnologie, Pharmazeutika, Krankenhäuser, Versicherungen, Schutzbekleidungsfirmen
etc. verteilen. Wir möchten hier nur einige Teilsektoren und exemplarisch einige Unternehmen erwähnen.
Als erstes würden Labore und Diagnostikfirmen eine hohe Nachfrage nach Blut-Tests und Analysen erfahren. Hier würden
vor allem Qiagen, Roche, BioMerieux, ThermoFischer oder Sigma-Aldrich betroffen sein. Je nach dem, um welchen Virus es
sich bei der Pandemie handelt werden aber auch pharmazeutische und Biotechnologie-Unternehmen eine verstärkte Nachfrage nach Impfstoffen und / oder Medikamenten erfahren. Im Bereich der Impfstoffe gibt es zahlreiche Anbieter wie z. b.
Astellas, Merck & Co, Sanofi oder Zoetis für Tierimpfungen. Im Bereich der Virologie sind die Vorreiter u.a. Bristol-MyersSquibb, CSL, Novartis oder Abbott Laboratories. Andere Bereiche, die eine überdimensionale Nachfrage erwarten dürften
sind Schutzkleidungs-Unternehmen wie beispielsweise 3M, DuPont, EcoLab, Honeywell oder Kimberley-Clark.
Die hier getroffenen Aussagen beruhen auf Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen,
die wir für zuverlässig halten, aber nicht überprüft haben. Die Haftung für Richtigkeit und Vollständigkeit
der gemachten Angaben ist auf grobes Verschulden begrenzt. Nachdruck nur mit Genehmigung.
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