Informationen zur Schwangerschaft

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Informationen zur Schwangerschaft
Inhalt:
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Informationen zur Schwangerschaft
Toxoplasmose und Schwangerschaft
Ringelnröteln und Schwangerschaft
Zytomegalie und Schwangerschaft
Vitamin D
Eisen und Schwangerschaft
B-Streptokokken in der Schwangerschaft
Pilzinfektions-Screening in der Schwangerschaft
Informationen zu Kaiserschnitt-Entbindungen
Ungeeignete Pflanzen in der Schwangerschaft
Informationen zum Praena-Test
www.dr-becherer.de
Informationen zur Schwangerschaft
Labor
 Routine-Untersuchungen gemäß Mutterschutzrichtlinien
Zu Beginn der Schwangerschaft werden zu Lasten der Krankenkassen folgende Untersuchungen durchgeführt:
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Blutgruppe mit Rhesusfaktor
Antikörpersuchtest
Lues-Suchtest (Syphilis)
HIV-Suchtests
(ist nur bei Einverständnis der Schwangeren erlaubt)
Röteln (bzw. Nachweis von 2 Impfungen)
kleines Blutbild
Varizellen-Zoster Virus (VZV)
 Selbstzahlerleistungen
Außen den Routine-Untersuchungen empfehlen wir folgende Laboruntersuchungen, die wir als Selbstzahlerleistung anbieten. Wenn eine
medizinisch begründete Hinweise auf eine Erkrankung bestehen, führen wir sie auch zu Lasten der Krankenkasse durch.
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Toxoplasmose (Laborkosten 20,40 €)
siehe auch Toxoplasmose in der Schwangerschaft
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Ringelröteln (Parvovirus B 19) (Laborkosten 20,40 €)
siehe auch Ringelröteln in der Schwangerschaft
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Zytomegalie (Laborkosten 13,99 €)
siehe auch Zytomegalie in der Schwangerschaft
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Vitamin D (Laborkosten 27,98 €)
siehe Vitamin D
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Ferritin (Eisenspeicher im Körper) (Laborkosten 14,57 €)
siehe Eisen und Schwangerschaft
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TSH (Schilddrüsenwert) (Laborkosten14,57 €)
HIV-Test und Test auf Hepatitis C gegen Ende der Schwangerschaft wenn eine Wassergeburt gewünscht wird.
Nährstoffversorgung bei veganer oder vegetarischer Ernährung (Laborkosten je nach Wert und Anzahl)
zu den angegeben Laborkosten kommen hier in der Praxis noch Kosten hinzu:
Beratung und Bearbeitung (je nach Anzahl der Untersuchungen bzw. Aufwand) 10,72 - 30,60 €, Blutabnahme 4,20 €,
Abstrichentnahme 5,36 €
 Test auf Gestattionsdiabetes
 Im Zeitraum zwischen 24 + 0 und 27 + 6 SSW wird ein Blutzucker-Screening (= 50-g-OGTT, oraler Glukose-Toleranztest) durchgeführt.
Bei Werten ≥ 135 mg/dl und ≤ 200 mg/dl ist der genauere und verlässlichere 75-g-OGTT nach 8-stündiger Nahrungskarenz
anzuschließen. Liegt das Testergebnis bei > 200 mg/dl, gilt der Gestationsdiabetes bereits nach dem 50-g-Test als gesichert.
Diese Untersuchung wird von den Krankenkassen übernommen. Bezüglich der Verlässlichkeit, stellt sie aber ein Kompromiss dar.
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Für den 75-g-OGTT gelten folgende Normwerte: nüchtern ≤ 92 mgdl, nach 1 Stunde ≤ 180 mg/dl, nach 2 Stunden ≤ 153 mg/dl).
Wünscht die Schwangere eine leitlinienkonforme und verlässlichere Vorsorge, sollte sie anstelle des einfacheren Tests den 75-g-OGTT
bevorzugen.
Der 75-g-OGTT ist Selbstzahlerleistung mit Gesamt-Kosten 35,36 €.
Streptokokken der Gruppe B (GBS):
Zwischen der 35. und der 37. SSW sollte ein Vaginalabstrich auf Streptokokken der Gruppe B erfolgen. Man geht davon aus, dass 20 – 30 %
© Dr. Ewald Becherer
aller Schwangeren asymptomatische Trägerinnen sind. Da der Keim schwere kindliche Infektionen verursachen kann, empfiehlt sich die
Screening-Untersuchung. Gefürchtet ist eine Sepsis des Neugeborenen (Entzündungsreaktion des gesamten Organismus), bei der am
Geburtstermin noch 2 %, in der 34. – 36. SSW 10 % und vor der 34. SSW mehr als 30 % der Kinder versterben.
• Streptokokken Gruppe B in der Schwangerschaft
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Pilzinfektionen:
Eine Pilzbesiedelung der Scheide kann bei der Geburt auf das Neugeborene übergehen und bei ihm Erkrankungen hervorrufen. Wir
empfehlen jeder Schwangeren, bei der eine Entbindung durch die Scheide geplant ist, die Screening-Untersuchung gegen Ende der
Schwangerschaft.
• Pilzinfektions-Screening in der Schwangerschaft
 Chlamydien
Chlamydien sind Bakterien, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können und keine Immunität erzeugen.
Etwa bei 3 – 5 % der Schwangeren liegt eine Chlamydien-Infektion vor. Das Hauptrisiko einer Infektion durch Chlamydien besteht zum
Zeitpunkt der Entbindung. Dadurch kann es beim Kind zu einer Bindehautentzündung und Lungenentzündung kommen. Die
Übertragungsrate auf das Kind während der Entbindung liegt bei 20 – 40 %. Ein Screening erfolgt nur zu Beginn der Schwangerschaft, so
dass eine Wiederholung gegen Ende der Schwangerschaft als Selbstzahlerleistung sinnvoll sein kann. Die Untersuchung ist aber sehr teuer
(Laborkosten ca. 99 €).
Ernährung
 Vorbeugende Maßnahmen
 Aus verschiedenen Gründen sollten Schwangere rohes Fleisch, rohen Fisch (und Meeresfrüchte) und nicht durchgegarte Eier oder
andere Produkte meiden. Hauptgründe sind die Vorbeugung gegen Toxoplasmose, Listeriose und Salmonellose.
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Rohmilchprodukte sollten die schwangeren Frauen ebenfalls meiden sowie bei allen Käsen die Rinde entfernen.
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Vor und nach der Nahrungszubereitung sollte sich die Schwangere die Hände gut waschen.
Auf verzehrfertiger Salat oder vorgeschältes Obst und Gemüse sollte in der Schwangerschaft möglichst verzichtet werden. Gemüse,
Obst und Salat sollten gut gewaschen, besser jedoch geschält oder gekocht werden.
 Die physiologische Gewichtszunahme in der Schwangerschaft beträgt im Durchschnitt etwa 12,5 kg, wobei die physiologische
Gewichtszunahme vom Ausgangs-BMI abhängig ist. Schlanke Frauen (BMI < 20) sollten dabei mehr (12,5–18 kg), adipöse Schwangere
weniger zunehmen (BMI 26–29: 7–11,5 kg; BMI > 29: < 6 kg).
 Supplementierung (Nahrungsergänzungsmittel)
 Schwangere haben einen höheren Bedarf an bestimmten Nährstoffen, weswegen empfohlen wird, diese gezielt zuzuführen bzw. zur
Nahrung zu ergänzen.
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Es besteht die Möglichkeit, die einzelnen Nährstoffe in der entsprechenden Dosierung einzeln zuzuführen oder als Kombination in
einer Multivitamin-Tablette, die aber speziell für Schwangere konzipiert ist.

Nährstoffe werden aber im Nahrungsverbund immer besser aufgenommen, so dass eine gezielte Anpassung der Ernährung und die
Ergänzung von bestimmten Lebensmitteln (die die jeweiligen Nährstoffe reichhaltig enthalten) besonders zu empfehlen ist.
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Folsäure (400 µg)
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Eisen (30 mg), siehe auch Eisen und Schwangerschaft
Jod (100 – 150 µg)
DHA (Omega-3-Fettsäuren) 200 mg ab der 2o. SSW
ggf. Vitamin D, siehe auch Vitamin D
© Dr. Ewald Becherer
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Kalzium 1 – 2 g (bei Z. n. Praeeklampsie)

Probiotika (vor allem Lactobacillus) im letzten Schwangerschaftsdrittel sowie in der Stillzeit zur Allergieprävention
Zink (20 mg Zinkaspartat)
Magnesium 15 mmol = 360 mg (5 mmol = 120 mg)
insbesondere bei Wadenkrämpfen und in höheren Dosierungen bei vorzeitiger Wehentätigkeit
Lifestyle
 Genussmittel
 Alkohol: Es besteht keine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung, daher sollte auf Alkohol am besten völlig verzichtet werden
 Rauchen: Raucherinnen ist die sofortige Beendigung des Konsums und nicht etwa das Ausschleichen zu empfehlen: Jede nicht
gerauchte Zigarette ist von Vorteil für das Kind!
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Koffein: Gegen einen Konsum von bis zu 2 – 4 Tassen pro Tag ist nichts einzuwenden.
Drogen: In der Schwangerschaft sollte eine betreute Dosisreduktion, z. B. mit Methadon oder Umstellung auf Buprenorphin,
angestrebt werden, um die kindliche Entzugssymptomatik zu verbessern.
 Aktivitäten
 Sport: Zu empfehlen sind Schwimmen, Radfahren, leichte Gymnastik und Wandern. Kraft- und Leistungssport sollten ebenso
vermieden werden wie Sportarten, die mit starken Erschütterungen oder hoher Sturzgefahr einhergehen (z. B. Reiten).
Als angemessen kann in der Schwangerschaft eine Beanspruchung gelten, bei der die Schwangere noch ein Gespräch führen kann,
ohne dabei außer Atem zu geraten.

Reisen: Von Reisen in tropische oder Entwicklungsländer ist abzuraten (Infektionsgefahr, Impfempfehlung, Klimaveränderung,
Langstreckenflug). Fliegen ist mit den meisten Fluggesellschaften bis etwa zur 36. SSW, z. T. gegen Vorlage einer entsprechenden
ärztlichen Bescheinigung, möglich. Bei etwaigen Langstrecken sollte eine Thromboseprophylaxe etwa durch das Tragen von
Kompressionsstrümpfen erfolgen.

Geschlechtsverkehr: In der unkomplizierten Schwangerschaft spricht nichts gegen Geschlechtsverkehr. Anders ist dies bei
Risikofaktoren wie drohender Abort bzw. Frühgeburt, Blutungen und Placenta praevia.
 Zahnarzt:
Die Zähne von Schwangeren sind anfälliger für Karies, weshalb jeder Schwangeren zu Beginn und gegen Ende der Schwangerschaft eine
Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt und ggf. eine Zahnreinigung zu empfehlen sind.
 Mutterschutzgesetz und Elternzeit/-geld
Informationen hierzu finden Schwangere u.a. in Informationsbroschüren und -stellen des Bundesministeriums für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend oder in Links auf unserer Homepage.
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Familie/leistungen-und-foerderung.html
 Überlegungen zum Wunsch nach Kaiserschnitt
Informationen zu Kaiserschnitt-Entbindungen
Medikamente
 Vor der Medikamenteneinnahme muss unbedingt geklärt werden, ob das Medikament für eine Schwangere oder Stillende geeignet ist.
 Diese Klärung können wir hier in der Praxis durchführen.
© Dr. Ewald Becherer
 Eine gute Kontaktadresse und Informationsquelle ist das Embryotoxikologische Beratungszentrum in Berlin (http://www.embryotox.de).
Auf der Homepage oder als App finden Sie gute Informationen zu den einzelnen Wirkstoffen bzw. Präparaten. Wenn Sie ein Medikament
mit mehreren Bestandteilen einnehmen, müssen Sie die einzelnen Bestandteile nachschlagen.
 Die Beipackzettel sind manchmal nicht wissenschaftlich fundiert oder nicht aussagekräftig.
 Zur Anwendung pflanzlicher Mittel siehe folgende Tabelle:
Ungeeignete Pflanzen während der Schwangerschaft
Impfungen
 Impfungen mit Lebendimpfstoffen, die vermehrungsfähige Erreger enthalten, sind in der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert.
Impfungen mit Totimpfstoffen oder Toxoiden gelten dagegen als unbedenklich.
 Ist es in der Schwangerschaft zum Kontakt mit Masern, Mumps, Röteln, FSME, Hepatitis B, Varizellen oder Tollwut gekommen, stellt die
passive Immunisierung mit Immunglobulinen die einzige Art der Prophylaxe dar.
 Ausdrücklich empfohlen wird die Impfung gegen die saisonale Grippe in der Schwangerschaft. Gesunde Schwangere sollten sich ab dem
zweiten Drittel, Risikoschwangere mit chronischen Atemwegserkrankungen o. Ä. ggf. bereits auch im ersten Schwangerschaftsdrittel
impfen lassen.
Ultraschall
 Ultraschalluntersuchungen gemäß Mutterschutzrichtlinie:
 Routine-Untersuchungen in der 9. - 12. SSW, 19. - 22. SSW und 29. - 32. SSW
 Bei der 2. Routine-Ultraschall-Untersuchung (19. – 22. SSW) können Sie zwischen der „Basis-Ultraschalluntersuchung“ und der
„erweiterten Basis-Ultraschall-Untersuchung“ wählen. Die Kosten für beide Ultraschall-Untersuchungen werden von den
Krankenkassen übernommen. Hierzu gibt es speziell Broschüre des Gemeinsamen Bundesausschusses.
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aus medizinischen Gründen, so oft es erforderlich ist
bei Bedarf auch Überweisung zur sonographischen Feindiagnostik oder anderen weiterführenden Untersuchungen (wie z. B. zur
Doppleruntersuchung)
 Ultraschall als Selbstzahlerleistung
 auf eigenen Wunsch als Selbstzahlerleistung,
 so oft es gewünscht wird
 anfallende Kosten 28 €
 3D-Ultraschall
 auf eigenen Wunsch
 als Selbstzahlerleistung
Fehlbildungsuntersuchungen
 Für jede Schwangerschaft besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass beim erwarteten Kind eine Chromosomenveränderung, z.B.
Trisomie 21 (Down Syndrom) vorliegt. Diese Wahrscheinlichkeit steigt mit zunehmendem Alter der werdenden Mutter. Für schwangere
Frauen, die 25 Jahre alt sind, wird eine Wahrscheinlichkeit von 1:1352 angegeben, dass das Kind eine Trisomie 21 hat. Das bedeutet, dass
© Dr. Ewald Becherer
von 1352 Frauen, die 25 Jahre alt sind, eine Frau ein von einer Trisomie 21 betroffenes Kind bekommt. Für 30jährige Schwangere beträgt
die Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie 21 des Kindes 1:895, bei 35jährigen 1:356 und für 40jährige 1:97.
 Bluttests
Seit einigen Monaten stehen neue Bluttests zur Verfügung, die durch eine Blutuntersuchung der Schwangeren sehr genau feststellen
können, ob eine Trisomie 21 vorliegt. Hierbei wird fetales Erbmaterial (zellfreie DNA) aus dem mütterlichen Blut analysiert. Die
Untersuchungen sind allerdings sehr teuer. Am besten untersucht ist der „Harmony Prenatal Test“. Der Test weist in mehr als 99 % der
Fälle einer Trisomie 21 nach und nur bei weniger als 0,1 % zeigt der Test fälschlicherweise ein auffälliges Ergebnis an (Falsch-postiv-Rate).
Er kann ab einem Schwangerschaftsalter von 10+0 SSW durchgeführt werden und kann auch das Geschlecht bestimmen.
Der Laborkosten für diesen Test betragen 485 €. Mit Geschlechtsbestimmung kostet der Test 495 €. Hinzu kommen Kosten, die in unserer
Praxis entstehen, in Höhe von 30,60 €.
 Ersttrimesterscreening
Dabei werden zwei biochemische Laborwerte aus dem mütterlichen Blut (PAPP-A und freies β-hCG) analysiert sowie im Ultraschall die
fetale Nackentransparenz ausgemessen. Die Untersuchung wird zwischen der 12. und 14. SSW (11+0 – 13+6) durchgeführt.
Durchschnittlich wird in 85 – 95 von 100 betroffenen Schwangerschaften ein erhöhtes Risiko für die häufigsten 3 Trisomien (13, 18 und
21) ermittelt. Andererseits wird für etwa 5 von 100 Frauen ein erhöhtes Risiko ermittelt, obwohl die Chromosomen des Kindes nicht
verändert sind. Das Ersttrimesterscreening ist eine Selbstzahlerleistung und kostet ca. 150 €.
 Amniocentese (= Fruchtwasseruntersuchung)
Schwangeren, die zum Zeitpunkt der Geburt 35 Jahre oder älter sind, wird eine Fruchtwasserentnahme angeboten, bei der die
Chromosomen des ungeborenen Kindes untersucht werden. Das Ergebnis der Fruchtwasseruntersuchung ist sicher. Bei diesen
Untersuchungen handelt es sich um invasive Eingriffe, die mit dem Risiko einer Fehlgeburt verbunden sind. Das Risiko für eine Fehlgeburt
nach Fruchtwasserentnahme wird mit 0,5-1 % (1: 200 bis 1:100) angegeben.
Die Amniocentese wird in der normalerweise in der 16. SSW durchgeführt und kann auf Überweisung zu Lasten der Krankenkassen
erfolgen.
Untersuchungen im Schwangerschaftsverlauf
 regelmäßige Tastuntersuchung des Muttermundes, Messung des Scheiden-pH-Wertes und mikroskopische Untersuchung des
Scheidensekrets
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bei Bedarf vaginaler Ultraschall zur Bestimmung der Gebärmutterhalslänge
Urin mittels Teststreifenmethode, Gewicht und der Blutdruck
ab der 28. SSW: CTG (Herztöne des Kindes und ggf. Wehen)
Untersuchungsintervalle
Bis zur 28. Schwangerschaftswoche (SSW) stellt sich die Patientin etwa alle vier Wochen, danach alle zwei Wochen vor.
 Untersuchungen im Schwangerschaftsverlauf
Hebamme
 Kümmern Sie sich gleich Beginn der Schwangerschaft um eine Nachsorgehebamme!
 Frau Kim Melina Schuster steht Ihnen als Hebamme in der Schwangerschaftsvorsorge und in der Nachsorge im Wochenbett zur Verfügung.
 Kim Melina Schuster
BabyCare
 Informationsprogramm und Buch, das von vielen Krankenkassen kostenlos weitergegeben wird oder auch im Buchhandel erhältlich ist
© Dr. Ewald Becherer
 http://www.baby-care.de
Toxoplasmose in der Schwangerschaft
Erreger
Toxoplasma gondii
Infektionsquelle
Die meisten Infektionen finden durch den Verzehr von rohem, ungenügend erhitzten Fleisch- und Wurstwaren
(v.a. vom Schwein, Lamm und Ziege) oder durch infizierte Lebensmittel statt (wie z. B. nicht ausreichend
gesäuberten Salaten, Gemüse und Fallobst), die durch Katzenkot verunreinigt sind. Der Kot infizierter Katzen kann
durch Staub und Wind verbreitet werden. Die meisten Infektionen erfolgen ohne eigene Katze. Etwa 1 % der
Katzen sind Infektionsträger.
Häufigkeit
50 % der Erwachsenen haben Antikörper; damit besteht kein Risiko für das Ungeborene; Eine Erstinfektion tritt
bei 0,2 - 0,5 % aller Schwangeren auf; bei der Hälfte der Betroffen werden die ungeborenen Kinder infiziert; 14 %
der Kinder bekommen schwere Schäden.
Symptome Mutter
Die Infektion verläuft meist symptomlos. Selten können grippale Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Mattigkeit,
Kopfschmerzen, Durchfälle, Muskel- und Gliederschmerzen oder selten Lymphknoten-Schwellungen auftreten.
Symptome Kind
Eine Infektion im 1. Schwangerschaftsdrittel führt in 15 % zur Erkrankung des Feten, der dann schwer geschädigt
ist oder sogar sterben kann.
Bei einer Infektion im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel weist das Neugeborene unterschiedlich ausgeprägte
Symptome auf. In bis zu 10 % kommt es zu akuten Entzündungen mit Fieber, Leber- und Milzvergrößerung,
Leberentzündung, Herzmuskelentzündung, Gehirnentzündung mit Folgeschäden wie Verkalkungen, Wasserkopf
und Entzündung der Netz- und Aderhaut im Auge (Sehverschlechterung).
Ca. 90 % der Kinder zeigen nach der Geburt zunächst einen symptomlosen Verlauf. Erst später entwickelt sich in
65 – 95 % die typische Entzündung der Netz- und Aderhaut im Auge.
Diagnostik
Es sollte eine Antikörper-Bestimmung im Blut möglichst früh in der Schwangerschaft durchgeführt werden; bei
negativem Antikörperbefund (Erkrankung noch nicht durchgemacht = kein Infektionsschutz) werden
Untersuchungen alle 8 – 12 Wochen bis zum Schwangerschaftsende empfohlen.
Wenn zu Beginn der Schwangerschaft IgG-Antikörper nachweisbar sind und IgM-Antikörper fehlen, kann von
einem Immunschutz für das Ungeborenen ausgegangen werden. Bis IgG-Antikörper auftreten dauert es 8 – 12
Wochen, davor sind nur die IgM positiv.
Therapie
Bei einer Erstinfektion der Mutter ist eine Antibiotika-Therapie der Mutter über mehrere Wochen erforderlich.
Sinn des Screening
Wird eine Infektion der Mutter festgestellt, kann mittels Fruchtwasser- oder Nabelschnurpunktion eine kindliche
Infektion festgestellt werden. Durch Ultraschalluntersuchungen kann festgestellt werden, ob es zu einer
Schädigung des Ungeborenen gekommen ist.
Ein negativer kindlicher Laborbefund (keine Infektion) schließt aber nicht aus, dass die Infektion nach der
Punktion noch auf das Kind übergeht, so dass bislang auch bei negativem Ergebnis eine Antibiotikatherapie der
Mutter abgeschlossen wird.
Wird die Toxoplasmose auch beim Kind nachgewiesen und bestehen Anzeichen für eine kindliche Schädigung,
kann die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruches erwogen werden.
Vorsorgemaßnahmen
Wird eine Katze gehalten, braucht sie nicht aus dem Umfeld der Schwangeren entfernt werden. Das Tier sollte
jedoch nur mit Dosen – und/oder Trockenfutter ernährt werden. Wenn dies nicht möglich ist, sollte sich die
Schwangere von der Katze fernhalten.
Kotkästen sind von anderen Personen täglich mit heißem Wasser (über 70 °C) zu reinigen.
© Dr. Ewald Becherer
Ringelröteln in der Schwangerschaft
Erreger
Parvovirus-B19
Infektionsquelle
Es besteht eine hohe Ansteckungsgefahr per Tröpfcheninfektion oder Schmierinfektion bei engem Kontakt zu
infizierten Personen. Die Inkubationszeit beträgt gewöhnlich vier bis 14 Tage.
Weitere Übertragungsmöglichkeiten bestehen durch Frischblut und Blutprodukte.
Häufigkeit
Es muss mit 1 Parvovirus-B19-Infektion auf 400 Schwangerschaften gerechnet werden. Die Durchseuchung unter
Erwachsenen beläuft sich auf etwa 50 - 60 %. Eine Übertragung auf das Kind findet in 33 % der Fälle statt.
Symptome Mutter
Ein Viertel und mehr der Infektionen verläuft asymptomatisch. Häufig kommt es zu einer völlig unspezifischen
Symptomatik. Der typische Ausschlag wird nur bei 15 - 20 % der Infizierten beobachtet.
Symptome Kind
Das Virus befällt beim Kind insbesondere die blutbildenden Zellen in Leber und Knochenmark. Damit kommt es in ca.
10 % zu einer schweren Blutarmut beim Ungeborenen. In 10 % kommt es zu einem Hydrops fetalis (= generalisierte
Flüssigkeitsansammlung, die sich über weite Teile des Körpers eines ungeborenen Kindes ausbreitet) und einem Abfall
der Herzleistung. Im schlimmsten Fall kommt es zur Fehlgeburt bzw. Totgeburt (10 %). Besonders hoch ist Risiko bei
einer Infektion zwischen der 10. und 22. Schwangerschaftswoche.
Diagnostik
Es wird eine Antikörperbestimmung zu Beginn der Schwangerschaft empfohlen. IgM-Antikörper lassen sich etwa 14
Tage bis vier Monate nach der Infektion nachweisen. Der positive Nachweis insbesondere bei beruflich exponierten
Frauen kann die Gewissheit geben, gegen einen Infekt geschützt zu sein.
Therapie
Bei Auftreten von Hydrops-Zeichen bei der Sonographie erfolgt die Nabelschnurpunktion zur Hb-Wert-Messung und zur
intrauterinen Bluttransfusion beim Ungeborenen.
Sinn des Screening
Beim Nachweis einer Erstinfektion im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel ist eine kurzfristige sonographische
Diagnostik (inklusive dopplersonographischer Messung) indiziert, da bei frühzeitiger Erkennung einer fetalen Blutarmut
(Anämie) diese durch Bluttransfusionen in die Nabelschnurvene behandelt werden kann, ohne dass längerfristige
kindliche Schädigungen befürchtet werden müssen.
Zytomegalie in der Schwangerschaft
Erreger
Zytomegalievirus (CMV)
Infektionsquelle
Zur Übertragung kommt es durch Schmierinfektionen mit infektiösen Körperflüssigkeiten wie Speichel, Blut,
Urin, Genitalsekret, Sperma und Muttermilch von CMV-infizierten Personen (häufig Kleinkinder) oder durch
intensive Schleimhautkontakte mit diesen. Die Inkubationszeit ist nicht genau bekannt und kann 4 – 12 Wochen
betragen. Es kann nicht nur bei der mütterlichen Erstinfektion zu einer Infektion des Fetus kommen, sondern
auch bei einer wiederauftretenden (reaktivierten) Infektion kommen.
Häufigkeit
Ca. 50 % der Schwangeren hatten noch keinen Kontakt zu CMV (seronegativ). Bis zu 1 % aller Schwangeren sind
von einer Erstinfektion betroffen; 30 % Infektionsübertragungsrate auf das Ungeborene im ersten
Schwangerschaftsdrittel und 70 % im dritten Schwangerschaftsdrittel; in 10 % kommt es zu z.T. schweren
© Dr. Ewald Becherer
Symptomen über die Geburt hinaus – vor allem bei Infektionen vor der 20. SSW.
Eine reaktivierte Infektion in der Schwangerschaft bei etwa 15 % der Frauen mit IgG-Antikörper (seropositiv).
Symptome Mutter
Die Erstinfektion verläuft meist asymptomatisch, ggf. können uncharakteristische Symptome (Fieber, Müdigkeit,
Unwohlsein) auftreten.
Die reaktivierte Infektion ist fast immer asymptomatisch.
Symptome Kind
90% aller infizierten Feten sind bei der Geburt chronisch infiziert ohne Symptome aufzuweisen. 10 % sind
symptomatisch, davon die leidet die Hälfte an schweren Verlaufsformen mit neurologischen Auffälligkeiten,
Hörverlust, Petechien (Vielzahl stecknadelkopfgroßer Blutungen in die Haut oder Schleimhäute),
Hepatosplenomegalie (Vergrößerung von Leber und Milz), Mikrozephalie (kleiner Kopf), Lethargie
(Bewusstseinsstörung mit Schläfrigkeit), Trinkschwäche und Krämpfen.
Diagnostik
Die Unterscheidung von Erstinfektion oder reaktivierter Infektion ist in Anbetracht des erhöhten Risikos bei
einer Erstinfektion von großer Bedeutung.
Die vorsorgliche Bestimmung des Zytomegalie-Immun-status sollte möglichst früh in der Schwangerschaft
durchgeführt werden. Ist dabei kein Antikörperschutz nachweisbar, sind weitere Kontrollen im zweiten und
dritten Schwangerschaftsdrittel sinnvoll.
Bei einer mütterlichen Infektion kann beim Kind in den Chorionzotten (Vorstufe der Plazenta), im Fruchtwasser
und im Blut ein Virusnachweis durchgeführt werden.
Therapie
Die Therapie erfolgt symptomatisch.
Zur Behandlung steht Aciclovir zur Verfügung. Außerdem können spezielle Immunglobuline verabreicht werden.
Sie bieten aber keinen zuverlässigen Schutz, da die speziellen Immunglobuline Zytomegalie-Viren nicht in
ausreichendem Maße neutralisieren können.
Sinn des Screening
Ein positiver Immunstatus (Nachweis von IgG-Antikörper und kein Nachweis von IgM) dient der Beruhigung, da
jetzt die gefährliche Erstinfektion nicht mehr auftreten kann. Bei negativem Immunstatus (keine IgG = bisher
keine Erstinfektion durchgemacht) sind weitere Kontrollen in der Schwangerschaft sinnvoll, um frühzeitig eine
evtl. Erstinfektion feststellen zu können.
Bei positivem IgG- und IgM-Nachweis werden weitere diagnostische Maßnahmen (z. B. Spezialultraschall)
empfohlen um evtl. eine Infektion oder Schädigungen des Kindes beurteilen zu können.
Vitamin D
Vitamin D ist die Vorstufe eines in fast allen Körperzellen benötigten Hormons (Calcitriol). Es kann von den Menschen selbst mithilfe der UVBStrahlen der Sonne in der Haut hergestellt werden. Es wird zwingend für die korrekte Funktion zahlreicher Organe und nicht nur für den
Knochenstoffwechsel benötigt.
Etwa 60 % der Bevölkerung weist einen Mangel Vitamin D auf, in Wintermonaten sogar bis zu 70 – 90 %.
Ausreichende und nicht ausreichende Vitamin-D-Spiegel im Blut bzw. Mangelzustände und zu hohe Blutspiegel werden folgendermaßen
eingeteilt:
• Vitamin-D-Mangel
• unzureichende Versorgung
• ausreichende Versorgung
• optimale Versorgung
© Dr. Ewald Becherer
< 20
20 - 29
30 100
30 - 40
ng/ml
ng/ml
ng/ml
ng/ml
• zu hohe Zufuhr
(Intoxikation)
> 150
ng/ml
Bei Laborangaben in nmol/l: 1 ng/ml entspricht etwa 2,5 nmol/l.
Die Vitamin-D-Bildung erfolgt hauptsächlich über die Haut. Vermutlich würde es ausreichen, wenn man sich im Jahresdurchschnitt 15 – 30
Minuten täglich um die Mittagszeit mit unbedecktem Kopf und unbekleideten Armen in der Sonne aufhält. In Deutschland kann aber während
der Wintermonate die Haut nicht genügend Vitamin D herstellen. Hellhäutige Menschen sollten sich anfangs nur ein paar Minuten ungeschützt
in die Sonne wagen. Ein Sonnenbrand muss unbedingt vermieden werden.
Die Aufnahme über die Ernährung - z. B. Fische, Makrelen (400 g pro Tag), Lebertran - spielt eine untergeordnete Rolle.
Die Vitamin D-Syntheserate hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise von: Jahreszeit, Wohnort (Breitengrad), Ausmaß der
Luftverunreinigung, Ozonbelastung in industriellen Ballungsgebieten, Aufenthalt im Freien, Nutzung von Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor (>
5), Körperverhüllung aus religiösen Gründen, Hautfarbe und -pigmentierung (dunkelhäutige Menschen benötigen mehr Sonne),
Hauterkrankungen, Verbrennungen und Alter
Vitamin D hat eine vielfältige Wirkung: Es stärkt die Muskeln, stimuliert ihr Wachstum und fördert die Koordination. Es stimuliert das
Immunsystem, fördert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm in die Knochen, mildert Überreaktionen ab (z. B. bei Multipler Sklerose) und
senkt die Entzündungsbereitschaft. Wahrscheinlich reduziert es das Risiko auf Herz-Kreislauf-Leiden, Rheuma, Diabetes Typ II oder eine
Autoimmunerkrankung wie Diabetes Typ I.
Vitamin D reduziert das Auftreten vieler verschiedener Krebserkrankungen, das Metastasierungsrisiko und die Sterblichkeit bei einer
Krebserkrankung.
Vitamin D hat einen günstigen Effekt auf die Fruchtbarkeit. Bei Frauen mit PCOS verbessert Vitamin D der Zyklus. Bei Männern scheint es die
Spermienqualität und die Testosteronwerte zu bessern.
In der Schwangerschaft ist Vitamin D besonders wichtig für den Aufbau und das Wachstum des kindlichen Knochensystems. Dieses braucht
beträchtliche Mengen an „mütterlichem“ Kalzium, für dessen Bereitstellung Vitamin D sehr wichtig ist.
Außerdem ist ein Vitamin-D-Mangel ein Risikofaktor für
Schwangerschaftskomplikationen wie z. B.
•
erhöhter Blutdruck bzw. Praeeklampsie (alter Name Schwangerschaftsintoxikation oder „Schwangerschaftsvergiftung“)
•
Schwangerschaftsdiabetes
•
Scheideninfektionen
•
Frühgeburten und
•
Kaiserschnittentbindungen.
In der Stillzeit ist eine gute Vitamin-D-Sättigung der Mutter wichtig, damit sie dem Säugling eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr über die
Muttermilch gewährleisten kann.
Aktuelle, wissenschaftlich fundierte Richtlinien empfehlen zur Vorbeugung eines Vitamin-D-Mangels eine Vitamin-D-Einnahme von 1.000 –
2.000 I.E. pro Tag in der Schwangerschaft und Stillzeit.
Auf vielen Beipackzetteln von Vitamin-D-Präparaten steht noch, dass eine Einnahme von über 500 I.E. nicht unproblematisch sei. Diese
Einschätzungen sind veraltet und nicht begründet.
Neue Untersuchungen konnten zeigen, dass eine Einnahme von 4.000 I.E. nicht nur sicher und absolut nebenwirkungsfrei ist, sondern auch die
Rate an Frühgeburten und Schwangerschaftskomplikationen reduziert.
Außerhalb der Schwangerschaft kann man Vitamin D auch in wöchentlichen (z. B. 7 fache Tagesdosis einmal pro Woche) oder sogar
monatlichen Dosen verabreichen, da dies zu gleichen Vitamin-D-Anstiegen im Blut führt.
Grundsätzlich ist aber eine tägliche Verabreichung natürlicher als eine wöchentliche oder gar monatliche Gabe.
© Dr. Ewald Becherer
Auch das Körpergewicht muss bei der Vitamin-D-Gabe berücksichtigt werden, da das Vitamin D im Fettgewebe abgelagert wird und somit
übergewichtige Patientinnen mehr Vitamin D benötigen als normalgewichtige.
Die häufig eingenommen Multivitaminpräparate enthalten zwar in der Regel Vitamin D, dies aber in so geringen Mengen (meist ca. 200 – 400
Internationale Einheiten – I.E.), dass dadurch der Vitamin-D-Status kaum beeinflusst werden kann.
Bei einer Unterversorgung an Vitamin D sind die ersten Anzeichen Muskelschwäche, Müdigkeit, erhöhter Blutdruck, Konzentrationsprobleme,
depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Nervosität, ständig anhaltenden Kopfschmerzen. Die Fingernägel brechen sehr schnell ab oder es
befinden sich mehrere weiße Flecken im Inneren ihres Fingernagels.
Das klassische Bild des Vitamin D-Mangels ist einerseits die Rachitis beim Säugling beziehungsweise Heranwachsenden und andererseits die
Osteomalazie (schmerzhafte Knochenerweichung) beim Erwachsenen.
Aufgrund der ungenügenden Aufnahme von Calcium und Phosphat in den Knochen kommt es zu einer unzureichenden Mineralisierung des
Skeletts. Die Knochen werden weich und leicht deformierbar.
Weitere Symptome eines Vitamin D-Mangels können sein: Änderungen in den Atemfunktionen, verminderte Immunfunktion, Veränderungen
im Muskelstoffwechsel und verstärkte Körperschwankungen.
Als Faustregel gilt, dass 1.000 I.E. Vitamin D den Vitamin-D-Wert im Blut (25-Hydroxy-Vitamin-D) um ca. 10 ng/ml anheben.
Vitamin D-Mengen werden in Gewichtseinheiten angegeben:
1 Internationale Einheit (I.E.) entspricht 0,025 µg Vitamin D
1 µg entspricht 40 I.E. Vitamin D
Eine Vitamin-D-Vergiftung ist erst ab einem Blutspiegel von 150 ng/ml zu erwarten und zeigt sich durch überhöhte Kalziumspiegel im Blut.
Symptome dafür sind eine Verminderung der Reflexe, langsamer Herzschlag, Nierensteine, Weichteilerkrankungen, Schwäche und Erbrechen.
Von einflussreichen internationalen Fachgesellschaften wird die tägliche Einnahme von 4.000 I.E. Vitamin D als sicher angesehen (auch in der
Schwangerschaft).
Es gibt verschiedene Empfehlungen zur Vitamin-D-Gabe. Die Empfehlungen großer Gesellschaften wie z. B. der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung (DGE) hängen den aktuellen Empfehlungen von wissenschaftlich tätigen Experten hinterher.
Die wichtigste Empfehlung ist: So oft es geht, mittags in die Sonne gehen, um der Haut zu ermöglichen, Vitamin D selbst herzustellen. Aber
riskieren Sie keinen Sonnenbrand.
Die amerikanische Endocrine Society empfiehlt:
•
Behandlung des manifesten Vitamin-D-Mangels beim Erwachsenen (25(OH)Vitamin D < 20 ng/ml) zur Aufdosierung:
Vigantol-Öl 9 Tropfen/Tag (etwa 6.000 IE) für 2 Monate
•
Bei Vorliegen besonderer klinischer Umstände (z. B. Osteomalazie, Malabsorption, Adipositas):
Vigantol-Öl > 9 Tropfen/Tag für 2 Monate
(Mit 15 Tropfen/Tag liegt man bei etwa 10.000 IE Vitamin D3/d, also formal an der unbedenklichen Obergrenze, ab der ein intensiveres
Monitoring angezeigt ist.)
•
Nach Ausgleich des Vitamin-D-Mangels beim Erwachsenen (25(OH) Vitamin D > 30 ng/ml), Umstellung auf Erhaltungsdosis
Vigantol-Öl 3 Tropfen/Tag (etwa 2.000 IE)
•
Dosierungsempfehlungen Vitamin D3 für gesunde Schwangere und Stillende (19 – 50 Jahre) zu Vorbeugung von eines Vitamin-D-Mangels
•
Stillende: 1.500 – 2.000 IE/d
(z. B. mit 3 Tropfen Vigantol-Öl /Tag)
•
Schwangere: 1.000 – 2.000 IE/d
(z. B. mit 1 – 2 Tabletten à 1.000 IE /Tag oder mit 2 - 3 Tropfen Vigantol-Öl /Tag)
© Dr. Ewald Becherer
Andere Wissenschaftler und Experten geben folgende Empfehlungen aus (z. B. Worm und Holick)
•
Kinder 50 I.E. pro Tag und Kilogramm Körpergewicht
•
Schwangere täglich 4.000 I.E. (6 Tropfen Vigantol-Öl)
•
stillende Frauen täglich 6.000 I.E. (9 Tropfen Vigantol-Öl)
•
Bei ausreichend hohen mütterlichen Blutspiegeln könnte dann auf eine Vitamin-D-Gabe beim Säugling verzichtet werden.
•
Erwachsene mit normalen Blutwerten aber unzureichender Sonnenbestrahlung täglich 1.000 I.E.
•
Erwachsene, Stillende und Schwangere mit erniedrigten Blutwerten benötigen höhere Gaben (1.000 I.E. heben den Blutspiegel um 10
ng/ml an).
Laborkontrollen
•
Vor Beginn einer Vitamin-D3-Substitution sollten Kalzium und Phosphat kontrolliert werden.
•
Erste Laborkontrolle obiger Parameter nach Beginn der Substitution erfolgt entweder:
• nach 8 Wochen bei Vitamin-D3-Dosen < 10.000 IE/d und Patienten ohne klinische Besonderheiten
• nach 4 Wochen bei Vitamin-D3-Dosen > 10.000 IE/d
• nach 4 Wochen bei Schwangerschaft und Stillzeit
• nach 4 Wochen bei klinischen Besonderheiten wie z. B. Hyperparathyreoidismus, Nierenerkrankungen, interferierenden
Medikamenten, Störungen der Nahrungsaufnahme u. Ä.
•
Anhand der ersten Kontrolle kann dann über die weitere Dosis (Erhaltungsdosis) und weitere Kontrollintervalle entschieden werden.
•
Die Kosten für die Untersuchung im Labor betragen 27.98 €. Hinzu kommen die Kosten in unserer Praxis (Blutabnahme, Bearbeitung,
Beratung) in Höhe von 14,92 € (zusammen 42,90 €)
Folgende Vitamin-D-Präparate sind als Arzneimittel zugelassen:
•
Vigantol® Öl 20.000 I.E./ml, Tropfen zum Einnehmen, rezeptpflichtig, 1 Tropfen enthält 667 I.E.,
1 ml = 30 Tropfen = 20.000 I.E., 3 Tropfen = 2.000 I.E.
3000 I.E. = 4,5 Tropfen
10 ml-Flasche zu 14,27 €, 7 Cent pro 1.000 I.E.
10 x 10 ml-Flaschen zu 35,80 €, 2 Cent pro 1.000 I.E.
•
Vigantoletten® 1000 I.E. Tabletten, apothekenpflichtig,
100 Stück zu 7,81 €, 8 Cent pro 1.000 I.E.
•
Vigantoletten® 500 I.E. Tabletten, apothekenpflichtig,
100 Stück zu 7,49 €, 15 Cent pro 1.000 I.E.
•
Vitamin D3-Hevert® 1.000 I.E. Tabl., apothekenpflichtig
100 Stück zu 7,78 €, 8 Cent pro 1.000 I.E.
200 Stück zu 13,82 €, 7 Cent pro 1.000 I.E.
•
Vitamin D3-Wörwag® 1.000 I.E., Tabletten mit Bruchkerbe, apothekenpflichtig
100 Stück zu 8,97 € , 9 Cent pro 1.000 I.E.
•
Dekristol® 400 I.E., Tabletten, apothekenpflichtig,
100 Stück zu 7,37 €, 18 Cent pro 1.000 I.E.
•
Dekristol® 20.000 I.E., Weichkapseln, rezeptpflichtig,
50 Stück zu 23,35 €, 2 Cent pro 1.000 I.E.
© Dr. Ewald Becherer
•
Dedrei®, 1.000 IE, Tabletten, rezeptpflichtig,
100 Stück zu 14,67 €, 15 Cent pro 1.000 I.E.
Eisen und Schwangerschaft
Eine Anämie (= Blutarmut, Blutmangel) ist eine Verminderung der Hämoglobin-Konzentration im Blut. Hämoglobin befindet sich im Blut ganz
überwiegend in den roten Blutzellen und trägt den Sauerstoff. Eine Anämie ist daher in der Regel verbunden mit einem Mangel an roten
Blutzellen und einer verringerten Sauerstoff-Transportkapazität des Blutes.
Abklärungs- und therapiebedürftige Hämoglobinwerte im Blut (Hb-Werte) sind:
•
•
•
im 1. Schwangerschaftsdrittel: < 11 g/dl
im 2. Schwangerschaftsdrittel: < 10,5 g/dl
im 3. Schwangerschaftsdrittel: < 11 g/dl
Die häufigste Ursache für eine Anämie in der Schwangerschaft ist ein vorbestehender oder in der Schwangerschaft entstehender Eisenmangel
bei verringerten Eisenspeichern (Eisenmangelanämie).
35 % der Schwangeren haben einen latenten Eisenmangel (das Hämoglobin ist noch normal), 10 % der Schwangeren haben eine
Eisenmangelanämie (das Hämoglobin liegt unter den o.g. Werten).
Eine manifeste Eisenmangelanämie ist der Endzustand des Eisenmangels in der Schwangerschaft. Die Vorstufen, d.h. latente
Eisenmangelzustände, die bereits mit einer ungenügenden Bildung der roten Blutkörperchen einhergehen, werden allein über die Bestimmung
des Hämoglobins nicht erfasst.
Mütterliche Symptome eines Eisenmangels können Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Kreislaufsymptome und Luftnot sein. Ein
Eisenmangel wirkt sich außerdem ungünstig auf die geistige Leistungsfähigkeit, die Infektabwehr von Mikroorganismen und auf die
Durchblutung aus.Folgen für das ungeborene Kind bei einer Blutarmut der Mutter können Fehlgeburt, Frühgeburt, Wachstumsverzögerung,
Fruchttod, sowie verzögerte neurologische und geistige Entwicklungsstörungen sein.
Im Laufe eine Schwangerschaft kommt es zu einem gesteigerten Eisenbedarf. Gründe hierfür sind eine Zunahme der Masse der roten Blutzellen
und damit der Hämoblobin-Bildung sowie das Wachstum der Feten und der Plazenta. Der tägliche Eisenbedarf steigt in der Schwangerschaft
von 4 – 5 mg pro Tag auf 6 – 7 mg pro Tag an. Demgegenüber stehen 1 – max. 3 mg Eisen pro Tag, die über den Darm aufgenommen werden,
wobei nur maximal 10 – 15 % des in der Nahrung enthaltenen Eisens aufgenommen werden können.
Aufgrund dieser eher geringen Aufnahme durch den Darm wäre über die Schwangerschaft hinweg eine tägliche Zufuhr von 30 mg notwendig,
um den Bedarf zu decken. Andererseits gibt es auch Schwangere, die eine größere Menge Eisen über die Nahrung aufnehmen oder ohnehin
einen sehr gut gefüllten Speicher aufweisen. Nicht selten verursacht Eisen Nebenwirkungen im Magen und Darm. In diesen Fällen müssen
Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Nur ausreichende Eisenspeicher in Verbindung mit ausreichender Zufuhr durch die
Nahrung können ein dauerhaftes Eisendefizit in der Schwangerschaft verhindern.
Hauptgründe für das Auftreten einer Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft sind: vorbestehender Eisenmangel zu Beginn der
Schwangerschaft, chronische Blutverluste (Magen/Darm, starke oder lange Periodenblutung, Zwischenblutungen, Blutspender), rasche
Schwangerschaftsfolge (innerhalb 1 – 2 Jahren), Zustand nach Mehrlingsschwangerschaft, Aufnahmestörung im Darm und Eisenmangel bei
vorhergehenden Schwangerschaften.
Ein seit Jahren diskutiertes Thema ist die Frage der Vorbeugung von Eisenmangel in der Schwangerschaft durch die prophylaktische Gabe von
Eisenpräparaten. Überwiegend wird eine routinemäßige Einnahme von 30 mg pro Tag empfohlen. Die Empfehlungen sind aber nicht
einheitlich. 30 mg Eisen entsprechen z. B. täglich 3 x 15 ml Floradix mit Eisen (pflanzliche Inhaltsstoffe; bei der 700 ml-Flasche 1,41 € pro Tag)
oder 1 Tablette Ferrum Verla® Eisen(II)-gluconat pro Tag (0,12 € pro Tag). Nehmen Sie Eisen von der 5. – 40. SSW ein, kostet dies bei Floradix
345,45 € und bei Ferrum Verla 29,40 €.
Außer Frage steht die Einnahme von Eisenpräparaten bei festgestelltem Eisenmangel zur Vorbeugung einer Eisenmangelanämie. Ferritinwerte
von 50 – 80 µg/l scheinen ausreichend dafür zu sein, dass kein zusätzliches Eisen benötigt wird.
Bei einem manifesten Eisenmangel werden 80 – 120 mg Eisen pro Tag verabreicht, z. B. Haemoprotect 100 mg Kapseln (100 Stück zu 21,98 €).
Eisen sollte 1 – 2 Stunden vor der Mahlzeit eingenommen werden, da die Eisenaufnahme während einer Mahlzeit deutlich eingeschränkt ist.
© Dr. Ewald Becherer
Wissenschaftlich wird empfohlen, zu Beginn der Schwangerschaft den Eisenstatus zu erfassen und dann über eine Verabreichung von Eisen zu
entscheiden. In den Mutterschutzrichtlinien ist dies aber so nicht vorgesehen. Gemäß den Mutterschutzrichtlinien soll zu Beginn der
Schwangerschaft und ab der 20. – 24. SSW alle 4 Wochen lediglich das Hämoglobin bestimmt werden.
Die geeignetste Methode zur Erfassung von Eisenmangelzuständen ist die Bestimmung des Ferritinspiegels im Blut. Ferritinwerte von < 15 µg/l
sind beweisend für einen manifesten Eisenmangel, unabhängig vom Hämoglobin.
Wir empfehlen daher, zu Beginn und in der Mitte der Schwangerschaft den Ferritinwert als Selbstzahlerleistung bestimmen zu lassen, um über
eine Eiseneinnahme entscheiden zu können.
Die Ferritinbestimmung im Labor kostet 14,57 €. Ggf. kommen 4,20 € für die Blutabnahme und 10,72 € für die Beratung, Ergebnismitteilung
sowie Probenverarbeitung und -verschickung in der Praxis hinzu.
B-Streptokokken (GBS) in der Schwangerschaft
Erreger
Streptokokken der Gruppe B (= Streptokokken agalactiae)
Infektionsquelle
Der Magendarmtrakt ist das natürliche Reservoir und damit auch die Hauptquelle für die Besiedlung der Scheide.
Während der Schwangerschaft ist die Besiedelung der Scheide nicht immer stabil.
Eine Besiedelung zu einem frühen Schwangerschaftszeitraum ist nicht gleichbedeutend mit einer Besiedelung bei der
Geburt und umgekehrt.
Häufigkeit
Bei 20 % bis 30 % aller Schwangeren sind im Vaginal- oder Enddarmabstrich B-Streptokokken nachweisbar, ohne dass
diesem Befund ein Krankheitswert zukommt. Das Neugeborene infiziert sich während der Geburt bzw. schon vor der
Geburt. Die Übertragungsrate nach einer Geburt durch die Scheide liegt bei 50 – 60 %.
Symptome Mutter
Für immunkompetente Erwachsene stellen B-Streptokokken keine Gefahr dar. Die Infektion wird nicht behandelt. Bei
einer Infektion der Schwangeren kann es zu vorzeitiger Wehentätigkeit kommen.
Symptome Kind
Das Erkrankungsrisiko eines reifen Neugeborenen liegt dann bei 0,5 – 2 %, bei extremer Unreife (vor der 28. SSW) steigt
das Erkrankungsrisiko auf bis zu 100 %.Beim reifen Neugeborenen kommt es am ehesten zu einer Lungenentzündung. Bei
verzögertem Therapiebeginn kann es zu einer infektiöse Entzündung des Knochenmarks und zu einer
Gehirnhausentzündung kommen. Je unreifer das Neugeborene ist, desto eher kommt es zu einer Sepsis
(Entzündungsreaktion des gesamten Organismus). In zwei bis 5 Fällen pro 1000 Geburten kommt es zu schweren
Krankheitsverläufen beim Neugeborenen mit einem Sterblichkeitsrisiko von 4 %.
Diagnostik
Sinnvoll und anzustreben ist ein Screening aller Schwangeren zwischen der 35. und der 37. SSW auf eine Besiedelung mit
B-Steptokokken, da dies bei einem erhöhten Infektionsrisiko eine Prophylaxe ermöglicht.
Dabei werden ein mikrobiologischer Abstrich aus dem unteren Drittel der Vagina und danach ein Abstrich mit dem
gleichen oder einem neuen Watteträger aus dem After/Enddarm entnommen.
Therapie
Die Behandlung aller betroffenen Schwangeren während der Schwangerschaft ist nicht effektiv, da es innerhalb weniger
Tage zur Wiederbesiedelung der Scheide kommt.
Die Behandlung einer Schwangeren bzw. Gebärenden mit B-Streptokokken-Besiedelung ohne zusätzliche Risikofaktoren ist
unnötig. Dagegen wird die gezielte antibiotische Behandlung einer Schwangeren unter der Geburt mit und ohne
Geburtsrisiken dringend empfohlen, wenn B-Streptokokken nachgewiesen wurden.
Es wird empfohlen, eine Antibiotikatherapie unter der Geburt durchzuführen
bei positivem B-Streptokokken-Abstrich oder
bei Vorgeschichte eines Kindes mit einer B-Streptokokken-Infektion
oder bei fehlendem B-Streptokokken-Abstrich:
• bei einer drohenden Frühgeburt (vor der 37. SSW)
•bei einem Blasensprung vor mehr als 18 Stunden
© Dr. Ewald Becherer
• bei Fieber der Mutter von ≥ 38,0°C
Pilzinfektions-Screening in der Schwangerschaft
Erreger
Candida albicans, selten auch Candida glabrata u.a.
Infektionsquelle
Fast alle Menschen sind Träger dieser Pilze auf der Haut und im Darm.
Neben einer bloßen Besiedelung der Scheide kommt es gelegentlich bei weiteren begünstigenden Faktoren zu einer
Invasion der Pilze in die Haut der Scheide und des äußeren Schambereichs.
Häufigkeit
Eine einmalige Episode einer Pilzinfektion wird bei 75 % der Frauen angenommen, mehrere Episoden bei mehr als 40 –
45 %. Zum Zeitpunkt der Geburt sind Pilze bei ca. 35 % aller Frauen nachweisbar. Bei der vaginalen Geburt kommt es mit
etwa 80 % Wahrscheinlichkeit zur Übertragung der Hefepilze auf die Haut der Neugeborenen. Von dort aus werden
Mundhöhle und Magendarmtrakt des Neugeborenen besiedelt.
Symptome Mutter
Bei einem starken Pilzbefall kommt es zu weißlichen Belägen, Juckreiz und Schmerzen.
Symptome Kind
Es kann zu Mundsoor und/oder Windeldermatitis kommen. Auch manche Hauterkrankungen beim Neugeborenen
werden inzwischen als Folge einer Pilzinfektion bei der Geburt aufgefasst.
Diagnostik
Über einen mikrobiologischen Abstrich aus der Scheide der Mutter werden Pilzkulturen aus dem Scheidensekret
angelegt. Dadurch kann eine Besiedelung der Schwangeren festgestellt werden, unabhängig davon, ob sie Beschwerden
hat.
Mit einer alleinigen mikroskopischen Untersuchung des Scheidensekretes kann man eine Pilzbesiedelung nicht immer
sicher ausschließen.
Therapie
Wird ein Pilzbefall festgestellt, erhält die Schwangere unabhängig von ihren Beschwerden eine lokale Pilzbehandlung
über 7 Tage.
Sinn des Screenings
Zur Verhütung von Pilzinfektionen beim Neugeborenen werden ab der 34 Schwangerschaftswoche Pilzkulturen aus dem
Scheidensekret angelegt und gegebenenfalls unabhängig von den klinischen Beschwerden der Mutter eine
Pilzbehandlung der Mutter empfohlen.
Informationen zu Kaiserschnitt-Entbindungen
Mit der Zunahme der Schnittentbindungen steigt auch das Risiko für Allergien, Asthma, Diabetes und Übergewicht bei Kindern
Das Licht der Welt, das ein Kind in Deutschland bei seiner Geburt erblickt, ist in jedem dritten Fall der blendende Strahl einer
Operationsleuchte. Zurzeit werden bei uns über 209.000 Babys im Jahr mit Hilfe des Skalpells geboren. Laut Statistisches Bundesamt haben die
Kaiserschnitte 2010 einen Anteil von 31,9 Prozent an den Geburten erreicht. Damit hat sich die Zahl der Kaiserschnitte in knapp zwanzig Jahren
mehr als verdoppelt (1991 lag sie bei 15,3 Prozent) - im Hinblick auf mögliche nachteilige Langzeitfolgen für die Kinder eine beunruhigende
Entwicklung, warnt die Stiftung Kindergesundheit.
“Ein wichtiger Grund für die Zunahme der Kaiserschnitte liegt in der Tatsache, dass das Risiko der Schnittentbindung für die Mutter in den
letzten Jahren erfreulich abgenommen hat”, sagt Professor Sibylle Koletzko, Haunersche Kinderklinik der Universität München. Früher galt der
Kaiserschnitt als großer Eingriff mit gefürchteten Risiken für Blutungen, Infektionen und Thrombosen. Mittlerweile hat jedoch der operative
© Dr. Ewald Becherer
Eingriff seinen Schrecken verloren. “Dennoch liegt die mütterliche Sterblichkeit beim Kaiserschnitt immer noch deutlich höher, als bei der
natürlichen Geburt”, betont Professor Koletzko.
Eine große Rolle beim wachsenden Trend zum Kaiserschnitt (medizinisch: Sectio caesarea) spielt das Alter der Mütter beim Kinderkriegen:
Immer mehr Frauen bekommen ihr erstes und vielleicht einziges Kind im Alter von über 35 Jahren. Sie haben deshalb den verständlichen
Wunsch, bei dieser Geburt “auf Nummer sicher” zu gehen. In China, wo Eltern nur ein einziges Kind haben dürfen, kommt beinahe jedes zweite
Kind per Kaiserschnitt zur Welt.
Während sich Geburtshelfer früher nur dann für einen Kaiserschnitt entschlossen, wenn die Gefahren für Mutter oder Kind durch die natürliche
Geburt größer waren als die Risiken eines Kaiserschnitts, werden sie heute oft auch auf Wunsch der Schwangeren tätig. In der latein- und
südamerikanischen Oberschicht gehört schon lange zum guten Ton, per Kaiserschnitt zu entbinden: In Brasilien liegt die Sectio-Rate bei 46
Prozent, in wohlhabenden Vierteln sogar bei 75 Prozent.
Angst vor Wehen
Auch in der nördlichen Hemisphäre entscheiden sich nicht nur Stars wie Claudia Schiffer und Verona Feldbusch, Victoria Beckham oder
Madonna gegen die natürliche Entbindung: Der Gedanke, stundenlange Wehenschmerzen auf sich zu nehmen, erscheint auch vielen anderen
Frauen als abwegig. Dabei gibt es heute gute Möglichkeiten, die Wehenschmerzen sehr wirksam zu lindern.
Andere Schwangere möchten ihre Beckenmuskeln nicht den Strapazen einer Geburt aussetzen. Sie fürchten die möglichen Komplikationen
einer normalen Entbindung: Die vaginale Geburt kann bei einigen Frauen zu einer Schädigung des Beckenbodens mit belastenden
Langzeitfolgen führen.
Eine geplante Schnittentbindung hat überdies für Geburtshelfer und Entbindungsklinik Vorteile: Die Geburt kann zu einem festgelegten Termin
stattfinden, niemand muss mitten in der Nacht oder am Wochenende in den Kreißsaal gerufen werden. Für die Krankenkassen aber wird es
teurer: Für die operative Entbindung zahlen die Kassen an die Klinik etwa doppelt so viel wie für eine natürliche Geburt.
Fehlende Reize, falsche Keime
Was teurer ist, muss aber nicht auch besser sein, warnt die Stiftung Kindergesundheit. Im Gegenteil, bei einer Schnittentbindung fehlen
wichtige natürliche Reize für den Organismus des Babys, was nicht nur in den ersten Lebenswochen zu zahlreichen Gesundheitsproblemen
führen kann, sondern auch Risiken fürs spätere Leben mit sich bringt. Die Stiftung Gesundheit nennt dazu Erkenntnisse aus den letzten Jahren:
Der Darm des Babys ist im Mutterleib noch frei von Keimen, er ist steril. Erst bei der Geburt kommt er mit den Keimen der Umwelt in
Berührung. Bereits während das Baby den Geburtskanal passiert, werden seine Haut, Nägel und Haare mit nützlichen Mikroben der Darm- und
Vaginalflora und der Haut seiner Mutter besiedelt. Die Besiedlung mit diesen Mikroben - darunter Escherichia coli, Enterokokken und
Laktobazillen – spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Immunsystems. Die sich nach der Geburt und während der Stillzeit
entwickelnde individuelle Zusammensetzung der kindlichen Darmflora bleibt lange relativ stabil.
Soweit die Situation beim spontanen, natürlichen Geburtsverlauf. Bei einem Kaiserschnitt ist das Baby dagegen zu allererst den Hautkeimen des
OP-Personals und der Mutter ausgesetzt. Das Bakterien-Spektrum der dadurch entstehenden Darmflora unterscheidet sich deshalb deutlich
von dem eines vaginal entbundenen Babys. Die Vielfältigkeit der Darmflora ist deutlich geringer im Vergleich zur natürlichen Geburt.
Bestimmte, normalerweise das Baby besiedelnde Bakterien wie Bacteroides- und Bifidobakterien sind deutlich vermindert oder fehlen ganz.
Die möglichen Folgen der Fehlbesiedlung nach Kaiserschnittentbindung im Vergleich zur Vaginalgeburt wurden beispielhaft in der großen GINIStudie untersucht, die am Studienzentrum an der Universität München von Professor Dr. Sibylle Koletzko geleitet wird. Dabei wurden die Daten
von 865 gesunden Babys, die nach der Geburt mindestens 4 Monate voll gestillt wurden analysiert und die Entwicklung der Kinder ein Jahr lang
verfolgt.
Beim Vergleich der vaginal geborenen Kinder mit den Kaiserschnitt-Kindern stießen die Wissenschaftler auf überraschend deutliche
Unterschiede:
•
•
Die mit Kaiserschnitt entbundenen Babys hatten im ersten Lebensjahr ein um 46 Prozent erhöhtes Risiko für Durchfallerkrankungen.
•
Kaiserschnitt-Babys haben außerdem nach ihrer Geburt zwei- bis siebenmal häufiger Atemschwierigkeiten als normal geborene
Kinder und müssen deshalb doppelt so häufig auf die Neugeborenenstation verlegt werden.
Ihr Risiko für die Entstehung einer Sensibilisierung gegen Lebensmittel war sogar mehr als doppelt so hoch als nach einer normalen
vaginalen Geburt.
•
Geburtsstress - ein sinnvoller Vorgang
Auf dem Weg durch den Geburtskanal wird der Körper des Babys einem immensen Druck ausgesetzt und intensiv massiert. Dieser
“Geburtsstress” schadet dem Kind nicht, sondern hat im Gegenteil positive Folgen: Die Lungenflüssigkeit wird wie aus einem Schwamm
ausgedrückt, und es werden Hormone und Nervenbotenstoffe ausgeschüttet, welche die Reifung der Organe beschleunigen.
© Dr. Ewald Becherer
Auf welche Weise ein kleiner Mensch zur Welt kommt, kann sein späteres Wohl und Wehe maßgeblich beeinflussen, unterstreicht die Stiftung
Kindergesundheit:
•
Zum Zusammenhang der Kaiserschnittgeburt mit Asthma liegen Ergebnisse aus 23 Studien vor. Danach haben Kaiserschnittbabys ein
um etwa 20 Prozent erhöhtes Risiko für Asthma im Kindesalter.
•
Eine Auswertung von 20 Studien in einer sog. Metaanalyse ergab für Sectio-Babys ein um 23 Prozent höheres Risiko, später an
Diabetes zu erkranken.
•
Nach einer aktuellen Studie von Professor Annette-Gabriele Ziegler vom Institut für Diabetesforschung am Helmholtz-Zentrum
München ist das Risiko für Kinder zuckerkranker Eltern mit 4,8 Prozent sogar doppelt so hoch, nach einem Kaiserschnitt bis zum 12.
Jahr ebenfalls an Diabetes zu erkranken, als nach einer natürlichen Geburt (2,2 Prozent).
•
In Boston verfolgten Geburtshelfer und Kinderärzte die Entwicklung von 1 255 Kindern nach der Geburt. Sie stellten fest, dass der
Anteil der übergewichtigen Kinder unter den 284 Kaiserschnitt-Babys im Vorschulalter doppelt so hoch war wie in der Gruppe der
Babys nach einer natürlichen Entbindung. Das gleiche Ergebnis erbrachte eine brasilianische Studie mit 2057 Kindern, deren
Entwicklung bis zu 25 Jahren verfolgt wurde.
Die Stiftung Kindergesundheit stellt fest: Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass die natürliche Geburt einen wichtigen Teil der frühen
Programmierung darstellt, dessen positive Effekte die Gesundheit noch viele Jahre später grundlegend beeinflussen können. Ein Kaiserschnitt
sollte deshalb nur bei medizinischer Notwendigkeit für die Gesundheit der Mutter oder des Babys vorgenommen werden. Das ist nach einer
Schätzung der WHO aber nur bei circa 15 Prozent der Geburten tatsächlich der Fall, also bei weniger als der Hälfte der derzeit in Deutschland
beobachteten Zahl.
Wann ist ein Kaiserschnitt wirklich notwendig?
Bei folgenden Situationen kann eine absolute Notwendigkeit für den operativen Eingriff bestehen:
•
•
Bei Quer- oder Schräglage des Babys;
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•
•
•
•
•
wenn die Plazenta (Mutterkuchen) vor dem Muttermund zu liegen kommt;
bei einem Missverhältnis zwischen Kopf des Babys und dem Becken der Mutter, zum Beispiel bei einem geschätzten Gewicht des
Kindes über 4000 Gramm;
bei vorzeitiger Plazentalösung;
bei bestimmten Erkrankungen der Mutter, wie z. B. eine Präeklampsie, HIV-Infektion oder Infektion mit Hepatitis B.
Eine relative Notwendigkeit kann in folgenden Fällen vorliegen:
Bei Zwillingen oder höhergradigen Mehrlingen;
bei einer so genannten Beckenendlage (Steißlage) bei einer erstgebärenden Mutter;
beim Alter der Mutter etwa ab 40 Jahren;
bei untergewichtigen Kindern oder Frühgeburten.
Quelle: Stiftung Kindergesundheit, www.kindergesundheit.de
Ungeeignete Pflanzen während der Schwangerschaft
Folgende Pflanzen sollten Sie in hohen (pharmakologisch wirksamen) Dosierungen in bestimmten Schwangerschaftsphasen nicht zu sich
nehmen:
Pflanze
Aloe
Lateinischer Name
Aloe
Angelika
Angelica archangelica
Arnica
Arnica montana
© Dr. Ewald Becherer
Wirkung
Abortiv, mutagen, abführend
Verstärken hormonell bedingte Hautpigmentierung,
stark unterleibserwärmend
Führt zu Blutandrang im Becken
Aubergine
Bärenklau
Bärlauch
Baldrian
Bärenklau
Baumwolle
Beifuß
Beinwell
Solanum melongena
Heracleum
Allium ursinum
Valeriana
Heracleum
Gossypium
Artemisia vulgaris
Symphytum
Berberitze
Berberis vulgaris
Buschwinddröschen (frisches
Kraut)
Chinarinde
Damiana
Eberraute
Eisenkraut,Echtes
Enzian, Gelber
Faulbaum
Gänseblümchen
Greiskraut
Haselwurz
Hirtentäschel
Huflattich
Ingwer
Johanniskraut
Kaffee
Knoblauch
Kohlarten
Koloquinte
Koriander
Anemone nemorosa
Abortiv, embryotoxisch
Cinchona
Turnera diffusa
Artemisia abrotanum
Verbena officinalis
Gentiana lutea
Frangula alnus
Bellis perennis
Senecio jacobaea
Asarum europaeum
Capsella
Tussilago farfara
Zingiber officinale
Hypericum
Coffea
Allium sativum
Brassica
Citrullus colocynthis
Coriandrum sativum
Embryotoxisch
Aphrodisierend
Emmenagog
Wehenerregend
Mutagen
Abortiv, mutagen, abführend
Führt zu Blutandrang im Becken
Kanzerogen, hepatotoxisch, mutagen
Emmenagog bis abortiv
Wehenerregend
Embryotoxisch, hepatotoxisch, mutagen
Wehenerregend, stark unterleiberwärmend
Möglicherweise embryotoxisch
Embryotoxisch
Mobilisiert Schwermetalle
Mutagen
Zytotoxisch, drastisch abführend
Mobilisiert Schwermetalle
Abortiv, embryotoxisch, führt zu Blutandrang im
Becken
Starke hormonartige Wirkung
Abortiv
Abortiv, embryotoxisch
Harntreibend, nierenreizend, verstärken hormonell
bedingte Hautpigmentierung
Mutagen
Stark unterleiberwärmend
Hepatotoxisch, starke hormonartige Wirkung
Kanzerogen
Embryotoxisch, hepatotoxisch, mutagen
Abortiv, harntreibend, nierenreizend
Küchenschelle (frisches Kraut)
Pulsatilla
Kudzu
Lebensbaum
Leberblümchen
Pueraria montana
Thuja
Hepatica nobilis
Liebstöckel
Levisticum officinale
Meerrettich
Meisterwurz
Mönchspfeffer
Osterluzei
Pestwurz
Petersilie
Armoracia rusticana
Peucedanum ostruthium
Vitex agnus-castus
Aristolochia clematitis
Aristolochia clematitis
Petroselinum crispum
© Dr. Ewald Becherer
Embryotoxisch
Emmenagog, eventuell abortiv
Mobilisiert Schwermetalle
Mutagen
Verstärken hormonell bedingte Hautpigmentierung
Wehenerregend
Blutfluss anregend
Mutagen, hepatotoxisch, kanzerogen
Emmenagog bis abortiv, führt zu Blutandrang im
Becken
Poleiminze
Purgierkreuzdorn
Rainfarn
Rauschpfeffer
Raute
Rhabarber
Rhabarberwurzel
Rhizinus
Rosmarin
Rotklee
Sadebaum
Salbei
Schafgarbe
Schierling
Schöllkraut
Senf
Senna, Sennesblätter oder früchte
Silberkerze
Soja
Steinklee
Wacholder
Wasserdost
Wermut
Yamswurzel
Yohimbe
Zimt
Zinnkraut (AckerSchachtelhalm)
emmenagog
hepatotoxisc
h
embryotoxis
ch
=
=
=
Mentha pulegium
Rhamnus cathartica
Tanacetum vulgare
Piper methysticum
Rutaceae
Rheum rhabarbarum
Rheum rhabarbarum
radix
Ricinus communis
Rosmarinus officinalis
Trifolium pratense
Juniperus sabina
Salvia
Achillea
Conium maculatum
Chelidonium majus
Sinapius
Abortiv, emmenagog
Abführend
Abortiv
Möglicherweise hepatotoxisch
Emmenagog, evtl. abortiv
Abortiv, mutagen
Senna alexandrina
Abortiv, mutagen, abführend
Actaea
Glycine max
Melilotus
Levisticum officinale
Eupatorium
Artemisia
Dioscorea
Pausinystalia yohimbe
Cinnamomum
Wehenerregend
Starke hormonartige Wirkung
Emmenagog und evtl. abortiv
Harntreibend, nierenreizend
Embryotoxisch, hepatotoxisch, mutagen
Abortiv, emmenagog
Starke hormonartige Wirkung
Aphrodisierend
Wehenerregend, stark unterleiberwärmend
Equisetum arvense
Wehenerregend
blutflussanregend
mutage
n
leberschädigend
abortiv
Abführend
Abführend
Aphrodisierend, emmenagog
Starke hormonartige Wirkung
Abortiv
Abortiv
Abortiv
Embryotoxisch
Evtl. hepatotoxisch
Mutagen
=
erbgutschädigend
=
kann Fehl- oder Frühgeburt
auslösen
schädigt die Leibesfrucht
Quelle: Margret Madejsky, Lexikon der Frauenkräuter: Inhaltsstoffe, Wirkungen, Signaturen und Anwendungen - Mit über 180
Heilkräuterrezepten
Informationen zum Harmony Prenatal-Test
© Dr. Ewald Becherer
Quelle: Labor Prof. Gisela Enders MVZ GbR , Stuttgart
Screening auf Chromosomenstörungen mit dem Harmony-Test der Firma Ariosa
Mit dem Nachweis freier fetaler DNA steht seit kurzem eine völlig neue Methode des Screenings auf eine Chromosomenstörung beim
ungeborenen Kind zur Verfügung. Wie beim Ersttrimester-Screening oder den Screening-Methoden im zweiten Trimester ist hierfür zunächst
kein invasiver Eingriff (keine Fruchtwasser-Punktion oder Chorionzottenbiopsie) erforderlich. Lediglich ein positives (also auffälliges) Ergebnis
muss weiterhin durch eine Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionzottenbiopsie abgeklärt werden. Die Falsch-Positivrate der neuen Methode
ist jedoch sehr niedrig, so dass sich Befund mit hohem Risiko für eine Chromosomenstörung in der Regel bestätigen.
Wie funktioniert die Untersuchung?
Im mütterlichen Blut befindet sich bereits früh in der Schwangerschaft neben eigener Erbinformation (der Mutter) auch Erbinformation des
Kindes. Diese sogenannte "zellfreie fetale DNA" (cffDNA) kann heute auf das Vorliegen von Trisomien und einige andere
Chromosomenstörungen beim Kind untersucht werden.
Beim Harmony-Test der Firma Ariosa werden zielgerichtet bestimmte Bereiche der zellfreien fetalen DNA, die für das jeweilige Chromosom
typisch sind, vervielfältigt und dann statistisch ausgewertet.
Was spricht für den Ariosa Harmony-Test?
Der Harmony-Test wurde bislang am ausführlichsten wissenschaftlich untersucht. In einer Vielzahl von klinischen Studien konnte die hohe
Erkennungsrate und die sehr niedrige Falsch-Positivrate von unter 0,1% nachgewiesen werden.
Der Harmony™ Pränatal-Test ist ein früher und zuverlässiger Test für die Erkennung einer Trisomie 21 (Down-Syndrom) und anderer
Chromosomenstörungen.
Mit dem Test können auch das fetale Geschlecht und Erkrankungen der Geschlechtschromosomen (X, Y) ermittelt werden. Dieses darf Ihnen
nach deutschem Recht jedoch erst nach der 12. Schwangerschaftswoche mitgeteilt werden.
Sie haben außerdem das Recht, das Geschlecht nicht zu erfahren.
Inwiefern unterscheidet sich der Harmony Pränatal-Test von anderen pränatalen Tests?
Bei anderen nicht-invasiven Screening-Tests, wie beispielsweise Blutserumtests und Ultraschall, beträgt die Rate falsch positiver Ergebnisse bis
zu 5 %. Gleichzeitig werden beim Erst-Trimester-Screening, je nach Alter der Mutter, 5 – 15 % einer Trisomie 21 des ungeborenen Kindes nicht
erkannt. Die bisherigen Screening-Tests können also u. U. fälschlicherweise ein positives (auffälliges) Ergebnis für eine fetale Trisomie ergeben,
obwohl dieses in Wirklichkeit negativ (unauffällig) ist (falsch positives Ergebnis). Ein falsch positives Ergebnis im Screeningtest bedeutet für Sie
und Ihr Kind eine unnötige invasive Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionzottenbiopsie.
Die Screening-Tests können auch ergeben, dass keine fetale Trisomie vorliegt, obwohl diese in Wirklichkeit besteht (falsch negatives Ergebnis).
Die Raten für falsch positive und falsch negative Ergebnisse liegen beim Harmony-Test wesentlich niedriger als bei den bisherigen nichtinvasiven Tests, die nicht auf dem Nachweis freier fetaler DNA im mütterlichen Blut beruhen.
Einschränkungen des Harmony-Tests
Trotz erheblicher Verbesserungen gegenüber den bisherigen nicht-invasiven Tests beträgt auch die Erkennungsrate des Harmony-Tests nicht
100%, weswegen der Test als Screening-Test und nicht als diagnostischer Test anzusehen ist. Ein positives Ergebnis sollte daher immer mit einer
zweiten, diagnostischen, invasiven Methode (Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese = Fruchtwasserpunktion) mit anschließender
© Dr. Ewald Becherer
Chromosomenanalyse bestätigt werden.
Auch falsch-negative Ergebnisse können vorkommen. Dies ist insbesondere für die Trisomie 13 der Fall, von der nach derzeitigem Stand mit
dem Harmony-Test nur etwa 8 von 10 Fällen erkannt werden. Die Trisomie 13 wird jedoch in der Ultraschalluntersuchung im Rahmen des
Ersttrimester-Screenings relativ leicht erkannt. Nicht zuletzt deswegen kann der Harmony-Test eine gründliche Ultraschalluntersuchung nicht
ersetzen.
Auch bei Zwillingsschwangerschaften muss mit einer eingeschränkten Erkennungsrate gerechnet werden. Exakte wissenschaftliche Daten
liegen für Zwillingsschwangerschaften derzeit noch nicht vor (Stand 8/2013).
Wie erwähnt, kann der Harmony-Test insbesondere eine ausführliche Ultraschalluntersuchung, bei der strukturelle Veränderungen, z. B. an
Organen wie dem Herz, beim ungeborenen Kind erkannt werden können, nicht ersetzen. Der Harmony-Test erkennt auch keine sonstigen
Erbkrankheiten wie z. B. Mukoviszidose o. Ä.
Mit den bislang zur Verfügung stehenden cffDNA-Tests können auch keine sog. Chromosomen-Mosaike, teilweise Trisomien oder
Translokationen erkannt werden.
Bei wem kann der Harmony-Test angefordert werden?
Der Harmony Pränatal-Test kann bei Frauen durchgeführt werden, die sich mindestens in der 11. Schwangerschaftswoche (ab Woche 10+0)
befinden.
Der Harmony-Test kann auch bei allen Schwangerschaften durchgeführt werden, die durch In-vitro-Befruchtung (IVF) entstanden sind,
unabhängig davon, ob eine Eizellspende vorliegt oder nicht.
Auch bei Zwillingsschangerschaften funktiontiert der Harmony-Test. Wie oben angemerkt, ist die Erkennungsrate bei
Zwillingsschwangerschaften jedoch vermutlich nicht so hoch wie bei Einlingen. Eine Aussage über geschlechtschromosomale Störungen (X, Y)
wie z. B. Turner- oder Klinefelter-Syndrom ist jedoch bei Zwillingen derzeit nicht möglich.
Die unten stehende Tabelle gibt eine Übersicht, welche Variante des Harmony-Tests derzeit bei welcher Schwangerschaft möglich ist.
Wie kann der Harmony-Test angefordert werden?
Bitte besprechen Sie ausführlich mit Ihrem Arzt, bevor Sie entscheiden, ob der Harmony Pränatal-Test für Sie geeignet ist.
Sie können den Test bei Ihrem Frauenarzt oder Humangenetiker anfordern. Voraussetzung für eine Anforderung ist eine ausführliche Beratung
nach dem deutschen Gendiagnostik-Gesetz.
Ihr Arzt nimmt Ihnen Blut ab und versendet es zusammen mit dem ausgefüllten und von Ihnen unterschriebenen Anforderungsschein an das
Labor Enders. Vom Labor Enders wird Ihr Blut an die Firma Ariosa, ein zertifiziertes Labor in den USA, verschickt.
Was kostet der Test und wie lange dauert die Untersuchung?
Der Test kostet 485 Euro und beinhaltet die Untersuchung des Risikos auf Trisomie 21, Trisomie 18 und Trisomie 13. Sollten Sie die gleichzeitige
Untersuchung der Geschlechtschromosomen wünschen (Y oder X und Y), kostet der Test 10 Euro mehr, also 495 Euro. Dieser Preis beinhaltet
sämtliche Labor- und Versandkosten. Er beinhaltet nicht die Kosten für die Beratung, die Blutentnahme und ggf. weitere Untersuchungen bei
Ihrem Arzt.
Das Ergebnis liegt in der Regel nach etwa 10 Tagen vor. In einigen wenigen Fällen kann es vorkommen, dass der Anteil der kindlichen DNA
(cffDNA) im Blut relativ niedrig ist und daher kein Ergebnis zustande kommt. In diesen Fällen wird der Test automatisch von Ariosa wiederholt.
Sollte auch bei der Testwiederholung kein eindeutiges Ergebnis zu ermitteln sein, wird Ihnen der Test von Ariosa nicht in Rechnung gestellt. Ggf.
ist die Einsendung einer neuen Blutprobe zu einem etwas späteren Zeitpunkt sinnvoll, da der Gehalt an fetaler (kindlicher) DNA im
mütterlichen Blut mit zunehmender Schwangerschaftsdauer zunimmt.
© Dr. Ewald Becherer
Wie erfolgt die Bezahlung?
Die Bezahlung ist ausschließlich über Kreditkarte möglich. Bitte tragen Sie hierzu Ihre Kreditkarten-Daten auf den Anforderungsschein ein. Diese
werden selbstverständlich, genau wie Ihre persönlichen Daten, streng vertraulich behandelt. Ariosa wird Ihre Kreditkarte in dem Moment
belasten, in dem das Testergebnis von Ariosa ermittelt wurde.
Bei Rückfragen zu dem Test steht Ihnen das Labor Enders unter Tel. 0711/6357-210 oder -268 gerne zur Verfügung.
© Dr. Ewald Becherer
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