Gesunder Darm – ein Leben lang

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Gesunder Darm – ein Leben lang
Ist der Darm gesund, dann ist der Mensch gesund.
Tipps für Ihre Darmgesundheit und zur Krebsvorbeugung.
B
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Inhalt
Das längste Organ – der Darm
Von „Dünn“ zu „Dick“ l Was der Darm leistet
5
Wie entsteht Krebs?
Ursachen l Risikofaktoren
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Krebsvorbeugung ist möglich
Durch Ernährung vorbeugen l Mehr pflanzliche Lebensmittel
Nahrungsergänzungsmittel? | Risikofaktoren meiden
9
Die Früherkennung nutzen
Stuhltest l Darmspiegelung | Warnzeichen
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Früherkennung – dem Krebs keine Chance
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Informationen21
Testen Sie Ihr persönliches
Darmkrebsrisiko21
Schnell-Check Darmkrebs
Bestell-Nr. 100 10962 – © KKF-Verlag, 84503 Altötting. Die Ausführungen stellen eine Kurzfassung dar, ersetzen keinesfalls die ärztliche, therapeutische
bzw. fachliche Beratung. Bilder Titel, S. 3, 4, 8, 12, 17: Fotolia. (01/2017)
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Sehr geehrte Versicherte,
sehr geehrter Versicherter,
Herz, Lunge, Magen, Augen und Rücken usw.
– solche Organe oder Körperbereiche rangieren ganz oben in der Beliebtheitsskala, wenn
über Gesundheit oder Krankheit gesprochen
wird bzw. Erfahrungen ausgetauscht werden.
Aber Darmgesundheit oder gar Darmkrebs
und seine Vorbeugung? Fehlanzeige! Mit Sicherheit kein beliebtes Thema, es ist vielmehr
mit Tabus belegt und zwar gleich doppelt
durch die Begriffe „Darm“ und „Krebs“.
„Ist der Darm gesund, ist der Mensch gesund“ lautet abgewandelt ein Sprichwort. Sie
können viel dafür tun: Durch eine abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung und das
Meiden von Risikofaktoren fühlt sich Ihr Darm
wohl.
Das aber sind Tatsachen: Jährlich erkranken in
Deutschland über 60.000 Menschen an Darmkrebs – rund 26.000 sterben daran. Darmkrebs
wächst oft viele Jahre langsam aus seinen
Vorstufen (z. B. Polypen) und verursacht lange
Zeit keine Beschwerden. Das ist einerseits auf
den ersten Blick ein Nachteil, andererseits
aber auch eine ungewöhnliche Chance: Durch
spezielle Früherkennungsprogramme können
Veränderungen im Darm rechtzeitig erkannt
werden. Im Unterschied zu vielen anderen
Krebserkrankungen gibt es die einmalige
Chance, die Krankheit durch Vorsorgemaßnahmen zu verhindern oder sie in einem so frühen
Stadium zu entdecken, dass sie geheilt werden kann. Insbesondere durch die Darmspiegelung können auch sonstige Veränderungen
im Darm aufgespürt werden, bevor sie sich zu
einer ernsthaften Krankheit entwickeln.
Und wenn nichts entdeckt wird? Dann lohnt
sich Früherkennung erst recht für Sie. Diese
Gewissheit bestärkt Sie in Ihrem Gesundheitsbewusstsein und fördert damit Ihre Lebensqualität. Gesunder Darm – ein Leben lang!
Das wünscht Ihnen
Ihre
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Das längste Organ – der Darm
Von „Dünn“ zu „Dick“
Was mit „Darm“ bezeichnet wird, ist ein
etwa fünf bis sechs Meter langer Verdauungsschlauch als Verbindung zwischen Magen und
After. Auf den ersten drei bis vier Metern
heißt er Dünndarm, ab dem Blinddarm geht er
in den Dickdarm (Kolon) über. Dieser ist zusammen mit dem Mastdarm (Rektum) etwa
zwei Meter lang.
chen Lymphknoten und schließen den Darm
an das Lymphsystem des Körpers an. Die
Nerven steuern durch ihre Signale die Darmund Verdauungsaktivität.
Was der Darm leistet
Die im Mund zerkleinerte und für die Verdauung vorbereitete Nahrung gelangt über die
Speiseröhre in den Magen. Dort wird sie weiter aufbereitet und mit den Enzymen der
Bauchspeicheldrüse werden vom Dünndarm
die Nährstoffe in das Blut aufgenommen.
Der meist unverdauliche Teil wird schließlich
in den Dickdarm befördert. Dessen wesentliche Aufgabe besteht darin, dem Darminhalt
Wasser zu entziehen, ihn also einzudicken
und schließlich über den After zu entleeren.
Quelle: Felix Burda Stiftung
Die Darmwand besteht aus mehreren Schichten, nämlich dem Muskel-, Binde-, Immunund Nervengewebe. Auf seiner Innenseite ist
der Darm lückenlos mit einer schützenden
Schleimhaut ausgekleidet.
Blutgefäße versorgen den Darm mit Blut. In
den Arterien fließt es zum Darm hin und in
den Venen über die Leber zurück zum Herz.
Lymphbahnen verzweigen sich in den zahlrei-
Immer mehr konzentriert sich die Forschung
auf die sog. Darm-Gehirn-Achse: Der Darm
beeinflusst ganz wesentlich nicht nur Verdauung und Stoffwechsel, sondern auch das Immunsystem und schließlich das körperliche
und seellische Wohlbefinden. Dabei ist bemerkenswert, dass der Verdauungstrakt über
erheblich mehr Zellen und Gene verfügt als
der übrige Organismus (Mikrobiom). Falsche
Ernährung, entzündliche Darmkrankheiten,
Übergewicht und Stress sind wesentliche Risikofaktoren für die Darmgesundheit.
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Wie entsteht Krebs?
Die Zelle ist die kleinste Einheit in jedem Organismus. Im Zellinneren, dem Kern, befinden
sich auch Gene, die das Wachstum der Zelle
regeln. Von außen oder von innen kommende
Stoffe können zu Defekten führen: Normalerweise werden sie durch körpereigene Reparatursysteme behoben oder die alte Zelle stirbt
ab und es bildet sich eine neue. Geschieht
dies nicht, kann sich die geschädigte Zelle
vermehren, also unkontrolliert wachsen und
eine bösartige Geschwulst (Krebs) bilden.
Darmkrebs
Darmkrebs entsteht fast immer in der Darmschleimhaut, die normalerweise nach wenigen Tagen durch eine neue ersetzt wird. Zellen, die völlig unkontrolliert wachsen, verursachen Darmkrebs. Dieser bösartige Tumor wird
je nach seiner Lage als Kolon- (Dickdarm),
Rektum- (Mastdarm) oder zusammenfassend
als kolorektales Karzinom bezeichnet (Karzinom = Krebs). Trotz seiner Länge sind bösartige Tumore im Dünndarm äußert selten. Insbesondere im Dickdarm können aber auch
gutartige Tumore vorkommen.
Einerseits ist das tückische am Darmkrebs,
dass er meist jahrelang im Darm wächst und
größer wird, ohne gezielte und typische Beschwerden zu verursachen. Andererseits ist
diese Tatsache auch äußerst positiv zu sehen:
Durch eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung kann Darmkrebs im besten Sinne dieses Wortes im frühesten Stadium entdeckt
werden; sogar seine Vorstufen lassen sich so
erkennen und behandeln, wodurch Krebs verhindert wird.
Der Dickdarm
Nicht auf Symptome warten – besser die
Früherkennung nutzen!
Was sind die Ursachen
von Darmkrebs?
Etwa 70 % aller Darmtumore treten ohne
nach heutigem Stand der Forschung erkennbare Ursache auf. Bekannt ist, dass Darmpolypen (Adenome) als Vorstufen infrage kommen,
die bereits 5 bis 10 Jahre gewachsen sind,
­bevor sie zu Darmkrebs entarten. Konkret bedeutet das, dass in dieser Zeit aus einem
­Polyp Krebs entstehen kann und es erst nach
bis zu zehn Jahren Wachstum zu Beschwerden kommt. Andere Polypen (hyperplastische
oder unechte) stellen nach bisherigen Erkenntnissen kein besonderes Risiko dar.
Bei rund 30 % der Darmtumore liegt eine genetische oder familiäre Belastung vor, wobei
ca. 10 % auf erbliche Faktoren und ca. 20 %
auf die familiäre Häufung entfallen.
Fest steht, dass das Risiko für Polypen und
damit für Darmkrebs mit dem Alter zunimmt,
außerdem wird vermutet, dass auch die
­Ernährung und bestimmte Risikofaktoren Einfluss auf die Entstehung haben.
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Quelle: Felix Burda Stiftung
Manche Polypen wachsen eher flach wie
­kleine Hügel, andere wie gestielte Pilze.
­Solche Darmpolypen sind mit zunehmendem
Alter weit verbreitet. Die große Mehrzahl
bleibt jedoch klein und harmlos. Trotzdem
sollten sie frühzeitig entfernt werden, bevor
sie eventuell entarten.
Risikofaktoren
Obwohl auch jüngere Menschen betroffen
sein können, tritt Darmkrebs etwa ab 50 Jahren gehäuft(er) auf (über 90 % aller Fälle).
Wenn früher bereits Polypen oder Darmkrebs
aufgetreten sind, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit für eine Wiederkehr (rezidiv). Entzündliche Darmerkrankungen wie zum Beispiel
Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können
das Risiko für Darmkrebs beträchtlich erhöhen.
Wenn Darmpolypen bzw. -krebs bei nahen
Verwandten (ersten Grades: Eltern, Ge-
schwister, Kinder) aufgetreten sind, besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko,
das noch zunimmt, wenn
mehrere Familienmitglieder betroffen sind. Dies
gilt insbesondere, wenn
Darmpolypen bzw. -krebs
früh (vor dem Alter von
50 Jahren) aufgetreten ist.
Verwandte zweiten
­Grades (Großeltern, Geschwister der Eltern, Enkel) haben ein leicht erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen. In seltenen Fällen gibt es auch die
erbliche Form von Darmkrebs, die nicht Polypen als Ursache haben oder wenn in der
­Familie gehäuft Polypen auftreten, was schon
bei Schulkindern der Fall sein kann. Dann ist
besondere Vorsicht geboten und spezielle
­Betreuungsprogramme sichern frühzeitig und
gezielt Behandlungsmöglichkeiten (siehe
­Seite 22).
Risikofaktoren
•Alter über 50 Jahre
•Polypen/Darmkrebs sind in der Vergangenheit bereits aufgetreten
•chronisch entzündliche Darmerkrankungen
•Darmpolypen bzw. Darmkrebs bei nahen Verwandten
•Erbfaktoren
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Krebsvorbeugung ist möglich
Es gibt viele Ursachen
Durch Ernährung vorbeugen
Kaum eine andere Krankheit wird weltweit so
intensiv erforscht wie die Krebserkrankungen.
Offensichtlich sind verschiedene Ursachen für
die Krebsentstehung verantwortlich, dies
­erschwert eine allgemein gültige Vorbeugung.
Allerdings lassen sich viele Risikofaktoren
­vermeiden – die wichtigsten sind in dieser
Broschüre beschrieben.
Wie ernähren sich Menschen mit einem niedrigen Darmkrebrisiko? Sie achten auf vollwertige, d. h. insbesondere ballaststoffreiche Ernährung, die auch alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundären
Pflanzenstoffe (= bioaktive Substanzen) sichert.
Bei dieser Ernährungsweise werden übermäßiger Fleisch-, Wurst- und Fettverzehr sowie
Übergewicht als Risikofaktoren vermieden.
Mangelnde Bewegung, Rauchen und ungünstige Ernährungsgewohnheiten sind für etwa
ein Drittel der Krebskrankheiten verantwortlich, meint die Weltgesundheitsorganisation.
Einen Schwerpunkt bildet dabei die Ernährung. Alles was wir essen und trinken wandert durch den Darm und kann der Darmschleimhaut gut tun oder sie schädigen. Vorbeugend wirken aber nicht einzelne Nähr- und
Wirkstoffe, auch nicht als Nahrungsergänzungsmittel: Neben der Zubereitung und Nahrungsmenge ist eine vielseitige, ausgewogene Ernährung auf pflanzlicher Basis – mit viel
Gemüse und Obst – entscheidend!
Darmkrebs kommt in vielen Ländern weniger
oft vor als in Deutschland, zum Beispiel in
­Asien und Afrika, aber auch in Griechenland
ist er seltener anzutreffen. Welche Ernährungs-/Lebensgewohnheiten sind also im
­Sinne der Vorbeugung möglich und welche
gelten als Risikofaktoren? Diese Fragen
­lassen sich trotz zahlreicher wissenschaftlicher Studien nicht eindeutig beantworten.
Tipp: Bevorzugen Sie qualitativ hochwertige
Lebensmittel mit niedriger Energiedichte. Sie
enthalten meist mehr Wasser und Ballaststoffe (z. B. Gemüse, Obst, Suppen, Vollkornprodukte). In stark verarbeiteten Lebensmitteln
stecken oft viel Fett und Zucker und damit
viele Kalorien.
Mehr pflanzliche Lebensmittel
Essen Sie bevorzugt pflanzliche Lebensmittel
– möglichst vollwertig: Getreide, Vollkornbrot
(z. B. aus Weizenvollkornmehl), Vollreis, Vollkornnudeln, Getreideflocken, Kartoffeln, Gemüse, Rohkostsalate, Hülsenfrüchte (Linsen,
Erbsen, Bohnen) und Obst. Durch diese vielseitige Kost versorgen Sie Ihren Körper mit
­allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen,
Spurenelementen, Ballaststoffen und auch
mit sekundären Pflanzenstoffen. Mit täglich
fünf Portionen Gemüse und Obst – eine Portion entsprich etwa einer Handvoll – bringen
Sie Abwechslung in Ihren Speisenplan und
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z­ ugleich fördern Sie die Gesundheit. Die empfohlene Menge essen Sie am besten über
den Tag verteilt und zwar drei als Gemüse
und zwei als Obst. Eine Portion können Sie
abwechselnd durch ein Glas (0,2 Liter) Gemüse- bzw. Obstsaft oder eine Portion Nüsse
(ca. 25 g) ­ersetzen. Ein erhöhter Verzehr von
Gemüse und Obst kann das Krebsrisiko senken (u. a. Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre und Dickdarm). Bioaktive Sub­stanzen
regen das Immunsystem an und stärken die
Abwehrkräfte. Zu diesen bioaktiven Substanzen ­zählen Carotinoide, Flavonoide, Saponine,
­Phytosterole, Sulfide und viele andere.
Unverzichtbar: „Ballaststoffe“
Diese Pflanzenfasern in Getreide, Gemüse
und Hülsenfrüchten, in Obst und Kartoffeln
regen nicht nur zum intensiveren Kauen an,
sie fördern den Speichelfluss und sättigen
auch länger als ballaststoffarme Lebensmittel.
Wichtige Aspekte, wenn es darum geht, das
Körpergewicht zu halten oder wenn Sie abnehmen möchten!
Obst und Gemüse sind pektinreich. Diese
wasserlöslichen Ballaststoffe haben eine hohe
Wasserbindungsfähigkeit und quellen dadurch
im Darm auf. Sie werden von der Darmflora
nahezu vollständig abgebaut und haben einen
positiven Einfluss auf den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Die wasserunlöslichen Ballaststoffe in Vollkornprodukten, Gemüse und
Obst binden nur wenig Wasser und werden
bakteriell kaum abgebaut. Sie erhöhen das
Stuhlvolumen und führen zu einer Beschleunigung der Dünn- und Dickdarmpassage. Das ist
günstig gegen Verstopfung, für die Krebsvorbeugung und zur Senkung des Cholesterinspiegels.
Krebserregende Stoffe haben weniger Zeit,
mit der Darmwand in Kontakt zu kommen,
und die nützlichen Bakterien im Darm können
sich gut entwickeln. Ferner können Ballaststoffe das Risiko für Zuckerkrankheit senken;
sie haben auch eine günstige Wirkung auf
den Magen. Durch eine ballaststoffreiche
Nahrung kann auch Herz-Kreislauf-Krankheiten
vorgebeugt werden.
Mit der täglichen Nahrung sollten Sie mindestens 30 Gramm Ballaststoffe aufnehmen. Bei
einer abwechslungsreichen Ernährung, die
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viel Vollgetreideprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst enthält, haben Sie bestimmt
keinen Mangel.
Trinken Sie viel
Trinken Sie viel – bevorzugt energiefreie/-arme
Getränke! Viel trinken fördert Ihre Gesundheit! Im Vergleich zu alkoholischen Getränken
sind Trink-/Mineralwässer, Früchte- oder Kräutertees, Frucht- oder Gemüsesaftschorlen die
gesünderen Alternativen und die besseren
Durstlöscher.
Viel trinken ist einerseits notwendig wegen
der vorstehend beschriebenen Ballaststoffe,
andererseits fördern sie die Hauptaufgabe
des Dickdarms, nämlich Wasser in den Körper
aufzunehmen; viel trinken beugt auch Verstopfung vor.
Essen Sie wenig(er) Fett
Viele Menschen essen zu fett. Fett liefert mit
9 kcal. mehr als doppelt so viele Kalorien wie
die übrigen Nährstoffe Kohlenhydrate und Eiweiß. Eine fettreiche Ernährung führt zu Übergewicht und erhöht dadurch das Krebsrisiko.
Bevorzugen Sie pflanzliche Öle bzw. daraus
hergestellte Produkte und zwar mehr Raps-,
Walnuss- und Sojaöl und weniger Oliven-,
Maiskeim- und Sonnenblumenöl. Reduzieren
Sie den Anteil tierischer Fette.
Weniger tierische Lebensmittel
Milch und Milchprodukte
Bevorzugen Sie fettarme Milch und auch bei
den Milchprodukten fettarme Sorten: Quark,
Joghurt, Buttermilch, Kefir, Dickmilch usw.
Der Dickdarm
Auch eine „gesunde“ Ernährung bietet
keinen zuverlässigen Schutz vor Darmpolypen bzw. Darmkrebs.
Besser die Früherkennung nutzen!
Bei Käse sollte der Anteil Fett in der Trockenmasse (Fett i. Tr.) 30 % nicht übersteigen.
Verzehren Sie täglich etwa 200–250 g fettarme Milch/-produkte und 2 Scheiben (50–60 g)
fettarmen Käse. Diese Menge sichert auch
die tägliche Versorgung mit dem wichtigen
Mineralstoff Kalzium.
Essen bzw. trinken Sie nicht mehr als die
empfohlene Menge; bevorzugen Sie stets
fettarme Produkte, die sich günstig auf die
Vorbeugung von Darm-, ggf. auch Blasen- und
Brustkrebs auswirken können.
Fleisch, Wurst und Fisch
Essen Sie wöchentlich insgesamt nicht mehr
als 600 g Fleisch und Wurst, aber etwa 150 g
Seefisch und bis zu 3 Eier (inklusive verarbeitetes Ei).
Wenn Sie diese Lebensmittel als gelegentliche „Beilage“ betrachten, dann bestehen viel
größere Chancen, dass pflanzliche Nahrungsmittel mehr in den Vordergrund rücken. Sie
wissen ja bereits: Damit essen Sie jede Menge Powerstoffe, die vor Krebs und anderen
Krankheiten schützen können. Fleisch und
Wurst enthalten meist viel tierisches Fett, das
allgemein als ungünstig angesehen wird.
Nicht nur wegen der möglichen Gewichtszunahme!
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Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass sich
ein häufiger Fleischverzehr insbesondere von
„rotem“ (bzw. verarbeitetem) Fleisch ungünstig auf Nieren und Magen auswirken kann;
das Risiko für Dickdarmkrebs steigt!
auslösen oder fördern. Beim Grillen wird herabtropfendes Fett durch die Glut zersetzt, diese Stoffe gelangen dann über den Rauch an
das Grillgut.
Stuhlgang? Regelmäßig!
Die Zubereitung macht‘s
Nicht nur die Auswahl der Nahrungsmittel bestimmt über Krebsvorbeugung oder -risiko –
auch bei der Zubereitung gibt es wesentliche
Unterschiede: Günstig ist es, einen Teil der
Nahrung, vor allem Gemüse und Obst, roh zu
verzehren. Schonende Garverfahren sind insbesondere mit Blick auf Vitamine und sonstige Wirkstoffe dünsten, dämpfen, ggf. mit wenig Wasser kochen.
Essen Sie vor allem keine angekohlten oder
verbrannten Anteile bei gebratenen oder gebackenen Speisen. Vermeiden Sie auch das
starke Erhitzen des Fleischsaftes; Geräuchertes oder Gepökeltes nicht braten oder grillen.
Beim Grillen, Braten, Backen, Frittieren und
Räuchern können Substanzen entstehen, von
denen angenommen wird, dass sie Krebs
Weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche werden oft als Verstopfung eingestuft.
Verstopfende Nahrungsmittel wie Weißbrot,
Kuchen, Schokolade, schwarzer Tee und andere sollten eingeschränkt oder, wenn möglich, weggelassen werden. Stattdessen sind
ballaststoffreiche Früchte, Gemüse, Salate,
Vollkornbrot, Trockenfrüchte und ähnliches zu
empfehlen. Leinsamen ist besonders wirksam. Zweimal täglich ein bis zwei Esslöffel,
gemahlen oder geschrotet, als Beigabe zu
­Naturjoghurt oder Mus, quellen im Darm und
sorgen für Masse. Wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Also viel trinken,
mindestens zwei Liter täglich.
Bewegung regt die Darmtätigkeit an. Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen bringen die Verdauung in Gang. Wichtig ist auch
ein geregelter Lebensrhythmus.
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Meldet sich ein Stuhldrang, sollte diesem umgehend entsprochen werden; wird er zu oft
ignoriert, verschwindet er allmählich. Auf der
Toilette soll man es kurz machen. Nicht ablenken lassen, z. B. durch Lesen. Langes, vergebliches Pressen bringt keinen Nutzen.
Ein Glas kaltes Wasser auf nüchternen Magen bringt Bewegung in den Darm. Ebenfalls
hilfreich ist eine Bauchdeckenmassage, bei
der vor dem Aufstehen der Dickdarm für etwa
10 Minuten entlang seines Verlaufs ausmassiert wird. Abführmittel sollten, wenn überhaupt, nur ausnahmsweise und vorübergehend nach ärztlicher Beratung eingenommen
werden.
Nahrungsergänzungsmittel?
Nahrungsergänzungsmittel werden immer
häufiger angeboten: Es gibt sie als Vitamine
(z. B. A, C, E), Mineralstoffe (z. B. Kalzium,
Magnesium), als Spurenelemente (z. B. Zink
und Selen) und auf der Basis von Gemüse-/
Obstextrakten. Man kann sie kaufen als Säfte,
Tabletten, Kapseln, Pulver usw., in der Apotheke oder im Supermarkt. Von verordneten
Mitteln, zum Beispiel bei Krankheiten oder
Mangelzuständen einmal abgesehen, ist
­Vorsicht geboten: Viele Wirkstoffe sind noch
nicht ausreichend erforscht, in größeren Mengen können auch Vitamine, zum Beispiel A,
Beta-Carotin und E, eher schaden als nutzen.
Wissenschaftlich noch nicht bewiesen ist die
vorbeugende Wirkung von Kalzium und Selen.
Kalzium wird reichlich über Milchprodukte aufgenommen, ohne dass die empfohlene Menge erhöht werden müsste. Selen ist insbeson-
Darmkrebsrisiko
wird verringert durch
•viel Bewegung
•vollwertige Ernährung mit vielen Ballaststoffen
wird erhöht durch
•Übergewicht
•Rauchen
•Alkohol
•viel rotes Fleisch, geräucherte/­
gepökelte Fisch-/Fleischwaren
dere in Sesam, Paranuss, Thunfisch, Hering
und verschiedenen Getreidesorten enthalten.
Risikofaktoren meiden
Mehr bewegen!
„Sich regen bringt Segen“ sagt schon ein altes Sprichwort. Konkret wirkt sich Bewegung
günstig auf den Hormon- und Insulinhaushalt,
das Immunsystem und den gesamten Stoffwechsel aus. Außerdem wird der ganze Körper – von den Organen bis zu den feinsten
Gefäßen – besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt.
Wie erklärt sich die Auswirkung auf die Krebsvorbeugung? Wegen der besseren Verdauung
und einer beschleunigten Darmentleerung
können sich körperliche Aktivitäten vor allem
auf das Darmkrebsrisiko günstig auswirken.
Darüber hinaus heizt Bewegung den Kalorienverbrauch an, einerseits hilfreich beim Abneh-
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Bildquelle ©Exel
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men, andererseits können mehr gesunde
­Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreideund andere Pflanzenprodukte gegessen werden. Wer viel sitzt, sollte sich täglich min­
destens eine Stunde bewegen und ein- bis
zweimal wöchentlich so richtig ins Schwitzen
kommen.
Der Dickdarm
Auch wenn diese Risikofaktoren gemieden bzw. verringert werden, bietet dies
keinen zuverlässigen Schutz vor Darmpolypen bzw. Darmkrebs.
Besser die Früherkennung nutzen!
Übergewicht verringern!
Wie erklärt sich der Zusammenhang von
Übergewicht und Krebserkrankung? Einerseits muss der Körper durch die erhöhte Kalorienaufnahme viel mehr Nahrung verarbeiten
und andererseits ist Übergewicht oft ein „Bewegungsbremser“. Übergewicht wirkt sich
auf den Hormon­spiegel aus, damit kann auch
das Risiko für Brust- und Gebärmutterkrebs
deutlich ansteigen. Außerdem: Das Risiko für
Krebserkrankungen der Gallenblase, von
Darm, Enddarm und Niere kann sich erhöhen.
Rauchen Sie nicht!
Wissenschaftler fanden heraus, dass bei
­Rauchern bösartige Gewebeneubildungen im
Dickdarm mehr als doppelt so häufig auftreten als bei Nichtrauchern. Dabei steigt das
Darmkrebsrisiko mit der Menge der täglich
gerauchten Zigaretten und der Dauer des
Rauchens.
Alkohol
Alkohol wirkt ungünstig auf Mund, Rachen,
Kehlkopf und Speiseröhre – diese sind in
Kombination mit Rauchen besonders gefährdet – aber auch Magen, Leber und Dickdarm,
Lunge und Brustdrüse. Wenn Sie einmal Alkohol trinken – möglichst nicht täglich – dann gel-
ten als Höchstwert 20 Gramm Alkohol bei
Männern und 10 Gramm bei Frauen. Zum Vergleich: in 0,2 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein
stecken je zehn Gramm Alkohol.
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Die Früherkennung nutzen
Die verschiedenen Maßnahmen zur Früherkennung von Darmkrebs sind eingebettet in
das Vorsorgeprogramm, das bei Frauen ab
dem 20. Geburtstag mit der Untersuchung auf
Gebärmutterhalskrebs und bei Männern ab
dem 45. Geburtstag (u. a. Prostatakrebs) beginnt. Weil ab diesem Alter die Gefahr für ein
erhöhtes Krebsrisiko steigt, beginnen die Untersuchungen des Dickdarms ab 50 Jahren.
Ärztliche Beratung
Der untersuchende Arzt klärt ausführlich über
das Gesamtprogramm auf, zum Beispiel über
die verschiedenen Maßnahmen, die mit
50 Jahren beginnen. Werden die Untersuchungen erweitert, zum Beispiel mit der
­Koloskopie ab Beginn des 56. Lebensjahres,
wird die Beratung entsprechend fortgesetzt.
Bitte bereiten Sie sich auf dieses ärztliche
­Gespräch vor, damit Sie auf Fragen zu Beschwerden, Auffälligkeiten bei Verdauung und
Stuhlgang sowie Veränderungen am Stuhl,
­familiäre Besonderheiten usw. antworten
­können. Auch die Ergebnisse von Untersuchungen und Stuhlproben bespricht der Arzt
mit Ihnen; gemeinsam werden evtl. weitergehende Untersuchungen festgelegt.
Manuelle Untersuchung
Bei der jährlichen Krebsvorsorge tastet die
Ärztin/der Arzt mit dem Finger im Untersuchungshandschuh die normalerweise glatte
Haut im Enddarm ca. 10 cm tief auf verdächti-
ge Veränderungen ab. Immerhin rund ein Drittel aller Krebserkrankungen treten in diesem
auch Rektum oder Mastdarm genannten Abschnitt auf. Allerdings können nur Veränderungen ab einer gewissen Größe erfasst werden.
Stuhltest auf verborgenes Blut*
Bei einer krankhaften Veränderung im Darm
entstehen oft (kleinste) Blutungen. Weil er
schon geringste Mengen Blut anzeigt, bietet
dieser Stuhltest eine größere Sicherheit als
die manuelle Untersuchung. Durch den Test
werden auch mit dem Auge nicht sichtbare
Blutspuren entdeckt. Von „okkult“ (verborgen) und „hämo“ (Blut) ist er auch unter dem
Namen „Hämokkult-Test“ bekannt. Dieser
Test ist einfach zu handhaben und völlig
schmerzlos.
Eine Packung enthält drei Testbriefchen und
mehrere Spatel. Damit tragen Sie jeweils
zwei kleine Stuhlproben auf die dafür vorgesehenen Flächen auf und verschließen das
Testbriefchen. Diesen Vorgang wiederholen
Sie an den folgenden Tagen und geben dann
die durch Verschließen geruchsneutrale Packung bei der Arztpraxis zur Auswertung ab.
Das Labor kann dann selbst kleinste Blutbeimengungen feststellen. Eine genaue Gebrauchsanweisung für diesen unkomplizierten
Test finden Sie auf jeder Packung.
Blutspuren können neben Hämorrhoiden auch
andere Blutungen im Magen-Darm-Bereich
als Ursache haben. Manchmal reagiert der
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Teststreifen auch auf bestimmte Nahrungsmittel (z. B. verschiedene Gemüsearten,
Fleisch) und auf Medikamente (z. B. Eisentabletten, Aspirin). Andererseits bedeutet ein negatives Testergebnis keinen sicheren Beweis,
dass kein Krebs vorliegt, weil dieser nicht immer bluten muss. Auch bei einem unauffälligen Testergebnis sollten Sie deshalb weiterhin auf Warnzeichen achten.
Trotzdem bleibt dieser einfache Test eine
sinnvolle Einrichtung zur unkomplizierten,
aber auch störanfälligen Früherkennung. Statistiken zeigen, dass bei jedem dritten Teilnehmer ein positives Testergebnis zu finden ist.
Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass
Darmkrebs die Ursache dafür ist.
* Anmerkung; Voraussichtlich noch im Jahr 2017 wird
ein immunologischer Stuhltest (­i-FOBT) den bisherigen
Test (Testbriefchen) ablösen.
liche Vorstadien beschrieben. Diese können
am besten mit einer Darmspiegelung nicht
nur entdeckt, sondern in der Regel auch im
Rahmen dieser Untersuchung sofort entfernt
werden. Es dauert mindestens 5 bis 10 Jahre
bis aus Polypen Krebs entstehen kann. Bis
zum Wachstum des Dickdarmkrebs und ersten Auftreten von Beschwerden können
nochmals bis zu zehn Jahre vergehen. Darum
reicht auch eine Darmspiegelung alle zehn
Jahre aus.
Bei der Spiegelung können aber nicht nur
Darmkrebs und seine Vorstufen wie Polypen,
sondern auch andere krankhafte Veränderungen wie zum Beispiel Darmentzündungen
(Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) und weitere
Blutungsquellen festgestellt werden.
Die Darmspiegelung
Die Darmspiegelung (Koloskopie)
Genau und zuverlässig
Etwa ab 55 Jahren nimmt der Darmkrebs
deutlich zu. Auf den vorhergehenden Seiten
wurden bereits Polypen als sehr frühe mög­
Sie ist eine seit vielen Jahren bewährte
Untersuchungsmethode, Komplikationen
sind höchst selten und meist gut beherrschbar.
18
Die Untersuchung
Die „Koloskopie“ hat ihren Namen von
­„Kolon“ (Darm) und „skop“ (betrachten).
Der etwa kleinfingerdicke biegsame Untersuchungsschlauch (Endoskop) wird vom After
aus im Darm Stück für Stück vorgeschoben
und zwar bis zum Übergang des Dünndarms.
Damit dies besser gelingt und alle Teile gut
einsehbar sind, wird der Darm mittels Luft
„entfaltet“.
Das optische Untersuchungsinstrument hat
nicht nur eine Kamera mit Lichtquelle (der vergrößerte Darmabschnitt ist auf einem Bildschirm gut sichtbar), sondern auch durch spezielle Arbeitskanäle eingebrachte Instrumente
zum unkomplizierten Abtragen von Polypen
(bei flachen Polypen ggf. nach Schleimhautunterspritzung).
In der Regel kann der Polyp über das Endoskop geborgen und anschließend im Labor auf
krankhafte Veränderungen untersucht werden.
Diese Polypabtragung ist nicht schmerzhaft.
Ist eine endoskopische Entfernung nicht möglich, kann ein operativer Eingriff erforderlich
werden. Eventuell notwendige Gewebeproben zum Ausschluss weitere Krankheiten können ebenfalls über das Endoskop erfolgen.
Die Untersuchung kann – muss aber auf
Wunsch des Patienten nicht – mittels gut verträglicher Schmerz-/Beruhigungsmittel „verschlafen“ werden. Ohne diese Mittel empfinden einige Patienten die Darmspiegelung als
unangenehmen, manchmal auch als schmerzhaft. Schmerz kann auftreten, wenn der Untersuchungsschlauch durch bestimmte Darmschlingen durchgeführt wird. Weil diese be-
Die Untersuchungen auf einen Blick*
Alter
Art
Turnus
Vorteil
Nachteil
50-54
Papierstreifentest
jährlich
einfache, unkomplizierte Handhabung
geringe Sicherheit, mit dem
Alter steigendes Restrisiko
ab 55
Papierstreifentest
nur, wenn das Koloskopieangebot
nicht in Anspruch
genommen wird
2-jährlich
einfache, unkomplizierte Handhabung
nicht blutende oder kleine
­Karzinome werden möglicherweise nicht erfasst; (Falsch-)
positive Ergebnisse müssen
auch durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden
ab 55
Darmspiegelung
zweite Koloskopie 10
Jahre nach
der ersten
sehr große Sicherheit, Entfernung
der Vorstufen von
Darmkrebs
aufwendige, eher unangenehme Untersuchung
Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss
*Anmerkung: siehe Seite 17
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gradigt werden, hält der Schmerz jedoch nur
kurze Zeit an.
Aufklärung und Vorbereitung
Über die Untersuchung und ihre Vorbereitung
werden Sie ausführlich aufgeklärt. Die meisten Ärzte halten dazu Merkblätter bereit (u. a.
Vor- und Nachteile, evtl. Komplikationen und
Vorgehensweise zur Behebung, Auswirkung
auf bzw. Absetzen von bestimmten Medikamenten insbesondere zur Blutverdünnung).
Außerdem werden verschiedene Blutwerte
kontrolliert.
Für die Darmspiegelung muss der Darm vollständig entleert sein. Dies geschieht mittels
einer Spülflüssigkeit (spezielles im Wasser
aufgelöstes Pulver). Günstig ist es, einige Tage
vor der Untersuchung auf „schwere“ Kost zu
verzichten. Dazu zählen insbesondere Voll-/
Mehrkornbrot sowie Obst und Gemüse mit
Kernen (z. B. Trauben, Kiwi, Tomaten, Paprika).
Warnzeichen
Eines vorweg: Warten Sie nicht so lange, bis
eines der nebenstehenden Warnzeichen auftritt. Nutzen Sie die angebotenen Früherkennungsuntersuchungen. Sie zählen dann zur
ständig steigenden Zahl von verantwortungsbewussten Menschen, die nicht nur auf ihren
Darm, sondern ganz allgemein auf ihre Gesundheit achten. Von dieser Einstellung profitieren Sie gleich mehrfach: Ihre Lebensqualität wird gefördert, ihr Gesundheitsbewusstsein gestärkt und im „Falle eines Falles“
­sichern Sie sich durch die Früherkennung die
allerbesten Heilungschancen.
Übrigens: Keines dieser Warnzeichen bedeutet zwangsläufig, dass eine (Darm-)Krebserkrankung vorliegt. Meistens sind es andere
Ursachen, die zu den Beschwerden führen
können. Sicher ist das für Sie ein wichtiger
Anlass, eine der angebotenen Früherkennungsuntersuchungen zu nutzen bzw. die
­Ursachen ärztlich abklären zu lassen, wenn
etwa zeitliche Abstände bzw. Altersgrenzen
diesen Standardprogrammen entgegenstehen.
Auf Warnzeichen achten
•Blut am oder im Stuhl*
•Dauerhafte Störungen wie Verstopfung
oder Durchfall, auch beides im Wechsel
•Schleim oder Flüssigkeit beim Stuhlgang
•Häufig Bauchbeschwerden wie Krämpfe oder Schmerzen
•Unfreiwilliger Gewichtsverlust, Blässe,
Schlappheit
•Der Eindruck, den Darm nicht vollständig zu entleeren
*Gar nicht so selten und fälschlicher­
weise werden Blutspuren am oder im
Stuhl auf Hämorrhoiden zurückgeführt.
Das kann ein Irrtum mit fatalen Folgen
sein. Deshalb ist hier eine schnelle ärztliche Abklärung angezeigt. Auch Hämorrhoiden lassen sich gut behandeln,
­warum also längere Zeit mit dieser eingeschränkten Lebensqualität leben?
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Früherkennung – dem Krebs keine Chance!
Mit Ihrer Gesundheitskarte können Sie problemlos alle Vorsorgeuntersuchungen nutzen.
bei Frauen
Weil krankheitsbedingte Veränderungen
rechtzeitig erkannt werden können, haben
Frauen sehr gute Heilungschancen durch die
Früh­erkennung von Gebär­mutterhals- und
Brustkrebs. Lassen Sie sich ab dem 20. Geburtstag einmal im Jahr von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt vorsorglich untersuchen
(ab 30 wird dabei die Brust und ab 50 zusätzlich der Dickdarm untersucht).
bei Männern
Diese Maßnahmen umfassen beginnend ab
45 Jahren die Früherkennung von Krebserkrankungen der Prostata und der äußeren
­Genitalien sowie ab 50 die Untersuchungen
des Dickdarms.
Gesundheitsuntersuchung
„check up 35“
Diese Gesundheits­untersuchung bezieht sich
insbesondere auf Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie Stoffwechselstörungen; sie ist nach Vollendung des 35. Lebensjahres alle zwei Jahre möglich (einschl. Hautkrebsscreening). Durch diese Untersuchung
sollen Krankheiten möglichst frühzeitig erkannt werden. Wichtige Ratschläge betreffen
die Möglichkeiten, persönliche Risikofaktoren
zu vermeiden oder zu reduzieren. Damit Sie
gesund bleiben.
Ärzte
•Hausarzt
•Gynäkologe
•Urologe
•Gastroenterologe
(z. B. Darmspiegelung)
•Dermatologe
(z. B. Hautkrebsscreening)
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Adressen
Informationen und Aufklärungsmaterial zu Darmkrebs(vorsorge)
Deutsche Krebsgesellschaft e. V. mit den
­Landeskrebsgesellschaften
www.krebsgesellschaft.de
Stiftung Deutsche Krebshilfe
www.krebshilfe.de
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
www.dge-medienservice.de · www.dge.de
Felix Burda Stiftung – www.darmkrebs.de
Stiftung LebensBlicke – www.lebensblicke.de
Deutsches Krebsforschungszentrum ·
­Krebsinformationsdienst
www.krebsinformationsdienst.de
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
Gesundheitswesen, rechtsfähige Stiftung des
bürgerlichen Rechts
www.gesundheitsinformation.de
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
Gesundheitswesen
www.iqwig.de
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der
Krankheiten von Magen, Darm und Leber
sowie von Störungen des Stoffwechsels und
der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
www.gastro-liga.de
Testen Sie Ihr persönliches Darmkrebsrisiko!
Darmkrebs ist eine Erkrankung, die vererbt
werden kann. Das Vorliegen einer erblichen
Darmkrebserkrankung bedeutet für direkte
Verwandte der Erkrankten (Eltern, Geschwister und Kinder), dass sie unter Umständen
schon im frühen Erwachsenenalter ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung haben.
geln sehr deutlich reduzieren. Sprechen Sie
mit Ihrem Arzt über Ihr persönliches Darmkrebsrisiko und nehmen Sie die Chance, die
die Darmkrebsvorsorge Ihnen bietet, wahr!
Darmkrebs ist die einzige Krebserkrankung,
die sich nahezu hundertprozentig verhindern
lässt.
Bei den meisten Formen von erblichem
Darmkrebs lässt sich das Erkrankungsrisiko
durch Befolgen entsprechender Vorsorgere-
Mit den folgenden Fragen können Sie selbst
herausfinden, ob in Ihrer Familie ein erhöhtes
Risiko für eine Darmkrebserkrankung vorliegt.
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Wichtig ist, dass Sie möglichst genau in Erfahrung bringen, wer in der Familie Darmkrebs oder Darmpolypen hat oder hatte und in
welchem Alter diese Erkrankungen aufgetreten sind.
1.In meiner Familie ist ein direkter Verwandter (Eltern, Geschwister oder Kinder) an
Darmkrebs erkrankt.
Ja  Nein 
2.In meiner Familie ist ein direkter Verwandter (Eltern, Geschwister oder Kinder) vor
dem Alter von 50 Jahren an Darmkrebs erkrankt.
Ja  Nein 
3.In meiner Familie wurde bei einem direkten
Verwandten (Eltern, Geschwister oder Kinder) ein Darmpolyp (Adenom) vor dem Alter
von 50 Jahren erkannt.
Ja  Nein 
4.In meiner Familie sind drei oder mehr Verwandte an Darmkrebs, Magenkrebs, Gebärmutterkrebs, Eierstockkrebs, Nierenbecken- oder Harnleiterkrebs erkrankt.
Ja  Nein 
Vorsorgeempfehlungen
Falls Sie alle Fragen mit Nein beantwortet haben, besteht in Ihrer Familie kein erhöhtes Risiko für eine Darmkrebserkrankung. Es reicht,
wenn alle Familienmitglieder im Alter von 50
Jahren mit der Darmkrebsvorsorge beginnen.
Die Krankenkassen zahlen einen jährlichen
Stuhlbluttest ab 50 Jahren und eine Darmspiegelung ab 55 Jahren.
Falls Sie ausschließlich Frage 1 mit Ja beantwortet haben, könnte in Ihrer Familie ein erhöhtes Risiko für eine Darmkrebserkrankung
vorliegen. Alle direkten Verwandten (Eltern,
Geschwister und Kinder) der an Darmkrebs
erkrankten Person sollten sich dann vom
Hausarzt oder Gastroenterologen beraten lassen, ob zusätzliche Vorsorgemaßnahmen notwendig sind.
Falls Sie eine oder mehrere der Fragen 2 bis 4
mit Ja beantwortet haben, könnte in Ihrer Familie eine erbliche Form von Darmkrebs vorliegen. Alle direkten Verwandten (Eltern, Geschwister und Kinder) der an Darmkrebs erkrankten Personen haben dann ein stark erhöhtes Risiko für eine Darmkrebserkrankung
und sollten sich unbedingt vom Hausarzt,
Gastroenterologen oder ggf. Humangenetiker
über geeignete Vorsorgemaßnahmen beraten
lassen.
Humangenetische ­Beratungsstellen
Einige Universitätskliniken haben spezielle Beratungsstellen für Personen mit Verdacht auf
erblichen Darmkrebs eingerichtet. Adressen
siehe unter www.hnpcc.de/ansprechpartner,
weitere genetische Beratungsstellen ­unter
www.bvdh.de.
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Schnell-Check Darmkrebs
Testen Sie Ihr Risiko und erfahren Sie, wann Sie zur Vorsorge gehen sollten.
1 | Sind Sie 50 Jahre oder älter?
JA Ab 50 Jahren besteht ein erhöhtes Risiko und Sie haben Anspruch auf einen jährlichen
­Stuhltest.
Ab 55 Jahren haben Sie Anspruch auf eine Darmspiegelung, die nach 10 Jahren wiederholt
wird.
NEIN
weiter mit Frage 2
2 | Haben Sie Blut im Stuhl bemerkt?
JA Der Grund für die Blutung sollte durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.
Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin.
NEIN
weiter mit Frage 3
3 | Hatten Sie bereits einen Polypen (Adenom)?
JA Polypen können zu Darmkrebs entarten. Eine regelmäßige Nachsorge (entsprechend Ihrem
Befund und Risiko) ist daher sehr wichtig.
NEIN
weiter mit Frage 4
4 | Haben Sie ein erbliches oder familiäres Risiko?
Sind in Ihrer Familie drei oder mehr Verwandte an Darm-, Magen-, Gebärmutter-,
­Eierstock-, Nierenbecken- oder Harnleiterkrebs erkrankt?
JA Sie sollten mit einem Humangenetiker über Ihr erbliches Risiko und geeignete Vorsorgemaßnahmen sprechen. Personen mit erblichem Risiko (Lynch-Syndrom) sollen in der Regel
ab 25 Jahren regelmäßig koloskopiert werden.
Gab es eine Darmkrebserkrankung bei einem direkten Verwandten oder eine DarmpolypenEntfernung (Adenom) bei einem direkten Verwandten vor dem 50. Lebensjahr?
JA Es wird eine Darmspiegelung 10 Jahre vor dem Alter, in dem das direkt mit Ihnen
­verwandte Familienmitglied erkrankte – spätestens mit 40 bis 45 Jahren – empfohlen.
NEIN
weiter mit Frage 5
5 | Haben Sie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn?
JA Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko.
­Lassen Sie sich von einem Facharzt über geeignete Vorsorgemaßnahmen beraten.
NEIN
weiter mit Frage 6
6 | Haben Sie Diabetes Typ 2?
JA Bei Diabetes Typ 2 ist Ihr Risiko erhöht. Sie sollten vor Beginn einer Insulin-Behandlung mit
Ihrem Arzt sprechen, ob zur Sicherheit eine Darmspiegelung durchgeführt werden sollte.
NEIN
weiter mit Frage 7
7 | Sind Sie Raucher?
JA Rauchen kann Darmkrebs verursachen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
NEIN
weiter mit Frage 8
8 | Besteht ein Mangel an Bewegung?
JA Mit regelmäßigem Sport senken Sie Ihr Krebs-Risiko. Sprechen Sie mir Ihrem Arzt.
NEIN
weiter mit Frage 9
9 | Haben Sie Übergewicht (BMI > 25)? Ist Ihre Ernährung ungesund?
JA Das metabolische Syndrom oder eine ungesunde Ernährung erhöhen das Darmkrebsrisiko.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
NEIN
Wenn Sie alle Fragen mit „Nein“ beantwortet haben, gehören Sie nicht zu den Risikogruppen für
Darmkrebs. Da das Risiko für Darmkrebs jedoch ab dem Alter von 50 Jahren deutlich zunimmt, sollten
Sie unbedingt die ab 50 Jahren angebotene gesetzliche Darmkrebsvorsorge in Anspruch nehmen.
Wenn Sie mindestens eine Frage mit „Ja“ beantwortet haben, empfehlen wir ein Arzt-Gespräch.
Quelle: www.felix-burda-stiftung.de
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