W 3 - Kalorimetrie

Werbung
10.08.2008
PHYSIKALISCHES PRAKTIKUM FÜR ANFÄNGER
LGyGe
Versuch:
1.
W 3 - Kalorimetrie
Grundlagen
Definition und Einheit von Wärme und Temperatur; Wärmekapazität
(spezifische und molare); Regel von Dulong und Petit, Energiesatz unter
Einbeziehung der Wärme (erster Hauptsatz der Wärmelehre); Anwendung des
ersten Hauptsatzes auf das Experiment (Kalorimetrie).
Literatur
Eichler, Kronfeldt,
Das neue physikalische Grundpraktikum
Walcher:
Praktikum der Physik, Kap. Wärmelehre
Gerthsen-Kneser-Vogel: Physik; Kap.: Wärmeenergie und Temperatur,
kinetische Gastheorie aus dem Netz der Universität
http://dx.doi.org/10.1007/3-540-29973-4
Kohlrausch:
2.
Band 1, Kap.: Wärmemengen
Experiment
Geräte: Dewargefäß-Kalorimeter
Thermometer, Digitalthermometer
Spannungsquelle ~5 Volt Wechselspannung
2 Digitalmultimeter
Heizspiraleinsatz für Kalorimeter
Erwärmungsapparat nach Noak
Kupferschrot, Bleischrot
Dampferzeuger
Messzylinder
Waage
Stoppuhr
Erlenmeyerkolben, V = 100 ml
a) Bestimmung der spezifischen Wärmekapazität cw des Wassers
Erwärmt man im Kalorimeter Wasser der Masse m eine Zeit t mit Hilfe einer
Heizspirale, gilt der Energiesatz in der Form
U ⋅ I ⋅ t = ( c w ⋅ m + W )(T (t ) − T (0))
Aus der Temperaturerhöhung und der zugeführten Energie U ⋅ I ⋅ t kann man
die spezifische Wärmekapazität des Wassers ermitteln. Da das Kalorimeter
während des Heizvorgangs ebenfalls Wärmeenergie aufnimmt, muss die
Wärmekapazität W des Kalorimeters berücksichtigt werden. Die Bestimmung
von W ist in Abschnitt b.) beschrieben.
Füllen Sie etwa 180 ml Wasser (wiegen!!) in das Kalorimeter und setzen Sie
die Heizspirale ein. Schließen Sie die Heizspirale wie folgt an die
Spannungsquelle an, siehe unten:
ca. 6 V≈
A
V
Die Schaltung ist vor Einschalten der Spannungsquelle vom Assistenten zu
überprüfen. Die Heizspannung U beträgt etwa 5 Volt und der Heizstrom I etwa
4.4 A. Bestimmen Sie die genauen Werte mit zwei Digitalmultimetern.
Achtung: Wechselspannung!!
Messung:
• Messen Sie die Temperatur des Wassers über einen Zeitraum von 5
Minuten alle 30 Sekunden ohne Heizstrom.
• Danach heize man das Wasser 6 Minuten auf, und bestimme die
Temperatur des Wassers alle 30 Sekunden. Damit das Wasser eine
homogene Temperatur behält, muss es fortwährend umgerührt werden
• Nach Abschaltung der Heizung messe man die Temperatur noch
weitere 5 Minuten.
Ein gutes Kalorimeter sollte allerdings während des Heizvorgangs deutlich
weniger Wärme aufnehmen als das Wasser im Kalorimeter. Somit sollte
c w ⋅ m deutlich größer sein als W. Die experimentelle Bestimmung von W
können Sie dem Abschnitt b.) entnehmen.
Eine Möglichkeit zur Bestimmung der Wärmekapazität des Kalorimeters ist in
b.) beschrieben. Das setzt allerdings die Kenntnis der spezifischen
Wärmekapazität des Wassers voraus.
Im Prinzip kann man die Messung a.) mit b.) kombinieren. Man erhält dann
zwei Gleichungen mit zwei Unbekannten und kann dann W berechnen ohne
den Wert von cw zu kennen. Dieses Verfahren erfordert aber sehr hohe
Messgenauigkeit. Wir werden darauf verzichten.
b) Bestimmung der Wärmekapazität W des Kalorimeters aus der Mischtemperatur
Es werden dafür 2 Wassermengen mit den Massen m1 und m2 mit
verschiedenen Temperaturen T1 und T2 im Kalorimeter vermischt. Die sich
einstellende Mischungstemperatur To wird gemessen. m1 ist die vor dem
Versuch im Kalorimeter befindliche, m2 die beim Versuch hinzu gefügte
wärmere Wassermenge, (T2 > T0 > T1).
Die Wärmekapazität W beträgt dann:
W = c w ⋅ m2 ⋅
T 2 − T0
− c w ⋅ m1
T0 − T1
Wählen Sie für beide Wassermengen etwa 100ml (wiegen) und entnehmen Sie
das warme Wasser der Warmwasserleitung (etwa 40°C).
Rühren Sie mit dem Digitalthermometer das Mischwasser um und bestimmen
Sie die Mischtemperatur To.
c) Bestimmung der spezifischen Wärmekapazität c von Kupfer und Blei
Das Kalorimetergefäß wird etwa zur Hälfte bis 2/3 mit einer Wassermenge mw
von der Temperatur Tw gefüllt. Die auf die Temperatur Ts erhitzte
Versuchssubstanz der Masse m wird in das Wasser gegeben und die entsprechende Mischungstemperatur Tm gemessen.
Unter Berücksichtigung der Wärmekapazität W des Kalorimeters lautet die
Formel zur Bestimmung der spezifischen Wärmekapazität
c der
Versuchssubstanz:
c=
cw ⋅ mw + W Tm − Tw
⋅
m
Ts − Tm
3.
Auswertung
a) Stellen Sie T(t) aus 2a) grafisch dar und bestimmen Sie aus der
Temperaturerhöhung die spezifische Wärmekapazität des Wassers unter
Berücksichtigung der Wärmekapazität des Kalorimeters,
siehe Auswertung b.) .
Der Literaturwert der spezifischen Wärmekapazität des Wassers ist
c w = 4168
J
kg ⋅ K
b) Berechnen Sie W aus der Bestimmung der Mischtemperatur nach 2. a.)
c) Vergleichen Sie den Wärmewert W des Kalorimeters mit dem Wert c w ⋅ m .
Wie groß wäre der prozentuale Fehler bei der Bestimmung der spezifischen
Wärmekapazität des Wassers ohne Berücksichtigung der Wärmekapazität des
Kalorimeters.
c) Berechnen Sie die spezifische und die molare Wärmekapazität aus den
Messwerten Kupfer und Blei und die molare Wärmekapazität von Wasser.
Die Literaturwerte für Kupfer und Blei sind:
J
kg ⋅ K
J
= 129
kg ⋅ K
c Kupfer = 383
c Blei
Die molare Masse von Kupfer beträgt 63,54 g und von Blei 207,19 g und von
Wasser etwa 18 g.
Können Sie die Regel von Dulong und Petit bestätigen?
Achtung der Wert der molaren Wärmekapazität von Wasser ist deutlich höher
als der Wert für Festkörper!!
Umrechnung benötigter Einheiten:
[J] = [A]· [V]· [s]
Herunterladen