BEGRIFFE ZUR BESCHREIBUNG DES GEFÜGES 1.STRUKTUR

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porphyrartig
BEGRIFFE ZUR BESCHREIBUNG DES GEFÜGES
zwei Mineralgenerationen sind nicht scharf getrennt; es bestehen
Übergänge zwischen den Einsprenglingen und der Grundmasse
1.STRUKTUR (engl. Texture)
→
Äussere Gestalt, charakterisiert durch:
- Grösse, Gestalt und wechselseitige Beziehung der Mineralkörner
- Grad der Kristallinität
- Absolute und relative Korngrösse
- Korngestalt
→
→
a) Grad der Kristallinität
sagt etwas über die Abkühlungsgeschwindigkeit aus und somit über die Lage des Körpers
Hauptkriterium zur Unterscheidung von Plutoniten und Vulkaniten
holokristallin
vollständig kristallisiert
(Plutonite)
hemikristallin
z.T. kristallisiert, z.T. glasige Grundmasse
(Vulkanite)
holohyalin
vollständig glasig (amorph)
(Obsidian)
b) absoute Korngrösse
phanerokristallin:
Gemengteile sind von blossem Auge oder mit der Lupe erkennbar
aphanitisch:
Mineralien sind von Auge oder mit der Lupe nicht erkennbar
sehr grobkörnig
Körner > 3cm
grobkörnig
3 cm- 5 mm
mittelkörnig
5 mm – l mm
feinkörnig bis dicht
Körner < 1mm
→
c) relative Korngrösse
gibt Information über Kristallisationsreihenfolge
gleichkörnig
alle Mineralien haben ungefähr die gleiche Grösse; nur eine
Generation (d.h. alle sind etwa gleichzeitig entstanden)
porphyrisch
deutlich zwei Generationen von Mineralien; grosse, meist
idiomorphe Kristalle + kleinere, im Wachstum gestoppte Kristalle
d) Kornform
idiomorph
Gemengteile zeigen gute Kristallformen. Sie sind vollständig durch
Kristallflächen begrenzt
Gemengteile zeigen keine geometrischen Kristallformen (z.B. bei
schneller Abkühlung)
früh ausgeschiedene Mineralien
spät ausgeschiedene Mineralien
xenomorph
Phänokristalle
Matrix/Grundmasse
2. TEXTUR (engl. Structure)
→
räumliches Gefüge charakterisiert durch:
- Räumliche Anordnung/ Raumerfüllung der Gemengteile
- Klüftung
- Bänderung
- Wechsel in Gesteinsausbildung (Änderung in Korngrösse)
a) Raumerfüllung
kompakt, massig
fluidal, gebändert
porös
schlackig
schaumig
blasig
amygdaloid
miarolithisch
ohne Poren und Hohlräume
Fliessgefüge deutet auf die Bewegung des Magmas hin
mit Poren oder Hohlräumen
unregelmässige Hohlräume
zahlreiche Hohlräume (Bimssteinartig)
rundliche bis längliche Hohlräume
Hohlräume durch Mineralneubildung aufgefüllt
drusig
b) Gefüge im Grossbereich
homogen
inhomogen
(nach Korngrösse, Mineralbestand, Anordnung der Gemengteile)
(nach Korngrösse, Mineralbestand, Anordnung der Gemengteile)
AUFGBE 2 DAS GEFÜGE METAMORPHER GESTEINE
1. gleichkörnig:
granoblastisch
Idioblasten
Xenoblasten
Blastese
Minerale mit grosser Kristallisationskraft, die eigene
Formgestalt auszubilden vermögen (v.a. Granat, Staurolith,
Disthen, Andalusit, Magnetit, Turmalin)
Minerale, die keine oder nur geringe eigenen Formbegrenzung
erreichen (v.a. Quarz, Feldspat, Calcit, Cordierit)
metamorphes Kornwachstum
a) Textur (= räumliche Anordnung der Gemengteile)
massig, richtungslos
linear, gestreckt,
stengelig
paralleltexturiert
geschiefert
faserig, Augentextur
gefältelt
lagig, gebändert
geadert
Keine räumliche Anordnung
Das Gestein zeigt das Hervortreten einer einzigen
ausgezeichneten räumlichen Richtung, ohne dass eine
Schieferungsfläche besonders ausgeprägt wäre.
Blättrige Gemengteile (Glimmer, Chlorit, Talk, Graphit,
etc.) sind mehr oder weniger parallel angeordnet; auch
stengelig (Hornblende) und tafelig (Feldspat)
ausgebildete Gemengteile ordnen sich in entsprechend
parallelen Ebenen ein.
Blättrige Gemengteile (Glimmer, Serpentin, Chlorit,
Talk, Graphit, etc.) sind in durchgehenden
Schieferungsflächen parallel angeordnet.
Wenn die Schieferung ausgesprochen eng und blättrig ist,
werden die Gesteine als Phyllite bezeichnet
Feldspäte, seltener Quarz, bilden kleinere oder grössere,
oft von Glimmer “umflossene” Knötchen, Knoten,
Linsen, Augen, Fasern
Die Schieferungsflächen der kristallinen Schiefer
verlaufen nicht eben, sondern sind in kleine Falten gelegt
Das Gestein zeigt einen Wechsel paralleler Lagen
verschiedener Zusammensetzung
Unregelmässige, oft schief oder quer zur Schieferung
verlaufende Adern durchziehen das Gestein
lepidoblastisch
nematoblastisch bis
fibroblastisch
2. ungleichkörnig:
Die verschiedenen Gemengteile sind unterschiedlich
gross.
porphyroblastisch
In einem feinen Grundgewebe befinden sich einzelne
grössere Kristalle (Porphyroblasten) meist mit guter
Formbegrenzung
3.Trümmerstrukturen: entstanden durch spröde und/oder duktile Deformation
von Gesteinen an Überschiebungen und Brüchen
kataklastisch
kakiritisch
porphyroklastisch
mylonitisch
Zertrümmerung grösserer Mineralkörner im Gefolge von
Spröde Deformation
grössere Gesteinstrümmer schwimmen in feinkörnigem
Trümmerbrei
einzelne grössere Mineralkörner sind von feinkörnigem
Material umgeben. Die grossen Klasten sind Relikte des
alten Gefüges, an den Rändern oder auch intern
zerbrochen.
Auswalzung des alten Gefüges durch duktile
Deformation, begleitet von Rekristallisation.
c) Unterscheidung des Gefüges nach dem Schieferungsabstand
Phyllit
Schiefer
Gneisse
Felse
b) Struktur
Die verschiedenen Mineralgemengteile sind etwa gleich
gross. Je nach Entwicklung unterscheidet man:
Körnige Aggregate aus isometrischen Gemengteilen
(Quarz, Feldspat, Calcit, Dolomit, Cordierit, Granat)
Schuppige Aggregate aus blättrigen Mineralien prägen
das Gestein
Strahlige oder faserige Aggregate stengeliger Minerale
(Hornblende, Epidot) prägen das Gestein
Abstand der einzelnen Schieferungsflächen ist sehr
gering (im mm-Bereich)
brechen in mm-dünne Blätter und bestehen vorwiegend
aus blättrigen Mineralien
brechen in cm-dicke Platten und bestehen hauptsächlich
aus Quarz und Feldspat
brechen überhaupt nicht in einer bevorzugten Ebene
Metamorphe Mineralien
Mineralgruppen Mineralien
Pyrop
Granate
Inselsilikate
Almandin
Grossular
Disthen
Alumosilikate
Inselsilikate
Andalusit
Sillimanit
Glaukophan
Amphibole
Bändersilikat
Tremolit
Aktinolit
Hornblende
Biotit
Schichtsilikate
Phlogopit
alle enthalten
Muskovit
Wasser
Serizit
Chlorit
Serpentin
Talk
Tonmineralien
Staurolith
Andere
Chloritoid
Epidot
Enstatit
Pyroxene
Kettensilikate
Diopsid
Jadeit
Omphazit
Plagioklas
Feldspäte
Gerüstsilikate
Alkalifedspat
Quarz
Farbe
blurot
braun-rot
orange
blau
rosa
weiss
blau
weiss
grün
schwarz
Dunkelglimmer
Dunkelglimmer
Hellglimmer
Hellglimmer
grün
grün
weiss-grün
dunkle
schwarz, braun
schwarz-grün
grün
grün
grün
weiss
grün
weiss, grün
rosa, rötlich
durchsichtig,
gräulich
Merkmale
kubisch
kubisch
kubisch
hohe P Modifikation
niedrige P, mittel T
stengelig, hohe T
strahlig
stahlig, stengelig
stengelig, strahlig
schwarz, blättrig
braun, blättrig, glänzend
hell, blättrig, glänzend
hell, schuppig bis dicht
Härte = 2 (mit Finger..)
seifig, härter als Chlorit
Härte = 1, seifig
sehr feinkörnig
Zwilling, oft mit Disthen
kleine Körner
gesreift, strahlig
Orthopyroxen
Klinopyroxen
Klinopyroxen
Chemismus
Mg, Al
Fe, Al
Ca, Al
Al
Al
Al
Na, Mg/Fe, Al
Ca, Mg
Ca, Mg, Fe, Al
Na, Al
K,Mg/Fe,Al,H2O
Mg, H2O
K, Al, H2O
K, Al, H2O
Mg, Fe, Al, H2O
Mg, H2O
Mg, H2O
Al, K, Si, H2O
Mg,Fe, Al, H2O
Fe, Al, H2O
Ca, Al, Fe, H2O
Mg/Fe
Ca, Mg/Fe
Na, Al
meta. Gruppe
Metabasica
Metapelite
Metakarbonate
Metapelite
Metapelite
Metapelite
Metabasica
Metakarbonate
Metabasika
überall möglich
überall möglich
Metakarbonate
überall möglich
überall möglich
überall möglich
Metaultrabasica
Metaultrabasica
Metapelite
Metapelite
Metapelite
Metagranitoide,
Metaultrabasica
Metacarbonate,
Metabasica
Schwer zu unterscheiden
nicht wie bei Magmatite
Härte 7, ritzt das Messer
Ca-Na
Na-K
SiO2
Metagranitoide
überall ausser in
Metaultrabasica
meta. Fazies
Amphibolit,Eklogit
Granulitfazies
Grünschieferfazies
Amphibolitfazies
Amphibolitfazies
Grünscieferfazies
Grünschieferfazies
Eklogitfazies
Die wichtigsten metamorphen Gesteine für die Prüfung
Gesteinsname Mineralien
Fazies
metamorphe
Gruppe
Metagranitoide
ZweiglimmerGneiss
Qz, Plg, Kfs, Bio,
Mus
Amphibolit
Augengneiss
Qz, Plg, Kfs, Bio,
Mus
Plg+Kfs
Augen(magmatische
Relikte = Reste)
Glaukophan (blau),
Omphazit(grün),
Granat (rot =
Pyrop), Glimmer
(dunkel)
Omphazit (grün),
Granat (rot = Pyrop,
kubisch)
Olivin (gründunkelgrün),
Pyroxene(schwarz,
dunkelgrün),
Granat (rot = Pyrop)
Disthen (blau),
Staurolith (schwarz,
braun), Hellglimmer
(Mus + Serizit),
Bio, Qz, Granat
(dunkel =
Almandin)
Calcit (weiss,reagirt
mit HCl 10%) /
Dolomit (weiss),
Granat (orange =
Grossular), Diopsid
(grün),
Vesuvian(braun)
Hornblende
(strahlig,schwarz),
Granat (dunkel =
Almandin), Bio,
Qz(wenig oder kein)
Amphibolith- Metagranitoide
Grünschiefer
(wenn Plg ist
grünlich =
saussuritisiert)
Blauschiefer
Metabasica
→
Blauschiefer
Eklogit
GranatPeridotit
DisthenStaurolithSchiefer
KalksilikatFels
HornblendeSchiefer
Protolith =
Ausgagsgestein
Sandstein
(wenn viel
Glimmer)
Magmatite
(Granit,
Rhyolit..)
Gabbro, Basalt
Eklogit
Metabasica
Basalt/Gabbro
Eklogit
Metaultrabasica Peridotit
Amphibolit
Metapelite
Tongestein
Amphibolit
Metakarbonate
Karbonatgestein
Amphibolit
Metabasica, granitoide
Sedimentgestein
(Mergel: Ton
+Karbonat)
Verlauf der Beschreibung metamorphen Gesteine
1. Gefüge
- Struktur
- Textur
2. Mineralbestand
- Mineralien
- Beschreibung
→
3. Ausganggestein und Entstehung
aus Gefüge und Mineralbestand
- Metamorphegruppe
- Ausgangsgestein
- Fazies
- P-T-Bedingungen
4. Name
Beispiel : Granat-Phyllit
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